ATR oder Dash 8? Turboprops sicher unterscheiden und erkennen

Hochdecker, T-Leitwerk, zwei Propeller – ATR und Dash 8 sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Woran du sie trotzdem sofort trennst, wie du ATR 42 und 72 oder die Dash-8-Serien auseinanderhältst und wie du Saab, Fokker, Dornier und Co. einordnest.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Fahrwerk entscheidet: Die ATR zieht ihr Hauptfahrwerk in Verkleidungen seitlich am Rumpf ein, die Dash 8 nach hinten in die langen Triebwerksgondeln. Das ist das zuverlässigste Merkmal.
  • Stand und Nase: Die ATR hockt tief über dem Vorfeld und hat eine kurze, rundliche Nase. Die Dash 8 steht hochbeinig, die -400 trägt eine lange, spitze Nase.
  • Propellerblätter verraten die Generation: ATR 42-300/-320, ATR 72-200/-210 und Dash 8-100 bis -300 drehen mit vier Blättern, ATR -500/-600 und Dash 8-400 mit sechs.
  • Länge trennt die Familienmitglieder: ATR 42 rund 22,7 m, ATR 72 rund 27,2 m; Dash 8-100/-200 rund 22,3 m, -300 rund 25,7 m, -400 rund 32,8 m.
  • Tiefdecker oder anderes Leitwerk heißt: weder ATR noch Dash 8. Saab 340/2000, Jetstream und Beech 1900D haben den Flügel unten, Fokker 50 und MA60 ein tief angesetztes Höhenleitwerk.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.ATR oder Dash 8: die kurze Antwort
  2. 2.Warum ATR und Dash 8 sich so ähneln
  3. 3.Merkmal 1: das Fahrwerk
  4. 4.Merkmal 2: Nase, Rumpf und Stand
  5. 5.Merkmal 3: Türen und Hotel-Modus
  6. 6.ATR 42 und ATR 72 auseinanderhalten
  7. 7.Die Dash-8-Serien auseinanderhalten
  8. 8.Weitere Turboprops erkennen
  9. 9.Wo du ATR und Dash 8 siehst
  10. 10.Die sichere Reihenfolge am Zaun
  11. 11.Typische Fehler
  12. 12.Fazit

Ein Hochdecker mit zwei Propellern schwebt über die Schwelle, das Höhenleitwerk thront oben auf der Seitenflosse. ATR 72 oder Dash 8? Auf den ersten Blick ist das eine der kniffligsten Fragen am Zaun, denn beide Familien folgen fast demselben Bauplan. Trotzdem gibt es ein paar Merkmale, die sie zuverlässig trennen. Dieser Guide zeigt dir, wie du ATR und Dash 8 unterscheidest, wie du innerhalb der Familien die Varianten einordnest und wie du andere Turboprops von Saab bis Dornier erkennst.

Jeden Turboprop mit Typ und Kennzeichen festhalten

Mit Planetrack postest du deine Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Spot – und sammelst jede ATR- und Dash-8-Variante in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

ATR oder Dash 8: die kurze Antwort

Schau aufs Fahrwerk. Bei der Dash 8 kommt das Hauptfahrwerk aus den langen Triebwerksgondeln unter dem Flügel. Bei der ATR verschwindet es in zwei Verkleidungen seitlich unten am Rumpf. Daraus folgt ein zweites Merkmal, das du sogar auf Distanz siehst: Die ATR hockt tief über dem Vorfeld, die Dash 8 steht auf langen Beinen.

Das Leitwerk hilft dir hier nicht weiter – beide Familien haben ein T-Leitwerk. Länge, Nase und Propellerblätter brauchst du erst, wenn du die Variante bestimmen willst.

Rumpf vs. Gondelwohin das Hauptfahrwerk einfährt
4 oder 6Propellerblätter je nach Generation
22–33 mRumpflänge von ATR 42 bis Dash 8-400

Warum ATR und Dash 8 sich so ähneln

Beide Familien sind für dieselbe Aufgabe gebaut: kurze Regionalstrecken mit 30 bis 90 Sitzen, oft von kleinen Flughäfen. Der Hochdecker hält die Propeller weit vom Boden entfernt und bietet Passagieren freie Sicht nach unten. Das T-Leitwerk liegt außerhalb des Propellerstrahls. Und weil beide Hersteller auf Triebwerke von Pratt & Whitney Canada setzen, sehen sogar die Gondeln auf den ersten Blick verwandt aus.

Hinter der ATR steht ATR in Toulouse, ein Gemeinschaftsunternehmen von Airbus und Leonardo. Die Dash 8 stammt aus Kanada: Entwickelt hat sie de Havilland Canada, lange gebaut und als „Q-Serie“ vermarktet hat sie Bombardier, seit 2019 gehört das Programm wieder unter dem Namen De Havilland Canada. Das „Q“ steht für „Quiet“ und verweist auf ein aktives System gegen Lärm und Vibrationen in der Kabine.

Merkmal 1: das Fahrwerk

Das Fahrwerk ist der Klassiker unter den Turboprop-Merkmalen – und es funktioniert auch, wenn der Flieger frontal auf dich zurollt.

  • ATR 42 und ATR 72: Das Hauptfahrwerk klappt in Verkleidungen seitlich am unteren Rumpf. Die Triebwerksgondeln bleiben kurz und enden kurz hinter der Flügelhinterkante. Der Rumpf liegt so tief, dass beim Be- und Entladen oft eine Heckstütze untergestellt wird.
  • Dash 8 (alle Serien): Das Hauptfahrwerk fährt nach hinten in die Triebwerksgondeln ein. Die Gondeln sind entsprechend lang gestreckt und ragen weit hinter den Flügel. Es gibt keine Fahrwerksbeulen am Rumpf.

Im Anflug siehst du das besonders gut: Bei der ATR kommen die Räder aus dem Rumpfbauch, bei der Dash 8 aus den Gondeln unter dem Flügel, deutlich weiter außen. Eine Übersicht aller Fahrwerkskonfigurationen findest du im Beitrag Fahrwerk als Erkennungsmerkmal.

Achte auf die Spur

Weil das ATR-Fahrwerk am Rumpf sitzt, stehen die Räder eng zusammen. Bei der Dash 8 sitzen sie unter den Triebwerken und damit deutlich weiter auseinander. Von vorn fotografiert erkennst du den Unterschied in der Spurbreite sofort.

Merkmal 2: Nase, Rumpf und Stand

Aus dem Fahrwerk ergibt sich die Silhouette. Die ATR wirkt am Boden geduckt, der Rumpf hängt knapp über dem Asphalt. Die Nase ist kurz und rundlich, das Cockpit sitzt weit vorn. Die Dash 8 steht dagegen „auf Stelzen“, der Rumpf liegt sichtbar höher.

Besonders markant ist die Dash 8-400: Sie hat eine lange, spitz zulaufende Nase und einen sehr gestreckten Rumpf. Die älteren Dash-8-Serien haben eine rundere Nase und wirken kompakter. Wie du Typen generell an Nase und Cockpitfenstern einordnest, erklärt der Guide Flugzeugtypen an Nase und Cockpitfenstern erkennen.

Merkmal 3: Türen und Hotel-Modus

Am Gate liefert die ATR zwei zusätzliche Hinweise:

  • Einstieg hinten: Bei den meisten ATR steigen die Passagiere durch die Tür hinten links ein, vorn sitzt eine Frachttür. Bei der Dash 8 liegt die Passagiertür in der Regel vorn links.
  • Stehender Propeller: Viele ATR haben am rechten Triebwerk eine Propellerbremse. Im sogenannten Hotel-Modus läuft das Triebwerk am Boden und versorgt die Kabine, der Propeller steht still. Hörst du ein Triebwerk laufen, siehst aber keinen drehenden Propeller, steht fast immer eine ATR vor dir.

Seltene Turboprops nicht verpassen

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachteter Typ wie die ATR 42 oder ein bestimmtes Kennzeichen im Anflug auf deinen Flughafen ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

ATR 42 und ATR 72 auseinanderhalten

Die ATR-Familie besteht aus zwei Rumpflängen, die je in mehreren Generationen gebaut wurden. Für die Länge schaust du auf die Proportionen, für die Generation auf die Propeller.

Variante Länge Propellerblätter ICAO-Code Erkennungstipp
ATR 42-300/-320 22,67 m 4 AT43 kurz, gedrungen, alte Generation
ATR 42-500 22,67 m 6 AT45 kurz, sechs Blätter
ATR 42-600 22,67 m 6 AT46 außen wie die -500
ATR 72-200/-210 27,17 m 4 AT72, AT73 lang, vier Blätter
ATR 72-500 27,17 m 6 AT75 lang, sechs Blätter
ATR 72-600 27,17 m 6 AT76 außen wie die -500

Die Länge: ATR 42 oder 72?

Bei der ATR 42-600 ist die Spannweite mit 24,57 m größer als der Rumpf mit 22,67 m. Das Flugzeug wirkt dadurch fast quadratisch und auffallend kurz, zwischen Cockpit und Flügel sitzen nur wenige Fenster. Die ATR 72-600 ist rund viereinhalb Meter länger, Spannweite und Rumpf sind fast gleich groß. Sie wirkt gestreckt, und vor dem Flügel reihen sich deutlich mehr Fenster aneinander.

Die Generation: vier oder sechs Blätter?

Die frühen Versionen – ATR 42-300 und ATR 72-200 – drehen mit vierblättrigen Propellern. Ab der ATR 42-500 und der ATR 72-500 sind es sechs Blätter. Die alten Vierblatt-Maschinen siehst du heute vor allem bei Fracht- und Feeder-Betreibern, oft ohne Fenster oder mit überlackierter Fensterreihe.

Zwischen -500 und -600 gibt es von außen praktisch keinen sicheren Unterschied. Der Wechsel betrifft vor allem das Glascockpit, die Avionik und die Kabine. Hier helfen dir nur der ICAO-Code in der Live-Karte oder ein Blick in eine Flottendatenbank. Eine Sonderrolle spielt die ATR 72-600F: ein werksneuer Frachter ohne Kabinenfenster und mit großem Frachttor.

Die Dash-8-Serien auseinanderhalten

Bei der Dash 8 trennst du die Serien fast ausschließlich über die Länge – und bei der -400 zusätzlich über die Propeller.

Serie Länge Propellerblätter ICAO-Code Erkennungstipp
Dash 8-100 22,25 m 4 DH8A kurzer Rumpf, lange Flügel
Dash 8-200 22,25 m 4 DH8B außen wie die -100
Dash 8-300 rund 25,7 m 4 DH8C mittlere Länge, runde Nase
Dash 8-400 rund 32,8 m 6 DH8D sehr lang, spitze Nase

Die Dash 8-100 und die Dash 8-200 sind gleich lang. Die -200 hat stärkere Triebwerke, von außen trennst du die beiden aber kaum – hier hilft der Typcode. Die Dash 8-300 ist sichtbar gestreckter, behält aber Vierblatt-Propeller und runde Nase. Die Dash 8-400 ist der Riese der Familie: fast 33 Meter lang, sechs Blätter pro Propeller und die spitze Nase. Mit bis zu 90 Sitzen ist sie größer als jede ATR.

Welcher Turboprop steht vor dir?

Drei schnelle Fragen – am Ende bekommst du eine Einschätzung, ob du eine ATR, eine Dash 8 oder einen anderen Typ siehst.

Einschätzung

ATR 42 oder ATR 72

Kurz und gedrungen: ATR 42. Lang mit vielen Fenstern: ATR 72. Vier Blätter sprechen für eine alte -300 oder -200. Sehr klein mit spitzer Nase kann auch eine Dornier 328 sein.

Einschätzung

Dash 8

Lang mit spitzer Nase und sechs Blättern: Dash 8-400. Kürzer mit vier Blättern: -100, -200 oder -300. Ohne T-Leitwerk tippst du eher auf eine Fokker 50.

Einschätzung

Weder ATR noch Dash 8

Tiefdecker deuten auf Saab 340/2000, Jetstream oder Beech 1900D, ein tief angesetztes Höhenleitwerk am Hochdecker auf Fokker 50, MA60 oder Let L-410.

Weitere Turboprops erkennen

Neben ATR und Dash 8 begegnen dir in Europa und auf Reisen weitere Turboprops. Mit drei Fragen grenzt du die meisten ein: Sitzt der Flügel oben oder unten? Sitzt das Höhenleitwerk oben oder am Rumpf? Fährt das Fahrwerk in den Rumpf oder in die Gondel?

Hochdecker mit T-Leitwerk

  • Dornier 328: Sieht aus wie eine geschrumpfte ATR – Hochdecker, T-Leitwerk, sechsblättrige Propeller und Fahrwerk in Rumpfverkleidungen. Mit rund 21 Metern ist sie aber deutlich kürzer, und die spitze Nase unterscheidet sie von der rundlichen ATR.
  • Dash 7: Der Vorgänger der Dash 8 trägt vier Turboprops am Hochdecker – ein seltener, unverwechselbarer Anblick.

Hochdecker mit konventionellem Leitwerk

  • Fokker 50: Hochdecker mit sechsblättrigen Propellern und Fahrwerk in den Gondeln wie die Dash 8, aber das Höhenleitwerk sitzt am Rumpfende statt oben auf der Flosse. Typisch sind viele kleine Fenster in dichter Reihe. Ihr Vorgänger, die Fokker F27, hat nur vier Blätter und große ovale Fenster.
  • Xian MA60: Hochdecker mit Antonov-Erbe, tief angesetztem Höhenleitwerk, vierblättrigen Propellern und leicht geknicktem Flügel.
  • Let L-410 und Dornier 228: Kleine 19-Sitzer mit kastenförmigem Rumpf und Fahrwerk in Rumpfverkleidungen. Die L-410 trägt oft Zusatztanks an den Flügelspitzen, die Do 228 schräg abgeschnittene Flügelspitzen.
  • Twin Otter: Starres Fahrwerk und Flügelstreben – das trennt sie von allen genannten Typen.

Tiefdecker

  • Saab 340: Tiefdecker mit konventionellem Leitwerk, vierblättrigen Propellern und kurzem Rumpf von knapp 20 Metern.
  • Saab 2000: Gestreckte Schwester der 340 mit sechs Blättern pro Propeller und deutlich längerem Rumpf.
  • Beechcraft 1900D: Tiefdecker mit T-Leitwerk, erhöhtem Kabinendach, Winglets und kleinen Zusatzflossen am Heck.
  • Jetstream 31: Sehr kleiner Tiefdecker ohne T-Leitwerk, dessen Garrett-Triebwerke mit einem hohen, kreischenden Pfeifen auffallen.

Militärische Turboprops wie C-130 Hercules oder A400M erkennst du dagegen schon an Größe, vier Triebwerken und der hochgezogenen Heckrampe. Auch die Strahlgeschwister der Regionalflieger haben einen eigenen Guide: Regionaljets erkennen.

Das Ohr hilft mit

Turboprops klingen sehr unterschiedlich. Die Pratt-&-Whitney-Triebwerke von ATR und Dash 8 brummen tief und gleichmäßig, die Garrett-Triebwerke der Jetstream pfeifen hoch und schrill. Mehr dazu im Artikel Flugzeugtypen am Geräusch erkennen.

Wo du ATR und Dash 8 siehst

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Turboprops seltener geworden, viele Strecken fliegen heute Regionaljets. Luxair hat weiterhin eine Dash-8-400-Flotte und bringt sie auch an deutsche Flughäfen. Croatia Airlines mustert ihre letzten Dash 8-400 dagegen schrittweise zugunsten des Airbus A220 aus. DAT Danish Air Transport fliegt ATR-Maschinen, teils auch im Auftrag anderer Airlines.

Wer viele Turboprops in kurzer Zeit sehen will, reist besser. Auf den Kanaren betreibt Binter Canarias eine große ATR-72-Flotte, etwa am Spot Playa Honda auf Lanzarote. In Irland fliegt Emerald Airlines ATR 72-600 für Aer Lingus Regional, gut zu sehen am Mound in Dublin. In Norwegen ist Widerøe der große Dash-8-Betreiber mit mehreren Serien. Einen Überblick über die Szene gibt der Beitrag Regionalairlines in Europa, und kleine Plätze mit Turboprop-Verkehr findest du unter Regionalflughäfen in Deutschland für Spotter.

Die sichere Reihenfolge am Zaun

1. Flügel und Leitwerk prüfen

Hochdecker mit T-Leitwerk heißt: ATR, Dash 8 oder Dornier 328. Alles andere schließt diese Familien aus.

2. Fahrwerk ansehen

Fahrwerk in Rumpfverkleidungen und tiefer Stand: ATR. Fahrwerk in langen Gondeln und hochbeiniger Stand: Dash 8.

3. Länge einordnen

Kurz und gedrungen: ATR 42 oder Dash 8-100/-200. Mittel: ATR 72 oder Dash 8-300. Sehr lang mit spitzer Nase: Dash 8-400.

4. Propellerblätter zählen

Vier Blätter verraten eine ältere Generation, sechs Blätter ATR -500/-600 oder Dash 8-400. Eine längere Verschlusszeit macht die Blätter auf Fotos sichtbar.

5. Typcode gegenchecken

Der ICAO-Code in der Live-Karte – AT43 bis AT76 oder DH8A bis DH8D – bestätigt deine Einschätzung, gerade bei ATR -500 und -600.

Für Schritt 4 lohnt sich die richtige Kameraeinstellung: Wie du Propeller mit sichtbarer Drehung statt eingefrorener Blätter fotografierst, erklärt der Guide Propellerflugzeuge fotografieren. Und über das Kennzeichen findest du die genaue Variante heraus – mehr dazu unter Ein Flugzeug per Kennzeichen finden und verfolgen.

Typische Fehler

  • Nur aufs Leitwerk achten: ATR und Dash 8 haben beide ein T-Leitwerk. Es trennt sie nicht voneinander.
  • ATR -500 und -600 nach Optik bestimmen: Von außen sind beide nahezu gleich. Ohne Typcode oder Kennzeichen bleibt es eine Vermutung.
  • Dash 8-400 für eine ATR 72 halten: Bei Gegenlicht im Anflug sehen beide ähnlich aus. Achte auf die Fahrwerksposition und die viel längere Nase der Dash 8.
  • Dornier 328 übersehen: Sie hat dieselbe Grundform wie die ATR, ist aber klar kleiner. Ein Größenvergleich mit Fahrzeugen auf dem Vorfeld hilft.
  • Fokker 50 als Dash 8 abhaken: Fahrwerk in den Gondeln haben beide, aber nur die Dash 8 hat das Höhenleitwerk oben.

Kannst du Turboprops sicher trennen?

Hak ab, was du schon sicher beherrschst – am Ende siehst du, ob du bereit für den nächsten Tag am Regionalflughafen bist.

  • Ich erkenne, ob das Fahrwerk in den Rumpf oder in die Gondel einfährt.
  • Ich trenne ATR 42 und ATR 72 an den Proportionen.
  • Ich erkenne die Dash 8-400 an Länge und spitzer Nase.
  • Ich zähle Propellerblätter und ordne die Generation zu.
  • Ich unterscheide Hochdecker mit T-Leitwerk von Fokker 50 und Saab 340.

Alle Turboprops in deinem Hangar

Setz seltene Typen wie die Dash 8-100 oder die Saab 2000 auf deine Wunschliste, finde auf der Spot-Karte Standorte mit bestem Licht und teile deine Fotos mit der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Fazit

ATR und Dash 8 teilen Hochdecker, T-Leitwerk und zwei Propeller, unterscheiden sich aber klar am Fahrwerk: Rumpfverkleidung und tiefer Stand bei der ATR, lange Gondeln und hochbeiniger Stand bei der Dash 8. Für die Varianten zählst du Propellerblätter und schätzt die Rumpflänge ab. Andere Turboprops grenzt du mit drei Fragen nach Flügel, Leitwerk und Fahrwerk ein. Wenn du dich generell noch einarbeitest, bietet der Leitfaden Flugzeugtypen erkennen für Anfänger den passenden Einstieg.

Kurzfazit

Fahrwerk im Rumpf, tiefer Stand, runde Nase: ATR. Fahrwerk in den Gondeln, hohe Beine: Dash 8. Kurz heißt ATR 42 oder Dash 8-100/-200, sehr lang mit spitzer Nase und sechs Blättern heißt Dash 8-400.

Zusammenfassung

  • ATR 42/72 und Dash 8 sind beide zweimotorige Hochdecker mit T-Leitwerk. Am sichersten trennst du sie über den Ort, an dem das Hauptfahrwerk verschwindet: Rumpfverkleidung bei der ATR, Triebwerksgondel bei der Dash 8.
  • Innerhalb der Familien helfen Rumpflänge und Propellerblätter. ATR -500 und -600 sind von außen fast identisch, hier hilft nur der Typcode AT75 oder AT76.
  • Für andere Turboprops prüfst du drei Dinge: Flügel oben oder unten, Leitwerk oben oder am Rumpf, Fahrwerk in Rumpf oder Gondel. Damit grenzt du Saab, Fokker, Dornier, Jetstream und Beechcraft schnell ein.
  • Die ICAO-Typcodes in Tracking-Diensten bestätigen deine Einschätzung: AT43 bis AT76 für ATR, DH8A bis DH8D für die Dash 8.

Häufige Fragen

Was ist der schnellste Unterschied zwischen ATR 72 und Dash 8-400?

Das Fahrwerk. Bei der Dash 8 kommt das Hauptfahrwerk aus den langen Triebwerksgondeln unter dem Flügel, das Flugzeug steht dadurch hochbeinig. Bei der ATR sitzt das Fahrwerk in Verkleidungen seitlich unten am Rumpf, der Rumpf hängt nur knapp über dem Boden. Dazu kommt die Nase: rundlich und kurz bei der ATR, lang und spitz bei der Dash 8-400.

Haben ATR und Dash 8 beide ein T-Leitwerk?

Ja. Bei beiden Familien sitzt das Höhenleitwerk oben auf der Seitenflosse. Das Leitwerk taugt deshalb nicht, um ATR und Dash 8 zu trennen – wohl aber, um sie von Typen wie Fokker 50, Saab 340 oder Xian MA60 abzugrenzen, deren Höhenleitwerk am Rumpfende sitzt.

Wie unterscheide ich ATR 42 und ATR 72?

Über die Proportionen. Die ATR 42 ist mit 22,67 m kürzer als ihre Spannweite von 24,57 m und wirkt gedrungen, fast quadratisch. Die ATR 72 ist mit 27,17 m rund viereinhalb Meter länger, Rumpf und Spannweite sind etwa gleich groß, und zwischen Cockpit und Flügel siehst du deutlich mehr Fenster.

Wie erkenne ich eine ATR 72-600 und keine -500?

Von außen praktisch gar nicht. Beide haben sechsblättrige Propeller und denselben Rumpf, der Unterschied liegt vor allem im Glascockpit und in der Kabine. Sicher bist du erst mit dem ICAO-Code (AT75 für die -500, AT76 für die -600) oder über das Kennzeichen in einer Flottendatenbank.

Welche ICAO-Typcodes haben ATR und Dash 8?

ATR 42: AT43 (-300/-320), AT45 (-500), AT46 (-600). ATR 72: AT72 und AT73 für die frühen Versionen, AT75 (-500), AT76 (-600). Dash 8: DH8A (-100), DH8B (-200), DH8C (-300), DH8D (-400).

Warum steht bei einer ATR am Gate ein Propeller still, obwohl das Triebwerk läuft?

Das ist der sogenannte Hotel-Modus. Viele ATR haben am rechten Triebwerk eine Propellerbremse. Das Triebwerk läuft am Boden weiter und liefert Strom und Luft für die Kabine, der Propeller bleibt aber festgehalten. So ersetzt es ein Hilfstriebwerk, und die Passagiere können hinten links gefahrlos einsteigen.

Woran erkenne ich eine Dash 8-400 gegenüber der Dash 8-300?

An Länge und Propellern. Die -400 ist mit rund 32,8 m etwa sieben Meter länger als die -300, hat eine spitzere, längere Nase und sechs statt vier Propellerblätter. Die -300 wirkt kompakter und trägt eine rundere Nase.

PT

Planetrack Redaktion

Wir bauen die Planetrack App und spotten selbst – auf Besucherterrassen, an Anflugschneisen und am Zaun. Alle Guides entstehen aus eigener Praxis und werden regelmäßig aktualisiert.

Mehr Artikel aus Flugzeugtypen erkennen →

Nachschlagen statt raten

In der Flugzeugtypen-Datenbank findest du zu jedem Flugzeugtyp eine eigene Seite mit Steckbrief, Erkennungsmerkmalen und Spotting-Hinweisen – nach Herstellern sortiert.

Alle Flugzeugtypen

Weiterlesen in Flugzeugtypen erkennen

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Passende Spotting-Spots

Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

← Zurück zum Blog