Flughafen München

Zweitgrößter Flughafen Deutschlands und zweites Drehkreuz der Lufthansa: zwei parallele 4.000-Meter-Bahnen im Erdinger Moos, ein Terminal 2 nur für Lufthansa und Star Alliance – und mit dem Besucherpark einer der bequemsten Spotterplätze des Landes.

Auch bekannt als: Munich Airport · Flughafen München Franz Josef Strauß · Flughafen im Erdinger Moos · Flughafen München GmbH (Betreiber)

DeutschlandDeutschlandFlughäfenMUC / EDDMseit 19929 Min. Lesezeit

MUC

IATA-Code

EDDM

ICAO-Code

2 × 4.000 m

parallele Start- und Landebahnen

1992

Eröffnung im Erdinger Moos

Das Wichtigste in Kürze

  • IATA MUC, ICAO EDDM: zweitgrößter Flughafen Deutschlands, 2025 mit rund 43,4 Millionen Passagieren.
  • Zwei Bahnen, beide 4.000 Meter lang: Nordbahn 08L/26R und Südbahn 08R/26L, rund 2,3 Kilometer auseinander.
  • Zweites Drehkreuz der Lufthansa – mit den Lufthansa-A380 und einer großen A350-Flotte als Langstrecken-Highlights.
  • Terminal 2 gehört zum Teil der Lufthansa: Dort landen Lufthansa-Gruppe und Star Alliance, im Terminal 1 alle anderen.
  • Der Besucherpark ist der Einstieg: eigene S-Bahn-Station, 28 Meter hoher Hügel, rund um die Uhr geöffnet.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Struktur & Marken
  4. 4.Geschichte im Zeitraffer
  5. 5.Was du als Spotter wissen solltest
  6. 6.Stärken und Schwächen
  7. 7.Ein Flughafen, der über Nacht umzog
  8. 8.Zwei Bahnen, weit auseinander
  9. 9.Betriebsrichtung: 26 oder 08?
  10. 10.Lufthansa prägt das Bild
  11. 11.Wer sonst in München landet
  12. 12.Der Besucherpark: Spotten mit S-Bahn-Anschluss
  13. 13.Nachtruhe und Tagesrhythmus
  14. 14.Fracht, Ausbau und die dritte Bahn
  15. 15.München im Vergleich
  16. 16.Fazit
  17. 17.Häufige Fragen

Steckbrief

IATA-CodeMUC
ICAO-CodeEDDM
BetreiberFlughafen München GmbH – Gesellschafter sind der Freistaat Bayern (51 %), der Bund (26 %) und die Stadt München (23 %)
LageIm Erdinger Moos, rund 28,5 km nordöstlich der Münchner Innenstadt, zwischen Freising und Erding
Start- und LandebahnenZwei parallele Bahnen in Ost-West-Richtung: Nordbahn 08L/26R und Südbahn 08R/26L, je 4.000 m lang und 60 m breit, rund 2.300 m voneinander entfernt
PassagierterminalsTerminal 1 (Module A bis E, seit April 2026 mit Pier für Non-Schengen-Verkehr) und Terminal 2 mit Satellitengebäude
Terminal 2Gemeinsam getragen von Flughafen München GmbH (60 %) und Lufthansa (40 %); Heimat von Lufthansa und Star-Alliance-Partnern
Wichtigster NutzerLufthansa – zweites Drehkreuz neben Frankfurt, Heimatbasis der Lufthansa-A380
Verkehr 2025Rund 43,4 Mio. Passagiere, gut 337.000 Starts und Landungen, rund 340.000 t Luftfracht
NachtflugZwischen 22 und 6 Uhr stark eingeschränkt, in der Kernzeit von 0 bis 5 Uhr nur Flüge im öffentlichen Interesse
Eröffnung17. Mai 1992 – in der Nacht zuvor zog der Betrieb vom alten Flughafen München-Riem um
Für Spotter relevantBesucherpark mit eigenem S-Bahn-Halt und 28 m hohem Besucherhügel zwischen den beiden Bahnen
Offizielle Websitewww.munich-airport.de

Tätigkeitsfelder

Passagierverkehr – Umsteigedrehkreuz der Lufthansa und Star Alliance in Terminal 2, Punkt-zu-Punkt- und Ferienverkehr in Terminal 1
Luftfracht – eigenes Frachtzentrum westlich der Terminals, dazu Fracht im Bauch der Langstreckenflugzeuge und reine Frachter
Infrastruktur und Bodenverkehrsdienste – Betrieb von Bahnen, Vorfeldern und Terminals durch die Flughafen München GmbH
Immobilien und Gewerbe – Munich Airport Center und weitere Flächen auf dem Flughafengelände
Besucherangebote – Besucherpark mit Besucherhügel, Ausstellung, historischen Flugzeugen und Spielplatz

Struktur & Marken

Terminal 2 Gesellschaft – Gemeinschaftsunternehmen mit Lufthansa (60 % Flughafen, 40 % Lufthansa)

Geschichte im Zeitraffer

1969Das bayerische Kabinett beschließt, den neuen Großflughafen im Erdinger Moos zu planen. Andere Standorte wie Hofolding und Sulzemoos sind damit aus dem Rennen.
1979Der Planfeststellungsbeschluss erlaubt zunächst drei Bahnen. Eine spätere Änderung reduziert das Projekt auf die zwei Bahnen, die es heute gibt.
1980–1985Baubeginn im November 1980, ab April 1981 ein gerichtlicher Baustopp – erst im Mai 1985 geht es weiter.
1992In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai zieht der komplette Betrieb von München-Riem ins Erdinger Moos um. Am 17. Mai startet der neue Flughafen.
1995Lufthansa stationiert erstmals Langstreckenflugzeuge in München – der Anfang des zweiten Drehkreuzes neben Frankfurt.
2003Am 27. Juni öffnet Terminal 2, gebaut und betrieben gemeinsam mit Lufthansa.
2012Ein Bürgerentscheid in der Stadt München stoppt die Pläne für eine dritte Start- und Landebahn vorerst, obwohl die Planfeststellung bereits 2011 erteilt worden war.
2016Am 26. April geht der Satellit von Terminal 2 in Betrieb, angebunden über eine fahrerlose Bahn unter dem Vorfeld.
2018Lufthansa verlegt einen Teil ihrer A380-Flotte von Frankfurt nach München. Nach der Reaktivierung der Superjumbos ist München ihre Heimatbasis.
2026Im März begrüßt der Flughafen seinen milliardsten Passagier seit 1992; im selben Monat vereinbaren Flughafen und Lufthansa, ihre Partnerschaft bis 2056 zu verlängern und einen Ausbau des Satelliten von Terminal 2 zu planen. Im April geht der Pier am Terminal 1 für Non-Schengen-Flüge in Betrieb.

Flughafen München aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flughafen München

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Die Betriebsrichtung vor dem Besuch geprüft – bei Westwind wird Richtung Westen (26) gestartet und gelandet, bei Ostwind Richtung Osten (08)
  • Einen Lufthansa-Airbus A380 am Heimatflughafen gesehen
  • Einen Lufthansa-Airbus A350-900 erwischt – München ist die wichtigste A350-Basis der Lufthansa
  • Starts und Landungen auf beiden Bahnen notiert – Nord- und Südbahn liefern unterschiedliche Motive
  • Einen Regionaljet der Lufthansa-Gruppe fotografiert, etwa eine Embraer E190 oder E195
  • Einen Star-Alliance-Partner von außerhalb Europas am Terminal 2 erwischt
  • Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert, nicht nur Airline und Typ

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Besucherpark mit eigenem S-Bahn-Halt – Anreise ohne Auto problemlos
  • Erhöhter Standpunkt auf dem Besucherhügel zwischen beiden Bahnen
  • Lufthansa-Langstrecke mit A380 und A350 in hoher Dichte
  • Viele Star-Alliance-Partner aus Europa, Asien und Nordamerika
  • Zwei weit getrennte Parallelbahnen – du siehst Starts und Landungen oft gleichzeitig

Wo es hakt

  • Für formatfüllende Bilder von den Bahnen brauchst du ein Teleobjektiv
  • Im Winter häufig Nebel und Hochnebel im Erdinger Moos
  • Strenge Nachtflugregeln: Nach 22 Uhr wird es schnell ruhig
  • Weitläufiges Gelände – ohne Blick auf die Betriebsrichtung stehst du schnell am falschen Ende
  • Die historischen Flugzeuge im Besucherpark sind derzeit wegen Renovierung gesperrt

Frankfurt ist größer, München ist bequemer. Am zweiten Drehkreuz der Lufthansa sitzt der Spotterplatz mitten auf dem Gelände, hat eine eigene S-Bahn-Station und blickt auf zwei Bahnen, über die vom Regionaljet bis zum Airbus A380 alles rollt, was die Lufthansa-Gruppe zu bieten hat. Wer einmal versteht, wie die beiden Pisten und die Betriebsrichtung zusammenspielen, holt aus einem halben Tag im Erdinger Moos mehr heraus als an vielen anderen Flughäfen aus einem ganzen.

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Ein Flughafen, der über Nacht umzog

Der heutige Flughafen ist vergleichsweise jung. Bis Mai 1992 landete der Münchner Luftverkehr in Riem im Osten der Stadt – eingezwängt zwischen Wohngebieten und ohne Platz zum Wachsen. Schon Ende der 1960er-Jahre fiel deshalb die Entscheidung für einen Neubau im Erdinger Moos, einer flachen, dünn besiedelten Niederung nordöstlich der Stadt. Bis dorthin war es ein langer Weg: Klagen, ein Baustopp über mehrere Jahre und eine Verkleinerung von ursprünglich vier geplanten Bahnen auf zwei.

Bemerkenswert ist der Umzug selbst. In einer einzigen Nacht wurde der gesamte Betrieb von Riem ins Erdinger Moos verlegt; am 17. Mai 1992 nahm der neue Flughafen den Verkehr auf. Benannt ist er nach dem früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß – im Alltag spricht trotzdem fast jeder einfach von „MUC“.

43,4 Mio.Passagiere im Jahr 2025
337.000+Starts und Landungen 2025
4.000 mLänge jeder der beiden Bahnen
28 mHöhe des Besucherhügels

Zwei Bahnen, weit auseinander

Das Layout ist für Spotter angenehm übersichtlich. Beide Start- und Landebahnen verlaufen parallel in Ost-West-Richtung, sind jeweils 4.000 Meter lang und liegen rund 2,3 Kilometer voneinander entfernt. Dieser große Abstand erlaubt es, beide Bahnen unabhängig voneinander zu betreiben – häufig wird auf der einen gestartet, während auf der anderen gelandet wird. Zwischen den Bahnen liegen die Terminals, die Vorfelder und, im Westteil, der Besucherpark.

Bahn Bezeichnung Lage Was du dort typischerweise siehst
Nordbahn 08L/26R nördlich der Terminals Starts und Landungen, je nach Verteilung der Flugsicherung
Südbahn 08R/26L südlich der Terminals, nahe dem Frachtzentrum Starts und Landungen, dazu Bewegungen rund um die Fracht
Vorfeld West – zwischen Besucherpark und Terminals rollende Maschinen und abgestellte Flugzeuge
Satellit T2 – östlich des Terminals 2 Lufthansa-Langstrecke an den Positionen

Welche Bahn gerade wofür genutzt wird, ist nicht in Stein gemeißelt. Die Verteilung hängt vom Verkehrsaufkommen, von der Tageszeit und von Vorgaben der Flugsicherung ab. Prüf deshalb live in einer Flugverfolgung, wo gerade gestartet und wo gelandet wird – wie das funktioniert, erklärt der Beitrag zur Flugverfolgung mit ADS-B.

Betriebsrichtung: 26 oder 08?

Flugzeuge starten und landen gegen den Wind. Weht er aus Westen, laufen alle Bewegungen in Richtung 26 – die Maschinen landen von Osten kommend und starten nach Westen. Bei Ostwind dreht sich das Bild, dann gilt Betriebsrichtung 08. Für dich heißt das: Je nach Wetterlage kommen die Landungen von der einen oder von der anderen Seite des Flughafens, und Anflugfotos am Bahnende funktionieren nur an dem Ende, auf das die Flugzeuge gerade zufliegen.

Der Besucherhügel nimmt dir diese Entscheidung zum Teil ab, weil er zwischen den Bahnen liegt und du von dort aus in beiden Betriebsrichtungen Verkehr siehst. Spannend wird die Frage, sobald du an die Bahnenden oder an den Zaun willst. Die Grundlagen, wie du Betriebsrichtung und Wind vor dem Losfahren einschätzt, findest du im Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.

Licht und Bahn zusammen denken

Die Bahnen liegen in Ost-West-Richtung, die Sonne steht mittags im Süden. Blickst du nach Norden, hast du die Sonne tagsüber im Rücken; Richtung Süden fotografierst du um die Mittagszeit gegen das Licht. Morgens und abends wird es auf beiden Seiten seitlich. Mit dem Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot planst du das vorher.

Lufthansa prägt das Bild

München ist das zweite große Drehkreuz der Lufthansa – und für Langstreckenfans in mancher Hinsicht das interessantere. Nach der Reaktivierung ihrer Superjumbos hat die Airline die verbliebenen Airbus A380 hier stationiert. Dazu kommt eine große Flotte des Airbus A350-900, die in München ihre wichtigste Basis hat. Auf der Kurz- und Mittelstrecke dominieren Muster der A320-Familie wie der A320neo, ergänzt durch Regionaljets von Konzerngesellschaften wie Air Dolomiti – etwa aus der Familie der Embraer E190.

Organisatorisch ist das Drehkreuz eng mit der Airline verbunden. Terminal 2 wurde gemeinsam mit Lufthansa gebaut und wird bis heute von einer gemeinsamen Gesellschaft betrieben, an der die Airline 40 Prozent hält. Im März 2026 haben Flughafen und Lufthansa Group vereinbart, ihre Partnerschaft bis 2056 fortzuführen und eine Erweiterung des Satellitengebäudes nach Osten zu planen; eröffnen soll sie laut Lufthansa 2035.

A380 und A350 im Blick behalten

Mit Planetrack setzt du Typen und Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars und wirst bei Anflug benachrichtigt. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Wer sonst in München landet

Weil Terminal 2 der Lufthansa-Gruppe und der Star Alliance vorbehalten ist, siehst du dort neben Lufthansa auch Partner wie Swiss und Austrian Airlines sowie Star-Alliance-Gesellschaften aus Asien und Nordamerika. Im Terminal 1 fertigen alle übrigen Airlines ab – darunter Condor, seit 2019 Eurowings und Golf-Carrier wie Emirates.

Laut Flughafen flogen 2025 regelmäßig 96 Fluggesellschaften nach München, darunter fünf reine Frachtairlines. Die Langstrecke wuchs dabei deutlich stärker als der Europaverkehr. Für dich bedeutet das: Neben der Lufthansa-Flotte tauchen immer wieder Großraumflugzeuge fremder Airlines auf, die du an kleineren Flughäfen nie zu sehen bekommst.

Terminal Hauptnutzer Typisches Flugzeugbild
Terminal 2 und Satellit Lufthansa-Gruppe, Star-Alliance-Partner A380, A350, A320-Familie, Regionaljets
Terminal 1 (Module A–E) Airlines außerhalb der Star Alliance, Ferienflieger Schmalrumpfjets, Großraumflugzeuge von Golf- und Überseeairlines
Terminal 1 Pier (seit 2026) Non-Schengen-Flüge aus Terminal 1 Internationale Verbindungen außerhalb des Schengen-Raums
Frachtzentrum Frachtairlines, Beiladefracht Frachter und Großraumflugzeuge an den Frachtpositionen

Der Besucherpark: Spotten mit S-Bahn-Anschluss

Kaum ein großer Flughafen macht es Besuchern so leicht wie München. Der Besucherpark liegt im Westteil des Geländes zwischen den beiden Bahnen und hat mit der Station Besucherpark einen eigenen Halt der S-Bahn-Linien S1 und S8 – eine Station vor dem Terminal. Laut Flughafen ist der Park ganzjährig rund um die Uhr geöffnet und kostenlos; nur der 28 Meter hohe Besucherhügel kostet einen Euro Eintritt, zahlbar in bar.

Vom Hügel aus blickst du über das westliche Vorfeld und auf beide Bahnen. Für Übersichtsbilder und rollende Maschinen reicht ein mittleres Tele, für formatfüllende Starts und Landungen brauchst du deutlich mehr Brennweite. Zum Park gehören außerdem eine kostenlose Ausstellung über den Flughafenbetrieb, ein Restaurant und ein Spielplatz. Die drei historischen Flugzeuge – eine Lockheed Super Constellation, eine Douglas DC-3 und eine Junkers Ju 52 – sind laut Flughafen derzeit wegen Renovierung nicht zugänglich.

Was du am Hügel konkret siehst, welche Brennweite sich lohnt und wie das Licht im Tagesverlauf wandert, steht ausführlich im Spot-Guide zum Besucherhügel am Flughafen München.

Wind und Betriebsrichtung prüfen

Westwind heißt Richtung 26, Ostwind Richtung 08. Daraus ergibt sich, von welcher Seite die Landungen kommen.

Langstrecken-Ankünfte heraussuchen

A380 und andere Großraumflugzeuge landen zu festen Zeiten. Ein Blick in die Ankunftstafel spart dir stundenlanges Warten.

Anreise mit der S-Bahn planen

S1 oder S8 bis Besucherpark. Bei Bauarbeiten fährt teils Ersatzverkehr – kurz vorher die aktuelle Lage prüfen.

Bargeld einstecken

Der Eintritt für den Besucherhügel wird laut Flughafen nur bar bezahlt. Kleingeld vergisst man leicht.

Kennzeichen mitschreiben

Bei vielen gleichen A320-Jets ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen später sauber auseinanderzuhalten.

Zaun bleibt Zaun

Rund um den Flughafen gibt es Wege und Wiesen, die nah an die Bahnen heranführen. Absperrungen, Sicherheitsbereiche und Hinweise des Flughafens gelten trotzdem ausnahmslos – auch für Leitern, Drohnen und lange Stative am Zaun. Was erlaubt ist und wo die Grenzen liegen, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen.

Nachtruhe und Tagesrhythmus

München hat eine strenge Nachtflugregelung. Zwischen 22 und 6 Uhr ist der Betrieb stark eingeschränkt, in der Kernzeit von Mitternacht bis 5 Uhr sind nur Flüge im öffentlichen Interesse zulässig, etwa Rettungseinsätze. In den Randstunden dürfen nur bestimmte, besonders leise Flugzeuge und ein begrenztes Kontingent an planmäßigen Flügen starten und landen.

Für deine Planung bedeutet das: Die interessanten Wellen liegen tagsüber, wenn die Umsteigeverbindungen des Drehkreuzes zusammenlaufen. Wann genau die Langstreckenflüge kommen und gehen, ändert sich mit jedem Flugplan – ein Blick in die Ankunfts- und Abflugtafeln zeigt dir die Spitzen des Tages. Nachtaufnahmen mit Langzeitbelichtung am Hügel sind möglich, liefern aber nach 22 Uhr kaum noch Verkehr.

Fracht, Ausbau und die dritte Bahn

Westlich der Terminals, nahe der Südbahn, liegt das Frachtzentrum mit eigenen Abstellpositionen. 2025 schlug der Flughafen laut eigener Bilanz rund 340.000 Tonnen Luftfracht um – ein großer Teil davon fliegt im Bauch der Passagierflugzeuge mit, hinzu kommen reine Frachter einiger Airlines.

Seit Jahren wird über eine dritte Start- und Landebahn diskutiert. Sie ist rechtlich genehmigt, ein Bürgerentscheid in der Stadt München hat das Projekt 2012 aber vorerst gestoppt; seitdem liegt es auf Eis. Statt der Bahn wuchs der Flughafen an den Terminals: 2016 kam der Satellit von Terminal 2, im April 2026 der Pier am Terminal 1 für Non-Schengen-Flüge. Als nächster Schritt steht der weitere Ausbau von Terminal 2 auf der Agenda.

München passt zu dir, wenn …

  • du A380 und A350 in hoher Dichte sehen willst
  • du ohne Auto anreist und einen festen, legalen Standpunkt suchst
  • du als Einsteiger einen übersichtlichen Flughafen bevorzugst

Bedingt geeignet, wenn …

  • du formatfüllende Bilder ohne langes Teleobjektiv möchtest
  • du nur im Winter Zeit hast und Nebel nicht riskieren willst

Eher woanders, wenn …

  • du nachts Verkehr fotografieren willst
  • du vor allem Low-Cost- und Ferienflieger in großer Zahl suchst

München im Vergleich

Im deutschsprachigen Raum ist München nach dem Flughafen Frankfurt das zweite große Drehkreuz. Frankfurt hat mehr Bahnen, mehr Fracht und mehr fremde Langstrecke – dafür ist München kompakter und mit dem Besucherpark einfacher zu erschließen. Der Flughafen Zürich ist das Drehkreuz der Lufthansa-Tochter Swiss und lohnt sich als Ergänzung, wenn du die Konzernflotten vergleichen willst.

Wer nach dem Spotten noch Luftfahrtgeschichte sehen möchte, hat es nicht weit: Die Flugwerft Schleißheim liegt in Oberschleißheim nördlich von München und zeigt als Außenstelle des Deutschen Museums historische Flugzeuge auf einem traditionsreichen Flugplatzgelände. Für die erste Tour hilft dir außerdem die Ausrüstungs-Checkliste und der Beitrag Planespotting für Einsteiger.

Jeder Besuch am Hügel zählt

Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte, Sonnenstand-Planer und Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Fazit

Der Flughafen München ist das, was Frankfurt für viele Einsteiger nicht ist: übersichtlich, gut erreichbar und mit einem festen, legalen Standpunkt mitten auf dem Gelände. Zwei lange Parallelbahnen, ein Lufthansa-Drehkreuz mit A380 und A350 und eine Reihe von Star-Alliance-Partnern sorgen dafür, dass es selten langweilig wird.

Den Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Tag machen dieselben Dinge wie überall: Betriebsrichtung, Licht und ein Blick in die Ankunftstafel. Wer das vorher klärt, steht im Erdinger Moos zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Kurzfazit

MUC ist Deutschlands zweites Drehkreuz und Heimat der Lufthansa-A380. Mit Besucherpark und S-Bahn-Halt ist es einer der einsteigerfreundlichsten Großflughäfen – plane nach Betriebsrichtung und Licht, dann passt der Rest.

Zusammenfassung

  • München ist neben Frankfurt das zweite große Drehkreuz Deutschlands – kleiner, aufgeräumter und für Spotter deutlich leichter zu erschließen.
  • Mit zwei weit getrennten Parallelbahnen und einem Besucherpark in der Mitte des Geländes siehst du von einem Punkt aus viel Verkehr.
  • Lufthansa prägt das Bild: A380, A350 und A320-Familie am Terminal 2, dazu Partner aus der Star Alliance.
  • Wie in Frankfurt entscheidet die Betriebsrichtung, welche Seite das bessere Licht und die besseren Motive bietet.

Häufige Fragen

Was sind die Codes des Flughafens München?

Der IATA-Code ist MUC, der ICAO-Code EDDM. MUC steht auf Gepäckanhängern und Flugplänen, EDDM nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.

Wie viele Start- und Landebahnen hat der Flughafen München?

Zwei: die Nordbahn 08L/26R und die Südbahn 08R/26L. Beide sind 4.000 Meter lang, 60 Meter breit und liegen rund 2.300 Meter auseinander, sodass sie unabhängig voneinander betrieben werden können. Eine dritte Bahn ist zwar planfestgestellt, wurde aber nach einem Bürgerentscheid 2012 nicht gebaut.

Wer betreibt den Flughafen München?

Die Flughafen München GmbH. Ihre Gesellschafter sind der Freistaat Bayern mit 51 Prozent, der Bund mit 26 Prozent und die Stadt München mit 23 Prozent. Terminal 2 betreibt eine gemeinsame Gesellschaft mit der Lufthansa.

Wie komme ich zum Besucherpark?

Mit der S-Bahn-Linie S1 oder S8 bis zur Station Besucherpark, eine Station vor dem Terminal. Von dort sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Bei Bauarbeiten fährt teils Ersatzverkehr – prüf die aktuelle Lage vorher. Alle Details zum Standort stehen im Spot-Guide zum Besucherhügel.

Kostet der Besucherhügel Eintritt?

Der Besucherpark selbst ist frei zugänglich. Für den Besucherhügel verlangt der Flughafen laut eigener Website einen kleinen Eintritt von 1 Euro pro Person, nur in bar. Für Kinderwagen und Rollstühle ist der Hügel nicht zugänglich. Preise können sich ändern – prüf sie vor dem Besuch.

Fliegt der Airbus A380 noch nach München?

Ja. Lufthansa hat ihre verbliebenen A380 nach der Reaktivierung in München stationiert. Welche Ziele sie gerade bedienen, ändert sich mit dem Flugplan – schau vor dem Besuch in die Abflug- und Ankunftstafeln oder in eine Flugverfolgung.

Wann ist in München Nachtruhe?

Zwischen 22 und 6 Uhr ist der Flugbetrieb stark eingeschränkt. In der Kernzeit von 0 bis 5 Uhr sind nur Flüge im öffentlichen Interesse erlaubt, etwa Rettungs- oder Polizeieinsätze. In den Randstunden sind nur bestimmte, besonders leise Muster und ein begrenztes Kontingent zugelassen.

Welche Airlines nutzen Terminal 1 und welche Terminal 2?

Terminal 2 ist der Lufthansa-Gruppe und ihren Star-Alliance-Partnern vorbehalten. Im Terminal 1 fertigen alle anderen ab, darunter Condor und seit 2019 auch Eurowings. Für dich als Spotter spielt das vor allem eine Rolle, wenn du von den Terminals aus fotografieren willst.

Sichtungen rund um Flughafen München sammeln

Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

Typische Flugzeuge

Spotting-Spots rund um Flughafen München

Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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