Das Wichtigste in Kürze
- Der Dash 7 ist ein viermotoriger Kurzstart-Turboprop von De Havilland Canada: Erstflug 1975, Liniendienst ab 1978, 50 bis 54 Sitze.
- Sein Markenzeichen ist das STOL-Talent: Start- und Landestrecken um 600 bis 700 Meter bei sehr steilen Anflügen.
- Ohne ihn gäbe es den London City Airport nicht in seiner heutigen Form: Eine Testlandung 1982 in den Docklands bewies, dass das Konzept funktioniert.
- Erkennen ist einfach: Vier Propeller, Hochdecker und T-Leitwerk – das gibt es in dieser Größe praktisch nur beim Dash 7.
- Er ist eine Rarität: Nur gut 110 Exemplare wurden gebaut, laut Flottenübersichten von 2026 fliegen noch rund 16, vor allem in Kanada, bei der US Army, in Kenia und in der Antarktis.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Dash 7?
- 2.Warum vier Triebwerke?
- 3.Der Dash 7 und der London City Airport
- 4.Die Varianten im Überblick
- 5.Woran du den Dash 7 sicher erkennst
- 6.Dash 7 im Vergleich mit ähnlichen Typen
- 7.Betreiber: früher und heute
- 8.Spotting-Tipps für eine Rarität
- 9.Fototipps speziell für den Dash 7
- 10.Der Dash 7 als Teil der großen Viermot-Geschichte
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | De Havilland Canada, Downsview (Toronto) |
|---|---|
| ICAO-Typcode | DHC7 |
| Programmstart | 1972 |
| Erstflug | 27. März 1975 |
| Erste Auslieferung | 3. Februar 1978 (Rocky Mountain Airways, USA) |
| Triebwerke | 4 × Pratt & Whitney Canada PT6A-50 mit je rund 1.120 WPS |
| Propeller | vierblättrig, groß und langsam drehend |
| Länge | rund 24,6 m |
| Spannweite | rund 28,35 m |
| Höhe | rund 8 m |
| Sitzplätze | 50 bis 54 (Kombi-Versionen bis 50) |
| Max. Startgewicht | rund 20 t |
| Startstrecke | rund 690 m (Herstellerangabe für Startbahnlänge) |
| Landestrecke | rund 600 m |
| Reichweite | rund 1.280 km mit 50 Passagieren |
| Produktion | 1975 bis 1988, gut 110 Maschinen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Vier Turboprops an einem Hochdecker – bei einem Regionalflugzeug dieser Größe sehr ungewöhnlich
- Hohes T-Leitwerk mit sehr großer Seitenflosse, wie später bei der Dash 8
- Große, langsam drehende Vierblatt-Propeller, auffallend leise im Anflug
- Hauptfahrwerk fährt in die inneren Triebwerksgondeln ein
- Großflächige Doppelspaltklappen über fast die ganze Flügelhinterkante, im Landeanflug weit ausgefahren
- Steiler, langsamer Anflug und extrem kurzer Ausrollweg
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein Hochdecker mit vier Propellern schwebt in einem Winkel ein, bei dem jeder Jet-Pilot nervös würde, setzt auf und steht nach wenigen hundert Metern: So sah in den Achtzigerjahren der Alltag am jungen London City Airport aus. Das Flugzeug dahinter war der De Havilland Canada DHC-7 Dash 7, ein viermotoriger Kurzstart-Turboprop, der als Konzept brillant und als Geschäftsmodell schwierig war. Heute fliegt nur noch eine Handvoll davon. Hier erfährst du, wie du den Dash 7 erkennst, warum er so besonders ist und wo du die letzten Exemplare noch erwischst.
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Was ist der Dash 7?
Anfang der Siebzigerjahre beschäftigte De Havilland Canada eine Frage, die heute wieder aktuell klingt: Wie bringt man ein Verkehrsflugzeug möglichst nah an die Innenstädte heran, ohne die Anwohner mit Lärm zu belasten? Der Hersteller aus Downsview bei Toronto hatte mit Typen wie der DHC-6 Twin Otter bereits viel Erfahrung mit Kurzstartflugzeugen gesammelt. Nun sollte eine größere Maschine für den Linienverkehr her, die auf Pisten von nur rund 600 Metern zurechtkommt. Ursprünglich waren 40 Sitze angepeilt, am Ende wurden es 50 bis 54.
Das Programm startete 1972, der Prototyp flog am 27. März 1975 zum ersten Mal. Am 3. Februar 1978 übernahm die US-Regionalairline Rocky Mountain Airways die erste Serienmaschine, die damit vor allem Skiorte in Colorado anflog. Das Ergebnis war ein Flugzeug, das du kaum mit etwas anderem verwechseln kannst: ein Hochdecker mit hohem T-Leitwerk und vier Turboprops vom Typ Pratt & Whitney Canada PT6A-50 mit je rund 1.120 Wellen-PS. Mehr zum Triebwerkshersteller liest du auf der Seite zu Pratt & Whitney.
Warum vier Triebwerke?
Auf den ersten Blick wirkt der Dash 7 überdimensioniert motorisiert. Vier Triebwerke an einem 50-Sitzer sind teuer in Anschaffung und Wartung. Der Hersteller hatte aber gute Gründe:
- Viel Luft über den Flügeln: Die vier Propeller blasen ihren Luftstrom über einen großen Teil der Spannweite. Zusammen mit großflächigen Doppelspaltklappen erzeugt der Flügel dadurch auch bei sehr niedriger Geschwindigkeit viel Auftrieb.
- Gutmütig bei Triebwerksausfall: Fällt eines von vier Triebwerken aus, bleiben noch drei Viertel der Leistung, und der einseitige Schub ist gering. Gerade bei steilen Anflügen und kurzen Pisten ist das ein Sicherheitsgewinn.
- Leise: Weil vier Propeller die Arbeit teilen, konnten sie groß ausfallen und langsam drehen. Das senkte den Lärm deutlich, ein entscheidendes Argument für Stadtflughäfen.
Der Preis dafür waren hohe Betriebskosten. Viele Regionalairlines brauchten die extremen Kurzstartfähigkeiten gar nicht und hätten lieber ein sparsames zweimotoriges Flugzeug gehabt. Genau diese Lücke füllte De Havilland Canada später mit der Dash 8-100, die viele Grundzüge des Dash 7 übernahm.
Der Dash 7 und der London City Airport
Die bekannteste Geschichte des Dash 7 spielt in London. Anfang der Achtzigerjahre lagen die alten Docklands im Osten der Stadt brach. Die regionale Fluggesellschaft Brymon Airways und das Bauunternehmen Mowlem schlugen 1981 vor, dort einen kleinen Stadtflughafen für Kurzstartflugzeuge zu bauen. Um zu beweisen, dass das funktioniert, setzte Brymon-Kapitän Harry Gee am 27. Juni 1982 einen Dash 7 auf Heron Quays auf, mitten im Hafengelände.
Der Versuch überzeugte. Am 31. Mai 1987 landete das erste Flugzeug auf dem neuen Flughafen London City, am 26. Oktober 1987 begann der Linienverkehr, unter anderem nach Plymouth, Paris, Amsterdam und Rotterdam. Die Piste war damals nur gut 1.000 Meter lang, und aus Lärmschutzgründen lag der Gleitpfad bei 7,5 Grad, mehr als doppelt so steil wie der übliche Anflugwinkel von drei Grad. Kaum ein Verkehrsflugzeug außer dem Dash 7 und der kleinen Dornier 228 kam damit zurecht.
Das änderte sich 1992: Die Piste wurde verlängert, der Anflugwinkel auf 5,5 Grad reduziert. Damit konnten erstmals Jets wie die BAe 146 einfliegen, und der Dash 7 verlor seine Sonderstellung. Der steile Anflug ist bis heute geblieben und verlangt nach wie vor eine besondere Zulassung für Flugzeug und Besatzung.
Steilanflug auf G-Kennzeichen
Viele frühe London-City-Dash-7 trugen britische Kennzeichen. Wenn du alte Fotos aus dieser Zeit sammelst oder einordnen willst, hilft dir der Beitrag zu britischen G-Kennzeichen und dem G-INFO-Register.
Die Varianten im Überblick
Gemessen an der kleinen Stückzahl gab es erstaunlich viele Versionen. Von außen unterscheiden sie sich kaum, am ehesten an einer Frachttür vorn links bei den Kombi-Versionen.
| Variante | Besonderheit |
|---|---|
| DHC-7-100 / -102 | Passagierversion mit bis zu 54 Sitzen |
| DHC-7-101 / -103 | Kombi für Passagiere und Fracht, bis zu 50 Sitze, Frachttür vorn links |
| DHC-7-110 / -111 | Versionen der -102 und -103 mit britischer Zulassung |
| DHC-7-150 / -151 | verbesserte Ausführung mit höherem Startgewicht und mehr Treibstoff |
| DHC-7-150IR | Einzelstück für Eis- und Umweltpatrouillen von Transport Canada |
| CC-132 | Bezeichnung bei den kanadischen Streitkräften |
| O-5A, EO-5B, EO-5C | Aufklärungsumbauten der US Army |
Eine Fußnote mit Deutschland-Bezug: Die kanadischen Streitkräfte setzten ab 1979 zwei CC-132 auf ihrer damaligen Basis im badischen Lahr ein, bis 1987. Und die US Army fliegt bis heute umgebaute Dash 7 als Aufklärungsplattformen, die zuletzt unter der Bezeichnung EO-5C liefen. Solche Maschinen verfolgst du am besten mit den Tipps aus dem Beitrag Militärflugzeuge online verfolgen.
Woran du den Dash 7 sicher erkennst
Der Dash 7 gehört zu den Typen, die du mit etwas Übung schon aus großer Entfernung bestimmst. Vier Beobachtungen reichen.
Propeller zählen
Vier Triebwerke an einem Hochdecker in Regionalflugzeug-Größe – das ist das stärkste Merkmal. Die Dash 8, ATR und Fokker 50 haben nur zwei.
Leitwerk prüfen
Ganz oben auf der großen Seitenflosse sitzt das Höhenleitwerk. Dieses T-Leitwerk hat der Dash 7 an die Dash 8 vererbt.
Fahrwerk beobachten
Das Hauptfahrwerk klappt in die inneren Triebwerksgondeln. Seitliche Fahrwerksverkleidungen am Rumpf wie bei der ATR fehlen.
Anflug verfolgen
Kommt die Maschine auffallend steil und langsam herein, mit weit ausgefahrenen Klappen, und steht nach kurzer Strecke, passt das perfekt ins Bild.
Im Tracking findest du ihn unter dem Typcode DHC7. Weil nur noch wenige Maschinen fliegen, lohnt sich ein Blick in die Registrierung: Viele Exemplare haben eine lange Vorgeschichte bei mehreren Airlines. Wie du das Baujahr und die Historie eines Flugzeugs herausfindest, steht im Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?.
Dash 7 im Vergleich mit ähnlichen Typen
Viermotorige Regionalflugzeuge sind selten, und genau deshalb ist der Dash 7 leicht zu bestimmen. Trotzdem gibt es Typen, die auf den ersten Blick ähnlich wirken.
| Typ | Triebwerke | Leitwerk | Kurzer Unterschied |
|---|---|---|---|
| Dash 7 | 4 Turboprops | T-Leitwerk | Hochdecker, extremes STOL-Talent |
| Dash 8-100 | 2 Turboprops | T-Leitwerk | gleiche Grundform, aber nur zwei Motoren |
| Dash 8-300 | 2 Turboprops | T-Leitwerk | etwa gleich groß, zwei Motoren |
| BAe 146 | 4 Jets | T-Leitwerk | ebenfalls viermotorig und Hochdecker, aber Strahltriebwerke |
| Shorts 360 | 2 Turboprops | konventionell | kantiger Rumpf, Streben am Flügel |
| ATR 42-300 | 2 Turboprops | T-Leitwerk | nur zwei Motoren, Fahrwerk in Rumpfverkleidungen |
Die spannendste Verwechslung ist die BAe 146: Auch sie hat vier Triebwerke, einen hoch angesetzten Flügel und ein T-Leitwerk und löste den Dash 7 in London City ab. Sobald du aber auf die Triebwerke schaust, ist die Sache klar: Die 146 hat Jets, der Dash 7 Propeller. Den großen Überblick über Turboprops gibt der Beitrag Turboprops unterscheiden.
Es ist ein Dash 7, wenn …
- du vier Propeller an einem Hochdecker siehst
- das Höhenleitwerk ganz oben auf der Flosse sitzt
- das Fahrwerk aus den inneren Gondeln kommt
- im Tracking DHC7 steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du die Maschine nur von vorn oder hinten siehst und die äußeren Triebwerke nicht sicher erkennst
- die Maschine weit entfernt ist und Propeller und Jets schwer zu unterscheiden sind
Es ist kein Dash 7, wenn …
- nur zwei Propeller zu sehen sind – dann ist es eher eine Dash 8
- vier Strahltriebwerke unter dem Flügel hängen – das ist eine BAe 146 oder ein Avro RJ
- das Fahrwerk starr ist und die Maschine viel kleiner wirkt – das ist die Twin Otter
Betreiber: früher und heute
Spuren in Europa
In Europa hatte der Dash 7 seine große Zeit in den Achtziger- und Neunzigerjahren. Tyrolean Airways startete 1980 mit dem Typ in den Linienverkehr und flog ihn bis 1996. Von der Basis am Flughafen Innsbruck aus nutzten die Tiroler seine Fähigkeiten auch für anspruchsvolle Bergflugplätze wie das französische Courchevel. In Norwegen setzte Widerøe den Dash 7 auf kurzen Pisten ein, bevor die Dash 8 übernahm. Weitere ehemalige Betreiber waren unter anderem Air Greenland, die israelische Arkia und Adria Airways. In Großbritannien prägten Brymon Airways und London City Airways den Start in den Docklands.
Heute begegnet dir in Europa im Linienverkehr kein Dash 7 mehr. Wer an der Besucherterrasse Innsbruck steht, sieht dort also die Nachfolger – kann sich aber gut vorstellen, wie gut der Kurzstarter in dieses enge Alpental passte.
Die letzten aktiven Dash 7
Laut Flottenübersichten vom Frühjahr 2026 waren weltweit noch rund 16 Dash 7 im Einsatz. Die Verteilung, Stand dieser Übersichten:
- Kanada: Air Tindi aus Yellowknife in den Nordwest-Territorien betreibt mit sechs Maschinen die größte verbliebene Flotte. Dazu kommt ein Einzelstück, das Transport Canada für Eis- und Umweltpatrouillen nutzt.
- USA: Die US Army nutzt mehrere umgebaute Dash 7 für Aufklärungseinsätze.
- Kenia: Airkenya Express setzt zwei Maschinen ein.
- Antarktis: Die British Antarctic Survey setzt einen Dash 7 zur Versorgung ihrer Forschungsstationen ein.
| Region | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Nordkanada (Yellowknife und Umgebung) | mittel bis hoch | Air Tindi fliegt die größte zivile Restflotte |
| Kenia | mittel | Airkenya Express mit zwei Maschinen |
| Mitteleuropa | sehr niedrig | allenfalls Überführungen, militärische Durchflüge oder Wartungsflüge |
| London City Airport | praktisch null | der Typ gehört dort zur Geschichte |
Restflotten schrumpfen schnell
Bei einem Typ mit nur noch gut einem Dutzend aktiven Maschinen kann jede Ausmusterung die Lage ändern. Prüf vor einer Reise im Tracking, welche Flüge tatsächlich mit DHC7 geplant sind, und verlass dich nicht auf ältere Flottenlisten.
Keinen Dash 7 mehr verpassen
Setz den Dash 7 auf deine Wunschliste und richte in Planetrack einen Sichtungs-Alarm für den Typ oder ein bestimmtes Kennzeichen ein: Die App meldet sich, wenn eine Maschine anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Spotting-Tipps für eine Rarität
Einen Dash 7 zu erwischen, ist eher eine Jagd als ein Zufall. Genau das macht ihn für viele Spotter so reizvoll. Wie du die Seltenheit einer Sichtung einordnest, erklärt der Beitrag Wie selten ist meine Sichtung?, weitere Kandidaten für deine Liste findest du unter Seltene Flugzeuge spotten.
Bereit für deine Dash-7-Jagd?
- Ich habe einen Alarm für den Typcode DHC7 eingerichtet.
- Ich kenne die aktuellen Betreiber und ihre Einsatzgebiete.
- Ich weiß, wann die Maschine am Zielflughafen voraussichtlich landet.
- Meine Verschlusszeit ist auf Propeller eingestellt.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
Weil die verbliebenen Dash 7 meist abseits der großen Drehkreuze fliegen, hilft dir eine gute Benachrichtigung mehr als jede Flottenliste. Wie du solche Alarme bei verschiedenen Diensten einrichtest, zeigt der Guide Benachrichtigungen für Flugzeuge, Typen und Airlines einrichten.
Fototipps speziell für den Dash 7
Vier Propellerscheiben zeigen
Mit einer zu kurzen Verschlusszeit stehen alle vier Propeller still, und das Bild verliert seinen Reiz. Mit etwas längeren Zeiten bekommst du vier schöne Scheiben. Wie das klappt, steht im Guide Propeller fotografieren.
Den Steilanflug einfangen
Das Besondere am Dash 7 ist der Anflugwinkel. Eine Perspektive von der Seite mit Horizont im Bild macht die steile Linie und die weit ausgefahrenen Klappen sichtbar.
Kurze Landestrecke beachten
Rechne nicht damit, dass die Maschine weit an dir vorbeirollt. Ein Dash 7 steht oft schon nach wenigen hundert Metern, plane deinen Standpunkt entsprechend nah an der Schwelle.
Licht im hohen Norden nutzen
In Nordkanada steht die Sonne über weite Teile des Jahres tief. Plane deine Position mit dem Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot.
Der Dash 7 als Teil der großen Viermot-Geschichte
Der Dash 7 ist einer der letzten neu entwickelten viermotorigen Turboprops für den zivilen Linienverkehr. Nach ihm setzte die Branche fast überall auf zwei Triebwerke, weil das schlicht günstiger ist. Ähnlich erging es später den großen Vierstrahlern auf der Langstrecke, wie der Beitrag Das Ende der Vierstrahler zeigt. Die Fertigung des Dash 7 endete 1988, nachdem Boeing De Havilland Canada übernommen hatte. Später gehörte das Unternehmen zu Bombardier, heute trägt es wieder den alten Namen. Die ganze Firmengeschichte liest du auf der Seite zu De Havilland Canada.
Auch eine traurige Seite gehört zur Geschichte: Der schwerste Unfall eines Dash 7 ereignete sich am 6. Mai 1988 in Norwegen, als Widerøe-Flug 710 bei Brønnøysund verunglückte und 36 Menschen ums Leben kamen.
Wenn du dich generell für ältere Typen interessierst, die heute nur noch selten am Himmel auftauchen, ist der Guide Oldtimer am Himmel erkennen ein guter nächster Schritt.
Fazit
Der Dash 7 war seiner Zeit in vielem voraus: leise, extrem kurzstartfähig und robust genug für Bergflugplätze, Arktis und Antarktis. Ohne ihn hätte es den London City Airport in dieser Form wohl nicht gegeben. Wirtschaftlich blieben vier Triebwerke aber ein Handicap, und so wurden nur gut 110 Maschinen gebaut. Heute ist er eine echte Trophäe für jeden Spotter.
Kurzfazit
Vier Propeller, Hochdecker, T-Leitwerk: Das ist ein Dash 7, und eine Verwechslung ist kaum möglich. Schwierig ist nur, überhaupt einen zu finden. Richte einen Alarm für DHC7 ein und plane, wenn es ernst wird, eine Reise nach Nordkanada.
Zusammenfassung
- De Havilland Canada entwickelte den Dash 7 ab 1972 als leisen, viermotorigen Kurzstarter für Stadtflughäfen und kurze Pisten. Erstflug war am 27. März 1975, die erste Maschine ging 1978 an Rocky Mountain Airways.
- Vier PT6A-50-Turboprops, große Klappen und langsam drehende Propeller erlaubten steile Anflüge und Landungen auf rund 600 Metern. Das machte ihn zum ersten Stammgast am London City Airport.
- Wirtschaftlich blieb der Typ eine Nische: Vier Triebwerke waren teuer. Nach der Übernahme von De Havilland Canada durch Boeing endete die Fertigung 1988, Nachfolger wurde die zweimotorige Dash 8.
- Heute fliegt nur noch eine Handvoll Dash 7, unter anderem bei Air Tindi in Nordkanada, bei der US Army und bei der British Antarctic Survey. In Europa ist er im Linienverkehr Geschichte.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat der Dash 7?
Der Dash 7 läuft unter DHC7. Damit grenzt er sich klar von der Dash-8-Familie (DH8A bis DH8D) ab. Wenn du in Tracking-Diensten gezielt nach ihm suchst, filterst du also nach DHC7.
Warum hat der Dash 7 vier Triebwerke?
Vier Triebwerke liefern bei niedriger Geschwindigkeit viel Schub und viel Luftstrom über die Flügel, was kurze Starts und steile Anflüge erleichtert. Außerdem fällt der Ausfall eines Triebwerks bei vier Motoren weniger ins Gewicht als bei zwei. Gleichzeitig konnten die Propeller kleiner belastet und langsamer gedreht werden, was den Typ ungewöhnlich leise machte.
Was hat der Dash 7 mit dem London City Airport zu tun?
Sehr viel. 1982 landete ein Dash 7 von Brymon Airways probeweise auf Heron Quays in den Londoner Docklands und zeigte, dass ein Stadtflughafen dort machbar ist. Als der Airport 1987 öffnete, war die Piste kurz und der Anflugwinkel mit 7,5 Grad extrem steil. Neben dem Dash 7 konnte anfangs kaum ein anderes Verkehrsflugzeug dort operieren.
Wie viele Dash 7 wurden gebaut?
Je nach Zählweise nennen Quellen zwischen 111 und 114 Maschinen inklusive Prototypen. Die Fertigung lief von 1975 bis 1988 in Downsview bei Toronto.
Wie unterscheide ich den Dash 7 von der Dash 8?
Über die Zahl der Triebwerke. Der Dash 7 hat vier Propeller, alle Dash-8-Serien nur zwei. T-Leitwerk und Hochdecker-Bauweise teilen sich beide, weil die Dash 8 direkt aus dem Dash 7 abgeleitet wurde.
Wo kann ich heute noch einen Dash 7 sehen?
Am ehesten in Nordkanada, wo Air Tindi aus Yellowknife laut Flottenübersichten von 2026 mehrere Maschinen einsetzt. Weitere Exemplare fliegen bei der US Army, bei einer Airline in Kenia und bei der British Antarctic Survey. In Mitteleuropa begegnet dir ein Dash 7 allenfalls bei Überführungen.
Fliegen noch Dash 7 am London City Airport?
Nein, im Linienverkehr nicht mehr. Seit der Pistenverlängerung von 1992 und dem flacheren Anflugwinkel von 5,5 Grad übernahmen Jets wie die BAe 146 und später Embraer- und Airbus-Muster den Verkehr. Der Dash 7 gehört dort zur Gründungsgeschichte.
De Havilland Canada DHC-7 Dash 7 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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De Havilland Canada Dash 8-100
Kurzer Rumpf, T-Leitwerk und Fahrwerk in den Triebwerksgondeln: Die Dash 8-100 ist die Urversion der Dash-8-Familie. Seit 1984 im Dienst, längst nicht mehr gebaut und trotzdem in Norwegen und Kanada noch Alltag. So erkennst du sie.
TurbopropDe Havilland Canada Dash 8-300 (Q300)
Länger als die Dash 8-100, deutlich kürzer als die Q400 und mit vier Blättern pro Propeller: Die Dash 8-300 ist die mittlere Größe der Dash-8-Familie. Widerøe, PAL und Air New Zealand fliegen sie noch, bei Air Canada Express ist sie Geschichte.
TurbopropDe Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
TurbopropDe Havilland Canada DHC-6 Twin Otter
Hochdecker mit Flügelstreben, starres Fahrwerk, zwei schlanke PT6-Turboprops: Die Twin Otter landet auf Strand, Wasser, Schnee und Schotter. So erkennst du den kanadischen Klassiker.
RegionaljetBAe 146-100
Die BAe 146-100 ist die kürzeste und älteste Version des vierstrahligen britischen Regionaljets – Ausgangspunkt der ganzen Jumbolino-Familie und jahrzehntelang das Flugzeug der Royal Family.
TurbopropDornier 228
Langer, kantiger Rumpf, schlanker Hochdeckerflügel mit schräg abgeschnittenen Spitzen: Die Dornier 228 fliegt seit 1981 Inselstrecken, Küstenwache und Forschung. So erkennst du sie und ihre Varianten.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
De Havilland Canada
Vom Buschflugzeug Beaver über die Twin Otter bis zur Dash 8 und dem Löschflugzeug DHC-515: De Havilland Canada steht für robuste Kurzstart-Flugzeuge. Hier erfährst du, wie das Unternehmen entstand, wem es gehörte und wo du seine Typen heute vor die Linse bekommst.
HerstellerPratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerBombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
Wo du die De Havilland Canada DHC-7 Dash 7 siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
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