Flybe

Historische britische Regionalairline aus Exeter: Aus Jersey European wurde Flybe, zeitweise Europas größte Regionalairline und weltweit größter Betreiber der Dash 8 Q400. Nach der Pleite im März 2020 folgte 2022 ein Neustart aus Birmingham, der im Januar 2023 endete.

Auch bekannt als: Jersey European Airways · British European · Flybe Group · Flybe Limited · BE · BEE

GroßbritannienGroßbritannienRegionalfluggesellschaftenIATA: BEICAO: BEE11 Min. Lesezeit

BE

IATA-Code

BEE

ICAO-Code

81

Q400 insgesamt im Einsatz (2002–2020)

28.1.2023

Letzter Betriebstag

Das Wichtigste in Kürze

  • Flybe ist eine historische britische Regionalairline: 1979 als Jersey European gegründet, ab 2002 als Flybe unterwegs, Sitz in Exeter.
  • Codes: IATA BE, ICAO BEE, Rufzeichen „JERSEY“ – auch beim Neustart 2022 unverändert.
  • Q400-Weltrekordler: Flybe war zeitweise der größte Betreiber der Dash 8 Q400 und setzte insgesamt 81 Exemplare ein.
  • Erstkunde der Embraer 195: 2005 bestellte Flybe 14 Maschinen, die erste kam im September 2006.
  • Zwei Pleiten: Am 5. März 2020 brach die alte Flybe zusammen, die neu gestartete Flybe aus Birmingham folgte am 28. Januar 2023.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Flybe im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Die Geschichte in Etappen
  4. 4.Die Flotte: Q400 und Embraer
  5. 5.Basen und Netz
  6. 6.Woran du Flybe erkennst
  7. 7.Der Zusammenbruch im März 2020
  8. 8.Der Neustart 2022 und das zweite Aus
  9. 9.Spuren von Flybe heute
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeBE
ICAO-CodeBEE
RufzeichenJERSEY
DrehkreuzeEXT, BHX, MAN
StatusHistorisch – erste Gesellschaft am 5. März 2020 insolvent, Neustart ab April 2022, endgültiges Aus am 28. Januar 2023
GeschäftsmodellRegionalairline mit Inlandsflügen in Großbritannien und Strecken nach Irland und Kontinentaleuropa
Gegründet1. November 1979 als Jersey European Airways, seit 2002 unter dem Namen Flybe
SitzExeter (bis 2020), danach Birmingham (2022–2023)
EigentümerWalker Steel Group bzw. Familie Walker, ab 2010 börsennotiert, ab 2019 Connect Airways; der Neustart gehörte zu Thyme Opco im Umfeld von Cyrus Capital
Wichtigste BasenExeter (EXT), Birmingham (BHX) und Manchester (MAN), dazu viele Regionalflughäfen
Prägende TypenDe Havilland Canada Dash 8 Q400, Embraer 175 und 195, früher BAe 146, Dash 8-300 und ERJ 145
Flotte beim ersten Aus (März 2020)63 Flugzeuge: 54 Dash 8 Q400 und 9 Embraer 175
PassagiereRund 9,5 Millionen im Geschäftsjahr bis März 2018

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Flybe?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Fast immer eine Dash 8 Q400: Hochdecker mit T-Leitwerk und sechsblättrigen Propellern
  • Schriftzug „flybe“ in Kleinbuchstaben und viel Lila in der Bemalung der späteren Jahre
  • Britische Kennzeichen mit G-, einige Q400 mit der Folge G-JE… als Erinnerung an Jersey European
  • Auf Jet-Strecken Embraer 175 oder 195, in den 2000ern auch BAe 146 und ERJ 145
  • Rufzeichen im Funk: „JERSEY“, nicht „FLYBE“
  • Fotos stammen meist von britischen Regionalflughäfen wie Exeter, Southampton, Birmingham, Manchester oder Belfast City

Wer in den 2000er- und 2010er-Jahren an einem britischen Regionalflughafen stand, kam an Flybe kaum vorbei: Die lila Dash 8 Q400 war von Exeter bis Inverness, von Belfast bis Southampton ein Dauergast. Flybe verband kleine Städte miteinander, die sonst kaum Flüge hatten – und war damit für viele Spotter die Airline der Heimat. Zweimal ging die Marke unter, 2020 und noch einmal 2023. Hier liest du, wie aus einer Kanalinsel-Airline Europas größte Regionalairline wurde, welche Typen sie flog und woran du sie auf Fotos erkennst.

Historische Airline

Flybe fliegt nicht mehr. Die Angaben beziehen sich auf die erste Gesellschaft (1979–2020) und auf den Neustart (2022–2023). Flottenzahlen schwanken je nach Quelle und Stichtag – nimm sie als Orientierung.

Flybe im Überblick

Flybe war eine britische Regionalairline mit Sitz in Exeter im Südwesten Englands. Ihre Wurzeln liegen auf der Kanalinsel Jersey: Am 1. November 1979 entstand dort Jersey European Airways, als die Passagiersparten von Intra Airways und Express Air Services zusammengelegt wurden. 1983 übernahm die Walker Steel Group von Jack Walker das Unternehmen, 1985 wanderte der Hauptsitz nach Exeter.

Aus Jersey European wurde im Jahr 2000 British European und am 18. Juli 2002 schließlich Flybe. Das Modell blieb im Kern gleich: Punkt-zu-Punkt-Flüge zwischen britischen Regionalflughäfen, dazu Verbindungen nach Irland, Frankreich, in die Niederlande und nach Deutschland. Statt großer Drehkreuze bediente Flybe viele kleinere Airports – und wurde damit zu einer der wichtigsten Airlines im britischen Inlandsverkehr. Im Januar 2020 entfielen auf Flybe rund 36 Prozent aller Inlandsflüge im Vereinigten Königreich. Wie solche Airlines in Europa insgesamt aufgestellt sind, erklärt der Artikel Regionalairlines in Europa.

BEIATA-Code
BEEICAO-Code
9,5 Mio.Passagiere im Geschäftsjahr 2017/18

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code BE: stand in Flugnummern, auf Bordkarten und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code BEE: stand im Flugplan der Flugsicherung und auf Trackern.
  • Rufzeichen JERSEY: So meldeten sich die Crews im Funk.

Das Rufzeichen ist eine schöne Spur in die Geschichte: Obwohl die Airline seit 2002 Flybe hieß, blieb es bei „JERSEY“ – ein Überbleibsel von Jersey European. Auch die neu gestartete Flybe übernahm 2022 die alten Codes. Wie die beiden Code-Systeme aufgebaut sind, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes, weitere ungewöhnliche Funknamen findest du unter Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte.

Jede Q400 einzeln im Hangar

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Die Geschichte in Etappen

1979–1999: Jersey European

Start mit alten Douglas DC-3 von Intra Airways. 1985 Umzug des Sitzes nach Exeter, 1991 erste London-Strecke von Guernsey nach Gatwick, 1993 der erste Jet vom Typ BAe 146.

2000–2006: Neuer Name, neue Flotte

2000 Umbenennung in British European, 2002 in Flybe. Die Dash 8 Q400 wird zum Arbeitspferd, 2005 bestellt Flybe als Erstkunde die Embraer 195.

2007: Übernahme von BA Connect

Flybe übernimmt die Regionalsparte von British Airways und wird zur größten Regionalairline Europas.

2010–2018: Börse, Expansion, Verluste

Börsengang im Dezember 2010, Bestellung der Embraer 175, Ausflug nach Finnland, London City ab 2014, Basis in Düsseldorf ab 2017 – aber auch wiederholte Verluste.

2019–2020: Connect Airways und das Aus

Ein Konsortium mit Virgin Atlantic übernimmt Flybe. Am 5. März 2020 folgt die Insolvenzverwaltung.

2022–2023: Kurzer Neustart

Eine neue Flybe fliegt ab dem 13. April 2022 von Birmingham und Belfast City – bis zum 28. Januar 2023.

Von der Kanalinsel nach Exeter

Die ersten Jahre waren bescheiden: Jersey European startete mit Douglas DC-3 aus dem Bestand von Intra Airways, später kamen Turboprops wie Fokker F27, Shorts 330 und 360 dazu. Unter Jack Walker wuchs die Airline langsam. 1985 beförderte sie rund 160.000 Fluggäste, 1990 waren es bereits etwa 460.000. Mit der Strecke von Guernsey nach London-Gatwick erreichte Jersey European 1991 erstmals die Hauptstadt.

1993 kam mit der BAe 146 der erste Jet in die Flotte, im selben Jahr führte die Airline auf einigen Maschinen eine Business Class ein. Ab 1997 flog die Airline außerdem im Franchise für Air France von London-Heathrow nach Toulouse und Lyon.

Die Übernahme von BA Connect

Den größten Sprung machte Flybe 2007. Am 3. November 2006 kündigte British Airways an, ihre Regionaltochter BA Connect an Flybe abzugeben, am 25. März 2007 wechselte der Betrieb. Flybe bekam damit unter anderem 28 Embraer ERJ 145, sechs Dash 8-300 und mehrere BAe 146 sowie ein dichtes Netz ab Birmingham, Manchester und Southampton. British Airways erhielt im Gegenzug eine Beteiligung von 15 Prozent. Die Strecken ab London City mit den Avro RJ100 blieben bei BA und gingen an BA CityFlyer. Nach dem Deal galt Flybe als größte Regionalairline Europas.

Börse, Finnland und Franchise

Am 10. Dezember 2010 ging die Flybe Group an die Londoner Börse. Im selben Jahr bestellte Flybe 35 Embraer 175 mit umfangreichen Optionen. 2011 übernahm Flybe gemeinsam mit Finnair die finnische Finncomm Airlines und machte daraus Flybe Nordic. Der Ausflug hielt nicht lange: 2014 verkaufte Flybe ihren Anteil für einen symbolischen Euro, die Airline lebt heute als Norra weiter.

Wichtig für das Netz waren Franchise-Partner, die unter Flybe-Flugnummern flogen. Von 2008 bis 2017 war das die schottische Loganair, ab September 2017 Eastern Airways. Schon ab 2014 flog außerdem die irische Stobart Air für Flybe, zunächst ab Southend, ab 2016 kam die Kanalinsel-Airline Blue Islands hinzu. Was Codeshare und Franchise unterscheidet, erklärt der Artikel Codeshare-Flüge.

Die Flotte: Q400 und Embraer

Flybe hatte über die Jahre eine bunte Flotte. Prägend für die späteren Jahre waren aber zwei Familien: die Turboprops von De Havilland Canada und die E-Jets von Embraer.

Typ Sitze Zeitraum Spotter-Hinweis
Dash 8 Q400 78 2002–2020, 2022–2023 Das Markenzeichen, 81 Exemplare insgesamt
Embraer 175 88 2011–2020 Elf Maschinen, neun beim ersten Aus
Embraer 195 – 2006–2020 Flybe war Erstkunde, 14 Exemplare
Embraer ERJ 145 – ab 2007 Aus dem Bestand von BA Connect
BAe 146-100/-200/-300 – bis 2008 Der erste Jet der Airline
Dash 8-200 und -300 – 2002–2008 Ältere Dash-8-Generation
Saab 340B und Saab 2000 – 2008–2017 Kleinere Turboprop-Gruppe
ATR 72-500 und -600 – 2014–2020 Kleinere Gruppe im Netz

Dash 8 Q400: das Arbeitspferd

Ab 2002 setzte Flybe auf die Dash 8 Q400, die schnellste Version der Dash-8-Familie. 2007 kamen 15 weitere Bestellungen dazu, 2014 vereinbarte Flybe, 24 Maschinen von der US-Airline Republic Airways zu leasen, und wurde damit zum größten Q400-Betreiber der Welt. Insgesamt flogen 81 Q400 für Flybe. Beim Zusammenbruch im März 2020 wurden 54 Exemplare abgestellt; elf davon kaufte im Januar 2021 das kanadische Unternehmen Conair, um sie zu Löschflugzeugen umzubauen. Die Q400 stammt ursprünglich von Bombardier, heute betreut De Havilland Canada das Programm. Andere große Q400-Betreiber waren und sind etwa Porter Airlines und WestJet Encore.

Die E-Jets

Im Juni 2005 bestellte Flybe 14 Embraer 195 und wurde damit Erstkunde des größten Mitglieds der ersten E-Jet-Generation; die erste Maschine kam im September 2006. Die etwas kleinere Embraer 175 folgte ab 2011. 2018 kündigte Flybe an, die Jetflotte zu verkleinern, die letzte E195 ging am 24. Februar 2020 an ihren Leasinggeber zurück – nur Tage vor dem Ende. Wie du E175 und E195 auseinanderhältst, zeigt der Artikel Embraer E-Jets unterscheiden. Hersteller beider Typen ist Embraer.

Ex-Flybe-Q400 auf der Wunschliste

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Basen und Netz

Flybe war im Kern eine Airline der britischen Provinz. Die wichtigsten Standorte der ersten Gesellschaft:

  • Exeter: Sitz der Airline und Standort der Technik-Tochter Flybe Aviation Services.
  • Birmingham: größte britische Basis, gestärkt durch das BA-Connect-Erbe.
  • Manchester: zweite große Basis im Norden.
  • Weitere Schwerpunkte: Southampton, Belfast City, Aberdeen, Edinburgh, Glasgow, Inverness, Newquay, Jersey und die Isle of Man.

Ab dem 27. Oktober 2014 flog Flybe auch vom Flughafen London City. Ihre Slots in Gatwick hatte sie 2013 für 20 Millionen Pfund an easyJet verkauft. Ab Februar 2017 betrieb Flybe zudem eine kleine Basis in Düsseldorf. Wer die Flughäfen heute besucht, findet Tipps in den Guides zu Manchester und Düsseldorf.

Regionalflughäfen lohnen sich

Viele frühere Flybe-Airports sind klein, übersichtlich und spotterfreundlich. Worauf du dort achten solltest, steht im Artikel Spotting an kleinen Regionalflughäfen. Mit Planetrack siehst du auf der Spot-Karte Anreise, bestes Licht und Fotos der Community.

Woran du Flybe erkennst

Live begegnet dir Flybe nicht mehr. Auf alten Fotos helfen dir diese Merkmale:

  • Typ: Eine Dash 8 Q400 ist der klarste Hinweis, auf längeren Strecken eine Embraer 175 oder 195.
  • Bemalung: Ab 2014 dominierte Lila, im September 2018 wurde die Optik vereinfacht: Lila und Weiß blieben, Flieder ersetzte die früheren Rot- und Gelbtöne. Wie Airlines ihr Design wechseln, beschreibt der Artikel Wenn Airlines ihr Design wechseln.
  • Kennzeichen: britisches G-Präfix, bei einigen Q400 mit Folgen wie G-JECP. Mehr dazu im Artikel über britische G-Kennzeichen.
  • Ort und Zeit: britische Regionalflughäfen zwischen 2002 und März 2020 oder Birmingham und Belfast City zwischen April 2022 und Januar 2023.

Spricht für Flybe

  • Q400 mit Schriftzug „flybe“ und lila Bemalung
  • G-Kennzeichen und Aufnahme von einem britischen Regionalairport
  • Embraer 175 oder 195 in derselben Optik
  • Foto aus den Jahren 2002 bis 2020 oder 2022/2023

Spricht dagegen

  • Saab 340 mit Loganair-Titeln – dann eher ein Franchise-Flug oder eine spätere Loganair-Maschine
  • ATR in fremder Bemalung – oft ein Partner wie Stobart Air
  • Q400 mit Löschtank-Umbau – dann ein ehemaliges Flybe-Flugzeug im neuen Leben

Für die Unterscheidung von Dash 8, ATR und Saab hilft der Artikel Turboprops unterscheiden. Und wer die Q400 scharf mit Propellerbewegung fotografieren möchte, findet Tipps unter Propeller fotografieren.

Der Zusammenbruch im März 2020

Flybe schrieb schon in den 2010er-Jahren immer wieder rote Zahlen, etwa ein Minus von 48,5 Millionen Pfund im Geschäftsjahr 2016/17. Im Herbst 2018 brach der Aktienkurs ein, die Gruppe stand zum Verkauf. Im Februar 2019 übernahm das Konsortium Connect Airways mit Virgin Atlantic und Stobart Aviation die Airline. Geplant war eine Umbenennung in „Virgin Connect“ – dazu kam es nicht mehr.

Anfang 2020 verhandelten Eigentümer und Regierung über Steuerstundungen, eine Überprüfung der Luftverkehrsteuer auf Inlandsflügen und einen möglichen Kredit von rund 100 Millionen Pfund. Der Kredit kam nicht zustande, und die Corona-Pandemie ließ die Buchungen einbrechen. Am 5. März 2020 ging Flybe in die Insolvenzverwaltung. Eine Übersicht über weitere Fälle gibt der Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.

Ein Ende in einer Krisenzeit

Flybe war eine der ersten großen Airline-Pleiten der Corona-Zeit. Schon vorher waren Monarch Airlines (2017) und Thomas Cook Airlines (2019) verschwunden, 2021 folgte Stobart Air.

Der Neustart 2022 und das zweite Aus

Im Oktober 2020 wurde bekannt, dass die neu gegründete Gesellschaft Thyme Opco aus dem Umfeld des Finanzinvestors Cyrus Capital die Marke kaufen und die Airline neu starten wollte. Die neue Flybe Limited bekam 2021 eine Betriebsgenehmigung und wählte Birmingham als Sitz und erste Basis. Am 13. April 2022 startete der erste Flug von Birmingham nach Belfast. Die Flotte bestand nur aus Dash 8 Q400 – je nach Quelle acht oder neun Exemplare –, zweite Basis war Belfast City. Für Verbindungen nach Edinburgh und Aberdeen hatte Flybe außerdem Slots in London-Heathrow erhalten.

Der Plan war ehrgeizig, das Ergebnis ernüchternd. Am 28. Januar 2023 ging auch die neue Flybe in die Insolvenzverwaltung und stellte sofort alle Flüge ein. Rund 75.000 Fluggäste waren von Streichungen betroffen, von 321 Beschäftigten verloren 277 ihre Stelle. Die Heathrow-Slots fielen an British Airways zurück.

Spuren von Flybe heute

Q400 im zweiten Leben

  • Nach dem Aus wechselten Ex-Flybe-Q400 zu neuen Eigentümern
  • Einige wurden bei Conair zu Löschflugzeugen umgebaut

Die alten Strecken

Die Embraer-Jets

  • E175 und E195 der ersten Generation fliegen weiterhin bei vielen Airlines
  • Zum Erkennen hilft der Artikel Regionaljets erkennen

Häufige Verwechslungen

  • Flybe und BA Connect gleichsetzen – BA Connect war die Regionalsparte von British Airways, die Flybe 2007 übernahm.
  • Das Rufzeichen für FLYBE halten – im Funk hieß die Airline „JERSEY“.
  • Franchise-Flüge zur eigenen Flotte zählen – Loganair, Eastern Airways, Stobart Air und Blue Islands flogen nur unter Flybe-Flugnummern.
  • Die beiden Gesellschaften vermischen – die erste Flybe saß in Exeter, die zweite in Birmingham; dazwischen lagen zwei Jahre Pause.
  • Flybe Nordic für die britische Flybe halten – die finnische Tochter war ein eigenes Unternehmen und heißt heute Norra.

Deine Regionalflieger sauber sortiert

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Fazit

Flybe war für gut zwei Jahrzehnte das Rückgrat des britischen Regionalverkehrs. Aus der kleinen Jersey European wurde mit der Übernahme von BA Connect Europas größte Regionalairline und der weltweit größte Betreiber der Dash 8 Q400. Dauerhafte Verluste, eine gescheiterte Rettung und die Pandemie beendeten die erste Gesellschaft 2020, der Neustart aus Birmingham hielt nicht einmal ein Jahr. Auf Fotos aus Exeter, Southampton, Birmingham oder Belfast City lebt die lila Q400 aber weiter.

Kurzfazit

Flybe (IATA BE, ICAO BEE, Rufzeichen JERSEY) war eine historische britische Regionalairline aus Exeter mit einer Flotte aus Dash 8 Q400 und Embraer-Jets. Die erste Gesellschaft endete am 5. März 2020, der Neustart aus Birmingham am 28. Januar 2023.

Zusammenfassung

  • Flybe wuchs von einer kleinen Airline auf den Kanalinseln zur größten Regionalairline Europas – vor allem durch die Übernahme von BA Connect im Jahr 2007.
  • Das Markenzeichen für Spotter war die Dash 8 Q400 in lila Bemalung, ergänzt durch Embraer-Jets auf längeren Strecken.
  • Nach Jahren mit Verlusten übernahm 2019 das Konsortium Connect Airways mit Virgin Atlantic; im März 2020 folgte trotzdem die Insolvenz.
  • Der Neustart mit wenigen Q400 ab Birmingham und Belfast City hielt nur von April 2022 bis Januar 2023.

Häufige Fragen

Gibt es Flybe heute noch?

Nein. Die ursprüngliche Flybe stellte am 5. März 2020 den Betrieb ein. Eine neue Gesellschaft unter gleichem Namen flog ab dem 13. April 2022 wieder, ging aber am 28. Januar 2023 ebenfalls in die Insolvenzverwaltung und stellte alle Flüge ein.

Welche Codes hatte Flybe?

Der IATA-Code war BE, der ICAO-Code BEE. Im Funk meldeten sich die Crews mit „JERSEY“ – ein Erbe des alten Namens Jersey European Airways. Die neu gestartete Flybe nutzte 2022 und 2023 dieselben Codes.

Welche Flugzeuge flog Flybe?

Das Rückgrat war die De Havilland Canada Dash 8 Q400 mit 78 Sitzen. Dazu kamen Embraer 175 und Embraer 195. Früher flog Flybe auch BAe 146, Dash 8-200 und -300, ERJ 145 aus dem Bestand von BA Connect, Saab 340 und 2000 sowie ATR 72. Der Neustart 2022 setzte ausschließlich Q400 ein.

Warum ging Flybe 2020 pleite?

Flybe schrieb über Jahre Verluste. Anfang 2020 verhandelten die Eigentümer mit der britischen Regierung über Steuerstundungen und einen Kredit, der aber nicht zustande kam. Als die Corona-Pandemie die Buchungen einbrechen ließ, zog sich das Konsortium Connect Airways zurück, und Flybe ging am 5. März 2020 in die Insolvenzverwaltung.

Was war die neue Flybe von 2022?

Hinter dem Neustart stand die Gesellschaft Thyme Opco, die zum Umfeld des Investors Cyrus Capital gehörte und im Herbst 2020 gegründet worden war, um die Marke zu kaufen. Die neue Flybe hatte ihren Sitz in Birmingham, Basen in Birmingham und Belfast City und flog nur Dash 8 Q400. Im Januar 2023 war nach rund neun Monaten Schluss.

Was hat Flybe mit Jersey zu tun?

Die Airline entstand 1979 auf der Kanalinsel Jersey, unter anderem aus der dortigen Intra Airways. Der Name Jersey European Airways blieb bis 2000, danach hieß die Airline kurz British European und ab 2002 Flybe. Das Rufzeichen „JERSEY“ überlebte alle Umbenennungen.

Flybe im Blick behalten

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

De Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)

Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

De Havilland Canada Dash 8-300 (Q300)

Länger als die Dash 8-100, deutlich kürzer als die Q400 und mit vier Blättern pro Propeller: Die Dash 8-300 ist die mittlere Größe der Dash-8-Familie. Widerøe, PAL und Air New Zealand fliegen sie noch, bei Air Canada Express ist sie Geschichte.

Flugzeugtyp

De Havilland Canada Dash 8-200 (Q200)

Von außen eine Dash 8-100, unter der Haube deutlich mehr Leistung: Die Dash 8-200 ist die schnellere Kurzversion der Dash-8-Familie. Nur 105 Exemplare wurden gebaut, heute fliegen sie vor allem in Norwegen und Island.

Flugzeugtyp

Embraer E175

Der kleine E-Jet mit der großen US-Karriere: Die E175 fliegt mit rund 76 bis 88 Sitzen in 2+2-Kabine, ist Embraers Bestseller und in Europa vor allem bei KLM Cityhopper und LOT zu sehen.

Flugzeugtyp

Embraer E195

Der größte E-Jet der ersten Generation: Die E195 streckt die E190 um rund 2,4 Meter und bringt typischerweise gut 100 bis 120 Passagiere in einer 2+2-Kabine in die Luft. In Europa ist sie vor allem im Lufthansa-Konzern zu Hause.

Flugzeugtyp

Embraer ERJ 145

Lange Nase, Hecktriebwerke, T-Leitwerk und drei Sitze pro Reihe: Die ERJ 145 ist das 50-sitzige Grundmodell der ERJ-Familie und Embraers Durchbruch bei den Jets – mit über 1.200 gebauten Familienmitgliedern.

Flugzeugtyp

BAe 146-100

Die BAe 146-100 ist die kürzeste und älteste Version des vierstrahligen britischen Regionaljets – Ausgangspunkt der ganzen Jumbolino-Familie und jahrzehntelang das Flugzeug der Royal Family.

Flugzeugtyp

BAe 146-200

Hoher Flügel, vier kleine Triebwerke, Muschel-Heck: Die BAe 146-200 ist die mittlere und meistgesehene Version des britischen Vierstrahlers. Heute fliegt sie vor allem als Löschflugzeug über Nordamerika.

Flugzeugtyp

BAe 146-300

Die längste Version der BAe 146 hat rund 100 Sitze, vier Triebwerke und einen hohen Flügel. Als leiser Nachtfrachter „Quiet Trader“ fliegt sie in Australien bis heute.

Flugzeugtyp

Saab 340

Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.

Flugzeugtyp

Saab 2000

Tief angesetzte Flügel, sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der für einen Turboprop ungewöhnlich lang wirkt: Der Saab 2000 war Schwedens schneller Regionalflieger. So erkennst du ihn und findest die letzten Exemplare.

Flugzeugtyp

ATR 72-500

Sechs Propellerblätter, Hochdecker, T-Leitwerk – und von außen fast nicht von der -600 zu unterscheiden: Die ATR 72-500 ist die meistgebaute ATR 72 vor der aktuellen Generation. So grenzt du sie sauber ab.

Flugzeugtyp

ATR 72-600

Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.

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