Das Wichtigste in Kürze
- IATA TFN, ICAO GCXO: der kleinere der beiden Flughäfen Teneriffas, betrieben von Aena, 2025 mit rund 7,2 Millionen Passagieren.
- Eine Bahn auf 633 Metern Höhe: Die 12/30 ist 3.171 Meter lang, Nebel und tiefe Wolken gehören zum Alltag.
- Ort der Katastrophe von 1977: Zwei Boeing 747 von KLM und Pan Am kollidierten hier im Nebel, 583 Menschen starben.
- Basis von Binter Canarias: ATR 72-600 und Embraer E195-E2 prägen das Bild auf dem Vorfeld.
- Ergänzung zu Teneriffa Süd: Im Norden fliegen Inselhüpfer und Festlandsflüge, im Süden die Ferienflieger aus ganz Europa.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Ein Flughafen auf der Hochebene
- 7.Von der Naturpiste zum Inselflughafen
- 8.27. März 1977: Die Kollision im Nebel
- 9.Teneriffa Süd übernimmt den Ferienverkehr
- 10.Binter: der Platzhirsch
- 11.Wer sonst in Los Rodeos landet
- 12.Eine Bahn, zwei Richtungen
- 13.Spotten in Los Rodeos
- 14.Licht, Wetter und Jahreszeit
- 15.Teneriffa Nord im Kanaren-Vergleich
- 16.Fazit
- 17.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | TFN |
|---|---|
| ICAO-Code | GCXO |
| Offizieller Name | Aeropuerto de Tenerife Norte-Ciudad de La Laguna, im Alltag weiter „Los Rodeos“ genannt |
| Betreiber | Aena, der spanische Flughafenbetreiber |
| Lage | Auf der Hochebene von Los Rodeos im Gemeindegebiet von San Cristóbal de La Laguna, rund 11 km von Santa Cruz de Tenerife entfernt |
| Höhe | 633 m über dem Meer – deutlich höher als die meisten europäischen Verkehrsflughäfen |
| Start- und Landebahn | Eine Bahn 12/30, 3.171 m lang und 45 m breit, Asphalt |
| Terminal | Ein Passagierterminal, eröffnet Anfang der 2000er-Jahre, mit einem 2005 ergänzten Bereich für Inselflüge |
| Wichtigster Nutzer | Binter Canarias – neben Gran Canaria eines der beiden Drehkreuze der kanarischen Regionalairline |
| Verkehr 2025 | Rund 7,2 Mio. Passagiere, ein Plus von gut 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr |
| Verkehrsprofil | Überwiegend Inselflüge innerhalb der Kanaren und Verbindungen aufs spanische Festland; nur wenige Auslandsstrecken |
| Geschichte | Ort der Kollision zweier Boeing 747 am 27. März 1977 mit 583 Toten – des schwersten Unglücks der Luftfahrtgeschichte |
| Offizielle Website | www.aena.es/es/tenerife-norte-ciudad-de-la-laguna.html |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Teneriffa Nord aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Teneriffa Nord
- Eine ATR 72-600 von Binter beim Inselhüpfer gesehen – das typischste Motiv in Los Rodeos
- Eine Embraer E195-E2 von Binter erwischt, die schlanke Jet-Alternative auf längeren Strecken
- Einen Turboprop von Canaryfly fotografiert
- Die Betriebsrichtung geprüft – je nach Wind wird über die 12 oder die 30 gestartet und gelandet
- Eine Landung erlebt, bei der die Wolken buchstäblich über die Bahn ziehen
- Einen der seltenen Großraumjets gesehen, etwa einen Airbus A330 oder eine Boeing 787
- Das Denkmal auf Mesa Mota bei La Laguna besucht
- Das Kennzeichen jeder Binter-Maschine notiert – bei vielen gleichen ATR die einzige Möglichkeit, sie auseinanderzuhalten
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Dichter Takt an Turboprops und Regionaljets – hier siehst du Binter wie nirgends sonst außer auf Gran Canaria
- Kompakter Flughafen mit einer Bahn, gut von beiden Enden aus zu erreichen
- Spots mit Bars und Restaurants direkt am Zaun
- Nähe zu La Laguna: Teile der Spots sind zu Fuß oder mit dem Bus erreichbar
- Ein Ort mit großer luftfahrthistorischer Bedeutung
Wo es hakt
- Nebel, tiefe Wolken und Regen auch dann, wenn der Süden der Insel in der Sonne liegt
- Wenig internationaler Verkehr – Ferienflieger landen fast alle in Teneriffa Süd
- Der Wind kann mehrmals am Tag drehen, die Betriebsrichtung wechselt entsprechend
- Von Frühjahr bis Herbst Hitzeflimmern an einigen Standorten
- Zäune wurden an einigen beliebten Stellen erhöht oder geschlossen
Wer an Teneriffa denkt, denkt an Sonne, Strand und Ferienflieger im Süden. Der Flughafen im Norden ist das Gegenstück: eine einzelne Bahn auf einer Hochebene über La Laguna, Wolken, die oft tiefer hängen als die Anflüge, und ein Vorfeld voller Turboprops. Los Rodeos, wie der Platz bis heute meist genannt wird, ist zugleich einer der geschichtsträchtigsten Orte der zivilen Luftfahrt. Hier stießen 1977 zwei Jumbojets zusammen – ein Unglück, das bis heute nachwirkt, wenn Pilotinnen und Lotsen miteinander sprechen. Für Spotter ist TFN heute vor allem eins: das Revier von Binter Canarias und der beste Ort auf der Insel, um Inselhüpfer in schneller Folge zu sehen.
Dein Kanaren-Logbuch
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Ein Flughafen auf der Hochebene
Der Flughafen liegt im Gemeindegebiet von San Cristóbal de La Laguna, rund elf Kilometer von der Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife entfernt. Die Hochebene von Los Rodeos war in den Anfangsjahren der Luftfahrt eine der wenigen flachen Flächen im bergigen Norden der Insel. Ihr Nachteil liegt in der Höhe: Mit 633 Metern über dem Meer liegt die Bahn genau in dem Bereich, in dem sich die feuchten Passatwolken an der Nordflanke Teneriffas stauen. Nebel, tiefe Wolken und Nieselregen können innerhalb weniger Minuten aufziehen – selbst wenn am Strand im Süden die Sonne brennt.
Betrieben wird TFN wie alle großen spanischen Verkehrsflughäfen von Aena. Offiziell heißt der Platz heute Aeropuerto de Tenerife Norte-Ciudad de La Laguna, auf Anzeigetafeln und in Flugplänen steht meist schlicht Tenerife Norte. Das Layout ist übersichtlich: eine Bahn, ein paralleler Rollweg, ein Vorfeld und ein einziges Passagierterminal.
Von der Naturpiste zum Inselflughafen
Die Geschichte des Platzes beginnt 1929 mit einer Landung auf einer einfachen Naturpiste. Ein Jahr später erklärte eine königliche Verordnung Los Rodeos zum nationalen Flughafen. Offiziell für nationalen und internationalen Verkehr freigegeben wurde der Flughafen am 3. Mai 1946.
In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Bahn mit den Flugzeugen. 1953 erreichte sie 2.400 Meter und wurde für den Nachtbetrieb ausgerüstet, 1964 folgte die Verlängerung auf 3.000 Meter, damit die Douglas DC-8 landen konnte. Anfang der 1970er-Jahre wurde die Bahn verstärkt und ein Instrumentenlandesystem installiert – man rechnete mit der Boeing 747 und dem stark wachsenden Pauschaltourismus. Wie ein ILS-Anflug funktioniert, erklärt der Beitrag zum ILS-Anflug.
Die Lage blieb jedoch das Grundproblem. Schon 1972 verunglückte eine Convair 990 der Charterairline Spantax kurz nach dem Start; alle 155 Menschen an Bord kamen ums Leben. Fünf Jahre später folgte die Katastrophe, die den Namen Los Rodeos weltweit bekannt machte.
27. März 1977: Die Kollision im Nebel
Am Nachmittag des 27. März 1977 explodierte im Terminal des Flughafens Gran Canaria eine Bombe, gelegt von einer kanarischen Unabhängigkeitsbewegung. Gran Canaria wurde gesperrt, und zahlreiche Flüge – darunter zwei Boeing 747 – wichen nach Los Rodeos aus. Der kleine Flughafen war für diesen Andrang nicht ausgelegt. Abgestellte Flugzeuge blockierten den Rollweg, sodass startende Maschinen über die Startbahn selbst zur Startposition rollen mussten.
Beteiligt waren die KLM-747 „Rijn“ mit dem Kennzeichen PH-BUF, eine Boeing 747-200, und die Pan-Am-747 „Clipper Victor“ (N736PA), eine Boeing 747-100. Als beide über die Bahn rollten, zog dichter Nebel auf. Der Tower hatte kein Bodenradar und konnte keines der beiden Flugzeuge sehen. Die KLM-Maschine wendete am Bahnende und begann den Startlauf, während die Pan-Am-Maschine noch auf der Bahn unterwegs war und die vorgesehene Abfahrt verpasst hatte.
Mehrere Missverständnisse im Funk kamen zusammen. Die KLM-Besatzung verstand eine Streckenfreigabe, in der das Wort „Takeoff“ vorkam, als Startfreigabe; ihre eigene, nicht standardisierte Meldung ließ offen, ob sie bereits rollte. Gleichzeitige Funksprüche von Tower und Pan Am überlagerten sich, sodass die entscheidende Warnung im KLM-Cockpit nicht ankam. Kurz darauf prallte der startende Jumbo in die Pan-Am-Maschine. Alle 248 Menschen an Bord der KLM-Maschine starben, von den 396 Insassen der Pan Am überlebten 61. Mit 583 Toten ist es bis heute das schwerste Unglück der Luftfahrtgeschichte.
Was sich danach änderte
Teneriffa wurde zum Lehrbeispiel. Das Wort „Takeoff“ ist seither im Funk der eigentlichen Startfreigabe vorbehalten, Bestätigungen wie ein bloßes „OK“ wurden durch vollständige Rücklesungen ersetzt. Vor allem aber floss das Unglück in die Entwicklung des Crew Resource Management ein: Co-Piloten und Flugingenieure lernen, Zweifel offen anzusprechen, auch gegenüber einem erfahrenen Kapitän. Mehr dazu im Beitrag zur Sprechfunk-Phraseologie.
Die Untersuchungen in Spanien und den Niederlanden kamen zu unterschiedlichen Gewichtungen: Die spanische Seite sah die Hauptursache im Start ohne Freigabe, die niederländische betonte die gegenseitigen Funkmissverständnisse. KLM übernahm schließlich die Verantwortung und entschädigte die Hinterbliebenen. Spanien rüstete den Flughafen mit Bodenradar nach. Die ausführliche Geschichte mit allen Hintergründen erzählt der Beitrag zur Flugzeugkatastrophe von Teneriffa 1977; zur Geschichte der beteiligten Airlines lohnt ein Blick auf die Seiten zu KLM und Pan Am.
Seit 2007 erinnert ein internationales Denkmal auf dem Hügel Mesa Mota bei La Laguna an die Opfer. Es liegt oberhalb der Hochebene und ist ein ruhiger Ort – wenn du ohnehin in Los Rodeos spottest, ist der Abstecher eine Überlegung wert.
Teneriffa Süd übernimmt den Ferienverkehr
Schon vor 1977 war klar, dass Los Rodeos an seine Grenzen stößt. Am 6. November 1978 ging im trockenen, sonnigen Süden der Insel der neue Flughafen Teneriffa Süd in Betrieb. Er übernahm den internationalen Verkehr, Los Rodeos wurde zu Teneriffa Nord und kümmerte sich fortan vor allem um Inselflüge und Verbindungen aufs Festland.
Ganz ohne Unglücke blieben auch die Folgejahre nicht. Am 25. April 1980 prallte eine Boeing 727-100 der britischen Dan-Air im Anflug gegen den Berg La Esperanza südwestlich des Flughafens; alle 146 Insassen kamen ums Leben. Das Unglück unterstrich, wie anspruchsvoll das Gelände rund um den Platz ist.
Anfang der 2000er-Jahre bekam TFN ein neues, mehrstöckiges Terminal, mit dem auch internationale Flüge zurückkehrten. 2005 kam ein eigener Bereich für Inselflüge hinzu, und das Vorfeld wurde in den Folgejahren um Positionen für Großraumflugzeuge erweitert.
| Merkmal | Teneriffa Nord (TFN) | Teneriffa Süd (TFS) |
|---|---|---|
| Lage | Hochebene bei La Laguna, 633 m | Küstennähe im trockenen Süden |
| Wetter | Häufig Wolken, Nebel, Niesel | Überwiegend sonnig |
| Hauptverkehr | Inselflüge, Festland Spanien | Ferienflüge aus ganz Europa |
| Prägende Typen | ATR 72, E195-E2, A320-Familie | A320-Familie, Boeing 737, gelegentlich Großraumjets |
| Für Spotter | Turboprops und spanische Airlines | Viele Airlines, viele Lackierungen |
Binter: der Platzhirsch
Wenn du in Los Rodeos auf das Vorfeld schaust, siehst du vor allem eine Farbe: die von Binter Canarias. Die Regionalairline der Kanaren hat ihre beiden Drehkreuze auf Gran Canaria und in Teneriffa Nord und verbindet von hier aus jede Insel mit Flughafen – auch die kleinen Plätze auf La Palma, La Gomera und El Hierro. Inselflüge machen einen großen Teil der Bewegungen am Flughafen aus.
Das Rückgrat der Flotte ist die ATR 72-600 des Herstellers ATR: ein Schulterdecker mit zwei Propellern, der die kurzen Inselstrecken im dichten Takt abfliegt. Für längere Strecken – aufs Festland, nach Madeira, auf die Azoren oder nach Afrika – setzt Binter die Embraer E195-E2 ein, die die Airline Ende 2019 als erste in Europa in den Liniendienst brachte. Neben Binter ist mit Canaryfly ein zweiter Inselflieger mit Turboprops unterwegs.
Jede ATR einzeln im Hangar
Mit Planetrack sammelst du jede Sichtung mit Kennzeichen in deinem Hangar und siehst sofort, welche Binter-Maschinen dir noch fehlen. Planetrack startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Wer sonst in Los Rodeos landet
Die zweite große Gruppe sind die spanischen Netzwerk- und Low-Cost-Airlines auf den Festlandsstrecken. Madrid ist das wichtigste Ziel, dazu kommen Städte wie Barcelona, Sevilla, Bilbao, Málaga und Valencia. Hier fliegen Iberia und Iberia Express aus der International Airlines Group, Air Europa, Vueling und Air Nostrum. Auf diesen Strecken dominiert die A320-Familie, etwa der A320neo, dazu Boeing 737 und Regionaljets.
Gelegentlich tauchen auch Großraumflugzeuge auf. Plus Ultra bedient die Strecke nach Caracas, und laut Spotterführern schicken Iberia und Air Europa ab und zu Großraumjets wie einen Airbus A330 oder eine Boeing 787 auf die Insel. Wie du die beiden auseinanderhältst, zeigen die Beiträge A330 oder A340? und A350 oder Boeing 787?. Außerdem zählen Frachtflüge, etwa mit ATR 72 und Boeing 757 von Swiftair, sowie Maschinen von Militär, Küstenwache und Ambulanzdiensten zu den Höhepunkten.
Internationale Linienflüge sind eher die Ausnahme. Binter fliegt nach Madeira und saisonal auf die Azoren; für den Winter 2026/27 stehen laut den verfügbaren Flugplandaten Flüge von TUIfly nach Düsseldorf, Frankfurt und Hannover im Programm, und Wizz Air hat ab Februar 2027 eine Inlandsstrecke nach Santiago de Compostela angekündigt. Flugpläne ändern sich schnell – prüf das aktuelle Angebot vor deinem Besuch.
| Gruppe | Typische Airlines | Typisches Flugzeugbild |
|---|---|---|
| Inselverkehr | Binter, Canaryfly | ATR 72-600, weitere Turboprops |
| Festland Spanien | Iberia, Iberia Express, Air Europa, Vueling, Air Nostrum, Binter | A320-Familie, Boeing 737, E195-E2, Regionaljets |
| Großraumjets | Plus Ultra, gelegentlich Iberia und Air Europa | A330, Boeing 787 |
| Sonderverkehr | Fracht, Militär, Küstenwache, Ambulanz | ATR 72 und Boeing 757 als Frachter, diverse Muster |
Eine Bahn, zwei Richtungen
Die Bahn verläuft von Nordwesten nach Südosten. Das Ende der 30 liegt im Südosten in Richtung La Laguna, das Ende der 12 im Nordwesten. Wird über die 30 gelandet, kommen die Flugzeuge von La Laguna her und setzen am Südostende auf; bei Betriebsrichtung 12 kommen sie von der Nordwestseite. Welche Richtung gilt, entscheidet der Wind – und der kann in Los Rodeos mehrmals am Tag drehen.
Für deine Planung heißt das: Schau nicht nur morgens einmal auf die Betriebsrichtung, sondern behalte sie über den Tag im Blick. Eine Flugverfolgung zeigt dir in Echtzeit, aus welcher Richtung die Anflüge kommen. Die Grundlagen dazu stehen im Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
Wolken schon vorher einschätzen
Die Wolkenuntergrenze ist in Los Rodeos genauso wichtig wie die Betriebsrichtung. Liegen die Wolken auf der Hochebene, verschwinden Anflüge bis kurz vor dem Aufsetzen im Grau. Mit Planetrack siehst du Wetter, Wind und Pisten am Flughafen auf einen Blick und planst den Besuch danach. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Spotten in Los Rodeos
Die klassischen Standorte liegen größtenteils auf der dem Terminal gegenüberliegenden Seite des Platzes und an den beiden Bahnenden. Spotterführer beschreiben mehrere Stellen, an denen du mit Blick auf Bahn und Rollweg stehst – teils direkt bei einer Bar oder einem Restaurant, was in Los Rodeos fast schon Tradition hat.
- Am Ende der 30: Nahe der Schwelle im Südosten siehst du Anflüge und Starts bei Betriebsrichtung 30 sowie Bewegungen auf dem parallelen Rollweg. Hier reicht oft eine mittlere Brennweite. Von La Laguna aus erreichst du die Gegend laut Spotterführern in rund 20 bis 25 Minuten zu Fuß.
- An der Südseite: Entlang der Wege südlich der Bahn hast du freien Blick auf Starts aus beiden Richtungen, sobald die Maschinen den Zaun überfliegen. Hier lohnt ein längeres Tele.
- Am Ende der 12: Im Nordwesten fotografierst du Anflüge und Starts bei Betriebsrichtung 12, teilweise auch Maschinen beim Aufrollen.
- Nahe dem Terminal: Von Wegen wenige Gehminuten vom Terminal blickst du auf das Vorfeld und auf Bewegungen der 12. Das Licht passt hier eher an Sommervormittagen, und du brauchst ein langes Tele.
Rechne damit, dass sich die Lage ändert. An einigen bekannten Stellen wurden Zäune in den vergangenen Jahren erhöht oder Lücken geschlossen, sodass Aufsetzer-Fotos dort kaum noch gelingen. Aktuelle Erfahrungen anderer Spotter sind deshalb Gold wert – in der Spot-Karte von Planetrack findest du Anreise, bestes Licht, Bewertungen und Community-Fotos zu den Standorten.
Militärbereich und Nachbarschaft respektieren
Im Süden des Geländes liegt ein Militärstützpunkt. Halte Abstand zu dessen Zufahrt, bleib nicht dauerhaft am Zaun stehen und fotografiere keine militärischen Anlagen. Einige Standorte liegen in ruhigen Wohnstraßen – sei leise und parke nicht in Einfahrten. Absperrungen und Hinweise gelten ausnahmslos; mehr dazu im Beitrag Ist Planespotting erlaubt?.
Licht, Wetter und Jahreszeit
Durch die Ausrichtung der Bahn ist das Licht laut Spotterführern im Winterhalbjahr insgesamt günstiger; im Sommer verschiebt sich das beste Licht an vielen Standorten in den Nachmittag. Von Frühjahr bis Herbst kommt an einigen Standorten Hitzeflimmern über dem Asphalt dazu, das Aufnahmen auf größere Entfernung unscharf macht. Bleib dann lieber nah an den Bahnenden oder nutze die Morgenstunden.
Das größte Fragezeichen bleibt das Wetter. Die Nordseite Teneriffas ist deutlich feuchter als der Süden, und die Hochebene liegt oft genau in der Wolkenschicht. Ein Blick auf Webcams, Wetterberichte und Satellitenbilder am Morgen spart dir im Zweifel einen verlorenen Tag – im Notfall bleibt Teneriffa Süd als Ausweichziel. Wie du aus grauen Tagen trotzdem Bilder mitnimmst, zeigt der Beitrag Planespotting bei schlechtem Wetter, und wie du das Licht vorab planst, erklärt der Artikel zum Sonnenstand am Fotospot.
Wolken und Wind prüfen
Liegt die Hochebene im Nebel, lohnt sich der Ausflug kaum. Der Wind entscheidet zwischen Betriebsrichtung 12 und 30.
Seite nach Licht wählen
Im Winter funktionieren viele Standorte schon ab dem Vormittag, im Sommer eher am Nachmittag.
Binter-Wellen abpassen
Inselflüge kommen und gehen in dichtem Takt. Ein Blick in Ankunfts- und Abflugtafel zeigt dir die Spitzen.
Anreise klären
Ein Auto ist am bequemsten. Mehrere Standorte erreichst du aber auch mit dem Bus oder zu Fuß von La Laguna aus.
Kennzeichen notieren
Bei vielen gleich lackierten ATR ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen später auseinanderzuhalten.
Teneriffa Nord passt zu dir, wenn …
- du Turboprops und Regionaljets in dichter Folge sehen willst
- du Binter-Flotte und spanische Airlines sammelst
- dich die Geschichte des Ortes interessiert
Bedingt geeignet, wenn …
- du nur einen einzigen Tag Zeit hast und Wolken nicht riskieren willst
- du ohne Auto unterwegs bist und mehrere Seiten abdecken möchtest
Eher Teneriffa Süd, wenn …
- du möglichst viele europäische Ferienflieger und Lackierungen suchst
- du verlässlich Sonne für deine Bilder brauchst
Teneriffa Nord im Kanaren-Vergleich
Auf den Kanaren teilen sich die Flughäfen die Aufgaben recht klar. Gran Canaria ist das zweite Binter-Drehkreuz und zugleich ein großer Ferienflughafen. Lanzarote und Fuerteventura leben fast vollständig vom Urlaubsverkehr – am Strand von Playa Honda auf Lanzarote stehst du dafür direkt unter dem Anflug, wie der Spot-Guide zur Playa Honda zeigt. Teneriffa Nord ist der einzige der großen Plätze, an dem Inselverkehr und Festlandsflüge das Bild bestimmen.
Für eine Kanaren-Reise lohnt es sich daher, Nord und Süd zu kombinieren: Im Süden sammelst du die Ferienflieger aus halb Europa, im Norden die Binter-Flotte und die spanischen Airlines. Einen Überblick über alle Inseln gibt der Guide Planespotting auf den Kanaren. Wer die beiden Jumbos von 1977 typologisch einordnen will, findet im Beitrag Boeing 747-100 bis 747-8 die Unterschiede der Varianten. Der wichtigste Anschluss aufs Festland ist Madrid-Barajas.
Nord und Süd in einer App
Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte, Sonnenstand-Planer und Wetter am Flughafen – Planetrack begleitet dich über die ganze Insel. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Teneriffa Nord ist kein Flughafen für die große Lackierungsjagd, sondern einer mit Charakter. Eine einzelne Bahn auf einer wolkenverhangenen Hochebene, eine Geschichte, die die Luftfahrt weltweit verändert hat, und ein Alltag, der von Binter und den Inselhüpfern geprägt ist. Wer Turboprops mag oder die spanischen Airlines vollständig im Logbuch haben will, kommt hier auf seine Kosten.
Entscheidend sind Wetter, Wind und Licht. Wenn die Wolken über La Laguna aufreißen und die Betriebsrichtung zu deinem Standort passt, gehört Los Rodeos zu den stimmungsvollsten Spots der Kanaren.
Kurzfazit
TFN ist der Inselflughafen Teneriffas und Heimat der Binter-Flotte. Der Ort des Unglücks von 1977 lohnt einen Besuch – plane nach Wolkenlage, Betriebsrichtung und Licht und halte Teneriffa Süd als Ausweichziel bereit.
Zusammenfassung
- Teneriffa Nord ist ein kompakter Inselflughafen mit einer Bahn, dichtem Binter-Verkehr und einer Lage, die das Wetter zum ständigen Begleiter macht.
- Die Kollision zweier Jumbos im März 1977 hat die Luftfahrt weltweit verändert – von der Sprechfunk-Phraseologie bis zum Crew-Training.
- Für Spotter liefert TFN das, was im Süden fehlt: Turboprops, Regionaljets und spanische Netzwerk-Airlines in kurzer Folge.
- Wer Betriebsrichtung, Licht und Wolkenlage im Blick hat, kann rund um die Bahn an mehreren Stellen gute Bilder machen.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Teneriffa Nord?
Der IATA-Code ist TFN, der ICAO-Code GCXO. TFN steht auf Bordkarten und Gepäckanhängern, GCXO nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.
Warum heißt der Flughafen auch Los Rodeos?
Los Rodeos ist der Name der Hochebene zwischen La Laguna und Tacoronte, auf der der Flughafen liegt. Lange war das auch der Name des Flughafens. Seit der Eröffnung von Teneriffa Süd 1978 heißt er Teneriffa Nord, offiziell heute Tenerife Norte-Ciudad de La Laguna. Unter Spottern und Einheimischen ist „Los Rodeos“ trotzdem weiter geläufig.
Was geschah 1977 in Los Rodeos?
Am 27. März 1977 stießen eine Boeing 747 der KLM und eine Boeing 747 der Pan Am im dichten Nebel auf der Startbahn zusammen. Beide waren wegen eines Bombenanschlags auf dem Flughafen Gran Canaria nach Teneriffa umgeleitet worden. Die KLM-Maschine begann den Start ohne Freigabe, während die Pan-Am-Maschine noch auf der Bahn rollte. 583 Menschen starben – bis heute das schwerste Unglück der Luftfahrtgeschichte. Den Hintergrund erklärt der Beitrag zur Flugzeugkatastrophe von Teneriffa.
Welche Airlines fliegen nach Teneriffa Nord?
Den größten Anteil hat Binter Canarias. Dazu kommen spanische Airlines wie Iberia, Iberia Express, Air Europa und Vueling, der Inselflieger Canaryfly und auf der Südamerika-Strecke Plus Ultra. Das Angebot ändert sich mit jedem Flugplan – prüf es vor dem Besuch.
Fliegen auch Ferienflieger aus Deutschland nach Teneriffa Nord?
Nur vereinzelt. Der Großteil des Urlaubsverkehrs aus Mitteleuropa landet in Teneriffa Süd. Für den Winter 2026/27 hat TUIfly laut den verfügbaren Flugplandaten Verbindungen von Teneriffa Nord nach Düsseldorf, Frankfurt und Hannover im Programm. Ob und wie lange solche Strecken laufen, ändert sich von Saison zu Saison.
Warum ist das Wetter in Teneriffa Nord so oft schlecht?
Der Flughafen liegt auf 633 Metern Höhe an der feuchten Nordseite der Insel. Dort stauen sich die Passatwolken, und tiefe Wolken, Nebel oder Nieselregen können auch dann über der Bahn liegen, wenn im Süden die Sonne scheint. Genau dieser Nebel war 1977 ein zentraler Faktor – und ein Grund, warum mit Teneriffa Süd ein zweiter Flughafen gebaut wurde.
Wo kann ich in Teneriffa Nord spotten?
Gängige Standorte liegen an beiden Bahnenden und an der Südseite des Platzes, mehrere davon direkt bei Bars oder Restaurants. Welche Seite passt, hängt von der Betriebsrichtung und vom Licht ab. Militärische Bereiche und Zäune sind tabu; was erlaubt ist, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
Sichtungen rund um Flughafen Teneriffa Nord sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Binter Canarias
Die Airline der Kanarischen Inseln: ATR-Turboprops im Inselhüpfer-Takt, Embraer E195-E2 für Festland, Madeira und Westafrika – und Flugzeuge mit Namen aus dem kanarischen Alltag.
PM / CNFCanaryfly
Die kleine Inselairline der Kanaren: eine Handvoll ATR 72 ab Gran Canaria, Low-Cost-Tarife im Inselverkehr und ein ungleiches Duell mit dem Platzhirsch Binter.
IB / IBEIberia
Die spanische Netzwerk-Airline aus Madrid: 1927 gegründet, Drehkreuz Barajas mit Terminal 4, Teil der International Airlines Group, Mitglied von oneworld und Erstkunde der Airbus A321XLR.
I2 / IBSIberia Express
Die Kurz- und Mittelstrecken-Tochter von Iberia: reine Airbus-Flotte aus A320 und A321neo, Basis Madrid-Barajas, Zubringer für das Langstreckennetz und oneworld-Affiliate.
UX / AEAAir Europa
Spaniens private Netzwerk-Airline von Mallorca: Drehkreuz Madrid-Barajas, SkyTeam-Mitglied, reine Boeing-Flotte aus 737 und 787 Dreamliner und ein starker Fokus auf Lateinamerika.
VY / VLGVueling
Die Low-Cost-Airline aus Barcelona gehört zur IAG: eine Flotte aus der kompletten Airbus-A320-Familie, ein zweites Drehkreuz in Rom und eine Boeing-Bestellung, die das einheitliche Bild aufbricht.
PU / PUEPlus Ultra Líneas Aéreas
Kleine spanische Langstreckenairline aus Madrid: Airbus A330 nach Lima, Caracas und Buenos Aires, eine A340-Vergangenheit und eine viel diskutierte Staatshilfe aus der Corona-Zeit.
KL / KLMKLM Royal Dutch Airlines
Die niederländische Netzwerk-Airline mit dem hellblauen Rumpf: 1919 gegründet, Drehkreuz Amsterdam-Schiphol, Teil von Air France-KLM und Mitglied von SkyTeam – mitten im Umbau von Boeing zu Airbus.
PA / PAAPan American World Airways
Historische US-Weltairline: Pan Am flog von 1927 bis 1991, brachte 707 und 747 in den Liniendienst, verband West-Berlin mit Westdeutschland und ging nach Lockerbie und Golfkrieg unter.
Typische Flugzeuge
ATR 72-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.
FlugzeugtypEmbraer E195-E2
Der größte Jet, den Embraer je gebaut hat: Die E195-E2 bringt bis zu 146 Sitze in eine 2+2-Kabine, hat extrem lange Flügel und ist in Europa vor allem mit KLM Cityhopper unterwegs.
FlugzeugtypBoeing 747-200
Mehr Schub, mehr Startgewicht, mehr Reichweite: Die Boeing 747-200 machte den Jumbo ab 1971 zum Langstrecken-Arbeitstier – als Passagierjet, Combi und Frachter. So erkennst du sie und hier begegnet sie dir heute noch.
FlugzeugtypBoeing 747-100
Mit ihr begann das Zeitalter der Großraumjets: Die Boeing 747-100 flog 1969 zum ersten Mal und ging 1970 bei Pan Am in Dienst. So erkennst du den Ur-Jumbo und hier findest du die erhaltenen Exemplare.
FlugzeugtypAirbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypBoeing 727-100
Die erste 727 war kurz, gedrungen und ein Kind der frühen Jet-Ära: drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, eine Treppe im Rumpfende. So erkennst du die 727-100, so unterscheidest du sie von der -200 – und hier stehen die letzten Exemplare.
Spotting-Spots rund um Flughafen Teneriffa Nord
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Playa Honda am Flughafen Lanzarote
Am Strand zwischen Playa Honda und Matagorda schweben die Flugzeuge über das Meer heran und setzen kurz hinter der Promenade auf der Piste 03 auf. Was du dort siehst, wo du am besten stehst und wann das Licht passt.
AnflugschneiseStrand Ojos de Garza am Flughafen Gran Canaria
Am kleinen Strand von Ojos de Garza im Norden des Flughafens Gran Canaria kommen die Landungen bei Südwindlagen direkt über das Meer und die Küste herein. Wann sich der Spot lohnt, wo du stehst und was du siehst.
Weitere Einträge
Flughafen Teneriffa Süd
Der Ferienflughafen im Süden Teneriffas: eine einzige 3.200 Meter lange Bahn an der Küste bei Granadilla de Abona, fast 14 Millionen Passagiere im Jahr, Charter- und Low-Cost-Jets aus halb Europa – und ein Passatwind, der fast immer die Betriebsrichtung 07 vorgibt.
FlughafenFlughafen Gran Canaria
Ferienflughafen, Inseldrehkreuz und Luftwaffenbasis in einem: In Gando an der Ostküste von Gran Canaria landen Urlaubsjets aus ganz Europa, Binter-Turboprops im Minutentakt und die Kampfjets der Ala 46. Was du über Pisten, Passat und Spots wissen musst.
FlughafenFlughafen Lanzarote
Der Ferienflughafen der Vulkaninsel: eine einzige Bahn direkt an der Küste, zwei Terminals für Europa- und Inselverkehr und fast neun Millionen Passagiere im Jahr. Für Spotter zählt vor allem eines – die Landungen auf der 03 kommen über das Meer und den Strand herein.
FlughafenFlughafen Fuerteventura
Eine Piste, ein Terminal und fast nur Ferienflieger: Bei El Matorral an der Ostküste von Fuerteventura landen Urlaubsjets aus Deutschland, Großbritannien und halb Europa, dazu Binter-Turboprops im Inselverkehr. Was du über Geschichte, Verkehr, Betriebsrichtung und Spots wissen musst.
Passende Guides aus dem Blog
- Teneriffa 1977: Die Katastrophe von Los Rodeos und was sie im Cockpit veränderte
- Planespotting auf den Kanaren: Lanzarote, Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura im Vergleich
- Sprechfunk-Phraseologie: die wichtigsten Standardphrasen zwischen Pilot und Lotse
- Betriebsrichtung am Flughafen verstehen: Wind, Pisten und was das für deinen Spot bedeutet
- Planespotting bei schlechtem Wetter: Regen, Nebel und Wolken nutzen
- Sonnenstand planen: So stehst du am Flughafen nie im Gegenlicht
- Ist Planespotting erlaubt? Was in Deutschland, Österreich und der Schweiz am Flughafen gilt
- Boeing 747-100 bis 747-8: Jumbo-Varianten sicher erkennen

