ATR 72-600F

Kein einziges Kabinenfenster, ein riesiges Tor vorn am Rumpf und FedEx-Farben am Leitwerk: Die ATR 72-600F ist der einzige ab Werk gebaute Regionalfrachter mit Propellern. So erkennst du sie und so unterscheidest du sie von umgebauten ATR-Frachtern.

Auch bekannt als: ATR 72-600 Freighter · ATR 72F · ATR 72-600 Frachter

FrankreichATRTurbopropsICAO-Typcode: AT7610 Min. Lesezeit

AT76

ICAO-Typcode

2020

Erstflug & Erstauslieferung

9,2 t

Max. Nutzlast

7 × LD3

Container an Bord

Das Wichtigste in Kürze

  • Die ATR 72-600F ist ein Neubau-Frachter: ATR baut sie ab Werk für Fracht – ohne Fenster, mit verstärktem Boden und großem Frachttor.
  • Erstkunde ist FedEx Express, die den Frachter 2017 bestellt und im Dezember 2020 die erste Maschine übernommen hat.
  • Schnellster Erkennungsweg: ATR-72-Silhouette ohne ein einziges Fenster, dazu das riesige Tor vorn am Rumpf.
  • Von umgebauten ATR-Frachtern trennst du sie zuverlässig erst über Kennzeichen und Typcode: Die -600F läuft unter AT76, ein umgebauter -500-Frachter unter AT75.
  • Im Einsatz ist sie vor allem als Zubringer für Expressfracht – in Europa etwa rund um das FedEx-Drehkreuz Paris-Charles-de-Gaulle.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die ATR 72-600F?
  2. 2.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  3. 3.Neubau oder Umbau? Die ATR-Frachter im Vergleich
  4. 4.ATR 72-600F, Dash 8 oder Caravan?
  5. 5.FedEx Feeder: das Revier der 72-600F
  6. 6.Spotting-Planung: Frachter am Tagesrand
  7. 7.Fototipps speziell für die 72-600F
  8. 8.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  9. 9.Fazit

Steckbrief

HerstellerATR (Gemeinschaftsunternehmen von Airbus und Leonardo, Toulouse)
BasisATR 72-600, als Frachter ab Werk gebaut
ICAO-TypcodeAT76 (wie die Passagierversion)
ProgrammstartNovember 2017 mit FedEx Express als Erstkunde
Erstflug16. September 2020
ErstauslieferungDezember 2020 an FedEx Express
Triebwerke2 × Pratt & Whitney Canada PW127 (Turboprop), sechsblättrige Propeller
Länge27,17 m
Spannweite27,05 m
Max. strukturelle Nutzlast9,2 t (Herstellerangabe)
Frachtvolumen75 m³ brutto (Herstellerangabe)
Großes Frachttor2,95 × 1,80 m
Ladekonfigurationenlose Ladung mit Netzen, 7 × LD3-Container oder 5 Paletten 88 × 108 Zoll
Reichweiterund 1.900 km bei maximaler volumetrischer Zuladung (Herstellerangabe)
Max. Startgewicht23 t
Startstrecke / Landestrecke1.315 m / 915 m (Herstellerangabe, Meereshöhe)

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Keine Kabinenfenster – der Rumpf ist von Cockpit bis Heck eine geschlossene Fläche
  • Großes Frachttor vorn zwischen Cockpit und Flügel, fast drei Meter breit
  • Hochdecker mit T-Leitwerk und zwei sechsblättrigen Propellern – die bekannte ATR-72-Silhouette
  • Hauptfahrwerk in seitlichen Rumpfverkleidungen, der Rumpf liegt tief über dem Vorfeld
  • Häufig in FedEx-Lackierung, oft mit dem Schriftzug „Feeder“
  • Keine Spuren verschlossener Fenster – bei umgebauten Passagier-ATR sind die Fensterstopfen oft noch als Umrisse zu sehen

Aktualisiert: Oktober 2026 – Auf den ersten Blick eine ganz normale ATR 72: Flügel oben, T-Leitwerk, zwei Propeller mit je sechs Blättern. Dann fällt dir auf, dass etwas fehlt – kein einziges Fenster in der Kabine. Dafür prangt vorn am Rumpf ein Tor, fast so breit wie ein Garagentor, und am Leitwerk leuchten die Farben eines Expressdienstes. Das ist sehr wahrscheinlich eine ATR 72-600F, der einzige Regional-Turboprop, den ein Hersteller ab Werk als Frachter baut. Wie du sie erkennst, wie du sie von umgebauten ATR-Frachtern unterscheidest und wo du sie am ehesten erwischst, erfährst du hier.

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Was ist die ATR 72-600F?

Die ATR 72-600F ist die Frachtversion der ATR 72-600 – aber nicht als nachträglicher Umbau, sondern als Neubau direkt aus der Endmontage in Toulouse. Gebaut wird sie von ATR, dem Gemeinschaftsunternehmen von Airbus und dem italienischen Konzern Leonardo. ATR selbst bezeichnet sie als einzigen ab Werk gebauten Regionalfrachter auf dem Markt.

Den Anstoß gab ein einzelner Großkunde: Am 8. November 2017 bestellte FedEx Express 30 Maschinen fest und sicherte sich Optionen auf 20 weitere. Damit war der Frachter gestartet. Der Erstflug folgte am 16. September 2020, Anfang Dezember 2020 lag die Zulassung der EASA vor, und noch im selben Monat übernahm FedEx die erste Maschine. Die ersten Einsätze flog ASL Airlines Ireland im Auftrag von FedEx zwischen Paris-Charles-de-Gaulle und Tschechien.

Technisch übernimmt die -600F alles, was die Passagier-ATR ausmacht: Glascockpit mit fünf großen Bildschirmen, Pratt-&-Whitney-Canada-Turboprops, Abmessungen, Flügel und Fahrwerk. Neu ist alles hinter dem Cockpit. ATR hat die Fenster weggelassen, den Boden auf 488 kg pro Quadratmeter ausgelegt, ein großes Frachttor von 2,95 × 1,80 Metern eingebaut und die hintere, nach oben öffnende Tür für den Frachtbetrieb neu gestaltet. Dazu kommen eine hellere LED-Beleuchtung im Frachtraum, eine Innenverkleidung mit Befestigungspunkten für Ladenetze und eine stärkere Batterie, damit die Maschine am Boden länger ohne externe Versorgung auskommt.

9,2 tmaximale strukturelle Nutzlast laut ATR
75 m³Bruttovolumen im Frachtraum
7 × LD3Standardcontainer passen hinein – alternativ fünf Paletten

Wofür braucht es einen so kleinen Frachter? Die Antwort liegt im Netz der Expressdienste. Große Frachtjets wie die Boeing 777F oder die 757-Frachter verbinden die Drehkreuze, doch irgendwer muss die Sendungen in die Fläche bringen. Laut ATR sind zwei von drei Frachtflügen in Europa und Nordamerika kürzer als 500 Seemeilen – genau das Revier eines Turboprops, der auf kurzen Strecken nach Herstellerangaben deutlich weniger Treibstoff verbraucht als ein vergleichbarer Regionaljet-Frachter. Wie die großen Integratoren ihre Netze aufbauen, erklärt der Beitrag Express-Integratoren DHL, FedEx und UPS.

Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Die ATR 72-600F ist im Grunde leichter zu erkennen als ihre Passagierschwester – zumindest, was den Frachtercharakter angeht. Drei Beobachtungen genügen.

ATR-Silhouette prüfen

Hochdecker, T-Leitwerk, zwei Turboprops mit sechsblättrigen Propellern und ein Rumpf, der tief über dem Boden hängt: Das ist eine ATR 72 der neueren Generation.

Fenster suchen – und keine finden

Der Rumpf ist zwischen Cockpit und Heck komplett geschlossen. Keine Fensterreihe, auch keine verschlossenen Fensterumrisse.

Das große Tor vorn

Zwischen Cockpit und Flügel sitzt ein Frachttor, fast drei Meter breit und 1,80 Meter hoch. Steht es offen, siehst du Container oder Paletten direkt auf Höhe der Ladefläche.

Damit weißt du: ATR 72, Frachter. Ob es aber wirklich eine neu gebaute -600F oder ein umgebautes Passagierflugzeug ist, verrät dir die Außenhaut nicht immer. Denn ATR-Frachter gibt es schon seit Jahrzehnten – als Umbauten älterer Passagiermaschinen, teils ebenfalls mit großem Frachttor. Die endgültige Bestätigung liefert das Kennzeichen. Wie du eine Maschine darüber nachschlägst, steht im Beitrag Ein bestimmtes Flugzeug per Kennzeichen finden.

Typcode allein reicht nicht

Die -600F hat keinen eigenen ICAO-Code, sie läuft wie die Passagierversion unter AT76. Filterst du in Tracking-Diensten nach AT76, kombinierst du das am besten mit dem Betreiber oder dem Fracht-Callsign. Wie die Codes aufgebaut sind, erklärt IATA- und ICAO-Codes erklärt.

Neubau oder Umbau? Die ATR-Frachter im Vergleich

Bevor es die -600F gab, entstanden ATR-Frachter ausschließlich durch Umbau. Spezialbetriebe entfernten die Kabine, verstärkten den Boden, verschlossen die Fenster mit Stopfen und bauten je nach Programm ein großes Tor vorn links ein. Viele frühe ATR 72-200 und ATR 72-500 fliegen heute auf diese Weise als Frachter. FedEx selbst setzt neben den neuen -600F auch umgebaute ATR 72-200F ein.

Merkmal ATR 72-600F (Neubau) Umgebaute ATR 72-500F Umgebaute ATR 72-200F
ICAO-Typcode AT76 AT75 AT72 / AT73
Propeller sechsblättrig sechsblättrig vierblättrig
Fenster nie vorhanden verschlossen, Umrisse oft sichtbar verschlossen, Umrisse oft sichtbar
Cockpit Glascockpit der -600 ältere Instrumentierung ältere Instrumentierung
Herkunft ab Werk Frachter Passagierflugzeug, später umgebaut Passagierflugzeug, später umgebaut

Die vierblättrigen Propeller der frühen Versionen sind das einzige Merkmal, das du sicher aus der Ferne siehst. Zwischen umgebauter -500 und neuer -600F wird es knifflig: gleiche Propeller, gleiche Form, Frachttor bei beiden möglich. Hier entscheiden die Fensterumrisse aus der Nähe – oder eben Kennzeichen und Typcode. Wie alt eine bestimmte Maschine ist, findest du über das Kennzeichen ebenfalls heraus – siehe Flugzeugalter herausfinden. Mehr zur Unterscheidung von Frachtern allgemein findest du im Guide Frachtflugzeuge erkennen.

ATR 72-600F, Dash 8 oder Caravan?

Kleine Propellerfrachter sind in den Zubringernetzen der Expressdienste häufig, und nicht jeder davon ist eine ATR. Der Finder grenzt in drei Schritten ein.

Schnellbestimmung: Propellerfrachter

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

ATR 72-Frachter

Fensterloser Rumpf, Fahrwerk in Rumpfverkleidungen, T-Leitwerk: ein ATR-72-Frachter. Sind keine Fensterumrisse zu sehen und drehen sechsblättrige Propeller, spricht vieles für die -600F. Bestätige es über das Kennzeichen.

Wahrscheinlich

De Havilland Canada Dash 8

Das Fahrwerk in den Triebwerksgondeln und die hochbeinige Haltung sprechen für eine Dash 8. Auch davon gibt es Frachtumbauten, ab Werk gebaut wie die -600F wurde sie aber nicht.

Wahrscheinlich

Cessna 208 Caravan

Ein einzelnes Triebwerk in der Nase und ein starres Fahrwerk: Das ist eine Caravan, das kleinste Glied in vielen Zubringernetzen.

Die Dash 8-400 ist mit über 32 Metern deutlich länger und steht auf hohen Beinen, die Cessna 208 Caravan spielt in einer ganz anderen Größenklasse. Ausführlicher geht es im Beitrag ATR und Dash 8 unterscheiden. Bei der kleineren ATR 42-600 hilft die Länge: Sie ist rund viereinhalb Meter kürzer und wirkt deutlich gedrungener.

FedEx Feeder: das Revier der 72-600F

Wer die -600F im Einsatz sieht, sieht meist FedEx Feeder. Unter diesem Namen fasst FedEx Express seine kleineren Propellerflugzeuge zusammen, die Sendungen von regionalen Flughäfen zu den großen Drehkreuzen bringen und umgekehrt. Die Maschinen gehören FedEx und tragen dessen Farben, geflogen und gewartet werden sie aber oft von Vertragspartnern. In den USA läuft das über Dry-Lease-Verträge: FedEx stellt das Flugzeug, der Partner stellt Crews und Technik.

In Europa ist ASL Airlines Ireland der wichtigste Partner. Die Airline flog die ersten FedEx-ATR 72-600F ab dem Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle, dem europäischen Drehkreuz von FedEx. Laut aktuellen Flottenübersichten hat ASL Airlines Ireland rund neun Maschinen dieses Typs im Bestand. Auch die spanische Swiftair wird in Flottenübersichten mit einigen ATR 72-600F geführt. Spätere FedEx-Maschinen gingen in die USA und nach Lateinamerika, wo das zentrale FedEx-Drehkreuz am Flughafen Memphis das Netz zusammenhält.

FedEx hat ab 2020 Jahr für Jahr neue -600F übernommen. Nach öffentlich zugänglichen Flottenübersichten waren 2026 mehr als zwei Dutzend Maschinen im Einsatz und weitere bestellt. Exakte Stückzahlen ändern sich mit jeder Auslieferung – prüf sie bei Bedarf aktuell.

Ort Trefferchance Warum
Paris-Charles-de-Gaulle mittel bis hoch Europäisches FedEx-Drehkreuz, Ausgangspunkt der Feeder-Umläufe
Regionalflughäfen in Frankreich und auf den Britischen Inseln mittel Typische Ziele von Zubringerdiensten – je nach aktuellem Netz
USA und Lateinamerika mittel bis hoch Großteil der späteren FedEx-Auslieferungen
DACH-Raum niedrig Kein fester Einsatzschwerpunkt bekannt, eher Ausnahmen und Überführungen

Frachtnetze ändern sich schnell

Welche Strecken Zubringer bedienen, hängt am Sendungsaufkommen und an Verträgen mit Partnerairlines. Verlass dich nicht auf ältere Listen, sondern prüf vor deiner Tour aktuelle Flüge mit dem Typcode AT76 und den Betreibern.

Expressfracht fliegt gern zu Tagesrandzeiten: abends zu den Drehkreuzen, frühmorgens zurück in die Regionen. Genau deshalb ist die -600F für viele Spotter ein Nachtvogel. Wie du solche Bewegungen live verfolgst, steht im Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B. Für die Standortwahl in Paris hilft der Beitrag Planespotting in Paris-Charles de Gaulle, und wie selten deine Sichtung tatsächlich ist, ordnet Wie selten ist meine Sichtung? ein.

Feeder nicht verpassen

Setz die ATR 72-600F oder ein bestimmtes Kennzeichen auf deine Wunschliste – Planetrack meldet sich per Sichtungs-Alarm, wenn die Maschine an deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Spotting-Planung: Frachter am Tagesrand

Weil Expressfracht dem Takt der Drehkreuze folgt, plant sich eine -600F-Session anders als ein Nachmittag mit Ferienfliegern. Statt Mittagswellen zählen Abend- und Morgenstunden. Im Winter bedeutet das oft Dunkelheit, im Sommer dagegen manchmal herrliches Streiflicht.

Bereit für deine Frachter-Session?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe einen aktuellen Flug mit AT76 und Fracht-Betreiber gefunden.
  • Ich kenne die voraussichtliche Betriebsrichtung.
  • Ich weiß, ob die Bewegung bei Tageslicht oder im Dunkeln stattfindet.
  • Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
  • Ausrüstung für wenig Licht ist dabei – lichtstarkes Objektiv oder Stativ.

Für Flüge nach Sonnenuntergang hilft dir der Beitrag Flugzeuge nachts fotografieren. Wann an deutschen Flughäfen Nachtbeschränkungen gelten, erklärt Nachtflugverbot an deutschen Flughäfen.

Fototipps speziell für die 72-600F

Ein fensterloser Rumpf wirkt auf Fotos schnell wie eine weiße Wand. Ein paar Kniffe holen mehr aus dem Motiv.

Propeller in Bewegung

Mit zu kurzer Belichtungszeit frierst du die Blätter ein, und der Flieger wirkt wie ein Modell. Etwas längere Zeiten zeigen eine runde Propellerscheibe. Wie das geht, steht in Propeller fotografieren.

Das offene Tor

Am Vorfeld, wenn Container durch das große Frachttor rollen, gelingt das typischste Frachterbild – vorausgesetzt, du stehst an einem öffentlichen Punkt mit Sicht auf die Frachtpositionen.

Seitenprofil für den Beweis

Ein sauberes Profil zeigt den fensterlosen Rumpf am besten und hilft dir später, Neubau und Umbau anhand möglicher Fensterumrisse zu unterscheiden.

Stehender Propeller, laufendes Triebwerk

Bei abgestellten ATR hält eine Propellerbremse den rechten Propeller oft fest, während das Triebwerk Strom liefert. Ein stehender Propeller heißt also nicht, dass Ruhe herrscht – halt Abstand zum Vorfeldbetrieb.

Ob dein Standort rechtlich in Ordnung ist, klärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?. Und wenn du gezielt nach ungewöhnlichen Maschinen suchst, liefert Seltene Flugzeuge spotten weitere Ideen.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die ATR 72-600F, wenn …

  • der Rumpf keine Fenster und keine Fensterumrisse zeigt
  • vorn ein großes Frachttor sitzt
  • sechsblättrige Propeller unter einem hoch liegenden Flügel drehen
  • im Tracking-Dienst AT76 mit einem Fracht-Betreiber steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • du schwache Umrisse verschlossener Fenster entdeckst – dann ist es eher ein Umbau
  • die Maschine in neutraler Lackierung ohne Betreiberlogo unterwegs ist
  • der Typcode AT75 lautet – dann handelt es sich um eine -500

Es ist keine ATR 72-600F, wenn …

  • eine Fensterreihe im Rumpf zu sehen ist
  • die Propeller nur vier Blätter haben
  • das Fahrwerk in die Triebwerksgondeln einfährt
  • der Rumpf deutlich kürzer und gedrungener wirkt – dann ist es eine ATR 42

Fazit

Die ATR 72-600F ist ein Spezialist mit klarem Auftrag: Expresssendungen von den großen Drehkreuzen in die Fläche bringen, und das sparsamer als ein Jet. Für dich als Spotter ist sie ein lohnendes Ziel, weil sie selten genug ist, um aufzufallen, aber regelmäßig genug fliegt, um sie gezielt zu planen. Der fensterlose Rumpf verrät den Frachter, das Kennzeichen den Neubau.

Kurzfazit

ATR-72-Silhouette, kein einziges Fenster, großes Tor vorn: Das ist sehr wahrscheinlich eine ATR 72-600F. Zur Sicherheit prüfst du Kennzeichen und Typcode AT76 – und suchst sie bevorzugt in FedEx-Farben zu Tagesrandzeiten rund um Paris-Charles-de-Gaulle.

Zusammenfassung

  • Die ATR 72-600F ist die ab Werk gebaute Frachtversion der ATR 72-600; Erstflug war im September 2020, die erste Auslieferung im Dezember 2020 an FedEx Express.
  • Laut ATR trägt sie bis zu 9,2 Tonnen, bietet 75 m³ Volumen und nimmt sieben LD3-Container oder fünf Standardpaletten auf.
  • Fensterloser Rumpf und großes Frachttor machen sie leicht als Frachter erkennbar; die Abgrenzung zu umgebauten ATR klappt sicher nur über Kennzeichen und Typcode.
  • Wer sie spotten will, achtet auf Expressfracht-Zubringer in den Tagesrandzeiten und filtert in Tracking-Diensten nach AT76 und Fracht-Callsigns.

Häufige Fragen

Was bedeutet das „F“ in ATR 72-600F?

Das F steht für „Freighter“, also Frachtflugzeug. Anders als bei vielen anderen Frachtern handelt es sich nicht um einen Umbau, sondern um einen Neubau: ATR fertigt die Maschine von Anfang an ohne Kabinenfenster, mit verstärktem Boden und großem Frachttor.

Welchen ICAO-Typcode hat die ATR 72-600F?

Sie läuft wie die Passagierversion unter AT76. Das ICAO-System unterscheidet nicht zwischen Passagier- und Frachtversion. In Tracking-Diensten erkennst du den Frachter daher eher am Betreiber, am Callsign oder am Kennzeichen.

Wer war der Erstkunde der ATR 72-600F?

FedEx Express. Der Expressdienst hat im November 2017 30 Maschinen fest bestellt und sich Optionen auf weitere 20 gesichert. Die erste ATR 72-600F wurde im Dezember 2020 übergeben.

Wie viel Fracht passt in eine ATR 72-600F?

Laut ATR liegt die maximale strukturelle Nutzlast bei 9,2 Tonnen, das Bruttovolumen bei 75 Kubikmetern. Geladen wird entweder lose mit Sicherungsnetzen, mit sieben LD3-Containern oder mit fünf Paletten im Format 88 × 108 Zoll.

Wie unterscheide ich die 72-600F von einer umgebauten ATR 72?

Von außen ist das schwierig. Ein Hinweis sind verschlossene Fenster: Bei umgebauten Passagiermaschinen bleiben die Fensterstopfen oft als Umrisse sichtbar, die -600F hat von Haus aus keine Fenster. Alte ATR 72-200 erkennst du außerdem an vierblättrigen Propellern. Sicher wird die Bestimmung erst über Kennzeichen und Typcode – AT76 für die -600, AT75 für die -500, AT72 und AT73 für die frühen Versionen.

Was ist FedEx Feeder?

So nennt FedEx Express die kleineren Propellerflugzeuge, die Sendungen zwischen kleineren Flughäfen und den großen Frachtdrehkreuzen hin- und herbringen. Die Flugzeuge tragen FedEx-Farben, geflogen werden sie häufig von Vertragspartnern – in Europa ist das vor allem ASL Airlines Ireland.

Wo sehe ich eine ATR 72-600F in Deutschland?

Selten und eher zufällig. Der Typ fliegt vor allem Zubringerdienste in Frankreich, auf den Britischen Inseln, in Nordamerika und Lateinamerika. Ob gerade Umläufe in den DACH-Raum führen, prüfst du am besten aktuell per Tracking-Dienst mit dem Filter AT76 und einem Blick auf die Betreiber.

ATR 72-600F sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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