Flugzeugtypen an Nase und Cockpitfenstern erkennen

Die Nase ist das Gesicht eines Flugzeugs – und oft das erste, was du von einem anrollenden Jet siehst. Wie du an Nasenform, Scheibenzahl, Fensterkanten, Maske und Sonderformen Hersteller und Typfamilie bestimmst.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Erst die Familie, dann die Variante: Nase und Cockpitfenster verraten dir zuverlässig Hersteller und Typfamilie. Die genaue Variante – etwa A319 oder A321 – bestimmst du danach über Rumpflänge, Türen und Triebwerke.
  • Die Airbus-Kerbe: Bei der A320-Familie, der A330 und der A340 hat das hinterste Seitenfenster eine abgeschrägte Ecke, die Seitenscheiben enden unten gerade. Die Nase wirkt rund.
  • Das Boeing-V: Bei 737, 757, 767 und 777 steigt die Unterkante der Seitenscheiben nach hinten an. Die Nase läuft spitzer zu als bei Airbus.
  • Scheiben zählen lohnt sich: Die 787 und die A220 haben vier große Cockpitscheiben, die klassischen Boeing- und Airbus-Jets sowie die A350 sechs.
  • Die neue Generation bricht die Regeln: A350 und 787 passen nicht mehr in die alten Faustregeln. Hier helfen die dunkle Maske der A350 und das Vier-Scheiben-Gesicht der 787.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Warum gerade die Nase so viel verrät
  2. 2.Die fünf Merkmale am Bug
  3. 3.Airbus: runde Nase, gerade Kante, abgeschrägte Ecke
  4. 4.Boeing: spitze Nase und das ansteigende V
  5. 5.Die neue Generation: Maske und vier Scheiben
  6. 6.Regionaljets und Turboprops
  7. 7.Sonderformen, die du sofort erkennst
  8. 8.Die sichere Reihenfolge am Zaun
  9. 9.Wo du Nasen am besten studierst
  10. 10.Typische Fehler

Ein Jet rollt frontal auf dich zu. Flügelspitzen, Türen und Rumpflänge sind aus diesem Winkel kaum zu lesen – das Gesicht aber schon. Die Nase und die Cockpitfenster sind oft das Erste, was du von einem Flugzeug klar siehst: beim Rollen zur Piste, im Endanflug von vorn oder am Gate durch den Zaun. Dieser Guide zeigt dir, wie du Flugzeugtypen an Nase und Cockpitfenstern erkennst: welche Formen zu welchem Hersteller gehören, warum sich das Scheibenzählen lohnt und an welchen Sonderformen du Exoten sofort einordnest.

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Warum gerade die Nase so viel verrät

Ein neues Cockpit zu entwickeln und zuzulassen ist teuer. Hersteller übernehmen deshalb Bug und Fensteranordnung gern von einem Typ auf den nächsten und bauen ganze Familien darum herum. Die 737 trägt im Kern bis heute den Rumpfquerschnitt und die Nasenform, die auf 707 und 727 zurückgehen. Airbus hat die typische Fensterform von der A320-Familie über die A330 bis zur A340 beibehalten. Und 757 und 767 hat Boeing bewusst mit derselben Cockpitauslegung gebaut.

Für dich heißt das: Die Nase verrät dir die Familie, selten die Variante. Eine A318 und eine A321 haben dasselbe Gesicht, eine E190 und eine E195 auch. Die Nase beantwortet also die erste und wichtigste Frage – wer hat das Flugzeug gebaut, und zu welcher Linie gehört es? Die Feinbestimmung übernehmen danach Rumpflänge, Türen, Triebwerke und Flügelspitzen.

6Cockpitscheiben bei den meisten Airlinern: zwei vorn, je zwei seitlich
4große Scheiben bei Boeing 787 und Airbus A220
5Merkmale am Bug: Form, Scheibenzahl, Fensterkanten, Maske, Sonderformen

Die fünf Merkmale am Bug

Wenn du dir ein Flugzeuggesicht genauer ansiehst, gehst du am besten diese fünf Punkte durch:

  1. Nasenform: spitz oder rund, lang oder kurz, gerade oder nach unten gebogen?
  2. Zahl der Scheiben: sechs kleine oder vier große?
  3. Form der Fensterkanten: Verläuft die Unterkante der Seitenscheiben gerade oder steigt sie an? Hat das hinterste Fenster eine abgeschrägte Ecke?
  4. Lackierung um die Scheiben: Gibt es eine dunkle Maske?
  5. Zusatzdetails: Augenbrauenfenster, Fugen einer Klappnase, Höcker unter dem Bug oder ein Cockpit an ungewöhnlicher Stelle.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Familien zusammen:

Familie Nase Scheiben Typisches Detail
Airbus A320-Familie, A330, A340 rund, stumpf 6 gerade Unterkante, abgeschrägte Ecke hinten
Boeing 737 spitz, schmal 6 V-förmige Seitenscheiben, bei älteren Maschinen Augenbrauenfenster
Boeing 757 / 767 spitz, bei der 757 nach unten gebogen 6 gleiche Fensteranordnung bei beiden
Boeing 777 kräftig, eher stumpf 6 V-förmige Seitenscheiben auf breitem Rumpf
Boeing 787 glatt, gleichmäßig gerundet 4 große Scheiben ohne Maske
Airbus A350 mit leichtem Knick zur Spitze 6 dunkle Maske um alle Scheiben
Airbus A380 breit, hoch, rund – Cockpit zwischen Haupt- und Oberdeck
Boeing 747 schlank, Cockpit hoch im Buckel – Werksfrachter mit Klappnase
Airbus A220 breit, rundlich 4 eigene Formensprache aus der Bombardier-Zeit

Airbus: runde Nase, gerade Kante, abgeschrägte Ecke

Die klassischen Airbus-Typen erkennst du an einem Detail, das sich durch die ganze Modellpalette zieht: Das hinterste Seitenfenster hat eine abgeschrägte Ecke. Dazu enden die Seitenscheiben unten auf einer geraden Linie, und die Nase wirkt runder und stumpfer als bei Boeing. Viele Spotter beschreiben das Airbus-Gesicht deshalb als freundlicher.

Dieses Gesicht findest du an allen Mitgliedern der A320-Familie von der A318 bis zur A321neo sowie an A330 und A340. Weil die Familienmitglieder sich das Cockpit teilen, kannst du sie an der Nase nicht auseinanderhalten. Wie du A318 bis A321 über Ausgänge und Proportionen trennst, zeigt der Guide A320-Familie unterscheiden. Für A330 und A340 hilft dir A330 oder A340? weiter.

Die A380 fällt aus dem Rahmen, weil ihr Cockpit tief in der Nase sitzt – auf halber Höhe zwischen Haupt- und Oberdeck. Über den Cockpitscheiben wölbt sich also noch ein großer Teil des Rumpfs. Von vorn wirkt die Front dadurch breit, hoch und rund, fast walartig. Bei der Boeing 747 ist es genau umgekehrt: Dort thront das Cockpit oben im Buckel. Den direkten Vergleich findest du unter A380 und Boeing 747 unterscheiden.

Der beste Blickwinkel

Cockpitfenster liest du am besten schräg von vorn – wenn ein Flugzeug auf dich zurollt oder im Anflug noch ein Stück entfernt ist. Direkt von der Seite verschwimmen die Formen, frontal siehst du die Seitenscheiben kaum. Ein Teleobjektiv hilft, die Fensterkanten auch auf Distanz sauber zu erkennen.

Boeing: spitze Nase und das ansteigende V

Boeing-Cockpits der klassischen Generation wirken kantiger. Die Unterkante der Seitenscheiben steigt nach hinten V-förmig an, die Nase läuft spitzer zu. Dieses Gesicht findest du an der 737, an 757 und 767 und an der 777.

Boeing 737: schmal und spitz

Die 737 hat den schmalsten Rumpf der Boeing-Jets, entsprechend schlank und spitz ist ihre Nase. Ein Detail macht sie besonders: die Augenbrauenfenster, kleine Zusatzfenster über den Hauptscheiben. Boeing hat sie von 707 und 727 übernommen. Die 737 Original und Classic tragen sie in aller Regel, bei der NG wurden sie im Lauf der Produktion weggelassen und bei vielen älteren Maschinen verblecht. Die 737 MAX 8 hat sie nicht. Siehst du Augenbrauenfenster, ist es also fast sicher eine ältere Boeing – bei einer 737 jedenfalls keine MAX. Die Generationen trennst du über Triebwerke und Flügelspitzen, erklärt im Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.

Gegenüber der A320 ist die Nase eines der stärksten Merkmale: spitz und schmal bei der 737-800, rund und stumpf beim Airbus. Kombiniert mit Fahrwerk und Triebwerksgondeln reicht das fast immer. Alle Merkmale stehen im Artikel Airbus oder Boeing?.

Boeing 757 und 767: gleiche Fenster, anderer Eindruck

757 und 767 hat Boeing parallel entwickelt und ihnen dasselbe Zwei-Mann-Cockpit gegeben. Die Fensteranordnung ist deshalb identisch, und die Nase der 757 wurde sogar umgestaltet, damit die gemeinsame Auslegung hineinpasst. Auf dem schlanken Schmalrumpf der 757-200 wirkt diese Nase wie ein nach unten gebogener Schnabel, auf dem breiten Rumpf der 767-300ER eher stämmig. Das Gesicht trennt die beiden also nicht – die Rumpfdicke schon. Mehr dazu unter Boeing 757 und 767 unterscheiden.

Boeing 777: das klassische Gesicht in groß

Die 777-300ER trägt sechs Scheiben mit V-förmig ansteigenden Seitenfenstern, die Nase wirkt kräftig und eher stumpf, passend zum breiten Rumpf. Das ist das Boeing-Gesicht, das du von 757 und 767 kennst – nur größer.

Wissen, was gleich kommt

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein bestimmter Typ, eine Airline oder ein Kennzeichen im Anflug auf deinen Flughafen ist – so stehst du rechtzeitig mit der Kamera am Zaun. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Die neue Generation: Maske und vier Scheiben

Mit der A350 und der 787 haben beide Hersteller ihre alten Gesichter abgelegt. Die Faustregeln oben gelten hier nicht mehr – dafür gibt es neue, sehr markante Merkmale.

  • Boeing 787: Die 787-9 und ihre Schwestern haben eine glatte, gleichmäßig gerundete Nase mit nur vier großen Cockpitscheiben. Eine dunkle Maske gehört nicht zum Standard, bei den meisten Airlines sitzen die Scheiben direkt in der Rumpflackierung. Gegenüber der 777 ist das ein sehr sicheres Merkmal, mehr dazu unter Boeing 777 und 787 unterscheiden.
  • Airbus A350: Die A350-900 und die A350-1000 haben sechs Scheiben in einer schwarz lackierten Umrandung. Spotter sprechen von der Waschbär- oder Sonnenbrillen-Maske. Zwischen Cockpit und Nasenspitze siehst du einen leichten Knick, der an einen Schnabel erinnert. Airbus nennt als Gründe für die dunkle Fläche Wartung und Temperaturausgleich.
  • Airbus A330neo: Viele Airlines lackieren auch der A330-900 eine dunkle Maske, ebenso vielen Jets der A320neo-Familie. Darunter steckt aber das klassische Airbus-Cockpit mit der abgeschrägten Fensterecke. Die Maske ist hier eine Designentscheidung und nicht bei jeder Airline vorhanden.

Die Konsequenz: Eine dunkle Maske beweist keine A350. Einige Airlines wie Air Canada lackieren sie sogar ihren Boeing 787. Zähl zusätzlich die Scheiben und achte auf die Fensterform. Den vollständigen Vergleich liefert der Guide A350 oder Boeing 787?.

Lackierungen können täuschen

Sonderlackierungen malen manchmal Augen, Gesichter oder dunkle Flächen auf den Bug. Ein bekanntes Beispiel ist der Airbus Beluga XL mit seinem aufgemalten Lächeln. Verlass dich deshalb auf die Form der Scheiben und Kanten – nicht auf die Farbe drumherum.

Regionaljets und Turboprops

Auch bei den kleineren Mustern ist die Nase ein gutes Familienmerkmal.

  • Airbus A220: Der A220-300 trägt zwar den Airbus-Namen, wurde aber als C Series von Bombardier entwickelt. Er hat eine eigene Formensprache mit vier Cockpitscheiben und einer breiten, rundlichen Nase. Keine der Airbus-Faustregeln passt hier.
  • Embraer E-Jets: Die E190 und ihre Schwestern haben eine kleine, runde Nase mit charakteristischen Cockpitfenstern. Alle Varianten bis hin zur E195-E2 teilen sich das Cockpit. Gegenüber dem A220 wirkt der E-Jet-Bug schmaler. Die Varianten trennst du über die Länge, erklärt in Embraer E-Jets unterscheiden.
  • Embraer ERJ 145: Der kleine Hecktriebwerks-Jet hat eine lange, spitz zulaufende Nase auf einem sehr schmalen Rumpf. Der CRJ von Bombardier wirkt dagegen kürzer und stumpfer. Mehr dazu in Regionaljets erkennen.
  • ATR und Dash 8: Die ATR 72-600 hat eine kurze, rundliche Nase, das Cockpit sitzt weit vorn. Die Dash 8-400 dagegen trägt eine lange, spitze Nase, die älteren Dash-8-Serien eine rundere. Den kompletten Vergleich findest du unter Turboprops unterscheiden.

Wessen Gesicht siehst du?

Drei schnelle Fragen zum Bug – am Ende bekommst du eine Einschätzung, zu welcher Familie das Flugzeug gehört.

Einschätzung

Klassischer Airbus

A320-Familie, A330 oder A340. Rumpfbreite und Triebwerkszahl grenzen die Familie ein, Länge und Türen die Variante. Trägt das Gesicht eine dunkle Maske, kommt auch eine A330neo infrage.

Einschätzung

Klassische Boeing

737, 757, 767 oder 777. Schmaler Rumpf mit tiefem Stand spricht für die 737, schlanker Rumpf mit hohem Fahrwerk für die 757, breiter Rumpf für 767 oder 777 – das Sechsrad-Fahrwerk verrät die 777.

Einschätzung

Boeing 787 oder Airbus A220

Vier große Scheiben. Großraumjet mit gezackten Triebwerkshinterkanten: 787. Kleiner Schmalrumpf mit Triebwerken unter dem Flügel: A220.

Einschätzung

Airbus A350 – oder A330neo

Maske und Schnabelnase sprechen für die A350. Siehst du die abgeschrägte Ecke am hinteren Fenster, ist es eher eine A330neo mit lackierter Maske.

Sonderformen, die du sofort erkennst

Manche Flugzeuge haben einen Bug, den es nur einmal gibt. Wenn du einen davon siehst, ist die Bestimmung erledigt.

  • Klappnase der 747-Werksfrachter: Bei der 747-400F und der 747-8F klappt die ganze Nase nach oben, damit lange Fracht gerade ins Hauptdeck rollen kann. Möglich ist das, weil das Cockpit im Buckel darüber sitzt. Du erkennst diese Maschinen an einer Trennfuge unterhalb des Cockpits. Wie du die Jumbo-Varianten sonst unterscheidest, steht im Guide Boeing 747-Varianten erkennen.
  • Höcker unter der A330-200F-Nase: Der Werksfrachter A330-200F trägt eine auffällige Beule unter dem Bug. Darin sitzt das anders angebrachte Bugfahrwerk, damit das Frachtdeck am Boden waagerecht steht. Umbaufrachter haben diesen Höcker nicht.
  • Beluga: Beim A300-600ST Beluga und beim Beluga XL sitzt das Cockpit unterhalb des riesigen Frachtraums, der wie eine Blase über dem Bug aufragt. Unverwechselbar.
  • Antonov An-124: Auch der Schwerlastfrachter An-124 hat eine hochklappbare Nase, kombiniert mit einer Heckrampe.
  • Concorde: Die Concorde hatte eine absenkbare Nase mit Sichtschutz-Visier. Zum Rollen und Starten senkte die Crew sie um 5 Grad, zur Landung um 12,5 Grad, damit die Piloten über die lange Nase hinweg sehen konnten. Die Concorde ist seit 2003 außer Dienst und historisch – im Technik Museum Sinsheim kannst du ihre Nase aus der Nähe studieren.

Einen Überblick über weitere Riesen und Sonderformen bietet der Artikel Die größten Flugzeuge der Welt, Frachtmuster behandelt der Guide Frachtflugzeuge erkennen.

Die sichere Reihenfolge am Zaun

1. Scheiben zählen

Vier große Scheiben grenzen auf 787 oder A220 ein. Sechs Scheiben bedeuten einen Klassiker, eine A350 oder einen Großraum-Airbus.

2. Fensterkanten lesen

Gerade Unterkante mit abgeschrägter Ecke heißt Airbus, ansteigendes V heißt Boeing.

3. Maske prüfen

Dunkle Umrandung spricht für A350 oder A330neo, ist aber lackiert und deshalb nur ein Hinweis.

4. Zusatzdetails suchen

Augenbrauenfenster, Klappnasen-Fuge, Höcker unter dem Bug oder ein Cockpit an ungewöhnlicher Stelle.

5. Mit Rumpf und Daten absichern

Länge, Türen, Triebwerke und Fahrwerk liefern die Variante. Im Zweifel entscheiden Typcode und Kennzeichen.

Wo du Nasen am besten studierst

Für Cockpit-Details brauchst du Flugzeuge, die auf dich zurollen oder nah an dir vorbei rollen. Besucherterrassen mit Blick auf die Gates und Rollwege sind dafür ideal. Am Flughafen Hamburg siehst du von der Besucherterrasse viele Schmalrumpfjets aus nächster Nähe – ein gutes Training für das Duell A320 gegen 737. Am Flughafen München mischen sich vom Besucherhügel aus Regionaljets, Schmalrümpfe und Langstrecken-Großraumjets. Großraumgesichter von A350 bis 777 siehst du in Frankfurt, etwa von der Aussichtsplattform Zeppelinheim.

Am besten fotografierst du die Nasen schräg von vorn. Wenn du ein Foto mit unscharfem Kennzeichen hast, hilft dir der Artikel Unlesbares Kennzeichen ermitteln weiter. Und wer es bequem mag, findet in Flugzeugtyp per App erkennen einen Überblick über digitale Helfer – das eigene Auge für Nasen und Fenster ersetzen sie aber nicht.

Typische Fehler

  • Die Nase für die Variante halten: Das Gesicht verrät die Familie. A319 und A321 oder E190 und E195 haben dieselbe Nase.
  • Die Maske als A350-Beweis nehmen: Viele A330neo tragen sie auch. Schau zusätzlich auf Scheibenzahl und Fensterecke.
  • Die alten Regeln auf A350 und 787 anwenden: Bei der neuen Generation sagen Fensterform und Nasenform etwas anderes als bei den Klassikern.
  • Den A220 als klassischen Airbus einordnen: Vier Scheiben und eine eigene Nase – er stammt aus der Bombardier-Entwicklung.
  • Fehlende Augenbrauenfenster überbewerten: Bei der 737 NG fehlen sie oft auch. Ihr Fehlen schließt nur Original und Classic weitgehend aus.
  • Sich von Lackierungen leiten lassen: Aufgemalte Augen, Gesichter oder dunkle Flächen ändern nichts an der Form der Scheiben.

Liest du Flugzeuggesichter sicher?

Hak ab, was du schon sicher beherrschst – am Ende siehst du, ob du bereit für den nächsten Tag am Zaun bist.

  • Ich erkenne die abgeschrägte Ecke am hinteren Airbus-Fenster.
  • Ich erkenne die V-förmig ansteigenden Boeing-Seitenscheiben.
  • Ich weiß, welche Typen vier statt sechs Cockpitscheiben haben.
  • Ich weiß, dass die Maske keine A350 beweist.
  • Ich kenne die Augenbrauenfenster und ihre Bedeutung bei der 737.
  • Ich erkenne Klappnase, Nasenhöcker und das Beluga-Cockpit.

Kurzfazit

Erst Scheiben zählen, dann Fensterkanten lesen: Gerade Kante mit abgeschrägter Ecke heißt Airbus, ansteigendes V heißt Boeing, vier große Scheiben heißen 787 oder A220. Die Maske ist ein Hinweis auf A350 und neuere Airbus-Jets, aber kein Beweis, Sonderformen wie Klappnase oder Beluga-Cockpit erledigen den Rest. Die Variante bestimmst du danach über den Rumpf.

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Zusammenfassung

  • Hersteller haben Cockpit und Bug über Jahrzehnte innerhalb ihrer Familien weiterverwendet. Deshalb sind Nase und Cockpitfenster eines der zuverlässigsten Merkmale für die Familienzugehörigkeit.
  • Bei den Klassikern gilt: runde Nase, gerade Fensterunterkante und abgeschrägte Ecke am hinteren Fenster bedeuten Airbus; spitze Nase und V-förmig ansteigende Seitenscheiben bedeuten Boeing. Augenbrauenfenster über dem Cockpit gehören zur 737-Linie und ihren Vorgängern.
  • Die Scheibenzahl trennt Generationen: vier große Scheiben bei 787 und A220, sechs bei 777, A350 und den Klassikern. Die schwarze Maske ist typisch für A350 und viele neuere Airbus-Jets, aber lackiert und kein Alleinbeweis – manche Airlines tragen sie auch auf Boeings.
  • Sonderformen wie die Klappnase der 747-Frachter, der Höcker unter der A330-200F-Nase, das tief sitzende Beluga-Cockpit oder die absenkbare Concorde-Nase sind unverwechselbar.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich am Cockpit, ob ein Airbus oder eine Boeing vor mir steht?

Bei den Klassikern an zwei Details: Die A320-Familie, A330 und A340 haben eine rundere Nase, die Seitenscheiben enden unten auf einer geraden Linie, und das hinterste Seitenfenster hat eine abgeschrägte Ecke. Boeings wie 737, 757, 767 und 777 haben eine spitzere Nase, die Unterkante der Seitenscheiben steigt nach hinten V-förmig an. Bei A350 und 787 greift diese Regel nicht mehr.

Wie viele Cockpitfenster hat ein Verkehrsflugzeug?

Die meisten Airliner haben sechs Cockpitscheiben: zwei vorn und je zwei an der Seite. Das gilt für die A320-Familie, A330, A340, A350, 737, 757, 767 und 777. Mit nur vier großen Scheiben fallen die Boeing 787 und die Airbus A220 auf.

Was sind Augenbrauenfenster?

Kleine Zusatzfenster oberhalb der Haupt-Cockpitscheiben. Boeing hatte sie an 707, 727 und 737. Bei der 737 tragen Original und Classic sie in aller Regel, bei der NG wurden sie im Lauf der Produktion weggelassen und bei vielen älteren Maschinen verblecht. Die 737 MAX hat sie nicht mehr. Siehst du Augenbrauenfenster, ist es also fast sicher eine ältere Boeing.

Ist jedes Flugzeug mit schwarzer Cockpit-Maske eine A350?

Nein. Die dunkle Umrandung ist Standard bei der A350, wird aber auch bei vielen A330neo und Jets der A320neo-Familie lackiert. Einige Airlines, etwa Air Canada, malen sie sogar auf ihre Boeings, darunter die 787. Für sich allein beweist die Maske also keine A350. Zähl zusätzlich die Scheiben und schau auf Flügelspitzen und Triebwerke.

Kann ich an der Nase die Variante eines Typs bestimmen, etwa A320 oder A321?

Meistens nicht. Innerhalb einer Familie teilen sich die Varianten dasselbe Cockpit und denselben Bug. A318 bis A321 haben die gleiche Nase, ebenso 757 und 767 oder die Embraer E-Jets. Die Nase sagt dir die Familie, Länge, Türen, Notausstiege und Triebwerke liefern die Variante.

Warum haben manche Frachter eine Nase, die sich öffnen lässt?

Damit lange Fracht gerade ins Hauptdeck geladen werden kann. Bei den Werksfrachtern der Boeing 747 klappt die ganze Nase nach oben, weil das Cockpit im Buckel darüber sitzt. Du erkennst diese Maschinen an einer Trennfuge unterhalb des Cockpits. Auch die Antonov An-124 hat eine hochklappbare Nase.

PT

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