Das Wichtigste in Kürze
- Die Dash 8-400 ist die gestreckte, schnelle Version der Dash-8-Familie: bis zu 90 Sitze, Reisegeschwindigkeiten nahe an Regionaljets.
- Schnellster Erkennungsweg: T-Leitwerk plus Hauptfahrwerk in den Triebwerksgondeln. Die ATR 72 hat beides nicht.
- „Q“ steht für „Quiet“: Alle Q-Modelle haben ein aktives System gegen Lärm und Vibrationen in der Kabine.
- Im Tracking erscheint der Typ als DH8D. Die kleineren Dash-8-Serien laufen unter DH8A, DH8B und DH8C.
- Im DACH-Raum ist sie selten geworden: Austrian und Eurowings fliegen sie nicht mehr, Luxair und Croatia Airlines bringen sie noch nach Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Dash 8-400?
- 2.Warum „Q“? Das Lärmdämmsystem
- 3.Die vier Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.Die Dash-8-Familie im Vergleich
- 5.Dash 8-400 oder ATR 72?
- 6.Wo du die Dash 8-400 antriffst
- 7.Spotting in Deutschland: Wo die Q400 noch landet
- 8.Fototipps speziell für die Dash 8-400
- 9.Die Fahrwerksvorfälle von 2007
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | De Havilland Canada (zuvor Bombardier) |
|---|---|
| Familie | Dash 8 (Serien 100, 200, 300 und 400) |
| ICAO-Typcode | DH8D |
| Erstflug | 31. Januar 1998 |
| Indienststellung | 2000 |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PW150A mit Sechsblatt-Propellern |
| Länge | 32,8 m |
| Spannweite | 28,4 m |
| Höhe | rund 8,3 m |
| Kabine | vier Sitze pro Reihe (2+2), ein Mittelgang |
| Sitzplätze | typisch rund 70 bis 80, maximal 90 |
| Reichweite | bis rund 2.000 km, je nach Version und Zuladung |
| Max. Reisegeschwindigkeit | rund 360 Knoten (ca. 667 km/h) |
| Produktionsstatus | Serienfertigung seit 2021 pausiert |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Hochdecker mit zwei Turboprop-Triebwerken und großen Sechsblatt-Propellern
- Echtes T-Leitwerk: Das Höhenleitwerk sitzt ganz oben auf der Seitenflosse
- Sehr lange Triebwerksgondeln, in die das Hauptfahrwerk nach hinten einfährt – keine Fahrwerksverkleidungen am Rumpf
- Langer, schlanker Rumpf von fast 33 Metern mit spitzer, weit nach vorn gezogener Nase
- Hochbeiniger Stand am Boden, weil die langen Fahrwerksbeine bis unter die Flügel reichen
- Schmale, gestreckte Flügel mit großer Spannweite und ohne Winglets
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein schlanker Hochdecker schwebt herein, das Höhenleitwerk sitzt ganz oben auf der Flosse, und die Propeller surren mit sechs Blättern: Das ist sehr wahrscheinlich eine De Havilland Canada Dash 8-400, vielen Spottern noch als Bombardier Q400 bekannt. Sie ist der größte und schnellste Turboprop im regulären Linienverkehr und wird trotzdem ständig mit der ATR 72 verwechselt. Hier erfährst du, woran du sie sicher erkennst, wie sie sich von ihren kleineren Schwestern unterscheidet und wo du sie im deutschsprachigen Raum noch vor die Linse bekommst.
DH8D im Hangar abhaken
Mit Planetrack hältst du jede Q400-Sichtung mit Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot fest und sammelst sie in deinem Hangar. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Dash 8-400?
Die Dash 8-400 ist die gestreckte Version der Dash-8-Familie, eines Regional-Turboprops, den De Havilland Canada in den Achtzigerjahren entwickelt hat. Die ersten Serien 100, 200 und 300 boten zwischen gut 30 und gut 50 Sitze. Mitte der Neunzigerjahre wuchs der Bedarf an größeren und schnelleren Propellerflugzeugen, also entwarf der damalige Eigentümer Bombardier eine deutlich verlängerte Version mit neuen Triebwerken und überarbeiteten Flügeln.
Am 31. Januar 1998 hob die Serie 400 zum ersten Mal ab, im Jahr 2000 ging sie in den Liniendienst. Angetrieben wird sie von zwei Pratt & Whitney Canada PW150A, die je einen großen Sechsblatt-Propeller drehen. Mit einer maximalen Reisegeschwindigkeit von rund 360 Knoten, also etwa 667 km/h, ist sie spürbar schneller als andere Turboprops ihrer Größe. Der Hersteller wirbt deshalb mit Leistungen, die nah an einen Regionaljet heranreichen, bei den Betriebskosten eines Propellerflugzeugs.
In der Kabine sitzen die Passagiere in einer 2+2-Anordnung mit Mittelgang. Typische Auslegungen liegen bei rund 70 bis 80 Sitzen, die Variante mit erhöhter Kapazität ist für bis zu 90 Plätze zugelassen. Erstkunde dieser 90-Sitzer-Version war 2018 die indische SpiceJet.
Die Geschichte des Herstellers ist verwickelt. Bombardier führte das Programm über viele Jahre, verkaufte es aber 2019 an Longview Aviation Capital. Seitdem trägt es wieder den traditionsreichen Namen De Havilland Canada, und aus der „Q400“ wurde offiziell die „Dash 8-400“. Laut Hersteller sind mehr als 620 Maschinen an über 70 Eigentümer und Betreiber gegangen.
Warum „Q“? Das Lärmdämmsystem
Ab Mitte der Neunzigerjahre erhielten alle neu ausgelieferten Dash 8 ein aktives System zur Lärm- und Vibrationsdämpfung in der Kabine. Mikrofone und Aktuatoren erfassen das typische Propellerbrummen und wirken ihm gezielt entgegen. Bombardier stellte den Modellen deshalb ein „Q“ für „Quiet“ voran: Q100, Q200, Q300 und eben Q400. Für dich als Spotter ändert das System von außen nichts, aber es erklärt, warum die Namen Q400 und Dash 8-400 bis heute parallel kursieren.
Später bot Bombardier zudem die Q400 NextGen an, unter anderem mit neu gestalteter Kabine. Äußerlich ist die NextGen von einer älteren Q400 kaum zu unterscheiden; hier hilft nur das Kennzeichen samt Datenbankabfrage.
Die vier Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Bei Turboprops landen viele Einsteiger reflexartig bei „ATR“. Mit vier Beobachtungen bist du bei der Dash 8-400 auf der sicheren Seite.
Leitwerk ansehen
Sitzt das Höhenleitwerk ganz oben auf der Seitenflosse, hast du ein T-Leitwerk vor dir. Das ist das auffälligste Merkmal der gesamten Dash-8-Familie und auch aus großer Entfernung zu sehen.
Fahrwerk verfolgen
Das Hauptfahrwerk hängt unter den Triebwerken und klappt beim Einfahren nach hinten in die langen Gondeln. Am Rumpf gibt es keine seitlichen Fahrwerksverkleidungen.
Propellerblätter zählen
Sechs Blätter pro Propeller sprechen für die Serie 400. Die Serien 100 bis 300 haben vier Blätter, was du bei stehendem Propeller am Gate gut erkennst.
Länge einschätzen
Mit knapp 33 Metern ist die -400 deutlich länger als jeder andere Dash 8. Der Rumpf wirkt lang und schlank, die Nase weit nach vorn gezogen.
Die Kombination aus T-Leitwerk und Fahrwerk in den Gondeln grenzt die Dash-8-Familie sicher ein, Propeller und Länge liefern die Serie. Am Ende bestätigt das Kennzeichen den Typ. Wie du Flugzeuge allgemein systematisch bestimmst, zeigt der Guide Flugzeugtypen erkennen für Anfänger.
Praxis-Tipp für den ersten Blick
Im Endanflug hängen die langen Fahrwerksbeine weit unter den Gondeln heraus. Diese „hochbeinige“ Silhouette ist bei der Dash 8-400 so typisch, dass du sie nach ein paar Sichtungen schon von weitem zuordnest.
Die Dash-8-Familie im Vergleich
Alle Dash 8 teilen das Grundkonzept aus Hochdecker, T-Leitwerk und Fahrwerk in den Gondeln. Die Serien unterscheiden sich vor allem in der Länge.
| Serie | ICAO-Code | Länge | Propeller | Status |
|---|---|---|---|---|
| Dash 8-100 | DH8A | ca. 22,3 m | 4 Blätter | klassische Serie, Neubau bis 2005 |
| Dash 8-200 | DH8B | ca. 22,3 m | 4 Blätter | klassische Serie, Bau bis 2009 |
| Dash 8-300 | DH8C | ca. 25,7 m | 4 Blätter | klassische Serie, Bau bis 2009 |
| Dash 8-400 | DH8D | 32,8 m | 6 Blätter | Fertigung seit 2021 pausiert |
Die -100 und -200 sind äußerlich praktisch gleich lang und unterscheiden sich vor allem bei den Triebwerken. Zwischen -300 und -400 liegen dagegen rund sieben Meter, was du im direkten Vergleich sofort siehst. Bei Einzelsichtungen helfen dir die Propeller: sechs Blätter heißt Serie 400.
Der Code trennt die Serien
Manche Flugradar-Apps zeigen bei allen Serien schlicht „Dash 8“ an. Filter deshalb nach dem ICAO-Code DH8D, wenn du gezielt die große Version suchst. Wie du solche Daten richtig liest, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B.
Dash 8-400 oder ATR 72?
Die ATR 72 ist der direkte Konkurrent und an europäischen Flughäfen deutlich häufiger zu sehen. Beide sind zweimotorige Hochdecker mit Sechsblatt-Propellern bei den aktuellen Versionen, beide haben vier Sitze pro Reihe. Der Finder hilft dir, die beiden auseinanderzuhalten.
Schnellbestimmung: Regional-Turboprop
De Havilland Canada Dash 8
T-Leitwerk und Fahrwerk in den Gondeln sind das Dash-8-Bild. Zähl jetzt die Propellerblätter und schätze die Länge: sechs Blätter und ein sehr langer Rumpf bedeuten Dash 8-400.
ATR 72 oder ATR 42
Tief angesetztes Höhenleitwerk und Fahrwerk am Rumpf sprechen für eine ATR. Ein langer Rumpf deutet auf die ATR 72, ein kurzer auf die ATR 42.
Mehr zur Konkurrenz findest du in den Steckbriefen zur ATR 72-600 und zur ATR 42-600 sowie auf der Herstellerseite von ATR. Auch in der Luft gibt es einen Unterschied: Die Dash 8-400 steigt und fliegt schneller als die ATR und hat entsprechend kürzere Blockzeiten. Für die Bestimmung am Spot ist das aber nur ein Indiz.
Wo du die Dash 8-400 antriffst
Im deutschsprachigen Raum war die Q400 lange ein vertrauter Anblick. Austrian Airlines setzte sie viele Jahre ein, zuerst über die Tochter Tyrolean, ab 2015 unter eigenem Betrieb. Bis März 2021 hatte Austrian alle Q400 durch Airbus-Jets ersetzt. In Deutschland flog die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) eine Q400-Flotte zuerst für Air Berlin und später im Wetlease für Eurowings; mit der Insolvenz von LGW endete im April 2020 auch dieser Einsatz.
Heute sind die Quellen überschaubar. Stand Oktober 2026 sieht die Lage so aus:
- Luxair ist im Moment der verlässlichste Q400-Betreiber auf deutschen Strecken. Die Airline fliegt rund zehn Maschinen mit 76 Sitzen und bedient unter anderem Hamburg, Berlin und München, saisonal auch Sylt und Heringsdorf. Parallel wächst ihre Embraer-E2-Flotte, welche Strecken mit welchem Typ fliegen, kann sich also verschieben.
- Croatia Airlines hatte zuletzt nur noch zwei Q400 im Bestand und ersetzt die Flotte schrittweise durch den Airbus A220-300. Die Airline fliegt unter anderem Frankfurt, München und Zürich an; eine Q400 ist dort inzwischen ein Glücksfall.
- Widerøe aus Norwegen gehört mit rund 18 Dash 8-400 (Stand 2025) zu den großen Betreibern in Europa und fliegt zusätzlich die kleineren Serien 100 bis 300. Wer die Familie komplett sammeln will, findet in Norwegen etwa rund um den Flughafen Oslo das dichteste Angebot.
Außerhalb Europas ist die Dash 8-400 deutlich häufiger, etwa in Kanada, Afrika und Asien. Bei Ethiopian Airlines oder der kanadischen Porter Airlines gehört sie fest zum Bild. Dazu kommen Sonderversionen, etwa als Löschflugzeug (Q400MR bzw. Q400AT) oder als Kombi-Version für Passagiere und Fracht.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Hamburg, Berlin, München | mittel | Luxair-Verbindungen nach Luxemburg, je nach Umlauf mit Q400 |
| Frankfurt, Zürich | niedrig | Croatia Airlines stellt auf A220 um |
| Wien | niedrig | Austrian fliegt die Q400 seit 2021 nicht mehr |
| Norwegische Flughäfen | hoch | Widerøe betreibt eine große Dash-8-Flotte |
Flotten und Einsätze ändern sich
Gerade bei Auslaufmodellen und gemischten Flotten wechselt der Typ auf einer Strecke manchmal von Tag zu Tag. Prüf vor deiner Tour Ankünfte und Abflüge nach dem Code DH8D, statt dich auf ältere Listen zu verlassen.
Nie wieder eine Q400 verpassen
Setz die Dash 8-400 auf deine Wunschliste und richte in Planetrack einen Sichtungs-Alarm für den Typ oder ein bestimmtes Kennzeichen ein: Die App meldet sich, wenn die Maschine anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Spotting in Deutschland: Wo die Q400 noch landet
Weil die Dash 8-400 im DACH-Raum vor allem auf Verbindungen nach Luxemburg und Kroatien unterwegs ist, landest du an den großen Flughäfen mit Regionalverkehr. In München ist der Besucherhügel der klassische Startpunkt, in Hamburg der Affenfelsen und in Berlin die Besucherterrasse am BER. In Frankfurt bietet die Aussichtsplattform Zeppelinheim Blick auf den Anflug, in Zürich die Zuschauerterrasse B.
Turboprops nutzen an großen Flughäfen nicht immer dieselbe Piste oder denselben Rollweg wie die Jets. Entscheidend ist die Betriebsrichtung: Sie bestimmt, aus welcher Richtung die Maschinen anfliegen und welcher Spot das beste Bild liefert. Wie du sie vorab einschätzt, erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
Bereit für deine Q400-Session?
- Ich habe einen Flug mit dem Typcode DH8D im Flugplan oder Tracking gefunden.
- Ich kenne die voraussichtliche Betriebsrichtung.
- Ich weiß, wo die Sonne zur geplanten Uhrzeit steht.
- Meine Verschlusszeit ist auf Propeller eingestellt, nicht auf Jets.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
Ob dein Standpunkt rechtlich unproblematisch ist, klärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?.
Fototipps speziell für die Dash 8-400
Die Q400 ist ein dankbares, aber anspruchsvolles Motiv. Der lange Rumpf, das hohe Leitwerk und die großen Propeller wollen richtig ins Bild gesetzt werden.
Propeller in Bewegung zeigen
Mit sehr kurzer Verschlusszeit frierst du die Propeller ein, und das Flugzeug wirkt wie ein Modell, das antriebslos in der Luft hängt. Eine längere Verschlusszeit erzeugt eine runde Propellerscheibe. Wie du das Mitziehen übst, steht im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.
Leitwerk vollständig aufs Bild
Das T-Leitwerk ist das Erkennungsmerkmal. Wähle den Ausschnitt so, dass Seitenflosse und Höhenleitwerk komplett drauf sind, gerade bei engen Bildern im Endanflug.
Seitlich im Anflug
Von der Seite siehst du die lange Rumpflinie, die heraushängenden Fahrwerksbeine und die Gondeln gleichzeitig. Frontal wirkt die Q400 schmal und verliert ihren Charakter.
Licht von der Seite
Die oben liegenden Flügel werfen bei steiler Sonne starke Schatten auf den Rumpf. Flaches Licht am Morgen oder Abend zeigt die Lackierung gleichmäßiger.
Wann das Licht an deinem Spot passt, berechnest du vorab mit dem Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Welche Brennweite du für ein im Vergleich zu Jets eher kleines Flugzeug brauchst, erklärt der Artikel zum richtigen Objektiv fürs Planespotting.
Die Fahrwerksvorfälle von 2007
Kein Kapitel der Q400-Geschichte ist so bekannt wie der Herbst 2007. Innerhalb weniger Wochen hatten drei Maschinen von SAS Probleme mit dem rechten Hauptfahrwerk: Im September brach es bei Landungen in Aalborg und Vilnius ein, im Oktober landete eine Maschine in Kopenhagen mit eingefahrenem rechtem Hauptfahrwerk. Ernsthaft verletzt wurde niemand. Die Ermittler fanden bei den ersten beiden Fällen Korrosion im Gewinde eines Hydraulikzylinders, beim dritten blockierte ein falsch eingesetzter Dichtring ein Ventil.
SAS legte ihre Q400 zunächst still und nahm sie nach dem dritten Vorfall Ende Oktober 2007 dauerhaft aus dem Dienst. Die übrigen Betreiber flogen den Typ nach Inspektionen und Teiletausch weiter.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Dash 8-400, wenn …
- das Höhenleitwerk ganz oben auf der Flosse sitzt
- das Hauptfahrwerk aus den Triebwerksgondeln kommt
- du sechs Blätter pro Propeller zählst
- im Tracking DH8D als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- der Rumpf eher kurz wirkt – dann kommt eine Dash 8-300 oder kleiner infrage
- du die Maschine nur frontal siehst und das Leitwerk nicht erkennst
- die Propeller sich drehen und du die Blätter nicht zählen kannst
Es ist keine Dash 8-400, wenn …
- das Fahrwerk in Verkleidungen am Rumpf verschwindet – dann ist es meist eine ATR
- du vier Propellerblätter zählst – dann ist es eine ältere Dash-8-Serie
- die Flügel unten am Rumpf sitzen und Jettriebwerke tragen, etwa bei der Embraer E190
- du ein kleines Hochdecker-Flugzeug mit festem Fahrwerk siehst – das ist eher die DHC-6 Twin Otter
Weil die Q400 im DACH-Raum selten geworden ist, zählt sie für viele Spotter inzwischen zu den lohnenden Zielen abseits des A320-Alltags. Weitere Tipps für solche Typen findest du im Beitrag Seltene Flugzeuge spotten, und wer gerade erst anfängt, startet am besten mit Planespotting für Einsteiger.
Fazit
Die Dash 8-400 ist der Turboprop für Spotter, die genau hinsehen: T-Leitwerk, Fahrwerk in den Gondeln, sechs Propellerblätter und ein ungewöhnlich langer Rumpf. Hergestellt wird sie seit 2021 nicht mehr, im deutschsprachigen Raum sind Austrian und Eurowings ausgestiegen, und auch Croatia Airlines verabschiedet sich. Luxair hält die Q400 auf deutschen Strecken am Leben, Widerøe in Norwegen liefert die große Auswahl.
Kurzfazit
Hochdecker mit T-Leitwerk, Fahrwerk in den Gondeln und Sechsblatt-Propellern: Das ist die Dash 8-400. Wer sie gezielt sucht, filtert nach DH8D und plant Luxair-Verbindungen in Hamburg, Berlin oder München ein, bevor die Q400 aus Mitteleuropa ganz verschwindet.
Zusammenfassung
- Die Dash 8-400 flog erstmals 1998 und ist seit 2000 im Liniendienst. Gebaut wurde sie in Toronto-Downsview, zuerst unter Bombardier, ab 2019 unter dem wiederbelebten Namen De Havilland Canada.
- Seit 2021 ist die Serienfertigung pausiert. Mehr als 620 Maschinen sind laut Hersteller an Betreiber gegangen.
- T-Leitwerk, Fahrwerk in den Gondeln und der lange Rumpf trennen sie zuverlässig von ATR 72 und den kürzeren Dash-8-Serien.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Luxair und Croatia Airlines die verlässlichsten Quellen, Widerøe ist der große Betreiber in Skandinavien.
Häufige Fragen
Ist Q400 dasselbe wie Dash 8-400?
Ja. Bombardier vermarktete die Serie 400 lange als Q400, das Q verweist auf das Lärmdämmsystem in der Kabine. Seit De Havilland Canada das Programm 2019 übernommen hat, heißt das Muster offiziell Dash 8-400. Unter Spottern sind beide Namen gebräuchlich.
Welchen ICAO-Typcode hat die Dash 8-400?
Die Serie 400 läuft unter DH8D. Die Serien 100, 200 und 300 haben die Codes DH8A, DH8B und DH8C. Wenn du in Tracking-Apps gezielt nach der großen Version suchst, filterst du also nach DH8D.
Wie unterscheide ich die Dash 8-400 von der ATR 72?
Am schnellsten über Leitwerk und Fahrwerk: Die Dash 8-400 hat ein T-Leitwerk und fährt das Hauptfahrwerk in die Triebwerksgondeln ein. Bei der ATR 72 sitzt das Höhenleitwerk deutlich tiefer an der Seitenflosse, und das Fahrwerk verschwindet in Verkleidungen seitlich am Rumpf. Dazu ist die Dash 8-400 länger und steht höher auf ihren Beinen.
Wie unterscheide ich die Serie 400 von der Dash 8-300?
Über die Länge und die Propeller. Die -300 ist mit rund 25,7 Metern etwa sieben Meter kürzer und hat vierblättrige Propeller. Die -400 wirkt mit fast 33 Metern deutlich gestreckter und trägt sechs Blätter pro Propeller.
Wird die Dash 8-400 noch gebaut?
Derzeit nicht. De Havilland Canada hat im Februar 2021 angekündigt, die Produktion mangels Aufträgen zu pausieren, und die Fertigung im selben Jahr ausgesetzt und das Werk in Toronto-Downsview später verlassen. Der Hersteller betreut die Flotte weiter, hat 2024 neue Aufträge gemeldet und plant eine Fertigung an einem neuen Standort in Alberta. Einen festen Termin für neue Maschinen solltest du nicht als gesetzt betrachten.
Warum hat SAS die Q400 2007 ausgemustert?
Im Herbst 2007 brach bei drei SAS-Maschinen innerhalb weniger Wochen das rechte Hauptfahrwerk bei der Landung ein oder ließ sich nicht ausfahren, unter anderem in Aalborg, Vilnius und Kopenhagen. Bei den ersten beiden Fällen fanden Ermittler Korrosion an einem Hydraulikzylinder. Nach dem dritten Vorfall nahm SAS ihre Q400 dauerhaft aus dem Dienst.
Wo sehe ich in Deutschland eine Dash 8-400?
Am ehesten bei Luxair, die mehrere deutsche Ziele wie Hamburg, Berlin und München bedient, und bei Croatia Airlines, deren letzte Q400 aber gerade durch A220 ersetzt werden. Welcher Typ auf welcher Strecke fliegt, prüfst du am besten kurz vorher im Tracking nach dem Code DH8D.
De Havilland Canada Dash 8-400 (Q400) sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
ATR 72-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.
TurbopropATR 42-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei Sechsblatt-Propeller und ein kurzer, kompakter Rumpf: Die ATR 42-600 ist der kleinste Turboprop von ATR. So erkennst du sie und trennst sie von der größeren ATR 72.
TurbopropDe Havilland Canada DHC-6 Twin Otter
Hochdecker mit Flügelstreben, starres Fahrwerk, zwei schlanke PT6-Turboprops: Die Twin Otter landet auf Strand, Wasser, Schnee und Schotter. So erkennst du den kanadischen Klassiker.
RegionaljetEmbraer E190
Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.
SchmalrumpfAirbus A220-300
Schlanker Rumpf, riesige Getriebefan-Triebwerke, große Fenster: Die A220-300 begann als Bombardier CS300 und ist heute bei Swiss, airBaltic und Air France Alltag. So erkennst du sie.
RegionaljetBombardier CRJ900
Schlanker Rumpf, Triebwerke am Heck, T-Leitwerk obendrauf: Der CRJ900 war jahrelang das Arbeitspferd im Lufthansa-Zubringerverkehr. Seit dem Aus der CityLine ist er in Deutschland selten geworden – so erkennst du ihn trotzdem sicher.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
ATR
Der französisch-italienische Hersteller ATR baut seit den 1980er-Jahren nur zwei Flugzeuge – die ATR 42 und die ATR 72. Hochdecker, T-Leitwerk, Propeller: Wer die Familie einmal verstanden hat, erkennt sie überall, von Lanzarote bis zu den griechischen Inseln.
FlughafenFlughafen München
Zweitgrößter Flughafen Deutschlands und zweites Drehkreuz der Lufthansa: zwei parallele 4.000-Meter-Bahnen im Erdinger Moos, ein Terminal 2 nur für Lufthansa und Star Alliance – und mit dem Besucherpark einer der bequemsten Spotterplätze des Landes.
FlughafenFlughafen Hamburg
Mitten in der Stadt, seit 1911 am selben Ort und mit zwei Pisten, die sich kreuzen: Hamburg ist kein Drehkreuz, aber ein Flughafen mit viel Europaverkehr, Emirates-Langstrecke, Lufthansa Technik nebenan – und dem Affenfelsen als bekanntestem Spotterpunkt.
FlughafenFlughafen Berlin Brandenburg
Der Hauptstadtflughafen mit der langen Vorgeschichte: zwei parallele Pisten am Südrand Berlins, viel Europaverkehr mit Low-Cost- und Netzwerkairlines, eine Handvoll Langstrecken, die Flugbereitschaft der Bundesregierung – und eine Besucherterrasse direkt über dem Vorfeld.
Wo du die De Havilland Canada Dash 8-400 (Q400) siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Besucherhügel am Flughafen München
Der bekannteste Aussichtspunkt am Lufthansa-Drehkreuz München: Vom Besucherhügel im Besucherpark blickst du erhöht über das Flughafengelände – mit eigener S-Bahn-Haltestelle direkt nebenan.
SpotterhügelAffenfelsen am Flughafen Hamburg
Der bekannteste Spotterpunkt am Hamburger Flughafen: Vom Affenfelsen an der Holtkoppel schaust du ohne Leiter über den Zaun auf die Piste 15/33 – mit Kiosk-Café direkt nebenan und der Sonne am Vormittag im Rücken.
BesucherterrasseBesucherterrasse am Flughafen Berlin Brandenburg
Der einzige offizielle Aussichtspunkt am Hauptstadtflughafen: Die Besucherterrasse auf Terminal 1 liegt außerhalb des Sicherheitsbereichs, ist täglich geöffnet und mit der Bahn direkt erreichbar. Was du dort siehst, wann das Licht passt und wo ihre Grenzen liegen.
SpotterhügelAussichtsplattform Zeppelinheim am Flughafen Frankfurt
Der Klassiker unter den Frankfurter Spotterpunkten: Von der Plattform an der Autobahnbrücke bei Zeppelinheim schwebt bei Westwind der Großteil der Landungen auf die Südbahn ein – kostenlos, öffentlich und mit der S-Bahn schnell vom Frankfurter Hauptbahnhof erreichbar.
Passende Guides aus dem Blog
- Propellerflugzeuge fotografieren: Verschlusszeit und Mitzieher richtig wählen
- Flugzeugtypen erkennen: Der Leitfaden für Einsteiger
- Flugverfolgung für Spotter: ADS-B, Flightradar & Co. richtig nutzen
- Betriebsrichtung am Flughafen verstehen: Wind, Pisten und was das für deinen Spot bedeutet
- Sonnenstand planen: So stehst du am Flughafen nie im Gegenlicht
- Seltene Flugzeuge spotten: Unicorns, Erstbesuche und Überführungen

