ATR 42-500

Mit der ATR 42-500 bekam der kleine ATR-Turboprop Mitte der Neunziger Sechsblatt-Propeller, stärkere Triebwerke und eine neue Kabine. So erkennst du sie und trennst sie von älteren und jüngeren ATR 42.

Auch bekannt als: ATR 42 · ATR42-500 · ATR 42-500F

FrankreichATRTurbopropsICAO-Typcode: AT4512 Min. Lesezeit

AT45

ICAO-Typcode

1994

Erstflug

6

Blätter pro Propeller

48–50

Sitzplätze

Das Wichtigste in Kürze

  • Die ATR 42-500 ist die zweite Generation des kleinen ATR-Turboprops: Erstflug 1994, Liniendienst ab 1996, rund 48 Sitze.
  • Schnellster Erkennungsweg: kurzer ATR-Rumpf plus Sechsblatt-Propeller – damit scheidest du die ältere -300/-320 sofort aus.
  • Von der ATR 42-600 trennst du sie von außen kaum. Der Typcode AT45 oder das Kennzeichen bringen Klarheit.
  • In Mitteleuropa begegnet sie dir am ehesten bei Regional- und Wet-Lease-Airlines wie DAT, etwa in Saarbrücken oder Kopenhagen.
  • Für Fotos gilt wie bei jedem Turboprop: Verschlusszeit so wählen, dass die Propeller sichtbar drehen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die ATR 42-500?
  2. 2.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  3. 3.Die ATR-42-Generationen im Vergleich
  4. 4.ATR 42-500 oder ATR 72-500?
  5. 5.ATR 42, Dash 8 oder Twin Otter?
  6. 6.Die ATR 42-500 im deutschsprachigen Raum
  7. 7.Wo die ATR 42-500 weltweit fliegt
  8. 8.Spotting-Praxis: kleine Turboprops planen
  9. 9.Fototipps speziell für die ATR 42-500
  10. 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerATR (Gemeinschaftsunternehmen von Airbus und Leonardo)
FamilieATR 42 (-300, -320, -400, -500, -600)
ICAO-TypcodeAT45
ProgrammstartJuni 1993
Erstflug16. September 1994
ZulassungJuli 1995
ErstauslieferungOktober 1995 an Air Dolomiti (Italien)
Triebwerke2 × Pratt & Whitney Canada PW127E, je rund 2.400 PS
PropellerSechsblatt-Verbundpropeller von Hamilton Standard
Länge22,67 m
Spannweite24,57 m
Höhe7,59 m
Sitzplätzetypisch 48, maximal 50
Reisegeschwindigkeitrund 556 km/h (300 Knoten)
NachfolgerATR 42-600 (Erstauslieferung 2012)

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Hochdecker mit T-Leitwerk und zwei Turboprops – die klassische ATR-Silhouette
  • Sechs Blätter pro Propeller – die ATR 42-300 und -320 haben nur vier
  • Hauptfahrwerk klappt in Verkleidungen seitlich am unteren Rumpf, nicht in die Triebwerksgondeln
  • Kurzer Rumpf von 22,67 m bei 24,57 m Spannweite – die Flügel sind länger als der Rumpf
  • Äußerlich fast identisch mit der ATR 42-600; der Unterschied steckt im Cockpit, Gewissheit gibt erst das Kennzeichen
  • Oft ältere Zellen mit teils verblassten Lackierungen, Frachtversionen mit zugeklebten oder verschlossenen Fenstern

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner Hochdecker mit T-Leitwerk rollt zur Piste, an den Triebwerken drehen sich Propeller mit sechs Blättern, und die Lackierung hat schon ein paar Jahrzehnte Sonne gesehen: Gut möglich, dass du eine ATR 42-500 vor dir hast. Sie ist die Version, mit der ATR den kleinen Turboprop Mitte der Neunziger gründlich modernisiert hat. Hier erfährst du, was sich gegenüber der ersten Generation geändert hat, wie du sie von ATR 42-300, ATR 42-600 und ATR 72 trennst und wo du sie heute noch vor die Linse bekommst.

AT45 im Hangar abhaken

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Was ist die ATR 42-500?

Die ATR 42-500 ist die zweite große Generation des kleinen ATR-Turboprops. Gebaut wird die Familie vom französisch-italienischen Hersteller ATR, einem Gemeinschaftsunternehmen, an dem heute Airbus und Leonardo beteiligt sind. Die Endmontage sitzt in Toulouse.

Die Geschichte beginnt früher: Die erste ATR 42 flog 1984, ab 1985 ging die Version -300 in den Liniendienst, später folgte die stärkere -320. Anfang der Neunziger war klar, dass die Airlines mehr Leistung, mehr Komfort und weniger Lärm wollten. Am 14. Juni 1993 kündigte ATR deshalb die -500 an. Der Erstflug fand am 16. September 1994 statt, im Juli 1995 folgte die Zulassung durch die britischen und französischen Luftfahrtbehörden. Die erste Maschine ging am 31. Oktober 1995 an Air Dolomiti aus Italien, der erste Linieneinsatz folgte im Januar 1996.

Was steckt technisch dahinter? Vor allem drei Dinge:

  • Neue Triebwerke: Statt der PW120/PW121 der ersten Generation arbeiten zwei Pratt & Whitney Canada PW127E mit rund 2.400 PS. Das bringt der -500 vor allem auf heißen und hoch gelegenen Flugplätzen deutlich bessere Leistungswerte.
  • Sechsblatt-Propeller: Die elektronisch geregelten Verbundpropeller von Hamilton Standard ersetzen die alten Vierblatt-Propeller. Sie laufen ruhiger und machen die Kabine leiser.
  • Mehr Gewicht, neue Kabine: Das maximale Startgewicht stieg, die Kabine wurde neu gestaltet. Dazu kamen Systeme wie ein doppeltes Flight Management System von Honeywell und die Fähigkeit zu CAT-II-Anflügen bei schlechter Sicht.
AT45ICAO-Typcode in Flugplänen und Tracking-Diensten
6Blätter pro Propeller – das Erkennungszeichen gegenüber der -300
48typische Sitzzahl in einer Klasse

Im November 2000 bekam die ATR 42-500 zudem die Freigabe für ETOPS mit 120 Minuten. Damit darf sie Strecken fliegen, auf denen der nächste Ausweichflughafen bis zu zwei Flugstunden entfernt liegt – interessant für Inselverbindungen und dünn besiedelte Regionen. Abgelöst wurde die -500 von der ATR 42-600, die 2010 erstmals flog und seit 2012 ausgeliefert wird.

Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Turboprops wirken auf den ersten Blick ähnlicher als Jets. Mit drei Beobachtungen grenzt du die ATR 42-500 trotzdem schnell ein.

Grundform prüfen

Hochdecker, T-Leitwerk, zwei Propellertriebwerke und ein Hauptfahrwerk, das in Verkleidungen seitlich am Rumpf verschwindet: Das ist eine ATR. Bei der Dash 8 fährt das Fahrwerk dagegen in die Triebwerksgondeln ein.

Rumpflänge einschätzen

Wirkt das Flugzeug kurz und kompakt, die Flügel im Verhältnis lang, hast du eine ATR 42. Eine ATR 72 ist rund viereinhalb Meter länger und wirkt deutlich gestreckt.

Propellerblätter zählen

Sechs Blätter pro Propeller bedeuten -500 oder -600. Vier Blätter heißen ATR 42-300 oder -320 – die erste Generation.

Bleibt die Frage -500 oder -600. Die beantwortet dir das Auge kaum, denn die Unterschiede liegen hinter den Cockpitfenstern. Hier hilft das Kennzeichen: Wie du es liest und nachschlägst, steht im Beitrag Flugzeug-Kennzeichen verstehen. Ein Indiz liefert oft das Alter der Zelle; wie du das Baujahr herausfindest, erklärt Wie alt ist dieses Flugzeug?.

Praxis-Tipp für die Blattzahl

Am Boden mit stehenden Propellern zählst du die Blätter am leichtesten. Im Flug hilft eine sehr kurze Verschlusszeit: Sie friert die Propeller ein, sodass du die Blätter später am Foto in Ruhe zählen kannst.

Die ATR-42-Generationen im Vergleich

Für Sammler ist die ATR 42 dankbar, weil jede Generation ihren eigenen Typcode trägt. Die Tabelle zeigt, was dich bei welcher Version erwartet.

Merkmal ATR 42-300/-320 ATR 42-400 ATR 42-500 ATR 42-600
ICAO-Typcode AT43 AT44 AT45 AT46
Triebwerk PW120 / PW121 PW121 PW127E PW127M / PW127XT
Propellerblätter 4 6 6 6
Cockpit klassisch klassisch klassisch, mit FMS Glascockpit
Häufigkeit heute selten, oft als Frachter extrem selten regelmäßig bei Regionalairlines aktuelle Produktion

Die -400 ist dabei eine Fußnote: Sie war eine -320 mit Sechsblatt-Propellern. Zivil wurden nur zwei Exemplare gebaut, die als Übergangslösung bei Czech Airlines flogen, bevor die Tschechen ihre -500 bekamen. Dazu kamen einige Seeüberwachungsflugzeuge für den italienischen Staat. Siehst du also einen Sechsblatt-ATR-42 mit klassischem Cockpit, ist es so gut wie sicher eine -500.

Mehr zur ersten Generation findest du auf der Seite zur ATR 42-300/320.

ATR 42-500 oder ATR 72-500?

Parallel zur -500 gab es bei der großen Schwester die ATR 72-500 mit ähnlicher Technik und ebenfalls sechs Propellerblättern. Diese Kombination ist im Feld die häufigste Verwechslung, denn Nase, Leitwerk und Propeller sehen gleich aus.

Merkmal ATR 42-500 ATR 72-500
ICAO-Typcode AT45 AT75
Länge 22,67 m rund 27 m
Spannweite 24,57 m rund 27 m
Typische Sitzzahl 48 rund 70
Wirkung im Profil kompakt, Flügel länger als der Rumpf gestreckt, Rumpf etwa so lang wie die Spannweite

Achte auf den Abschnitt zwischen Cockpit und Flügelvorderkante: Bei der ATR 72 sitzen dort spürbar mehr Fenster, und auch hinter dem Flügel ist der Rumpf länger. Hast du beide einmal nebeneinander gesehen, erkennst du den Unterschied auch ohne Zählen. Einen ausführlichen Überblick über alle Varianten liefert der Beitrag ATR 42/72 und Dash 8 unterscheiden.

ATR 42, Dash 8 oder Twin Otter?

Neben den ATR-Schwestern kommen vor allem andere Regional-Turboprops in Frage. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: kleiner Regional-Turboprop

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

ATR 42-500 oder -600

Rumpfseitige Fahrwerksverkleidungen, sechs Propellerblätter und kompakte Proportionen: Das ist eine moderne ATR 42. Ob -500 oder -600, klärt das Kennzeichen oder der Typcode AT45 bzw. AT46.

Wahrscheinlich

ATR 42-300 oder -320

ATR-Grundform mit Vierblatt-Propellern deutet auf die erste Generation. Viele dieser Maschinen fliegen heute als Frachter.

Wahrscheinlich

De Havilland Canada Dash 8

Fahrwerk in den Triebwerksgondeln und eine lange, schlanke Nase sprechen für eine Dash 8. Die kurzen Versionen -100 und -200 liegen in der Größe nahe an der ATR 42.

Wahrscheinlich

DHC-6 Twin Otter

Festes Fahrwerk und ein kantiger, kleiner Rumpf deuten auf die Twin Otter – eine Klasse kleiner als die ATR 42.

Die Dash 8-100 und die Dash 8-300 waren in den Neunzigern die direkten Konkurrenten der ATR 42. Die DHC-6 Twin Otter spielt eine Klasse darunter. Wer sich bei Turboprops generell noch schwertut, startet mit Flugzeugtypen erkennen für Anfänger.

Die ATR 42-500 im deutschsprachigen Raum

In Deutschland hat die ATR 42-500 eine kleine, aber spannende Vorgeschichte. Die frühere Regionalairline Eurowings flog den Typ, bevor sie 2003 neun Maschinen an Contact Air aus Stuttgart abgab. Contact Air flog ab 2004 unter der Marke Lufthansa Regional, tauschte 2005 vier ATR 42-500 gegen größere ATR 72-500 und setzte später auf die Fokker 100. Den heutigen Eurowings-Betrieb mit Airbus-Jets darfst du damit nicht verwechseln.

Auch Erstkunde Air Dolomiti hat einen Bezug zum DACH-Raum: Die Italiener wurden ab 1999 schrittweise von Lufthansa übernommen und verbanden mit ihren ATR-Turboprops lange Norditalien mit deutschen Drehkreuzen wie München. Heute fliegt Air Dolomiti mit Embraer-Jets – die ATR-Zeit ist dort Geschichte.

Stand Oktober 2026 setzt keine der großen Linienairlines aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz die ATR 42-500 ein. Am ehesten triffst du sie bei der dänischen DAT Danish Air Transport. Die Familienairline hatte Anfang 2025 rund neun ATR 42 der Versionen -300 und -500 in der Flotte und fliegt im eigenen Netz unter anderem ab dem Flughafen Saarbrücken nach Berlin und Hamburg. Welche ATR-Version gerade auf welcher Strecke unterwegs ist, wechselt allerdings – eine ATR 72 ist dort ebenso möglich.

Ort Trefferchance Warum
Saarbrücken mittel DAT bedient von hier aus Strecken nach Berlin und Hamburg
Berlin, Hamburg niedrig bis mittel Gegenstationen der DAT-Strecken ab Saarbrücken
Kopenhagen mittel Heimatdrehkreuz von DAT mit ATR-Verkehr nach Bornholm
Große DACH-Drehkreuze sonst niedrig Höchstens Wet-Lease, Charter oder Überführungen

Was hinter solchen Einsätzen für fremde Airlines steckt, erklärt der Beitrag zum Wet-Lease. In Kopenhagen ist der Flyvergrillen ein bewährter Standpunkt, um den Regionalverkehr am Flughafen Kopenhagen zu beobachten.

Flotten und Einsätze ändern sich

Ältere ATR werden häufig verkauft, verleast, zu Frachtern umgebaut oder ausgemustert. Verlass dich nicht auf ältere Listen, sondern prüf vor deiner Tour Ankünfte und Abflüge nach dem Typcode AT45.

Wo die ATR 42-500 weltweit fliegt

Außerhalb des DACH-Raums ist die -500 deutlich präsenter. Die schottische Loganair betreibt neben der ATR 42-600 auch ältere ATR 42-500 und versorgt damit Inseln und Regionalflughäfen in Schottland. In Kanada fliegt Canadian North den Typ in der Arktis, in Kolumbien setzen die staatliche Satena und Clic die ATR 42-500 auf Strecken zu kleinen Plätzen ein. Auch Pakistan International Airlines führte zuletzt noch einige ATR 42-500 in ihrer Flotte.

Historisch hatte der Typ in Europa viele Heimaten: TAROM flog ab Ende der Neunziger mehrere ATR 42-500, die dänische Cimber Air flog sie ebenso wie die französische Regionaltochter HOP! und ihre Vorgänger. Einen Überblick über die Szene gibt der Beitrag Regionalairlines in Europa.

Ein weiteres Kapitel sind Frachtumbauten: Für alle ATR-42-Versionen gibt es Zulassungen für den Umbau zum reinen Frachter. Bei der ersten Generation ist das inzwischen der Normalfall, bei der -500 kommt es mit zunehmendem Alter ebenfalls vor. Wie du solche Maschinen erkennst, zeigt der Beitrag Frachtflugzeuge erkennen.

Nie wieder eine ATR 42-500 verpassen

In Planetrack setzt du den Typ auf deine Wunschliste und lässt dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine AT45 an deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Spotting-Praxis: kleine Turboprops planen

Die ATR 42-500 braucht wenig Piste und hebt deshalb oft deutlich früher ab als die Jets am selben Flughafen. Am Pistenende zieht sie dann schon in einiger Höhe über dich hinweg. Für Starts ist ein Standpunkt seitlich der Piste, etwa auf Höhe der Pistenmitte, meist ergiebiger. Bei Landungen hängt alles an der Betriebsrichtung; wie du sie einschätzt, erklärt Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.

Weil Regionalstrecken oft nur ein- oder zweimal täglich bedient werden, lohnt sich gründliche Vorbereitung. Wie du einzelne Maschinen live verfolgst, steht im Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B. Was hinter Codes wie AT45 steckt, erklärt ICAO-Typcodes erklärt.

Bereit für deine ATR-Session?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe einen Flug mit dem Typcode AT45 im Flugplan oder Tracking-Dienst gefunden.
  • Ich kenne die voraussichtliche Betriebsrichtung.
  • Ich weiß, wo die Sonne zu meiner Wunsch-Uhrzeit steht.
  • Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
  • Ich habe eine Verschlusszeit für drehende Propeller gewählt.

Ob dein Standpunkt rechtlich unproblematisch ist, klärt Ist Planespotting erlaubt?. Tipps für seltene Gäste findest du unter Seltene Flugzeuge spotten.

Fototipps speziell für die ATR 42-500

Klein, hochbeinig wirkend und mit großen Propellern: Die ATR 42-500 ist ein charmantes Motiv. Ein paar Punkte machen den Unterschied.

Propeller drehen lassen

Sehr kurze Verschlusszeiten frieren die Propeller ein, längere zeigen eine Propellerscheibe und wirken lebendiger. Den richtigen Kompromiss findest du im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.

Brennweite anpassen

Mit unter 25 Metern Spannweite ist die ATR 42 deutlich kleiner als ein Mittelstreckenjet. Auf größere Entfernung brauchst du mehr Brennweite, als du von Airbus und Boeing gewohnt bist.

Auf Augenhöhe bleiben

Beim Hochdecker siehst du von oben vor allem die Flügeloberseite. Ein Standpunkt auf Rumpfhöhe zeigt Fahrwerksverkleidungen und Rumpflinie am besten.

Licht im Rücken

Der hohe Flügel wirft bei steiler Sonne einen kräftigen Schatten auf den Rumpf. Flaches Morgen- oder Abendlicht mit der Sonne im Rücken liefert gleichmäßigere Bilder.

Wann das Licht an deinem Spot passt, rechnest du vorher aus; wie das geht, erklärt Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Planetrack zeigt dir dazu an der Spot-Karte das beste Licht und Community-Fotos vom jeweiligen Standpunkt.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die ATR 42-500, wenn …

  • ein kurzer Hochdecker mit T-Leitwerk und zwei Sechsblatt-Propellern vor dir steht
  • das Hauptfahrwerk in Verkleidungen seitlich am Rumpf verschwindet
  • die Zelle sichtlich älter wirkt und ein klassisches Cockpit hat
  • im Tracking-Dienst AT45 als Typ steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • alles nach moderner ATR 42 aussieht, aber der Typcode fehlt – dann kann es auch eine -600 sein
  • du die Maschine nur von vorn siehst und die Rumpflänge nicht beurteilen kannst
  • die Fenster verklebt sind – dann ist es womöglich ein Frachtumbau

Es ist keine ATR 42-500, wenn …

  • du vier Blätter pro Propeller zählst – dann ist es eine ATR 42-300/-320
  • der Rumpf auffällig lang wirkt – dann bist du bei der ATR 72
  • das Fahrwerk in die Triebwerksgondeln einfährt – dann ist es eine Dash 8
  • im Cockpit große Bildschirme leuchten und AT46 im Tracking steht – dann ist es die -600

Fazit

Die ATR 42-500 war der Schritt, mit dem der kleine ATR-Turboprop erwachsen wurde: stärkere PW127E-Triebwerke, Sechsblatt-Propeller, mehr Leistung bei Hitze und eine leisere Kabine. Für Spotter ist sie das Bindeglied zwischen der vierblättrigen ersten Generation und der heutigen -600. Im deutschsprachigen Raum ist sie selten geworden, mit etwas Planung und einem Blick auf DAT, Saarbrücken oder Kopenhagen aber durchaus zu finden.

Kurzfazit

Kurzer Rumpf, T-Leitwerk, sechs Propellerblätter und ein klassisches Cockpit: Das ist die ATR 42-500. Von der -300 trennt sie die Blattzahl, von der ATR 72 die Rumpflänge und von der -600 erst das Kennzeichen oder der Typcode AT45.

Zusammenfassung

  • ATR kündigte die -500 im Juni 1993 an, der Erstflug folgte im September 1994, Erstkunde war Air Dolomiti.
  • Neu waren vor allem PW127E-Triebwerke, Sechsblatt-Propeller, ein höheres Startgewicht und eine überarbeitete Kabine.
  • Sechs Propellerblätter trennen sie von der ATR 42-300/-320, der kurze Rumpf von der ATR 72, das Kennzeichen von der -600.
  • Heute fliegt der Typ vor allem bei Regionalairlines in Nischenmärkten – in Tracking-Diensten filterst du nach AT45.

Häufige Fragen

Welchen ICAO-Typcode hat die ATR 42-500?

Die ATR 42-500 läuft unter AT45. Die erste Generation (-200, -300, -320) teilt sich den Code AT43, die seltene -400 hat AT44, die aktuelle -600 AT46. Mit AT45 filterst du die -500 gezielt in Tracking-Diensten heraus.

Was ist bei der -500 neu gegenüber der ATR 42-300?

Die -500 bekam stärkere PW127E-Triebwerke mit rund 2.400 PS statt der PW120/PW121 der ersten Generation, dazu Sechsblatt-Propeller statt vier Blättern. Außerdem stiegen das maximale Startgewicht und die Leistung bei Hitze und auf hoch gelegenen Plätzen, die Kabine wurde neu gestaltet und leiser. Für Spotter ist die Blattzahl das wichtigste Merkmal.

Wie unterscheide ich die ATR 42-500 von der ATR 42-600?

Von außen praktisch gar nicht: Rumpf, Flügel, Leitwerk und Sechsblatt-Propeller sind gleich. Die -600 hat ein modernes Glascockpit und PW127M- bzw. PW127XT-Triebwerke. Wer nicht ins Cockpit schauen kann, nutzt das Kennzeichen oder den Typcode im Tracking-Dienst – AT45 heißt -500, AT46 heißt -600.

Hatte schon die ATR 42-400 sechs Propellerblätter?

Ja. Die -400 war eine Weiterentwicklung der -320 mit Sechsblatt-Propellern, aber noch mit den älteren PW121-Triebwerken. Zivil wurden nur zwei Exemplare gebaut, die zunächst bei Czech Airlines flogen; dazu kamen einige Seeüberwachungsflugzeuge für Italien. Im Alltag ist ein Sechsblatt-ATR-42 der ersten Stunden also so gut wie immer eine -500.

Wie viele Passagiere passen in eine ATR 42-500?

Typisch sind 48 Sitze in einer Klasse, maximal sind 50 möglich. Einige Betreiber fliegen sie mit weniger Sitzen oder als Kombi-Version mit Frachtabteil.

Wo sehe ich eine ATR 42-500 in Deutschland?

Am planbarsten bei der dänischen DAT, die mehrere ATR 42 der Versionen -300 und -500 betreibt und unter anderem Saarbrücken anfliegt. Welches Muster auf welcher Strecke fliegt, wechselt aber. Ein Sichtungs-Alarm auf AT45 ist der zuverlässigste Weg.

Ist die ATR 42-500 für ETOPS zugelassen?

Ja. Im November 2000 erhielt die ATR 42-500 die Freigabe für ETOPS-Flüge mit 120 Minuten Abstand zum nächsten Ausweichflughafen. Das ist für Strecken über Wasser oder in dünn besiedelten Regionen relevant.

ATR 42-500 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

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