Das Wichtigste in Kürze
- Die ATR 72-600 ist die aktuelle Serienversion des großen ATR-Turboprops: bis zu 78 Sitze, Hochdecker, gebaut für kurze Regionalstrecken – mit voller Kabine reicht sie laut ATR rund 1.370 km.
- Schnellster Erkennungsweg: Hochdecker mit T-Leitwerk, sechsblättrige Propeller, Fahrwerk in Rumpfverkleidungen.
- Von der ATR 72-500 trennst du sie von außen kaum – Glascockpit und neue Kabine siehst du nicht. Hier entscheiden Typcode AT76 und Kennzeichen.
- Von der Dash 8-400 unterscheidest du sie am Fahrwerk: Die Dash 8 zieht es in die Triebwerksgondeln ein, die ATR in den Rumpf.
- Im DACH-Raum ist sie ein Gast: Häufig siehst du sie dagegen in Irland, Großbritannien, Spanien, auf den Kanaren und in Griechenland.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die ATR 72-600?
- 2.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 3.Die ATR-Familie im Überblick
- 4.ATR 72, Dash 8-400 oder ATR 42?
- 5.Die ATR 72-600F: Frachter für FedEx
- 6.Wo du die ATR 72-600 antriffst
- 7.Spotting-Praxis: Was bei Turboprops anders ist
- 8.Fototipps speziell für die ATR 72-600
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | ATR (Gemeinschaftsunternehmen von Airbus und Leonardo, Toulouse) |
|---|---|
| Familie | ATR 42 und ATR 72, Serie -600 |
| Offizielle Bezeichnung | ATR 72-212A, Vermarktungsname -600 |
| ICAO-Typcode | AT76 |
| Programmstart | Oktober 2007 |
| Flugerprobung | ab Sommer 2009 mit einem umgebauten Prototyp |
| EASA-Zulassung | Mai 2011 |
| Erstauslieferung | August 2011 an Royal Air Maroc |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PW127M (je 2.750 PS Startleistung), neuere Maschinen auch PW127XT |
| Propeller | sechsblättrig, von Hamilton Standard |
| Länge | 27,17 m |
| Spannweite | 27,05 m |
| Höhe | 7,65 m |
| Sitzplätze | Standardkabine 72, maximal 78 (Herstellerangabe) |
| Reichweite mit voller Kabine | rund 1.370 km (Herstellerangabe) |
| Max. Startgewicht | 23 t |
| Reisegeschwindigkeit | rund 510 km/h |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Hochdecker: Der Flügel sitzt oben auf dem Rumpf, die beiden Turboprop-Triebwerke hängen darunter
- T-Leitwerk – das Höhenleitwerk sitzt ganz oben auf der Seitenflosse
- Zwei sechsblättrige Propeller; die frühen ATR 72 hatten nur vier Blätter
- Hauptfahrwerk klappt in seitliche Verkleidungen am Rumpf ein, nicht in die Triebwerksgondeln – der Rumpf hängt dadurch sehr tief über dem Boden
- Passagiere steigen meist durch die hintere Tür links ein, vorn sitzt die große Frachttür
- Rund 4,5 m länger als die ATR 42 – erkennbar an deutlich mehr Fenstern zwischen Cockpit und Flügel
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein Flugzeug rollt heran, das auf den ersten Blick fast zu klein für das Vorfeld wirkt: Flügel oben, Leitwerk wie ein T, zwei Propeller mit je sechs Blättern, und der Rumpf hängt so tief, dass die Bodencrew bequem in den Frachtraum greift. Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine ATR 72, und wenn sie nach 2011 gebaut wurde, eine ATR 72-600. Hier erfährst du, wie du sie von ATR 42 und Dash 8-400 unterscheidest, warum die Variante von außen ein Rätsel bleibt und wo du sie in Europa zuverlässig vor die Linse bekommst.
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Was ist die ATR 72-600?
Die ATR 72-600 ist ein zweimotoriger Regional-Turboprop mit bis zu 78 Sitzen. Gebaut wird sie von ATR, einem Gemeinschaftsunternehmen von Airbus und dem italienischen Konzern Leonardo mit Sitz in Toulouse. Die ATR 72 selbst gibt es schon seit den späten 1980er-Jahren; die Serie -600 ist ihre bislang letzte große Modernisierung.
ATR hat das -600-Programm im Oktober 2007 angekündigt. Die Flugerprobung begann im Sommer 2009 mit einem Prototyp, der aus einer ATR 72-500 umgebaut worden war. Im Mai 2011 erteilte die europäische Luftsicherheitsagentur EASA die Zulassung, und am 19. August 2011 übergab ATR in Toulouse die ersten beiden Serienmaschinen an Royal Air Maroc. Formal heißt das Flugzeug weiterhin ATR 72-212A – „-600“ ist der Vermarktungsname der modernisierten Ausführung.
Was ist neu gegenüber der -500? Vor allem das Glascockpit mit fünf breiten LCD-Bildschirmen, entwickelt mit Thales, samt neuem Flugmanagement-System, Autopilot und Warnsystem. Dazu kommen die Triebwerke Pratt & Whitney Canada PW127M mit je 2.750 PS Startleistung und einer Boost-Funktion, die beim Start rund fünf Prozent Zusatzleistung freigibt. In der Kabine hat ATR mit dem Designbüro Giugiaro leichtere Sitze und größere Gepäckfächer eingebaut. Seit Anfang der 2020er-Jahre bietet ATR außerdem das sparsamere Triebwerk PW127XT an.
Die kurze Start- und Landestrecke ist einer der Gründe für den Erfolg: Laut ATR reichen der Maschine bei voller Beladung gut 1.300 Meter zum Start und rund 900 Meter zum Landen. Damit kommt sie auf Inselflughäfen und kleine Regionalplätze, die für Jets zu kurz oder zu teuer sind. Auf kurzen Strecken ist sie zudem sparsamer als ein Regionaljet – ATR gibt rund 69 Gramm CO₂ pro Sitz und Kilometer an.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Turboprops wirken für Einsteiger oft alle gleich. Bei der ATR 72 helfen dir drei Beobachtungen, die schon aus größerer Entfernung funktionieren.
Flügel oben, Leitwerk als T
Die ATR ist ein Hochdecker: Der Flügel sitzt auf dem Rumpfrücken, die Triebwerke hängen darunter. Das Höhenleitwerk thront ganz oben auf der Seitenflosse – ein klassisches T-Leitwerk.
Propeller zählen
Sechs Blätter pro Propeller bedeuten ATR 72-500 oder -600 (oder eine ATR 42 der neueren Serien). Die alten ATR 72-200 und -210 drehen mit vier Blättern.
Aufs Fahrwerk schauen
Das Hauptfahrwerk sitzt in Verkleidungen seitlich am Rumpf. Die Maschine steht dadurch flach und tief auf dem Boden – ganz anders als die hochbeinige Dash 8-400.
Damit hast du die ATR 72 der neueren Generation sicher eingegrenzt. Ob es eine -500 oder eine -600 ist, verrät dir die Außenhaut dagegen nicht: Cockpit und Kabine sind von außen unsichtbar, und auch die Triebwerksgondeln sehen gleich aus. Hier hilft nur das Kennzeichen oder der Typcode im Tracking-Dienst. Wie Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Beitrag Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Code-Filter statt Modellname
Flugpläne mit IATA-Typcode zeigen oft nur den Sammelcode „ATR“. Für die -600 filterst du in Tracking-Diensten nach AT76, die ältere -500 läuft als AT75. Wie ICAO- und IATA-Codes zusammenhängen, steht im Beitrag IATA- und ICAO-Codes erklärt.
Die ATR-Familie im Überblick
ATR baut zwei Rumpflängen, die ATR 42 und die ATR 72. Beide haben über die Jahrzehnte mehrere Serien durchlaufen, die du über die ICAO-Codes auseinanderhältst.
| Modell | ICAO-Code | Propellerblätter | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| ATR 72-201/-202 | AT72 | 4 | Erste Serie der ATR 72 |
| ATR 72-211/-212 | AT73 | 4 | Leistungsstärkere Triebwerke |
| ATR 72-500 | AT75 | 6 | Erste Version mit Sechsblatt-Propellern |
| ATR 72-600 | AT76 | 6 | Glascockpit, PW127M/XT |
| ATR 42-600 | AT46 | 6 | Kurze Schwester mit rund 4,5 m weniger Länge |
Für die Praxis heißt das: Vier Propellerblätter schließen die -600 sofort aus. Bei sechs Blättern und langem Rumpf bleibt die Wahl zwischen -500 und -600, und die entscheidest du über den Code. Die ATR 42-600 erkennst du am deutlich kürzeren Rumpf: Zwischen Cockpit und Flügel sitzen bei ihr sichtbar weniger Fenster, die Proportionen wirken kompakt.
Vorsicht bei Frachtern
Viele ältere ATR 72 sind zu Frachtern umgebaut und haben zugeklebte oder überlackierte Fenster. Die werkseitige ATR 72-600F sieht ähnlich aus. Ohne Kennzeichen ist die Variante bei Frachtern kaum sicher zu bestimmen – mehr dazu im Guide Frachtflugzeuge erkennen.
ATR 72, Dash 8-400 oder ATR 42?
Die häufigste Verwechslung im europäischen Regionalverkehr ist die mit der Dash 8-400 von De Havilland Canada. Beide sind Hochdecker mit T-Leitwerk und sechsblättrigen Propellern. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Regional-Turboprop
ATR 72
Fahrwerk am Rumpf und tiefe Haltung sind typisch ATR, die mittlere Länge spricht für die 72. Mit sechs Propellerblättern bist du bei -500 oder -600 – der Code AT76 bestätigt die -600.
De Havilland Canada Dash 8-400
Fahrwerk in den Triebwerksgondeln und die hochbeinige Haltung sind das Markenzeichen der Dash 8. Mit über 32 Metern ist sie zudem deutlich länger als die ATR 72.
ATR 42
Gleiche Bauweise wie die ATR 72, aber rund 4,5 Meter kürzer. Achte auf die geringe Fensterzahl vor dem Flügel – dann hast du die kleine Schwester vor dir.
Ein zweiter Blick lohnt sich auch auf die Nase: Die Dash 8-400 hat eine lange, spitz zulaufende Front, die ATR eine kürzere, rundere. Und während die Dash 8 schneller unterwegs ist, punktet die ATR mit niedrigerem Verbrauch – deshalb setzen Airlines die beiden Typen oft auf unterschiedlichen Streckenprofilen ein.
Die ATR 72-600F: Frachter für FedEx
Eine Besonderheit der -600-Generation ist der werkseitige Frachter ATR 72-600F. Startkunde war FedEx Express, die im November 2017 30 Maschinen fest bestellte. Der Erstflug folgte im September 2020, im Dezember 2020 ging die erste Maschine in Betrieb – geflogen von ASL Airlines Ireland für FedEx in Europa.
Äußerlich fällt die 600F durch den fensterlosen Rumpf und die große Frachttür vorn auf. Im Inneren hat ATR den Boden verstärkt, sodass sieben Frachtcontainer vom Typ LD3 hineinpassen. Für Spotter ist sie vor allem auf Nachtpost- und Expressrouten interessant – die Flüge liegen oft in Randzeiten, was beim Fotografieren eine Herausforderung ist. Tipps für solche Situationen findest du im Beitrag Flugzeuge nachts fotografieren.
Wo du die ATR 72-600 antriffst
Im deutschsprachigen Raum ist die ATR 72-600 ein seltener Gast. Weder Lufthansa noch Swiss oder Austrian Airlines betreiben derzeit ATR-Turboprops in der eigenen Flotte. Die dänische Danish Air Transport, die neben Airbus-Jets und älteren ATR auch einige ATR 72-600 fliegt, führt in ihrer Zielliste allerdings auch deutsche Flughäfen wie Berlin, Frankfurt und Hamburg – welcher Typ dort jeweils kommt, zeigt dir nur der Blick ins Tracking. Dazu kommen Charter-, Fracht- und Überführungsflüge. Wer eine ATR 72-600 in Deutschland erwischt, darf das als kleinen Glücksfall verbuchen – ein Grund, Sichtungs-Alarme zu nutzen. Mehr zur Suche nach Raritäten steht im Guide Seltene Flugzeuge spotten.
Ganz anders sieht es im Westen, Süden und Norden Europas aus. Stand Oktober 2026 sind diese Betreiber besonders relevant:
| Region | Betreiber | Wo du hinfährst |
|---|---|---|
| Irland | Emerald Airlines als Aer Lingus Regional | Flughafen Dublin, Belfast City |
| Großbritannien | Loganair, Emerald Airlines | Schottische Flughäfen, Belfast City, weitere Regionalflughäfen |
| Kanaren | Binter Canarias | Alle Kanaren-Inseln, etwa Lanzarote und Gran Canaria |
| Spanien | Air Nostrum als Iberia Regional | Madrid-Barajas und Regionalflughäfen |
| Griechenland | Olympic Air für Aegean | Athen und griechische Inselflughäfen |
| Dänemark | Danish Air Transport | Kopenhagen und Regionalziele |
Binter Canarias ist dabei ein Paradebeispiel: Laut Flottenübersicht von 2025 gehört dort ein großer Teil der Flotte zum Typ ATR 72-600, die Maschinen pendeln den ganzen Tag zwischen den Inseln. Am Spot Playa Honda auf Lanzarote hast du damit gute Chancen auf mehrere ATR an einem Nachmittag. In Großbritannien kann auch der Runway Visitor Park in Manchester einen Versuch wert sein – prüf aber vorher im Tracking, ob dort gerade ATR-Turboprops britischer oder irischer Regionalairlines verkehren. In Kopenhagen bietet sich die Flyvergrillen an.
Flotten und Einsätze ändern sich
Regionalairlines tauschen Flugzeuge oft zwischen Partnern, setzen Wet-Lease-Maschinen ein oder stellen Strecken saisonal um. Prüf vor deiner Tour im Tracking-Dienst, welche AT76 tatsächlich fliegen. Was hinter Wet-Lease-Einsätzen steckt, erklärt der Beitrag Wet-Lease erklärt.
Weltweit ist die ATR 72-600 weit verbreitet: Große Flotten fliegen unter anderem in Indonesien, Indien, Brasilien und Neuseeland. Wer in den Urlaub fährt, hat also gute Chancen, auf einem Regionalflughafen eine ganze Reihe davon zu sehen.
Keine ATR mehr verpassen
Setz AT76 oder ein bestimmtes Kennzeichen auf deine Wunschliste – Planetrack meldet dir per Sichtungs-Alarm, wenn die Maschine an deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Spotting-Praxis: Was bei Turboprops anders ist
Eine ATR verhält sich am Flughafen anders als ein Jet – und das wirkt sich auf deine Planung aus.
Kurze Pisten, frühes Abheben. Weil die ATR wenig Startstrecke braucht, hebt sie oft schon weit vor dem Pistenende ab. Wer am Pistenende steht und auf einen tiefen Überflug hofft, sieht sie dort mitunter schon in beachtlicher Höhe. Bei Landungen ist es umgekehrt: Die ATR setzt früh auf und rollt schnell ab, häufig über die erste Abrollbahn. Ein Standpunkt seitlich der Piste im vorderen Drittel bringt dir meist die besseren Bilder.
Abfertigung am Außenstand. Regionalturboprops parken an großen Flughäfen oft auf Außenpositionen, Passagiere gehen zu Fuß oder per Bus zum Flugzeug. Von Besucherterrassen siehst du die ATR deshalb nicht immer gut. Plane den Spot lieber nach der Betriebsrichtung als nach dem Terminal – wie das geht, erklärt Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
Hotel-Modus. Am Boden läuft bei der ATR häufig das rechte Triebwerk, während eine Bremse den Propeller festhält. So versorgt sich das Flugzeug selbst mit Strom und Klimaluft. Ein stehender Propeller heißt also nicht, dass alles aus ist – halte dich an die Absperrungen.
Bereit für deine ATR-Session?
- Ich habe einen Flug mit dem Typcode AT76 im Tracking gefunden.
- Ich kenne die voraussichtliche Betriebsrichtung.
- Ich weiß, wo die Sonne zur gewünschten Uhrzeit steht.
- Meine Belichtungszeit ist auf Propeller eingestellt, nicht auf Jets.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
Ob dein Standpunkt rechtlich unproblematisch ist, klärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?.
Fototipps speziell für die ATR 72-600
Bei Turboprops entscheidet ein Detail über Top oder Flop: die Propeller. Mit einer zu kurzen Belichtungszeit frierst du sie ein, und die Maschine wirkt, als würde sie segeln.
Propeller in Bewegung zeigen
Wähle eine längere Belichtungszeit, damit die Blätter eine Kreisscheibe zeichnen. Dafür musst du sauber mitziehen. Konkrete Werte und Technik findest du im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.
Mehr Brennweite einplanen
Mit gut 27 Metern Spannweite ist die ATR klein. Am Pistenrand brauchst du daher eher mehr Brennweite als für einen Großraumjet, um sie formatfüllend zu bekommen – welche Objektive sich eignen, steht in Objektiv und Brennweite fürs Planespotting.
Tiefe Perspektive nutzen
Die flache Haltung der ATR kommt am besten zur Geltung, wenn du sie beim Rollen auf Augenhöhe erwischst. So sieht man, wie tief der Rumpf über dem Boden hängt.
Licht von der Seite vermeiden
Der hoch sitzende Flügel wirft bei Seitenlicht einen breiten Schatten auf den Rumpf. Mit der Sonne im Rücken bleibt die Lackierung gleichmäßig ausgeleuchtet.
Wann das Licht an deinem Spot passt, kannst du vorab berechnen; wie das geht, erklärt Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Wenn du gerade erst anfängst, Typen zu bestimmen, bringt dich der Guide Flugzeugtypen erkennen für Anfänger schnell auf Kurs.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die ATR 72-600, wenn …
- ein Hochdecker mit T-Leitwerk vor dir steht
- die Propeller je sechs Blätter haben
- das Fahrwerk in Verkleidungen am Rumpf sitzt
- im Tracking-Dienst AT76 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- der Rumpf auffällig kurz wirkt – dann könnte es eine ATR 42 sein
- die Fenster fehlen – dann hast du einen Frachter vor dir
- du nur „ATR“ im Flugplan liest – das kann auch eine -500 sein
Es ist keine ATR 72-600, wenn …
- du nur vier Propellerblätter zählst
- das Fahrwerk in die Triebwerksgondeln einfährt – dann ist es eine Dash 8
- die Triebwerke als Jets unter den Flügeln hängen, wie bei der Embraer E175 oder dem Airbus A220
- der Flügel unten am Rumpf sitzt
Fazit
Die ATR 72-600 ist der Turboprop, den du in Europa am ehesten auf Inseln und an Regionalflughäfen triffst – und den du nach dem ersten bewussten Sehen kaum noch verwechselst. Hochdecker, T-Leitwerk, sechs Propellerblätter und der tief liegende Rumpf liefern den Typ, die Länge trennt sie von der ATR 42, das Fahrwerk von der Dash 8. Nur für die exakte Serie brauchst du Typcode oder Kennzeichen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt sie eine kleine Rarität, in Irland, Großbritannien, Spanien, Griechenland und auf den Kanaren gehört sie zum Alltag.
Kurzfazit
Flügel oben, Leitwerk als T, sechsblättrige Propeller, Fahrwerk am Rumpf: Das ist eine ATR 72 der neueren Generation. Die -600 bestätigst du über den Code AT76 – und wer sie sicher sehen will, plant eine Tour nach Dublin, Schottland oder auf die Kanaren.
Zusammenfassung
- Die ATR 72-600 ist seit 2011 im Liniendienst, Erstkunde war Royal Air Maroc; technisch ist sie eine modernisierte ATR 72-500 mit Glascockpit, neuer Kabine und PW127M-Triebwerken.
- Hochdecker, T-Leitwerk, sechsblättrige Propeller und das tief liegende Fahrwerk machen sie leicht zu erkennen; die Variante bestätigt erst der Typcode AT76.
- Mit der ATR 72-600F gibt es eine reine Frachtversion, Erstkunde ist FedEx.
- Wer sie gezielt spotten will, reist am besten zu Regionalflughäfen in Irland, Großbritannien, Spanien, Griechenland oder auf die Kanaren.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die ATR 72-600?
Die ATR 72-600 läuft unter AT76. Die ältere ATR 72-500 hat den Code AT75, die ersten Versionen AT72 und AT73. Im IATA-System teilt sich die -600 dagegen den Sammelcode „ATR“ mit der -500 und weiteren Versionen, weshalb Flugpläne für die genaue Variante wenig taugen – Tracking-Dienste mit ICAO-Code sind hier verlässlicher.
Was ist der Unterschied zwischen ATR 72-500 und ATR 72-600?
Die -600 ist eine Weiterentwicklung der -500. Sie hat ein Glascockpit mit fünf breiten Bildschirmen und Avionik von Thales, die stärkeren PW127M-Triebwerke mit einer Leistungsreserve für den Start und eine neu gestaltete Kabine mit leichteren Sitzen und größeren Gepäckfächern. Von außen sehen sich beide praktisch gleich – für die sichere Bestimmung brauchst du Typcode oder Kennzeichen.
Wie unterscheide ich ATR 72 und ATR 42?
Über die Länge. Die ATR 72-600 misst gut 27 Meter, die ATR 42-600 rund 4,5 Meter weniger. Die ATR 42 wirkt dadurch gedrungen, fast stummelig, und hat deutlich weniger Fenster vor dem Flügel. Cockpit, Leitwerk und Triebwerksbauart sind sehr ähnlich.
Wie unterscheide ich die ATR 72 von der Dash 8-400?
Am Fahrwerk und an der Haltung. Die Dash 8-400 zieht ihr Hauptfahrwerk in lange Triebwerksgondeln ein und steht hochbeinig auf dem Vorfeld. Bei der ATR verschwindet das Fahrwerk in Verkleidungen seitlich am Rumpf, der Rumpf liegt sehr tief. Außerdem ist die Dash 8-400 mit über 32 Metern deutlich länger und hat eine spitzere, längere Nase.
Warum dreht bei einer stehenden ATR manchmal ein Triebwerk, aber der Propeller nicht?
Das ist der sogenannte Hotel-Modus: Eine Propellerbremse hält den rechten Propeller fest, während das Triebwerk läuft und das Flugzeug am Boden mit Strom und Klimatisierung versorgt. So kommt die ATR ohne externe Bodenstromversorgung aus. Für dich heißt das: Nicht jeder stehende Propeller bedeutet, dass das Triebwerk aus ist.
Gibt es die ATR 72-600 auch als Frachter?
Ja, die ATR 72-600F. FedEx hat sie 2017 als Erstkunde bestellt, die erste Maschine wurde im Dezember 2020 ausgeliefert. Der Frachter hat keine Kabinenfenster, einen verstärkten Boden und eine große vordere Frachttür. Daneben fliegen viele ältere ATR 72 als umgebaute Frachter.
Wo sehe ich in Deutschland eine ATR 72-600?
Selten. Im Linienverkehr der großen deutschen Airlines spielt die ATR 72-600 keine Rolle. Du triffst sie am ehesten bei ausländischen Regionalairlines, Charterflügen, Frachtdiensten oder Überführungen. Welche Maschinen gerade kommen, findest du nur über einen aktuellen Blick in Tracking-Dienste mit dem Filter AT76.
Was ist das PW127XT?
Eine weiterentwickelte Version des Pratt-&-Whitney-Canada-Triebwerks, die ATR 2021 auf der Dubai Airshow vorgestellt hat. Laut Hersteller sinken die Wartungskosten damit um rund 20 Prozent und der Treibstoffverbrauch um rund 3 Prozent gegenüber dem PW127M. Äußerlich unterscheidet sich eine ATR mit PW127XT nicht von anderen -600.
ATR 72-600 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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ATR
Der französisch-italienische Hersteller ATR baut seit den 1980er-Jahren nur zwei Flugzeuge – die ATR 42 und die ATR 72. Hochdecker, T-Leitwerk, Propeller: Wer die Familie einmal verstanden hat, erkennt sie überall, von Lanzarote bis zu den griechischen Inseln.
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Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
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