Das Wichtigste in Kürze
- Die ATR 42-300 ist die erste Serienversion des ATR-Turboprops: Erstflug der ATR 42 im August 1984, Liniendienst ab Dezember 1985.
- Die -320 ist die kräftigere Schwester mit PW121-Triebwerken für heiße und hoch gelegene Flughäfen. Äußerlich unterscheiden sich beide praktisch nicht.
- Schnellster Erkennungsweg: ATR-Grundform plus Vierblatt-Propeller – damit grenzt du die erste Generation sofort von -500 und -600 ab.
- Heute fliegt der Typ vor allem als Frachter: Viele Maschinen wurden als Bulk- oder ULD-Frachter umgebaut, etwa für Feeder-Netze von FedEx.
- In Tracking-Diensten erscheinen -300 und -320 gemeinsam unter dem Code AT43.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die ATR 42-300?
- 2.Die ATR 42-320: mehr Leistung für heiße Tage
- 3.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.ATR 42-300, ATR 42-500 oder ATR 72-200?
- 5.ATR, Dash 8-100 oder Fokker 50?
- 6.Zweites Leben als Frachter
- 7.Die ATR 42-300 im deutschsprachigen Raum
- 8.Spotting-Praxis: Frachter in der Dämmerung
- 9.Fototipps für die erste ATR-Generation
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | ATR (damals Aérospatiale und Aeritalia, heute Airbus und Leonardo) |
|---|---|
| Familie | ATR 42 (-300, -320, -400, -500, -600) |
| ICAO-Typcode | AT43 (deckt -200, -300 und -320 ab) |
| Erstflug ATR 42 | 16. August 1984 in Toulouse |
| Zulassung | September 1985 (Frankreich und Italien) |
| Erstauslieferung | 3. Dezember 1985 an Air Littoral (Frankreich) |
| Triebwerke | -300: 2 × Pratt & Whitney Canada PW120; -320: 2 × PW121 |
| Propeller | Vierblatt-Propeller von Hamilton Standard |
| Länge | 22,67 m |
| Spannweite | 24,57 m |
| Höhe | 7,59 m |
| Sitzplätze | typisch rund 46 bis 50 |
| Max. Startgewicht (-300) | rund 16,7 t |
| Bauzeit | 1985 bis 1996 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Hochdecker mit T-Leitwerk – die klassische ATR-Grundform
- Nur vier Blätter pro Propeller: Ab der ATR 42-500 (und bei der seltenen -400) sind es sechs
- Hauptfahrwerk klappt in Verkleidungen seitlich am unteren Rumpf, nicht in die Triebwerksgondeln
- Kurzer, kompakter Rumpf von 22,67 m – kürzer als die Spannweite von 24,57 m
- Bei Frachtern oft abgedeckte oder überlackierte Kabinenfenster, bei ULD-Umbauten ein großes Frachttor vorn links
- Häufig ältere, schlichte Lackierungen von Fracht- und Feeder-Betreibern statt bunter Airline-Farben
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner Hochdecker mit T-Leitwerk rollt in der Abenddämmerung zur Piste, die Kabinenfenster sind zugeklebt, und an den Triebwerken drehen sich Propeller mit auffällig wenigen Blättern: Gut möglich, dass du eine ATR 42-300 vor dir hast, und zwar als Frachter. Die erste Generation des ATR-Turboprops ist inzwischen ein Klassiker. Diese Seite zeigt dir, woran du sie von den moderneren ATR 42-500 und -600 trennst, was die -320 anders macht und warum die meisten verbliebenen Exemplare heute Pakete statt Passagiere fliegen.
AT43 im Hangar abhaken
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Was ist die ATR 42-300?
Die ATR 42-300 ist die erste Serienversion des ATR 42 und damit der Anfang einer Turboprop-Familie, die bis heute gebaut wird. Hinter dem Kürzel ATR steht „Avions de Transport Régional“ bzw. „Aerei da Trasporto Regionale“: ein französisch-italienisches Gemeinschaftsprojekt, das damals von Aérospatiale und Aeritalia getragen wurde. Heute sind die Anteilseigner Airbus und Leonardo; mehr zum Unternehmen selbst findest du auf der Seite zu ATR.
Die Zahl 42 verweist auf die Größenklasse von gut 40 Sitzen. In der Praxis haben die Airlines ihre Maschinen meist mit rund 46 bis 50 Sitzen ausgestattet. Der Rumpf ist 22,67 Meter lang, die Spannweite liegt bei 24,57 Meter – Werte, die bis zur heutigen ATR 42-600 gleich geblieben sind.
Die Eckdaten der Entwicklung:
- 16. August 1984: Erstflug der ATR 42 in Toulouse
- September 1985: Zulassung durch die französischen und italienischen Luftfahrtbehörden
- 3. Dezember 1985: Auslieferung der ersten Serienmaschine an Air Littoral; noch im selben Monat startete der Liniendienst
- 1987: Indienststellung der -320 mit stärkeren Triebwerken
- 1996: Ende der Produktion von -300 und -320
Angetrieben wird die -300 von zwei Pratt & Whitney Canada PW120, die jeweils einen Vierblatt-Propeller von Hamilton Standard drehen. Das maximale Startgewicht liegt bei rund 16,7 Tonnen.
Die ATR 42-320: mehr Leistung für heiße Tage
Die -320 ist keine neue Zelle, sondern eine Leistungsvariante. Statt des PW120 trägt sie das stärkere PW121. Der Leistungsgewinn kommt vor allem dort zur Geltung, wo Turboprops sonst an ihre Grenzen stoßen: bei hohen Temperaturen und auf hoch gelegenen Flughäfen, wo die dünnere Luft die Startleistung drückt. Airlines in warmen Regionen oder mit Bergflughäfen im Netz hatten damit mehr Reserven bei Nutzlast und Startstrecke.
Für Spotter ist die -320 eine harte Nuss. Rumpf, Flügel, Leitwerk und Propeller sind identisch mit der -300, und auch der ICAO-Code AT43 ist derselbe. Den Unterschied klärst du nur über das Kennzeichen und eine Flottendatenbank. Wie du Kennzeichen liest und nachschlägst, erklärt der Beitrag Flugzeug-Kennzeichen verstehen; wie du das Baujahr einer Maschine herausfindest, steht unter Wie alt ist dieses Flugzeug?.
Ein kurzer Ausblick in der Familie: Die -400 war eine Weiterentwicklung der -320 mit Sechsblatt-Propellern, von der nur eine Handvoll Exemplare gebaut wurden. Den eigentlichen Generationswechsel brachte die ATR 42-500, die 1993 angekündigt wurde, im September 1994 erstmals flog und ab Oktober 1995 an Air Dolomiti ausgeliefert wurde.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Bei der ersten ATR-Generation kommt es auf ein Detail an, das viele beim ersten Hinsehen übersehen: die Propeller. Mit drei Beobachtungen bist du trotzdem schnell sicher.
ATR-Grundform prüfen
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei Propellertriebwerke und ein Hauptfahrwerk, das in Verkleidungen seitlich am Rumpf verschwindet. Diese Kombination führt dich zur ATR-Familie.
Propellerblätter zählen
Vier Blätter pro Propeller bedeuten erste Generation: ATR 42-300/-320 oder ATR 72-200/-210. Sechs Blätter heißen -500 oder -600.
Proportionen einschätzen
Wirkt der Rumpf kurz und die Flügel im Verhältnis lang, ist es eine ATR 42. Wirkt die Maschine gestreckt mit vielen Fenstern, ist es eine ATR 72.
Bleibt die Frage -300 oder -320: Die beantwortet erst das Kennzeichen. Für deine Sammlung ist das oft ohnehin zweitrangig, denn AT43 ist AT43 – spannend wird es eher bei der Frage, ob du einen Passagierjet, einen Quick-Change oder einen reinen Frachter erwischt hast.
Praxis-Tipp: Propeller sichtbar machen
Im Flug verschwimmen die Propeller schnell zur Scheibe. Fotografierst du mit kurzer Verschlusszeit, kannst du die Blätter später am Bildschirm zählen. Am Boden, kurz nach dem Abstellen, siehst du sie auch mit bloßem Auge. Wie du die Zeit wählst, erklärt Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.
ATR 42-300, ATR 42-500 oder ATR 72-200?
Innerhalb der ATR-Familie passieren die meisten Verwechslungen. Die Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen.
| Merkmal | ATR 42-300/-320 | ATR 42-500 | ATR 72-200/-210 |
|---|---|---|---|
| ICAO-Typcode | AT43 | AT45 | AT72 |
| Blätter pro Propeller | 4 | 6 | 4 |
| Rumpflänge | 22,67 m | 22,67 m | deutlich länger, rund 27 m |
| Wirkung im Profil | kompakt, Flügel länger als Rumpf | kompakt, Flügel länger als Rumpf | gestreckt |
| Bauzeit | 1985–1996 | ab 1995 | erste Generation der ATR 72 |
Die gefährlichste Verwechslung ist die mit der ATR 72-200, weil beide Vierblatt-Propeller tragen. Hier entscheidet die Rumpflänge: Bei der ATR 72 liegen vor und hinter dem Flügel sichtbar mehr Fenster, der Rumpf ist etwa so lang wie die Spannweite. Die ATR 42 wirkt dagegen gedrungen, fast quadratisch. Was ICAO-Typcodes generell bedeuten und wie du sie liest, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.
ATR, Dash 8-100 oder Fokker 50?
Aus derselben Ära stammen weitere Regional-Turboprops, die dir begegnen können. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Turboprop der ersten Generation
ATR der ersten Generation
Hochdecker mit Fahrwerk in Rumpfverkleidungen, T-Leitwerk und Vierblatt-Propeller: Das ist eine frühe ATR. Kurzer Rumpf heißt ATR 42-300/-320, langer Rumpf ATR 72-200.
De Havilland Canada Dash 8
Das Fahrwerk in den Triebwerksgondeln ist das Kennzeichen der Dash 8. Die kurze Dash 8-100 ist ein direkter Zeitgenosse der ATR 42-300.
Kein Hochdecker – etwa Saab 340
Sitzen die Flügel unten am Rumpf, ist es keine ATR. Unter den Regional-Turboprops dieser Zeit kommt dann zum Beispiel die Saab 340 infrage.
Die Dash 8-100 war in den späten 1980er-Jahren der direkte Konkurrent der ATR 42-300 und hat eine ähnliche Größe; ihr Fahrwerk verschwindet aber in den Triebwerksgondeln. Die Fokker 50 ist ebenfalls ein Hochdecker, trägt ihr Höhenleitwerk jedoch tief am Rumpfende statt oben auf der Seitenflosse. Die Saab 340 schließlich ist ein Tiefdecker. Einen breiteren Überblick gibt der Beitrag Turboprops unterscheiden.
Zweites Leben als Frachter
Die eigentliche Geschichte der ATR 42-300 im 21. Jahrhundert ist die als Frachtflugzeug. Schon ab Werk gab es die ATR 42-300QC („Quick Change“), die sich zwischen Passagier- und Frachtbetrieb umrüsten ließ. Mit dem Ausscheiden der ersten Generation aus dem Passagierverkehr kamen dann zahlreiche Umbauten hinzu. Bis Oktober 2012 war bereits mehr als ein Fünftel der ATR 42 und ATR 72 der ersten Generation zu Frachtern umgerüstet worden.
Es gibt zwei Grundformen:
- Bulk-Frachter: Die Kabine wird leergeräumt, die Ladung lose eingebracht und mit vertikalen Netzen gesichert. Nach gängigen Angaben trägt ein solcher Umbau wirtschaftlich bis etwa fünf Tonnen.
- ULD-Frachter: Zusätzlich bekommt der Rumpf vorn links ein großes Frachttor, durch das standardisierte Ladeeinheiten (Unit Load Devices) passen.
Umbauprogramme boten mehrere Spezialbetriebe an, darunter die Alenia-Tochter Aeronavali und M7 Aerospace. Für alle ATR-42-Varianten existiert eine Ergänzungszulassung (STC) für den reinen Frachtbetrieb.
Hinweise auf einen Frachter
- Kabinenfenster abgedeckt, überlackiert oder blind
- großes Frachttor vorn links am Rumpf
- Lackierung eines Paketdienstes oder schlichtes Weiß mit kleinem Betreiberlogo
- Einsatz nachts oder in den Tagesrandlagen
Sieh genauer hin, wenn …
- die Fenster frei sind, aber ein Paketdienst-Logo am Leitwerk steht – das kann eine QC-Version sein
- du nur die Silhouette im Gegenlicht siehst – dann fehlt dir der Blick auf Fenster und Tore
Kein klassischer Frachter, wenn …
- Passagiere über die hintere Tür einsteigen
- die Fensterreihe durchgehend offen ist und eine Airline-Bemalung trägt
Der bekannteste Betreiber ist das Feeder-Netz von FedEx in Nordamerika. Dort fliegen Vertragspartner kleinere Maschinen zwischen regionalen Stationen und den großen Sortierzentren. FedEx gilt als größter Betreiber der ATR 42; zur Feeder-Flotte gehören ATR-42-300-Frachter neben ATR-72-Frachtern und Cessnas. Wie die Netze der Paketdienste aufgebaut sind, erklärt der Beitrag Express-Integratoren DHL, FedEx und UPS. Und wie du Frachter generell sicher ansprichst, steht in Frachtflugzeuge erkennen.
In Europa hat sich das Bild gewandelt. ASL Airlines Ireland setzte lange ATR-42-300-Frachter ein, hat die letzte Maschine aber im April 2021 ausgeflottet. Die Nachfolger in Europas Feeder-Netzen sind eher ATR 72-Frachter, etwa die ATR 72-600F.
Die ATR 42-300 im deutschsprachigen Raum
Historisch war die erste ATR-42-Generation auch in Deutschland und der Schweiz unterwegs. Aus den späten 1980er- und 1990er-Jahren sind ATR 42-300 bei deutschen Regionalairlines wie dem Nürnberger Flugdienst (NFD) und RFG Regionalflug dokumentiert. In Basel war die Farnair Switzerland zu Hause, später ASL Airlines Switzerland. Neben ATR-72-Frachtern gehörte 2016 noch eine ATR 42 der ersten Generation zur Flotte; im Februar 2018 stellte die Airline den Betrieb ein. Ihr Heimatflughafen war der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.
Stand Oktober 2026 setzt keine Airline im DACH-Raum die ATR 42-300 oder -320 planmäßig ein. Wenn du eine siehst, ist es meist ein Frachter, eine Überführung zu einem Wartungsbetrieb oder ein Gast aus dem Ausland. Genau deshalb ist jede Sichtung ein kleiner Glücksfall. Wie du einschätzt, wie besonders deine Sichtung wirklich ist, steht im Beitrag Wie selten ist meine Sichtung?.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Große DACH-Drehkreuze | sehr niedrig | Kein planmäßiger Einsatz, höchstens Gäste |
| Fracht- und Regionalflughäfen | niedrig | Gelegentliche Frachtcharter, Überführungen, Wartungsflüge |
| Nordamerika (FedEx-Feeder-Stationen) | mittel bis hoch | Größte verbliebene Flotte früher ATR-42-Frachter |
| Abgelegene Regionen und Inselnetze weltweit | mittel | Ältere ATR 42 fliegen dort teils noch im Passagierdienst |
Alte Flotten schrumpfen schnell
Maschinen der ersten Generation sind rund 30 bis gut 40 Jahre alt. Betreiber mustern sie aus, verkaufen sie weiter oder bauen sie um. Verlass dich nicht auf alte Flottenlisten, sondern prüf vor einer Tour aktuelle Bewegungen mit dem Typcode AT43.
Die Live-Suche nach seltenen Typen funktioniert am besten über Tracking-Dienste; wie ADS-B dabei hilft, steht im Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B. Weitere Strategien für Raritäten findest du unter Seltene Flugzeuge spotten, und wer an kleineren Plätzen sucht, bekommt Tipps im Beitrag Spotting an kleinen Regionalflughäfen.
Keine frühe ATR mehr verpassen
Setz die ATR 42-300 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, sobald eine AT43 an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Spotting-Praxis: Frachter in der Dämmerung
Weil die meisten aktiven ATR 42-300 Fracht fliegen, verschiebt sich die Spotting-Zeit oft an den Rand des Tages. Feeder-Flüge sind typischerweise so getaktet, dass Sendungen abends ins Sortierzentrum kommen und frühmorgens wieder hinaus. Für dich heißt das: früh aufstehen oder lange bleiben, und mit wenig Licht umgehen können.
Bereit für deine AT43-Session?
- Ich habe einen Flug mit dem Typcode AT43 im Tracking-Dienst gefunden.
- Ich kenne die voraussichtliche Betriebsrichtung.
- Ich weiß, wann die Sonne auf- oder untergeht und aus welcher Richtung das Licht kommt.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Kamera ist auf wenig Licht und drehende Propeller eingestellt.
Aus welcher Richtung die Maschinen landen, verrät dir die Betriebsrichtung; wie du sie vorab einschätzt, steht in Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Wann das Licht an deinem Spot passt, planst du mit dem Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Ob dein Standort rechtlich in Ordnung ist, klärt Ist Planespotting erlaubt?.
Fototipps für die erste ATR-Generation
Die ATR 42-300 ist klein, und ihre Vierblatt-Propeller sind das Detail, das sie von den jüngeren Schwestern trennt. Diese Punkte helfen dir zu einem Bild, das den Typ eindeutig zeigt.
Propeller dokumentieren
Mach mindestens ein Bild, auf dem die Blätter einzeln erkennbar sind. Für die Stimmung darfst du danach mit längerer Zeit eine Propellerscheibe zeigen.
Fenster und Tore zeigen
Bei Frachtern ist die Seitenansicht mit abgedeckten Fenstern und Frachttor das spannende Motiv. Ein Standpunkt seitlich der Rollbahn liefert das am besten.
Brennweite anpassen
Mit unter 25 Metern Spannweite ist die ATR 42 deutlich kleiner als ein Mittelstreckenjet. Auf Distanz brauchst du mehr Brennweite, um sie formatfüllend zu bekommen.
Wenig Licht nutzen
In der Dämmerung lieber die ISO anheben, statt die Verschlusszeit zu lang zu wählen. Rauschen lässt sich später reduzieren, ein verwackelter Rumpf nicht.
Welche Brennweite in welcher Situation passt, findest du in Objektiv für Planespotting: die richtige Brennweite. Für Aufnahmen bei Dunkelheit hilft der Beitrag Flugzeuge nachts fotografieren.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die ATR 42-300/-320, wenn …
- ein Hochdecker mit T-Leitwerk und Vierblatt-Propellern vor dir steht
- das Hauptfahrwerk in Verkleidungen seitlich am Rumpf verschwindet
- der Rumpf kurz und kompakt wirkt
- im Tracking-Dienst AT43 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- die Propeller sich drehen und du die Blätter nicht zählen kannst
- du die Maschine nur frontal siehst – dann fehlt dir die Rumpflänge als Hinweis
- du -300 und -320 trennen willst – das klappt nur über das Kennzeichen
Es ist keine ATR 42-300/-320, wenn …
- du sechs Blätter pro Propeller zählst – dann ist es eine ATR 42-500 oder -600
- der Rumpf deutlich gestreckt wirkt – dann ist es eine ATR 72
- das Fahrwerk in die Triebwerksgondeln einfährt
- die Flügel unten am Rumpf sitzen
Fazit
Die ATR 42-300 und -320 sind die Pioniere einer der erfolgreichsten Turboprop-Familien. Die ATR-Grundform führt dich zur Familie, die Vierblatt-Propeller zur ersten Generation, die kompakten Proportionen zur 42. Im Passagierdienst sind sie selten geworden, als Frachter in Feeder-Netzen aber weiterhin unterwegs. Für Spotter im deutschsprachigen Raum ist jede Sichtung ein echter Fund.
Kurzfazit
Kurzer Rumpf, T-Leitwerk, vier Blätter pro Propeller: Das ist die ATR 42 der ersten Generation. Die -320 trennst du von der -300 nur übers Kennzeichen. Wer sie gezielt sucht, stellt einen Alarm auf AT43 und plant mit Frachtflügen am Tagesrand.
Zusammenfassung
- Die ATR 42 flog am 16. August 1984 erstmals, die Zulassung folgte im September 1985, erster Betreiber war die französische Air Littoral.
- Die -300 und die leistungsstärkere -320 wurden bis 1996 gebaut und dann von der ATR 42-500 mit Sechsblatt-Propellern abgelöst.
- Vier Propellerblätter und die kompakten ATR-42-Proportionen reichen, um die erste Generation sicher anzusprechen.
- Als Passagierflugzeug ist der Typ selten geworden; die meisten aktiven Exemplare fliegen Fracht, oft nachts und in Tagesrandlagen.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die ATR 42-300?
Die ATR 42-300 läuft unter AT43. Der Code umfasst auch die -320 und den Prototyp-Standard -200. Die -400 hat AT44, die -500 AT45 und die -600 AT46. Mit AT43 filterst du gezielt nach der ersten Generation.
Was ist der Unterschied zwischen ATR 42-300 und -320?
Die Triebwerke: Die -300 fliegt mit dem Pratt & Whitney Canada PW120, die -320 mit dem stärkeren PW121, das vor allem bei hohen Temperaturen und auf hoch gelegenen Flughäfen mehr Leistung bringt. Zellen, Abmessungen und die Vierblatt-Propeller sind gleich. Von außen trennst du die beiden praktisch nur über das Kennzeichen.
Wie unterscheide ich die ATR 42-300 von der ATR 42-500?
Am schnellsten an den Propellern. Die -300 und -320 haben vier Blätter pro Propeller, die -500 und die spätere -600 sechs. Bei laufenden Propellern hilft ein Foto mit kurzer Verschlusszeit oder ein Blick, wenn die Maschine am Boden abgestellt ist.
Wie unterscheide ich ATR 42-300 und ATR 72-200?
Beide gehören zur ersten ATR-Generation und haben Vierblatt-Propeller. Die ATR 42 ist aber deutlich kürzer: Ihr Rumpf ist kürzer als die Spannweite, sie wirkt gedrungen. Die ATR 72 ist gestreckt und hat sichtbar mehr Fenster vor und hinter dem Flügel.
Was ist eine ATR 42-300QC?
QC steht für „Quick Change“. Diese Version lässt sich schnell zwischen Passagier- und Frachtbetrieb umrüsten. Daneben gibt es reine Frachtumbauten, die meist als ATR 42F oder ATR 42-300F bezeichnet werden.
Welche Arten von ATR-42-Frachtern gibt es?
Zwei Grundtypen: Beim Bulk-Frachter wird die Kabine leergeräumt, die Ladung wird lose eingeladen und mit Netzen gesichert. Beim ULD-Frachter kommt ein großes Frachttor vorn links dazu, damit standardisierte Ladeeinheiten hineinpassen. Umbauten bieten mehrere Spezialbetriebe an.
Wo sehe ich heute noch eine ATR 42-300?
Im deutschsprachigen Raum ist sie selten geworden. Die größte bekannte Flotte fliegt im Feeder-Netz von FedEx in Nordamerika, wo frühe ATR 42 als Frachter im Einsatz sind. In Europa tauchen erste ATR 42 vor allem als Frachter oder Gäste auf. Ein Sichtungs-Alarm auf AT43 ist der verlässlichste Weg.
ATR 42-300/320 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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ATR 42-500
Mit der ATR 42-500 bekam der kleine ATR-Turboprop Mitte der Neunziger Sechsblatt-Propeller, stärkere Triebwerke und eine neue Kabine. So erkennst du sie und trennst sie von älteren und jüngeren ATR 42.
TurbopropATR 42-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei Sechsblatt-Propeller und ein kurzer, kompakter Rumpf: Die ATR 42-600 ist der kleinste Turboprop von ATR. So erkennst du sie und trennst sie von der größeren ATR 72.
TurbopropATR 72-200/210
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 72-200 und -210 sind die erste Generation der großen ATR. Viele fliegen heute fensterlos als Frachter. So erkennst du sie und so findest du sie.
TurbopropATR 72-600F
Kein einziges Kabinenfenster, ein riesiges Tor vorn am Rumpf und FedEx-Farben am Leitwerk: Die ATR 72-600F ist der einzige ab Werk gebaute Regionalfrachter mit Propellern. So erkennst du sie und so unterscheidest du sie von umgebauten ATR-Frachtern.
TurbopropDe Havilland Canada Dash 8-100
Kurzer Rumpf, T-Leitwerk und Fahrwerk in den Triebwerksgondeln: Die Dash 8-100 ist die Urversion der Dash-8-Familie. Seit 1984 im Dienst, längst nicht mehr gebaut und trotzdem in Norwegen und Kanada noch Alltag. So erkennst du sie.
TurbopropFokker 50
Hoher Flügel, sechsblättrige Propeller und eine lange Reihe kleiner Fenster: Die Fokker 50 war der letzte Turboprop aus den Niederlanden. Heute fliegt sie nur noch bei wenigen Betreibern – so findest und erkennst du sie.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
ATR
Der französisch-italienische Hersteller ATR baut seit den 1980er-Jahren nur zwei Flugzeuge – die ATR 42 und die ATR 72. Hochdecker, T-Leitwerk, Propeller: Wer die Familie einmal verstanden hat, erkennt sie überall, von Lanzarote bis zu den griechischen Inseln.
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Leonardo aus Rom ist mehr als ein Name auf der Hubschraubertür: Der italienische Konzern baut AW139 und AW169, Jettrainer und Transporter, hält die Hälfte an ATR und fertigt Rumpfteile für Boeing und Airbus. Hier erfährst du, wie du seine Spuren am Flughafen erkennst.
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