Das Wichtigste in Kürze
- Die Dornier 328 ist ein 30- bis 33-sitziger Regional-Turboprop mit Druckkabine, entwickelt und endmontiert in Oberpfaffenhofen bei München.
- Schnellster Erkennungsweg: T-Leitwerk, sechsblättrige Propeller und Fahrwerksverkleidungen am Rumpf.
- Von der 328JET trennst du sie sofort an den Propellern – die Jet-Schwester hat zwei Strahltriebwerke an Pylonen unter dem Flügel.
- Mit rund 107 gebauten Turboprops ist der Typ selten; heute begegnet er dir vor allem im Charter-, Werks- und Sondereinsatz.
- Im Flugplan und in Tracking-Apps erscheint der Typ als D328, die Jet-Version als J328.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Dornier 328?
- 2.Vom Dornier-Projekt zur Fairchild Dornier
- 3.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.Dornier 328, ATR 42 oder Dash 8?
- 5.Turboprop oder Jet: 328 und 328JET
- 6.Wo du die Dornier 328 heute antriffst
- 7.Spotting-Tipps: kleine Flughäfen, kurze Fenster
- 8.Fototipps speziell für die Dornier 328
- 9.Die Zukunft: D328eco aus Leipzig
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Dornier Luftfahrt (Deutsche Aerospace), ab 1996 Fairchild Dornier |
|---|---|
| Endmontage | Oberpfaffenhofen bei München |
| ICAO-Typcode | D328 |
| Programmstart | Dezember 1988 |
| Erstflug | 6. Dezember 1991 |
| Zulassung und Indienststellung | Oktober 1993 |
| Gebaute Exemplare | rund 107 Turboprops (dazu die Jet-Version 328JET) |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PW119 (Turboprop) |
| Propeller | Hartzell, sechs Blätter, rund 3,60 m Durchmesser |
| Länge | 21,28 m |
| Spannweite | 20,98 m |
| Höhe | 7,24 m |
| Sitzplätze | 30 bis 33 |
| Max. Startgewicht (328-110) | rund 13,99 t |
| Reisegeschwindigkeit | rund 620 km/h |
| Reichweite (mit Reserven) | rund 1.850 km |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Hochdecker mit T-Leitwerk – das Höhenruder sitzt ganz oben auf der Seitenflosse
- Sechsblättrige Propeller an zwei eng am Rumpf sitzenden Triebwerksgondeln
- Hauptfahrwerk fährt in Verkleidungen seitlich am Rumpf ein, nicht in die Triebwerksgondeln
- Schlanker, runder Rumpf mit spitz zulaufender Nase und lang nach oben gezogenem Heckkonus
- Gerade, recht schmale Flügel mit kleiner Spannweite von knapp 21 m
- Kompakte Gesamtlänge um 21 m – sichtbar kleiner als eine ATR 72 oder Dash 8-400
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner Hochdecker rollt zur Piste, die sechsblättrigen Propeller drehen hoch, und oben auf der Seitenflosse sitzt das Höhenleitwerk. Er beschleunigt, hebt nach kurzer Strecke ab und ist erstaunlich schnell aus dem Blickfeld verschwunden. Gut möglich, dass du gerade eine Dornier 328 gesehen hast. Sie ist das letzte Verkehrsflugzeug, das komplett in Deutschland entwickelt und gebaut wurde, und mit rund hundert gebauten Turboprops eine echte Rarität für Spotter. Hier erfährst du, wie du sie sicher erkennst, wie sie sich von ATR, Dash 8 und ihrer Jet-Schwester unterscheidet und wo du heute noch Chancen hast.
D328 im Hangar abhaken
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Was ist die Dornier 328?
Die Dornier 328 ist ein zweimotoriger Regional-Turboprop mit Druckkabine für 30 bis 33 Passagiere. Dornier startete das Programm im Dezember 1988, um eine Lücke im Markt zu schließen: Zwischen kleinen Zubringern wie der eigenen Do 228 und den größeren Turboprops um 40 bis 50 Sitze fehlte damals ein schnelles, komfortables Flugzeug für dünne Strecken.
Gebaut wurde sie in Oberpfaffenhofen südwestlich von München. Zum Programmstart gehörte die Dornier Luftfahrt GmbH zur Deutschen Aerospace. Der Erstflug fand am 6. Dezember 1991 statt, im Oktober 1993 folgten Zulassung und Indienststellung. Ein früher Großkunde war die US-Regionalairline Horizon Air, die im Mai 1991 gleich 35 Maschinen bestellte – damals die größte Einzelorder für den Typ.
Technisch war die 328 für ihre Größe ambitioniert. Sie war das erste Dornier-Flugzeug mit Druckkabine, der runde Rumpf ist auf hohe Reisegeschwindigkeit getrimmt, und der Flügel geht auf das superkritische Profil zurück, das Dornier für die Do 228 entwickelt hatte. Im Cockpit saß ein Glascockpit von Honeywell mit fünf Bildschirmen, was Anfang der 1990er-Jahre in dieser Klasse ungewöhnlich war. Mehr zur Firmengeschichte findest du auf der Seite zu Dornier.
Vom Dornier-Projekt zur Fairchild Dornier
Die Geschichte der 328 ist eng mit den Umbrüchen in der europäischen Luftfahrtindustrie der 1990er-Jahre verbunden. Im Juni 1996 verkaufte die Deutsche Aerospace die Mehrheit an Dornier Luftfahrt an den US-Hersteller Fairchild Aircraft. Daraus entstand Fairchild Dornier, das die Fertigung in Oberpfaffenhofen fortführte.
Unter Fairchild Dornier folgte 1997 der Startschuss für die 328JET, eine Variante mit Strahltriebwerken auf Basis derselben Zelle. Sie verkaufte sich ähnlich gut wie die Turboprop-Version; zusammen kommt die Familie auf gut 200 Exemplare. Im April 2002 meldete Fairchild Dornier Insolvenz an. Die Rechte an 328 und 328JET gingen zunächst an AvCraft Aviation, die jedoch nach wenigen Jahren selbst scheiterte.
2006 übernahm 328 Support Services die Musterzulassung und kümmerte sich um Wartung und Ersatzteile der weltweiten Flotte. 2015 kaufte die Sierra Nevada Corporation das Unternehmen. Daraus ging später Deutsche Aircraft hervor, die die 328 heute betreut und mit der D328eco eine modernisierte Neuauflage entwickelt (mehr dazu weiter unten).
Varianten der Turboprop-328
Die Grundversion war die 328-100. Die 328-110 brachte höhere Gewichte und mehr Reichweite und wurde zum Standardmodell. Die 328-120 bot verbesserte Kurzstart-Eigenschaften, die 328-130 eine angepasste Seitenruderwirkung bei höheren Geschwindigkeiten. Von außen sind die Varianten praktisch nicht zu unterscheiden – hier hilft nur das Kennzeichen.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Die 328 ist kein häufiger Gast, umso wichtiger ist eine schnelle, sichere Bestimmung. Drei Beobachtungen genügen in den meisten Fällen.
Leitwerk ansehen
Das Höhenleitwerk sitzt ganz oben auf der Seitenflosse – ein klassisches T-Leitwerk. Das schließt schon viele Turboprops wie Saab 340 oder Fokker 50 aus.
Propellerblätter zählen
Die Hartzell-Propeller haben sechs Blätter. Am stehenden Flugzeug oder auf einem Foto mit kurzer Verschlusszeit lässt sich das gut auszählen.
Fahrwerk verfolgen
Das Hauptfahrwerk verschwindet in Verkleidungen seitlich am Rumpf. Bei der Dash 8 fährt es dagegen in die Triebwerksgondeln ein.
Dazu kommt die Silhouette: Der Rumpf ist schlank und rund, die Nase läuft spitz zu, und das Heck zieht sich lang nach oben. Die Flügel sind gerade und mit knapp 21 Metern Spannweite vergleichsweise kurz, die Triebwerksgondeln sitzen recht nah am Rumpf. Am Ende bestätigt das Kennzeichen den Typ. Wie du Registrierungen liest und nachschlägst, erklärt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen.
Praxis-Tipp
Die 328 ist im Anflug relativ schnell unterwegs. Stell die Kamera schon vorher auf eine Verschlusszeit ein, die Propeller noch leicht verwischt zeigt, aber den Rumpf scharf hält – und zähl die Blätter dann in Ruhe am Bildschirm.
Dornier 328, ATR 42 oder Dash 8?
Die meisten Verwechslungen passieren mit anderen Hochdecker-Turboprops. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Hochdecker-Turboprop mit rund 30 bis 50 Sitzen
Dornier 328
Schlanker Rumpf, spitze Nase, Fahrwerk am Rumpf und kompakte Maße sprechen für die 328. Prüf noch die sechs Propellerblätter und das T-Leitwerk.
De Havilland Canada Dash 8
Fahrwerk in den langen Triebwerksgondeln ist das Kennzeichen der Dash-8-Familie. Die Länge des Rumpfs verrät dir dann die Serie.
ATR 42 oder ATR 72
Breiter Rumpf, stumpfe Nase und große Spannweite deuten auf die ATR-Familie. Ein sehr langer Rumpf spricht für die ATR 72.
Die ATR 42 ist der kniffligste Fall, weil sie ebenfalls ein Hochdecker mit T-Leitwerk ist, ihr Fahrwerk in Rumpfverkleidungen einfährt und die aktuelle ATR 42-600 ebenfalls sechsblättrige Propeller trägt. Die ATR hat aber eine deutlich größere Spannweite, einen breiteren Rumpf und eine rundere Nase. Die 328 wirkt daneben zierlich und gestreckt. Ältere ATR-Versionen wie die ATR 42-500 helfen dir beim Vergleich ebenso.
Bei der Dash 8-100 ist das Fahrwerk der Schlüssel: Es fährt in die langen Triebwerksgondeln ein, außerdem haben die frühen Dash 8 vierblättrige Propeller. Die Saab 340 und die Embraer EMB 120 Brasilia sind Tiefdecker – die Flügel sitzen unten am Rumpf, damit sind sie schnell ausgeschlossen. Einen ausführlichen Vergleich weiterer Muster liefert der Guide Turboprops unterscheiden.
| Merkmal | Dornier 328 | ATR 42 | Dash 8-100 | Saab 340 |
|---|---|---|---|---|
| Flügelposition | Hochdecker | Hochdecker | Hochdecker | Tiefdecker |
| Leitwerk | T-Leitwerk | T-Leitwerk | T-Leitwerk | konventionell |
| Hauptfahrwerk | Rumpfverkleidung | Rumpfverkleidung | Triebwerksgondel | Triebwerksgondel |
| Sitzplätze (typisch) | 30–33 | rund 40–50 | rund 37–39 | rund 30–36 |
| Wirkung | schlank, spitze Nase | breit, stumpfe Nase | lang gestreckte Gondeln | Flügel unten |
Turboprop oder Jet: 328 und 328JET
Die 328JET ist die engste Verwandte der Turboprop-328. Rumpf, Leitwerk und Flügel sind weitgehend gleich, das Fahrwerk liegt ebenfalls in Rumpfverkleidungen. Statt der Turboprops hängen aber zwei Strahltriebwerke an Pylonen unter den Flügeln. Dieser Unterschied ist so deutlich, dass du ihn auch aus großer Entfernung erkennst.
In Tracking-Diensten steht die Jet-Version als J328, die Turboprop-Version als D328. Wenn du in einer Flugliste nach dem Typ suchst, achte also genau auf den ersten Buchstaben. Die ältere, kleinere Do 228 hat einen eckigen Rumpfquerschnitt ohne Druckkabine und läuft unter D228 – sie ist der Vorgänger, aus dem die 328 ihren Flügel übernommen hat.
Seltene Turboprops nicht verpassen
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Wo du die Dornier 328 heute antriffst
Die große Zeit der 328 im europäischen Linienverkehr liegt in den 1990er- und 2000er-Jahren. Heute fliegt der Typ überwiegend abseits der großen Drehkreuze: in Charter- und Bedarfsverkehren, im Werksverkehr von Unternehmen, für Sondermissionen und bei einigen kleineren Regionalairlines weltweit. Mitte der 2010er-Jahre waren laut einschlägigen Zusammenstellungen noch deutlich mehr als die Hälfte der gebauten 328 im Einsatz; wie viele es Stand Oktober 2026 sind, lässt sich ohne aktuelle Flottendaten nicht verlässlich sagen.
Zu den bekanntesten europäischen Betreibern zählte über Jahre die dänische Sun-Air of Scandinavia, die Mitte der 2010er-Jahre zu den größten Betreibern der 328-Familie zählte. In Deutschland waren unter anderem Bedarfsflug- und Charterunternehmen aus dem Raum München und Mannheim mit dem Typ unterwegs. Ob einzelne Betreiber die 328 heute noch fliegen, prüfst du am besten aktuell in Flottendatenbanken oder Tracking-Diensten.
Auch beim Militär spielt die 328 eine Rolle. Das Special Operations Command der US Air Force setzt seit 2013 umgebaute Maschinen als C-146A Wolfhound für Personal- und Materialtransporte ein. Diese Flugzeuge tauchen gelegentlich auch auf europäischen Flugplätzen auf.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Raum München / Oberpfaffenhofen | mittel | Historischer Fertigungsstandort, Entwicklung und Flugerprobung von Deutsche Aircraft, Bedarfsverkehr |
| Leipzig/Halle | niedrig bis mittel | Standort der D328eco-Endmontage, Werks- und Überführungsflüge möglich |
| Regionalflughäfen in Skandinavien und Deutschland | niedrig bis mittel | Charter- und Bedarfsflüge mit kleinen Turboprops |
| Große Drehkreuze wie Frankfurt | niedrig | Kaum noch Linienverkehr mit dem Typ |
Flotten und Einsätze ändern sich
Bei einem so seltenen Typ verschwinden Betreiber und Einsätze schnell. Verlass dich nicht auf ältere Listen, sondern prüf vor deiner Tour Ankünfte und Abflüge nach dem Typcode D328.
Weil viele 328-Flüge Bedarfs- oder Werksflüge ohne festen Flugplan sind, bringt dich die Live-Verfolgung per ADS-B am ehesten ans Ziel. Wie du einzelne Maschinen findest, zeigt der Beitrag Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen. Und wie selten deine Sichtung tatsächlich ist, kannst du mit dem Guide Seltenheit einer Sichtung einschätzen einordnen.
Spotting-Tipps: kleine Flughäfen, kurze Fenster
Die 328 ist ein Flugzeug für Spotter mit Geduld und guter Vorbereitung. Große Spotterhügel wie der Besucherhügel am Flughafen München sind gute Ausgangspunkte, weil dort neben dem Linienverkehr auch Geschäftsreise- und Bedarfsflüge abgewickelt werden. Mehr Ruhe und oft einen besseren Blick auf kleine Turboprops bekommst du an Regionalflughäfen – Ideen dafür liefert der Artikel Spotting an Regionalflughäfen.
Wer die Zukunft des Typs im Blick hat, schaut nach Leipzig: Am Flughafen Leipzig/Halle hat Deutsche Aircraft die Endmontage der D328eco angesiedelt. Von der Besucherterrasse in Leipzig/Halle siehst du vor allem den Frachtverkehr, mit etwas Glück aber auch Werksbewegungen.
Bereit für die Jagd nach einer 328?
- Ich habe aktuelle D328-Bewegungen in einem Tracking-Dienst gefunden.
- Ich kenne die voraussichtliche Betriebsrichtung am Zielflughafen.
- Ich weiß, wo die Sonne zur geplanten Uhrzeit steht.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Kamera steht auf einer Verschlusszeit, bei der die Propeller nicht komplett einfrieren.
Fototipps speziell für die Dornier 328
Die 328 ist ein elegantes, kompaktes Motiv. Weil sie klein ist, brauchst du an großen Flughäfen eher mehr Brennweite als bei Jets.
Propeller in Bewegung
Mit Verschlusszeiten um 1/250 s oder länger bekommst du eine leichte Propellerscheibe – das Bild wirkt lebendig statt wie ein abgestelltes Modell. Ein stabiler Mitzieher ist dafür Pflicht.
Seitenprofil für das T-Leitwerk
Im Profil zeigt sich die typische Silhouette mit spitzer Nase, Fahrwerksverkleidungen und hoch angesetztem Höhenleitwerk am besten.
Licht im Rücken
Viele 328 tragen helle, schlichte Lackierungen. Flaches Licht von der Seite oder von hinten sorgt für Zeichnung auf dem Rumpf.
Wann das Licht passt, rechnest du vorab aus – wie, steht im Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Mit Planetrack bekommst du dazu Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen auf einen Blick und siehst im Sonnenstand-Planer, wann dein Spot im besten Licht liegt.
Die Zukunft: D328eco aus Leipzig
Die 328 ist eines der wenigen Muster, das Jahrzehnte nach Produktionsende eine Neuauflage bekommt. Deutsche Aircraft entwickelt mit der D328eco eine gestreckte Version für bis zu 40 Passagiere. Vorgesehen sind Triebwerke vom Typ Pratt & Whitney Canada PW127XT-S und ein modernes Cockpit. Für den Prototypenbau wurden Rumpfteile vorhandener 328 genutzt, die Endmontage der Serie ist in Leipzig/Halle angesiedelt. Ende September 2026 eröffnete das Unternehmen dort seine Endmontagelinie; Entwicklung, Zulassung und Flugerprobung bleiben in Oberpfaffenhofen.
Zeitpläne für Erstflug, Zulassung und erste Auslieferung haben sich in der Vergangenheit mehrfach verschoben. Wenn du den Stand genau wissen willst, schau direkt bei Deutsche Aircraft nach – und halte die Augen offen: Ein D328eco-Testflugzeug wäre für jeden Spotter ein Highlight.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Dornier 328, wenn …
- ein kompakter Hochdecker ein T-Leitwerk trägt
- du sechs Blätter pro Propeller zählst
- das Hauptfahrwerk in Verkleidungen am Rumpf verschwindet
- im Tracking-Dienst D328 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- der Rumpf breit und die Nase stumpf wirkt – dann könnte es eine ATR 42 sein
- du die Maschine nur von vorn oder im Gegenlicht siehst
- die Propeller stillstehen und du die Blätter nicht klar zählen kannst
Es ist keine Dornier 328, wenn …
Fazit
Die Dornier 328 ist ein Stück deutscher Luftfahrtgeschichte, das du noch live erleben kannst. T-Leitwerk, Sechsblattpropeller und Fahrwerksverkleidungen am Rumpf liefern den Typ, das Kennzeichen die Bestätigung. Weil sie selten geworden ist und oft ohne festen Flugplan fliegt, lohnt sich jede Sichtung doppelt. Und mit der D328eco aus Leipzig bekommt die Geschichte aus Oberpfaffenhofen womöglich ein neues Kapitel. Wer tiefer in die Firmengeschichte eintauchen will, plant einen Besuch im Dornier Museum Friedrichshafen ein.
Kurzfazit
Kompakter Hochdecker, T-Leitwerk, sechs Propellerblätter, Fahrwerk am Rumpf: Das ist die Dornier 328. Wer sie gezielt sucht, filtert nach D328, verfolgt Bedarfs- und Werksflüge live und hat Regionalflughäfen sowie den Raum München im Blick.
Zusammenfassung
- Die Dornier 328 flog erstmals im Dezember 1991 und ging im Oktober 1993 in Dienst; sie gilt als letztes komplett in Deutschland entwickeltes und gebautes Verkehrsflugzeug.
- 1996 übernahm Fairchild die Mehrheit an Dornier, 2002 ging Fairchild Dornier in die Insolvenz; die Typrechte landeten über Umwege bei Deutsche Aircraft.
- T-Leitwerk, Sechsblattpropeller und Fahrwerksverkleidungen am Rumpf grenzen sie von ATR 42, Dash 8 und Saab 340 ab.
- Wer eine 328 sucht, filtert in Tracking-Diensten nach D328 und behält Bedarfsflüge, Geschäftsreiseverkehr und Werksflüge im Blick.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Dornier 328?
Die Turboprop-Version läuft unter D328. Die Jet-Variante 328JET hat den Code J328, die kleinere Do 228 den Code D228. Mit D328 findest du die Maschinen gezielt in Tracking-Diensten.
Wo wurde die Dornier 328 gebaut?
Entwickelt und endmontiert wurde sie in Oberpfaffenhofen südwestlich von München. Zum Programmstart gehörte Dornier zur Deutschen Aerospace, ab 1996 lief die Fertigung unter Fairchild Dornier weiter.
Wie viele Dornier 328 wurden gebaut?
Nach gängigen Nachschlagewerken entstanden rund 107 Turboprops der Version 328-100/-110. Zusammen mit der Jet-Version 328JET kommt die Familie auf gut 200 Exemplare plus Prototypen.
Wie unterscheide ich die Dornier 328 von der ATR 42?
Beide sind Hochdecker mit T-Leitwerk und Fahrwerk in Rumpfverkleidungen. Die ATR 42 ist aber breiter gebaut, hat eine deutlich größere Spannweite von über 24 m und eine rundlichere, stumpfere Nase. Die 328 wirkt schlanker, gestreckter und hat eine spitzere Nase. Das Kennzeichen bringt Gewissheit.
Was ist der Unterschied zwischen Dornier 328 und 328JET?
Die 328JET basiert auf derselben Zelle, hat aber statt der Turboprops zwei Pratt-&-Whitney-Canada-Strahltriebwerke an Pylonen unter den Flügeln. Fairchild Dornier brachte sie 1997 auf den Weg. Ohne Propeller ist die Verwechslung praktisch ausgeschlossen.
Fliegt die Dornier 328 auch beim Militär?
Ja. Das Special Operations Command der US Air Force nutzt seit 2013 umgebaute 328 unter der Bezeichnung C-146A Wolfhound für Transportaufgaben.
Was ist die D328eco?
Eine gestreckte Weiterentwicklung von Deutsche Aircraft mit bis zu 40 Sitzen, neuen Pratt-&-Whitney-Canada-Triebwerken und modernem Cockpit. Die Endmontage ist in Leipzig/Halle angesiedelt. Den aktuellen Stand von Erprobung und Zulassung prüfst du am besten direkt beim Hersteller.
Dornier 328 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Fairchild Dornier 328JET
Ein Jet mit Flügel oben auf dem Rumpf, zwei Triebwerken darunter und T-Leitwerk: Die 328JET aus Oberpfaffenhofen ist einer der seltensten Regionaljets überhaupt. So erkennst du sie, und hier fliegt sie heute.
TurbopropDornier 228
Langer, kantiger Rumpf, schlanker Hochdeckerflügel mit schräg abgeschnittenen Spitzen: Die Dornier 228 fliegt seit 1981 Inselstrecken, Küstenwache und Forschung. So erkennst du sie und ihre Varianten.
TurbopropATR 42-500
Mit der ATR 42-500 bekam der kleine ATR-Turboprop Mitte der Neunziger Sechsblatt-Propeller, stärkere Triebwerke und eine neue Kabine. So erkennst du sie und trennst sie von älteren und jüngeren ATR 42.
TurbopropATR 42-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei Sechsblatt-Propeller und ein kurzer, kompakter Rumpf: Die ATR 42-600 ist der kleinste Turboprop von ATR. So erkennst du sie und trennst sie von der größeren ATR 72.
TurbopropDe Havilland Canada Dash 8-100
Kurzer Rumpf, T-Leitwerk und Fahrwerk in den Triebwerksgondeln: Die Dash 8-100 ist die Urversion der Dash-8-Familie. Seit 1984 im Dienst, längst nicht mehr gebaut und trotzdem in Norwegen und Kanada noch Alltag. So erkennst du sie.
TurbopropSaab 340
Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Dornier
Vom Bodensee in die Welt: Dornier baute Metallflugboote wie Wal und Do X, nach dem Krieg Kurzstarter wie die Do 27 und später die Regionalflugzeuge 228 und 328. Den Hersteller gibt es nicht mehr – seine Flugzeuge fliegen trotzdem weiter, und zwei davon werden bis heute weiterentwickelt.
HerstellerDeutsche Aircraft
Der einzige deutsche Hersteller von Regionalverkehrsflugzeugen: Deutsche Aircraft betreut aus Oberpfaffenhofen die Dornier 328 und baut auf ihrer Basis die gestreckte D328eco. Seit September 2026 steht dafür eine eigene Endmontagelinie am Flughafen Leipzig/Halle.
MuseumDornier Museum Friedrichshafen
Das Dornier Museum in Friedrichshafen erzählt die Geschichte eines der wichtigsten deutschen Flugzeugbauer – in einem Hangar direkt am Bodensee-Airport. Originale wie die Do 31, die Dornier 228 und die 328 stehen neben Nachbauten von Wal und Merkur, dazu Satelliten und Raumfahrttechnik. Von der Terrasse schaust du aufs Vorfeld.
FlughafenFlughafen München
Zweitgrößter Flughafen Deutschlands und zweites Drehkreuz der Lufthansa: zwei parallele 4.000-Meter-Bahnen im Erdinger Moos, ein Terminal 2 nur für Lufthansa und Star Alliance – und mit dem Besucherpark einer der bequemsten Spotterplätze des Landes.
Wo du die Dornier 328 siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Besucherhügel am Flughafen München
Der bekannteste Aussichtspunkt am Lufthansa-Drehkreuz München: Vom Besucherhügel im Besucherpark blickst du erhöht über das Flughafengelände – mit eigener S-Bahn-Haltestelle direkt nebenan.
BesucherterrasseBesucherterrasse am Flughafen Leipzig/Halle
Der alte Tower zwischen Passagierterminal und General Aviation Terminal ist die klassische Besucherterrasse am Frachtdrehkreuz Leipzig/Halle. Was du von dort siehst, warum du vor der Anreise den Status prüfen musst und welche legalen Alternativen es am Flughafen gibt.
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