Das Wichtigste in Kürze
- Der Saab 2000 ist ein schneller Regional-Turboprop aus Schweden: gestreckte Saab 340, 50 bis 58 Sitze, Reisegeschwindigkeit rund 665 km/h.
- Schnellster Erkennungsweg: Tiefdecker plus sechsblättrige Propeller – diese Kombination hat kaum ein anderes Verkehrsflugzeug.
- Nur 63 Exemplare wurden zwischen 1992 und 1999 gebaut, mehr als die Hälfte davon ging an Crossair.
- Darwin Airline aus Lugano und Eastern Airways aus Humberside waren die prägenden Betreiber nach Crossair – beide gibt es heute nicht mehr.
- Im Flugplan und in Tracking-Diensten läuft der Typ als SB20. Eine Sichtung ist heute echte Seltenheit.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Saab 2000?
- 2.Technik: Kraftpaket mit Sechsblatt-Propellern
- 3.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.Saab 2000 oder Saab 340?
- 5.Saab 2000, ATR oder Dash 8?
- 6.Crossair und der „Concordino“
- 7.Darwin Airline: Saab 2000 im Tessin
- 8.Eastern Airways: Saab 2000 auf britischen Inselrouten
- 9.Warum es beim Saab 2000 blieb
- 10.Sonderversionen: Erieye, Messflugzeug und Frachter
- 11.Wo du den Saab 2000 heute noch siehst
- 12.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 13.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Saab, Linköping (Schweden) |
|---|---|
| ICAO-Typcode | SB20 |
| Basis | Gestreckte Weiterentwicklung der Saab 340 |
| Erstflug | 26. März 1992 |
| Zulassung | JAA im März 1994, FAA im April 1994 |
| Erstkunde | Crossair (Schweiz), Liniendienst ab 1994 |
| Produktion | 63 Flugzeuge, letzte Auslieferung im April 1999 |
| Triebwerke | 2 × Allison (heute Rolls-Royce) AE 2100A |
| Propeller | Sechsblättrige Dowty-Verbundpropeller |
| Länge | 27,28 m |
| Spannweite | 24,76 m |
| Höhe | 7,73 m |
| Sitzplätze | 50 bis 58 |
| Max. Startgewicht | 22,8 t |
| Reisegeschwindigkeit | rund 665 km/h |
| Reichweite | rund 2.870 km |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Tiefdecker: Die Flügel sitzen unten am Rumpf – anders als bei ATR 72 oder Dash 8, die ihre Flügel oben tragen
- Sechs Propellerblätter pro Triebwerk – die kleinere Saab 340 hat nur vier
- Langer, schlanker Rumpf mit vielen Fenstern, deutlich gestreckter als bei der Saab 340
- Triebwerksgondeln mit relativ großem Abstand zum Rumpf, sie ragen weit vor die Flügelvorderkante
- Spitze, schlanke Nase und eine Cockpitpartie, die stark an die Saab 340 erinnert
- Höhenleitwerk am Rumpfende unterhalb des Seitenleitwerks, kein T-Leitwerk
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein Turboprop rollt heran, aber irgendwas passt nicht ins gewohnte Bild: Die Flügel sitzen unten statt oben, an jedem Triebwerk drehen sechs Blätter, und der Rumpf ist erstaunlich lang. Wenn dir so ein Flieger begegnet, hast du sehr wahrscheinlich einen Saab 2000 vor dir – und damit eine echte Rarität. Hier erfährst du, wie du den Typ sicher erkennst, welche Rolle Crossair, Darwin Airline und Eastern Airways spielten und wo du heute überhaupt noch eine Chance auf eine Sichtung hast.
SB20 im Hangar abhaken
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Was ist der Saab 2000?
Der Saab 2000 ist ein zweimotoriger Regional-Turboprop des schwedischen Herstellers Saab. Technisch ist er eine stark gestreckte und deutlich stärker motorisierte Weiterentwicklung der Saab 340. Der Rumpf ist rund 7,5 Meter länger, die Spannweite etwa 15 Prozent größer. Damit passen 50 Passagiere in die Kabine, in dichter Bestuhlung bis zu 58.
Die Idee dahinter war ehrgeizig: Saab wollte einen Propellerflieger bauen, der auf kurzen und mittleren Strecken fast so schnell wie ein Jet ist, aber die günstigen Betriebskosten eines Turboprops behält. Mit einer Reisegeschwindigkeit von rund 665 km/h und bis zu 685 km/h Höchstgeschwindigkeit gehört der Saab 2000 bis heute zu den schnellsten Turboprop-Verkehrsflugzeugen, die je gebaut wurden.
Das Projekt startete 1988, gebaut wurde in Linköping. Europäische Partner lieferten große Baugruppen zu: Die Flügel kamen von CASA aus Spanien, Teile des Leitwerks von Valmet aus Finnland, weitere Rumpfteile aus Großbritannien. Der Erstflug fand am 26. März 1992 statt, im März 1994 folgte die europäische Zulassung durch die JAA, im April die amerikanische durch die FAA. Noch im selben Jahr ging der Typ bei Crossair in den Liniendienst.
Technik: Kraftpaket mit Sechsblatt-Propellern
Herzstück sind zwei Allison AE 2100A, heute unter dem Namen Rolls-Royce AE 2100 bekannt. Der Saab 2000 war das erste zivile Flugzeug mit diesem Triebwerk. Die Leistung ist für ein Regionalflugzeug dieser Größe enorm: Das Grundtriebwerk ist für deutlich höhere Leistungen ausgelegt und wurde für den Saab 2000 auf gut 4.000 Wellen-PS je Seite gedrosselt. Je nach Quelle schwanken die Angaben leicht. Verwandte Versionen der AE-2100-Familie treiben übrigens die Lockheed C-130J Super Hercules und die Alenia C-27J Spartan an.
Die Kraft geht auf sechsblättrige Verbundpropeller von Dowty. Für dich als Spotter ist das das wichtigste Detail: Viele Turboprops ihrer Generation drehen vier Blätter, die Saab 340 ebenfalls.
Spannend war auch die Kabine. Saab baute eine aktive Lärmunterdrückung ein: Mikrofone erfassen das Propellerbrummen, Lautsprecher erzeugen gegenphasigen Schall und löschen so einen Teil des Lärms aus. Zusammen mit den weit außen montierten Triebwerken sollte sich der Flug für Passagiere möglichst wie in einem Jet anfühlen. Im Cockpit arbeitete eine Glasavionik vom Typ Rockwell Collins Pro Line 4.
Praxis-Tipp für Propeller-Fotos
Sechs Blätter frieren bei kurzen Verschlusszeiten schnell zu einem starren Stern ein. Wenn du die Propeller als Kreis zeigen willst, musst du die Zeit bewusst verlängern. Wie du die richtige Verschlusszeit findest, steht im Guide Propeller fotografieren.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Bei Turboprops schauen viele Spotter zuerst auf die Flügelposition. Beim Saab 2000 ist das der perfekte Einstieg.
Flügelposition prüfen
Sitzen die Flügel unten am Rumpf, scheiden ATR 42/72 und alle Dash-8-Versionen sofort aus. Als Tiefdecker-Turboprops bleiben vor allem Saab 340, Saab 2000 und BAe Jetstream 41 übrig.
Propellerblätter zählen
Sechs Blätter pro Seite sprechen klar für den Saab 2000. Bei vier Blättern und kürzerem Rumpf bist du eher bei der Saab 340.
Rumpflänge abschätzen
Der Saab 2000 wirkt für einen Propellerflieger auffällig lang und schlank. Die Jetstream 41 ist deutlich kleiner und hat nur knapp 30 Sitze.
Am Ende bestätigt wie immer das Kennzeichen den Typ. Gerade bei einem so seltenen Flugzeug lohnt sich ein Blick in die Historie: Viele Saab 2000 sind durch mehrere Hände gegangen, oft mit Stationen in der Schweiz und in Großbritannien. Wie du die Geschichte einer Maschine nachverfolgst, erklärt der Beitrag Flugzeugalter herausfinden.
Saab 2000 oder Saab 340?
Die beiden Saab-Turboprops teilen die Formensprache, vor allem bei Nase und Cockpit. Verwechslungen passieren daher schnell, besonders wenn die Maschine weit weg ist.
| Merkmal | Saab 340 | Saab 2000 |
|---|---|---|
| ICAO-Typcode | SF34 | SB20 |
| Propellerblätter | 4 | 6 |
| Sitzplätze | rund 30–36 | 50–58 |
| Länge | kürzer, gedrungen | 27,28 m, schlank |
| Triebwerke | General Electric CT7 | Allison AE 2100A |
| Gebaute Exemplare | über 450 | 63 |
Neben der Blattzahl hilft dir das Verhältnis von Rumpf zu Flügel. Bei der 340 sitzt der Flügel optisch fast in der Mitte des kompakten Rumpfs. Beim 2000 ziehen sich vor allem hinter dem Flügel viele Fensterreihen nach hinten. Mehr zur kleineren Schwester findest du auf der Seite zur Saab 340.
Saab 2000, ATR oder Dash 8?
Der Finder hilft dir, einen unbekannten Regional-Turboprop einzugrenzen.
Schnellbestimmung: Regional-Turboprop
Saab 2000
Tiefdecker, sechs Propellerblätter und ein langer Rumpf ergeben das typische Bild. Prüf das Kennzeichen – bei diesem seltenen Typ lohnt sich das immer.
Saab 340
Tiefdecker mit vier Blättern und kompaktem Rumpf: Das spricht für die kleinere Saab 340, die deutlich häufiger gebaut wurde.
ATR 72 oder Dash 8-400
Hoch angesetzte Flügel schließen den Saab 2000 aus. Die ATR hat ein T-Leitwerk und das Fahrwerk am Rumpf, die Dash 8 zieht es in die Triebwerksgondeln ein.
Wie du ATR- und Dash-8-Versionen untereinander sauber trennst, erklärt der Beitrag Turboprops unterscheiden. Zum Vergleich lohnt auch ein Blick auf die ATR 72-500, die Dash 8-400 und die Fokker 50, die zur selben Turboprop-Generation gehören.
Crossair und der „Concordino“
Ohne Crossair gäbe es die Geschichte des Saab 2000 kaum. Die Schweizer Regionalairline aus Basel war Erstkunde und mit Abstand größter Betreiber: 34 der 63 gebauten Maschinen flogen in ihrer Flotte. Die letzte Saab 2000 überhaupt ging am 29. April 1999 an Crossair. Ihre Piloten gaben dem schnellen Turboprop den liebevollen Spitznamen „Concordino“ – eine kleine Concorde für die Kurzstrecke.
Als Crossair 2002 in Swiss aufging, wechselten die Saab 2000 mit in die neue Flotte. Ein bekannter Zwischenfall aus dieser Zeit: Am 10. Juli 2002 musste ein Swiss-Saab-2000 (HB-IZY) wegen heftiger Unwetter auf dem Flugplatz Werneuchen bei Berlin notlanden und wurde dabei so stark beschädigt, dass er abgeschrieben wurde. Bis 2005 verschwand der Typ aus dem Swiss-Programm. Mehr zur Airline findest du auf der Seite zu Crossair.
Viele Ex-Crossair-Maschinen bekamen danach ein zweites Leben – und zwar oft ganz in der Nähe.
Darwin Airline: Saab 2000 im Tessin
Die zweite große Schweizer Saab-2000-Ära schrieb Darwin Airline. Die Gesellschaft wurde 2003 gegründet, nahm 2004 den Flugbetrieb auf und hatte ihren Sitz in Bioggio bei Lugano. Ihre Basen waren Lugano und Genf, und der Saab 2000 bildete das Rückgrat der Flotte.
Für die kurze Piste in Lugano zwischen den Tessiner Bergen war der Typ gut geeignet: schnell auf der Strecke, kräftig beim Steigen. Zu den Zielen gehörten neben der Verbindung zwischen Lugano und Genf auch Rom und weitere Städte in Europa.
Ende 2013 stieg Etihad Airways mit einem Drittel bei Darwin ein, ab Januar 2014 trat die Airline als Etihad Regional auf. Schon im November 2013 kündigte sie an, alle zehn Saab 2000 in Etihad-Farben umzulackieren – eine der ungewöhnlichsten Liveries, die der Typ je trug. Im Sommer 2017 verkaufte Etihad seine Anteile, die Airline flog kurz als Adria Airways Switzerland weiter. Im September 2017 standen noch sechs Saab 2000 und vier ATR 72-500 in der Flotte. Am 12. Dezember 2017 war Schluss: Darwin wurde für bankrott erklärt und stellte den Betrieb ein.
Historische Betreiber
Crossair, Darwin Airline und Eastern Airways existieren nicht mehr. Fotos ihrer Saab 2000 sind heute Archivmaterial. Wenn du solche Bilder in deiner Sammlung hast, lohnt es sich, Kennzeichen und Datum sauber zu dokumentieren.
Eastern Airways: Saab 2000 auf britischen Inselrouten
In Großbritannien prägte vor allem Eastern Airways das Bild des Saab 2000. Die Airline hatte ihren Sitz am Flughafen Humberside in Nordengland und betrieb Drehkreuze in Humberside und Aberdeen. Ab 2003 ersetzte sie gemietete Embraer-Regionaljets durch gebrauchte Saab 2000. Ihren Höhepunkt erreichte die Saab-Flotte um 2013 mit acht Flugzeugen.
Eingesetzt wurden die Saab 2000 auf typischen britischen Regionalstrecken: von Aberdeen aus, auf Verbindungen von der Isle of Man nach London City im Auftrag von British Airways und auf weiteren Inlandsrouten. Eine Maschine trug sogar eine Werbelackierung für „Aberdeen City and Shire“. Später setzte Eastern vor allem auf Jetstream 41, ATR 72-600 und Embraer-Jets; die Saab 2000 verschwanden aus der Flotte.
Die Airline selbst ist inzwischen ebenfalls Geschichte: Ende Oktober 2025 stellte Eastern Airways den gesamten Flugbetrieb ein, Anfang November 2025 folgte das Insolvenzverfahren. Neben Eastern flog ab 2014 auch Loganair den Saab 2000 in Großbritannien. Einen Überblick über die Regionalszene bekommst du im Beitrag Regionalairlines in Europa.
Keine SB20 mehr verpassen
Setz den Saab 2000 oder ein bestimmtes Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn er anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Warum es beim Saab 2000 blieb
Technisch war der Saab 2000 ein starkes Flugzeug, wirtschaftlich kam er zur falschen Zeit. Genau in den 1990er-Jahren drängten die ersten 50-sitzigen Regionaljets auf den Markt. Die Embraer ERJ 145 und die Bombardier CRJ200 boten Jet-Komfort in derselben Größenklasse. Passagiere und Airlines wollten Jets – ein schneller Turboprop war da schwer zu verkaufen.
Nach nur 63 Exemplaren endete die Produktion 1999. Saab zog sich in der Folge ganz aus dem zivilen Verkehrsflugzeugbau zurück und konzentrierte sich auf Verteidigungstechnik, etwa den JAS 39 Gripen.
Sonderversionen: Erieye, Messflugzeug und Frachter
Weil der Saab 2000 schnell, stabil und geräumig ist, eignete er sich gut als Plattform für Spezialaufgaben:
- Saab 2000 Erieye (AEW&C): Frühwarnflugzeug mit einem langen, flachen Radarbalken auf dem Rumpfrücken. Betreiber sind die Luftwaffen Pakistans und Saudi-Arabiens. Das Profil ist unverwechselbar.
- Saab 2000FI: Vermessungsflugzeuge zur Überprüfung von Navigationsanlagen, zwei davon für die japanische Luftfahrtbehörde.
- Saab 2000F: Umbau zum Frachter, der 2023 erstmals erprobt wurde.
- Swordfish: Konzept für ein Seeaufklärungsflugzeug auf Saab-2000-Basis.
Laut einer Übersicht mit Stand Oktober 2024 waren noch rund 30 Saab 2000 aktiv, ein großer Teil davon als Militär- oder Regierungsflugzeuge. Zivile Exemplare fliegen nur noch bei wenigen kleinen Betreibern, etwa im Charter- und Frachtverkehr in Europa oder im Regionalverkehr in Alaska. Diese Zahlen ändern sich – prüf vor einer gezielten Suche immer den aktuellen Stand.
Wo du den Saab 2000 heute noch siehst
Ehrlich gesagt: Eine Saab-2000-Sichtung ist im deutschsprachigen Raum heute Glückssache. Mit dem Aus von Darwin Airline 2017 verschwand der Typ weitgehend aus der Schweiz. Die verbliebenen zivilen Maschinen tauchen gelegentlich bei Charter- oder Frachtflügen in Europa auf, häufig an Regionalflughäfen.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Regionalflughäfen in Europa | niedrig | Gelegentliche Charter- und Frachtflüge der letzten zivilen Betreiber |
| Linköping (Schweden) | niedrig bis mittel | Saab-Heimat, Werkspräsenz und Sonderversionen |
| Basel, Genf, Lugano | sehr niedrig | Frühere Hochburgen von Crossair und Darwin, heute nur noch Ausnahmen |
| Airshows und Militärveranstaltungen | niedrig | Erieye-Versionen gelegentlich zu Gast |
Rund um Linköping lohnt sich ohnehin ein Besuch: Das Flygvapenmuseum direkt am Flugplatz zeigt die Geschichte der schwedischen Luftfahrt, ein Spotting-Überblick steht auf der Seite zum Flygvapenmuseum am Flugplatz Malmen. Für die Schweizer Saab-Vergangenheit sind der Flughafen Genf (Spotting-Tipps im Genf-Guide) und der EuroAirport Basel-Mulhouse die historischen Orte.
So erhöhst du deine Chance auf eine SB20
- Ich habe in einem Tracking-Dienst nach dem Typcode SB20 gefiltert.
- Ich habe einen Alarm für den Typ eingerichtet.
- Ich kenne die Regionalflughäfen in meiner Nähe, an denen Charterflüge landen.
- Ich weiß, wie ich Saab 2000 und Saab 340 auseinanderhalte.
Wie du Alarme für bestimmte Typen einrichtest, zeigt der Beitrag Flugverfolgung: Alarme einrichten. Und wie selten deine Sichtung tatsächlich ist, kannst du mit dem Guide Seltenheit einer Sichtung einschätzen einordnen. Für Fotos am kleinen Flugplatz lohnt sich außerdem Spotting an Regionalflughäfen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den Saab 2000, wenn …
- die Flügel unten am Rumpf sitzen
- du sechs Propellerblätter pro Seite zählst
- der Rumpf lang und schlank wirkt
- im Tracking-Dienst SB20 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- die Propeller stehen oder sich so schnell drehen, dass du die Blätter nicht zählen kannst
- du die Maschine nur frontal siehst und die Rumpflänge nicht abschätzen kannst
- ein Radarbalken auf dem Rücken sitzt – dann ist es die Erieye-Version
Es ist kein Saab 2000, wenn …
- die Flügel oben auf dem Rumpf sitzen – dann eher ATR oder Dash 8
- du nur vier Blätter siehst und der Rumpf kurz ist – das ist die Saab 340
- die Maschine klein ist und nur rund 30 Sitze hat – dann eher die Jetstream 41
Das Kennzeichen ist auch hier die letzte Instanz. Ex-Crossair- und Ex-Darwin-Maschinen trugen Schweizer HB-Kennzeichen, britische Saab 2000 ein G-Kennzeichen. Wie die Systematik funktioniert, erklären die Beiträge zu Schweizer HB-Kennzeichen und britischen G-Kennzeichen.
Fazit
Der Saab 2000 ist einer der spannendsten Turboprops für Spotter: schnell, elegant und selten. Tiefdecker plus sechs Propellerblätter liefern den Typ, die Rumpflänge trennt ihn von der Saab 340, das Kennzeichen bestätigt. Seine große Zeit in Europa ist mit Crossair, Darwin Airline und Eastern Airways vorbei – umso wertvoller ist heute jede Sichtung.
Kurzfazit
Tief angesetzte Flügel, sechs Propellerblätter, langer Rumpf: Das ist der Saab 2000. Wer ihn heute noch erwischen will, filtert nach SB20, richtet einen Typ-Alarm ein und braucht ein bisschen Glück an den Regionalflughäfen Europas.
Zusammenfassung
- Saab entwickelte den 2000 als schnelle Antwort auf die aufkommenden Regionaljets, Erstflug war am 26. März 1992.
- Crossair war mit 34 Maschinen Hauptkunde, ihre Piloten tauften den flotten Turboprop „Concordino“.
- Nach Crossair prägten Darwin Airline in der Schweiz und Eastern Airways in Großbritannien das Bild des Typs in Europa.
- Heute fliegen die verbliebenen Saab 2000 vor allem als Militär- und Sonderversionen sowie bei wenigen kleinen Betreibern.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat der Saab 2000?
Der Saab 2000 läuft unter SB20. Die kleinere Saab 340 hat den Code SF34. Mit SB20 kannst du in Tracking-Diensten gezielt nach den letzten Maschinen suchen.
Wie unterscheide ich Saab 2000 und Saab 340?
Am schnellsten an den Propellern: Der Saab 2000 hat sechs Blätter pro Triebwerk, die Saab 340 vier. Dazu ist der Rumpf des 2000 rund siebeneinhalb Meter länger, was sich in deutlich mehr Fenstern hinter dem Flügel zeigt.
Warum heißt der Saab 2000 „Concordino“?
Den Spitznamen prägten Crossair-Piloten. Er spielt darauf an, dass der Saab 2000 mit rund 665 km/h Reisegeschwindigkeit für einen Turboprop ungewöhnlich schnell ist und Blockzeiten nahe an denen von Jets erreicht – eine augenzwinkernde Anspielung auf die Concorde.
Warum wurden so wenige Saab 2000 verkauft?
Der Typ kam genau in dem Moment auf den Markt, als Regionaljets wie die Embraer ERJ 145 und die Bombardier CRJ200 populär wurden. Diese boten Jet-Komfort zu ähnlichen Kosten. Nach 63 gebauten Maschinen beendete Saab die Produktion und zog sich aus dem zivilen Flugzeugbau zurück.
Welche Airlines flogen den Saab 2000?
Erstkunde und größter Betreiber war Crossair, später flog der Typ auch bei Swiss. Weitere Betreiber waren unter anderem Darwin Airline (später Etihad Regional), Eastern Airways, Loganair, Regional Airlines in Frankreich und die US-Airline PenAir. Alle diese Einsätze sind inzwischen Geschichte.
Was ist der Saab 2000 Erieye?
Eine militärische Frühwarnversion mit einem langen, flachen Radarbalken auf dem Rumpfrücken. Betreiber sind die Luftstreitkräfte Pakistans und Saudi-Arabiens. Den Radarbalken erkennst du schon aus großer Entfernung.
Was war das Besondere an der Kabine?
Der Saab 2000 hatte eine aktive Lärmunterdrückung: Mikrofone in der Kabine messen den Propellerlärm, Lautsprecher erzeugen gegenphasigen Schall. So sollte sich der Turboprop innen möglichst wie ein Jet anfühlen.
Saab 2000 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
TurbopropATR 72-500
Sechs Propellerblätter, Hochdecker, T-Leitwerk – und von außen fast nicht von der -600 zu unterscheiden: Die ATR 72-500 ist die meistgebaute ATR 72 vor der aktuellen Generation. So grenzt du sie sauber ab.
TurbopropDe Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
TurbopropFokker 50
Hoher Flügel, sechsblättrige Propeller und eine lange Reihe kleiner Fenster: Die Fokker 50 war der letzte Turboprop aus den Niederlanden. Heute fliegt sie nur noch bei wenigen Betreibern – so findest und erkennst du sie.
RegionaljetEmbraer ERJ 145
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Ein schlanker Tiefdecker mit Fünfblatt-Propellern, kreuzförmigem Leitwerk und einem Flügel, der unter dem Rumpf durchläuft: Die Jetstream 41 ist die gestreckte 29-Sitzer-Version der Jetstream 31. So erkennst du sie und weißt, wo sie heute noch fliegt.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
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FlughafenFlughafen Genf
Zweitgrößter Flughafen der Schweiz mit nur einer Piste – dafür der längsten des Landes. Genf lebt von easyJet, SWISS und einer der stärksten Business-Aviation-Szenen Europas. Mit der kostenlosen Terrasse Panorama und dem Bahnhof direkt am Terminal ist er außerdem eines der bequemsten Spotting-Ziele der Schweiz.
FlughafenEuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg
Ein Flughafen, zwei Staaten, drei Codes: Der EuroAirport liegt komplett auf französischem Boden, hat aber einen Schweizer Sektor mit eigener Zollstraße nach Basel. Für Spotter ist er vor allem wegen der Completion-Betriebe spannend – hier bekommen Privat- und VIP-Jets ihre Kabine, und manch unlackierter Großraumjet steht auf dem Vorfeld.
MuseumFlygvapenmuseum Linköping
Das Flygvapenmuseum am Flugplatz Malmen bei Linköping ist das Museum der schwedischen Luftwaffe – und der beste Ort, um die ganze Saab-Ahnenreihe vom Propellerbomber B 18 über Tunnan, Lansen, Draken und Viggen bis zum Gripen an einem Tag zu sehen. Dazu kommt das Wrack der 1952 abgeschossenen DC-3 aus der Catalina-Affäre.
Wo du die Saab 2000 siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Flygvapenmuseum am Flugplatz Malmen bei Linköping
Am Flugplatz Malmen bei Linköping, wo Carl Cederström 1912 eine Flugschule gründete, zeigt das Flygvapenmuseum die Geschichte der schwedischen Luftwaffe: Saab-Jets von Tunnan über Lansen und Draken bis Viggen und Gripen, dazu Spitfire, MiG-15 und das Wrack der 1952 abgeschossenen DC-3.
BesucherterrasseAussichtsterrasse Flughafen Genf
Im vierten Stock von Terminal 1 schaust du über das Vorfeld auf die längste Piste der Schweiz und die Jurakette dahinter. Die Terrasse Panorama kostet nichts, du kommst ohne Sicherheitskontrolle hinein – und dank Business-Aviation, easyJet-Basis und Langstreckengästen wird es selten langweilig. Einziger Haken: Sie ist nur von Mitte März bis Ende Oktober offen.
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