Das Wichtigste in Kürze
- Die Jetstream 31/32 ist ein 19-sitziger Zubringer-Turboprop von British Aerospace, abgeleitet von der Handley Page Jetstream der 1960er-Jahre.
- Statt französischer Astazou-Triebwerke bekam die Jetstream 31 Garrett-TPE331-Turboprops – deren Pfeifton ist bis heute ihr akustisches Markenzeichen.
- Die Jetstream 32 (Super 31) ist die leistungsgesteigerte Variante mit höherem Startgewicht; von außen sind beide praktisch gleich.
- In Großbritannien flog der Typ unter anderem bei Eastern Airways, die ihren Betrieb im Oktober 2025 eingestellt hat.
- Im Tracking erscheint der Typ als JS31 oder JS32 – nicht verwechseln mit JS41 für die größere Jetstream 41.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die BAe Jetstream 31/32?
- 2.Von Handley Page zu British Aerospace
- 3.Jetstream 31 oder Jetstream 32?
- 4.Woran du die Jetstream 31/32 erkennst
- 5.Verwechslungsgefahr: Jetstream und andere kleine Turboprops
- 6.Eastern Airways und die Jetstream
- 7.Wo du die Jetstream 31/32 heute noch siehst
- 8.Fototipps für die Jetstream
- 9.Militärische und Sonderversionen
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | British Aerospace (BAe), heute BAE Systems |
|---|---|
| Ursprung | Handley Page HP.137 Jetstream (Erstflug 1967) |
| ICAO-Typcode | JS31 (Jetstream 31), JS32 (Jetstream 32 / Super 31) |
| Erstflug Jetstream 31 | 28. März 1980 |
| Britische Zulassung | 29. Juni 1982 |
| Jetstream 32 (Super 31) | leistungsgesteigerte Version, Erstflug 1988 |
| Produktionsende | 1993 |
| Gebaute Exemplare 31/32 | rund 380 bis 390 (Quellen nennen 386) |
| Triebwerke | 2 × Garrett (heute Honeywell) TPE331, Vierblattpropeller |
| Länge | 14,37 m |
| Spannweite | 15,85 m |
| Höhe | rund 5,3 m |
| Sitzplätze | 18 bis 19 in der Airliner-Version, 2+1 mit versetztem Gang |
| Max. Startgewicht | rund 7 t (Jetstream 31), rund 7,35 t (Jetstream 32) |
| Reisegeschwindigkeit | rund 230 bis 260 Knoten |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Sehr kleiner, schlanker Rumpf mit runder Nase – deutlich kompakter als ATR 42 oder Dash 8
- Tiefdecker mit geradem Flügel; die Triebwerksgondeln sitzen weit vorn am Flügel und ragen deutlich vor die Vorderkante
- Zwei Garrett-TPE331-Turboprops mit Vierblattpropellern und einem hohen, kreischenden Pfeifton
- Kein T-Leitwerk: Das Höhenleitwerk sitzt als Kreuzleitwerk etwas oberhalb des Rumpfes an der Seitenflosse – das trennt sie schnell von Beechcraft 1900D und Embraer EMB 120 Brasilia
- Kurze Kabine mit nur wenigen Fenstern pro Seite, typisch etwa sechs Sitzreihen
- Rund fünf Meter kürzer als die gestreckte Jetstream 41, bei der der Flügel unter dem Rumpf durchläuft
Aktualisiert: Oktober 2026 – Bevor du sie siehst, hörst du sie: Ein hohes, metallisches Kreischen über dem Vorfeld, dann rollt ein auffallend kleiner Zweimot mit tiefem Flügel und weit vorgezogenen Triebwerksgondeln heran. Gut möglich, dass du gerade eine BAe Jetstream 31 oder 32 vor dir hast. Der 19-Sitzer war über Jahrzehnte das Arbeitspferd auf dünnen Regionalstrecken – in Großbritannien, im übrigen Europa und vor allem in Nord- und Südamerika. Hier erfährst du, wo der Typ herkommt, woran du ihn erkennst und warum er für Spotter heute ein echter Sammelpunkt ist.
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Was ist die BAe Jetstream 31/32?
Die Jetstream 31 ist ein zweimotoriger Turboprop-Zubringer für bis zu 19 Passagiere. Sie wurde von British Aerospace entwickelt und ist im Kern eine gründlich überarbeitete Version der Jetstream, die Handley Page Ende der 1960er-Jahre auf den Markt gebracht hatte. Die Bezeichnung Jetstream 32 steht für die leistungsgesteigerte Ausführung, die BAe auch als Jetstream Super 31 vermarktete.
Die Kabine ist eng: Sechs Reihen in einer 2+1-Anordnung mit versetztem Gang ergeben 18 Sitze, in der dichtesten Variante passen 19 Passagiere hinein. Wer einmal mitgeflogen ist, erinnert sich meist an zwei Dinge – den gebückten Gang durch die niedrige Kabine und den Lärm der Triebwerke. Für Airlines zählte etwas anderes: Mit höchstens 19 Sitzen fiel das Flugzeug in vielen Ländern in eine Klasse mit vereinfachten Vorschriften, etwa ohne Pflicht zu Flugbegleitern, und es war sparsam genug, um auch schwach ausgelastete Strecken wirtschaftlich zu bedienen.
Neben der klassischen Airliner-Version gab es Corporate- und Shuttle-Ausführungen mit rund zwölf Sitzen, eine schnell umrüstbare Quick-Change-Variante für Fracht und Passagiere sowie Sonderversionen etwa für die Seeüberwachung. Mehr zum Konzern hinter dem Flugzeug findest du auf der Seite zu BAE Systems.
Von Handley Page zu British Aerospace
Die Geschichte der Jetstream beginnt bei Handley Page. Der Prototyp der HP.137 Jetstream flog am 18. August 1967 – angetrieben von französischen Turbomeca-Astazou-Turboprops. Das Projekt geriet allerdings zum finanziellen Kraftakt: Handley Page ging pleite, nachdem nur wenige Maschinen der verbesserten Jetstream 2 fertig waren, und die Fertigung kam 1970 zum Stillstand. Insgesamt entstanden rund 66 Exemplare der ursprünglichen Bauart.
Gerettet wurde das Programm von Scottish Aviation, die schon zuvor die Flügel in Prestwick gebaut hatte. Sie führte die Produktion als Jetstream 200 weiter. Die Royal Air Force bestellte 1972 insgesamt 26 Maschinen als Mehrmotor-Trainer Jetstream T.1; 14 davon wurden später für die Royal Navy zu Beobachter-Trainern umgebaut und hießen dann Jetstream T.2.
Als Scottish Aviation 1978 in der verstaatlichten British Aerospace aufging, nahm BAe das Muster erneut in die Hand – diesmal mit einem klaren Ziel: einen modernen Commuter für den boomenden Regionalmarkt, vor allem in den USA, wo nach der Deregulierung zahlreiche kleine Zubringer-Airlines entstanden.
1967: Handley Page Jetstream
Erstflug des Prototyps mit Astazou-Triebwerken. Das Projekt treibt den Hersteller in die Pleite.
1970er: Scottish Aviation
Weiterbau als Jetstream 200, Militäraufträge der RAF als T.1, später Royal-Navy-Umbauten zur T.2.
1980: Jetstream 31
Erstflug der BAe-Version mit Garrett-TPE331 am 28. März 1980, britische Zulassung am 29. Juni 1982.
1988: Jetstream 32 / Super 31
Leistungsgesteigerte Ausführung mit höherem Startgewicht. 1993 läuft die Produktion aus.
Der entscheidende Schritt bei der Jetstream 31 war der Triebwerkswechsel. Statt der Astazou bekam sie Garrett-TPE331-Turboprops, die heute unter dem Namen Honeywell laufen. Sie lieferten mehr Leistung. Optional gab es eine Wasser-Methanol-Einspritzung, mit der die Maschine auch an heißen oder hoch gelegenen Plätzen mit voller Zuladung starten konnte. 1993 machte BAe „Jetstream“ zur Markenbezeichnung für ihre gesamte Familie zweimotoriger Turboprops – im selben Jahr endete die Fertigung der 31/32.
Jetstream 31 oder Jetstream 32?
Für Spotter ist das die kniffligste Frage, denn von außen sehen beide praktisch gleich aus. Die Jetstream 32 – in Unterlagen auch als BAe 3200 oder Jetstream Super 31 geführt – hat leistungsgesteigerte TPE331-Triebwerke, ein höheres maximales Startgewicht und bessere Leistungen an warmen Tagen. Für vorhandene Jetstream 32 gab es später das Nachrüstpaket Jetstream 32EP („Enhanced Performance“), das vor allem die Leistungen auf kurzen Pisten verbessert.
| Merkmal | Jetstream 31 | Jetstream 32 (Super 31) |
|---|---|---|
| ICAO-Typcode | JS31 | JS32 |
| Erstflug | 1980 | 1988 |
| Länge / Spannweite | 14,37 m / 15,85 m | 14,37 m / 15,85 m |
| Max. Startgewicht | rund 7,0 t | rund 7,35 t |
| Sitzplätze | 18–19 | 19 |
| Äußerer Unterschied | praktisch keiner | praktisch keiner |
Die Variante bestimmst du also nicht mit dem Auge, sondern über das Kennzeichen. In Tracking-Diensten und Registerdatenbanken steht der genaue Typ; in Großbritannien hilft dir das öffentliche G-INFO-Register weiter. Wie das System der britischen Kennzeichen funktioniert, erklärt der Beitrag zu britischen G-Kennzeichen. Wie du Typcodes wie JS31 und JS32 grundsätzlich liest, steht im Guide ICAO-Typcodes erklärt.
Praxis-Tipp für die Datenbank
Gib bei der Suche in Tracking-Diensten beide Codes ein, also JS31 und JS32. Typangaben in Datenbanken sind nicht immer sauber gepflegt – erst das Kennzeichen bringt Klarheit.
Woran du die Jetstream 31/32 erkennst
Die Jetstream ist klein, aber charakterstark. Vier Beobachtungen reichen meist, um sie sicher einzugrenzen.
Größe einschätzen
Mit gut 14 Metern Länge ist sie deutlich kleiner als ATR 42 oder Dash 8. Neben einer ATR wirkt sie fast wie ein Geschäftsreiseflugzeug.
Flügel und Gondeln ansehen
Tiefdecker mit geradem Flügel. Die schlanken Triebwerksgondeln ragen weit vor die Flügelvorderkante, die Vierblattpropeller drehen deutlich vor dem Flügel.
Leitwerk prüfen
Kein T-Leitwerk. Damit fallen Beechcraft 1900D und Embraer EMB 120 Brasilia schon aus der Auswahl.
Hinhören
Der hohe, kreischende Pfeifton der TPE331 ist unverkennbar – beim Anlassen und Rollen oft lauter als bei deutlich größeren Turboprops.
Gerade der Sound ist ein unterschätztes Erkennungsmerkmal. Die TPE331 ist ein Einwellen-Triebwerk: Kompressor, Turbine und Propellergetriebe hängen an derselben Welle. Das erzeugt ein ganz anderes Geräuschbild als die Freilaufturbinen der Pratt-&-Whitney-PW100-Familie in ATR und Dash 8. Wer den Klang einmal im Ohr hat, erkennt ihn wieder – auch bei anderen TPE331-Typen wie der Fairchild Swearingen Metro oder der Dornier Do 228. Wie du Flugzeuge generell am Geräusch einordnest, zeigt der Beitrag Flugzeugtypen am Klang erkennen.
Verwechslungsgefahr: Jetstream und andere kleine Turboprops
Im 19-Sitzer-Segment tummeln sich mehrere ähnlich große Typen. Der Finder hilft dir, die Jetstream sauber abzugrenzen.
Schnellbestimmung: kleiner Zubringer-Turboprop
BAe Jetstream 31/32
Tiefdecker, konventionelles Leitwerk und kurzer Rumpf passen zur Jetstream 31 oder 32. Ob 31 oder 32, verrät dir nur das Kennzeichen.
Dornier Do 228 oder Let L-410
Ein hoch angesetzter Flügel schließt die Jetstream aus. In dieser Größe sind Do 228 und L-410 die üblichen Kandidaten.
Beechcraft 1900D oder EMB 120
Ein T-Leitwerk spricht gegen die Jetstream. Die 1900D erkennst du zusätzlich an den kleinen Zusatzflossen am Heck, die Brasilia ist spürbar größer.
Fairchild Swearingen Metro
Ein auffällig langer, dünner Rumpf mit kleinen Fenstern ist das Markenzeichen der Metro – sie klingt dank TPE331 aber fast genauso wie die Jetstream.
BAe Jetstream 41
Gleiche Familie, aber rund fünf Meter länger und mit bis zu 29 Sitzen. Der Flügel läuft unter dem Rumpf durch.
Die engste Verwandte ist die Jetstream 41. Sie übernimmt die Grundform der Nase und das Triebwerkskonzept, ist aber gestreckt und für bis zu 29 Passagiere ausgelegt. Ihr Flügel sitzt unter dem Rumpf, sodass in der Kabine keine Holmstufe stört. Bei der Jetstream 31 sitzt der Flügel dagegen klassisch im unteren Rumpfbereich. Eine Nummer größer innerhalb der BAe-Turboprop-Welt ist die BAe ATP, ein Regionalflieger mit rund 70 Sitzen.
Weitere Kandidaten im selben Marktsegment sind die Beechcraft 1900D mit Stehhöhe in der Kabine und T-Leitwerk, die Embraer EMB 120 Brasilia mit 30 Sitzen und T-Leitwerk sowie die Let L-410 Turbolet als Schulterdecker. Die etwas größere Saab 340 erkennst du an ihrem breiteren Rumpf und den Triebwerken von General Electric. Einen strukturierten Überblick über Propellerflugzeuge im Regionalverkehr gibt der Beitrag Turboprops unterscheiden.
Eastern Airways und die Jetstream
Kaum eine Airline ist bei britischen Spottern so eng mit dem Namen Jetstream verbunden wie Eastern Airways. Die Gesellschaft wurde 1997 gegründet und nahm am 1. Dezember 1997 den Betrieb auf – zunächst auf der Strecke Humberside–Aberdeen. Ihre Basis lag am Flughafen Humberside in North Lincolnshire, ein zweiter Schwerpunkt war Aberdeen mit seinen Flügen für die Öl- und Gasindustrie.
Im Februar 1999 übernahm Eastern Airways den Linienbetrieb der in Manchester ansässigen Air Kilroe – und damit zwei Jetstream 32. Diese Maschinen markierten den Einstieg in die Jetstream-Welt. Später baute die Airline auf die größere Jetstream 41, die ab 2002 in die Flotte kam und bis zum Schluss den Großteil der Flugzeuge stellte. In ihren besten Jahren bediente Eastern Airways ein Netz aus Zubringerstrecken, Shuttle-Verbindungen zu den Shetland-Plätzen Sumburgh und Scatsta sowie staatlich geförderten Verbindungen wie Aberdeen–Wick.
Eastern Airways fliegt nicht mehr
Am 27. Oktober 2025 stellte Eastern Airways den Flugbetrieb ein, kurz nachdem ein wichtiger Auftrag für KLM Cityhopper ausgelaufen war. Im November 2025 folgte die Insolvenzverwaltung; die Vermögenswerte wurden einzeln verkauft, geleaste Flugzeuge gingen an die Leasinggeber zurück. Eastern Airways ist damit Geschichte.
Für Spotter bedeutet das: Fotos von Eastern-Jetstreams sind heute Archivmaterial. Wenn du solche Bilder besitzt, lohnt es sich, sie sauber mit Kennzeichen und Datum zu verschlagworten. Andere britische Regionalairlines, die heute auf Turboprops setzen, findest du im Überblick zu Regionalairlines in Europa; auch Loganair ist für Turboprop-Fans in Schottland ein Begriff.
Wo du die Jetstream 31/32 heute noch siehst
Der Typ ist selten geworden. Nach Branchendaten waren im Juli 2019 noch rund 70 Jetstream 31 im Airline-Einsatz, davon der Großteil in Nord- und Südamerika und nur rund 15 in Europa. Seither dürfte die Zahl weiter gesunken sein – gesicherte aktuelle Zahlen gibt es kaum.
| Region | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Nord- und Südamerika | mittel | Dort flog 2019 der größte Teil der aktiven Flotte |
| Großbritannien | niedrig | Früheres Kernland des Typs, nach dem Aus von Eastern Airways kaum noch Linienverkehr |
| Kontinentaleuropa | niedrig | Einzelne Betreiber, Charter, Ausbildung und Überführungen |
| DACH-Raum | sehr niedrig | Höchstens Einzelflüge, Charter oder Wartungsbesuche |
Wer gezielt sucht, setzt in einem Tracking-Dienst einen Filter auf JS31 und JS32 und prüft, welche Maschinen gerade unterwegs sind. Taucht eine Jetstream in deiner Nähe auf, ist sie oft an kleineren Regional- oder Geschäftsreiseflughäfen zu Gast. Wie du solche Plätze am besten abklapperst, erklärt der Guide Spotting an kleinen Regionalflughäfen. Allgemeine Strategien für die Jagd auf Raritäten findest du unter seltene Flugzeuge spotten. Wenn du nach Großbritannien reist, lies vorher unbedingt Spotten in Großbritannien – dort gelten eigene Spielregeln.
Seltene Turboprops nicht verpassen
Setz JS31 und JS32 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Jetstream an deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Fototipps für die Jetstream
Kleine Turboprops sind fotografisch dankbar, haben aber ihre Tücken. Die Jetstream ist so kompakt, dass du am Pistenrand oft mehr Brennweite brauchst als bei einem Mittelstreckenjet.
Propeller in Bewegung
Mit sehr kurzen Verschlusszeiten frierst du die Propeller ein, das Bild wirkt dann statisch. Etwas längere Zeiten lassen die Blätter verwischen – wie das geht, steht im Beitrag zur Verschlusszeit bei Propellern.
Seitenprofil wählen
Im Profil zeigen sich die weit vorgezogenen Gondeln und der kurze Rumpf am besten – genau die Merkmale, die sie von anderen Typen trennen.
Am Boden fotografieren
Jetstreams parken oft auf Außenpositionen. Beim Rollen und Boarding über die Treppe entstehen Bilder mit Atmosphäre und Größenvergleich.
Kennzeichen sichern
Weil 31 und 32 von außen gleich aussehen, brauchst du für die korrekte Typbestimmung ein lesbares Kennzeichen im Bild oder in deinen Notizen.
Bereit für die Jetstream-Jagd?
- Ich habe in einem Tracking-Dienst nach JS31 und JS32 gefiltert.
- Ich weiß, an welchem Flughafen und zu welcher Zeit die Maschine erwartet wird.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Ich habe eine Brennweite dabei, die auch ein kleines Flugzeug formatfüllend abbildet.
- Ich achte darauf, das Kennzeichen lesbar festzuhalten.
Militärische und Sonderversionen
Neben dem Airliner-Einsatz fand die Jetstream 31 auch beim Militär Verwendung. Die Royal Navy bestellte 1985 vier Maschinen als Jetstream T.3, die zur Ausbildung von Radarbeobachtern dienten und später auch VIP-Transporte flogen. Ergänzt wurden sie durch die älteren Handley-Page-Derivate T.1 und T.2 bei RAF und Marine. Daneben entstand eine Seeüberwachungsversion mit der Bezeichnung Jetstream 31EZ.
Wer britische Luftfahrtgeschichte mag: Einen guten Einstieg in die Welt der britischen Flugzeugindustrie bietet ein Besuch im Aerospace Bristol, auch wenn dort andere Muster im Mittelpunkt stehen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Jetstream 31/32, wenn …
- ein sehr kleiner Tiefdecker mit zwei Turboprops vor dir steht
- die Triebwerksgondeln weit vor die Flügelvorderkante ragen
- du einen hohen, kreischenden Turbinenton hörst
- im Tracking-Dienst JS31 oder JS32 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- der Rumpf auffällig lang und dünn wirkt – das kann eine Metro sein
- die Maschine deutlich mehr Fenster hat – dann könnte es eine Jetstream 41 sein
- du nur den Klang hörst, denn mehrere Typen nutzen die TPE331
Es ist keine Jetstream 31/32, wenn …
- das Höhenleitwerk oben auf der Seitenflosse sitzt (T-Leitwerk)
- der Flügel oben auf dem Rumpf liegt
- die Kabine sichtbar für 30 und mehr Passagiere ausgelegt ist
Wer seine Sichtungen systematisch sammelt, kommt an der Jetstream kaum vorbei: Sie ist einer der Typen, die auf jeder Liste selten abgehakt werden. Tipps für den Aufbau deiner persönlichen Typenliste findest du im Beitrag Alle Flugzeugtypen sammeln.
Fazit
Die BAe Jetstream 31/32 steht für eine Ära, in der kleine 19-Sitzer das Rückgrat des Regionalverkehrs bildeten. Aus der unglücklichen Handley-Page-Konstruktion machte British Aerospace mit Garrett-Triebwerken einen robusten Zubringer, der rund um die Welt flog. In Großbritannien prägte sie unter anderem die Anfänge von Eastern Airways – einer Airline, die es seit Oktober 2025 nicht mehr gibt. Heute ist jede Jetstream-Sichtung ein kleines Highlight.
Kurzfazit
Kleiner Tiefdecker, weit vorgezogene Gondeln, kein T-Leitwerk und das typische TPE331-Kreischen: Das ist die Jetstream 31/32. Ob 31 oder 32, klärt nur das Kennzeichen. Wer sie sucht, filtert nach JS31 und JS32 – und braucht etwas Glück.
Zusammenfassung
- Die Jetstream 31 flog erstmals 1980, die Jetstream 32 folgte 1988; die Produktion endete 1993 nach knapp 390 Maschinen.
- Typisch sind der kleine Rumpf, der tiefe Flügel mit weit vorgezogenen Triebwerksgondeln, das konventionelle Leitwerk und der laute Garrett-Sound.
- Eastern Airways startete mit Jetstream 32 aus der Übernahme von Air Kilroe und wurde später zur Jetstream-41-Airline; seit Oktober 2025 fliegt sie nicht mehr.
- Heute ist der Typ in Europa selten; wer ihn sucht, filtert in Tracking-Diensten nach JS31 und JS32 und prüft aktuelle Betreiber selbst.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Jetstream 31 und Jetstream 32?
Die Jetstream 32 – auch Jetstream Super 31 genannt – ist eine leistungsgesteigerte Version mit stärker ausgelegten TPE331-Triebwerken und höherem maximalem Startgewicht. Sie flog erstmals 1988. Von außen unterscheiden sich beide kaum; sicher trennst du sie nur über Kennzeichen oder Typcode.
Welche ICAO-Typcodes hat die Jetstream?
Die Jetstream 31 läuft unter JS31, die Jetstream 32 beziehungsweise Super 31 unter JS32. Die gestreckte Jetstream 41 hat den eigenen Code JS41.
Wie viele Passagiere passen in eine Jetstream 31?
In der typischen Airliner-Ausführung 18 bis 19 Passagiere in einer 2+1-Bestuhlung mit versetztem Gang. Daneben gab es Corporate- und Shuttle-Versionen mit rund 12 Sitzen.
Warum ist die Jetstream so laut?
Die Garrett-TPE331-Triebwerke sind Einwellen-Turboprops, bei denen Kompressor, Turbine und Propellergetriebe auf einer Welle laufen. Das erzeugt das typische hohe Kreischen, das viele Spotter schon hören, bevor sie die Maschine sehen – ähnlich wie bei Metro, Do 228 oder Jetstream 41, die ebenfalls TPE331 nutzen.
Wie unterscheide ich Jetstream 31 und Jetstream 41?
Die Jetstream 41 ist rund fünf Meter länger und bietet bis zu 29 Sitze. Ihr Flügel läuft unter dem Rumpf hindurch, damit kein Holm die Kabine kreuzt. Die Jetstream 31 wirkt dagegen kurz und gedrungen, mit nur wenigen Fenstern pro Seite.
Fliegt Eastern Airways noch mit der Jetstream?
Nein. Eastern Airways hat am 27. Oktober 2025 den Flugbetrieb eingestellt und ist im November 2025 in die Insolvenzverwaltung gegangen. Die Jetstream 32 gehörte zu den ersten Flugzeugen der Airline, zuletzt bestand die Flotte vor allem aus Jetstream 41, ATR 72-600 und Embraer-Jets.
Gab es militärische Jetstream 31?
Ja. Die Royal Navy bestellte 1985 vier Jetstream 31 als Jetstream T.3 für die Ausbildung von Radarbeobachtern; später dienten sie auch für VIP-Transporte. Die älteren Handley-Page-Jetstreams flogen bei der RAF als T.1 und bei der Royal Navy als T.2.
BAe Jetstream 31/32 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
BAe Jetstream 41
Ein schlanker Tiefdecker mit Fünfblatt-Propellern, kreuzförmigem Leitwerk und einem Flügel, der unter dem Rumpf durchläuft: Die Jetstream 41 ist die gestreckte 29-Sitzer-Version der Jetstream 31. So erkennst du sie und weißt, wo sie heute noch fliegt.
TurbopropBAe ATP
Tiefdecker, zwei Turboprops mit sechs Blättern, gepfeiltes Seitenleitwerk: Die BAe ATP war Großbritanniens letzter eigener Regional-Turboprop. Ihre längste Karriere erlebte sie als Nachtfrachter bei West Atlantic in Skandinavien.
TurbopropBeechcraft 1900D
19 Sitze, zwei PT6A, ein Buckel über der Kabine und kleine Flossen überall am Heck: Die Beechcraft 1900D ist der Zubringer-Turboprop, der Kanada, die USA und viele Inselnetze geprägt hat. So erkennst du sie.
TurbopropFairchild Swearingen Metro
Lang, dünn, laut und erstaunlich zäh: Die Swearingen Metro aus San Antonio war der Zubringer-Turboprop der 1970er- und 80er-Jahre und fliegt heute vor allem Fracht. So erkennst du Metro, Merlin und Expediter.
TurbopropDornier 228
Langer, kantiger Rumpf, schlanker Hochdeckerflügel mit schräg abgeschnittenen Spitzen: Die Dornier 228 fliegt seit 1981 Inselstrecken, Küstenwache und Forschung. So erkennst du sie und ihre Varianten.
TurbopropSaab 340
Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
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