Das Wichtigste in Kürze
- Saab ist Schwedens großer Luftfahrt- und Rüstungskonzern, gegründet 1937 in Schweden und heute mit Sitz in Stockholm und Flugzeugbau in Linköping.
- Für Airline-Spotter zählen Saab 340 und Saab 2000. Beide Turboprops wurden bis 1999 gebaut und fliegen heute nur noch bei wenigen Betreibern.
- Die Propeller verraten den Typ: Vier Blätter beim Saab 340, sechs Blätter und ein deutlich längerer Rumpf beim Saab 2000.
- Der Gripen ist ein einstrahliger Deltaflügler mit Canards – zu sehen in Schweden, Ungarn, Tschechien, Brasilien und auf vielen Airshows.
- Mit dem GlobalEye setzt Saab sein Erieye-Radar auf einen Bombardier-Businessjet und hat sich damit neue Kunden in Europa und im Nahen Osten erschlossen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Von Trollhättan nach Linköping
- 8.Die Militärjets: von Tunnan bis Viggen
- 9.Der Saab 340: Schwedens Regional-Bestseller
- 10.Der Saab 2000: schnell, aber spät
- 11.Saab 340 oder Saab 2000? In vier Schritten zum richtigen Turboprop
- 12.Warum Saab aus dem Zivilgeschäft ausstieg
- 13.Der Gripen: Saabs heutiges Aushängeschild
- 14.GlobalEye und Erieye: Saabs fliegende Radare
- 15.Weitere Saab-Projekte, die dir begegnen
- 16.Hersteller bestimmt, Betreiber nicht
- 17.Wo du Saab-Flugzeuge siehst
- 18.Fazit
- 19.Häufige Fragen
Steckbrief
| Rolle in der Branche | Rüstungs- und Luftfahrtkonzern – Kampfflugzeuge, Frühwarnflugzeuge, Radar, Lenkwaffen und Services; früher auch Hersteller von Regionalflugzeugen |
|---|---|
| Gründung | 2. April 1937 als Svenska Aeroplan Aktiebolaget (SAAB), um Militärflugzeuge für Schweden zu entwickeln und zu bauen |
| Name | Seit 1965 Saab AB; von 1969 bis 1995 Teil von Saab-Scania, danach wieder eigenständig |
| Sitz | Stockholm; Entwicklung und Flugzeugbau vor allem in Linköping |
| Leitung | Micael Johansson, Präsident und CEO |
| Größter Aktionär | Die Wallenberg-Sphäre über Investor AB |
| Kennzahlen 2025 | Umsatz rund 79 Mrd. schwedische Kronen, rund 26.100 Beschäftigte |
| Zivile Flugzeuge (historisch) | Saab 340 (459 gebaut, 1983–1999) und Saab 2000 (63 gebaut, 1992–1999) |
| Aktuelle Flugzeugprogramme | JAS 39 Gripen C/D und E/F, Frühwarnflugzeug GlobalEye, Partner beim Trainer T-7 Red Hawk von Boeing |
| Nicht verwechseln mit | Saab Automobile – die Autosparte wurde 1990 abgespalten und gehört nicht mehr zum Konzern |
| Offizielle Website | www.saab.com |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Saab aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Saab
- Einen Saab 340 erkannt – schlanker Turboprop mit zwei Propellern, Tiefdecker und typisch spitz zulaufender Nase
- Einen Saab 2000 vom Saab 340 unterschieden – längerer Rumpf und sechsblättrige Propeller statt vier Blätter
- Einen Saab 340 neben einer ATR 42 fotografiert und den Unterschied zwischen Tief- und Hochdecker gesehen
- Einen Gripen an Deltaflügel, Canards und nur einem Triebwerk erkannt
- Ein Erieye-Radar als langen Balken auf dem Rumpf eines Saab 340 oder Saab 2000 entdeckt
- Einen GlobalEye gesehen – ein Bombardier-Businessjet mit Radarbalken auf dem Rücken
- Einen Draken oder Viggen im Museum besucht – die klassischen Saab-Jets des Kalten Kriegs
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Saab 340 und Saab 2000 sind heute selten genug, um jede Sichtung zu einem Highlight zu machen
- Der Gripen ist auf vielen europäischen Airshows mit eigenen Vorführungen vertreten
- Die Sondermissionsversionen mit Erieye-Radar sind unverwechselbar
- In Linköping liegen Werk, Militärflugplatz und Flygvapenmuseum nah beieinander
- Draken und Viggen sind in vielen Museen Europas ausgestellt
Wo es hakt
- Seit 1999 baut Saab keine Verkehrsflugzeuge mehr – die Turboprop-Flotten schrumpfen
- In Mitteleuropa fliegen Saab 340 und Saab 2000 kaum noch im Linienverkehr
- Gripen und GlobalEye siehst du fast nur auf Airshows, Übungen oder an Militärflugplätzen
- Werksgelände und Militärplätze sind kein Spotting-Gelände, Fotografierverbote beachten
Stand: Oktober 2026 – Ein schlanker Turboprop mit Tiefdecker-Flügeln, der auf einem schottischen Inselflughafen oder im australischen Outback landet, und ein kleiner Deltaflügler, der auf einer Airshow mit engen Kurven das Publikum begeistert: Beide tragen denselben Namen. Saab aus Schweden ist für Spotter ein Hersteller mit zwei Welten. Auf der zivilen Seite stehen der Saab 340 und der Saab 2000, zwei Regionalflugzeuge, die seit 1999 nicht mehr gebaut werden und deshalb immer seltener werden. Auf der militärischen Seite stehen der Gripen und das Frühwarnflugzeug GlobalEye, mit denen Saab heute sein Geld verdient.
Jeden Saab im Hangar sammeln
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Spot und baust dir Stück für Stück deine Turboprop-Sammlung auf. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Von Trollhättan nach Linköping
Saab entsteht am 2. April 1937 als Svenska Aeroplan Aktiebolaget – daher das Kürzel SAAB. Der Hintergrund ist politisch: Schweden will in einer unruhigen Zeit seine Luftwaffe mit Flugzeugen aus eigener Entwicklung ausstatten, statt von ausländischen Lieferanten abhängig zu sein. Gegründet in Trollhättan, verlagert sich der Schwerpunkt nach der Übernahme des Linköpinger Flugzeugbauers ASJA rasch an den bis heute wichtigsten Standort, nach Linköping in Östergötland. Dort entstehen Konstruktion, Endmontage und Flugerprobung, und dort steht auch der Militärflugplatz Malmen mit dem schwedischen Luftwaffenmuseum.
Nach dem Zweiten Weltkrieg sucht Saab zusätzliche Standbeine. Es entstehen das Schulflugzeug Saab 91 Safir, das sich weltweit verkauft, und ab Ende der 1940er-Jahre sogar Autos. 1965 heißt das Unternehmen offiziell Saab AB, 1969 fusioniert es mit dem Lkw-Hersteller Scania-Vabis zu Saab-Scania. 1990 wird die Autosparte als Saab Automobile ausgegliedert und geht schrittweise an General Motors, 1995 trennen sich auch Saab und Scania wieder. Seitdem konzentriert sich Saab ganz auf Luftfahrt, Verteidigung und Sicherheitstechnik.
Heute sitzt die Konzernzentrale in Stockholm, geführt wird Saab von Micael Johansson. Größter Aktionär ist die Wallenberg-Sphäre über die Beteiligungsgesellschaft Investor AB. 2025 setzte Saab rund 79 Milliarden schwedische Kronen um und beschäftigte etwa 26.100 Menschen. Die Aufträge kommen ganz überwiegend aus dem Verteidigungsbereich – Radar, Lenkwaffen, U-Boote und natürlich Flugzeuge.
Die Militärjets: von Tunnan bis Viggen
Bevor wir zu den Turboprops kommen, lohnt ein Blick auf die Jets, die Saab berühmt gemacht haben. Sie sind heute vor allem Museumsstücke, aber jeder Spotter mit einem Faible für Militärluftfahrt kennt sie:
- Saab 29 Tunnan (Erstflug 1948): einer der ersten europäischen Jäger mit gepfeilten Flügeln, benannt nach seinem dicken, tonnenförmigen Rumpf.
- Saab 32 Lansen (Erstflug 1952): ein zweisitziger Erdkampf- und Allwetterjäger.
- Saab 35 Draken (Erstflug 25. Oktober 1955): der Doppeldelta-Jäger mit seinem unverwechselbaren Flügel aus zwei unterschiedlich gepfeilten Deltas. Saab baute 651 Exemplare. Neben Schweden flogen ihn Dänemark, Finnland und Österreich; die österreichischen Draken blieben bis 2005 im Dienst.
- Saab 37 Viggen (Erstflug 8. Februar 1967): eines der ersten in großer Serie gebauten Kampfflugzeuge mit Canards, also kleinen Vorflügeln vor dem Hauptflügel. Sein Triebwerk hatte Nachbrenner und Schubumkehr, damit konnte er von kurzen Straßenabschnitten aus operieren. Gebaut wurden 329 Viggen, der Frontdienst endete 2005.
Diese Typen erzählen die schwedische Doktrin des Kalten Kriegs: Kampfjets, die auf verstreuten Straßenbasen landen, schnell betankt werden und wieder starten. Genau diese Anforderung prägt bis heute den Gripen. Draken und Viggen kannst du in vielen Museen sehen, am umfassendsten im Flygvapenmuseum in Linköping.
Der Saab 340: Schwedens Regional-Bestseller
Anfang der 1980er-Jahre wagt Saab den Schritt in die zivile Luftfahrt. Der Regionalverkehr wächst, und Airlines suchen moderne Turboprops für 30 bis 40 Passagiere. Saab tut sich dafür mit dem US-Hersteller Fairchild zusammen: Die Schweden bauen Rumpf und Seitenleitwerk und übernehmen die Endmontage in Linköping, Fairchild liefert Flügel, Höhenleitwerk und Triebwerksgondeln. Daher hieß das Flugzeug anfangs Saab-Fairchild 340 – und daher stammt der ICAO-Typcode SF34, den du bis heute in jeder Flugverfolgung siehst.
Der Saab 340 fliegt am 25. Januar 1983 zum ersten Mal. Erstkunde ist die Schweizer Crossair, die ihr erstes Flugzeug im Juni 1984 übernimmt. Fairchild steigt 1985 nach den ersten 40 Exemplaren aus, danach baut Saab den 340 allein. Bis zum Produktionsende 1999 entstehen 459 Flugzeuge – ein beachtlicher Erfolg für einen Hersteller, der bis dahin vor allem Kampfjets gebaut hatte.
| Version | Merkmale | Gebaut |
|---|---|---|
| 340A | erste Serienversion, GE-CT7-5A2-Triebwerke | 159 |
| 340B | stärkere CT7-9B-Triebwerke, bessere Leistungen bei Hitze und in der Höhe | 200 |
| 340B Plus | letzte Version mit aktiver Lärm- und Vibrationsdämpfung in der Kabine | 100 |
| 340AF / 340BF | umgebaute Frachtversionen | Umbauten |
| Erieye / AEW&C | Frühwarnversion mit Radarbalken auf dem Rumpf | Sonderversion |
Der 340 bietet je nach Bestuhlung Platz für etwa 30 bis 36 Passagiere. Saab setzte beim Bau an vielen Stellen der Aluminiumstruktur auf Klebeverbindungen statt Nieten, um Gewicht zu sparen. Ende 2016 wurde die zulässige Lebensdauer der Zelle deutlich angehoben, sodass viele Flugzeuge noch lange fliegen dürfen.
Typcode als Gegenprobe
In der Flugverfolgung steht der Saab 340 als SF34, der Saab 2000 als SB20. Wenn du dir nicht sicher bist, ob vor dir ein Saab oder ein anderer Turboprop rollt, hilft der Typcode sofort. Wie du ADS-B-Daten richtig liest, erklärt der Beitrag Flugverfolgung mit ADS-B.
Wo der Saab 340 heute fliegt
Nach Angaben von 2023 waren noch rund 250 Saab 340 im Einsatz. Der größte Betreiber ist seit Jahren Rex Regional Express in Australien, die mit dem Typ viele kleine Orte im Landesinneren anbindet. Daneben fliegen Saab 340 bei kleineren Passagierairlines in Nordamerika und Europa sowie bei Frachtfirmen, die umgebaute 340AF und 340BF einsetzen. In Großbritannien prägte der Typ lange Zeit die Inselverbindungen von Loganair.
In Mitteleuropa ist der Saab 340 im Linienverkehr dagegen selten geworden. Die meisten Sichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Frachtflüge, Charter oder Überführungen. Gerade das macht jeden SF34 im Logbuch wertvoll. Strategien für solche Raritäten findest du im Beitrag Seltene Flugzeuge spotten, einen Überblick über die Regionalflieger des Kontinents in Regionalairlines in Europa.
Der Saab 2000: schnell, aber spät
Mit dem Erfolg des 340 im Rücken entwickelt Saab einen größeren und schnelleren Ableger. Der Saab 2000 fliegt am 26. März 1992 zum ersten Mal und erhält 1994 seine Zulassung durch die europäischen und amerikanischen Behörden. Er bietet 50 bis 58 Sitze und gehört mit einer Höchstgeschwindigkeit von rund 685 km/h zu den schnellsten Turboprop-Verkehrsflugzeugen überhaupt. Angetrieben wird er von zwei Rolls-Royce-AE-2100-Triebwerken mit sechsblättrigen Propellern von Dowty.
Auch hier ist Crossair Erstkunde – und mit 34 Flugzeugen der mit Abstand wichtigste Betreiber. In der Schweiz bekommt der schnelle Turboprop den Spitznamen „Concordino“. Kommerziell kommt der Saab 2000 aber zu spät: Regionaljets wie die Embraer ERJ-Familie und die Bombardier CRJ versprechen Jet-Komfort auf denselben Strecken. Es bleibt bei 63 gebauten Exemplaren, der letzte geht im April 1999 an Crossair.
Danach wandern die Saab 2000 zu kleineren Betreibern. In Europa flogen sie unter anderem bei Darwin Airline in Lugano und bei Eastern Airways in Großbritannien. Im Oktober 2024 waren laut verfügbaren Angaben nur noch rund 31 Saab 2000 aktiv, ein Teil davon bei Luftstreitkräften. Neben der pakistanischen und der saudischen Luftwaffe mit Erieye-Frühwarnversionen setzen nur noch wenige zivile Betreiber, etwa Charter- und Regionalfirmen, den Typ ein.
Saab 2000 auf die Wunschliste
Setz seltene Typen auf die Wunschliste in deinem Hangar und richte Sichtungs-Alarme für Typen und Kennzeichen ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn sie in deiner Nähe anfliegen oder landen. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Saab 340 oder Saab 2000? In vier Schritten zum richtigen Turboprop
Regionalflugzeuge rollen oft auf abgelegenen Positionen und starten zwischen zwei Airlinern. Diese Reihenfolge führt dich zuverlässig zum richtigen Typ.
Flügelposition prüfen
Sitzen die Flügel unten am Rumpf, hast du einen Tiefdecker vor dir – typisch für Saab. Die verbreiteten ATR 42/72 und Dash 8 sind dagegen Hochdecker mit Flügeln oben auf dem Rumpf.
Propellerblätter zählen
Vier Blätter sprechen für den Saab 340, sechs Blätter für den Saab 2000. Am stehenden Flugzeug oder auf einem scharfen Foto mit kurzer Belichtung siehst du das sofort.
Rumpflänge einschätzen
Der Saab 2000 ist deutlich länger und hat mehr Kabinenfenster. Der Saab 340 wirkt dagegen kompakt und gedrungen.
Kennzeichen notieren
Erst das Kennzeichen verrät Betreiber, Baujahr und Version – also ob es ein 340A, ein 340B oder ein umgebauter Frachter ist.
Saab 340 oder Saab 2000 – wie sicher bist du?
Flügel und Propeller führen dich zum Typ, das Kennzeichen zum einzelnen Flugzeug.
Die häufigste Verwechslung ist übrigens nicht 340 gegen 2000, sondern Saab gegen ATR. Wer nur kurz einen zweimotorigen Turboprop im Anflug sieht, tippt gern auf eine ATR 42. Der Blick auf die Flügel klärt das: Bei der ATR hängt der Rumpf unter den Flügeln, beim Saab liegt er obendrauf. Ausführlich vergleicht der Beitrag Turboprops unterscheiden die gängigen Muster; zum direkten Gegenstück aus Frankreich führt die Seite über ATR.
Warum Saab aus dem Zivilgeschäft ausstieg
Ende der 1990er-Jahre zog Saab die Reißleine. Regionaljets eroberten den Markt, die Nachfrage nach großen Turboprops brach ein, und die Stückzahlen des Saab 2000 blieben weit unter den Erwartungen. Saab beschloss, die Produktion beider Typen zu beenden und sich ganz auf das Militärgeschäft zu konzentrieren. 1999 verließen die letzten Flugzeuge die Werkshallen in Linköping.
Die Flugzeuge blieben aber nicht sich selbst überlassen. Saab betreut die Flotten weiter mit Ersatzteilen und technischem Support, und die eigene Leasingsparte vermittelte gebrauchte 340 und 2000 an neue Betreiber. Für Spotter heißt das: Die Flugzeuge wechseln häufig den Besitzer, tauchen in neuen Lackierungen auf und landen nach ihrer Airline-Zeit nicht selten im Frachtdienst oder bei Luftstreitkräften.
Der Gripen: Saabs heutiges Aushängeschild
Der JAS 39 Gripen ist das Flugzeug, mit dem Saab heute international auftritt. Das Kürzel JAS steht für Jagd, Angriff und Aufklärung (schwedisch Jakt, Attack, Spaning) – ein Flugzeug für alle drei Aufgaben. Der Prototyp fliegt am 9. Dezember 1988, in den Truppendienst geht der Gripen Mitte der 1990er-Jahre.
Im Feld erkennst du ihn an drei Merkmalen: einem Deltaflügel, kleinen Canards vor dem Flügel und nur einem Triebwerk. Damit ist er kleiner und schlanker als der zweistrahlige Eurofighter oder die Rafale von Dassault Aviation, die beide ebenfalls Delta und Canards kombinieren. Wie du die europäischen Kampfjets sauber trennst, zeigt der Beitrag Kampfjets in Europa erkennen.
| Version | Merkmale | Triebwerk |
|---|---|---|
| Gripen A/B | erste Serienversionen, B als Doppelsitzer | Volvo RM12 (abgeleitet vom GE F404) |
| Gripen C/D | modernisiert, NATO-kompatibel, D als Doppelsitzer | Volvo RM12 |
| Gripen E/F | neue Generation, Erstflug am 15. Juni 2017, F als Doppelsitzer | General Electric F414G |
Neben Schweden fliegen oder flogen Gripen in Ungarn, Tschechien, Südafrika, Thailand und Brasilien; die britische Testpilotenschule ETPS nutzt seit 1999 einen Doppelsitzer für die Ausbildung. Brasilien ist der wichtigste Exportpartner für den Gripen E: Gemeinsam mit Embraer eröffnete Saab 2023 eine Produktionslinie in Brasilien. 2025 unterzeichneten Kolumbien und Thailand Verträge über Gripen E/F, und mit der Ukraine schloss Schweden im Herbst 2025 eine Absichtserklärung über eine größere Gripen-Beschaffung.
Werks- und Militärgelände sind tabu
Ob das Saab-Werk in Linköping oder ein Fliegerhorst in Deutschland: Militärische und werksinterne Bereiche sind kein Spotting-Gelände. Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Orten und halte dich an Fotografierverbote. Was an Militärflugplätzen gilt, erklärt der Beitrag Militärflugplatz fotografieren: die Regeln.
GlobalEye und Erieye: Saabs fliegende Radare
Eine Spezialität von Saab sind Frühwarnflugzeuge. Das Herzstück ist das Erieye-Radar, eine lange, flache Antenne, die wie ein Balken auf dem Rumpf sitzt – ganz anders als der runde Rotodome einer Boeing E-3 Sentry. Saab montierte Erieye zunächst auf Saab 340 und Saab 2000. Die schwedische Luftwaffe flog den Saab 340 mit Erieye, Pakistan und Saudi-Arabien setzen Saab 2000 in dieser Rolle ein.
Die aktuelle Generation heißt GlobalEye. Basis ist ein Langstrecken-Businessjet von Bombardier, der Global 6000 bzw. 6500. Saab baut die fertigen Jets in Linköping um und setzt das größere Erieye-ER-Radar mit rund einer Tonne Gewicht auf den Rücken. Weitere Merkmale sind ein optischer Sensor unter dem Bug, ein verlängertes Seitenleitwerk und zusätzliche Finnen unter dem Heck. Erstflug war am 14. März 2018.
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben bis September 2024 fünf GlobalEye erhalten. Schweden hat drei Flugzeuge bestellt, die dort als S 106 geführt werden; Saab stellte im Oktober 2026 das erste schwedische GlobalEye vor. Frankreich bestellte im Dezember 2025 zwei Flugzeuge mit Option auf zwei weitere, und 2026 kamen weitere Interessenten und Absichtserklärungen hinzu. Wie du Frühwarn- und Aufklärungsflugzeuge allgemein erkennst, steht im Beitrag AWACS und Aufklärer erkennen.
Weitere Saab-Projekte, die dir begegnen
Saab ist auch an Flugzeugen beteiligt, die nicht den eigenen Namen tragen. Beim Trainer T-7A Red Hawk für die US Air Force ist Saab Entwicklungspartner von Boeing und liefert Rumpfteile. Dazu kommen Zulieferungen von Strukturbauteilen für Verkehrsflugzeuge anderer Hersteller. Im Alltag am Flughafen siehst du davon nichts – aber es zeigt, wie eng Saab in die internationale Luftfahrtindustrie eingebunden ist.
Hersteller bestimmt, Betreiber nicht
Der Typ ist gesichert, wenn …
- Flügelposition, Propellerblätter und Rumpflänge zum Muster passen
- der Typcode SF34 oder SB20 in der Flugverfolgung zur Beobachtung passt
- das Kennzeichen in einem Register mit genau diesem Modell geführt wird
Noch offen ist, …
- ob ein Saab 340 eine A-, B- oder B-Plus-Version ist
- ob es sich um einen umgebauten Frachter handelt, solange du keine Frachttür siehst
- ob ein Gripen ein C/D oder schon ein E/F ist, wenn du nur die Silhouette siehst
Nicht aus der Form ablesbar ist …
- wem das Flugzeug gehört – Airline, Leasingfirma oder Luftwaffe
- für wen ein Saab 340 gerade im Auftrag fliegt
- wie die Kabine eingerichtet ist
Gerade bei gebrauchten Saab-Turboprops wechseln Betreiber und Lackierungen häufig. Das Kennzeichen kann auf ein ganz anderes Land verweisen als der aktuelle Einsatzort. Woran du die Herkunft eines Kennzeichens erkennst, zeigt der Beitrag Länderkennungen an Flugzeugen. Schwedische Kennzeichen beginnen mit SE-.
Wo du Saab-Flugzeuge siehst
In Schweden liegt der Schwerpunkt naturgemäß. In Linköping findest du am Flugplatz Malmen das Flygvapenmuseum mit einer der vollständigsten Saab-Sammlungen überhaupt – von frühen Propellerflugzeugen über Tunnan, Lansen, Draken und Viggen bis zum Gripen. Tipps für den Besuch stehen auf der Spot-Seite Flygvapenmuseum am Flugplatz Linköping. Für den zivilen Verkehr ist der Flughafen Stockholm Arlanda mit seinen offiziellen Spotterplätzen die erste Adresse in Schweden.
Auf Airshows stehen die Chancen auf einen Gripen gut. Die schwedische Luftwaffe und andere Nutzer zeigen ihn regelmäßig bei großen Veranstaltungen, etwa beim Royal International Air Tattoo in Fairford. Einen Überblick über lohnende Termine gibt Airshows in Europa.
Für die Turboprops musst du gezielt suchen. Australien mit Rex ist das Saab-340-Paradies, in Europa helfen Flugverfolgung und Sichtungs-Alarme, wenn ein SF34 oder SB20 auf einem Fracht- oder Charterflug in deine Nähe kommt.
Was Saab leicht macht
- Tiefdecker-Turboprops sind unter den Regionalflugzeugen selten und fallen auf
- Die Propellerblätter trennen 340 und 2000 eindeutig
- Erieye und GlobalEye sind mit ihrem Radarbalken unverwechselbar
Wo es knifflig wird
- Die zivilen Flotten werden kleiner und fliegen selten in Mitteleuropa
- Gripen-Versionen sehen sich von außen sehr ähnlich
- Militärische Saab-Flugzeuge siehst du fast nur auf Airshows
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Fazit
Saab ist ein Hersteller, der sich zweimal neu erfunden hat. Aus dem schwedischen Militärflugzeugbauer der 1930er-Jahre wurde in den 1980ern ein ernst zu nehmender Anbieter von Regionalflugzeugen – der Saab 340 gehört bis heute zu den bekanntesten Turboprops seiner Klasse. Nach dem Ausstieg aus dem Zivilgeschäft 1999 konzentriert sich Saab wieder ganz auf Gripen, GlobalEye und Verteidigungstechnik.
Für dich als Spotter heißt das: Die Saab-Turboprops sind Sammlerstücke mit Ablaufdatum, Gripen und GlobalEye die Airshow-Highlights der Gegenwart. Wer Tiefdecker-Flügel und Propellerblätter im Blick hat, bestimmt die zivilen Typen in Sekunden – und wer einmal nach Linköping reist, sieht die ganze Saab-Geschichte an einem Ort.
Kurzfazit
Saab baute mit dem Saab 340 und Saab 2000 zwei Regional-Turboprops, die seit 1999 nicht mehr produziert werden. Vier Propellerblätter bedeuten 340, sechs bedeuten 2000. Heute stehen Gripen und GlobalEye im Mittelpunkt – zu sehen vor allem auf Airshows und in Schweden.
Zusammenfassung
- Saab war über Jahrzehnte vor allem ein Militärflugzeugbauer und hat mit dem Saab 340 trotzdem einen der erfolgreichsten Regional-Turboprops gebaut.
- Der Saab 2000 ist der schnelle, gestreckte Ableger des 340 und mit nur 63 Exemplaren eine echte Rarität.
- Heute stehen Gripen und GlobalEye im Zentrum des Flugzeuggeschäfts, beide werden in Linköping gebaut bzw. umgerüstet.
- Wer die Saab-Turboprops noch sehen will, sollte nicht zu lange warten: Die Flotten sind alt und werden kleiner.
Häufige Fragen
Baut Saab noch Verkehrsflugzeuge?
Nein. Saab hat den Bau ziviler Verkehrsflugzeuge Ende der 1990er-Jahre eingestellt. Der letzte Saab 2000 ging im April 1999 an Crossair, der letzte Saab 340 im Juni 1999 an seinen Kunden. Seitdem betreut Saab die verbliebenen Flugzeuge mit Ersatzteilen und Service, baut aber keine neuen mehr.
Wie unterscheide ich Saab 340 und Saab 2000?
Am schnellsten über die Propeller: Der Saab 340 hat vierblättrige, der Saab 2000 sechsblättrige Propeller. Dazu ist der Saab 2000 deutlich länger, hat mehr Fenster und wirkt insgesamt gestreckter. In der Flugverfolgung helfen die ICAO-Typcodes SF34 für den Saab 340 und SB20 für den Saab 2000.
Wie unterscheide ich einen Saab 340 von einer ATR 42?
Schau auf die Flügel: Der Saab 340 ist ein Tiefdecker, die Flügel sitzen unten am Rumpf. Die ATR 42 ist ein Hochdecker mit Flügeln oben auf dem Rumpf und Fahrwerksverkleidungen seitlich am Rumpf. Mehr Merkmale zu Regional-Turboprops findest du im Beitrag Turboprops unterscheiden.
Was hat Saab mit Fairchild zu tun?
Der Saab 340 startete als Gemeinschaftsprojekt mit dem US-Hersteller Fairchild, deshalb hieß er anfangs Saab-Fairchild 340 – daher stammt auch der Typcode SF34. Fairchild baute Flügel, Höhenleitwerk und Triebwerksgondeln, Saab Rumpf, Seitenleitwerk und Endmontage. Nach den ersten 40 Flugzeugen stieg Fairchild 1985 aus, danach baute Saab den 340 allein.
Gehören Saab-Autos und Saab-Flugzeuge zusammen?
Heute nicht mehr. Die Autos entstanden ab Ende der 1940er-Jahre im selben Konzern. 1990 wurde die Autosparte als Saab Automobile ausgegliedert; General Motors stieg zunächst zur Hälfte ein und übernahm später den Rest. Saab AB, um das es auf dieser Seite geht, baut Flugzeuge und Rüstungsgüter.
Was ist das GlobalEye?
Ein Frühwarn- und Überwachungsflugzeug, für das Saab einen Bombardier Global 6000 bzw. 6500 umbaut. Auf dem Rumpf sitzt das rund eine Tonne schwere Erieye-ER-Radar als langer Balken, dazu kommen ein Sensor unter dem Bug, ein verlängertes Seitenleitwerk und Finnen unter dem Heck. Die Vereinigten Arabischen Emirate fliegen fünf GlobalEye, Schweden hat im Oktober 2026 sein erstes Flugzeug vorgestellt, und auch Frankreich hat bestellt.
Wo sehe ich einen Gripen?
Am verlässlichsten auf Airshows, auf denen die schwedische Luftwaffe oder andere Gripen-Nutzer Vorführungen fliegen. Welche Veranstaltungen sich lohnen, zeigt der Überblick Airshows in Europa. Daneben fliegen Gripen bei Übungen und Besuchen an Militärflugplätzen. Dort gelten strenge Regeln – lies vorher Militärflugplatz fotografieren.
Sichtungen rund um Saab sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Typische Flugzeuge
Saab 340
Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
FlugzeugtypSaab 2000
Tief angesetzte Flügel, sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der für einen Turboprop ungewöhnlich lang wirkt: Der Saab 2000 war Schwedens schneller Regionalflieger. So erkennst du ihn und findest die letzten Exemplare.
FlugzeugtypSaab JAS 39 Gripen
Klein, wendig, nur ein Triebwerk und trotzdem Canards plus Deltaflügel: Der Saab Gripen ist Schwedens Kampfjet und fliegt auch in Ungarn und Tschechien. So erkennst du ihn und trennst die Versionen C/D und E/F.
FlugzeugtypSaab 35 Draken
Ein Flügel wie eine Pfeilspitze mit Knick, kein Höhenleitwerk, eine einzige hohe Flosse: Der Saab 35 Draken war Schwedens Mach-2-Jäger und bis 2005 der Abfangjäger des österreichischen Bundesheers. So erkennst du ihn und hier findest du ihn heute.
FlugzeugtypSaab 37 Viggen
Großer Deltaflügel, Canards dahinter, Schubumkehr im Heck: Die Saab 37 Viggen war Schwedens Kampfjet des Kalten Krieges. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, welche Versionen es gab und wo du sie heute noch fliegen siehst.
FlugzeugtypBoeing T-7A Red Hawk
Ein Triebwerk, zwei Seitenleitwerke, ein erhöhter Hintersitz: Die T-7A Red Hawk von Boeing und Saab löst die betagte T-38 als Fortgeschrittenen-Trainer der US Air Force ab. So erkennst du sie – und so steht es um das Programm.
FlugzeugtypBombardier Global 6000/6500
Langstrecken-Bizjet, Regierungsflieger und Basis für Aufklärer: Die Global 6000/6500 ist eines der vielseitigsten Flugzeuge in Bombardiers Programm. So erkennst und findest du sie.
Spotting-Spots rund um Saab
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Flygvapenmuseum am Flugplatz Malmen bei Linköping
Am Flugplatz Malmen bei Linköping, wo Carl Cederström 1912 eine Flugschule gründete, zeigt das Flygvapenmuseum die Geschichte der schwedischen Luftwaffe: Saab-Jets von Tunnan über Lansen und Draken bis Viggen und Gripen, dazu Spitfire, MiG-15 und das Wrack der 1952 abgeschossenen DC-3.
SpotterhügelSpotterhügel am Flughafen Stockholm-Arlanda
Der offizielle Spotterplatz von Stockholm-Arlanda: ein Hügel mit kleinem Spotterhäuschen an der Navigatörsvägen, kostenlosem Parkplatz und Blick auf Landungen auf der 19L – erreichbar mit dem Auto oder dem Bus 806.
Weitere Einträge
Bombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
HerstellerATR
Der französisch-italienische Hersteller ATR baut seit den 1980er-Jahren nur zwei Flugzeuge – die ATR 42 und die ATR 72. Hochdecker, T-Leitwerk, Propeller: Wer die Familie einmal verstanden hat, erkennt sie überall, von Lanzarote bis zu den griechischen Inseln.
HerstellerEmbraer
Vom Zubringer-Turboprop Bandeirante zum E195-E2 mit 146 Sitzen: Embraer aus São José dos Campos gilt nach Airbus und Boeing als dritte große Kraft im Verkehrsflugzeugbau – und baut nebenbei Businessjets, den Militärtransporter C-390 und den Super Tucano. Hier erfährst du, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
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