De Havilland Canada Dash 8-200 (Q200)

Von außen eine Dash 8-100, unter der Haube deutlich mehr Leistung: Die Dash 8-200 ist die schnellere Kurzversion der Dash-8-Familie. Nur 105 Exemplare wurden gebaut, heute fliegen sie vor allem in Norwegen und Island.

Auch bekannt als: Q200 · Bombardier Q200 · Dash 8 Q200 · DHC-8-200 · DHC-8-201 · DHC-8-202

KanadaDe Havilland CanadaTurbopropsICAO-Typcode: DH8B11 Min. Lesezeit

DH8B

ICAO-Typcode

1995

Indienststellung

22,25 m

Länge

105

gebaute Exemplare

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Dash 8-200 ist eine Dash 8-100 mit mehr Leistung: gleiche Zelle, aber stärkere PW123-Triebwerke für mehr Tempo und Nutzlast.
  • Am Spot erkennst du die Familie, nicht die Serie: T-Leitwerk, Fahrwerk in den Gondeln und kurzer Rumpf zeigen „kleine Dash 8“, erst das Kennzeichen trennt -100 und -200.
  • Im Tracking läuft der Typ als DH8B, die -100 als DH8A, die -300 als DH8C und die -400 als DH8D.
  • Seltener Typ: Zwischen 1995 und 2009 entstanden nur 105 Maschinen, deutlich weniger als bei jeder anderen Dash-8-Serie.
  • Die besten Chancen hast du heute in Norwegen bei Widerøe und auf Island bei Icelandair (Stand 2025).
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Dash 8-200?
  2. 2.DHC-8-201, DHC-8-202 und Q200: die Namen sortiert
  3. 3.So erkennst du eine kleine Dash 8
  4. 4.Die Dash-8-Familie im Vergleich
  5. 5.Dash 8-200 oder andere Turboprops?
  6. 6.Wer die Dash 8-200 flog und fliegt
  7. 7.Spotting-Tour: Dash 8-200 in Norwegen
  8. 8.Fototipps für die kleine Dash 8
  9. 9.Warum die -200 so selten blieb
  10. 10.Fazit

Steckbrief

HerstellerDe Havilland Canada (Bau unter Bombardier)
FamilieDash 8 (Serien 100, 200, 300 und 400)
ICAO-TypcodeDH8B
UntervariantenDHC-8-201 (PW123C) und DHC-8-202 (PW123D)
Indienststellung1995
Bauzeit1995 bis 2009
Gebaute Exemplare105
Triebwerke2 × Pratt & Whitney Canada PW123C/D mit je rund 2.150 WPS (ca. 1.600 kW)
Länge22,25 m
Spannweite25,89 m
Höhe7,49 m
Sitzplätze37 bis 40
Max. Startmasserund 16,5 t
Reisegeschwindigkeitbis rund 289 Knoten (ca. 535 km/h)
Reichweiterund 2.080 km

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Hochdecker mit zwei Turboprops und vierblättrigen Propellern
  • Echtes T-Leitwerk: Das Höhenleitwerk sitzt ganz oben auf der Seitenflosse
  • Hauptfahrwerk klappt nach hinten in die langen Triebwerksgondeln, keine Fahrwerksverkleidungen am Rumpf
  • Kurzer, gedrungener Rumpf von gut 22 Metern – exakt so lang wie die Dash 8-100
  • Von außen praktisch nicht von der -100 zu unterscheiden: Sicherheit bringen erst Kennzeichen oder der Typcode DH8B

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner Hochdecker mit T-Leitwerk, kurzem Rumpf und vierblättrigen Propellern rollt zur Piste: Auf den ersten Blick ist das eine „kleine Dash 8“. Ob du gerade eine Dash 8-100 oder die seltenere Dash 8-200 vor dir hast, verrät dir das Flugzeug selbst kaum. Die -200 ist die leistungsgesteigerte Version der ursprünglichen Kurzversion, gebaut zwischen 1995 und 2009 in nur 105 Exemplaren. Hier erfährst du, was sie ausmacht, wie du sie trotzdem sicher bestimmst und wo du sie heute noch vor die Linse bekommst.

DH8B in den Hangar

Mit Planetrack hältst du jede Dash-8-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot fest und sammelst die Serien 100 bis 400 in deinem Hangar. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die Dash 8-200?

Die Dash 8 ist ein zweimotoriger Regional-Turboprop, den De Havilland Canada in den Achtzigerjahren entwickelt hat. Den Anfang machte die Dash 8-100 mit rund 37 bis 39 Sitzen, später folgten die gestreckte -300 und noch später die große -400. Die Serie 200 passt nicht in dieses Muster aus immer längeren Rümpfen: Sie ist genauso lang wie die -100, hat aber deutlich stärkere Triebwerke.

Die Idee dahinter war einfach. Viele Airlines brauchten auf dünnen Strecken kein größeres Flugzeug, wohl aber eines, das schneller fliegt, mehr Zuladung schafft und auf warmen oder hoch gelegenen Plätzen mehr Reserven hat. Unter dem damaligen Eigentümer Bombardier entstand deshalb eine Version mit Pratt & Whitney Canada PW123, die rund 2.150 Wellen-PS (etwa 1.600 kW) pro Seite liefern. Ab 1995 wurde die Dash 8-200 ausgeliefert.

Die Leistung macht sich in den Daten bemerkbar. Die Reisegeschwindigkeit steigt gegenüber der -100 von rund 270 auf etwa 289 Knoten, also rund 535 km/h. Die Reichweite wächst auf gut 2.000 Kilometer, die maximale Startmasse auf etwa 16,5 Tonnen. In der Kabine bleibt alles beim Alten: vier Sitze pro Reihe, ein Mittelgang, 37 bis 40 Plätze je nach Auslegung.

Gebaut wurde die Serie 200 bis 2009, dann stellte Bombardier die Fertigung der kleinen Dash-8-Serien Q200 und Q300 ein. Mit insgesamt 105 Exemplaren ist sie die mit Abstand am seltensten gebaute Serie der Familie. 2019 verkaufte Bombardier das Dash-8-Programm an Longview Aviation Capital, die den alten Namen De Havilland Canada wiederbelebte. Seitdem betreut DHC auch die verbliebenen -200 weltweit.

DH8BICAO-Typcode in Flugplänen und Tracking-Diensten
105gebaute Exemplare zwischen 1995 und 2009
~535 km/hReisegeschwindigkeit, schneller als die Dash 8-100

DHC-8-201, DHC-8-202 und Q200: die Namen sortiert

Rund um die Serie 200 kursieren mehrere Bezeichnungen, die alle dasselbe Grundmuster meinen.

  • DHC-8-201 ist die Untervariante mit PW123C-Triebwerken.
  • DHC-8-202 nutzt die PW123D.
  • Q200 ist der Vermarktungsname. Ab dem zweiten Quartal 1996 erhielten alle neu ausgelieferten Dash 8 ein aktives System, das Lärm und Vibrationen in der Kabine dämpft. Bombardier stellte den Modellen daraufhin ein „Q“ für „Quiet“ voran.

Von außen siehst du keinem dieser Flugzeuge an, welche Triebwerksvariante oder welches Kabinensystem es hat. Diese Details stehen in den Registerdaten zum Kennzeichen. Wie du solche Angaben findest, zeigt der Guide Ein bestimmtes Flugzeug per Kennzeichen finden. Die Triebwerke selbst stammen aus der PW100-Familie von Pratt & Whitney, die in vielen Regional-Turboprops steckt.

So erkennst du eine kleine Dash 8

Die Bestimmung läuft bei der -200 in zwei Stufen: Zuerst sicherst du die Familie und die Rumpflänge ab, dann klärst du die Serie über Daten.

Leitwerk ansehen

Sitzt das Höhenleitwerk ganz oben auf der Seitenflosse, hast du ein T-Leitwerk. Das haben alle Dash 8, allerdings auch die ATR-Modelle. Gegen eine ATR hilft deshalb erst der nächste Schritt.

Fahrwerk verfolgen

Das Hauptfahrwerk hängt unter den Triebwerken und fährt nach hinten in die langen Gondeln ein. Seitliche Fahrwerksverkleidungen am Rumpf gibt es nicht.

Propellerblätter zählen

Vier Blätter pro Propeller schließen die große Dash 8-400 mit ihren Sechsblatt-Propellern aus. Am stehenden Flugzeug ist das leicht zu zählen.

Rumpflänge einschätzen

Wirkt der Rumpf kurz und gedrungen, bist du bei der -100 oder -200. Die -300 ist rund dreieinhalb Meter länger und hat hinter den Flügeln sichtbar mehr Fenster.

Kennzeichen prüfen

Erst jetzt trennst du -100 und -200: Kennzeichen notieren und im Register oder im Tracking nachsehen. Steht dort DH8B, hast du die Serie 200.

Wer gerade erst mit dem Bestimmen anfängt, findet das Grundprinzip im Guide Flugzeugtypen erkennen für Anfänger. Warum das Fahrwerk bei Turboprops so viel verrät, erklärt der Beitrag Fahrwerkskonfigurationen als Erkennungsmerkmal.

Ehrlich bleiben bei der Bestimmung

Ohne Kennzeichen ist „Dash 8-100 oder -200“ die korrekte Antwort. Spotter, die eine kurze Dash 8 ohne Datenabgleich als -200 eintragen, liegen statistisch eher daneben, weil von der -100 ein Vielfaches gebaut wurde.

Die Dash-8-Familie im Vergleich

Alle Serien teilen Hochdecker-Flügel, T-Leitwerk und das Fahrwerk in den Gondeln. Unterschiede gibt es bei Länge, Triebwerken und Propellern.

Serie ICAO-Code Länge Propeller Besonderheit
Dash 8-100 DH8A ca. 22,3 m 4 Blätter Ursprungsversion, Neubau bis 2005
Dash 8-200 DH8B 22,25 m 4 Blätter gleiche Zelle wie -100, stärkere PW123, Bau 1995 bis 2009
Dash 8-300 DH8C ca. 25,7 m 4 Blätter gestreckt, rund 50 Sitze, Bau bis 2009
Dash 8-400 DH8D 32,8 m 6 Blätter große, schnelle Version mit bis zu 90 Sitzen

Die Tabelle zeigt das Problem: Zwischen -100 und -200 gibt es keinen Unterschied, den du mit dem Auge zuverlässig festmachen kannst. Die -300 grenzt du über die Länge ab, die Dash 8-400 über Länge und Propeller. Die Steckbriefe zur Dash 8-100 und zur Dash 8-300 zeigen die Schwestern im Detail.

Schnellbestimmung: Welche Dash 8?

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Sehr wahrscheinlich

Dash 8-200

Kurzer Rumpf, vier Propellerblätter und der Code DH8B: Das ist die leistungsgesteigerte Kurzversion. Gleich das Kennzeichen notieren, dann ist die Sichtung wasserdicht.

Wahrscheinlich

Dash 8-100 oder -200

Die kurze Zelle teilen sich beide Serien. Ohne Typcode oder Registerabfrage ist keine sichere Unterscheidung möglich, die -100 ist allerdings deutlich häufiger.

Wahrscheinlich

Dash 8-300

Die mittellange Version mit rund 50 Sitzen. Der gestreckte Rumpf und die zusätzlichen Fenster trennen sie von den kurzen Serien.

Wahrscheinlich

Dash 8-400

Sechs Propellerblätter und ein sehr langer Rumpf sind eindeutig: Das ist die große Q400.

Dash 8-200 oder andere Turboprops?

Neben den eigenen Schwestern gibt es einige Regional-Turboprops ähnlicher Größe, mit denen die kurze Dash 8 verwechselt werden kann. Die ATR 42-600 ist ebenfalls ein Hochdecker mit rund 40 bis 50 Sitzen und trägt auch ein T-Leitwerk. Ihr Hauptfahrwerk verschwindet aber in Verkleidungen unten am Rumpf statt in den Triebwerksgondeln, und die Propeller haben sechs statt vier Blätter. Die Saab 340 und die Embraer EMB 120 Brasilia sind Tiefdecker, die Flügel sitzen also unten am Rumpf. Die Fokker 50 ist zwar ebenfalls ein Hochdecker, trägt aber ein konventionelles Leitwerk und ist länger.

Einen Überblick über alle gängigen Propeller-Regionalflugzeuge bietet der Guide ATR 42/72 und Dash 8 unterscheiden.

Es spricht für eine Dash 8-200, wenn …

  • T-Leitwerk und Fahrwerk in den Gondeln zu sehen sind
  • der Rumpf kurz ist und die Propeller vier Blätter haben
  • im Tracking DH8B als Typ steht
  • das Kennzeichen im Register als DHC-8-201 oder -202 geführt wird

Sieh genauer hin, wenn …

  • du eine kurze Dash 8 ohne Typcode siehst – dann ist eine -100 wahrscheinlicher
  • du nur ein Frontalbild hast und die Rumpflänge nicht einschätzen kannst

Es ist keine Dash 8-200, wenn …

  • du sechs Propellerblätter zählst – das ist eine Dash 8-400
  • das Fahrwerk seitlich am Rumpf verschwindet – dann ist es meist eine ATR
  • die Flügel unten am Rumpf sitzen, etwa bei der Saab 340
  • das Fahrwerk fest ausgefahren bleibt – dann ist es eher eine DHC-6 Twin Otter

Wer die Dash 8-200 flog und fliegt

Die Serie 200 ging an Regionalairlines in Nordamerika, Europa und Australien. In den USA war Horizon Air ein bekannter Betreiber: Die 500. ausgelieferte Dash 8 überhaupt war 1997 eine -200 für Horizon. In Australien setzte die heutige QantasLink zeitweise drei Maschinen der Serie 200 neben ihren anderen Dash-8-Versionen ein. Dazu kamen Sondereinsätze, etwa eine DHC-8-202 als Vermessungsflugzeug für die australische Marine und Maschinen für die Küstenüberwachung im Auftrag der australischen Zollbehörden.

Schon 2018 war die Flotte überschaubar: Damals waren nach verfügbaren Übersichten noch 42 Maschinen bei 16 Betreibern im Dienst. Für Europa sind zwei Airlines die verlässlichsten Adressen, mit Stand der jeweils letzten Flottenübersichten aus 2025:

  • Widerøe betreibt laut Flottenübersicht vom August 2025 vier Dash 8-200 mit 39 Sitzen. Dazu kommen gut zwanzig -100, einige -300 und eine große -400-Flotte, sodass bei Widerøe alle vier Dash-8-Serien im Einsatz sind.
  • Icelandair setzt drei Dash 8-200 mit 37 Sitzen ein, die von der früheren Tochter Air Iceland Connect stammen. Deren Inlandsflüge laufen seit März 2021 unter der Marke Icelandair. Neben den -200 fliegt Icelandair auch einige Dash 8-400.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz siehst du die Dash 8-200 im Linienverkehr praktisch nicht. Ein Zufallstreffer bei einem Überführungs- oder Charterflug ist möglich, planbar ist er nicht.

Region Trefferchance Warum
Norwegen mittel Widerøe mischt die -200 mit -100 und -300 im Regionalnetz
Island (Inlandsverkehr) mittel Icelandair fliegt drei -200 neben der -400
DACH-Raum sehr niedrig kein regelmäßiger Linienbetreiber
Nordamerika, Australien niedrig ehemalige Großbetreiber haben den Typ abgegeben, Einzelstücke fliegen noch

Flotten und Einsätze ändern sich

Bei einem Typ, der seit 2009 nicht mehr gebaut wird, verschwinden Maschinen schnell aus dem Liniendienst. Prüf vor deiner Tour die aktuellen Umläufe nach dem Code DH8B, statt dich auf ältere Flottenlisten zu verlassen.

Seltene Q200 nicht verpassen

Setz die Dash 8-200 auf deine Wunschliste und richte in Planetrack einen Sichtungs-Alarm für den Typ oder ein bestimmtes Kennzeichen ein: Die App meldet sich, wenn die Maschine anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Spotting-Tour: Dash 8-200 in Norwegen

Wer die Serie 200 gezielt sammeln will, plant am besten eine Norwegen-Reise ein. Widerøe ist in Bodø zu Hause, und gleich am Flughafen liegt das Norsk Luftfartsmuseum. Der Spot am Luftfartsmuseum in Bodø verbindet Museumsbesuch und Regionalverkehr, und mit etwas Glück rollt dort die ganze Dash-8-Familie an dir vorbei. Auch am Flughafen Oslo ist Widerøe präsent, welche Serie auf welcher Strecke fliegt, wechselt aber.

Ein Überblick über weitere kleine Fluggesellschaften, die in Europa noch Turboprops einsetzen, steht im Beitrag Regionalairlines in Europa.

Bereit für deine DH8B-Jagd?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe im Tracking einen aktuellen Umlauf mit dem Typcode DH8B gefunden.
  • Ich kenne die Kennzeichen der aktiven -200 meiner Ziel-Airline.
  • Ich weiß, aus welcher Richtung am Zielflughafen angeflogen wird.
  • Meine Verschlusszeit ist auf Propeller eingestellt.
  • Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.

Wie du Typcodes und Kennzeichen live im Blick behältst, erklärt der Guide Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter. Ob dein Standpunkt rechtlich unproblematisch ist, klärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?.

Fototipps für die kleine Dash 8

Die Dash 8-200 ist ein kompaktes Motiv. Der kurze Rumpf, das hohe Leitwerk und die vierblättrigen Propeller brauchen etwas Aufmerksamkeit, damit das Bild nicht nach Modellflugzeug aussieht.

Propeller in Bewegung zeigen

Mit sehr kurzer Verschlusszeit frierst du die Propeller ein, und das Flugzeug wirkt, als würde es antriebslos schweben. Eine längere Verschlusszeit erzeugt eine runde Propellerscheibe. Werte und Übungen findest du im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.

Brennweite anpassen

Mit gut 22 Metern Länge ist die -200 kleiner als die meisten Jets. Am selben Standpunkt brauchst du deshalb mehr Brennweite, um sie formatfüllend zu zeigen. Tipps dazu stehen im Artikel zum richtigen Objektiv fürs Planespotting.

Seitlich und mit Leitwerk

Von der Seite siehst du Rumpf, Gondeln, Fahrwerk und T-Leitwerk gleichzeitig. Achte darauf, dass das Höhenleitwerk oben nicht angeschnitten wird.

Kennzeichen lesbar halten

Weil die Serie nur über das Kennzeichen sicher feststeht, gehört es aufs Bild. Ein zweites, enger geschnittenes Foto mit lesbarer Registrierung spart dir später das Rätseln.

Wann das Licht an deinem Spot passt, berechnest du vorab mit dem Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Gerade im hohen Norden steht die Sonne im Winter tief und im Sommer fast rund um die Uhr am Himmel, was die Planung stark verändert.

Warum die -200 so selten blieb

Dass von der Serie 200 nur 105 Exemplare entstanden, hat mehrere Gründe. Die Dash 8-100 war bereits weit verbreitet, und viele Airlines kamen mit ihrer Leistung zurecht. Wer mehr Kapazität wollte, griff zur -300 mit rund 50 Sitzen oder später zur großen -400. Die -200 bediente eine Nische: Betreiber, die auf kurzen, dünnen Strecken mehr Tempo und Reserven brauchten, ohne mehr Sitze verkaufen zu können.

Hinzu kam die Konkurrenz durch Regionaljets. In den späten Neunziger- und den Nullerjahren setzten viele Regionalairlines auf Jets wie den Bombardier CRJ200, auch aus dem eigenen Hause des damaligen Herstellers Bombardier. Für Propellerflugzeuge mit unter 40 Sitzen schrumpfte der Markt, und 2009 endete die Fertigung der kleinen Dash-8-Serien.

Für Spotter hat das eine angenehme Seite: Die -200 gehört zu den Typen, die selbst erfahrene Sammler nicht nebenbei abhaken. Wie du einschätzt, wie besonders deine Sichtung ist, beschreibt der Beitrag Seltene Flugzeuge spotten.

Fazit

Die Dash 8-200 ist die Dash 8 für Kenner: außen eine -100, innen mehr Leistung, gebaut in nur 105 Exemplaren. Am Spot bestimmst du sie über T-Leitwerk, Fahrwerk in den Gondeln, vier Propellerblätter und den kurzen Rumpf bis zur „kleinen Dash 8“, den Rest erledigen Kennzeichen und Typcode DH8B. Die besten Chancen hast du in Norwegen bei Widerøe und auf Island bei Icelandair.

Kurzfazit

Kurzer Hochdecker mit T-Leitwerk und vierblättrigen Propellern, im Tracking DH8B: Das ist die Dash 8-200. Ohne Kennzeichen lautet die ehrliche Antwort „-100 oder -200“, wer die seltene Serie sicher sammeln will, plant eine Tour nach Norwegen oder Island.

Zusammenfassung

  • Die Dash 8-200 kam 1995 auf den Markt und nutzt die Zelle der Dash 8-100, angetrieben von stärkeren Pratt & Whitney Canada PW123.
  • Mit bis zu 40 Sitzen, rund 535 km/h Reisegeschwindigkeit und gut 2.000 Kilometern Reichweite war sie die schnelle Lösung für dünne Regionalstrecken.
  • Bis zum Produktionsende 2009 entstanden 105 Exemplare. Ab 1996 kamen alle Neuauslieferungen mit Lärmdämmsystem, daher der Name Q200.
  • Optisch ist sie eine Zwillingsschwester der -100. Wer sicher bestimmen will, braucht Kennzeichen oder den Typcode DH8B.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Dash 8-100 und Dash 8-200?

Die Zelle ist gleich, die Triebwerke sind es nicht. Die -200 hat Pratt & Whitney Canada PW123 mit rund 2.150 Wellen-PS je Seite und ist damit spürbar stärker. Das bringt eine höhere Reisegeschwindigkeit (rund 289 statt 270 Knoten), eine größere Reichweite und eine höhere Startmasse. Sitzzahl und Abmessungen bleiben praktisch gleich.

Kann ich eine Dash 8-200 von außen von einer -100 unterscheiden?

Am Spot in der Praxis kaum. Rumpflänge, Flügel, Leitwerk und Propellerzahl sind identisch. Die zuverlässige Methode ist das Kennzeichen: Über eine Datenbankabfrage oder die Typangabe im Tracking (DH8B statt DH8A) bekommst du die Serie sicher heraus.

Welchen ICAO-Typcode hat die Dash 8-200?

Die Serie 200 läuft unter DH8B. Die anderen Serien heißen DH8A (-100), DH8C (-300) und DH8D (-400). Manche Tracking-Apps zeigen alle schlicht als „Dash 8“, der Code schafft Klarheit.

Was bedeuten DHC-8-201 und DHC-8-202?

Das sind die beiden Untervarianten der Serie 200. Die -201 hat PW123C-Triebwerke, die -202 die PW123D. Für dich als Spotter sind sie von außen nicht zu unterscheiden; die genaue Untervariante steht in den Registerdaten.

Ist Q200 dasselbe wie Dash 8-200?

Fast. Ab dem zweiten Quartal 1996 erhielten alle neu ausgelieferten Dash 8 ein aktives System gegen Lärm und Vibrationen in der Kabine. Bombardier vermarktete die Serien danach mit einem „Q“ für „Quiet“. Eine Q200 ist also eine Dash 8-200 mit diesem System, umgangssprachlich werden beide Namen aber gleichbedeutend verwendet.

Wird die Dash 8-200 noch gebaut?

Nein. Die Fertigung von Q200 und Q300 endete 2009. Insgesamt wurden 105 Exemplare der Serie 200 gebaut. Die verbliebenen Maschinen werden von De Havilland Canada weiter betreut.

Wo sehe ich heute eine Dash 8-200?

Am ehesten in Norwegen, wo Widerøe laut Flottenübersicht (Stand August 2025) vier Maschinen der Serie 200 betreibt, und auf Island, wo Icelandair drei ehemalige Air-Iceland-Connect-Maschinen im Inlandsverkehr einsetzt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Typ im Linienverkehr praktisch nicht zu sehen.

De Havilland Canada Dash 8-200 (Q200) sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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