Das Wichtigste in Kürze
- Ein Flug, mehrere Verkäufer: Beim Codeshare führt eine Airline den Flug durch, und eine oder mehrere Partner-Airlines verkaufen Plätze darauf unter ihrem eigenen Code und einer eigenen Flugnummer.
- Operating vs. Marketing Carrier: Die ausführende Airline stellt Flugzeug, Crew und Betrieb. Die vermarktende Airline verkauft nur Tickets – sie fliegt auf dieser Strecke selbst nicht.
- Nur ein Callsign: Egal wie viele Flugnummern auf der Anzeigetafel stehen – im Funk, im Transponder und auf der Live-Karte erscheint ausschließlich die Kennung der ausführenden Airline.
- Am Zaun zählt der Operator: Lackierung, Kennzeichen und Flugzeugtyp gehören zur ausführenden Airline. Für deine Sichtung trägst du deshalb die durchführende Gesellschaft ein, nicht die Airline auf deinem Ticket.
- Codeshare ist kein Wet-Lease: Beim Codeshare verkauft ein Partner Sitze auf einem fremden Flug. Beim Wet-Lease mietet eine Airline Flugzeug samt Crew und verkauft den Flug komplett als ihren eigenen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Codeshare: die kurze Antwort
- 2.Woher der Begriff kommt
- 3.Wer fliegt, wer verkauft? Die Rollen im Detail
- 4.Welche Arten von Codeshare-Abkommen gibt es?
- 5.Warum Airlines Codeshares eingehen
- 6.Was das für dich als Fluggast bedeutet
- 7.Codeshare, Wet-Lease, Regionalpartner: der Unterschied
- 8.Was du als Spotter wirklich siehst
- 9.Codeshares am Drehkreuz beobachten
- 10.Typische Stolperfallen
- 11.Fazit
Du stehst am Terminal und schaust auf die Abflugtafel: Nach New York stehen drei Flüge mit derselben Uhrzeit, demselben Gate und demselben Ziel – nur die Flugnummern sind verschieden. Drei Flugzeuge starten trotzdem nicht. Was du siehst, ist ein Codeshare-Flug: ein einziger Flug, den mehrere Airlines unter ihren eigenen Nummern verkaufen. Dieser Guide erklärt dir, wer dabei fliegt und wer nur verkauft, warum Airlines das machen, welche Rechte du als Fluggast hast – und warum am Zaun, im Funk und auf dem Flugradar immer nur eine Airline zählt.
Sichtungen mit der richtigen Airline festhalten
In Planetrack postest du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – so landet die ausführende Gesellschaft in deinem Hangar, nicht die Flugnummer auf der Tafel. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Codeshare: die kurze Antwort
Ein Codeshare ist eine Vereinbarung zwischen Airlines, denselben Flug unter mehreren Airline-Codes zu verkaufen. Eine Gesellschaft führt den Flug durch – sie heißt ausführende Airline oder Operating Carrier. Die anderen sind vermarktende Airlines oder Marketing Carrier: Sie nehmen den Flug mit einer eigenen Flugnummer in ihren Flugplan auf und verkaufen Plätze darauf, setzen aber weder Flugzeug noch Crew ein.
Für die vermarktende Airline ist das ein Weg, Ziele anzubieten, die sie selbst gar nicht anfliegt. Für die ausführende Airline bedeutet es zusätzliche Vertriebskanäle und oft besser gefüllte Kabinen. Und für dich als Passagier heißt es: durchgehende Tickets mit Umsteigeverbindungen, Gepäck bis zum Ziel und Meilen im gewohnten Vielfliegerprogramm.
Woher der Begriff kommt
Die Grundidee stammt aus der US-Regionalluftfahrt. 1967 schloss Allegheny Airlines, ein Vorläufer von US Airways, eine Kooperation mit der kleinen Hagerstown Commuter von Richard A. Henson. Der Zubringer flog kurze Strecken, die sich für die große Airline nicht lohnten, die Verbindungen wurden aber unter dem Namen der großen Gesellschaft vermarktet. Das gilt als erste Codeshare-artige Partnerschaft in den USA.
Den Begriff selbst prägten Qantas und American Airlines im Jahr 1989. 1990 folgten die ersten gemeinsam vermarkteten Flüge der beiden Gesellschaften zwischen Australien und den USA. Mit dem Aufkommen der großen Allianzen in den 1990er-Jahren wurde Codesharing zum Standardwerkzeug der Branche. Heute haben praktisch alle großen Netzwerk-Airlines Codeshare-Partner, und viele davon sind in der Star Alliance, bei oneworld oder bei SkyTeam organisiert. Wie die drei Bündnisse aufgebaut sind, erklärt der Überblick Star Alliance, oneworld und SkyTeam.
Wer fliegt, wer verkauft? Die Rollen im Detail
Bei einem Codeshare gibt es eine klare Arbeitsteilung. Sie zu kennen, hilft dir bei der Reiseplanung genauso wie beim Spotten.
| Aspekt | Ausführende Airline (Operating Carrier) | Vermarktende Airline (Marketing Carrier) |
|---|---|---|
| Flugzeug und Kennzeichen | stellt sie selbst | keine eigene Maschine auf der Strecke |
| Crew im Cockpit und in der Kabine | eigene Besatzung | keine |
| Flugnummer | eigene „Haupt“-Flugnummer | zusätzliche eigene Nummer mit eigenem IATA-Code |
| Callsign im Funk | ja, ausschließlich ihres | taucht im Funk nicht auf |
| Ticketverkauf | ja | ja, über eigene Kanäle |
| Haftung nach EU-Fluggastrechten | ja | nein, Ansprüche gehen an den Operator |
Wichtig ist dabei: Die zusätzlichen Flugnummern der Partner sind rein kommerziell. Sie existieren im Buchungssystem, auf deinem Ticket und auf der Anzeigetafel. Im Flugplan der Flugsicherung kommt dagegen nur der Flug der ausführenden Airline vor.
Wie Codeshare-Flugnummern aussehen
Jede vermarktende Airline vergibt eine Flugnummer mit ihrem eigenen zweistelligen IATA-Code – wie diese Codes funktionieren, steht im Artikel IATA- und ICAO-Codes erklärt. Viele Gesellschaften nutzen für Codeshares hohe, vierstellige Nummernbereiche, damit sich Partnerflüge im eigenen System leicht von selbst geflogenen Verbindungen unterscheiden lassen. Ein Flug von Lufthansa nach Nordamerika kann so zusätzlich eine Nummer von United Airlines oder Air Canada tragen. Eine feste Regel ist das aber nicht – jede Airline organisiert ihre Nummern selbst, und Zuordnungen ändern sich mit jedem Flugplanwechsel.
Welche Arten von Codeshare-Abkommen gibt es?
Wie genau die Partner die Plätze untereinander aufteilen, regelt der jeweilige Vertrag. In der Branche haben sich ein paar Grundmodelle durchgesetzt:
- Block Space: Die vermarktende Airline kauft ein festes Kontingent an Sitzen zu einem vereinbarten Preis und verkauft es auf eigenes Risiko weiter. Verkauft sie nicht alles, bleibt das Kontingent trotzdem bezahlt.
- Free Flow (Free Sale): Die Buchungssysteme der Partner sind verbunden, und jede Airline darf verkaufen, solange der Flug Plätze hat. Abgerechnet wird nach tatsächlich verkauften Tickets.
- Begrenzter Free Flow: Wie Free Flow, aber jeder Partner hat eine Obergrenze an Sitzen.
Daneben unterscheidet man, in welche Richtung das Abkommen läuft. Bei einem gegenseitigen Codeshare setzen beide Airlines ihren Code auf die Flüge des jeweils anderen. Bei einem einseitigen Codeshare vermarktet nur eine Seite Flüge des Partners, etwa wenn eine große Airline die Strecken eines kleinen Zubringers in ihr Netz aufnimmt.
Mehr als Codeshare: Joint Ventures
Auf besonders wichtigen Märkten gehen Airlines noch weiter. In einem Joint Venture stimmen Partner nicht nur ihre Flugnummern ab, sondern auch Flugplan, Preise und teilweise die Erlöse. Bekannt sind die großen Transatlantik-Bündnisse, an denen etwa die Lufthansa Group, Air France-KLM und Delta Air Lines beteiligt sind. Solche Kooperationen brauchen eine kartellrechtliche Freigabe und gehen deutlich über einen einfachen Codeshare hinaus. Details findest du im Artikel Transatlantische Joint Ventures.
Den Partner-Flieger nicht verpassen
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Warum Airlines Codeshares eingehen
Auf den ersten Blick wirkt es seltsam, dass Konkurrenten sich gegenseitig Flüge verkaufen. Für alle Beteiligten rechnet sich das aber aus mehreren Gründen.
Was Codeshares bringen
- Größeres Streckennetz, ohne zusätzliche Flugzeuge einzusetzen
- Präsenz in Märkten, die eine Airline selbst nicht anfliegt
- Bessere Auslastung für die ausführende Airline
- Durchgehende Tickets mit Gepäck bis zum Ziel für Passagiere
- Meilen sammeln und einlösen beim gewohnten Programm
- Mehr Abflugzeiten pro Strecke im Angebot jeder Partner-Airline
Wo es hakt
- Du fliegst womöglich mit einer Airline, die du nicht bewusst gewählt hast
- Gepäckregeln, Service und Sitzplatzwahl können abweichen
- Bei Störungen ist nicht immer sofort klar, wer zuständig ist
- Verbraucherschützer kritisieren mangelnde Transparenz
- Ein Flug mit vielen Nummern wirkt wie ein dichteres Angebot, als es tatsächlich ist
Der letzte Punkt ist kein Detail. Weil jede Partner-Airline den Flug in ihrem eigenen Flugplan führt, erscheint eine Strecke in Buchungsportalen oft mehrfach. Wer nicht auf das „durchgeführt von“ achtet, vergleicht unter Umständen drei Angebote, die alle im selben Flugzeug enden.
Was das für dich als Fluggast bedeutet
In der EU gibt es zwei Regelwerke, die bei Codeshares wichtig sind. Die Verordnung (EG) Nr. 2111/2005 vom 14. Dezember 2005 regelt nicht nur die EU-Flugsicherheitsliste, sondern auch die Information der Fluggäste über die Identität des ausführenden Luftfahrtunternehmens. Der Grundgedanke: Wer ein Ticket verkauft, muss dir sagen, welche Airline den Flug tatsächlich durchführt – und dich informieren, wenn sich das ändert.
Für Verspätungen, Annullierungen und Nichtbeförderung gilt die Fluggastrechte-Verordnung der EU. Haftbar ist nach diesen Regeln das ausführende Luftfahrtunternehmen, also die Airline, die den Flug durchführt. Hast du dein Ticket bei einem Codeshare-Partner gekauft, richtest du Ansprüche auf Ausgleichszahlung deshalb in der Regel an den Operator. Für Umbuchungen und Erstattungen des Ticketpreises ist oft dagegen die Airline Ansprechpartner, bei der du gebucht hast.
Kein Ersatz für Rechtsberatung
Ob ein Anspruch besteht, hängt von Strecke, Airline und Ursache der Störung ab. Bei Flügen aus einem Nicht-EU-Land in die EU gelten die EU-Rechte nur, wenn eine EU-Airline den Flug durchführt. Im Zweifel helfen die offiziellen Informationsseiten der EU zu Fluggastrechten oder eine Verbraucherzentrale weiter.
Praktisch heißt das für die Buchung:
- Auf „durchgeführt von“ achten. Diese Angabe verrät dir die Airline, das Flugzeug und meist auch die Servicestandards an Bord.
- Gepäckregeln prüfen. Bei Codeshares mit verschiedenen Partnern können Freigepäck und Handgepäckregeln abweichen.
- Terminal und Check-in klären. Häufig checkst du beim Operator ein, und der sitzt an manchen Flughäfen in einem anderen Terminal als die Airline auf deinem Ticket.
Codeshare, Wet-Lease, Regionalpartner: der Unterschied
Codeshares werden oft mit anderen Kooperationsformen verwechselt. Für Spotter ist die Unterscheidung wichtig, weil sie bestimmt, welche Lackierung und welches Kennzeichen du am Ende siehst.
| Modell | Wer fliegt? | Flugnummer | Lackierung am Zaun | Callsign |
|---|---|---|---|---|
| Codeshare | ausführende Airline mit eigenem Flugzeug | mehrere, je Partner eine | die des Operators | Operator |
| Wet-Lease | Vermieter mit Flugzeug und Crew | die des Mieters | oft die des Vermieters | je nach Vereinbarung Mieter oder Vermieter |
| Regionalpartner mit Marken-Auftritt | Regionalairline im Auftrag | die der großen Airline | häufig die Marke der großen Airline | meist das der Regionalairline |
| Air-Rail | Bahnunternehmen | Flugnummer der Airline | ein Zug | keins – es ist ein Zug |
Beim Wet-Lease mietet eine Airline ein Flugzeug mit Besatzung und verkauft den Flug als ihren eigenen. Das erklärt der Artikel Wet-Lease erklärt ausführlich. Besonders verbreitet ist das Regionalpartner-Modell in Nordamerika: Gesellschaften wie SkyWest Airlines fliegen für große Netzwerk-Airlines unter deren Marke und Flugnummer. Die Maschinen tragen die Lackierung von United Express, Delta Connection oder American Eagle, gefunkt wird aber oft mit dem eigenen Rufzeichen der Regionalairline. Wer auf der Live-Karte nach einer United-Nummer sucht, findet den Flug deshalb manchmal unter einem ganz anderen Callsign.
Was du als Spotter wirklich siehst
Für die Praxis am Zaun ist die wichtigste Regel einfach: Alles, was du sehen, hören und tracken kannst, gehört zur ausführenden Airline.
- Am Flugzeug: Lackierung, Kennzeichen und Flugzeugtyp sind die des Operators. Eine Partner-Airline, die nur Tickets verkauft, taucht am Flugzeug nicht auf – es sei denn, es fliegt eine der Allianz-Sonderlackierungen, die im Artikel Allianz-Lackierungen vorgestellt werden.
- Im Funk: Die Flugsicherung kennt nur ein Callsign pro Flug. Warum es manchmal gar nicht nach Flugnummer klingt, erklärt der Guide Callsign vs. Flugnummer.
- Auf dem Flugradar: Tracker zeigen das Callsign aus dem Transponder. Manche Dienste blenden zusätzlich Codeshare-Nummern ein, die Position gehört aber immer zum einen echten Flug. Welche Apps dabei wie arbeiten, vergleicht der Artikel Flugradar-Apps im Vergleich.
- Auf der Anzeigetafel: Hier stehen alle Flugnummern. Mehrere Einträge mit derselben Uhrzeit, demselben Ziel und demselben Gate sind fast immer ein einziger Codeshare-Flug. Wie du Tafeln für die Planung nutzt, steht im Beitrag Abflug- und Ankunftstafeln fürs Spotting nutzen.
1. Codeshare-Gruppen erkennen
Fasse auf der Ankunfts- oder Abflugtafel Einträge mit identischer Zeit, identischem Ziel und identischem Gate zu einem Flug zusammen.
2. Operator bestimmen
Die ausführende Airline steht oft an erster Stelle oder ist mit „durchgeführt von“ markiert. Im Zweifel hilft die Suche nach der Nummer auf einer Flugradar-Seite.
3. Callsign und Kennzeichen prüfen
Auf der Live-Karte siehst du das Callsign des Operators und meist auch das Kennzeichen der eingesetzten Maschine.
4. Sichtung richtig eintragen
Notiere die ausführende Airline, den Typ und das Kennzeichen – nicht die Partnernummer, unter der du den Flug zuerst gefunden hast.
Wenn dich eine bestimmte Maschine interessiert und nicht nur der Flug, ist das Kennzeichen der zuverlässigste Weg. Wie du ein Flugzeug gezielt über Kennzeichen oder Hex-Code verfolgst, zeigt der Guide Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.
Codeshares am Drehkreuz beobachten
An großen Umsteigeflughäfen siehst du Codeshares besonders deutlich. Am Flughafen Frankfurt tragen viele Langstreckenflüge der Lufthansa zusätzlich Nummern von Partnern aus der Star Alliance, und umgekehrt verkaufen deutsche Airlines Plätze auf Flügen ihrer Partner. Von der Aussichtsplattform Zeppelinheim aus kannst du einen Blick auf die Tafel im Terminal oder in einer Flughafen-App direkt mit dem vergleichen, was tatsächlich landet: Aus drei oder vier Einträgen wird eine einzige Maschine.
Spannend wird es, wenn ein Partner seinen Flug selbst bedient. Dann siehst du die Lackierung der ausländischen Airline am deutschen Flughafen, obwohl der Flug in Deutschland auch unter Lufthansa-Nummer verkauft wird. Das Gleiche gilt in den anderen Allianzen, etwa bei Flügen von Air France und KLM, die Delta-Nummern tragen.
Codeshare mit der Bahn
Ein Sonderfall sind Air-Rail-Angebote. Hier trägt eine Zugverbindung eine Flugnummer, damit Zug und Flug auf einem Ticket gebucht werden können. In Deutschland verkauft Lufthansa seit Jahren ausgewählte ICE-Verbindungen der Deutschen Bahn zum Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen mit eigener Flugnummer. Am Zaun siehst du davon nichts – aber auf der Abflugtafel kann eine Flugnummer stehen, hinter der in Wahrheit ein Zug steckt.
Mehr über Flüge wissen als die Anzeigetafel
Planetrack zeigt dir am Flughafen Wetter, Wind und aktive Pisten, auf der Spot-Karte findest du den passenden Standort mit bestem Licht, und in der Community tauschst du dich über Partner-Flieger und Raritäten aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Typische Stolperfallen
- Die Flugnummer auf dem Ticket ist nicht die Airline im Flugzeug. Entscheidend ist immer das „durchgeführt von“.
- Mehrere Flugnummern heißen nicht mehrere Flüge. Zähl auf der Tafel Uhrzeit, Ziel und Gate, nicht die Nummern.
- Codeshare ist nicht Wet-Lease. Beim Codeshare fliegt der Operator seinen eigenen Flug; beim Wet-Lease fliegt ein Vermieter im Auftrag einer anderen Airline.
- Partnernummern sind nicht dauerhaft. Codeshare-Abkommen werden gekündigt, ausgeweitet oder neu verhandelt. Was in einer Flugplanperiode gilt, kann in der nächsten anders aussehen.
- Callsign-Suche statt Nummern-Suche. Findest du einen Flug auf der Live-Karte nicht unter der Partnernummer, such nach der Nummer oder dem Callsign der ausführenden Airline.
Durchschaust du Codeshares?
- Ich kenne den Unterschied zwischen ausführender und vermarktender Airline.
- Ich erkenne Codeshare-Gruppen auf der Anzeigetafel an Zeit, Ziel und Gate.
- Ich weiß, dass ein Codeshare-Flug nur ein Callsign hat.
- Ich kann Codeshare, Wet-Lease und Regionalpartner auseinanderhalten.
- Ich weiß, an wen ich mich bei Verspätung oder Annullierung wende.
- Ich trage bei Sichtungen die ausführende Airline ein.
Fazit
Ein Codeshare ist im Kern ein Vertriebsabkommen: Eine Airline fliegt, mehrere verkaufen. Daraus erklären sich die vielen Flugnummern auf der Anzeigetafel, die Hinweise „durchgeführt von“ bei der Buchung und die Tatsache, dass im Funk und auf dem Flugradar trotzdem nur ein Flug existiert. Für Passagiere zählt vor allem, welche Airline den Flug ausführt – sie haftet bei Störungen und bestimmt Service und Gepäckregeln. Für Spotter ist die Sache noch einfacher: Lackierung, Kennzeichen und Callsign gehören immer zum Operator, und genau den trägst du in deine Sammlung ein.
Kurzfazit
Mehrere Flugnummern, ein Flugzeug: Beim Codeshare verkaufen Partner einen Flug, den nur eine Airline durchführt. Achte auf „durchgeführt von“, wende dich bei Störungen an den Operator und notiere am Zaun immer die Airline, deren Maschine du wirklich siehst.
Zusammenfassung
- Codesharing erlaubt Airlines, ihr Streckennetz scheinbar zu vergrößern, ohne selbst zusätzliche Flugzeuge einzusetzen. Für Passagiere bringt es durchgehende Tickets und Meilen beim gewohnten Programm.
- Der Begriff wurde Ende der 1980er-Jahre von Qantas und American Airlines geprägt, die Idee dahinter ist älter und stammt aus der US-Regionalluftfahrt der 1960er-Jahre.
- In der EU muss die verkaufende Airline dich darüber informieren, welche Gesellschaft den Flug tatsächlich durchführt. Ansprüche bei Verspätung oder Annullierung richten sich an die ausführende Airline.
- Für Spotter ist die Unterscheidung praktisch: Flugradar, Funk und Kennzeichen zeigen immer den Operator. Mit diesem Wissen liest du Abflugtafeln und Live-Karten deutlich schneller.
Häufige Fragen
Was ist ein Codeshare-Flug?
Ein Codeshare-Flug ist ein Linienflug, den mehrere Airlines unter ihren eigenen Flugnummern verkaufen. Durchgeführt wird er nur von einer Gesellschaft, der sogenannten ausführenden Airline (Operating Carrier). Die anderen sind vermarktende Airlines (Marketing Carrier): Sie bieten Plätze auf dem Flug an, setzen aber weder Flugzeug noch Crew ein.
Warum hat mein Flug mehrere Flugnummern?
Weil Partner-Airlines denselben Flug in ihr eigenes Angebot aufnehmen. Jede Airline vergibt dafür eine Flugnummer mit ihrem IATA-Code. Auf der Abflugtafel stehen dann mehrere Nummern mit gleicher Abflugzeit, gleichem Ziel und gleichem Gate – es ist trotzdem nur ein Flugzeug.
Mit welcher Airline fliege ich bei einem Codeshare?
Immer mit der ausführenden Airline. Ihr Flugzeug, ihre Crew und in der Regel ihr Service an Bord erwarten dich. Bei der Buchung steht das meist als „durchgeführt von“ oder „operated by“. Check-in und Gepäckaufgabe laufen häufig über die ausführende Gesellschaft, die Details hängen vom jeweiligen Abkommen ab.
Welches Callsign hat ein Codeshare-Flug?
Nur eines: das der ausführenden Airline. Die zusätzlichen Flugnummern der Partner existieren nur im Verkauf und auf Anzeigetafeln. Die Flugsicherung, der Transponder und damit auch Flugradar-Dienste kennen ausschließlich die Kennung des Operators.
An wen wende ich mich bei Verspätung oder Annullierung?
Nach den EU-Fluggastrechten haftet die ausführende Airline, also die Gesellschaft, die den Flug tatsächlich durchführt. Das gilt auch dann, wenn du dein Ticket bei einem Codeshare-Partner gekauft hast. Für Umbuchungen ist in der Praxis oft die Airline zuständig, bei der du gebucht hast – kläre das im Zweifel mit beiden.
Was ist der Unterschied zwischen Codeshare und Wet-Lease?
Beim Codeshare fliegt eine Airline ihren eigenen Flug, und Partner verkaufen zusätzlich Tickets darauf. Beim Wet-Lease mietet eine Airline ein Flugzeug mit Besatzung von einer anderen Gesellschaft und bietet den Flug unter eigener Flugnummer an. Am Zaun siehst du beim Wet-Lease oft eine fremde Lackierung auf einer Strecke, die eigentlich eine andere Airline bedient.
Gibt es Codeshares auch mit der Bahn?
Ja. Unter dem Stichwort Air-Rail tragen ausgewählte Zugverbindungen eine Flugnummer, damit Bahnfahrt und Flug auf einem Ticket gebucht werden können. Ein bekanntes Beispiel sind ICE-Verbindungen der Deutschen Bahn zum Flughafen Frankfurt, die Lufthansa unter eigener Flugnummer verkauft.
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Die kleinste der drei großen Allianzen mit den größten Namen: British Airways, American, Qatar Airways, Cathay Pacific, Qantas und Co. – und Flugzeugen im oneworld-Design, die Spotter gezielt jagen.
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Airline-GruppeLufthansa Group
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