Das Wichtigste in Kürze
- Die Dash 8-100 ist die erste Serie der Dash-8-Familie: Erstflug 1983, Liniendienst ab 1984, Platz für 37 bis 39 Fluggäste.
- Schnellster Erkennungsweg: T-Leitwerk und Fahrwerk in den Gondeln zeigen „Dash 8“, der kurze Rumpf mit Vierblatt-Propellern zeigt die Serie 100 oder 200.
- Von der -200 trennt sie fast nur der Motor: Beide sind gleich lang. Sicher wirst du erst über Kennzeichen oder Typcode (DH8A vs. DH8B).
- Neue Maschinen gibt es seit 2005 nicht mehr. 299 Exemplare wurden ausgeliefert, viele fliegen aber noch.
- Die beste Adresse ist Norwegen: Widerøe flog laut Flottenangaben von 2025 noch rund 20 Dash 8-100 im Kurzbahnnetz.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Dash 8-100?
- 2.Vier Eigentümer in 40 Jahren
- 3.Die Untervarianten der Serie 100
- 4.Die vier Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 5.Die Dash-8-Familie im Vergleich
- 6.Dash 8-100, ATR 42 oder Saab 340?
- 7.Wo du die Dash 8-100 antriffst
- 8.Spotting-Trip nach Norwegen planen
- 9.Fototipps speziell für die Dash 8-100
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | De Havilland Canada (später Boeing- bzw. Bombardier-Eigentum) |
|---|---|
| Familie | Dash 8 (Serien 100, 200, 300 und 400) |
| ICAO-Typcode | DH8A |
| Roll-out | 19. April 1983 |
| Erstflug | 20. Juni 1983 |
| Indienststellung | 1984 (NorOntair, Kanada) |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PW120/PW120A oder PW121 mit Vierblatt-Propellern |
| Länge | 22,25 m |
| Spannweite | 25,89 m |
| Höhe | 7,49 m |
| Kabine | vier Sitze pro Reihe (2+2), ein Mittelgang |
| Sitzplätze | typisch 37 bis 39 |
| Max. Startgewicht | rund 15,6 t (Version -102), je nach Untervariante abweichend |
| Reisegeschwindigkeit | rund 270 Knoten (ca. 500 km/h) |
| Reichweite | rund 1.900 km |
| Gebaut | 299 Maschinen, Fertigung 2005 beendet |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Hochdecker mit zwei Turboprops und vierblättrigen Propellern
- Hohes T-Leitwerk: Das Höhenleitwerk sitzt ganz oben auf der Seitenflosse
- Lange Triebwerksgondeln, in die das Hauptfahrwerk nach hinten einfährt
- Auffällig kurzer, gedrungener Rumpf von nur gut 22 Metern – die Flügel wirken im Verhältnis sehr lang
- Hochbeiniger Stand am Boden, weil die Fahrwerksbeine aus den Gondeln unter den Flügeln kommen
- Im Tracking als DH8A geführt – die -200 läuft unter DH8B, obwohl sie gleich lang ist
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner, fast stämmiger Hochdecker setzt auf, das Höhenleitwerk thront oben auf der Flosse, die Propeller drehen mit vier Blättern: Wenn dir das in Norwegen oder Kanada begegnet, hast du gute Chancen, eine De Havilland Canada Dash 8-100 vor dir zu haben. Sie ist die Urversion der Dash-8-Familie, aus der später die lange Q400 hervorging. Gebaut wird sie seit über 20 Jahren nicht mehr, und doch fliegen viele Exemplare bis heute im harten Alltag kurzer Pisten. Hier erfährst du, wie du sie sicher bestimmst, was sie von ihren Schwestern trennt und wo du sie noch erwischst.
DH8A im Hangar abhaken
Mit Planetrack hältst du jede Dash-8-100-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot fest und sammelst sie in deinem Hangar. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Dash 8-100?
Ende der Siebzigerjahre hatte De Havilland Canada mit dem viermotorigen Dash 7 ein Kurzstartflugzeug im Programm, das auf winzigen Pisten glänzte. Vielen Regionalairlines war das aber gar nicht so wichtig. Sie störten sich vor allem an den Kosten von vier Triebwerken. Ab 1980 verfolgte der Hersteller deshalb ein neues Konzept: die bewährte Grundform des Dash 7 mit nur zwei, dafür stärkeren Triebwerken, besserer Reiseleistung und niedrigeren Betriebskosten. Die extremen Kurzstartfähigkeiten gab man dafür auf.
Das Ergebnis rollte am 19. April 1983 aus der Halle in Downsview bei Toronto und flog am 20. Juni 1983 zum ersten Mal. Schon 1984 nahm die kanadische Regionalairline NorOntair den Typ in Dienst, im selben Jahr kam mit Piedmont Airlines der erste Kunde aus den USA dazu. Unter der Bezeichnung DHC-8-100 begann damit eine Familie, die später auf vier Serien anwuchs.
Angetrieben wird die Dash 8-100 von zwei Turboprops der Reihe Pratt & Whitney Canada PW120, je nach Untervariante PW120, PW120A oder PW121, mit einer Leistung um 1.800 Wellen-PS. Mehr zum Triebwerkshersteller findest du auf der Seite zu Pratt & Whitney. In der Kabine sitzen 37 bis 39 Passagiere in einer 2+2-Anordnung. Mit rund 270 Knoten, also etwa 500 km/h, ist sie langsamer als die späteren Serien, aber für kurze Regionalstrecken völlig ausreichend.
Vier Eigentümer in 40 Jahren
Die Geschichte der Dash 8-100 ist auch eine Geschichte von Firmenverkäufen. Als sie entwickelt wurde, gehörte De Havilland Canada dem kanadischen Staat. 1986 kaufte Boeing das Unternehmen, trennte sich aber nach wenigen Jahren wieder davon, und 1992 übernahm Bombardier. Unter Bombardier lief die Dash 8 lange Zeit als Teil der „Q Series“. 2019 ging das Programm von Bombardier an Longview Aviation Capital, die den alten Namen De Havilland Canada wiederbelebte.
Für Spotter erklärt das, warum in Fotodatenbanken und Flottenlisten bei derselben Maschine mal „de Havilland Canada“, mal „Bombardier“ als Hersteller steht. Je nachdem, wann ein Flugzeug gebaut wurde und welche Quelle du nutzt, ist beides zu finden. Mehr zur Firmengeschichte liest du auf den Seiten zu De Havilland Canada und Bombardier.
Die Untervarianten der Serie 100
Innerhalb der Serie 100 gibt es mehrere Unterversionen. Sie unterscheiden sich vor allem bei Triebwerk und Startgewicht, kaum aber im Aussehen.
| Variante | Einführung | Triebwerk | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| DHC-8-101 | 1984 | PW120 oder PW120A | Ursprungsversion |
| DHC-8-102 | 1986 | PW120A oder PW121 | höheres Startgewicht |
| DHC-8-103 | 1987 | PW121 | stärkeres Triebwerk |
| DHC-8-102A | 1990 | PW120A | überarbeitete Kabine |
| DHC-8-106 | 1992 | PW121 | höchstes Startgewicht der Serie |
| DHC-8-100PF | Umbau | – | Frachtumbau von Voyageur Aviation |
Dazu kommen militärische und behördliche Ableger. Die kanadischen Streitkräfte nutzten die Serie 100 als Transporter (CC-142) und als Navigationstrainer (CT-142). Transport Canada setzte zwei Maschinen als DHC-8M-100 zur Seeüberwachung ein. Und die US Air Force fliegt mit der E-9A Widget eine Sonderversion von der Tyndall Air Force Base in Florida aus: Zwei Maschinen mit Zusatzradar sorgen dort dafür, dass über dem Golf von Mexiko keine Boote oder Flugzeuge in Schießgebiete geraten.
Untervariante steht im Register
Ob du eine -102 oder -106 fotografiert hast, siehst du am Flugzeug nicht. Die genaue Bezeichnung findest du über das Kennzeichen im Luftfahrzeugregister oder in Fotodatenbanken. Wie du Kennzeichen systematisch sammelst, zeigt der Beitrag Registrierungen sammeln.
Die vier Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Turboprops verwechseln viele Einsteiger gern untereinander. Mit vier Beobachtungen kommst du bei der Dash 8-100 sicher ans Ziel.
Leitwerk ansehen
Sitzt das Höhenleitwerk ganz oben auf der Seitenflosse, hast du ein T-Leitwerk vor dir. Zusammen mit dem Fahrwerk in den Gondeln ist es das stärkste Merkmal der ganzen Dash-8-Familie.
Fahrwerk verfolgen
Das Hauptfahrwerk hängt unter den Triebwerken und klappt nach hinten in die langen Gondeln. Seitliche Fahrwerksverkleidungen am Rumpf wie bei der ATR gibt es nicht.
Propellerblätter zählen
Vier Blätter pro Propeller schließen die Dash 8-400 aus, die sechs Blätter hat. Am Gate oder beim Rollen mit langsam drehenden Propellern zählst du sie am leichtesten.
Länge einschätzen
Mit gut 22 Metern ist die -100 sehr kurz. Der Rumpf wirkt gedrungen, die Flügel mit fast 26 Metern Spannweite scheinen dagegen fast überdimensioniert. Wirkt die Maschine deutlich gestreckter, ist es eher eine -300.
Die Kombination aus T-Leitwerk und Fahrwerk in den Gondeln grenzt die Familie ein, Propeller und Länge die Serie. Den letzten Schritt machst du über das Kennzeichen, denn die Dash 8-200 sieht praktisch genauso aus. Eine allgemeine Anleitung zum systematischen Bestimmen findest du im Guide Flugzeugtypen erkennen für Anfänger.
Die Dash-8-Familie im Vergleich
Alle vier Serien teilen Hochdecker-Bauweise, T-Leitwerk und Fahrwerk in den Gondeln. Unterschiede gibt es bei Länge, Triebwerk und Propellern.
| Serie | ICAO-Code | Länge | Propeller | Sitze (typisch) |
|---|---|---|---|---|
| Dash 8-100 | DH8A | 22,25 m | 4 Blätter | 37–39 |
| Dash 8-200 | DH8B | ca. 22,3 m | 4 Blätter | 37–39 |
| Dash 8-300 | DH8C | ca. 25,7 m | 4 Blätter | rund 50 |
| Dash 8-400 | DH8D | 32,8 m | 6 Blätter | rund 70–90 |
Die -200 ist im Grunde eine -100 mit stärkeren PW123-Triebwerken. Sie fliegt etwas schneller, sieht aber gleich aus. Wer also eine kurze Dash 8 fotografiert, muss bis zur Kennzeichenabfrage offenlassen, welche der beiden es ist. Die -300 dagegen ist gut drei Meter länger und im direkten Vergleich klar erkennbar, die -400 ist nochmals eine ganz andere Größenklasse.
Der Code trennt, was das Auge nicht trennt
Manche Tracking-Apps zeigen alle Serien nur als „Dash 8“. Für die Serie 100 filterst du nach DH8A, für die -200 nach DH8B. Wie du solche Daten richtig liest, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B.
Dash 8-100, ATR 42 oder Saab 340?
In ihrer Größenklasse hat die Dash 8-100 mehrere Konkurrenten, die dir ebenfalls begegnen können. Der Finder hilft bei der ersten Einordnung.
Schnellbestimmung: kleiner Regional-Turboprop
Dash 8, kurze Serie
T-Leitwerk und Fahrwerk in den Gondeln zeigen die Dash-8-Familie. Kurzer Rumpf und vier Propellerblätter sprechen für die Serie 100 oder 200 – das Kennzeichen entscheidet.
ATR 42
Hochdecker mit Fahrwerk in Verkleidungen am Rumpf und einer Seitenflosse, die noch über das Höhenleitwerk hinausragt: Das ist das Bild einer ATR. Bei kurzem Rumpf ist es eine ATR 42.
Saab 340 oder ähnlicher Tiefdecker
Flügel unten am Rumpf, Leitwerk unten: Das passt eher zu einer Saab 340 oder einer anderen Tiefdecker-Konstruktion.
Die ATR 42-300 ist der direkteste Rivale aus derselben Epoche: ähnlich groß, ebenfalls Hochdecker, aber mit Fahrwerksverkleidungen am Rumpf statt Fahrwerk in den Triebwerksgondeln. Die Saab 340 ist ein Tiefdecker und schon deshalb leicht zu trennen. Die Fokker 50 wiederum ist ein Hochdecker ohne T-Leitwerk und mit längerem Rumpf. Alle Turboprops im Überblick vergleicht der Beitrag Turboprops unterscheiden.
Wo du die Dash 8-100 antriffst
Früher auch in Deutschland und Österreich
Im deutschsprachigen Raum war die Dash 8-100 in den Achtziger- und Neunzigerjahren ein vertrautes Bild. Contact Air entschied sich 1986 für den Typ und flog ihn bis Mitte der Neunzigerjahre im Regionalverkehr. In Österreich gehörte Tyrolean Airways zu den frühen europäischen Kunden und betrieb über ein Dutzend Dash 8-100, bis die letzten Anfang der 2000er-Jahre ausschieden. Beide Flotten sind längst Geschichte; im Linienverkehr über Deutschland, Österreich und der Schweiz begegnet dir die Serie 100 heute praktisch nicht mehr.
Heute: Norwegen und Kanada
Stand Oktober 2026 gibt es zwei Regionen, in denen du die Dash 8-100 noch zuverlässig findest:
- Widerøe in Norwegen ist der wichtigste Betreiber in Europa. Laut Flottenangaben von August 2025 flog die Airline 22 Dash 8-100, dazu die Serien 200, 300 und 400. Die kleinen Dash 8 bedienen vor allem das dichte Netz kurzer Pisten entlang der Küste und in Nordnorwegen. Widerøe hat angekündigt, den Großteil ihrer Dash-8-Flotte bis etwa 2030 zu ersetzen; wie schnell das tatsächlich passiert, solltest du im Blick behalten.
- Kanada ist die Heimat des Typs. PAL Airlines aus Neufundland und ihr Schwesterunternehmen PAL Aerospace führten laut Flottenangaben von Ende 2025 zusammen sieben Maschinen der Serie 100, Air Inuit setzt Dash 8-100 als Kombi-Flugzeuge für Passagiere und Fracht im Norden Québecs ein.
Laut Flugzeugübersichten waren im Sommer 2018 noch 143 Dash 8-100 bei 35 Airlines im Einsatz. Seitdem ist die Zahl weiter gesunken, aber der Typ ist noch lange nicht verschwunden.
| Region | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Nordnorwegen und Küstenflughäfen | hoch | Widerøe setzt die Serie 100 im Kurzbahnnetz ein |
| Flughafen Oslo, Bergen | mittel | Widerøe-Verbindungen, je nach Umlauf auch mit kleinen Dash 8 |
| Ostkanada, Nordquébec | mittel bis hoch | PAL Airlines und Air Inuit |
| Deutschland, Österreich, Schweiz | sehr niedrig | allenfalls Überführungen oder Sonderflüge |
Flotten und Einsätze ändern sich
Bei einem so alten Typ kann jede Flottenzahl schon in ein paar Monaten veraltet sein. Prüf vor deiner Reise im Tracking, welche Flüge tatsächlich mit DH8A geplant sind, statt dich auf ältere Listen zu verlassen.
Keine Dash 8-100 mehr verpassen
Setz die Dash 8-100 auf deine Wunschliste und richte in Planetrack einen Sichtungs-Alarm für den Typ, eine Airline wie Widerøe oder ein bestimmtes Kennzeichen ein: Die App meldet sich, wenn die Maschine anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Spotting-Trip nach Norwegen planen
Wer die Dash 8-100 gezielt sucht, plant am besten eine Tour nach Norwegen. Ein guter Ausgangspunkt ist Bodø, Sitz von Widerøe: Direkt am Flughafen liegt das Norsk Luftfartsmuseum, das du mit dem Spotten des laufenden Verkehrs verbinden kannst. Mehr zum Museum findest du auf der Seite des Norsk Luftfartsmuseum Bodø. Einen Überblick über die Regionalairlines des Kontinents gibt der Beitrag Regionalairlines in Europa.
An kleinen Flugplätzen ist der Verkehr dünn, dafür kommen die Maschinen oft nah heran. Wichtig ist, dass du die wenigen Bewegungen am Tag nicht verpasst. Lege dir deshalb im Tracking Benachrichtigungen an; wie das in verschiedenen Diensten funktioniert, zeigt der Guide Benachrichtigungen für Flugzeuge, Typen und Airlines einrichten.
Bereit für deine Dash-8-100-Jagd?
- Ich habe Flüge mit dem Typcode DH8A im Tracking gefunden.
- Ich kenne die Pisten- und Windsituation am Zielflughafen.
- Ich weiß, wo die Sonne zur geplanten Uhrzeit steht – im Norden steht sie oft sehr tief.
- Meine Verschlusszeit ist auf Propeller eingestellt, nicht auf Jets.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
Fototipps speziell für die Dash 8-100
Die kurze Dash 8 ist ein Motiv mit Charakter. Ihre Proportionen, das hohe Leitwerk und die langen Fahrwerksbeine machen sie unverwechselbar, wenn du sie richtig ins Bild setzt.
Propeller in Bewegung zeigen
Bei sehr kurzer Verschlusszeit stehen die Propeller still, und das Flugzeug wirkt antriebslos. Längere Zeiten erzeugen eine schöne Propellerscheibe. Wie du das übst, steht im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.
Proportionen betonen
Von schräg vorn wirkt der kurze Rumpf besonders kompakt, die Flügel und das hohe Leitwerk rahmen das Bild. Achte darauf, dass das Höhenleitwerk nicht angeschnitten wird.
Brennweite anpassen
Die Dash 8-100 ist deutlich kleiner als ein A320. An großen Flughäfen brauchst du mehr Brennweite, an kleinen Plätzen oft weniger als gedacht. Tipps dazu gibt der Artikel zum richtigen Objektiv fürs Planespotting.
Tiefes Licht nutzen
In Norwegen steht die Sonne über weite Teile des Jahres flach. Das gibt schönes Seitenlicht, aber auch lange Schatten. Plane deine Position mit dem Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Dash 8-100, wenn …
- das Höhenleitwerk ganz oben auf der Flosse sitzt
- das Hauptfahrwerk aus den Triebwerksgondeln kommt
- du vier Blätter pro Propeller zählst
- der Rumpf auffallend kurz wirkt
- im Tracking DH8A als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- alles passt, du aber kein Kennzeichen hast – dann kann es genauso eine Dash 8-200 sein
- der Rumpf mittellang wirkt – dann kommt eine Dash 8-300 infrage
- du die Maschine nur frontal siehst und das Leitwerk nicht erkennst
Es ist keine Dash 8-100, wenn …
- du sechs Propellerblätter und einen sehr langen Rumpf siehst – das ist eine Dash 8-400
- das Fahrwerk in Verkleidungen am Rumpf verschwindet – dann ist es meist eine ATR
- vier Triebwerke am Flügel hängen – dann hast du den seltenen Dash 7 erwischt
- das Fahrwerk starr ist und die Maschine noch kleiner wirkt – das ist eher die DHC-6 Twin Otter
Weil die Dash 8-100 in Mitteleuropa kaum noch zu sehen ist, gehört sie für viele zu den lohnenden Zielen einer Spotting-Reise. Weitere Ideen für solche Typen findest du im Beitrag Seltene Flugzeuge spotten. Und wenn du gerade erst einsteigst, hilft dir Planespotting für Einsteiger beim Start.
Fazit
Die Dash 8-100 ist das Original, aus dem die gesamte Dash-8-Familie hervorging: kurzer Rumpf, hohes T-Leitwerk, Fahrwerk in den Gondeln und vier Propellerblätter. Seit 2005 läuft keine neue Maschine mehr vom Band, im deutschsprachigen Raum sind Contact Air und Tyrolean längst Geschichte. In Norwegen und Kanada aber fliegt die Urversion weiter, oft auf Strecken, für die es kaum einen passenden Ersatz gibt.
Kurzfazit
T-Leitwerk, Fahrwerk in den Gondeln, vier Propellerblätter und ein kurzer Rumpf: Das ist eine Dash 8-100 – oder ihre Zwillingsschwester, die -200. Wer sicher sein will, prüft das Kennzeichen oder filtert nach DH8A und plant eine Tour nach Norwegen, solange Widerøe die kleinen Dash 8 noch einsetzt.
Zusammenfassung
- Die Dash 8-100 entstand Anfang der Achtzigerjahre als zweimotoriger, sparsamerer Nachfolger für Strecken, auf denen der viermotorige Dash 7 zu teuer war. Erstflug war am 20. Juni 1983, der Liniendienst begann 1984.
- Bis 2005 wurden 299 Maschinen ausgeliefert. Sie flogen unter den Eigentümern De Havilland Canada, Boeing und Bombardier; heute betreut wieder De Havilland Canada das Programm.
- Mit ihrem kurzen Rumpf, dem T-Leitwerk und vierblättrigen Propellern ist sie gut von ATR und Dash 8-400 zu trennen. Gegen die Dash 8-200 hilft nur das Kennzeichen.
- Im deutschsprachigen Raum ist sie Geschichte – Tyrolean und Contact Air flogen sie einst. Lebendig ist sie heute vor allem in Norwegen und Kanada.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Dash 8-100?
Die Serie 100 läuft unter DH8A. Die -200 hat DH8B, die -300 DH8C und die -400 DH8D. Wenn du gezielt nach der Urversion suchst, filterst du im Tracking also nach DH8A.
Wie unterscheide ich die Dash 8-100 von der Dash 8-200?
Von außen praktisch gar nicht. Beide haben denselben Rumpf mit 37 bis 39 Sitzen und vierblättrige Propeller. Die -200 bekam stärkere PW123-Triebwerke und fliegt etwas schneller. Sicher trennst du die beiden nur über das Kennzeichen und eine Datenbankabfrage oder über den Typcode im Tracking.
Wie unterscheide ich die Dash 8-100 von der Dash 8-300?
Über die Länge. Die -300 ist mit rund 25,7 Metern gut drei Meter länger und wirkt deutlich gestreckter. Die -100 sieht dagegen kurz und fast stämmig aus, die Flügel scheinen im Verhältnis zum Rumpf sehr lang.
Gab es eine Q100?
Die Bezeichnung „Q“ führte Bombardier für Maschinen mit dem aktiven Lärm- und Vibrationsdämpfungssystem ein, das ab 1996 eingebaut wurde. Bekannt wurden vor allem Q200, Q300 und Q400. Für die Serie 100 taucht „Q100“ in manchen Typendatenbanken zwar ebenfalls auf, gebräuchlicher ist aber Dash 8-100 bzw. DHC-8-100.
Was bedeuten -101, -102, -103 und -106?
Das sind Untervarianten der Serie 100. Die -101 war die Ursprungsversion von 1984, die -102 folgte 1986 mit höherem Startgewicht, die -103 im Jahr 1987 mit PW121-Triebwerken. Die -102A von 1990 bekam eine überarbeitete Kabine, die -106 von 1992 das höchste Startgewicht der Serie. Von außen sind sie kaum zu unterscheiden.
Wird die Dash 8-100 noch gebaut?
Nein. Die Fertigung der Serie 100 endete 2005, insgesamt wurden 299 Maschinen ausgeliefert. Der Hersteller De Havilland Canada betreut die bestehende Flotte weiter.
Wo sehe ich heute eine Dash 8-100?
Am verlässlichsten in Norwegen bei Widerøe, die laut Flottenangaben von 2025 noch rund 20 Maschinen einsetzte, und in Kanada, etwa bei PAL Airlines und Air Inuit. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist sie im Linienverkehr praktisch verschwunden.
De Havilland Canada Dash 8-100 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
De Havilland Canada Dash 8-200 (Q200)
Von außen eine Dash 8-100, unter der Haube deutlich mehr Leistung: Die Dash 8-200 ist die schnellere Kurzversion der Dash-8-Familie. Nur 105 Exemplare wurden gebaut, heute fliegen sie vor allem in Norwegen und Island.
TurbopropDe Havilland Canada Dash 8-300 (Q300)
Länger als die Dash 8-100, deutlich kürzer als die Q400 und mit vier Blättern pro Propeller: Die Dash 8-300 ist die mittlere Größe der Dash-8-Familie. Widerøe, PAL und Air New Zealand fliegen sie noch, bei Air Canada Express ist sie Geschichte.
TurbopropDe Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
TurbopropDe Havilland Canada DHC-7 Dash 7
Vier Propeller an einem Hochdecker, ein hohes T-Leitwerk und Landestrecken unter 600 Metern: Der Dash 7 war das Kurzstartflugzeug, mit dem der London City Airport überhaupt erst möglich wurde. Heute ist er eine echte Rarität. So erkennst du ihn und so findest du die letzten Exemplare.
TurbopropDe Havilland Canada DHC-6 Twin Otter
Hochdecker mit Flügelstreben, starres Fahrwerk, zwei schlanke PT6-Turboprops: Die Twin Otter landet auf Strand, Wasser, Schnee und Schotter. So erkennst du den kanadischen Klassiker.
TurbopropATR 42-300/320
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 42-300 und -320 sind die erste Generation des ATR-Turboprops. Heute triffst du sie vor allem als Frachter. So erkennst du sie.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
De Havilland Canada
Vom Buschflugzeug Beaver über die Twin Otter bis zur Dash 8 und dem Löschflugzeug DHC-515: De Havilland Canada steht für robuste Kurzstart-Flugzeuge. Hier erfährst du, wie das Unternehmen entstand, wem es gehörte und wo du seine Typen heute vor die Linse bekommst.
HerstellerBombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
HerstellerPratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
FlughafenFlughafen Oslo-Gardermoen
Norwegens Tor zur Welt liegt rund 35 Kilometer nördlich von Oslo auf einem alten Militärgelände: zwei parallele Nord-Süd-Bahnen, ein einziges Terminal mit Flytoget-Bahnhof, SAS, Norwegian und Widerøe als Hausherren – und ein Betreiber, der Spottern eigene Plätze ausweist.
Wo du die De Havilland Canada Dash 8-100 siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Passende Guides aus dem Blog
- ATR oder Dash 8? Turboprops sicher unterscheiden und erkennen
- Propellerflugzeuge fotografieren: Verschlusszeit und Mitzieher richtig wählen
- Flugzeugtypen erkennen: Der Leitfaden für Einsteiger
- Flugzeug-Alarme einrichten: Benachrichtigungen für Kennzeichen, Typen und Airlines
- Seltene Flugzeuge spotten: Unicorns, Erstbesuche und Überführungen
- Regionalairlines in Europa: Zubringer, Lohnflüge und Inselverkehre
- Registrierungen sammeln: Wie Logger arbeiten und Flotten komplett erfassen

