Stobart Air

Historische irische Regionalairline (1970–2021): Von einer Islander auf die Aran-Inseln über Aer Arann bis zu Stobart Air, die mit ATR-Turboprops als Aer Lingus Regional flog – bis zur Liquidation im Juni 2021.

Auch bekannt als: Aer Arann · Aer Lingus Regional · RE

IrlandIrlandRegionalfluggesellschaftenIATA: REICAO: STK11 Min. Lesezeit

1970–2021

Betriebszeit

RE / STK

IATA- und ICAO-Code

13

ATR bei Einstellung

12

Aer-Lingus-Regional-Strecken im Juni 2021

Das Wichtigste in Kürze

  • Stobart Air ist historisch: Am 11. Juni 2021 kündigte die Airline den Franchisevertrag mit Aer Lingus, ab dem 12. Juni flog sie nicht mehr und ging in die Liquidation.
  • Die Wurzeln liegen in Galway: 1970 begann Aer Arann mit einer einzigen Islander auf die Aran-Inseln.
  • Aer Lingus Regional war das Kerngeschäft: Ab März 2010 flog Aer Arann die Regionalstrecken von Aer Lingus, seit 2012 ausschließlich unter dieser Marke.
  • Codes zuletzt: IATA RE, ICAO STK, Rufzeichen „STOBART“.
  • Die Flotte war zuletzt reine ATR: 12 ATR 72-600 und eine ATR 42-600; Aer Lingus Regional fliegt seit 2022 mit Emerald Airlines weiter.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Stobart Air im Überblick
  2. 2.Von Galway auf die Aran-Inseln: die Anfänge
  3. 3.Aer Lingus Regional: das Franchise-Modell
  4. 4.Der Name Stobart Air und das Flybe-Kapitel
  5. 5.Die Flotte: von der Islander zur ATR 72-600
  6. 6.Das Ende im Juni 2021
  7. 7.Woran du Stobart Air erkennst
  8. 8.Stobart Air in Archiv und Logbuch
  9. 9.Häufige Verwechslungen
  10. 10.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeRE
ICAO-CodeSTK
RufzeichenSTOBART
DrehkreuzeDUB, ORK, BHD
StatusHistorisch – Flugbetrieb am 12. Juni 2021 eingestellt, anschließend Liquidation
GeschäftsmodellRegionalairline, zuletzt fast nur als Franchise-Partner für Aer Lingus Regional; zeitweise auch Flüge für Flybe, BA CityFlyer und KLM Cityhopper
Gründung1970 als Aer Arann, erster Dienst im August 1970 mit einer Britten-Norman Islander von Galway auf die Aran-Inseln
NamenAer Arann (1970–2014), Stobart Air (ab 2014); Flüge ab März 2010 unter der Marke Aer Lingus Regional
SitzDublin, Irland
EigentümerAb 2010 Everdeal mit Beteiligung der britischen Stobart Group, ab Februar 2017 vollständig Stobart Group; 2019/2020 zeitweise Teil von Connect Airways, im April 2020 von Stobart zurückgekauft
Wichtigste BasenDublin (DUB), Cork (ORK) und Belfast City (BHD); für Flybe zeitweise Isle of Man und London-Southend
Flotte bei Einstellung13 ATR-Turboprops: 12 ATR 72-600 und 1 ATR 42-600
Frühere TypenBritten-Norman Islander, Piper PA-31 Navajo, Short 360, Fokker 50, ATR 42-300, ATR 72-200 und -500, Embraer 190 und 195; BAe 146 im Wet Lease
AllianzKeine eigene Mitgliedschaft; Flüge unter Aer-Lingus-Flugnummern

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Stobart Air?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Fast immer ein ATR-Turboprop mit Schulterdecker-Flügel und T-Leitwerk – meist die ATR 72-600, selten die kürzere ATR 42-600
  • Bemalung in Aer-Lingus-Farben mit Kleeblatt am Leitwerk und Zusatz „Regional“ – der Name Stobart Air stand nicht groß am Rumpf
  • Irisches Kennzeichen mit EI- am Heck
  • Flugnummer mit EI von Aer Lingus, auf Trackern aber das eigene ICAO-Rufzeichen STK – damit erkennst du in alten Logs, wer wirklich geflogen ist
  • Typische Einsätze: kurze Strecken von Dublin, Cork und Belfast City nach Großbritannien, auf die Isle of Man und zu irischen Regionalflughäfen

Wer zwischen 2010 und 2021 in Dublin, Cork oder Belfast City spotten war, hat sie mit großer Wahrscheinlichkeit gesehen – nur selten unter ihrem eigenen Namen. Die ATR-Turboprops in Aer-Lingus-Farben mit dem Zusatz „Regional“ flog nicht Aer Lingus, sondern Stobart Air, die frühere Aer Arann. Die Geschichte dieser Airline reicht von einer einzelnen Islander auf die Aran-Inseln bis zu einer ATR-Flotte, die zahlreiche Städte in Großbritannien mit Irland verband. Im Juni 2021 war plötzlich Schluss. Diese Seite zeigt dir, wie du alte Sichtungen richtig einordnest und woran du Stobart-Flugzeuge in deinem Archiv erkennst.

Auch Archivfotos gehören in den Hangar

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Stobart Air im Überblick

Stobart Air war eine irische Regionalairline mit Sitz in Dublin, die von 1970 bis Juni 2021 bestand – die meiste Zeit unter dem Namen Aer Arann. Ihre wichtigsten Basen waren zuletzt der Flughafen Dublin, Cork und Belfast City. Für Flybe kamen zeitweise Basen auf der Isle of Man und in London-Southend hinzu.

Das Besondere an dieser Airline: In den letzten elf Jahren trat sie kaum noch unter eigenem Namen auf. Ab März 2010 flog sie die Regionalstrecken von Aer Lingus unter der Marke Aer Lingus Regional, ab 2012 sogar ausschließlich. Die Flugzeuge trugen Aer-Lingus-Bemalung, die Flugnummern begannen mit EI – Crew, Wartung und Flugbetrieb aber kamen von Aer Arann bzw. später Stobart Air. Für Spotter ist das ein klassischer Fall, in dem Marke und tatsächlicher Betreiber auseinanderfallen.

REIATA-Code von Stobart Air
STKICAO-Code auf dem Tracker
EI-Kennzeichen-Präfix der Flotte

Von Galway auf die Aran-Inseln: die Anfänge

Die Geschichte beginnt im August 1970 an der irischen Westküste. Aer Arann, gegründet von James Coen und Ralph Langan, nahm mit einer einzigen Britten-Norman Islander den Inselflugdienst von Galway auf die Aran-Inseln auf. Der Name ist Programm: „Aer Arann“ bedeutet sinngemäß „Luft Aran“. Die kleine, robuste Islander mit Platz für eine Handvoll Passagiere war genau das Richtige für die kurzen Pisten der Inselflugplätze.

1994 übernahmen Pádraig Ó Céidigh und Eugene O’Kelly die Airline und machten aus dem Inseldienst eine echte Regionalairline. Ab 1998 kamen Linienflüge hinzu, darunter Verbindungen mit staatlicher Förderung (Public Service Obligation, kurz PSO) von Dublin nach Donegal und Sligo. Zu dieser Zeit flog Aer Arann unter anderem die Short 360 – den kastenförmigen Turboprop aus Belfast, den die Airline von 1998 bis 2001 einsetzte. Ab 2002 ging es auch nach Großbritannien und Jersey, 2004 nach Lorient und Nantes in der Bretagne.

Der Höhepunkt der eigenständigen Aer Arann lag um 2007: Die Airline meldete einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro und mehr als 1,15 Millionen Fluggäste. Inzwischen bestand die Flotte vor allem aus ATR-Turboprops – ATR 42-300, ATR 72-200 und ATR 72-500. Im Sommer 2008 setzte Aer Arann über eine Kooperation zusätzlich BAe-146-Jets ein, unter anderem nach Málaga, Faro, Bordeaux und Amsterdam.

Aer Arann Islands: der Ableger, der noch fliegt

Der ursprüngliche Inselflugdienst wurde abgespalten und fliegt heute als eigenständige Aer Arann Islands vom Flughafen Connemara bei Inverin auf die drei Aran-Inseln – weiterhin mit Britten-Norman Islander. Mit Stobart Air hat er nichts mehr zu tun. Wer dort ein Islander-Foto macht, legt es besser nicht unter Stobart Air ab.

Aer Lingus Regional: das Franchise-Modell

Nach der Finanzkrise geriet Aer Arann unter Druck. 2008 folgte ein Sparprogramm, bei dem rund 70 Stellen wegfielen. Die Rettung kam in Form eines neuen Geschäftsmodells: Im Januar 2010 gründeten Aer Arann und Aer Lingus die Marke Aer Lingus Regional, am 28. März 2010 ging sie an den Start.

Das Prinzip ist bei Regionalairlines weit verbreitet. Die große Netzwerk-Airline verkauft die Tickets unter eigener Flugnummer und liefert Marke und Vertrieb, der Partner stellt Flugzeuge, Crews und Flugbetrieb. Wie das grundsätzlich funktioniert, erklärt der Artikel zu Codeshare-Flügen; verwandt ist auch das Prinzip des Wet Lease, bei dem eine Airline Flugzeug samt Crew für eine andere fliegt.

Noch im selben Jahr musste Aer Arann im August 2010 unter gerichtlichen Gläubigerschutz (Examinership). Im Oktober 2010 wurde die britische Stobart Group als bevorzugter Investor benannt; im November 2010 übernahm die Gesellschaft Everdeal, an der Stobart zunächst mit 5 Prozent beteiligt war, die Airline. 2011 endeten die staatlich geförderten Inlandsstrecken, und am 25. März 2012 wechselten alle verbliebenen Flüge zu Aer Lingus Regional. Damit verschwand Aer Arann als eigene Marke vom Himmel.

Zeitraum Name / Marke Rolle
1970–1994 Aer Arann Inselflugdienst Galway–Aran-Inseln
1994–2010 Aer Arann Eigenständige Regionalairline mit Linien- und PSO-Flügen
2010–2012 Aer Arann / Aer Lingus Regional Mischbetrieb unter beiden Marken
2012–2014 Aer Arann als Aer Lingus Regional Nur noch Franchise-Flüge für Aer Lingus
2014–2021 Stobart Air Aer Lingus Regional plus Flüge für Flybe, BA CityFlyer und KLM Cityhopper

Der Name Stobart Air und das Flybe-Kapitel

Im März 2014 kündigte die Airline den neuen Namen Stobart Air an. Der Wechsel hing mit einer großen Refinanzierung zusammen; die Stobart Group hielt zu dieser Zeit bereits die Mehrheit an der Eigentümergesellschaft Everdeal. Im Februar 2017 übernahm Stobart schließlich alle Anteile, dazu die Leasinggesellschaft Propius, der einige Flugzeuge gehörten.

Neben Aer Lingus Regional suchte Stobart Air weitere Auftraggeber. Ab Juni 2014 flog die Airline im Rahmen eines Fünfjahresvertrags Strecken für Flybe, zeitweise mit Basen auf der Isle of Man und in London-Southend. Ab Dezember 2014 kamen zwei Strecken für CityJet ab Cardiff nach Edinburgh und Paris-Orly hinzu. Damit tauchten bei Stobart erstmals auch Jets auf: Ab 2018 mietete die Airline zwei Embraer 195 von Flybe, später übernahm Propius drei eigene E195. Mit geleasten Embraer 190 flog Stobart Air zudem für BA CityFlyer und KLM Cityhopper; die E190 gingen im Februar 2021 an den Leasinggeber zurück.

Für Spotter macht genau das die Stobart-Jahre so knifflig: Ein und dieselbe Gesellschaft flog unter mindestens vier Marken – Aer Lingus Regional, Flybe, BA CityFlyer und KLM. Den Unterschied zwischen Embraer 190 und Embraer 195 erkennst du übrigens am einfachsten an der Rumpflänge – die E195 ist sichtbar gestreckt; mehr dazu im Guide E-Jets unterscheiden.

2019 übernahm das Konsortium Connect Airways, an dem Stobart gemeinsam mit Virgin Atlantic beteiligt war, die Airline Flybe – Stobart Air wurde dabei ebenfalls unter das Dach von Connect Airways gebracht. Im Nachhinein wurde das zur schweren Last.

Marke prüfen

Aer Lingus, Flybe, BA oder KLM? Die Bemalung zeigt nur, für wen geflogen wurde – nicht, wer geflogen ist.

Typ bestimmen

ATR-Turboprop oder Embraer-Jet? Bei Stobart sind beide möglich, ATR ist aber der Normalfall.

Kennzeichen lesen

Ein EI-Kennzeichen spricht für eine irische Registrierung – bei Aer Lingus Regional typisch.

Rufzeichen abgleichen

Hast du alte Tracker-Daten oder Funkmitschnitte, bestätigt STK bzw. „STOBART“ den Betreiber.

Die Flotte: von der Islander zur ATR 72-600

Über die Jahrzehnte hatte die Airline erstaunlich viele Typen im Einsatz. Zum Schluss war es aber eine kompakte, junge ATR-Flotte.

Typ Zeitraum Sitze Spotter-Hinweis
Britten-Norman Islander ab 1970 wenige Inselflugdienst, heute bei Aer Arann Islands
Short 360 1998–2001 – Kastenförmiger Rumpf, Leitwerk mit einer Seitenflosse
Fokker 50 Aer-Arann-Zeit – Niederländischer Turboprop mit Schulterdecker-Flügel
ATR 42-300 Aer-Arann-Zeit 48 Kurze ATR der ersten Generation
ATR 72-200 / -500 Aer-Arann-Zeit 66 / 72 Längere ATR, -500 mit sechsblättrigen Propellern
ATR 72-600 bis 2021 72 Hauptmuster zum Schluss, 12 Exemplare
ATR 42-600 bis 2021 48 Einzelstück in der Schlussflotte
Embraer 190 / 195 ca. 2018–2021 – Jets für BA CityFlyer, KLM Cityhopper und Flybe

Die ATR 72-600 war das Rückgrat der letzten Jahre. Bei Einstellung bestand die Flotte aus 12 ATR 72-600 und einer ATR 42-600, zusammen 13 Flugzeuge. Hersteller ist das französisch-italienische Unternehmen ATR aus Toulouse. Wie du die ATR-Versionen und die ähnlich aussehende Dash 8 auseinanderhältst, zeigt der Artikel Turboprops unterscheiden. Kurz gesagt: Die ATR 42 ist sichtbar kürzer als die ATR 72, und die -600 erkennst du vor allem am modernen Glascockpit – von außen fast nur an Details und am Baujahr.

Einen schweren Zwischenfall gab es im Juli 2011: Bei der Landung in Shannon brach an einer ATR 72 (EI-SLM) aus Manchester das Bugfahrwerk zusammen. Verletzt wurde niemand, das Flugzeug war aber nicht mehr wirtschaftlich zu reparieren.

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Das Ende im Juni 2021

Das Jahr 2020 traf Stobart Air von mehreren Seiten. Im März ging Flybe in die Insolvenz, kurz darauf auch das Konsortium Connect Airways; im April 2020 kaufte die Stobart Group die Airline zurück. Wegen der Pandemie stellte Stobart Air am 23. März 2020 alle internationalen Flüge ein; nur die staatlich geförderten Verbindungen von Dublin nach Donegal und Kerry liefen weiter. Im November 2020 folgte der nächste Schlag: Aer Lingus vergab den Regionalvertrag ab 2023 neu, und Stobart Air ging leer aus. Bevorzugter Bieter war Emerald Airlines.

Im April 2021 einigte sich Stobart mit der Firma Ettyl von der Isle of Man auf einen Verkauf. Doch die Finanzierung kam nicht zustande. Am 11. Juni 2021 teilte Stobart Air Aer Lingus mit, dass sie den Franchisevertrag beendet, weil das Unternehmen in die Liquidation geht. Alle Flüge von Aer Lingus Regional fielen schlagartig aus – betroffen waren zwölf Strecken.

Die Lücke wurde mit Notlösungen gestopft: Aer Lingus flog fünf der Strecken übergangsweise selbst, BA CityFlyer übernahm zwei Verbindungen für einige Zeit, Amapola Flyg die PSO-Strecke Dublin–Donegal, und Ryanair bot Dublin–Kerry ohne Förderung an. Im August 2021 wurde Emerald Airlines als neuer Franchise-Partner bestätigt, am 26. Februar 2022 lief Aer Lingus Regional wieder an – erneut mit ATR 72-600. Wie diese Pleite in die lange Reihe europäischer Airline-Zusammenbrüche passt, liest du im Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.

Achtung Verwechslung

Eine ATR 72-600 in Aer-Lingus-Regional-Farben ist nicht automatisch ein Stobart-Flugzeug. Bis Juni 2021 flog Stobart Air, seit Februar 2022 fliegt Emerald Airlines unter derselben Marke. Entscheidend sind das Datum der Aufnahme und das Rufzeichen auf dem Tracker.

Woran du Stobart Air erkennst

Weil Stobart Air fast nie unter eigenem Namen flog, erkennst du sie vor allem an der Kombination aus Typ, Bemalung und Datum:

  • Aer-Lingus-Regional-Bemalung auf einer ATR: Aufnahme zwischen März 2010 und Juni 2021? Dann flog mit hoher Wahrscheinlichkeit Aer Arann bzw. Stobart Air.
  • Flybe-Bemalung mit irischem Kennzeichen: Zwischen 2014 und März 2020 ein Hinweis auf Stobart-Einsätze für Flybe.
  • Tracker-Rufzeichen STK: Das eindeutigste Merkmal. Die EI-Flugnummer im Flugplan sagt dagegen nur, unter welcher Marke verkauft wurde. Mehr zu den verschiedenen Kennungen findest du unter IATA- und ICAO-Codes erklärt.
  • Aer-Arann-Schriftzug: Fotos mit dem eigenen Aer-Arann-Auftritt stammen fast immer aus der Zeit vor 2012.

Stobart Air in Archiv und Logbuch

Seit Juni 2021 kannst du Stobart Air nicht mehr live sehen. Umso wertvoller sind alte Aufnahmen – vor allem, wenn Kennzeichen, Datum und Ort dokumentiert sind. Wer heute in Dublin spottet, sieht dieselbe Marke Aer Lingus Regional, aber mit Emerald als Betreiber. Einen Überblick über die Spotting-Möglichkeiten dort bieten der Guide Planespotting in Dublin und der Spot The Mound am Flughafen Dublin.

Unter Stobart Air ablegen, wenn …

  • eine ATR in Aer-Lingus-Regional-Farben zwischen 2014 und Juni 2021 fotografiert wurde
  • Tracker-Daten das Rufzeichen STK zeigen
  • ein Embraer-Jet mit Stobart-Rufzeichen für BA CityFlyer oder KLM unterwegs war

Unter Aer Arann ablegen, wenn …

  • die Aufnahme vor der Umbenennung im März 2014 entstand – je nach Logbuch-System lohnt sich ein eigener Vermerk

Nicht Stobart Air, wenn …

  • eine Aer-Lingus-Regional-ATR ab Februar 2022 fotografiert wurde – dann flog Emerald Airlines
  • eine Islander auf den Aran-Inseln zu sehen ist, die heute zu Aer Arann Islands gehört

Tipps, wie du solche Wechsel sauber festhältst, findest du im Artikel Sichtungen dokumentieren. Einen Blick auf vergleichbare Airlines wirft der Überblick Regionalairlines in Europa; ein britisches Gegenstück mit ähnlichem Schicksal ist bmi regional, und mit Loganair gibt es eine Regionalairline, die nach dem Flybe-Ende viele Lücken füllte.

Häufige Verwechslungen

  • Aer Lingus Regional für eine eigene Airline halten – es ist eine Marke, geflogen von Franchise-Partnern.
  • Jede Aer-Lingus-Regional-ATR Stobart zuordnen – seit 2022 fliegt Emerald Airlines unter derselben Marke.
  • Aer Arann und Aer Arann Islands gleichsetzen – die Inselfluglinie ist seit der Abspaltung ein eigenes Unternehmen.
  • Stobart-Embraer für BA CityFlyer oder KLM-eigene Jets halten – das Rufzeichen verrät den Betreiber.
  • Die EI-Flugnummer als Betreiber notieren – sie zeigt nur den Vermarkter Aer Lingus.

Aer Lingus Regional heute im Blick

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Fazit

Stobart Air war eine Airline, die man oft sah und selten erkannte. Aus einem Inselflugdienst in Galway wurde Aer Arann, aus Aer Arann wurde Stobart Air – und dazwischen flog die Gesellschaft über ein Jahrzehnt lang als Aer Lingus Regional. Pandemie, Flybe-Pleite und der verlorene Aer-Lingus-Vertrag beendeten im Juni 2021 eine über 50-jährige Geschichte. Wer alte Fotos mit Datum, Kennzeichen und Rufzeichen einordnet, rettet ein spannendes Kapitel irischer Luftfahrt ins eigene Logbuch.

Kurzfazit

Stobart Air (IATA RE, ICAO STK), bis 2014 Aer Arann, war eine irische Regionalairline mit ATR-Flotte, die von 2010 bis 2021 als Aer Lingus Regional flog. Seit dem 12. Juni 2021 ist sie Geschichte.

Zusammenfassung

  • Aus einem Inselflugdienst in Westirland wurde Aer Arann, eine der bekanntesten Regionalairlines Irlands.
  • Ab 2010 verschwand der eigene Markenauftritt schrittweise hinter Aer Lingus Regional – die Flugzeuge trugen Aer-Lingus-Farben, Crew und Betrieb kamen von Aer Arann bzw. Stobart Air.
  • Nach der Umbenennung 2014 flog Stobart Air auch für Flybe, BA CityFlyer und KLM Cityhopper, teils mit Embraer-Jets.
  • Mit dem Ende von Flybe 2020, der Pandemie und dem verlorenen Aer-Lingus-Vertrag geriet die Airline unter Druck; im Juni 2021 kam das Aus.
  • Fotos von Stobart-ATR sind heute Archivmaterial – das Rufzeichen STK und das Kennzeichen machen sie eindeutig zuordenbar.

Häufige Fragen

Gibt es Stobart Air noch?

Nein. Stobart Air teilte Aer Lingus am 11. Juni 2021 mit, dass sie den Franchisevertrag beendet, weil das Unternehmen in die Liquidation geht. Alle Flüge unter der Marke Aer Lingus Regional fielen daraufhin aus. Stobart Air ist damit eine historische Airline.

Was ist der Unterschied zwischen Aer Arann und Stobart Air?

Es ist dieselbe Airline. Aer Arann wurde 1970 gegründet und 2014 im Zuge einer Refinanzierung in Stobart Air umbenannt; die britische Stobart Group war bereits seit 2010 beteiligt. Der kleine Inselflugdienst auf die Aran-Inseln wurde abgespalten und fliegt heute eigenständig als Aer Arann Islands.

Welche Codes hatte Stobart Air?

Zuletzt flog Stobart Air mit dem IATA-Code RE, dem ICAO-Code STK und dem Rufzeichen „STOBART“. Die meisten Passagiere sahen davon nichts, denn die Flüge liefen unter Aer-Lingus-Flugnummern mit EI. Auf Flugtrackern tauchte dagegen das eigene Rufzeichen auf.

Welche Flugzeuge flog Stobart Air?

Bei der Einstellung bestand die Flotte aus 13 ATR-Turboprops: 12 ATR 72-600 und eine ATR 42-600. Früher setzte die Airline auch ATR 42-300, ATR 72-200 und ATR 72-500 ein, dazu Embraer 190 und 195, Fokker 50, Short 360 und in den Anfangsjahren die Britten-Norman Islander.

Was war Aer Lingus Regional?

Aer Lingus Regional ist eine Marke von Aer Lingus für Regionalstrecken. Aer Lingus selbst fliegt sie nicht, sondern vergibt den Betrieb per Franchise. Von März 2010 bis Juni 2021 übernahm das Aer Arann bzw. Stobart Air, seit 2022 ist es Emerald Airlines.

Was passierte nach dem Ende von Stobart Air mit den Strecken?

Zwölf Strecken waren betroffen. Aer Lingus übernahm übergangsweise fünf davon selbst, BA CityFlyer flog zwei Strecken für einige Zeit. Die Verbindung Dublin–Donegal ging vorübergehend an Amapola Flyg, Dublin–Kerry bot Ryanair an. Im Februar 2022 startete Emerald Airlines als neuer Franchise-Partner.

Warum ging Stobart Air in die Liquidation?

Mehrere Faktoren kamen zusammen: Die Pandemie legte 2020 den internationalen Verkehr fast still, Flybe als wichtiger Partner ging im März 2020 in die Insolvenz, und im November 2020 verlor Stobart Air die Ausschreibung um den nächsten Aer-Lingus-Regional-Vertrag. Ein vereinbarter Verkauf an die Firma Ettyl von der Isle of Man scheiterte im Frühjahr 2021, weil die Finanzierung nicht zustande kam.

Fliegt Aer Arann heute noch?

Als Aer Arann Islands ja – das ist aber ein eigenständiges Unternehmen. Es fliegt vom Flughafen Connemara bei Inverin mit kleinen Britten-Norman Islander auf die drei Aran-Inseln. Mit der großen Regionalairline Stobart Air hat es heute nichts mehr zu tun.

Stobart Air im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

ATR 72-600

Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.

Flugzeugtyp

ATR 42-600

Hochdecker, T-Leitwerk, zwei Sechsblatt-Propeller und ein kurzer, kompakter Rumpf: Die ATR 42-600 ist der kleinste Turboprop von ATR. So erkennst du sie und trennst sie von der größeren ATR 72.

Flugzeugtyp

ATR 72-500

Sechs Propellerblätter, Hochdecker, T-Leitwerk – und von außen fast nicht von der -600 zu unterscheiden: Die ATR 72-500 ist die meistgebaute ATR 72 vor der aktuellen Generation. So grenzt du sie sauber ab.

Flugzeugtyp

ATR 72-200/210

Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 72-200 und -210 sind die erste Generation der großen ATR. Viele fliegen heute fensterlos als Frachter. So erkennst du sie und so findest du sie.

Flugzeugtyp

ATR 42-300/320

Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 42-300 und -320 sind die erste Generation des ATR-Turboprops. Heute triffst du sie vor allem als Frachter. So erkennst du sie.

Flugzeugtyp

Shorts 360

Kastenförmiger Rumpf, abgestrebter Hochdecker, ein großes Seitenleitwerk: Die Shorts 360 ist die gestreckte Weiterentwicklung der Shorts 330 – und heute vor allem als Frachter unterwegs.

Flugzeugtyp

Fokker 50

Hoher Flügel, sechsblättrige Propeller und eine lange Reihe kleiner Fenster: Die Fokker 50 war der letzte Turboprop aus den Niederlanden. Heute fliegt sie nur noch bei wenigen Betreibern – so findest und erkennst du sie.

Flugzeugtyp

Embraer E195

Der größte E-Jet der ersten Generation: Die E195 streckt die E190 um rund 2,4 Meter und bringt typischerweise gut 100 bis 120 Passagiere in einer 2+2-Kabine in die Luft. In Europa ist sie vor allem im Lufthansa-Konzern zu Hause.

Flugzeugtyp

Embraer E190

Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.

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Wo du Stobart Air vor die Linse bekommst

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Planetrack Redaktion

Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

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