ATR 72-500

Sechs Propellerblätter, Hochdecker, T-Leitwerk – und von außen fast nicht von der -600 zu unterscheiden: Die ATR 72-500 ist die meistgebaute ATR 72 vor der aktuellen Generation. So grenzt du sie sauber ab.

Auch bekannt als: ATR 72-212A · ATR 72

FrankreichATRTurbopropsICAO-Typcode: AT7511 Min. Lesezeit

AT75

ICAO-Typcode

1997

Erstauslieferung

365

ausgelieferte -500 (Stand 2018)

6

Blätter pro Propeller

Das Wichtigste in Kürze

  • Die ATR 72-500 ist die meistgebaute ATR 72 vor der -600: Bis September 2018 hatte ATR 365 Stück ausgeliefert, deutlich mehr als alle frühen ATR 72 zusammen.
  • Offiziell heißt sie ATR 72-212A – genau wie die -600. Die -600 ist zulassungsrechtlich eine -500 mit neuer Avionik.
  • Gegen -200 und -210 hilft das Propellerzählen: sechs Blätter bei der -500, vier bei den Vorgängern.
  • Gegen die -600 hilft nur der Code: AT75 für die -500, AT76 für die -600 – oder ein Blick auf die Instrumente durchs Cockpitfenster.
  • In Mitteleuropa ist sie selten geworden: Viele -500 fliegen heute in Asien, Lateinamerika oder als Frachter.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die ATR 72-500?
  2. 2.Die meistgebaute ATR 72 vor der -600
  3. 3.ATR 72-500 oder ATR 72-600? Die Abgrenzung
  4. 4.Die ATR-72-Generationen im Überblick
  5. 5.Militär- und Sonderversionen
  6. 6.Unfälle, die du kennen solltest
  7. 7.Wo du die ATR 72-500 heute antriffst
  8. 8.Spotting- und Fototipps für die ATR 72-500
  9. 9.Fazit

Steckbrief

HerstellerATR (damals Aérospatiale und Alenia, heute Airbus und Leonardo, Toulouse)
FamilieATR 72 (-200, -210, -500, -600)
Offizielle BezeichnungATR 72-212A, Vermarktungsname -500
ICAO-TypcodeAT75
Erstflug ATR 72-5001996
ZulassungJanuar 1997 (französische DGAC)
ErstauslieferungJuli 1997 an American Eagle
Triebwerke2 × Pratt & Whitney Canada PW127F (je 2.750 PS), später auch PW127M
Propellersechsblättrig, Hamilton Standard 568F mit Verbundwerkstoff-Blättern
Länge27,17 m
Spannweite27,05 m
Höhe7,65 m
Sitzplätzetypisch 68 bis 72, zugelassen für maximal 74
Max. Startgewicht22,0 t, mit Modifikationen 22,5 bzw. 22,8 t
Reisegeschwindigkeitrund 510 km/h
Ausgeliefert365 Stück (Stand September 2018)

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Hochdecker mit T-Leitwerk: Flügel auf dem Rumpfrücken, Höhenleitwerk ganz oben auf der Seitenflosse
  • Zwei sechsblättrige Propeller – das trennt sie sofort von den alten ATR 72-200 und -210 mit vier Blättern
  • Hauptfahrwerk in Verkleidungen seitlich am Rumpf, der Rumpf liegt sehr tief über dem Vorfeld
  • Langer Rumpf mit vielen Fenstern vor dem Flügel – die ATR 42 ist rund 4,5 m kürzer
  • Von außen praktisch identisch mit der ATR 72-600; nur ein Blick ins Cockpit oder der Typcode AT75 schafft Klarheit

Aktualisiert: Oktober 2026 – Hochdecker, T-Leitwerk, zwei Propeller mit je sechs Blättern: Wer so eine Maschine auf dem Vorfeld sieht, denkt heute meist an die ATR 72-600. Ziemlich oft ist es aber ihre Vorgängerin, die ATR 72-500. Sie war über ein Jahrzehnt die Standardversion des großen ATR-Turboprops, ist die meistgebaute ATR 72 vor der aktuellen Generation und fliegt in vielen Teilen der Welt bis heute. Hier erfährst du, was die -500 ausmacht, wie du sie von ihren Vorgängern und der -600 trennst und wo sie dir noch begegnet.

AT75 oder AT76?

Mit Planetrack hältst du jede ATR-Sichtung mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot fest – so trennst du -500 und -600 sauber in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die ATR 72-500?

Die ATR 72-500 ist ein zweimotoriger Regional-Turboprop mit typischerweise 68 bis 72 Sitzen. Hersteller ist ATR in Toulouse, damals ein Gemeinschaftsunternehmen der französischen Aérospatiale und der italienischen Alenia, heute von Airbus und Leonardo. Die ATR 72 selbst war bereits seit 1989 im Liniendienst – als gestreckte Version der kleineren ATR 42.

Die Serie -500 startete ATR Anfang der 1990er-Jahre zuerst für die ATR 42. Die ATR 42-500 erhielt 1995 ihre Zulassung, die lange Schwester folgte: Die ATR 72-500 flog 1996 zum ersten Mal, die französische Luftfahrtbehörde DGAC ließ sie im Januar 1997 zu. Im Juli 1997 übernahm American Eagle, die Regionalmarke von American Airlines, die erste Maschine. Die damalige Gesellschaft American Eagle Airlines firmiert heute als Envoy Air und hat die ATR längst ausgemustert.

Formal heißt das Flugzeug ATR 72-212A. Die 212 bezeichnet eine Ausführung der -210, das A die überarbeitete Version. Im Marketing hat sich „-500“ durchgesetzt – passend zur ATR 42-500.

AT75ICAO-Typcode in Flugplänen und Tracking-Diensten
365ausgelieferte ATR 72-500 bis September 2018
74Sitze maximal laut Musterzulassung

Was gegenüber der -210 neu war

Die -500 übernahm die Verbesserungen, die ATR zuvor an der ATR 42-500 entwickelt hatte. Die wichtigsten Punkte:

  • Sechsblättrige Propeller vom Typ Hamilton Standard 568F mit Blättern aus Verbundwerkstoff, gesteuert über eine elektronische Propellersteuerung, die beide Propeller synchronisiert.
  • Höhere Gewichte: Das maximale Startgewicht lag zunächst bei 22 Tonnen und stieg mit späteren Modifikationen auf 22,5 und 22,8 Tonnen.
  • Leisere Kabine: Maßnahmen gegen Propellerlärm und Vibrationen, unterstützt durch die synchronisierten Sechsblatt-Propeller.

Als Antrieb dienen zwei Pratt & Whitney Canada PW127F mit je 2.750 PS Startleistung. Spätere Maschinen konnten auch mit dem PW127M ausgerüstet werden, das später zum Standard der -600 wurde.

Die meistgebaute ATR 72 vor der -600

Die -500 kam genau zur richtigen Zeit. Ende der 1990er- und in den 2000er-Jahren ersetzten viele Airlines ältere Turboprops wie die Fokker 50 oder die Saab 340, und steigende Kerosinpreise machten sparsame Propellerflugzeuge auf kurzen Strecken wieder attraktiv. Bis September 2018 hatte ATR 365 ATR 72-500 ausgeliefert – deutlich mehr als die 187 Maschinen der frühen ATR-72-Serien -200 und -210 zusammen.

Zu den Bestellern der späten 2000er-Jahre gehörten unter anderem Malaysia Airlines, TAROM, Vietnam Airlines, die indonesische Wings Air und die Kanalinsel-Airline Aurigny, die 2009 zwei -500 übernahm. Einer der letzten Großkunden war die russische UTair, die 20 Maschinen bestellte und ab Mai 2011 die ersten erhielt – nur wenige Monate bevor die erste -600 an Royal Air Maroc ging.

Gleiches Muster, neuer Name

Die ATR 72-600 ist kein neues Flugzeugmuster. In der Zulassung bleibt sie eine ATR 72-212A, ergänzt um ein großes Avionik-Paket. Den Prototyp der -600 hat ATR sogar aus einer -500 umgebaut – er flog im Juli 2009 zum ersten Mal.

ATR 72-500 oder ATR 72-600? Die Abgrenzung

Hier liegt die eigentliche Herausforderung für Spotter. Rumpf, Flügel, Leitwerk, Fahrwerk und Propeller sind bei beiden Serien gleich. Die Unterschiede stecken im Cockpit, in der Kabine und in den Triebwerken – und die siehst du von außen nicht.

Merkmal ATR 72-500 ATR 72-600
ICAO-Code AT75 AT76
Offizielles Muster ATR 72-212A ATR 72-212A mit neuer Avionik
Erstauslieferung Juli 1997 (American Eagle) August 2011 (Royal Air Maroc)
Cockpit ältere Avionik mit kleineren Bildschirmen und Einzelinstrumenten Glascockpit mit fünf breiten LCD-Bildschirmen (Thales)
Triebwerke PW127F, später auch PW127M PW127M mit Boost-Funktion, neuere auch PW127XT
Propeller sechs Blätter, Hamilton Standard 568F sechs Blätter
Sitze maximal 74 78 (Hochdichte-Bestuhlung, seit 2015 zugelassen)
Kabinenlicht konventionell LED

Der sicherste Weg ist der Typcode: In Tracking-Diensten steht die -500 als AT75, die -600 als AT76. Hast du nur ein Foto, hilft das Kennzeichen – über Registerdatenbanken findest du Seriennummer und Baujahr. Wie das funktioniert, erklären Flugzeug-Kennzeichen verstehen und Flugzeugalter herausfinden. Hat die Maschine sechs Propellerblätter, deutet ein Baujahr vor 2011 praktisch immer auf eine -500 hin.

Der Blick ins Cockpit

Stehst du nah genug – etwa auf einer Besucherterrasse oder beim Einsteigen über das Vorfeld –, schau durch die Frontscheibe. Zieht sich eine Reihe aus fünf breiten Bildschirmen über das ganze Instrumentenbrett, ist es eine -600. Siehst du kleinere Displays und mehr klassische Instrumente, hast du sehr wahrscheinlich eine -500 vor dir.

Die ATR-72-Generationen im Überblick

Damit du die -500 sicher einordnest, hier die Serien der ATR 72 mit ihren Codes. Die Propeller sind das wichtigste äußere Merkmal.

Serie ICAO-Code Propellerblätter Bemerkung
ATR 72-201/-202 AT72 4 Erste Serie ab 1989
ATR 72-211/-212 AT73 4 Stärkere PW127 für heiße und hoch gelegene Plätze
ATR 72-500 AT75 6 Sechsblatt-Propeller, höhere Gewichte, leisere Kabine
ATR 72-600 AT76 6 Glascockpit, PW127M/XT
ATR 72-600F AT76 6 Werksfrachter ohne Fenster

Zählst du vier Blätter, kannst du die -500 sofort ausschließen – dann ist es eine ATR 72-200/-210. Bei sechs Blättern und langem Rumpf bleibt die Wahl zwischen -500 und -600. Wirkt der Rumpf gedrungen und kurz, hast du eine ATR 42 vor dir.

Schnellbestimmung: Welche ATR ist das?

Drei Fragen bringen dich nah an die Serie. Die letzte Gewissheit liefert der Typcode.

Wahrscheinlich

ATR 72-500

Sechs Blätter, Code AT75 oder ein älteres Cockpit sprechen klar für die -500. Notier dir das Kennzeichen, um Baujahr und Seriennummer zu prüfen.

Wahrscheinlich

ATR 72-600

Glascockpit oder Code AT76 bedeuten die aktuelle Generation. Alles Weitere steht auf der Seite zur ATR 72-600.

Wahrscheinlich

ATR 72-200/-210

Vier Propellerblätter oder die Codes AT72/AT73 weisen auf die erste ATR-72-Generation hin – heute meist als Frachter unterwegs.

Offen

ATR 72-500 oder -600

Ohne Code und Cockpitblick bleibt es bei „ATR 72 der neueren Generation“. Das Kennzeichen entscheidet.

Mehr zu den Unterschieden zwischen ATR, Dash 8 und anderen Propellerflugzeugen findest du im Guide Turboprops unterscheiden. Die wichtigste Verwechslung außerhalb der ATR-Familie ist die Dash 8-400: Sie zieht ihr Hauptfahrwerk in die Triebwerksgondeln ein und steht deutlich höher auf dem Vorfeld als die tief liegende ATR.

Militär- und Sonderversionen

Militärische ATR 72 begegnen dir zwar, sind aber meist keine -500. Die U-Boot-Jäger der türkischen Marine und die Seeaufklärer P-72A der italienischen Luftwaffe, die Leonardo ausgerüstet hat, basieren auf der -600. Die Türkei hatte 2005 ursprünglich Maschinen auf Basis der -500 bestellt, den Auftrag 2012 aber auf die neue Generation umgestellt. Von außen fallen diese Maschinen durch Sensoren und Antennen auf, die Grundform bleibt die bekannte ATR 72.

Daneben sind viele ältere ATR 72 zu Frachtern umgebaut worden, mit verschlossenen oder überlackierten Fenstern. Bei einer fensterlosen ATR lässt sich die Serie von außen erst recht nicht bestimmen – dann helfen Kennzeichen und Typcode. Tipps dazu stehen im Beitrag Frachtflugzeuge erkennen. Den werkseitigen Frachter der neuen Generation stellt die Seite zur ATR 72-600F vor.

Unfälle, die du kennen solltest

Wie jeder weit verbreitete Typ taucht auch die ATR 72-500 in Unfallberichten auf – drei Fälle haben besonders viel Aufmerksamkeit bekommen. Beim Absturz von TransAsia-Flug 222 im Juli 2014 auf den taiwanischen Penghu-Inseln starben 48 Menschen. Im Januar 2023 verunglückte Yeti-Airlines-Flug 691 beim Anflug auf Pokhara in Nepal mit 72 Toten; die Ermittler stellten fest, dass die Propeller versehentlich in Segelstellung gebracht worden waren. Im August 2024 stürzte eine ATR 72-500 der brasilianischen Voepass aus Reiseflughöhe ab, alle 62 Menschen an Bord kamen ums Leben; nach den vorläufigen Ermittlungen spielte Vereisung eine zentrale Rolle.

Jeder dieser Fälle hat eigene Ursachen, die in den jeweiligen Untersuchungsberichten aufgearbeitet werden. Für Spotter erklären sie, warum der Typ in manchen Ländern intensiv diskutiert wurde.

Wo du die ATR 72-500 heute antriffst

Stand Oktober 2026 ist die -500 in Mitteleuropa ein seltener Gast. Die großen Regionalbetreiber in Irland, Großbritannien, Spanien und auf den Kanaren haben ihre Flotten weitgehend auf die -600 umgestellt. Wenn dir in Deutschland, Österreich oder der Schweiz eine ATR begegnet, kommt sie meist von einer ausländischen Regionalairline, ist auf einem Fracht- oder Charterflug unterwegs oder wird überführt. Bei Betreibern wie Danish Air Transport, die ältere ATR-Serien einsetzen, lohnt der Blick ins Tracking, ob gerade eine AT75 kommt. Wie selten deine Sichtung tatsächlich ist, kannst du mit dem Guide Seltenheit einer Sichtung einschätzen einordnen.

Alarm für AT75

Richte für die ATR 72-500 oder ein bestimmtes Kennzeichen einen Sichtungs-Alarm ein – Planetrack meldet dir, wenn die Maschine deinen Flughafen anfliegt. Und steht sie noch auf deiner Wunschliste, wandert sie nach der Sichtung in deinen Hangar. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Deutlich bessere Chancen hast du außerhalb Europas. Große Bestände gab es über viele Jahre in Südostasien, etwa bei Wings Air in Indonesien, in Südasien mit Airlines wie Buddha Air in Nepal und in Lateinamerika. Wer dort Urlaub macht, sieht -500 oft im Dutzend auf den Regionalflughäfen. Flotten ändern sich aber schnell: Ausmusterungen, Verkäufe und Frachtumbauten gehören bei einem Typ dieses Alters zum Alltag. Prüf deshalb vor jeder Tour, welche AT75 tatsächlich fliegen.

In Europa lohnt sich der Blick auf Fracht- und ACMI-Anbieter wie Swiftair aus Spanien, die ATR verschiedener Serien einsetzen. Und auch an Spots mit viel ATR-Verkehr wie Playa Honda auf Lanzarote oder The Mound in Dublin taucht zwischen den vielen -600 gelegentlich eine ältere Maschine auf – etwa als Ersatz bei Engpässen oder im Wet-Lease. Was hinter solchen Einsätzen steckt, erklärt Wet-Lease erklärt.

Flottenangaben schnell veraltet

Betreiberlisten aus Nachschlagewerken hinken oft Jahre hinterher. Für eine konkrete Tour verlässt du dich besser auf aktuelle Tracking-Daten mit dem Filter AT75 als auf eine Flottenliste.

Spotting- und Fototipps für die ATR 72-500

Fotografisch verhält sich die -500 wie die -600 – mit einem Unterschied: Du willst später belegen können, welche Serie es war. Plane dein Bild deshalb so, dass das Kennzeichen lesbar bleibt.

Propeller drehen lassen

Wähle eine längere Belichtungszeit, damit die sechs Blätter eine Scheibe zeichnen, und zieh sauber mit. Werte und Technik findest du in Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.

Kennzeichen sichern

Mach neben dem Mitzieher ein zweites, schärferes Bild mit kürzerer Zeit. So hast du Propellerscheibe und lesbare Registrierung – und kannst die Serie später sicher zuordnen.

Brennweite einplanen

Mit gut 27 Metern Länge ist die ATR klein. Am Pistenrand brauchst du mehr Brennweite als für einen Jet – Hinweise dazu im Beitrag Objektiv und Brennweite fürs Planespotting.

Frühes Abheben beachten

Die ATR braucht wenig Startstrecke und ist am Pistenende oft schon hoch. Ein Standpunkt seitlich im vorderen Pistendrittel bringt meist die besseren Bilder.

Wann das Licht an deinem Spot passt, rechnest du vorab aus – wie, steht in Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Und wenn du dir bei den Codes unsicher bist: IATA- und ICAO-Codes erklärt und ICAO-Typcodes erklärt bringen Ordnung in AT72 bis AT76.

Es spricht für die ATR 72-500, wenn …

  • im Tracking-Dienst AT75 steht
  • sechs Propellerblätter und ein Baujahr vor 2011 zusammenkommen
  • du durchs Cockpitfenster kleinere Displays und Einzelinstrumente siehst

Sieh genauer hin, wenn …

  • du nur „ATR“ im Flugplan findest
  • die Maschine keine Fenster hat – dann ist es ein Frachter
  • der Rumpf kurz wirkt – dann könnte es eine ATR 42 sein

Es ist keine ATR 72-500, wenn …

  • jeder Propeller nur vier Blätter hat
  • fünf breite Bildschirme das Cockpit füllen oder AT76 angezeigt wird
  • das Fahrwerk in die Triebwerksgondeln einfährt – dann ist es eine Dash 8

Fazit

Die ATR 72-500 ist das Bindeglied zwischen der ersten ATR-72-Generation und der heutigen -600. Mit sechsblättrigen Propellern, höheren Gewichten und einer leiseren Kabine wurde sie ab 1997 zum Standard im Regionalverkehr und blieb bis zur -600 die meistgebaute Version. Von den Vorgängern trennst du sie über die Propeller, von der Nachfolgerin praktisch nur über Typcode, Kennzeichen oder den Blick ins Cockpit. In Mitteleuropa ist sie selten geworden – gerade deshalb lohnt es sich, jede AT75 bewusst festzuhalten.

Kurzfazit

Sechs Propellerblätter, langer Rumpf, Code AT75: Das ist die ATR 72-500. Gegen die fast gleich aussehende -600 entscheiden Typcode und Kennzeichen – wer eine sehen will, schaut nach Asien, Lateinamerika oder auf Fracht- und Ersatzflüge in Europa.

Zusammenfassung

  • Die ATR 72-500 wurde ab 1997 ausgeliefert, Erstkunde war American Eagle, die Regionalmarke von American Airlines.
  • Gegenüber der ATR 72-210 brachte sie sechsblättrige Propeller, höhere Gewichte, eine leisere Kabine und eine elektronische Propellersteuerung.
  • Die ATR 72-600 basiert direkt auf ihr: gleiche Musterzulassung, aber Glascockpit, PW127M-Triebwerke und neue Kabine.
  • Spotter erkennen die Serie nur über Typcode AT75 oder Kennzeichen, äußerlich ist sie von der -600 kaum zu trennen.

Häufige Fragen

Welchen ICAO-Typcode hat die ATR 72-500?

Die ATR 72-500 läuft unter AT75. Die Nachfolgerin ATR 72-600 hat AT76, die frühen ATR 72 laufen als AT72 und AT73. Im IATA-System teilen sich mehrere Serien den Sammelcode „ATR“, daher taugen Flugpläne für die genaue Variante wenig.

Was ist der Unterschied zwischen ATR 72-500 und ATR 72-600?

Die -600 ist eine modernisierte -500. Sie hat ein Glascockpit mit fünf breiten LCD-Bildschirmen von Thales, die Triebwerke PW127M mit Boost-Funktion, LED-Kabinenlicht und leichtere Sitze. Rumpf, Flügel, Leitwerk und Propeller sind gleich. Formal sind beide sogar dasselbe Muster, die ATR 72-212A – die -600 ist eine -500 mit einem großen Avionik-Paket.

Wie unterscheide ich die ATR 72-500 von der ATR 72-200 oder -210?

Über die Propeller. Die ATR 72-200 und -210 drehen mit vier Blättern pro Propeller, die -500 mit sechs. Das funktioniert auch auf Fotos aus größerer Entfernung, solange die Propeller nicht zu einer Scheibe verwischt sind.

Warum heißt die ATR 72-500 offiziell ATR 72-212A?

In der Musterzulassung tragen die ATR-72-Varianten dreistellige Unterbezeichnungen. Die ATR 72-212 ist eine Ausführung der -210, das angehängte A markiert die überarbeitete Version mit den Neuerungen der -500. Im Marketing setzte sich die Bezeichnung -500 durch – angelehnt an die zuvor vorgestellte ATR 42-500.

Wird die ATR 72-500 noch gebaut?

Nein. Mit der Zulassung der -600 im Mai 2011 hat ATR die Produktion umgestellt. Einzelne -500 gingen noch Anfang der 2010er-Jahre an Kunden, danach lieferte ATR nur noch die -600 aus. Die vorhandenen Maschinen fliegen aber vielerorts weiter, teils als Frachter.

Gibt es militärische Versionen der ATR 72-500?

Kaum. Die bekannten militärischen ATR 72 – die U-Boot-Jäger der türkischen Marine und die Seeaufklärer P-72A der italienischen Luftwaffe – basieren auf der ATR 72-600. Die Türkei hatte 2005 zwar zunächst Maschinen auf Basis der -500 bestellt, stellte den Auftrag 2012 aber auf die -600 um.

Wo sehe ich heute noch eine ATR 72-500?

In Deutschland, Österreich und der Schweiz nur selten, meist bei Fracht-, Charter- oder Überführungsflügen. Größere Bestände gibt es in Südostasien, Südasien und Lateinamerika. Welche AT75 gerade unterwegs sind, zeigt dir der Filter im Tracking-Dienst am zuverlässigsten.

ATR 72-500 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

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