Das Wichtigste in Kürze
- Drei Grundmodelle: Regionalairlines sind entweder Konzerntöchter der großen Netzwerk-Airlines, Auftragnehmer, die gegen Bezahlung für andere fliegen, oder eigenständige Gesellschaften mit eigenem Netz – oft auf Inseln und in dünn besiedelten Regionen.
- Lackierung ist nicht gleich Betreiber: Air Nostrum fliegt in Iberia-Farben, Emerald Airlines in Aer-Lingus-Farben, CityJet für SAS. Wer wirklich fliegt, verraten vor allem Kennzeichen und Typ, oft auch ICAO-Code und Rufzeichen.
- Inselverkehre hängen oft am Staat: Nach der EU-Verordnung 1008/2008 dürfen Mitgliedstaaten auf wichtigen, wenig gefragten Strecken gemeinwirtschaftliche Verpflichtungen (PSO) festlegen und den Betrieb ausschreiben.
- Typische Flugzeuge: ATR 42/72 und Dash 8 als Turboprops, Embraer E-Jets und Bombardier CRJ als Regionaljets, auf Kleinstflugplätzen auch Twin Otter und Islander.
- Für Spotter ein Fundus: Regionalairlines bringen Typen, Kennzeichen und Flugplätze ins Logbuch, die du im Langstrecken-Alltag nie zu Gesicht bekommst.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Regionalairline: die kurze Antwort
- 2.Die drei Modelle im Überblick
- 3.Zubringer für die Drehkreuze: die Konzerntöchter
- 4.Lohnflüge im Auftrag: Franchise, Kapazitätskauf und ACMI
- 5.Inselverkehre und Randregionen: wenn der Staat mitbestellt
- 6.Die typischen Flugzeuge der Regionalairlines
- 7.So erkennst du den Betreiber am Zaun
- 8.Wo du Regionalairlines in Europa am besten siehst
- 9.Ein Markt mit hoher Fluktuation
- 10.Fazit
Am Zaun in München rollt ein Embraer in Lufthansa-ähnlicher Optik vorbei, nur dass vorn „Air Dolomiti“ steht. In Dublin trägt eine ATR die grüne Aer-Lingus-Bemalung, gehört aber gar nicht Aer Lingus. Und in Kopenhagen landet ein CRJ900 in SAS-Farben, den eine irische Gesellschaft fliegt. Regionalairlines in Europa sind ein Geflecht aus Töchtern, Auftragnehmern und Inselspezialisten – und genau das macht sie für Spotter so spannend. Dieser Guide sortiert die Modelle, erklärt Lohnflüge und staatlich geschützte Inselstrecken und zeigt dir, wie du am Zaun herausfindest, wer wirklich fliegt.
Jede Regionalairline im Hangar
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Regionalairline: die kurze Antwort
Eine Regionalairline fliegt kurze Strecken mit kleineren Flugzeugen – Turboprops mit rund 40 bis 80 Sitzen oder Regionaljets mit etwa 70 bis gut 130 Sitzen. Sie verbindet Regionalflughäfen mit den Drehkreuzen der großen Airlines, Inseln mit dem Festland oder abgelegene Orte miteinander. Entscheidend ist weniger die Größe als die Rolle: Viele Regionalairlines verkaufen kaum eigene Tickets, sondern fliegen unter Marke und Flugnummer eines größeren Partners.
In Europa lassen sich drei Spielarten unterscheiden: die Konzerntochter, die zum Netzwerk einer großen Airline gehört, der Auftragnehmer, der gegen Bezahlung Flugzeuge und Crews für andere stellt, und die eigenständige Regional- oder Inselairline mit eigenem Netz und eigener Marke. Die Grenzen sind fließend, und manche Gesellschaft macht alles drei gleichzeitig.
Die drei Modelle im Überblick
| Modell | Wer trägt das Risiko? | Marke am Flugzeug | Typische Beispiele |
|---|---|---|---|
| Konzerntochter | der Mutterkonzern | meist die der Mutter, manchmal eigene | KLM Cityhopper, Air France Hop, Air Dolomiti, Lufthansa City Airlines |
| Franchise / Kapazitätskauf | überwiegend die Marken-Airline | die des Auftraggebers | Air Nostrum (Iberia Regional), Emerald Airlines (Aer Lingus Regional) |
| ACMI / Wet-Lease | der Auftraggeber zahlt pro Blockstunde | oft eigene, teils die des Kunden | Helvetic Airways für SWISS, CityJet für SAS |
| Eigenständige Regionalairline | die Airline selbst, auf PSO-Strecken mit Ausgleich | eigene | Loganair, Widerøe, Binter Canarias, Aurigny, Air Corsica |
Zubringer für die Drehkreuze: die Konzerntöchter
Die großen Netzwerk-Airlines leben von Umsteigern. Damit ein Passagier aus Bremen, Bologna oder Billund in Frankfurt, Amsterdam oder Paris seinen Langstreckenflug erreicht, braucht es Zubringer – und die fliegen oft kleinere Flugzeuge mit eigenem Flugbetrieb und eigenen Tarifverträgen.
- KLM Cityhopper ist die Regionaltochter von KLM mit Drehkreuz in Amsterdam-Schiphol. Die Flotte besteht nur aus Embraer-Jets: E175, E190 und seit 2021 E195-E2. Die Airline hat zwar eigene Codes (ICAO KLC, Rufzeichen „CITY“), ihre Flüge laufen aber unter den Kennungen von KLM – auf der Live-Karte und im Funk erscheint also KLM.
- Air France Hop entstand 2013 aus Brit Air, Régional und Airlinair. Aus einem bunten Typenmix wurde eine reine E170/E190-Flotte, die unter Air-France-Flugnummern ab Paris-CDG und Lyon fliegt. Beide Töchter gehören zur Gruppe Air France-KLM.
- Air Dolomiti aus Verona gehört seit 2003 vollständig der Lufthansa, fliegt aber unter eigenem Namen. Mit Embraer 190 und 195 verbindet sie Italien mit München und Frankfurt.
- Lufthansa City Airlines ist die jüngste Gesellschaft der Lufthansa Group. Seit Juni 2024 fliegt sie unter der Marke „Lufthansa City“ mit A320neo und A319, ab München und seit Februar 2026 auch ab Frankfurt. Bestellt ist der Airbus A220-300.
Die frühere Lufthansa CityLine gehört inzwischen ins Geschichtsbuch: Im April 2026 nahm Lufthansa die letzten CRJ900 aus dem Flugplan. Ähnlich erging es Tyrolean Airways, die 2015 vollständig in Austrian Airlines aufging. Für Spotter heißt das: Konzerntöchter kommen und gehen, und mit ihnen ganze Typen aus dem Alltag an deutschen Flughäfen.
Gleiche Farben, andere Codes
Konzerntöchter fliegen oft in der Lackierung der Mutter. Manchmal verrät die Live-Karte den Unterschied am ICAO-Code, etwa ANE für Air Nostrum statt IBE für Iberia. Viele Töchter fliegen aber unter dem Code der Mutter – KLM Cityhopper zum Beispiel als KLM. Dann helfen nur Typ und Kennzeichen. Den tatsächlichen Betreiber trägst du ins Logbuch ein.
Lohnflüge im Auftrag: Franchise, Kapazitätskauf und ACMI
Das zweite Modell ist für Außenstehende am verwirrendsten. Hier gehört das Flugzeug einem eigenständigen Unternehmen, das für eine andere Airline fliegt. Die Verträge unterscheiden sich im Detail, laufen aber auf ähnliche Bilder am Himmel hinaus: fremde Kennzeichen in bekannten Farben.
Franchise und Kapazitätskauf
Beim Franchise oder Kapazitätskauf fliegt der Partner ein ganzes Teilnetz unter der Marke des Auftraggebers. Die Marken-Airline verkauft die Tickets, der Partner stellt Flugzeuge, Crews und Betrieb.
- Air Nostrum aus Valencia fliegt seit 1997 als Iberia Regional. Die Bombardier CRJ1000 und ATR 72-600 tragen Iberia-Farben und fliegen unter IB-Flugnummern, im Funk aber unter dem eigenen ICAO-Code ANE. Über Iberia ist die Airline an oneworld angebunden.
- Emerald Airlines führt seit Februar 2022 die Flüge von Aer Lingus Regional durch – mit einer reinen Flotte aus ATR 72-600 in den Farben von Aer Lingus, stationiert in Dublin und Belfast City. Ein Teil der Flotte fliegt bei der britischen Schwester Emerald Airlines UK mit G-Kennzeichen.
Wie riskant das Modell für den Partner sein kann, zeigt die Vorgängerin: Stobart Air, hervorgegangen aus Aer Arann, flog die Aer-Lingus-Regionalstrecken bis Juni 2021 und ging dann in die Liquidation. Die Marke Aer Lingus Regional blieb, nur der Betreiber dahinter wechselte.
ACMI und Wet-Lease
Beim ACMI-Vertrag (Aircraft, Crew, Maintenance, Insurance) mietet eine Airline Flugzeug samt Besatzung, Wartung und Versicherung – meist für eine Saison oder wenige Jahre. Wie das rechtlich funktioniert, erklärt der Guide Wet-Lease erklärt ausführlich.
- Helvetic Airways aus Zürich fliegt mit einer reinen Embraer-Flotte vor allem für SWISS. Die Zusammenarbeit läuft seit 2007, der Vertrag wurde 2024 um fünf Jahre verlängert.
- CityJet fliegt seit 2018 keine eigenen Linienflüge mehr und setzt CRJ900 in den Farben von SAS ab Kopenhagen und Stockholm ein.
Für die Verbindung zwischen Ticket und Flugzeug sorgt in all diesen Fällen die Flugnummer der Marken-Airline. Wie das Prinzip der geteilten Flugnummern dahinter funktioniert, liest du in Codeshare-Flüge erklärt.
Warum Airlines Strecken auslagern
- Kleine Flugzeuge rechnen sich auf dünnen Strecken besser als große
- Kapazität lässt sich flexibel zu- und abbestellen
- Eigene Flotte und Crews müssen nicht für jede Nische vorgehalten werden
- Der Partner bringt Spezialwissen für Turboprops oder Kurzbahnen mit
Was dabei schiefgehen kann
- Fällt der Partner aus, steht ein ganzes Teilnetz still
- Der Partner hängt wirtschaftlich stark an einem einzigen Kunden
- Für Fluggäste ist oft unklar, wer den Flug tatsächlich durchführt
- Wechselnde Betreiber bedeuten wechselnde Typen und Abläufe
Inselverkehre und Randregionen: wenn der Staat mitbestellt
Die dritte Gruppe fliegt dorthin, wo Straße und Fähre an ihre Grenzen kommen: auf Inseln, in Fjordlandschaften, in dünn besiedelte Gebiete. Viele dieser Strecken wären ohne staatliche Absicherung kaum zu halten. Die rechtliche Grundlage ist in der EU die Verordnung (EG) Nr. 1008/2008, Artikel 16 bis 18.
Ein Mitgliedstaat darf demnach für Strecken zu einem Rand- oder Entwicklungsgebiet oder für wenig frequentierte Strecken gemeinwirtschaftliche Verpflichtungen auferlegen, wenn die Verbindung für die Entwicklung der Region unverzichtbar ist. Festgelegt werden feste Standards für Kontinuität, Regelmäßigkeit, Preise oder Mindestkapazität, die eine Airline rein wirtschaftlich nicht einhalten würde. Geprüft wird dabei auch, ob andere Verkehrsmittel reichen – etwa eine Bahnverbindung mit weniger als drei Stunden Reisezeit.
Findet sich niemand, der die Strecke freiwillig nach diesen Standards fliegt, kann der Staat sie für bis zu vier Jahre exklusiv an eine Airline vergeben, für Gebiete in äußerster Randlage wie die Kanaren für bis zu fünf Jahre. Das geschieht per öffentlicher Ausschreibung, die im Amtsblatt der EU bekannt gemacht wird. Der Ausgleich darf höchstens die Nettokosten plus einen angemessenen Gewinn decken. Fällt der ausgewählte Betreiber plötzlich aus, darf der Staat im Notfall für höchstens sieben Monate eine andere Airline beauftragen.
| Airline | Region | Typische Flugzeuge | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Loganair | Schottland, Inseln und Highlands | ATR 42/72, ERJ-145, Twin Otter, Islander | Strandlandungen auf Barra, Westray–Papa Westray in rund anderthalb Minuten |
| Widerøe | Norwegen, vor allem Nord- und Westküste | Dash 8 in allen Versionen, E190-E2 | Kurzbahn-Netz mit Pisten um 800 Meter, viele Strecken im staatlichen Auftrag |
| Binter Canarias | Kanarische Inseln | ATR 72-600, E195-E2 | Inselhüpfer-Takt zwischen den Kanaren, europäischer Erstkunde der E195-E2 |
| Aurigny | Kanalinseln | ATR 72-600, Twin Otter von Partner Skybus (Alderney) | gehört der Inselregierung von Guernsey |
| Air Corsica | Korsika | ATR 72-600, A320neo/ceo | Strecken mit Gemeinwohlauftrag nach Marseille, Nizza und Paris-Orly |
| Olympic Air | griechische Inseln | ATR 42/72-600, Dash 8-100 | Regionaltochter von Aegean |
Norwegen ist kein EU-Mitglied, übernimmt die Luftverkehrsregeln aber über den Europäischen Wirtschaftsraum. Gerade dort zeigt sich, wie stark ein Land seine Regionalairline prägen kann: Zwischen 1965 und 1987 entstanden rund 30 kleine Flugplätze mit kurzen Pisten, und Widerøe fliegt heute die meisten davon – mit Dash 8, die für genau solche Bahnen gebaut sind.
Auch Deutschland hatte seine Inselspezialisten. Die historische OLT Ostfriesische Lufttransport begann 1958 mit Lufttaxi-Flügen von Emden nach Borkum, Juist, Norderney und Helgoland, wuchs bis zur Fokker 100 und endete 2013 in der Insolvenz. Die Inselflüge waren da bereits an einen anderen Betreiber übergegangen.
Den seltenen Inselflieger nicht verpassen
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Die typischen Flugzeuge der Regionalairlines
Wer Regionalairlines sammelt, sammelt automatisch eine eigene Typenwelt. Drei Gruppen dominieren den europäischen Himmel:
- Turboprops: Die ATR 72-600 und die kleinere ATR 42-600 des Herstellers ATR sind die Arbeitspferde von Binter, Emerald, Aurigny, Olympic Air oder Air Nostrum. Die Dash 8-400 und ihre kleineren Schwestern prägen Widerøe. Wie du ATR und Dash 8 auseinanderhältst, zeigt der Guide Turboprops unterscheiden.
- Regionaljets: Die E-Jets von Embraer – E175, E190, E195 und die E2-Generation wie die E195-E2 – fliegen bei KLM Cityhopper, Air France Hop, Air Dolomiti, Helvetic und Binter. Bombardier-Muster wie die CRJ900 und die CRJ1000 siehst du bei CityJet und Air Nostrum. Die Feinheiten erklären Regionaljets erkennen und Embraer E-Jets unterscheiden.
- Kleinflugzeuge: Auf Kurz- und Strandpisten fliegen Twin Otter und Islander – in Europa vor allem bei Loganair in Schottland und auf den Alderney-Strecken, die Aurigny mit Twin Otter eines Partners bedient.
Daneben gibt es Ausnahmen, die das Bild verwischen: Lufthansa City Airlines fliegt Zubringer mit A320neo und A319, Air Corsica setzt auf den großen Strecken A320 ein. „Regional“ beschreibt also eher den Auftrag als die Flugzeuggröße.
So erkennst du den Betreiber am Zaun
Weil Lackierung und Flugnummer oft zum Auftraggeber gehören, brauchst du für den echten Betreiber ein paar zusätzliche Hinweise. Die Reihenfolge ist an jedem Flughafen gleich.
1. Typ bestimmen
Eine CRJ1000 in Iberia-Farben, eine ATR in Aer-Lingus-Farben, ein Embraer in KLM-Blau: Schon der Typ grenzt den Betreiber stark ein, weil die Marken-Airline selbst diese Muster meist gar nicht fliegt.
2. Kennzeichen lesen
Das Länderpräfix verrät die Registrierung: EC- für Spanien, EI- für Irland, HB- für die Schweiz, I- für Italien, G- für Großbritannien. Passt es nicht zur Marke, fliegt vermutlich ein Partner.
3. ICAO-Code und Rufzeichen prüfen
Live-Karten und Funk zeigen oft den Code des ausführenden Betreibers, etwa ANE für Air Nostrum, obwohl auf der Anzeigetafel eine IB-Flugnummer steht. Nicht jeder Partner nutzt aber einen eigenen Code: KLM Cityhopper ist im Funk als KLM unterwegs.
4. Kleine Schriftzüge suchen
Viele Auftragsflieger tragen nahe der Tür oder am Bug einen Hinweis wie „operated by“. Mit langer Brennweite lohnt sich der Blick auf diese Details.
5. Im Logbuch sauber trennen
Trage Marke und tatsächlichen Betreiber getrennt ein. So bleibt deine Sammlung auch dann stimmig, wenn ein Partner wechselt oder verschwindet.
Wie du Live-Daten dafür nutzt, beschreibt der Guide Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter. Und wer Regionalairlines gezielt sammeln will, findet in Spotting an kleinen Regionalflughäfen Tipps für Flugplätze, an denen die Zubringer den Ton angeben.
Wo du Regionalairlines in Europa am besten siehst
- An den Drehkreuzen: In München und Frankfurt siehst du Air Dolomiti, Lufthansa City Airlines und viele ausländische Zubringer. Am Besucherhügel München kommen sie dir dicht vor die Linse. In Amsterdam ist die Polderbaan ein Klassiker für KLM Cityhopper, in Kopenhagen der Flyvergrillen für die CRJ900 in SAS-Farben.
- In Irland und Großbritannien: Am Flughafen Dublin fliegen die ATR von Emerald Airlines, an den schottischen Flughäfen wie Glasgow oder Edinburgh prägt Loganair das Bild. Der Höhepunkt ist der Strand von Barra, wo die Twin Otter auf dem Sand landet – mehr dazu im Guide Planespotting auf Barra.
- Auf Inseln und in Norwegen: Auf Gran Canaria und Teneriffa-Nord gehört Binter zum Dauerprogramm, in Bergen und Oslo Widerøe mit den Dash 8.
Ein Markt mit hoher Fluktuation
Regionalairlines arbeiten mit dünnen Margen und hängen oft an einem einzigen Auftraggeber oder an staatlichen Ausschreibungen. Entsprechend häufig verschwinden Namen. Die britische Flybe war zeitweise Europas größte Regionalairline und weltweit größter Betreiber der Dash 8 Q400, bevor sie im März 2020 aufgab; ein Neustart endete im Januar 2023. Stobart Air, OLT, Tyrolean und zuletzt Lufthansa CityLine sind weitere Beispiele. Einen größeren Überblick über Airline-Pleiten gibt der Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.
Für dein Hobby heißt das: Was heute Alltag am Zaun ist, kann in wenigen Jahren Geschichte sein. Gerade Regionalairlines mit kleinen Flotten lohnen sich deshalb früh fotografiert und sauber dokumentiert. Stand Oktober 2026 sind Flotten und Partnerschaften vieler Gesellschaften in Bewegung – prüfe vor einer gezielten Tour immer den aktuellen Flugplan.
Bist du bereit für die Regional-Sammlung?
- Ich unterscheide ATR 72 und Dash 8 auf den ersten Blick.
- Ich kenne die wichtigsten Kennzeichen-Präfixe europäischer Länder.
- Ich prüfe auf der Live-Karte den ICAO-Code des ausführenden Betreibers.
- Ich trenne im Logbuch zwischen Marke und tatsächlichem Betreiber.
- Ich weiß, welche Regionalairlines an meinem Hausflughafen fliegen.
- Ich habe mindestens eine Inselairline auf meiner Wunschliste.
Spots, Sichtungen und Community in einer App
Finde auf der Spot-Karte die besten Plätze für Zubringer und Inselflieger, setz dir Typen und Airlines auf die Wunschliste und teile deine Fotos mit der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Regionalairlines sind das Kleingedruckte des europäischen Luftverkehrs. Konzerntöchter wie KLM Cityhopper oder Air Dolomiti füttern die Drehkreuze, Auftragsflieger wie Air Nostrum, Emerald, Helvetic oder CityJet fliegen in fremden Farben, und Inselairlines wie Loganair, Widerøe oder Binter halten Regionen am Netz, die ohne Flugzeug abgehängt wären – oft abgesichert durch staatliche Ausschreibungen nach EU-Recht. Wer Typ, Kennzeichen und ICAO-Code zusammen liest, erkennt den echten Betreiber hinter jeder Lackierung.
Kurzfazit
Hinter vielen kurzen Flügen in Europa steckt nicht die Airline auf dem Ticket, sondern eine Tochter oder ein Partner. Lies am Zaun zuerst Typ und Kennzeichen, dann den ICAO-Code – und dokumentiere Regionalairlines früh, denn in diesem Markt verschwinden Namen schneller als anderswo.
Zusammenfassung
- Eine Regionalairline fliegt kleinere Flugzeuge auf kurzen Strecken, meist zwischen Regionalflughäfen und den großen Drehkreuzen oder zwischen Inseln und Festland.
- In Europa gibt es drei Spielarten: Konzerntöchter wie KLM Cityhopper, Air Dolomiti oder Lufthansa City Airlines, Auftrags- und Franchiseflieger wie Air Nostrum, Emerald Airlines, Helvetic oder CityJet sowie eigenständige Insel- und Regionalairlines wie Loganair, Widerøe, Binter oder Aurigny.
- Auf vielen Insel- und Randstrecken legt der Staat Mindeststandards für Takt, Preise und Kapazität fest. Das Exklusivrecht für eine solche Strecke darf er per Ausschreibung für bis zu vier Jahre vergeben, für Gebiete in äußerster Randlage für bis zu fünf.
- Am Zaun unterscheidest du Betreiber über Kennzeichen-Präfix, Flugzeugtyp, ICAO-Code und Rufzeichen – die Flugnummer zeigt oft nur den Auftraggeber.
Häufige Fragen
Was ist eine Regionalairline?
Eine Regionalairline betreibt Linienflüge auf kurzen Strecken mit kleineren Flugzeugen, typischerweise Turboprops wie ATR 72 oder Dash 8 und Regionaljets wie Embraer E-Jets oder Bombardier CRJ. Sie verbindet Regionalflughäfen mit Drehkreuzen, Inseln mit dem Festland oder abgelegene Orte untereinander. Viele Regionalairlines fliegen dabei nicht unter eigenem Namen, sondern für eine größere Airline.
Was ist der Unterschied zwischen Regionaltochter und Franchise-Partner?
Eine Regionaltochter gehört der großen Airline, etwa KLM Cityhopper zu KLM oder Air Dolomiti zur Lufthansa. Ein Franchise- oder Auftragspartner ist ein eigenständiges Unternehmen, das unter der Marke und meist unter den Flugnummern einer anderen Airline fliegt – zum Beispiel Air Nostrum als Iberia Regional oder Emerald Airlines als Aer Lingus Regional.
Warum steht auf meinem Ticket Lufthansa, aber ein anderer Betreiber fliegt?
Weil viele Airlines Teile ihres Netzes von Töchtern oder Partnern fliegen lassen. Verkauft wird der Flug unter der Flugnummer der Marke, durchgeführt wird er von der Gesellschaft, die das Flugzeug und die Crew stellt. Im Buchungsprozess steht das meist als „durchgeführt von“. Rechtlich ist der ausführende Betreiber für den Flugbetrieb verantwortlich.
Was bedeutet PSO bei Flugstrecken?
PSO steht für Public Service Obligation, auf Deutsch gemeinwirtschaftliche Verpflichtung. Ein EU-Staat kann für Strecken zu Rand- oder Entwicklungsgebieten oder für wenig gefragte Strecken Mindeststandards bei Takt, Preisen oder Kapazität festlegen. Findet sich keine Airline, die das ohne Hilfe fliegt, wird das Exklusivrecht ausgeschrieben, und der Staat darf die Nettokosten ausgleichen. Typische Beispiele sind Strecken in Nordnorwegen, Schottland, Irland oder nach Korsika.
Welche Flugzeuge setzen Regionalairlines in Europa ein?
Die häufigsten Turboprops sind ATR 42 und ATR 72 sowie die Dash 8 von De Havilland Canada. Bei den Regionaljets dominieren Embraer E170 bis E195 und die E2-Generation, dazu Bombardier CRJ900 und CRJ1000. Auf sehr kurzen oder unbefestigten Pisten fliegen Kleinflugzeuge wie die DHC-6 Twin Otter oder die Britten-Norman Islander.
Wie erkenne ich als Spotter, wer ein Flugzeug wirklich betreibt?
Schau zuerst aufs Kennzeichen: Ein spanisches EC- in Iberia-Farben auf einer CRJ1000 deutet auf Air Nostrum, ein irisches EI- auf einer ATR in Aer-Lingus-Farben auf Emerald. Dazu kommen der Flugzeugtyp und – sofern der Betreiber unter eigener Kennung fliegt – der ICAO-Code und das Rufzeichen auf Live-Karten oder im Funk. Die Flugnummer allein reicht nicht, weil sie meist die der Auftraggeber-Airline ist.
Gibt es noch Regionalairlines in Deutschland?
Die klassische Lufthansa CityLine hat ihren Flugbetrieb im April 2026 eingestellt, ihre Rolle als Zubringer übernimmt Lufthansa City Airlines mit Airbus-Flugzeugen ab München und Frankfurt. Daneben fliegen an deutschen Flughäfen viele ausländische Regionalairlines, etwa Air Dolomiti, KLM Cityhopper, Air France Hop oder Helvetic im Auftrag von SWISS.
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Flughäfen & Hersteller dazu
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Lufthansa Group
Die Lufthansa Group ist keine Airline, sondern ein Konzern mit einem Dutzend Flugbetrieben – von Lufthansa über SWISS und Austrian bis Eurowings und ITA Airways. Wer am Zaun nur den Kranich sucht, übersieht die halbe Gruppe.
Airline-GruppeAir France-KLM
Air France-KLM ist ein französisch-niederländischer Konzern mit zwei Netzwerk-Airlines, zwei Transavia-Betrieben und eigenen Regionaltöchtern. Wer am Zaun nur auf Blau-Weiß-Rot oder KLM-Blau achtet, verpasst die halbe Gruppe.
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