Das Wichtigste in Kürze
- OLT war eine Regionalairline aus Ostfriesland, die 1958 als Lufttaxi in Emden begann und sich zur Linien- und Charterairline mit Sitz in Bremen entwickelte.
- Codes: IATA OL, ICAO OLT, Rufzeichen „OLTRA“.
- Die Inselflüge waren die Wurzel: Mit kleinen Zweimots wie der Britten-Norman Islander verband OLT Emden mit Borkum, Juist, Norderney und Helgoland.
- 2011 kam der Bruch: Verlust des Airbus-Shuttles, Umbau, Verkauf an Amber Gold und Ausgliederung der Inselflüge an OFD.
- OLT ist Geschichte: Ende Januar 2013 stellte OLT Express Germany den Betrieb ein und meldete Insolvenz an.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | OL |
|---|---|
| ICAO-Code | OLT |
| Rufzeichen | OLTRA |
| Drehkreuze | BRE, EME |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 27. Januar 2013 eingestellt, Insolvenzantrag zwei Tage später |
| Geschäftsmodell | Regionalairline mit Inselflügen, Linienverkehr, Werksshuttle für Airbus und Charter |
| Ursprung | Ostfriesische Lufttaxi, gegründet am 1. November 1958 in Emden von Martin Dekker und Jan Janssen |
| Sitz (zuletzt) | Bremen |
| Wichtige Standorte | Emden (EME) für die Inselflüge, später Bremen (BRE) als Basis des Linienverkehrs |
| Inselziele (historisch) | u. a. Borkum, Juist, Norderney und Helgoland |
| Flotte (Januar 2013) | 15 Flugzeuge, darunter 10 Fokker 100, dazu Saab 2000 und Saab 340 |
| Frühere Typen | u. a. KZ VII, Cessna 207, Cessna 402, Cessna 404, Cessna 421, Piper Seneca, Britten-Norman Islander, Fairchild Metro, Dornier 328 |
| Nachfolger der Inselflüge | OFD Ostfriesischer-Flug-Dienst (ab 2011/2012) |
| Allianz | keine |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich OLT Ostfriesische Lufttransport?
- Historische Airline: Neue Sichtungen gibt es nicht mehr, OLT begegnet dir heute in Archiven, Fotosammlungen und Logbüchern
- Auf den Inselstrecken die Britten-Norman Islander: kleiner Hochdecker mit festem Fahrwerk, zwei Kolbenmotoren und kastenförmigem Rumpf
- Deutsche Kennzeichen mit D-I bei den kleinen Zweimots, etwa die Islander D-IOLO
- Im Linienverkehr ab Bremen zuletzt Fokker 100 sowie Turboprops vom Typ Saab 2000 und Saab 340
- Im Flugplan-Archiv OL als Flugnummer, in ADS-B- und Funkaufzeichnungen OLT bzw. das Rufzeichen „OLTRA“
- Ab Ende 2011 Auftritt als OLT Express – ein anderer Markenauftritt als die alte OLT
Wer an der ostfriesischen Küste aufgewachsen ist, kennt das Bild: ein kleiner, kantiger Hochdecker, der knatternd über das Watt Richtung Borkum zieht. Für viele war das jahrzehntelang „die OLT“. Die Ostfriesische Lufttransport begann als Lufttaxi in Emden, wuchs zur Regionalairline mit Basis in Bremen und flog zuletzt Fokker-100-Jets durch halb Europa – bevor sie 2013 als OLT Express Germany unterging. Diese Seite erzählt die Geschichte und zeigt dir, woran du OLT-Maschinen in alten Fotos und Logbüchern erkennst.
Deine Inselflieger im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ und Flughafen fest – vom Islander in Emden bis zur Fokker 100 in Bremen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
OLT im Überblick
OLT war eine deutsche Regionalairline, deren Wurzeln in Emden liegen. Am 1. November 1958 gründeten Martin Dekker und Jan Janssen dort die Ostfriesische Lufttaxi. Die Idee war schlicht: Fluggäste schnell vom Festland auf die Nordseeinseln bringen, wo Fähren an Gezeiten gebunden sind und lange brauchen. Das erste Flugzeug war eine KZ VII, ein kleiner dänischer Schulterdecker. Ende der 1960er-Jahre hatte das Unternehmen fünf Flugzeuge und schon über 13.000 Flüge absolviert.
In den 1970er-Jahren wurde aus dem Lufttaxi die Ostfriesische Lufttransport GmbH, kurz OLT. Neue Gesellschafter stiegen ein, darunter die AGIV, und mit Verbindungen von Emden nach Bremen und Hamburg begann der Linienverkehr. Später gehörte OLT zur Emder Reederei AG Ems, die auch Fähren zu den Inseln betreibt – Schiff und Flugzeug kamen also aus einer Hand.
Mit der Übernahme der Bremer Roland Air 1990 verlagerte sich der Schwerpunkt nach Bremen. Dort entstand der Linien- und Charterbetrieb, während Emden die Heimat der Inselflieger blieb. Die Airline führte also lange ein Doppelleben: kleine Kolbenmotor-Zweimots auf Strecken von wenigen Minuten und gleichzeitig Turboprops und Jets im europäischen Regionalverkehr.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code OL: stand in der Flugnummer, also in Flugplänen, Tickets und auf Anzeigetafeln.
- ICAO-Code OLT: wurde im Flugplan der Flugsicherung verwendet – derselbe Buchstabensatz wie die Kurzform des Firmennamens.
- Rufzeichen OLTRA: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Weil die Abkürzung OLT und der ICAO-Code identisch sind, ist die Zuordnung in alten Unterlagen meist einfach. Vorsicht gilt nur bei der Zeit ab Ende 2011: Unter der Marke OLT Express flogen auch polnische Schwestergesellschaften, die mit der ostfriesischen OLT wenig gemein hatten.
Alte Logbücher richtig lesen
Steht in deinen Notizen nur „OLT“ ohne Kennzeichen, lässt sich die Sichtung später kaum noch einordnen. Das deutsche Kennzeichen verrät dir dagegen sofort die Gewichtsklasse – wie das System funktioniert, erklärt der Guide zu den deutschen Luftfahrzeugkennzeichen.
Die Inselflüge: Emden, Borkum, Helgoland
Die Inselfliegerei war der Kern der OLT. Von Emden aus flog die Airline zu den ostfriesischen Inseln, darunter Borkum, Juist und Norderney, und hinaus nach Helgoland. Zeitweise war OLT auch in Bremerhaven, Heide, auf Borkum und auf Helgoland präsent.
Der Flugplatz Emden (ICAO EDWE, IATA EME) liegt rund fünf Kilometer nordöstlich der Innenstadt und ist für Flugzeuge bis 14 Tonnen zugelassen. Für Inselflieger ist das reichlich – die eigentliche Herausforderung wartet am Zielort. Auf Helgoland-Düne etwa misst die Hauptpiste nach ihrer Verlängerung nur 480 Meter, Überrollflächen gibt es dort keine. Solche Plätze verlangen Flugzeuge, die auf sehr kurzer Strecke starten und landen.
Die Britten-Norman Islander
Genau dafür ist die Britten-Norman BN-2 Islander gebaut. Der britische Hochdecker flog erstmals 1965 und wurde weit über 1.000-mal gebaut. Er hat zwei Kolbenmotoren, ein festes Bugradfahrwerk und Platz für bis zu neun Fluggäste. Große Klappen und viel Motorleistung machen ihn kurzstartfähig: Für Start und Landung über ein 15-Meter-Hindernis braucht er auf Meereshöhe nur rund 300 bis 370 Meter, notfalls auch auf unbefestigtem Untergrund.
Für die Nordseeinseln ist das ideal. Die Islander ist robust, einfach zu warten und braucht keine aufwendige Infrastruktur. Dazu kommt ein Punkt, den Spotter lieben: Sie sieht aus wie kein anderes Flugzeug. Der eckige Rumpf, die hoch angesetzten Motoren und das starre Fahrwerk machen sie auch auf größere Entfernung unverwechselbar.
Neben der Islander nutzte OLT im Lauf der Jahre weitere kleine Typen, darunter die Cessna 207, Cessna 402, Cessna 404, Cessna 421 und die Piper PA-34 Seneca. Wie du solche Kleinflugzeuge auseinanderhältst, zeigt der Guide Kleinflugzeuge erkennen.
Typisch Islander
- Hochdecker mit geradem, durchgehendem Flügel
- Festes Fahrwerk, Hauptfahrwerk unter den Motorgondeln
- Kastenförmiger Rumpf mit mehreren seitlichen Türen
- Zwei Kolbenmotoren hoch am Flügel
Typisch Cessna-Zweimot (402/404/421)
- Tiefdecker, Flügel unter dem Rumpf
- Einziehbares Fahrwerk
- Schlankerer Rumpf mit spitzer, langer Nase
Der Zwischenfall mit D-IOLO
Wie anspruchsvoll der Inselbetrieb sein kann, zeigte sich am 8. Februar 2011. Eine Islander der OLT mit dem Kennzeichen D-IOLO hatte nach dem Start auf Borkum Probleme mit dem Fahrwerk. Die Besatzung erklärte einen Notfall und landete in Emden auf einem vorbereiteten Schaumteppich. Pilot und acht Fluggäste blieben unverletzt. Das Kennzeichen zeigt nebenbei das deutsche System: Das I an zweiter Stelle steht für mehrmotorige Flugzeuge bis 5,7 Tonnen Höchstabflugmasse.
Islander auf der Wunschliste?
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Von Bremen aus: Metro, Saab und Fokker 100
Parallel zu den Inselflügen baute OLT ab den 1990er-Jahren einen Regionalbetrieb auf. 1991 kamen europäische Charterflüge hinzu. Mit der 1990 übernommenen Bremer Roland Air kamen unter anderem sieben neunzehnsitzige Fairchild Swearingen Metro hinzu, die überwiegend für OLT flogen – schlanke Turboprops mit auffällig langem, schmalem Rumpf. Später folgten Saab-Turboprops und schließlich Jets.
Ein wichtiges Standbein war der Werksverkehr für Airbus. OLT betrieb Shuttleflüge für den Hersteller zwischen dessen Standorten und schaffte dafür Fokker-100-Jets an. Eine Episode, die viele Spotter in Erinnerung haben, spielte zwischen Dezember 2005 und Oktober 2006: Auf der Strecke Bristol–Hamburg trat OLT werktags zweimal täglich gegen easyJet an – und easyJet zog sich am Ende von der Route zurück.
Zur Flotte gehörte zeitweise auch eine Dornier 328, die 2001 verloren ging. Eine Dornier Do 228 – ein in Norddeutschland verbreiteter Inselflieger – lässt sich für OLT dagegen nicht belegen; sie taucht eher bei anderen Betreibern auf. Mehr zu diesem Typ findest du auf der Seite zur Dornier Do 228.
| Typ | Einsatz bei OLT | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|
| KZ VII | Erstes Flugzeug des Lufttaxis ab 1958 | Kleiner dänischer Schulterdecker, heute Museumsstück |
| Britten-Norman Islander | Inselflüge ab Emden | Hochdecker mit festem Fahrwerk, D-I-Kennzeichen |
| Cessna 207, 402, 404, 421 | Inselflüge und Taxiflüge | Ein- und zweimotorige Kleinflugzeuge von Cessna |
| Fairchild Swearingen Metro | Regionaler Linienverkehr, sieben Exemplare | Langer, schmaler Rumpf, 19 Sitze |
| Saab 340 | Regionaler Linienverkehr, 2013 noch im Bestand | Turboprop mit kurzer Nase |
| Saab 2000 | Regionaler Linienverkehr, 2013 noch im Bestand | Gestreckte, schnelle Variante der Saab 340 |
| Fokker 100 | Airbus-Shuttle, Linie und Wet-Lease, 2013 zehn Maschinen | Jet mit Hecktriebwerken und T-Leitwerk |
Die Saab 340 und die Saab 2000 stammen von Saab, die Fokker 100 vom niederländischen Hersteller Fokker. Wie du die verschiedenen Turboprops voneinander unterscheidest, zeigt der Guide Turboprops unterscheiden.
2011 bis 2013: OLT Express und das Ende
Im August 2011 kündigte OLT einen tiefen Einschnitt an. Der Airbus-Shuttle-Auftrag war an Germania gegangen, und ohne ihn rechnete sich der bisherige Betrieb nicht mehr. Die Pläne sahen vor, den Betrieb mit Fokker und Saab im Herbst 2011 zu beenden und 100 der rund 120 Stellen abzubauen.
Sommer 2011: Umbau
Die Inselflüge ab Emden nach Helgoland und Borkum gehen an die neue, eigenständige Gesellschaft OFD Ostfriesischer-Flug-Dienst.
Spätsommer 2011: Amber Gold
Das polnische Unternehmen Amber Gold übernimmt OLT. Ab November 2011 heißt die Airline OLT Express Germany und tritt gemeinsam mit polnischen Gesellschaften als OLT Express auf.
2012: Expansion und Absturz
OLT Express Germany kauft Contact Air samt Wet-Lease für Swiss. Im Juli stellt die polnische OLT Express den Betrieb ein, Amber Gold bricht im Finanzskandal zusammen, die niederländische Panta Holdings übernimmt den deutschen Teil.
Januar 2013: Aus
Am 27. Januar 2013 stellt OLT Express Germany den Flugbetrieb ein, zwei Tage später folgt der Insolvenzantrag.
Bis zuletzt flog OLT Express Germany ein recht großes Netz. Ab Bremen ging es nach Kopenhagen, Toulouse und Zürich, ab Dresden nach Hamburg, Wien und Zürich, ab Karlsruhe/Baden-Baden nach Hamburg und Wien, ab Münster/Osnabrück nach München sowie ab Saarbrücken nach München, Hamburg und Wien. Dazu kamen Flüge im Auftrag von Swiss ab Zürich, die bis März 2013 laufen sollten.
Damit gehört OLT zu einer ganzen Reihe deutscher Regionalairlines, die in den 2000er- und 2010er-Jahren verschwunden sind – ähnlich wie Augsburg Airways, die ebenfalls 2013 aufgab. Einen Überblick über die Regionalluftfahrt in Europa liefert der Artikel Regionalairlines in Europa.
Achtung Verwechslung
„OLT Express“ war 2012 auch der Name einer polnischen Airline aus demselben Konzern. Fotos aus dieser Zeit mit polnischem SP-Kennzeichen gehören nicht zur ostfriesischen OLT. Entscheidend ist auch hier das Kennzeichen am Heck.
Woran du OLT-Flugzeuge erkennst
Weil OLT seit 2013 Geschichte ist, geht es beim Erkennen heute vor allem um alte Fotos, Dias und Logbuch-Einträge. Drei Merkmale helfen dir beim Zuordnen:
- Der Schriftzug: OLT trug den Namen am Rumpf. Ab Ende 2011 tauchte die neue Marke „OLT Express“ auf.
- Das Kennzeichen: Alle OLT-Maschinen waren in Deutschland registriert und trugen ein D-Kennzeichen. Kleine Zweimots wie die Islander tragen ein D-I, große Verkehrsflugzeuge wie die Fokker 100 ein D-A.
- Ort und Zeit: Ein Islander in Emden, auf Borkum oder Helgoland vor 2011 ist mit hoher Wahrscheinlichkeit OLT. Spätere Islander-Fotos von dort zeigen eher OFD.
Wenn du ein unscharfes Bild hast und das Kennzeichen nicht lesen kannst, hilft dir der Guide Unlesbares Kennzeichen ermitteln. Und wenn du wissen willst, wie alt eine Maschine war, als du sie fotografiert hast, schau in Flugzeugalter herausfinden.
Historische Fotos sauber archivieren
Notiere zu jedem alten Bild Datum, Ort, Typ und Kennzeichen. Bei OLT ist das besonders wichtig, weil Markenauftritt, Eigentümer und Flotte sich innerhalb weniger Jahre mehrfach änderten.
Inselflieger heute spotten
Die Inselflüge selbst gibt es weiterhin. Am Flugplatz Emden fliegt die OFD Ostfriesischer-Flug-Dienst alle ostfriesischen Inseln mit Flugplatz an – Spiekeroog hat keinen und fällt deshalb heraus. Allein nach Borkum gibt es nach Angaben des Flugplatzes bis zu sieben Verbindungen täglich. Helgoland bedient OFD zudem von Nordholz-Spieka, Heide-Büsum und Uetersen aus. Islander sind an der Küste also bis heute im Einsatz.
Daneben gibt es Inselverkehr von weiteren Küstenplätzen wie Norden-Norddeich und Harle, wo andere Betreiber fliegen. Für dich heißt das: Wer die kleinen Hochdecker fotografieren will, hat an der Nordseeküste mehrere Chancen. Die Plätze sind klein, der Verkehr überschaubar, und oft stehen die Flugzeuge nah am Zaun. Allgemeine Tipps für solche Orte findest du unter Spotting an kleinen Regionalflughäfen und General Aviation spotten.
Gute Chancen auf Inselflieger, wenn …
- Sommer oder Ferienzeit ist und viele Gäste auf die Inseln wollen
- das Wetter stabil ist und gute Sicht herrscht
- du den aktuellen Flugplan des Betreibers vorher geprüft hast
Prüf es vorher, wenn …
- tiefe Wolken oder Nebel über dem Watt liegen
- du außerhalb der Saison an die Küste fährst
Eher kein Flugtag, wenn …
- Sturm oder sehr starker Seitenwind herrschen – die kleinen Maschinen bleiben dann oft am Boden
Den Wind an der Küste solltest du immer im Blick haben. Er entscheidet, aus welcher Richtung die Maschinen landen und ob überhaupt geflogen wird. Wie du Seitenwind einschätzt, erklärt Seitenwindlandungen. Wenn du mit größeren Flugzeugen kombinieren willst, lohnt ein Abstecher an den Flughafen Bremen – von der Besucherterrasse in Bremen aus siehst du den Ort, an dem OLT einst ihren Linienbetrieb hatte.
Sicherheit und Regeln
Auch an kleinen Flugplätzen gilt: Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus, betritt keine Vorfelder und halte Abstand zu Zäunen und Sicherheitsbereichen. Drohnen sind in Flugplatznähe tabu.
Häufige Verwechslungen
- OLT mit OFD gleichsetzen – OFD übernahm 2011 die Inselflüge, ist aber eine eigene Gesellschaft. Islander-Fotos ab 2012 gehören zu OFD, nicht zu OLT.
- OLT Express Germany mit OLT Express Poland verwechseln – beide trugen dieselbe Marke, waren aber getrennte Airlines mit unterschiedlichen Kennzeichen.
- Islander mit Trislander verwechseln – die Trislander ist die dreimotorige Variante mit Motor im Leitwerk und längerem Rumpf.
- Jede Islander an der Nordsee für OLT halten – auch andere Betreiber setzen den Typ auf Inselstrecken ein.
- Fokker 100 mit Fokker 70 verwechseln – die 70 ist kürzer; OLT setzte die 100 ein.
Küstenflieger im Blick behalten
Poste deine Inselflieger-Sichtungen mit Typ, Kennzeichen und Spot, check Wind und Pisten am Flughafen und teil deine Bilder mit der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Die OLT war mehr als eine Regionalairline: Sie war über ein halbes Jahrhundert die Verbindung zwischen Ostfriesland und seinen Inseln. Aus einem Lufttaxi mit einer einzigen KZ VII wurde ein Betrieb mit Islander, Metro, Saab und Fokker 100 – und am Ende ein Opfer von Auftragsverlust und einem undurchsichtigen Investor. Die Inselflüge haben überlebt, die Marke OLT nicht. Wer alte Fotos mit OLT-Kennzeichen besitzt, hält damit ein Stück norddeutscher Luftfahrtgeschichte in der Hand.
Kurzfazit
OLT (IATA OL, ICAO OLT) war eine historische Regionalairline aus Emden und Bremen. Bekannt wurde sie durch die Inselflüge mit der Britten-Norman Islander, später flog sie Saab und Fokker 100. Anfang 2013 endete der Flugbetrieb als OLT Express Germany, die Inselflüge laufen unter OFD weiter.
Zusammenfassung
- OLT steht für zwei Welten: die Inselfliegerei mit Islander und Cessna ab Emden und den Regionalverkehr mit Metro, Saab und Fokker 100 ab Bremen.
- Die Inselflüge überlebten das Ende der Airline, weil sie 2011 an die neue Gesellschaft OFD gingen.
- Als OLT Express Germany wurde die Airline 2011 Teil eines polnischen Investoren-Konstrukts und stellte Anfang 2013 den Betrieb ein.
- Für Spotter zählt OLT heute zu den historischen Airlines: Wer Fotos mit Kennzeichen besitzt, hält echte Zeitdokumente der norddeutschen Regionalluftfahrt in der Hand.
Häufige Fragen
Gibt es die OLT heute noch?
Nein. Die Airline firmierte zuletzt als OLT Express Germany, stellte am 27. Januar 2013 den Flugbetrieb ein und beantragte zwei Tage später Insolvenz. Die Inselflüge ab Emden hatte sie bereits 2011 an die eigenständige Gesellschaft OFD Ostfriesischer-Flug-Dienst abgegeben.
Welche Codes hatte OLT?
Der IATA-Code war OL, der ICAO-Code OLT. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit dem Rufzeichen „OLTRA“. Wenn du alte Flugpläne oder Logbücher durchgehst, findest du OLT-Flüge also unter OL-Flugnummern.
Welche Flugzeuge nutzte OLT für die Inselflüge?
Für die kurzen Strecken zu den Nordseeinseln setzte OLT kleine Flugzeuge ein, darunter die Britten-Norman Islander sowie verschiedene Cessna-Typen. Die Islander ist ein Hochdecker mit festem Fahrwerk, der für kurze Pisten gebaut wurde – genau das, was Inselflugplätze verlangen.
Warum flog OLT Fokker 100?
Unter anderem für den Werksverkehr von Airbus: OLT betrieb einen Shuttle für den Flugzeughersteller und schaffte dafür Fokker 100 an. Als dieser Auftrag 2011 an Germania ging, geriet OLT in die Krise. Im Januar 2013 umfasste die Flotte von OLT Express Germany 15 Flugzeuge, darunter zehn Fokker 100, dazu Turboprops vom Typ Saab 2000 und Saab 340.
Was hatte OLT mit Amber Gold zu tun?
Das polnische Unternehmen Amber Gold kaufte OLT 2011 und bündelte sie mit polnischen Airlines unter der Marke OLT Express. Amber Gold brach 2012 in einem Finanzskandal zusammen, die polnische OLT Express stellte im Juli 2012 den Betrieb ein. Der deutsche Teil ging an die niederländische Panta Holdings, überlebte aber nur noch wenige Monate.
Wer fliegt heute von Emden auf die Inseln?
Am Flugplatz Emden fliegt heute die OFD Ostfriesischer-Flug-Dienst die ostfriesischen Inseln an – alle außer Spiekeroog, das keinen Flugplatz hat. Nach Borkum gibt es laut Flugplatz-Angaben bis zu sieben Verbindungen am Tag. Fahrpläne ändern sich saisonal, prüf vor dem Besuch die aktuellen Zeiten.
Was ist mit Norddeich?
Norden-Norddeich ist ein weiterer Ausgangspunkt für Inselflüge an der ostfriesischen Küste. Dort fliegen andere Betreiber als OLT bzw. OFD. Wenn du Islander spotten willst, lohnt sich deshalb der Blick auf mehrere Küstenflugplätze – Emden, Norddeich und Harle haben jeweils ihren eigenen Inselverkehr.
Kann ich OLT-Fotos in Planetrack sammeln?
Ja. Du postest eigene Fotos mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen und legst sie in deinem Hangar ab. So bekommen auch historische Sichtungen von Islander, Metro oder Fokker 100 in OLT-Farben einen festen Platz in deiner Sammlung.
OLT Ostfriesische Lufttransport im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Fokker 100
Zwei Tay-Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung aufklappt: Die Fokker 100 ist der größte Verkehrsjet, den Fokker je gebaut hat – und heute ein seltener Fang.
FlugzeugtypSaab 2000
Tief angesetzte Flügel, sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der für einen Turboprop ungewöhnlich lang wirkt: Der Saab 2000 war Schwedens schneller Regionalflieger. So erkennst du ihn und findest die letzten Exemplare.
FlugzeugtypSaab 340
Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
FlugzeugtypFairchild Swearingen Metro
Lang, dünn, laut und erstaunlich zäh: Die Swearingen Metro aus San Antonio war der Zubringer-Turboprop der 1970er- und 80er-Jahre und fliegt heute vor allem Fracht. So erkennst du Metro, Merlin und Expediter.
FlugzeugtypDornier 228
Langer, kantiger Rumpf, schlanker Hochdeckerflügel mit schräg abgeschnittenen Spitzen: Die Dornier 228 fliegt seit 1981 Inselstrecken, Küstenwache und Forschung. So erkennst du sie und ihre Varianten.
Weitere Airlines
Augsburg Airways
Historische Regionalairline aus Bayern (1980–2013): vom Werkflugdienst eines Papierkonzerns in Augsburg zum letzten unabhängigen Zubringer der Lufthansa in München – mit Dash 8, Q400 und Embraer 195.
FerienfliegerGermania
Historische Berliner Charter- und Ferienairline (1986–2019): hervorgegangen aus der Kölner SAT von 1978, zuletzt mit gut 30 Airbus A319, A321 und Boeing 737-700 an vielen Regionalflughäfen unterwegs – bis zur Insolvenz im Februar 2019.
RegionalLufthansa CityLine
Die frühere Regional- und Zubringertochter der Lufthansa: Wurzeln von 1958, als CityLine ab 1992 im Einsatz, mit CRJ, Avro RJ85, Embraer und sogar A340 – im April 2026 ging der Flugbetrieb zu Ende.
RegionalCape Air
Die Commuter-Airline aus Hyannis fliegt seit 1989 mit neunsitzigen Kolbenmotor-Zweimots zu Inseln und Kleinstädten – von Cape Cod über die Karibik bis nach Montana. Für Spotter ist sie eine der letzten Linien-Airlines mit Cessna 402.
NetzwerkSwiss International Air Lines
Die Schweizer Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 2002 aus Crossair und dem Erbe der Swissair entstanden, heute Teil der Lufthansa Group und Mitglied der Star Alliance.
RegionalLufthansa City Airlines
Die jüngste Airline der Lufthansa Group: Zubringerflüge ab München und Frankfurt unter der Marke „Lufthansa City“, mit A320neo, A319 und dem Airbus A220-300 als nächstem Typ.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Bremen
Klein, stadtnah und mit einem Nachbarn, um den andere Flughäfen Bremen beneiden: Direkt neben der Piste fertigt Airbus Landeklappen und rüstet Flügel aus, und die Beluga XL ist hier Stammgast. Dazu Drehkreuz-Zubringer, Türkei-Verkehr, Ryanair – und eine Besucherterrasse, zu der die Straßenbahn bis vor die Tür fährt.
HerstellerFokker
Fokker war über Jahrzehnte der große Name der niederländischen Luftfahrt: erst Jagdflugzeuge im Ersten Weltkrieg, dann die F.VII, später F27, F28, Fokker 50, 70 und 100. 1996 ging der Hersteller pleite. Hier erfährst du, wie es dazu kam, was vom Unternehmen geblieben ist und wo du Fokker-Typen heute noch vor die Linse bekommst.
HerstellerSaab
Saab aus Schweden hat zwei Gesichter: Für Airline-Spotter steht der Name für die Turboprops Saab 340 und Saab 2000, die bis heute bei Regionalairlines fliegen. Auf Airshows und Militärflugplätzen ist es der Gripen – und mit dem GlobalEye baut Saab ein fliegendes Radar auf Basis eines Businessjets.
Wo du OLT Ostfriesische Lufttransport vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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