Das Wichtigste in Kürze
- Die Dash 8-300 ist die gestreckte Version der ersten Dash-8-Generation: rund 3,4 Meter länger als die -100/-200, Platz für 50 bis 56 Passagiere.
- Schnellster Erkennungsweg: T-Leitwerk und Fahrwerk in den Gondeln zeigen die Dash-8-Familie, vier Propellerblätter plus mittlere Länge die Serie 300.
- Im Tracking läuft der Typ unter DH8C – nicht zu verwechseln mit DH8A (Serie 100), DH8B (Serie 200) und DH8D (Serie 400).
- Air Canada Express ist Geschichte: Jazz hat die letzte Dash 8-300 im Januar 2022 aus dem Liniendienst genommen.
- Heute ein Typ für Reisende: Widerøe in Norwegen, PAL Airlines in Kanada und vor allem Air New Zealand fliegen die -300 noch.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Dash 8-300?
- 2.Untervarianten und der Name Q300
- 3.Die vier Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.Die Dash-8-Familie im Vergleich
- 5.Dash 8-300 oder ATR 42?
- 6.Betreiber: Wo die Dash 8-300 heute fliegt
- 7.Spotting-Reise: Wo du gezielt suchen kannst
- 8.Fototipps speziell für die Dash 8-300
- 9.Zwischenfälle in der Geschichte des Typs
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | De Havilland Canada (zwischenzeitlich Boeing, dann Bombardier) |
|---|---|
| Familie | Dash 8 (Serien 100, 200, 300 und 400) |
| ICAO-Typcode | DH8C |
| Erstflug | 15. Mai 1987 |
| Indienststellung | 1989 |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PW123 (je nach Untervariante PW123, -A, -B oder -E) |
| Propeller | vier Blätter pro Propeller |
| Länge | rund 25,7 m |
| Spannweite | rund 27,4 m |
| Sitzplätze | typisch 50 bis 56 |
| Reisegeschwindigkeit | bis rund 287 Knoten (ca. 530 km/h) |
| Bauzeit | 1989 bis 2009, 267 Maschinen ausgeliefert |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Hochdecker mit zwei Turboprops und vierblättrigen Propellern
- Echtes T-Leitwerk ganz oben auf der Seitenflosse, wie bei allen Dash 8
- Hauptfahrwerk fährt nach hinten in die Triebwerksgondeln ein, keine Fahrwerksverkleidungen am Rumpf
- Mittlere Rumpflänge: sichtbar gestreckter als Dash 8-100/-200, aber rund sieben Meter kürzer als die Dash 8-400
- Rundere, kürzere Nase und kürzere Triebwerksgondeln als bei der Q400
- Kabine mit 2+2-Bestuhlung und vergleichsweise vielen Fenstern zwischen Tür und Flügel
Aktualisiert: Oktober 2026 – Hochdecker, T-Leitwerk, vier Propellerblätter und ein Rumpf, der weder gedrungen noch extrem lang wirkt: Das ist sehr wahrscheinlich eine De Havilland Canada Dash 8-300, oft auch Q300 genannt. Sie ist die mittlere Größe der Dash-8-Familie und war jahrzehntelang das Arbeitspferd vieler Regionalairlines, von Kanada über Norwegen bis Neuseeland. In Mitteleuropa ist sie inzwischen fast verschwunden. Hier erfährst du, woran du sie sicher erkennst, wie du sie von ihren Schwestern und der ATR 42 unterscheidest und wo sie heute noch fliegt.
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Was ist die Dash 8-300?
Die Dash 8 entstand Anfang der Achtzigerjahre bei De Havilland Canada als moderner Regional-Turboprop. Die erste Version, die Dash 8-100, bot knapp vierzig Sitze und flog 1983 zum ersten Mal. Schnell zeigte sich, dass viele Airlines mehr Kapazität wollten, ohne gleich auf ein deutlich größeres Flugzeug umzusteigen. Die Antwort war die Serie 300: ein um rund 3,4 Meter verlängerter Rumpf, stärkere Triebwerke und eine größere Spannweite.
Am 15. Mai 1987 hob die Dash 8-300 zum ersten Mal ab, 1989 ging sie in den Liniendienst. Angetrieben wird sie von zwei Pratt & Whitney Canada PW123, die je nach Untervariante zwischen rund 2.380 und 2.500 Wellen-PS leisten und vierblättrige Propeller drehen. In der Kabine sitzen die Passagiere in einer 2+2-Anordnung mit Mittelgang; typische Auslegungen liegen bei 50 bis 56 Sitzen. Damit spielt die -300 in derselben Liga wie die ATR 42, die Saab 340 mit etwas weniger und die Fokker 50 mit ähnlich vielen Plätzen.
Die Herstellergeschichte ist bewegt: Als die -300 entwickelt wurde und zum ersten Mal flog, gehörte De Havilland Canada zu Boeing. 1992 übernahm Bombardier das Unternehmen und führte die Dash 8 weiter, ab 2019 lag das Programm bei Longview Aviation Capital, die wieder den Namen De Havilland Canada nutzt. Die Fertigung der Serie 300 endete 2009. Insgesamt wurden 267 Maschinen ausgeliefert, nach Angaben aus dem Jahr 2018 waren damals noch rund 150 bei gut 30 Betreibern im Einsatz.
Untervarianten und der Name Q300
Über die Bauzeit hinweg entstanden mehrere Untervarianten, die sich vor allem bei Triebwerken und Gewichten unterscheiden. Die erste Version DHC-8-301 flog mit PW123, die DHC-8-311 ab 1990 mit PW123A, die DHC-8-314 ab 1992 mit PW123B und die DHC-8-315 ab 1995 mit PW123E. Äußerlich siehst du davon praktisch nichts; die genaue Untervariante verrät dir nur das Kennzeichen in einer Datenbank.
Ab dem zweiten Quartal 1996 baute der Hersteller in alle neuen Dash 8 ein aktives System zur Lärm- und Vibrationsdämpfung ein. Bombardier stellte den Modellen deshalb ein „Q“ für „Quiet“ voran, und aus der späten -300 wurde die Q300. Für Spotter sind Dash 8-300 und Q300 also derselbe Typ, nur unterschiedlich vermarktet.
Daneben gibt es Sonderversionen, etwa für Seeüberwachung und Küstenschutz. Die japanische Küstenwache setzt solche Maschinen ein; eine davon kollidierte am 2. Januar 2024 auf dem Flughafen Tokio-Haneda mit einem landenden Airbus A350 von Japan Airlines. Fünf der sechs Besatzungsmitglieder der Dash 8 kamen ums Leben, alle Menschen an Bord des A350 konnten das Flugzeug verlassen.
Die vier Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Bei Turboprops landen Einsteiger schnell bei „irgendeine ATR“. Mit vier Beobachtungen bestimmst du die Dash 8-300 sicher.
Leitwerk ansehen
Sitzt das Höhenleitwerk ganz oben auf der Seitenflosse, hast du ein T-Leitwerk vor dir. Das ist das Kennzeichen der gesamten Dash-8-Familie und auch aus großer Entfernung gut zu sehen.
Fahrwerk verfolgen
Das Hauptfahrwerk hängt unter den Triebwerken und klappt nach hinten in die Gondeln. Seitliche Fahrwerksverkleidungen am Rumpf, wie bei der ATR, fehlen.
Propellerblätter zählen
Vier Blätter pro Propeller bedeuten eine der klassischen Serien 100, 200 oder 300. Sechs Blätter zeigen die große Dash 8-400.
Länge einschätzen
Wirkt der Rumpf ausgewogen lang, mit spürbarem Abstand zwischen Cockpit und Flügel, ist es die -300. Ein kurzer, gedrungener Rumpf spricht für die -100 oder -200.
T-Leitwerk und Fahrwerk in den Gondeln grenzen die Familie ein, Propeller und Länge liefern die Serie. Das letzte Wort hat wie immer das Kennzeichen. Wie du Flugzeuge grundsätzlich systematisch bestimmst, zeigt der Guide Flugzeugtypen erkennen für Anfänger, und warum das Fahrwerk so ein starkes Merkmal ist, erklärt der Beitrag Fahrwerkskonfigurationen als Erkennungsmerkmal.
Praxis-Tipp: Fenster zählen
Am Boden ist die Länge schwer zu schätzen, wenn kein Vergleichsflugzeug daneben steht. Zähl dann die Kabinenfenster zwischen vorderer Tür und Flügelvorderkante: Die -300 hat hier sichtbar mehr Fenster als die -100/-200. Auf Fotos lässt sich das in Ruhe nachprüfen.
Die Dash-8-Familie im Vergleich
Alle Dash 8 teilen Hochdecker-Flügel, T-Leitwerk und Fahrwerk in den Gondeln. Die Serien unterscheiden sich vor allem in Länge und Propellern.
| Serie | ICAO-Code | Länge | Propeller | Sitze (typisch) |
|---|---|---|---|---|
| Dash 8-100 | DH8A | ca. 22,3 m | 4 Blätter | 37–39 |
| Dash 8-200 | DH8B | ca. 22,3 m | 4 Blätter | 37–39 |
| Dash 8-300 | DH8C | ca. 25,7 m | 4 Blätter | 50–56 |
| Dash 8-400 | DH8D | ca. 32,8 m | 6 Blätter | 70–90 |
Zwischen -100/-200 und -300 liegen gut drei Meter, zwischen -300 und -400 sogar rund sieben. Die Dash 8-200 ist äußerlich fast identisch mit der -100 und unterscheidet sich vor allem bei den Triebwerken. Wer die ganze Familie sammeln will, findet mit der viermotorigen Dash 7 noch den direkten Vorgänger.
Der Code trennt die Serien
Manche Flugradar-Apps zeigen bei allen Serien nur „Dash 8“ an. Filter deshalb nach DH8C, wenn du gezielt die -300 suchst. Wie du solche Daten richtig liest, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B.
Dash 8-300 oder ATR 42?
Die ATR 42 war über Jahrzehnte der direkte Konkurrent der -300: ähnlich viele Sitze, ebenfalls Hochdecker, ebenfalls zwei Turboprops. Der Finder hilft dir, die beiden auseinanderzuhalten.
Schnellbestimmung: 50-Sitzer-Turboprop
Dash 8 der klassischen Serien
T-Leitwerk, Fahrwerk in den Gondeln und vier Blätter: eine Dash 8-100, -200 oder -300. Wirkt der Rumpf ausgewogen lang, ist es die -300.
Dash 8-400
Sechs Blätter und ein sehr gestreckter Rumpf bei T-Leitwerk sprechen für die große Q400.
ATR 42 oder ATR 72
Tiefes Höhenleitwerk und Fahrwerk am Rumpf zeigen eine ATR. Ein kurzer Rumpf passt zur ATR 42, ein langer zur ATR 72.
Ältere ATR 42 wie die ATR 42-300 fliegen mit vierblättrigen Propellern, die Propellerzahl allein trennt die beiden also nicht. Verlass dich deshalb auf Leitwerk und Fahrwerk. Einen breiteren Überblick gibt der Artikel ATR 42/72 und Dash 8 unterscheiden.
Betreiber: Wo die Dash 8-300 heute fliegt
Im deutschsprachigen Raum war die -300 einmal recht verbreitet. Contact Air aus Stuttgart bestellte 1988 drei Maschinen und war damit der erste Kunde außerhalb Kanadas; die Airline flog den Typ von 1990 bis 1997. Die österreichische Tyrolean Airways betrieb laut Flottenübersichten zeitweise über zwanzig -300 und musterte die letzten 2010 aus. Heute ist der Typ hier praktisch verschwunden.
Stand Oktober 2026 sind das die wichtigsten Namen:
- Widerøe aus Norwegen ist der große Dash-8-Betreiber Europas. Neben der -100, der -200 und der -400 hatte die Airline im Sommer 2025 noch drei Dash 8-300 mit je 50 Sitzen im Bestand. Widerøe hat bereits 2020 erklärt, einen Großteil der Dash-8-Flotte bis etwa 2030 ablösen zu wollen; einzelne -300 können also jederzeit abgehen.
- Jazz Aviation, die für Air Canada unter der Marke Air Canada Express fliegt, war mit 28 Maschinen lange einer der größten -300-Betreiber. Diese Ära ist vorbei: Der letzte kommerzielle Flug einer Jazz-Dash-8-300 fand am 9. Januar 2022 statt. Unter Air Canada Express fliegt seither die Dash 8-400.
- PAL Airlines aus Neufundland hat neben einer großen Q400-Flotte noch einzelne -300 im Bestand und fliegt seit 2023 auch für Air Canada Express, dort allerdings mit der Q400.
- Air New Zealand ist heute der wohl größte Q300-Betreiber: Laut Flottenangaben vom September 2025 fliegen 23 Maschinen auf Regionalstrecken innerhalb Neuseelands.
Dazu kommen kleinere Betreiber in Afrika, Asien und Nordamerika sowie Behörden mit Überwachungsversionen. Die genaue Verteilung ändert sich laufend, weil gebrauchte -300 oft den Besitzer wechseln.
| Region | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Deutschland, Österreich, Schweiz | sehr niedrig | keine regulären Betreiber mehr |
| Norwegen | niedrig bis mittel | Widerøe hat noch wenige -300 neben vielen -100/-400 |
| Ostkanada | mittel | PAL Airlines mit einzelnen -300 |
| Neuseeland | hoch | Air New Zealand mit großer Q300-Flotte |
Flotten ändern sich
Bei einem Auslaufmodell wie der -300 können einzelne Maschinen kurzfristig verkauft oder abgestellt werden. Prüf vor einer Reise im Tracking nach dem Code DH8C, welche Kennzeichen gerade unterwegs sind, statt dich auf ältere Flottenlisten zu verlassen.
Nie wieder eine Q300 verpassen
Setz die Dash 8-300 auf deine Wunschliste und richte in Planetrack einen Sichtungs-Alarm für den Typ, die Airline oder ein bestimmtes Kennzeichen ein: Die App meldet sich, wenn die Maschine anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Spotting-Reise: Wo du gezielt suchen kannst
Weil die -300 in Mitteleuropa kaum noch auftaucht, ist sie ein klassisches Reiseziel. In Norwegen fliegt Widerøe ein dichtes Regionalnetz; die Chancen auf eine Dash 8 sind rund um den Flughafen Oslo und den Flughafen Bergen gut, ob es eine -300 ist, verrät dir erst das Tracking. In Bodø lohnt sich zusätzlich das Norsk Luftfartsmuseum direkt am Flughafen, wo du Widerøe-Dash-8 im Alltag und Luftfahrtgeschichte an einem Ort hast.
In Kanada ist die Dash-8-Familie ohnehin allgegenwärtig, die -300 aber seltener geworden. Am Flughafen Toronto Pearson und an Westküsten-Spots wie dem Larry Berg Flight Path Park in Vancouver siehst du vor allem Q400 von Jazz, Porter Airlines und WestJet Encore – gute Vergleichsobjekte, aber eben keine -300. Mehr Tipps für solche Typen abseits des Alltags gibt der Beitrag Seltene Flugzeuge spotten, und wer eine -300 lieber selbst erleben will, findet Anregungen unter Seltene Flugzeugtypen als Passagier fliegen.
Bereit für deine Dash-8-300-Jagd?
- Ich habe aktuelle Flüge mit dem Typcode DH8C im Tracking gefunden.
- Ich weiß, welches Kennzeichen ich erwarte.
- Ich kenne die voraussichtliche Betriebsrichtung.
- Ich weiß, wo die Sonne zur geplanten Uhrzeit steht.
- Meine Verschlusszeit ist auf Propeller eingestellt, nicht auf Jets.
Fototipps speziell für die Dash 8-300
Die -300 ist kleiner als Jets und auch kleiner als die Q400. Das hat Folgen für Brennweite und Bildaufbau.
Propeller richtig zeigen
Eine sehr kurze Verschlusszeit friert die vier Blätter ein, eine längere erzeugt eine runde Propellerscheibe. Wie du das übst, steht im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.
Leitwerk komplett aufs Bild
Das T-Leitwerk ist das stärkste Erkennungsmerkmal. Schneide es bei engen Bildern im Endanflug nicht ab.
Seitenansicht wählen
Nur von der Seite siehst du die Rumpflänge, die dich von -100 und -400 trennt. Frontal sehen alle Dash 8 fast gleich aus.
Licht flach halten
Die hoch liegenden Flügel werfen bei steiler Sonne Schatten auf den Rumpf. Morgen- und Abendlicht zeigen die Lackierung gleichmäßiger.
Wann das Licht an deinem Spot passt, berechnest du vorab mit dem Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Welche Brennweite du für ein eher kleines Flugzeug brauchst, erklärt der Artikel zum richtigen Objektiv fürs Planespotting.
Zwischenfälle in der Geschichte des Typs
Die bekannteste -300-Verbindung nach Deutschland ist ein Unfall: Am 6. Januar 1993 verunglückte eine Dash 8-300 der Contact Air, die für Lufthansa CityLine von Bremen nach Paris unterwegs war, im Anflug auf Paris-Charles-de-Gaulle kurz vor der Landebahn. Vier der 23 Menschen an Bord starben. Die Untersuchung sah die Hauptursache bei der Besatzung, die unter anderem eine zu hohe Sinkrate trotz Warnungen nicht korrigierte. Der zweite schwere Fall ist die erwähnte Kollision in Haneda 2024 mit einer Maschine der japanischen Küstenwache.
Unabhängig davon gilt die -300 als robuster Typ. Für langlebige Zellen gibt es Programme zur Verlängerung der Nutzungsdauer, mit denen Betreiber die zulässige Zahl an Flugzyklen anheben können. Das erklärt, warum manche Maschinen aus den Neunzigerjahren noch heute im Liniendienst stehen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Dash 8-300, wenn …
- das Höhenleitwerk ganz oben auf der Flosse sitzt
- das Hauptfahrwerk aus den Triebwerksgondeln kommt
- du vier Blätter pro Propeller zählst und der Rumpf ausgewogen lang wirkt
- im Tracking DH8C als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du kein Vergleichsflugzeug hast und die Länge schwer einschätzen kannst
- die Propeller laufen und du die Blätter nicht zählen kannst
- du die Maschine nur frontal siehst
Es ist keine Dash 8-300, wenn …
- du sechs Propellerblätter und einen sehr langen Rumpf siehst – dann ist es eine Dash 8-400
- das Fahrwerk in Verkleidungen am Rumpf verschwindet – dann ist es meist eine ATR
- das Höhenleitwerk tief am Rumpf ansetzt, obwohl das Fahrwerk in den Gondeln sitzt – das passt eher zur Fokker 50
- das Flugzeug vier Triebwerke hat – dann kommt eher die Dash 7 infrage
- du ein kleines Hochdecker-Flugzeug mit festem Fahrwerk siehst – das ist eher die DHC-6 Twin Otter
Wer sich generell für die kleinen Airlines hinter solchen Turboprops interessiert, findet im Beitrag Regionalairlines in Europa einen guten Überblick.
Fazit
Die Dash 8-300 ist die goldene Mitte der Dash-8-Familie: T-Leitwerk und Fahrwerk in den Gondeln wie alle Dash 8, vier Propellerblätter wie die -100 und ein Rumpf, der klar länger als die -100, aber viel kürzer als die Q400 ist. Gebaut wird sie seit 2009 nicht mehr, Air Canada Express hat sie 2022 verabschiedet, und im deutschsprachigen Raum sind Contact Air und Tyrolean längst Geschichte. Widerøe, PAL und Air New Zealand halten sie noch in der Luft.
Kurzfazit
T-Leitwerk, Fahrwerk in den Gondeln, vier Propellerblätter und mittlere Länge: Das ist die Dash 8-300. Wer sie gezielt sucht, filtert nach DH8C und plant eine Reise nach Norwegen, Ostkanada oder Neuseeland ein, solange es die Maschinen dort noch gibt.
Zusammenfassung
- Die Dash 8-300 flog am 15. Mai 1987 zum ersten Mal und kam 1989 in den Liniendienst. Bis 2009 wurden 267 Maschinen ausgeliefert, ab 1996 mit Lärmdämmsystem und später unter dem Namen Q300.
- Sie ist rund 25,7 Meter lang, trägt vierblättrige Propeller und PW123-Triebwerke und bietet typisch 50 bis 56 Sitze.
- Von der -100/-200 trennt sie die größere Länge, von der -400 die kürzere Rumpflinie und die vier statt sechs Propellerblätter. Gegen die ATR 42 helfen T-Leitwerk und Fahrwerk in den Gondeln.
- Im deutschsprachigen Raum flogen Contact Air und Tyrolean die -300; heute findest du sie vor allem in Norwegen, Kanada und Neuseeland.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Dash 8-300?
Die Serie 300 läuft unter DH8C. Die Serie 100 hat DH8A, die Serie 200 DH8B und die große Serie 400 DH8D. Wenn du in Tracking-Apps gezielt nach der -300 suchst, filterst du also nach DH8C.
Ist Q300 dasselbe wie Dash 8-300?
Ja. Ab 1996 erhielten neu gebaute Dash 8 ein aktives System gegen Lärm und Vibrationen in der Kabine, und Bombardier vermarktete die Modelle danach mit einem „Q“ für „Quiet“. Technisch und äußerlich ist eine Q300 eine Dash 8-300; ältere Maschinen ohne das System heißen meist schlicht Dash 8-300.
Wie unterscheide ich die Dash 8-300 von der Dash 8-400?
Über Länge, Propeller und Nase. Die -300 ist mit rund 25,7 Metern gut sieben Meter kürzer, hat vier statt sechs Propellerblätter und eine rundere, kürzere Nase. Die -400 wirkt dagegen extrem gestreckt und steht auf sichtbar längeren Fahrwerksbeinen.
Wie unterscheide ich die Dash 8-300 von der Dash 8-100?
Beide haben vier Propellerblätter und dasselbe Grundlayout. Die -300 ist aber rund 3,4 Meter länger, was du am Abstand zwischen Cockpit und Flügel und an der Zahl der Kabinenfenster siehst. Im direkten Vergleich wirkt die -100 gedrungen, die -300 deutlich ausgewogener.
Fliegt Air Canada Express noch die Dash 8-300?
Nein. Jazz Aviation, die unter der Marke Air Canada Express fliegt, hat ihre Dash 8-300 ausgemustert; der letzte Linienflug fand am 9. Januar 2022 statt. Heute setzt Jazz auf die Dash 8-400, die CRJ900 und die Embraer 175. Die kanadische PAL Airlines hat dagegen noch einzelne -300 im Bestand.
Wird die Dash 8-300 noch gebaut?
Nein. Die Fertigung der Serie 300 endete 2009. Seitdem wurde nur noch die größere Dash 8-400 neu gebaut. De Havilland Canada betreut die vorhandene Flotte weiter, und mit Verlängerungsprogrammen für die Lebensdauer der Zelle bleiben manche -300 noch viele Jahre im Einsatz.
Wo sehe ich in Deutschland eine Dash 8-300?
Regulär so gut wie gar nicht. Die früheren Betreiber im deutschsprachigen Raum wie Contact Air und Tyrolean haben den Typ längst abgegeben. Wer eine -300 vor die Linse bekommen will, plant am besten eine Reise nach Norwegen, Kanada oder Neuseeland oder hofft auf einen seltenen Überführungs- oder Charterflug.
De Havilland Canada Dash 8-300 (Q300) sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
De Havilland Canada Dash 8-100
Kurzer Rumpf, T-Leitwerk und Fahrwerk in den Triebwerksgondeln: Die Dash 8-100 ist die Urversion der Dash-8-Familie. Seit 1984 im Dienst, längst nicht mehr gebaut und trotzdem in Norwegen und Kanada noch Alltag. So erkennst du sie.
TurbopropDe Havilland Canada Dash 8-200 (Q200)
Von außen eine Dash 8-100, unter der Haube deutlich mehr Leistung: Die Dash 8-200 ist die schnellere Kurzversion der Dash-8-Familie. Nur 105 Exemplare wurden gebaut, heute fliegen sie vor allem in Norwegen und Island.
TurbopropDe Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
TurbopropATR 42-500
Mit der ATR 42-500 bekam der kleine ATR-Turboprop Mitte der Neunziger Sechsblatt-Propeller, stärkere Triebwerke und eine neue Kabine. So erkennst du sie und trennst sie von älteren und jüngeren ATR 42.
TurbopropATR 42-300/320
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 42-300 und -320 sind die erste Generation des ATR-Turboprops. Heute triffst du sie vor allem als Frachter. So erkennst du sie.
TurbopropSaab 340
Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
De Havilland Canada
Vom Buschflugzeug Beaver über die Twin Otter bis zur Dash 8 und dem Löschflugzeug DHC-515: De Havilland Canada steht für robuste Kurzstart-Flugzeuge. Hier erfährst du, wie das Unternehmen entstand, wem es gehörte und wo du seine Typen heute vor die Linse bekommst.
HerstellerBombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
FlughafenFlughafen Oslo-Gardermoen
Norwegens Tor zur Welt liegt rund 35 Kilometer nördlich von Oslo auf einem alten Militärgelände: zwei parallele Nord-Süd-Bahnen, ein einziges Terminal mit Flytoget-Bahnhof, SAS, Norwegian und Widerøe als Hausherren – und ein Betreiber, der Spottern eigene Plätze ausweist.
FlughafenFlughafen Bergen-Flesland
Norwegens zweitgrößter Flughafen liegt rund 20 Kilometer südlich von Bergen an der Westküste: eine einzige Bahn, ein Terminal von 2017 mit Bybanen-Anschluss, SAS, Norwegian und Widerøe als Hausherren – und dazu ein eigenes Hubschrauberterminal für den Verkehr zu den Ölfeldern der Nordsee.
Wo du die De Havilland Canada Dash 8-300 (Q300) siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Norsk Luftfartsmuseum am Flughafen Bodø
Norwegens nationales Luftfahrtmuseum steht in Propellerform am Rand des Flughafens Bodø. Drinnen wartet die U-2, die an Gary Powers’ Ziel von 1960 erinnert, dazu Spitfire, Mosquito und Widerøes erste Twin Otter – und vom Museumstower schaust du auf den Heimatflughafen von Widerøe.
AnflugschneiseLarry Berg Flight Path Park am Flughafen Vancouver
Der Familienpark der Flughafengesellschaft liegt in Verlängerung der Südbahn des Flughafens Vancouver. Landungen auf der 26L kommen tief über dich hinweg, Starts von der 08R steigen über dir aus – kostenlos, mit Parkplatz, Picknicktischen und Spielplatz.
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