Das Wichtigste in Kürze
- Tyrolean Airways war eine historische Regionalairline aus Innsbruck: Linienstart am 1. April 1980, Ende des Flugbetriebs am 31. März 2015.
- Codes: IATA VO, ICAO TYR, Rufzeichen „TYROLEAN“.
- Turboprop-Spezialist: erst die viermotorige Dash 7, dann über Jahrzehnte die Dash-8-Familie bis zur Q400 – dazu Fokker 70, Fokker 100 und CRJ.
- Von der Familienairline zur Konzerntochter: ab 1998 komplett im Besitz von Austrian Airlines, später unter der Marke Austrian Arrows unterwegs.
- Kurioses Finale: 2012 übernahm Tyrolean den gesamten Flugbetrieb der Austrian, 2015 ging sie selbst in Austrian Airlines auf.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Tyrolean Airways im Überblick
- 2.Die Geschichte in Etappen
- 3.Codes und Rufzeichen
- 4.Die Flotte von Tyrolean
- 5.Vom Swarovski-Unternehmen zur Austrian-Tochter
- 6.Austrian Arrows: eine Marke für die Regionalflotte
- 7.2012 bis 2015: Tyrolean fliegt die ganze Austrian
- 8.Was von Tyrolean bleibt
- 9.Woran du Tyrolean erkennst
- 10.Tyrolean im Spotter-Alltag heute
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | VO |
|---|---|
| ICAO-Code | TYR |
| Rufzeichen | TYROLEAN |
| Drehkreuze | VIE, INN |
| Allianz | Star Alliance |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 31. März 2015 eingestellt, Fusion mit Austrian Airlines ab 1. April 2015 |
| Vorgänger | Aircraft Innsbruck, 1978 von Gernot Langes-Swarovski und Christian Schwemberger-Swarovski übernommen, 1979 umbenannt |
| Erster Linienflug | 1. April 1980, Innsbruck–Wien und Innsbruck–Zürich mit einer Dash 7 |
| Sitz | Innsbruck, Tirol |
| Drehkreuz und Basen | Wien-Schwechat (VIE) als Drehkreuz, Heimatbasis und Technik in Innsbruck (INN) |
| Geschäftsmodell | Regionalairline, ab 1998 Produktionsbetrieb innerhalb der Austrian Airlines Group |
| Eigentümer | Bis 1994 mehrheitlich Gernot Langes-Swarovski, ab 1994 je 42,85 Prozent bei Austrian Airlines und der Gernot Langes-Swarovski AG, ab März 1998 100 Prozent Austrian |
| Marke | Ab 2002/2003 Austrian Arrows, ab Juli 2012 Austrian mit dem Zusatz „operated by Tyrolean“ |
| Allianz | Star Alliance über die Konzernmutter Austrian Airlines |
| Flottenhöchststand | 59 Flugzeuge im Jahr 2008 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Tyrolean Airways?
- In den frühen Jahren eigene Bemalung mit Schriftzug „Tyrolean“ – später nur noch Austrian-Optik
- Ab 2002/2003 Schriftzug „Austrian arrows“ und Austrian-Leitwerk
- Typisch: Turboprops von De Havilland Canada – Dash 7 mit vier Propellern, später Dash 8 mit zwei
- Österreichisches Kennzeichen mit OE- am Heck
- Flugnummer mit VO, unter Austrian Arrows meist mit OS-Flugnummer; im Funk „TYROLEAN“
- Typische Fotoorte: Innsbruck, Wien und die Bundesländer-Flughäfen
Wer in den 1980er- und 1990er-Jahren in Innsbruck am Zaun stand, kennt den Klang von vier Propellern im Inntal. Tyrolean Airways machte die Tiroler Landeshauptstadt zum Ausgangspunkt einer der bekanntesten Regionalairlines Europas – erst mit der Dash 7, dann mit einer großen Dash-8-Flotte und später mit Fokker-Jets. Am Ende flog Tyrolean sogar für kurze Zeit die gesamte Austrian, bevor sie 2015 in ihr aufging. Diese Seite zeigt, wie das kam, welche Flugzeuge die Airline prägten und woran du sie auf alten Fotos erkennst.
Dein Tyrolean-Archiv im Hangar
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch alte Dash-7- und Dash-8-Aufnahmen jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Tyrolean Airways im Überblick
Tyrolean Airways war eine österreichische Regionalairline mit Sitz in Innsbruck, die von 1980 bis März 2015 flog. Die Heimatbasis mit Technik lag am Flughafen Innsbruck, das Drehkreuz für den Umsteigeverkehr war später der Flughafen Wien. Ihr Markenzeichen waren Turboprops von De Havilland Canada, die mit kurzen Pisten und Bergtälern gut zurechtkamen.
Gegründet wurde Tyrolean nicht als Ableger der Staatsairline, sondern als privates Unternehmen der Familie Swarovski. Erst Schritt für Schritt wuchs sie in den Konzern von Austrian Airlines hinein: 1994 die erste Beteiligung, 1998 die vollständige Übernahme, danach der Auftritt als Austrian Arrows. Den Höchststand erreichte die Flotte 2008 mit 59 Flugzeugen.
Für Spotter ist Tyrolean heute ein Kapitel aus dem Archiv. Spannend bleibt sie trotzdem: wegen der Dash 7, die in Courchevel landete, wegen der langen Dash-8-Ära und wegen der kuriosen Jahre ab 2012, in denen ein Regionalbetrieb plötzlich Boeing 777 im Bestand hatte.
Die Geschichte in Etappen
Die Vorgeschichte beginnt bei der Innsbrucker Firma Aircraft Innsbruck. 1978 kauften Gernot Langes-Swarovski und Christian Schwemberger-Swarovski das Unternehmen, 1979 bekam es den Namen Tyrolean Airways. Englischsprachige Nachschlagewerke datieren die Gründung von Aircraft Innsbruck bereits auf 1958. Für Spotter zählt vor allem ein Datum: Am 1. April 1980 begann der Linienverkehr.
1978/1979
Die Familie Swarovski übernimmt Aircraft Innsbruck, 1979 folgt die Umbenennung in Tyrolean Airways.
1980
Am 1. April starten die ersten Linienflüge von Innsbruck nach Wien und Zürich – mit einer 50-sitzigen Dash 7.
1985
Die erste Dash 8-100 mit 37 Sitzen kommt in die Flotte und begründet eine jahrzehntelange Dash-8-Ära.
1994
Austrian Airlines steigt mit 42,85 Prozent ein. Die bisherige Austrian-Regionaltochter Austrian Air Service geht in Tyrolean auf.
1995/1996
Mit der Fokker 70 und kurz darauf dem Bombardier CRJ kommen die ersten Jets.
1998
Im März übernimmt Austrian Airlines 100 Prozent der Anteile, Tyrolean wird Konzerntochter.
2000–2003
Die ersten Dash 8-400 kommen, im Oktober 2002 wird die Rheintalflug integriert, die Flüge laufen unter der Marke Austrian Arrows.
2012
Zum 1. Juli übernimmt Tyrolean den gesamten Flugbetrieb der Austrian, der Zusatz „arrows“ fällt weg.
2015
Am 31. März endet der Flugbetrieb, ab 1. April fliegt wieder Austrian Airlines selbst.
Die Anfangsjahre waren klassische Regionalfliegerei: Im Mittelpunkt stand die Anbindung Tirols an Wien und an Zürich. Schon 1981 schloss sich Tyrolean dem Reservierungssystem der Austrian an – ein früher Hinweis auf die spätere enge Verbindung. 1988 wurde aus der Firma eine Aktiengesellschaft, an der Gernot Langes-Swarovski weiterhin 92 Prozent hielt. Wie Regionalairlines in Europa generell funktionieren, erklärt der Beitrag zu Regionalairlines in Europa.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code VO: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln, solange Tyrolean unter eigenem Namen verkaufte.
- ICAO-Code TYR: nutzte die Flugsicherung im Flugplan.
- Rufzeichen TYROLEAN: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Ein Stolperstein für alte Logbücher: Unter Austrian Arrows und ab 2012 erst recht wurden viele Tyrolean-Flüge mit der OS-Flugnummer der Austrian verkauft. Die Flugnummer allein verrät also nicht, wer den Flug tatsächlich durchgeführt hat. Hast du nur „OS“ notiert, hilft dir das Kennzeichen weiter.
Alte Fotos richtig beschriften
Notiere bei Tyrolean-Bildern neben der Airline immer das Kennzeichen und den genauen Typ. Gerade bei den Dash-8-Varianten zeigt erst das Kennzeichen sicher, ob eine 100er, 300er oder 400er vor der Linse war. Wie österreichische Registrierungen aufgebaut sind, zeigt der Guide Österreichische OE-Kennzeichen.
Die Flotte von Tyrolean
Die Flotte von Tyrolean ist eine kleine Geschichte des europäischen Regionalverkehrs: zuerst viermotorige Kurzstartflugzeuge, dann die Dash 8 in drei Größen, dazu Regionaljets von Fokker und Bombardier. Die folgende Übersicht nennt die Zeiträume nur ungefähr, weil die Quellen bei einzelnen Typen um ein bis zwei Jahre voneinander abweichen.
| Typ | Zeitraum (ca.) | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Dash 7 | ab 1980 bis in die 1990er | Erstflotte, Bergplätze wie Courchevel | Vier Propellerturbinen, hoch angesetzter Flügel, T-Leitwerk |
| Dash 8-100 | ab Mitte der 1980er bis 2003 | Regionalstrecken | Kurzer Rumpf, 37 Sitze bei der ersten Maschine |
| Dash 8-300 | ab 1991 bis um 2010 | Regionalstrecken | Gestreckter Rumpf, deutlich länger als die 100er |
| Dash 8-400 | 2000 bis 2015 | Inland und Nachbarländer | Längste Version, später bei Austrian weitergeflogen |
| Fokker 50 | Mitte der 1990er | Kurzzeitig | Turboprop mit sechs Propellerblättern |
| Fokker 70 | ab Juni 1995 bis 2015 | Jet-Regionalstrecken | Hecktriebwerke, kürzer als die Fokker 100 |
| Fokker 100 | ab 2004 (erste Maschine geleast) | Jet-Regionalstrecken | Längerer Rumpf als die Fokker 70 |
| CRJ100/200 | ab 1996 bis um 2010 | Regionaljet-Strecken | Schlanker Rumpf, Hecktriebwerke, kleine Kabinenfenster |
| ERJ 145 | kurzzeitig um 2002/2003 | Ergänzung | Laut Flottenlisten nur wenige Exemplare |
Die Dash 7 ist das Flugzeug, das viele Spotter zuerst mit Tyrolean verbinden. Mit vier Propellerturbinen und großen Landeklappen kam sie mit sehr kurzen Pisten aus. Ab Mitte der 1980er-Jahre flog Tyrolean damit auch Linienflüge nach Courchevel in den französischen Alpen – auf eine extrem kurze und steile Bergpiste. Wie anspruchsvoll dieser Platz ist, zeigt der Beitrag über Courchevel und die Altiports in den Alpen.
Die Dash 8 war danach rund drei Jahrzehnte lang das Arbeitspferd. Die erste Dash 8-100 kam laut deutschsprachigen Quellen am 3. Mai 1985, im Jahr 2000 folgten die ersten Dash 8-400. Die Größenunterschiede innerhalb der Familie sind auf Fotos gut zu erkennen, wenn du auf die Rumpflänge im Verhältnis zum Flügel achtest. Hilfe beim Bestimmen gibt der Guide ATR und Dash 8 unterscheiden.
Bei den Jets setzte Tyrolean auf die Fokker 70 – die erste kam am 13. Juni 1995 – und auf die CRJ von Bombardier ab 1996. Die letzten drei Fokker 70 der Austrian wanderten bis April 2007 zu Tyrolean. Ab 2004 tauchte zudem die Fokker 100 in der Tyrolean-Flotte auf, die erste Maschine war geleast. Wie du die verschiedenen Regionaljets auseinanderhältst, erklärt der Beitrag Regionaljets erkennen.
Ehemalige Tyrolean-Maschinen auf dem Schirm
Setz Kennzeichen und Typen wie die Dash 8-400 auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn ein passendes Flugzeug im Anflug auf deinen Flughafen ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Vom Swarovski-Unternehmen zur Austrian-Tochter
Der Weg in den Konzern verlief in Etappen. 1994 beteiligte sich Austrian Airlines mit 42,85 Prozent; den gleichen Anteil hielt die Gernot Langes-Swarovski AG, der Rest lag bei einem weiteren Investor. Im selben Jahr gab Austrian ihre eigene Regionaltochter Austrian Air Service auf und ließ deren Betrieb in Tyrolean aufgehen. Damit war Tyrolean faktisch die Regionalairline der österreichischen Luftfahrt.
Im März 1998 übernahm Austrian schließlich alle Anteile. Seit 2000 war die Konzernmutter Mitglied der Star Alliance, Tyrolean gehörte über sie zum Allianznetz. In den folgenden Jahren wandelte sich die Rolle weiter: Ab 2002 flog Tyrolean als Produktionsbetrieb im Auftrag der Austrian Airlines Group. Im Oktober 2002 kam die Vorarlberger Rheintalflug dazu. 2005 erhielt Tyrolean das IOSA-Sicherheitszertifikat der IATA.
In Wien war außerdem Lauda Air unterwegs, die ebenfalls in den Austrian-Konzern einging. Wer alte Wiener Fotos aus den 2000er-Jahren sortiert, hat es deshalb oft mit mehreren Namen rund um Austrian zu tun – und sollte genau auf Schriftzug und Typ achten.
Austrian Arrows: eine Marke für die Regionalflotte
Im Zuge einer Markenbereinigung im Konzern verschwand die eigene Tyrolean-Optik. Die Flugzeuge trugen nun den Schriftzug „Austrian arrows“ und das Austrian-Leitwerk. Wann genau die Marke startete, wird unterschiedlich angegeben: Deutschsprachige Darstellungen nennen den Sommer 2002, englischsprachige den September 2003. Rechtlich blieb die Gesellschaft die Tyrolean Airways Tiroler Luftfahrt GmbH mit Betriebsbasis in Innsbruck.
Für dich als Spotter heißt das: Ein Dash 8 oder eine Fokker 70 mit „Austrian arrows“ ist eine Tyrolean-Maschine, auch wenn der Name Tyrolean nirgends groß zu lesen ist. Wie Konzern- und Allianzlackierungen allgemein funktionieren, zeigt der Beitrag zu Star-Alliance-, oneworld- und SkyTeam-Lackierungen.
Achtung Verwechslung
„Austrian arrows“ und „Austrian“ sehen auf unscharfen Bildern fast gleich aus. Achte auf den Zusatz hinter dem Schriftzug und auf den Typ: Dash 8, Fokker 70 und CRJ verweisen in der Zeit vor Juli 2012 fast immer auf Tyrolean, die Airbus-Flotte auf die Austrian selbst.
2012 bis 2015: Tyrolean fliegt die ganze Austrian
Zum 1. Juli 2012 drehte Austrian das Verhältnis um. Um die Kosten zu senken, übertrug die Airline ihren gesamten Flugbetrieb auf die günstigere Tochter. Tyrolean übernahm 38 Flugzeuge der Mutter – darunter Airbus der A320-Familie sowie Boeing 767 und 777. Nur eine Boeing 777 blieb aus verkehrsrechtlichen Gründen bei Austrian. Rund 460 Piloten und 1.500 Flugbegleiter wechselten zu Tyrolean. Die Flüge liefen weiter unter der Marke Austrian und mit OS-Flugnummer, aber mit dem Hinweis „operated by Tyrolean“.
1. Juli 2012
Betriebsübergang: Tyrolean fliegt alle Austrian-Strecken, der Zusatz „arrows“ entfällt.
Bis 2014
Österreichische Gerichte erklären den Betriebsübergang in zwei Instanzen für nichtig; im September 2014 entscheidet der EuGH, dass der alte Kollektivvertrag nachwirkt.
Ende 2014
Ein neuer Kollektivvertrag wird am 31. Oktober unterzeichnet, am 5. Dezember folgt die Ankündigung der Fusion.
31. März 2015
Tyrolean stellt den Flugbetrieb ein, Personal und Flugzeuge gehen zurück an Austrian Airlines.
Mit dem 1. April 2015 verschwand der Hinweis „operated by Tyrolean“ von den Flügen. Austrian ist seit 2009 Teil der Lufthansa Group – damit endete auch das Kapitel einer eigenständigen Regionalairline im Konzern. Anders als bei vielen anderen historischen Airlines war das kein Zusammenbruch, sondern eine Umorganisation. Wie es bei echten Pleiten aussah, zeigt der Beitrag zu großen Airline-Pleiten in Europa.
Was von Tyrolean bleibt
Ganz verschwunden ist der Name nicht. Die Werft am Flughafen Innsbruck wurde am 1. März 2015 als Tyrolean Airways Luftfahrzeuge Technik GmbH ausgegliedert, ausdrücklich auch, um die bekannte Marke zu erhalten. Zu Beginn arbeiteten dort rund 120 Menschen. Der Standort galt als erfahren mit Turboprops, allen voran mit der Dash 8.
Viele Flugzeuge aus der Tyrolean-Zeit flogen nach 2015 noch Jahre in Austrian-Farben weiter, etwa die Dash 8-400 und die Fokker. Wer heute einen Lebenslauf rekonstruieren will, geht am besten über die Seriennummer. Wie das funktioniert, zeigt der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?.
Woran du Tyrolean erkennst
Am sichersten identifizierst du Tyrolean-Maschinen über eine Kombination aus Zeitraum, Typ und Kennzeichen. In den frühen Jahren trugen die Flugzeuge eine eigene Bemalung mit dem Schriftzug „Tyrolean“; später dominierte die Austrian-Optik mit „Austrian arrows“. Das österreichische OE-Kennzeichen am Heck ist in allen Phasen dabei.
Zeigt dein altes Foto wirklich Tyrolean?
- Schriftzug „Tyrolean“ oder „Austrian arrows“ am Rumpf
- Österreichisches Kennzeichen mit OE- am Heck
- Typ Dash 7, Dash 8, Fokker 50, Fokker 70, Fokker 100 oder CRJ
- Aufnahme aus der Zeit zwischen 1980 und März 2015
- Ort wie Innsbruck, Wien oder ein Regionalflughafen in den Alpen
- Flugnummer mit VO, TYR oder „operated by Tyrolean“ im Logbuch notiert
Tyrolean im Spotter-Alltag heute
Für dein Logbuch ist Tyrolean ein Archiv-Thema – aber eines mit vielen Spuren. Wer in Innsbruck fotografiert hat, findet in alten Dias wahrscheinlich Dash 7 und Dash 8 in Tyrolean-Farben. Diese Bilder lohnt es sich zu digitalisieren und mit Typ, Kennzeichen, Ort und Datum zu beschriften.
Wer heute an den Ort zurückkehren will, findet in Innsbruck mit der Besucherterrasse am Flughafen Innsbruck einen guten Startpunkt. In Wien bieten sich die Besucherterrasse und der Spotterhügel an; einen Überblick gibt der Guide zum Planespotting in Wien-Schwechat.
Gute Chancen auf Tyrolean-Spuren, wenn …
- du Fotos aus Innsbruck, Wien oder Alpenflughäfen aus der Zeit vor April 2015 durchsiehst
- du Lebensläufe früherer Tyrolean-Maschinen über die Seriennummer verfolgst
Prüf es genau, wenn …
- auf dem Foto nur „Austrian“ steht – zwischen 2012 und 2015 kann trotzdem Tyrolean geflogen sein
- eine Dash 8-400 nach 2015 abgelichtet wurde – dann flog sie bereits für Austrian
Keine Chance auf Tyrolean, wenn …
- du heute im Flugplan nach VO- oder TYR-Flügen suchst – der Flugbetrieb endete am 31. März 2015
Häufige Verwechslungen
- Tyrolean und Austrian gleichsetzen – Tyrolean war eine eigene Gesellschaft, auch wenn sie später in Austrian-Optik flog.
- Austrian Arrows für eine eigene Airline halten – das war nur eine Marke, dahinter stand immer Tyrolean.
- Die Gründung auf 1980 festlegen – 1980 begann der Linienverkehr, die Firma bestand als Aircraft Innsbruck schon vorher.
- Tyrolean für insolvent halten – sie wurde 2015 planmäßig mit Austrian verschmolzen.
- Jede Boeing 777 der Austrian zwischen 2012 und 2015 Tyrolean zuordnen – eine Maschine blieb bei Austrian.
- Dash 8-100 und -300 verwechseln – die 300er hat einen deutlich längeren Rumpf.
Regionalflieger-Geschichte im eigenen Hangar
Sammle deine historischen Aufnahmen im Hangar, poste sie mit Typ, Kennzeichen und Flughafen und tausch dich in der Community mit anderen Spottern über alte Regionalairlines aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Tyrolean Airways steht für 35 Jahre Regionalfliegerei aus Tirol: die Dash 7 auf Bergpisten, eine lange Dash-8-Ära, Fokker- und CRJ-Jets und am Ende die überraschende Rolle als Betreiber der gesamten Austrian. Für Spotter lohnt der Blick zurück – auf alte Dias aus Innsbruck, saubere Kennzeichen und die Flugzeuge, die nach 2015 in Austrian-Farben weiterflogen. Weitere historische Airlines aus Österreich findest du bei Lauda Air und Niki, aus der Schweiz bei Crossair.
Kurzfazit
Tyrolean Airways (IATA VO, ICAO TYR) war eine Regionalairline aus Innsbruck, die von 1980 bis zum 31. März 2015 flog. Der Typ verrät die Epoche, das Kennzeichen zeigt, welche Maschine es genau war.
Zusammenfassung
- Tyrolean startete 1980 als Regionalairline der Familie Swarovski und verband Innsbruck mit Wien und Zürich – mit der Dash 7, die auch in den Bergen kurze Pisten schaffte.
- Mit Dash 8, Fokker 50, Fokker 70 und CRJ wuchs die Airline zur führenden Regionalgesellschaft Österreichs und wurde 1998 vollständig von Austrian übernommen.
- Als Austrian Arrows flog Tyrolean die Regionalstrecken des Konzerns, ab Juli 2012 sogar alle Austrian-Flüge mit dem Zusatz „operated by Tyrolean“.
- Seit April 2015 gibt es keinen Flugbetrieb mehr unter dem Namen Tyrolean – für Spotter ist sie ein Archiv-Thema mit vielen Spuren in der heutigen Austrian.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Tyrolean Airways?
Tyrolean Airways flog mit dem IATA-Code VO und dem ICAO-Code TYR. Im Sprechfunk meldeten sich die Besatzungen mit „TYROLEAN“. Seit dem Ende des Flugbetriebs im März 2015 findest du diese Codes nur noch in alten Flugplänen, Logbüchern und Bildbeschreibungen.
Wann wurde Tyrolean Airways gegründet?
Die Wurzeln liegen bei der Innsbrucker Firma Aircraft Innsbruck, die Gernot Langes-Swarovski und Christian Schwemberger-Swarovski 1978 übernahmen und 1979 in Tyrolean Airways umbenannten. Der Linienverkehr begann am 1. April 1980 – dieses Datum gilt meist als Startpunkt der Airline. Englischsprachige Quellen datieren die Gründung von Aircraft Innsbruck auf 1958.
Welche Flugzeuge flog Tyrolean?
Am Anfang stand die viermotorige De Havilland Canada Dash 7. Ab Mitte der 1980er prägte die Dash 8 die Flotte, zuerst als 100er, dann als 300er und ab 2000 als Dash 8-400. Dazu kamen Fokker 50, Fokker 70, Fokker 100, Bombardier CRJ und kurzzeitig Embraer ERJ 145. Ab Juli 2012 betrieb Tyrolean auch die Airbus- und Boeing-Flotte der Austrian.
Was war Austrian Arrows?
Austrian Arrows war die Marke, unter der Tyrolean die Regionalflüge der Austrian Airlines Group vermarktete. Je nach Quelle begann sie im Sommer 2002 oder im September 2003. Der rechtliche Name blieb Tyrolean Airways Tiroler Luftfahrt GmbH. Im Juli 2012 fiel der Zusatz „arrows“ weg.
Warum flog Tyrolean ab 2012 alle Austrian-Flüge?
Austrian Airlines übertrug zum 1. Juli 2012 ihren gesamten Flugbetrieb samt Flugzeugen und Personal auf die Tochter Tyrolean, um Kosten zu senken. Rund 460 Piloten und 1.500 Flugbegleiter wechselten damals. Die Flüge liefen weiter mit OS-Flugnummer, aber mit dem Hinweis „operated by Tyrolean“. Nur eine Boeing 777 blieb aus verkehrsrechtlichen Gründen bei Austrian.
Wann endete Tyrolean Airways?
Nach einem langen Rechtsstreit um den Betriebsübergang und einem neuen Kollektivvertrag wurde Ende 2014 die Fusion mit Austrian Airlines beschlossen. Am 31. März 2015 stellte Tyrolean den Flugbetrieb ein, ab dem 1. April 2015 flog wieder Austrian Airlines selbst.
Gibt es heute noch etwas von Tyrolean?
Ja. Der Wartungsbetrieb am Flughafen Innsbruck wurde im März 2015 als Tyrolean Airways Luftfahrzeuge Technik GmbH ausgegliedert, um die Marke zu erhalten. Der Standort gilt als erfahren mit Turboprops, besonders mit der Dash 8. Viele Flugzeuge aus der Tyrolean-Zeit flogen zudem noch Jahre bei Austrian weiter.
Tyrolean Airways im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
De Havilland Canada DHC-7 Dash 7
Vier Propeller an einem Hochdecker, ein hohes T-Leitwerk und Landestrecken unter 600 Metern: Der Dash 7 war das Kurzstartflugzeug, mit dem der London City Airport überhaupt erst möglich wurde. Heute ist er eine echte Rarität. So erkennst du ihn und so findest du die letzten Exemplare.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-100
Kurzer Rumpf, T-Leitwerk und Fahrwerk in den Triebwerksgondeln: Die Dash 8-100 ist die Urversion der Dash-8-Familie. Seit 1984 im Dienst, längst nicht mehr gebaut und trotzdem in Norwegen und Kanada noch Alltag. So erkennst du sie.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-300 (Q300)
Länger als die Dash 8-100, deutlich kürzer als die Q400 und mit vier Blättern pro Propeller: Die Dash 8-300 ist die mittlere Größe der Dash-8-Familie. Widerøe, PAL und Air New Zealand fliegen sie noch, bei Air Canada Express ist sie Geschichte.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypFokker 70
Kurz, gedrungen, zwei Tay-Triebwerke am Heck und ein Rumpfende, das bei der Landung aufklappt: Die Fokker 70 ist die kleine Schwester der Fokker 100 – bekannt von KLM Cityhopper, als Regierungsjet und heute ein seltener Fang.
FlugzeugtypFokker 100
Zwei Tay-Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung aufklappt: Die Fokker 100 ist der größte Verkehrsjet, den Fokker je gebaut hat – und heute ein seltener Fang.
FlugzeugtypFokker 50
Hoher Flügel, sechsblättrige Propeller und eine lange Reihe kleiner Fenster: Die Fokker 50 war der letzte Turboprop aus den Niederlanden. Heute fliegt sie nur noch bei wenigen Betreibern – so findest und erkennst du sie.
FlugzeugtypBombardier CRJ100/CRJ200
Klein, schlank, Triebwerke am Heck: Der CRJ100/200 war der erste Canadair Regional Jet und startete 1992 bei Lufthansa CityLine. In Europa ist er fast verschwunden, in den USA fliegt er noch – so erkennst du den 50-Sitzer sicher.
Weitere Airlines
Austrian Airlines
Österreichs Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Wien: seit 2009 Teil der Lufthansa Group, seit 2000 in der Star Alliance – und mitten im größten Flottenumbau seit Jahren.
FerienfliegerLauda Air
Historische Airline aus Wien: 1979 von Formel-1-Weltmeister Niki Lauda gegründet, bekannt für Langstrecken nach Asien und Australien mit Boeing 767 und 777 – ab den 2000er-Jahren Teil von Austrian, 2013 als Marke eingestellt.
Low-CostNiki
Historische Airline aus Wien: 2003 von Niki Lauda aus Aero Lloyd Austria gegründet, eng mit Air Berlin verbunden, mit Airbus-A320-Familie unterwegs – und im Dezember 2017 insolvent.
RegionalLufthansa CityLine
Die frühere Regional- und Zubringertochter der Lufthansa: Wurzeln von 1958, als CityLine ab 1992 im Einsatz, mit CRJ, Avro RJ85, Embraer und sogar A340 – im April 2026 ging der Flugbetrieb zu Ende.
RegionalAir Dolomiti
Die italienische Regionalairline der Lufthansa Group aus Verona: reine Embraer-Flotte, eigene Marke statt Kranich und Flüge von Italien zu den Drehkreuzen München und Frankfurt.
RegionalCrossair
Historische Regionalairline aus Basel: 1975 von Moritz Suter als Taxiflug-Firma gegründet, Erstkundin von Saab 340 und Saab 2000 und 2002 das Fundament von Swiss International Air Lines.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Innsbruck
Ein Flughafen mitten im Gebirge: eine 2.000-Meter-Piste im engen Inntal, Anflüge mit Spezialtraining für die Crews, Föhn als ständiger Begleiter – und an Winter-Samstagen ein Vorfeld voller Skicharter aus Großbritannien, den Niederlanden und Skandinavien.
FlughafenFlughafen Wien-Schwechat
Größter Flughafen Österreichs und Drehkreuz von Austrian Airlines: zwei sich kreuzende Pisten, ein Terminal 3 im Umbau, starker Low-Cost-Verkehr – und seit dem Aus der Besucherterrasse ein Spotterhügel als wichtigster legaler Standpunkt.
HerstellerDe Havilland Canada
Vom Buschflugzeug Beaver über die Twin Otter bis zur Dash 8 und dem Löschflugzeug DHC-515: De Havilland Canada steht für robuste Kurzstart-Flugzeuge. Hier erfährst du, wie das Unternehmen entstand, wem es gehörte und wo du seine Typen heute vor die Linse bekommst.
HerstellerFokker
Fokker war über Jahrzehnte der große Name der niederländischen Luftfahrt: erst Jagdflugzeuge im Ersten Weltkrieg, dann die F.VII, später F27, F28, Fokker 50, 70 und 100. 1996 ging der Hersteller pleite. Hier erfährst du, wie es dazu kam, was vom Unternehmen geblieben ist und wo du Fokker-Typen heute noch vor die Linse bekommst.
Wo du Tyrolean Airways vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse Flughafen Innsbruck
Die Besucherterrasse im Terminal des Flughafens Innsbruck ist kostenlos, ohne Sicherheitskontrolle erreichbar und blickt über das Vorfeld auf die Piste 08/26 vor der Nordkette. Unter der Woche ist es ruhig, an Winter-Wochenenden füllen Ski-Charter aus Großbritannien, den Niederlanden und Skandinavien das Vorfeld.
BesucherterrasseBesucherterrasse Flughafen Wien
Die lange Dachterrasse auf Terminal 3 war jahrelang der bequemste Spot in Wien – derzeit ist sie wegen der Bauarbeiten an der Süderweiterung geschlossen. Hier liest du, was offiziell bekannt ist und welche legalen Alternativen dir am Flughafen Wien bleiben.
SpotterhügelSpotterhügel Flughafen Wien
Seit die Besucherterrasse auf Terminal 3 geschlossen ist, führt in Wien kaum ein Weg am Spotterhügel vorbei: ein vom Flughafen aufgeschütteter Erdhügel östlich der Piste 16/34, kostenlos, rund um die Uhr erreichbar und morgens mit der Sonne im Rücken.
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