Das Wichtigste in Kürze
- Flybe ist eine historische britische Regionalairline: 1979 als Jersey European gegründet, ab 2002 als Flybe unterwegs, Sitz in Exeter.
- Codes: IATA BE, ICAO BEE, Rufzeichen „JERSEY“ – auch beim Neustart 2022 unverändert.
- Q400-Weltrekordler: Flybe war zeitweise der größte Betreiber der Dash 8 Q400 und setzte insgesamt 81 Exemplare ein.
- Erstkunde der Embraer 195: 2005 bestellte Flybe 14 Maschinen, die erste kam im September 2006.
- Zwei Pleiten: Am 5. März 2020 brach die alte Flybe zusammen, die neu gestartete Flybe aus Birmingham folgte am 28. Januar 2023.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | BE |
|---|---|
| ICAO-Code | BEE |
| Rufzeichen | JERSEY |
| Drehkreuze | EXT, BHX, MAN |
| Status | Historisch – erste Gesellschaft am 5. März 2020 insolvent, Neustart ab April 2022, endgültiges Aus am 28. Januar 2023 |
| Geschäftsmodell | Regionalairline mit Inlandsflügen in Großbritannien und Strecken nach Irland und Kontinentaleuropa |
| Gegründet | 1. November 1979 als Jersey European Airways, seit 2002 unter dem Namen Flybe |
| Sitz | Exeter (bis 2020), danach Birmingham (2022–2023) |
| Eigentümer | Walker Steel Group bzw. Familie Walker, ab 2010 börsennotiert, ab 2019 Connect Airways; der Neustart gehörte zu Thyme Opco im Umfeld von Cyrus Capital |
| Wichtigste Basen | Exeter (EXT), Birmingham (BHX) und Manchester (MAN), dazu viele Regionalflughäfen |
| Prägende Typen | De Havilland Canada Dash 8 Q400, Embraer 175 und 195, früher BAe 146, Dash 8-300 und ERJ 145 |
| Flotte beim ersten Aus (März 2020) | 63 Flugzeuge: 54 Dash 8 Q400 und 9 Embraer 175 |
| Passagiere | Rund 9,5 Millionen im Geschäftsjahr bis März 2018 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Flybe?
- Fast immer eine Dash 8 Q400: Hochdecker mit T-Leitwerk und sechsblättrigen Propellern
- Schriftzug „flybe“ in Kleinbuchstaben und viel Lila in der Bemalung der späteren Jahre
- Britische Kennzeichen mit G-, einige Q400 mit der Folge G-JE… als Erinnerung an Jersey European
- Auf Jet-Strecken Embraer 175 oder 195, in den 2000ern auch BAe 146 und ERJ 145
- Rufzeichen im Funk: „JERSEY“, nicht „FLYBE“
- Fotos stammen meist von britischen Regionalflughäfen wie Exeter, Southampton, Birmingham, Manchester oder Belfast City
Wer in den 2000er- und 2010er-Jahren an einem britischen Regionalflughafen stand, kam an Flybe kaum vorbei: Die lila Dash 8 Q400 war von Exeter bis Inverness, von Belfast bis Southampton ein Dauergast. Flybe verband kleine Städte miteinander, die sonst kaum Flüge hatten – und war damit für viele Spotter die Airline der Heimat. Zweimal ging die Marke unter, 2020 und noch einmal 2023. Hier liest du, wie aus einer Kanalinsel-Airline Europas größte Regionalairline wurde, welche Typen sie flog und woran du sie auf Fotos erkennst.
Historische Airline
Flybe fliegt nicht mehr. Die Angaben beziehen sich auf die erste Gesellschaft (1979–2020) und auf den Neustart (2022–2023). Flottenzahlen schwanken je nach Quelle und Stichtag – nimm sie als Orientierung.
Flybe im Überblick
Flybe war eine britische Regionalairline mit Sitz in Exeter im Südwesten Englands. Ihre Wurzeln liegen auf der Kanalinsel Jersey: Am 1. November 1979 entstand dort Jersey European Airways, als die Passagiersparten von Intra Airways und Express Air Services zusammengelegt wurden. 1983 übernahm die Walker Steel Group von Jack Walker das Unternehmen, 1985 wanderte der Hauptsitz nach Exeter.
Aus Jersey European wurde im Jahr 2000 British European und am 18. Juli 2002 schließlich Flybe. Das Modell blieb im Kern gleich: Punkt-zu-Punkt-Flüge zwischen britischen Regionalflughäfen, dazu Verbindungen nach Irland, Frankreich, in die Niederlande und nach Deutschland. Statt großer Drehkreuze bediente Flybe viele kleinere Airports – und wurde damit zu einer der wichtigsten Airlines im britischen Inlandsverkehr. Im Januar 2020 entfielen auf Flybe rund 36 Prozent aller Inlandsflüge im Vereinigten Königreich. Wie solche Airlines in Europa insgesamt aufgestellt sind, erklärt der Artikel Regionalairlines in Europa.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code BE: stand in Flugnummern, auf Bordkarten und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code BEE: stand im Flugplan der Flugsicherung und auf Trackern.
- Rufzeichen JERSEY: So meldeten sich die Crews im Funk.
Das Rufzeichen ist eine schöne Spur in die Geschichte: Obwohl die Airline seit 2002 Flybe hieß, blieb es bei „JERSEY“ – ein Überbleibsel von Jersey European. Auch die neu gestartete Flybe übernahm 2022 die alten Codes. Wie die beiden Code-Systeme aufgebaut sind, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes, weitere ungewöhnliche Funknamen findest du unter Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte.
Jede Q400 einzeln im Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – und siehst in deinem Hangar, welche Turboprops dir noch fehlen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Geschichte in Etappen
1979–1999: Jersey European
Start mit alten Douglas DC-3 von Intra Airways. 1985 Umzug des Sitzes nach Exeter, 1991 erste London-Strecke von Guernsey nach Gatwick, 1993 der erste Jet vom Typ BAe 146.
2000–2006: Neuer Name, neue Flotte
2000 Umbenennung in British European, 2002 in Flybe. Die Dash 8 Q400 wird zum Arbeitspferd, 2005 bestellt Flybe als Erstkunde die Embraer 195.
2007: Übernahme von BA Connect
Flybe übernimmt die Regionalsparte von British Airways und wird zur größten Regionalairline Europas.
2010–2018: Börse, Expansion, Verluste
Börsengang im Dezember 2010, Bestellung der Embraer 175, Ausflug nach Finnland, London City ab 2014, Basis in Düsseldorf ab 2017 – aber auch wiederholte Verluste.
2019–2020: Connect Airways und das Aus
Ein Konsortium mit Virgin Atlantic übernimmt Flybe. Am 5. März 2020 folgt die Insolvenzverwaltung.
2022–2023: Kurzer Neustart
Eine neue Flybe fliegt ab dem 13. April 2022 von Birmingham und Belfast City – bis zum 28. Januar 2023.
Von der Kanalinsel nach Exeter
Die ersten Jahre waren bescheiden: Jersey European startete mit Douglas DC-3 aus dem Bestand von Intra Airways, später kamen Turboprops wie Fokker F27, Shorts 330 und 360 dazu. Unter Jack Walker wuchs die Airline langsam. 1985 beförderte sie rund 160.000 Fluggäste, 1990 waren es bereits etwa 460.000. Mit der Strecke von Guernsey nach London-Gatwick erreichte Jersey European 1991 erstmals die Hauptstadt.
1993 kam mit der BAe 146 der erste Jet in die Flotte, im selben Jahr führte die Airline auf einigen Maschinen eine Business Class ein. Ab 1997 flog die Airline außerdem im Franchise für Air France von London-Heathrow nach Toulouse und Lyon.
Die Übernahme von BA Connect
Den größten Sprung machte Flybe 2007. Am 3. November 2006 kündigte British Airways an, ihre Regionaltochter BA Connect an Flybe abzugeben, am 25. März 2007 wechselte der Betrieb. Flybe bekam damit unter anderem 28 Embraer ERJ 145, sechs Dash 8-300 und mehrere BAe 146 sowie ein dichtes Netz ab Birmingham, Manchester und Southampton. British Airways erhielt im Gegenzug eine Beteiligung von 15 Prozent. Die Strecken ab London City mit den Avro RJ100 blieben bei BA und gingen an BA CityFlyer. Nach dem Deal galt Flybe als größte Regionalairline Europas.
Börse, Finnland und Franchise
Am 10. Dezember 2010 ging die Flybe Group an die Londoner Börse. Im selben Jahr bestellte Flybe 35 Embraer 175 mit umfangreichen Optionen. 2011 übernahm Flybe gemeinsam mit Finnair die finnische Finncomm Airlines und machte daraus Flybe Nordic. Der Ausflug hielt nicht lange: 2014 verkaufte Flybe ihren Anteil für einen symbolischen Euro, die Airline lebt heute als Norra weiter.
Wichtig für das Netz waren Franchise-Partner, die unter Flybe-Flugnummern flogen. Von 2008 bis 2017 war das die schottische Loganair, ab September 2017 Eastern Airways. Schon ab 2014 flog außerdem die irische Stobart Air für Flybe, zunächst ab Southend, ab 2016 kam die Kanalinsel-Airline Blue Islands hinzu. Was Codeshare und Franchise unterscheidet, erklärt der Artikel Codeshare-Flüge.
Die Flotte: Q400 und Embraer
Flybe hatte über die Jahre eine bunte Flotte. Prägend für die späteren Jahre waren aber zwei Familien: die Turboprops von De Havilland Canada und die E-Jets von Embraer.
| Typ | Sitze | Zeitraum | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Dash 8 Q400 | 78 | 2002–2020, 2022–2023 | Das Markenzeichen, 81 Exemplare insgesamt |
| Embraer 175 | 88 | 2011–2020 | Elf Maschinen, neun beim ersten Aus |
| Embraer 195 | – | 2006–2020 | Flybe war Erstkunde, 14 Exemplare |
| Embraer ERJ 145 | – | ab 2007 | Aus dem Bestand von BA Connect |
| BAe 146-100/-200/-300 | – | bis 2008 | Der erste Jet der Airline |
| Dash 8-200 und -300 | – | 2002–2008 | Ältere Dash-8-Generation |
| Saab 340B und Saab 2000 | – | 2008–2017 | Kleinere Turboprop-Gruppe |
| ATR 72-500 und -600 | – | 2014–2020 | Kleinere Gruppe im Netz |
Dash 8 Q400: das Arbeitspferd
Ab 2002 setzte Flybe auf die Dash 8 Q400, die schnellste Version der Dash-8-Familie. 2007 kamen 15 weitere Bestellungen dazu, 2014 vereinbarte Flybe, 24 Maschinen von der US-Airline Republic Airways zu leasen, und wurde damit zum größten Q400-Betreiber der Welt. Insgesamt flogen 81 Q400 für Flybe. Beim Zusammenbruch im März 2020 wurden 54 Exemplare abgestellt; elf davon kaufte im Januar 2021 das kanadische Unternehmen Conair, um sie zu Löschflugzeugen umzubauen. Die Q400 stammt ursprünglich von Bombardier, heute betreut De Havilland Canada das Programm. Andere große Q400-Betreiber waren und sind etwa Porter Airlines und WestJet Encore.
Die E-Jets
Im Juni 2005 bestellte Flybe 14 Embraer 195 und wurde damit Erstkunde des größten Mitglieds der ersten E-Jet-Generation; die erste Maschine kam im September 2006. Die etwas kleinere Embraer 175 folgte ab 2011. 2018 kündigte Flybe an, die Jetflotte zu verkleinern, die letzte E195 ging am 24. Februar 2020 an ihren Leasinggeber zurück – nur Tage vor dem Ende. Wie du E175 und E195 auseinanderhältst, zeigt der Artikel Embraer E-Jets unterscheiden. Hersteller beider Typen ist Embraer.
Ex-Flybe-Q400 auf der Wunschliste
Setz Typen oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste – Planetrack benachrichtigt dich, wenn eine Maschine in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Basen und Netz
Flybe war im Kern eine Airline der britischen Provinz. Die wichtigsten Standorte der ersten Gesellschaft:
- Exeter: Sitz der Airline und Standort der Technik-Tochter Flybe Aviation Services.
- Birmingham: größte britische Basis, gestärkt durch das BA-Connect-Erbe.
- Manchester: zweite große Basis im Norden.
- Weitere Schwerpunkte: Southampton, Belfast City, Aberdeen, Edinburgh, Glasgow, Inverness, Newquay, Jersey und die Isle of Man.
Ab dem 27. Oktober 2014 flog Flybe auch vom Flughafen London City. Ihre Slots in Gatwick hatte sie 2013 für 20 Millionen Pfund an easyJet verkauft. Ab Februar 2017 betrieb Flybe zudem eine kleine Basis in Düsseldorf. Wer die Flughäfen heute besucht, findet Tipps in den Guides zu Manchester und Düsseldorf.
Regionalflughäfen lohnen sich
Viele frühere Flybe-Airports sind klein, übersichtlich und spotterfreundlich. Worauf du dort achten solltest, steht im Artikel Spotting an kleinen Regionalflughäfen. Mit Planetrack siehst du auf der Spot-Karte Anreise, bestes Licht und Fotos der Community.
Woran du Flybe erkennst
Live begegnet dir Flybe nicht mehr. Auf alten Fotos helfen dir diese Merkmale:
- Typ: Eine Dash 8 Q400 ist der klarste Hinweis, auf längeren Strecken eine Embraer 175 oder 195.
- Bemalung: Ab 2014 dominierte Lila, im September 2018 wurde die Optik vereinfacht: Lila und Weiß blieben, Flieder ersetzte die früheren Rot- und Gelbtöne. Wie Airlines ihr Design wechseln, beschreibt der Artikel Wenn Airlines ihr Design wechseln.
- Kennzeichen: britisches G-Präfix, bei einigen Q400 mit Folgen wie G-JECP. Mehr dazu im Artikel über britische G-Kennzeichen.
- Ort und Zeit: britische Regionalflughäfen zwischen 2002 und März 2020 oder Birmingham und Belfast City zwischen April 2022 und Januar 2023.
Spricht für Flybe
- Q400 mit Schriftzug „flybe“ und lila Bemalung
- G-Kennzeichen und Aufnahme von einem britischen Regionalairport
- Embraer 175 oder 195 in derselben Optik
- Foto aus den Jahren 2002 bis 2020 oder 2022/2023
Spricht dagegen
- Saab 340 mit Loganair-Titeln – dann eher ein Franchise-Flug oder eine spätere Loganair-Maschine
- ATR in fremder Bemalung – oft ein Partner wie Stobart Air
- Q400 mit Löschtank-Umbau – dann ein ehemaliges Flybe-Flugzeug im neuen Leben
Für die Unterscheidung von Dash 8, ATR und Saab hilft der Artikel Turboprops unterscheiden. Und wer die Q400 scharf mit Propellerbewegung fotografieren möchte, findet Tipps unter Propeller fotografieren.
Der Zusammenbruch im März 2020
Flybe schrieb schon in den 2010er-Jahren immer wieder rote Zahlen, etwa ein Minus von 48,5 Millionen Pfund im Geschäftsjahr 2016/17. Im Herbst 2018 brach der Aktienkurs ein, die Gruppe stand zum Verkauf. Im Februar 2019 übernahm das Konsortium Connect Airways mit Virgin Atlantic und Stobart Aviation die Airline. Geplant war eine Umbenennung in „Virgin Connect“ – dazu kam es nicht mehr.
Anfang 2020 verhandelten Eigentümer und Regierung über Steuerstundungen, eine Überprüfung der Luftverkehrsteuer auf Inlandsflügen und einen möglichen Kredit von rund 100 Millionen Pfund. Der Kredit kam nicht zustande, und die Corona-Pandemie ließ die Buchungen einbrechen. Am 5. März 2020 ging Flybe in die Insolvenzverwaltung. Eine Übersicht über weitere Fälle gibt der Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.
Ein Ende in einer Krisenzeit
Flybe war eine der ersten großen Airline-Pleiten der Corona-Zeit. Schon vorher waren Monarch Airlines (2017) und Thomas Cook Airlines (2019) verschwunden, 2021 folgte Stobart Air.
Der Neustart 2022 und das zweite Aus
Im Oktober 2020 wurde bekannt, dass die neu gegründete Gesellschaft Thyme Opco aus dem Umfeld des Finanzinvestors Cyrus Capital die Marke kaufen und die Airline neu starten wollte. Die neue Flybe Limited bekam 2021 eine Betriebsgenehmigung und wählte Birmingham als Sitz und erste Basis. Am 13. April 2022 startete der erste Flug von Birmingham nach Belfast. Die Flotte bestand nur aus Dash 8 Q400 – je nach Quelle acht oder neun Exemplare –, zweite Basis war Belfast City. Für Verbindungen nach Edinburgh und Aberdeen hatte Flybe außerdem Slots in London-Heathrow erhalten.
Der Plan war ehrgeizig, das Ergebnis ernüchternd. Am 28. Januar 2023 ging auch die neue Flybe in die Insolvenzverwaltung und stellte sofort alle Flüge ein. Rund 75.000 Fluggäste waren von Streichungen betroffen, von 321 Beschäftigten verloren 277 ihre Stelle. Die Heathrow-Slots fielen an British Airways zurück.
Spuren von Flybe heute
Q400 im zweiten Leben
- Nach dem Aus wechselten Ex-Flybe-Q400 zu neuen Eigentümern
- Einige wurden bei Conair zu Löschflugzeugen umgebaut
Die alten Strecken
- Viele Inlandsverbindungen übernahmen Loganair, Eastern Airways und andere
- In Manchester siehst du Regionalverkehr gut vom Runway Visitor Park
Die Embraer-Jets
- E175 und E195 der ersten Generation fliegen weiterhin bei vielen Airlines
- Zum Erkennen hilft der Artikel Regionaljets erkennen
Häufige Verwechslungen
- Flybe und BA Connect gleichsetzen – BA Connect war die Regionalsparte von British Airways, die Flybe 2007 übernahm.
- Das Rufzeichen für FLYBE halten – im Funk hieß die Airline „JERSEY“.
- Franchise-Flüge zur eigenen Flotte zählen – Loganair, Eastern Airways, Stobart Air und Blue Islands flogen nur unter Flybe-Flugnummern.
- Die beiden Gesellschaften vermischen – die erste Flybe saß in Exeter, die zweite in Birmingham; dazwischen lagen zwei Jahre Pause.
- Flybe Nordic für die britische Flybe halten – die finnische Tochter war ein eigenes Unternehmen und heißt heute Norra.
Deine Regionalflieger sauber sortiert
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Fazit
Flybe war für gut zwei Jahrzehnte das Rückgrat des britischen Regionalverkehrs. Aus der kleinen Jersey European wurde mit der Übernahme von BA Connect Europas größte Regionalairline und der weltweit größte Betreiber der Dash 8 Q400. Dauerhafte Verluste, eine gescheiterte Rettung und die Pandemie beendeten die erste Gesellschaft 2020, der Neustart aus Birmingham hielt nicht einmal ein Jahr. Auf Fotos aus Exeter, Southampton, Birmingham oder Belfast City lebt die lila Q400 aber weiter.
Kurzfazit
Flybe (IATA BE, ICAO BEE, Rufzeichen JERSEY) war eine historische britische Regionalairline aus Exeter mit einer Flotte aus Dash 8 Q400 und Embraer-Jets. Die erste Gesellschaft endete am 5. März 2020, der Neustart aus Birmingham am 28. Januar 2023.
Zusammenfassung
- Flybe wuchs von einer kleinen Airline auf den Kanalinseln zur größten Regionalairline Europas – vor allem durch die Übernahme von BA Connect im Jahr 2007.
- Das Markenzeichen für Spotter war die Dash 8 Q400 in lila Bemalung, ergänzt durch Embraer-Jets auf längeren Strecken.
- Nach Jahren mit Verlusten übernahm 2019 das Konsortium Connect Airways mit Virgin Atlantic; im März 2020 folgte trotzdem die Insolvenz.
- Der Neustart mit wenigen Q400 ab Birmingham und Belfast City hielt nur von April 2022 bis Januar 2023.
Häufige Fragen
Gibt es Flybe heute noch?
Nein. Die ursprüngliche Flybe stellte am 5. März 2020 den Betrieb ein. Eine neue Gesellschaft unter gleichem Namen flog ab dem 13. April 2022 wieder, ging aber am 28. Januar 2023 ebenfalls in die Insolvenzverwaltung und stellte alle Flüge ein.
Welche Codes hatte Flybe?
Der IATA-Code war BE, der ICAO-Code BEE. Im Funk meldeten sich die Crews mit „JERSEY“ – ein Erbe des alten Namens Jersey European Airways. Die neu gestartete Flybe nutzte 2022 und 2023 dieselben Codes.
Welche Flugzeuge flog Flybe?
Das Rückgrat war die De Havilland Canada Dash 8 Q400 mit 78 Sitzen. Dazu kamen Embraer 175 und Embraer 195. Früher flog Flybe auch BAe 146, Dash 8-200 und -300, ERJ 145 aus dem Bestand von BA Connect, Saab 340 und 2000 sowie ATR 72. Der Neustart 2022 setzte ausschließlich Q400 ein.
Warum ging Flybe 2020 pleite?
Flybe schrieb über Jahre Verluste. Anfang 2020 verhandelten die Eigentümer mit der britischen Regierung über Steuerstundungen und einen Kredit, der aber nicht zustande kam. Als die Corona-Pandemie die Buchungen einbrechen ließ, zog sich das Konsortium Connect Airways zurück, und Flybe ging am 5. März 2020 in die Insolvenzverwaltung.
Was war die neue Flybe von 2022?
Hinter dem Neustart stand die Gesellschaft Thyme Opco, die zum Umfeld des Investors Cyrus Capital gehörte und im Herbst 2020 gegründet worden war, um die Marke zu kaufen. Die neue Flybe hatte ihren Sitz in Birmingham, Basen in Birmingham und Belfast City und flog nur Dash 8 Q400. Im Januar 2023 war nach rund neun Monaten Schluss.
Was hat Flybe mit Jersey zu tun?
Die Airline entstand 1979 auf der Kanalinsel Jersey, unter anderem aus der dortigen Intra Airways. Der Name Jersey European Airways blieb bis 2000, danach hieß die Airline kurz British European und ab 2002 Flybe. Das Rufzeichen „JERSEY“ überlebte alle Umbenennungen.
Flybe im Blick behalten
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Flugzeugtypen in der Flotte
De Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-300 (Q300)
Länger als die Dash 8-100, deutlich kürzer als die Q400 und mit vier Blättern pro Propeller: Die Dash 8-300 ist die mittlere Größe der Dash-8-Familie. Widerøe, PAL und Air New Zealand fliegen sie noch, bei Air Canada Express ist sie Geschichte.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-200 (Q200)
Von außen eine Dash 8-100, unter der Haube deutlich mehr Leistung: Die Dash 8-200 ist die schnellere Kurzversion der Dash-8-Familie. Nur 105 Exemplare wurden gebaut, heute fliegen sie vor allem in Norwegen und Island.
FlugzeugtypEmbraer E175
Der kleine E-Jet mit der großen US-Karriere: Die E175 fliegt mit rund 76 bis 88 Sitzen in 2+2-Kabine, ist Embraers Bestseller und in Europa vor allem bei KLM Cityhopper und LOT zu sehen.
FlugzeugtypEmbraer E195
Der größte E-Jet der ersten Generation: Die E195 streckt die E190 um rund 2,4 Meter und bringt typischerweise gut 100 bis 120 Passagiere in einer 2+2-Kabine in die Luft. In Europa ist sie vor allem im Lufthansa-Konzern zu Hause.
FlugzeugtypEmbraer ERJ 145
Lange Nase, Hecktriebwerke, T-Leitwerk und drei Sitze pro Reihe: Die ERJ 145 ist das 50-sitzige Grundmodell der ERJ-Familie und Embraers Durchbruch bei den Jets – mit über 1.200 gebauten Familienmitgliedern.
FlugzeugtypBAe 146-100
Die BAe 146-100 ist die kürzeste und älteste Version des vierstrahligen britischen Regionaljets – Ausgangspunkt der ganzen Jumbolino-Familie und jahrzehntelang das Flugzeug der Royal Family.
FlugzeugtypBAe 146-200
Hoher Flügel, vier kleine Triebwerke, Muschel-Heck: Die BAe 146-200 ist die mittlere und meistgesehene Version des britischen Vierstrahlers. Heute fliegt sie vor allem als Löschflugzeug über Nordamerika.
FlugzeugtypBAe 146-300
Die längste Version der BAe 146 hat rund 100 Sitze, vier Triebwerke und einen hohen Flügel. Als leiser Nachtfrachter „Quiet Trader“ fliegt sie in Australien bis heute.
FlugzeugtypSaab 340
Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
FlugzeugtypSaab 2000
Tief angesetzte Flügel, sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der für einen Turboprop ungewöhnlich lang wirkt: Der Saab 2000 war Schwedens schneller Regionalflieger. So erkennst du ihn und findest die letzten Exemplare.
FlugzeugtypATR 72-500
Sechs Propellerblätter, Hochdecker, T-Leitwerk – und von außen fast nicht von der -600 zu unterscheiden: Die ATR 72-500 ist die meistgebaute ATR 72 vor der aktuellen Generation. So grenzt du sie sauber ab.
FlugzeugtypATR 72-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.
Weitere Airlines
Eastern Airways
Historische britische Regionalairline (1997–2025) mit Sitz am Flughafen Humberside: bekannt für die Jetstream 41, Ölindustrie-Shuttles ab Aberdeen, Saab 2000, Embraer-Jets und zuletzt E190-Flüge im Auftrag von KLM.
RegionalLoganair
Schottlands Regionalairline verbindet Inseln, Highlands und britische Städte – mit ATR-Turboprops, Embraer-Jets, Twin Ottern auf dem Strand von Barra und Islandern auf dem kürzesten Linienflug der Welt.
RegionalStobart Air
Historische irische Regionalairline (1970–2021): Von einer Islander auf die Aran-Inseln über Aer Arann bis zu Stobart Air, die mit ATR-Turboprops als Aer Lingus Regional flog – bis zur Liquidation im Juni 2021.
RegionalBA CityFlyer
Die Regionaltochter von British Airways fliegt ab London City mit einer reinen Embraer-190-Flotte durch Europa – in voller BA-Bemalung und unter BA-Flugnummern. Erkennen kannst du sie am Typ, am Kennzeichen und am Rufzeichen FLYER.
NetzwerkBritish Airways
Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.
NetzwerkVirgin Atlantic
Die britische Langstrecken-Airline mit dem roten Leitwerk: 1984 von der Virgin Group gestartet, Drehkreuz London-Heathrow, seit 2023 in SkyTeam und mit einer reinen Flotte aus zweistrahligen Großraumjets.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Birmingham
Der größte Flughafen der englischen Midlands: eine einzige 3.052 Meter lange Bahn, ein Terminal, vier Low-Cost- und Ferienbasen und täglich der Emirates-A380 – dazu ein denkmalgeschütztes Art-déco-Terminal von 1939 und mehrere Spotterplätze rund um den Zaun.
FlughafenFlughafen Manchester
Größter Flughafen außerhalb Londons und Heimat einer der bekanntesten Spotter-Szenen Europas: Zwei parallele Bahnen in Ringway, ein bunter Mix aus Ferienfliegern, Low-Cost-Airlines und Golf-Langstrecke – und mit dem Runway Visitor Park ein offizieller Aussichtspunkt samt Concorde.
FlughafenFlughafen London City
Eine einzige, nur gut anderthalb Kilometer lange Bahn zwischen zwei Hafenbecken, ein Gleitwinkel fast doppelt so steil wie üblich und eine kurze Liste zugelassener Flugzeugtypen: London City ist der Sonderling unter den Londoner Flughäfen – und genau deshalb ein Pflichtbesuch für Spotter.
HerstellerDe Havilland Canada
Vom Buschflugzeug Beaver über die Twin Otter bis zur Dash 8 und dem Löschflugzeug DHC-515: De Havilland Canada steht für robuste Kurzstart-Flugzeuge. Hier erfährst du, wie das Unternehmen entstand, wem es gehörte und wo du seine Typen heute vor die Linse bekommst.
Wo du Flybe vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Runway Visitor Park am Flughafen Manchester
Großbritanniens bekanntester Besucherpark für Flugzeugfans: Im Runway Visitor Park stehst du auf einem erhöhten Aussichtsbereich wenige Hundert Meter neben der Piste 05L/23R – und hast zwischen den Startwellen eine Concorde, einen Nimrod und eine Trident zum Anfassen.
AnflugschneiseHatton Cross am Flughafen London Heathrow
Hatton Cross ist für die meisten Spotter nur die U-Bahn-Station auf dem Weg zur Myrtle Avenue. Dabei liegen rund um den Knoten an der Südostecke von Heathrow eigene Standpunkte unter dem Anflug auf die 27L – mit anderem Licht, anderen Winkeln und kürzeren Wegen.
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