Das Wichtigste in Kürze
- Die MA60 ist Chinas Regional-Turboprop der 2000er-Jahre: rund 60 Sitze, gebaut von Xi’an Aircraft, im Liniendienst seit August 2000.
- Die Wurzeln reichen zur Antonov An-24: Aus der in China nachgebauten An-24 wurde die Y-7, aus deren Version Y7-200A die gestreckte MA60.
- Westlicher Antrieb: Zwei Pratt & Whitney Canada PW127J – derselbe Triebwerkszweig, der auch in der ATR 72 steckt.
- Schnellster Erkennungsweg: Hochdecker mit tief sitzendem Höhenleitwerk – ATR und Dash 8 haben ein T-Leitwerk.
- In Europa praktisch nicht zu sehen: Die MA60 hat keine EASA-Zulassung, Sichtungen gelingen in China, Südostasien oder Afrika.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Xian MA60?
- 2.Von der An-24 zur MA60: eine lange Ahnenreihe
- 3.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.MA60, ATR 72 oder Dash 8?
- 5.MA60 oder An-24?
- 6.Betreiber und Verbreitung
- 7.Unfälle und Kontroversen
- 8.Wo du die MA60 heute siehst
- 9.Fototipps für die MA60
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Xi’an Aircraft Industrial Corporation (AVIC-Gruppe) |
|---|---|
| Abstammung | Gestreckte Weiterentwicklung der Y7-200A, die auf die Antonov An-24 zurückgeht |
| ICAO-Typcode | MA60 |
| Erstflug | 2000 |
| Indienststellung | August 2000, Erstkunde Sichuan Airlines |
| Zulassung | Chinesische Luftfahrtbehörde CAAC; keine EASA- oder FAA-Zulassung |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PW127J, je rund 2.050 kW |
| Propeller | Vierblättrig |
| Spannweite | 29,20 m |
| Länge | rund 24,7 m |
| Höhe | 8,86 m |
| Sitzplätze | bis zu rund 60, vier nebeneinander |
| Max. Startgewicht | 21,8 t |
| Reisegeschwindigkeit | rund 430 km/h |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Hochdecker mit durchgehendem Flügel über dem Rumpf – klassisches Antonov-Erbe
- Flügel mit leichtem Knick: innen etwas nach oben, außen etwas nach unten gestellt
- Konventionelles Leitwerk mit tief am Rumpf angesetztem Höhenleitwerk – kein T-Leitwerk wie bei ATR oder Dash 8
- Schlanke Triebwerksgondeln der PW127J mit vierblättrigen Propellern weit vorn an der Flügelvorderkante
- Rumpf mit vier Sitzen pro Reihe und kurzem, gedrungenem Gesamteindruck
- Im Flugplan und in Tracking-Diensten erscheint der Typ als MA60
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein zweimotoriger Hochdecker rollt über ein Vorfeld irgendwo in Laos, Simbabwe oder Südchina. Auf den ersten Blick wirkt er wie eine ATR, doch das Leitwerk passt nicht, und der Flügel hat einen leichten Knick, den du von der Antonov An-24 kennst. Gut möglich, dass du gerade eine Xian MA60 vor dir hast – Chinas Regional-Turboprop, der in Europa so gut wie nie auftaucht. Hier erfährst du, woher die Maschine kommt, wie du sie sicher bestimmst und wo du überhaupt eine Chance auf eine Sichtung hast.
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Was ist die Xian MA60?
Die MA60 ist ein zweimotoriges Regional-Turbopropflugzeug für rund 60 Passagiere, gebaut von der Xi’an Aircraft Industrial Corporation, einem Unternehmen der staatlichen chinesischen Luftfahrtgruppe AVIC. In der Kabine sitzen die Fluggäste zu viert pro Reihe, links und rechts eines Mittelgangs. Ausgelegt ist das Flugzeug für kurze Strecken und einfache Flugplätze: Die Vorgänger-Generation wurde ausdrücklich für Einsätze mit wenig Bodeninfrastruktur und kurze Pisten entwickelt, und diese Robustheit hat die MA60 geerbt.
Das Kürzel wird als „Modern Ark 60“ gedeutet, eine moderne „Arche“ für 60 Sitze. Im Chinesischen heißt der Typ Xinzhou 60. Der Erstflug fand im Jahr 2000 statt, die chinesische Luftfahrtbehörde CAAC erteilte noch im selben Jahr die Musterzulassung, und im August 2000 ging die erste Maschine bei Sichuan Airlines in Dienst. Zum Vergleich mit anderen chinesischen Zivilprogrammen lohnt ein Blick auf den Hersteller COMAC, der heute mit ARJ21 und C919 die Schlagzeilen bestimmt.
Von der An-24 zur MA60: eine lange Ahnenreihe
Wer die MA60 verstehen will, muss rund 60 Jahre zurückgehen. In den Sechzigerjahren begann Xi’an damit, die sowjetische Antonov An-24 in China nachzubauen. Die erste in China montierte Maschine hob Ende 1970 ab, die Serienfertigung kam aber wegen der politischen Umbrüche jener Zeit nur schleppend voran. Erst Mitte der Achtzigerjahre lief die chinesische Version als Y-7 in größerer Stückzahl vom Band – überwiegend für die Luftstreitkräfte, ein Teil als Verkehrsflugzeug für die damalige Staatsairline CAAC.
In den folgenden Jahren entstanden mehrere zivile Weiterentwicklungen:
| Version | Kennzeichen der Entwicklung |
|---|---|
| Y-7 | Chinesischer Nachbau der An-24 mit WJ-5-Turbinen aus heimischer Fertigung |
| Y-7-100 | Überarbeitetes Cockpit und Kabine, westliche Avionik, Winglets, 52 Sitze |
| Y7-200A | Triebwerke PW127C von Pratt & Whitney Canada statt WJ-5 |
| MA60 | Gestreckte Y7-200A mit PW127J, moderner Ausstattung, rund 60 Sitze |
| MA600 | Verbesserte MA60 mit neuer Kabine und Avionik, Prototyp 2008 |
Die MA60 ist also kein schlichter Klon, sondern das Ergebnis einer jahrzehntelangen Evolution. Mit westlichen Triebwerken und Avionik sollte sie vor allem für Kunden außerhalb Chinas attraktiver werden als die älteren Y-7. Die Militärverwandte der Familie geht übrigens auf die Antonov An-26 zurück, die China als Y-7H mit Heckrampe nachbaute. Mehr zur Herkunft der Konstruktion liest du auf der Seite zum Hersteller Antonov.
Warum das für dich als Spotter wichtig ist
Weil MA60, Y-7, An-24 und An-26 dieselbe Grundform teilen, sind Verwechslungen innerhalb der Familie viel wahrscheinlicher als mit westlichen Typen. Achte deshalb besonders auf Triebwerksgondeln, Heck und Rumpflänge.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Für die MA60 brauchst du keine Detailaufnahme. Drei Beobachtungen genügen, um sie von westlichen Turboprops und von ihren sowjetischen Vorfahren zu trennen.
Leitwerk ansehen
Das Höhenleitwerk sitzt tief, direkt am Rumpfende. Damit scheiden ATR 42/72 und die Dash 8 aus, die alle ein T-Leitwerk haben.
Flügelform prüfen
Der hoch angesetzte Flügel steigt innen leicht an und neigt sich außen wieder etwas nach unten. Dieser Knick ist das sichtbarste Antonov-Erbe.
Triebwerke vergleichen
Die PW127J-Gondeln sind schlanker und moderner geformt als die wuchtigen Gondeln der An-24 mit ihren AI-24-Turbinen. Ein zusätzliches Hilfstriebwerk mit Abgasöffnung in der Gondel, wie bei manchen An-24, fehlt.
Am Ende bestätigt wie immer das Kennzeichen den Typ. Chinesische Maschinen tragen ein B-Kennzeichen mit Ziffern – wie das System funktioniert, erklärt der Beitrag zu den chinesischen B-Kennzeichen. Exportmaschinen fliegen mit dem Kennzeichen ihres Heimatlandes.
MA60, ATR 72 oder Dash 8?
Auf vielen Regionalflughäfen in Asien und Afrika stehen MA60 und westliche Turboprops nebeneinander. Der Finder hilft dir, schnell einzugrenzen.
Schnellbestimmung: zweimotoriger Regional-Turboprop
Xian MA60 (oder ein Familienmitglied)
Tiefes Höhenleitwerk und geknickter Hochdecker deuten auf die An-24-Familie. Moderne, schlanke Gondeln sprechen für die MA60, wuchtige Gondeln eher für An-24, An-26 oder eine ältere Y-7.
ATR 42 oder ATR 72
T-Leitwerk, gerader Flügel und das Hauptfahrwerk in seitlichen Rumpfverkleidungen sind typisch für ATR. Die Länge entscheidet zwischen 42 und 72.
De Havilland Canada Dash 8
Hohes T-Leitwerk, lange Triebwerksgondeln, in denen das Hauptfahrwerk verschwindet, und ein auffällig hochbeiniger Stand sprechen für die Dash 8.
Interessant ist der Vergleich mit der ATR 72-500 und der ATR 72-600: Beide nutzen Triebwerke aus derselben PW127-Familie von Pratt & Whitney Canada wie die MA60. Am Klang wirst du die Typen also kaum unterscheiden – am Leitwerk dafür sofort. Die Dash 8-400 ist zudem deutlich länger. Einen Überblick über alle gängigen Propellermaschinen gibt dir der Guide Turboprops unterscheiden.
MA60 oder An-24?
Innerhalb der Familie wird es kniffliger. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen, die du auch aus einiger Entfernung siehst.
| Merkmal | Xian MA60 | Antonov An-24 |
|---|---|---|
| Triebwerke | PW127J, schlanke Gondeln | AI-24, große, lange Gondeln |
| Hilfstriebwerk in der Gondel | nein | bei manchen Versionen (An-24RV) ja |
| Status | Produktion seit 2000 | Bau in den Sechziger- und Siebzigerjahren |
| Typische Betreiber | China, Südostasien, Afrika | Russland, Zentralasien, Afrika |
| ICAO-Typcode | MA60 | AN24 |
Noch ähnlicher sind ältere chinesische Y-7, die äußerlich der An-24 näher stehen und teils mit Winglets fliegen. Im zivilen Liniendienst sind sie heute selten; bei Militär und Behörden sind Varianten der Y-7 weiterhin anzutreffen. Eine weitere Antonov-Alternative für Regionalstrecken war die An-140, die ebenfalls als Hochdecker mit zwei Propellerturbinen auftritt, aber eine eigenständige Konstruktion ist.
Betreiber und Verbreitung
Die MA60 war von Anfang an auch als Exportflugzeug gedacht. Bis Mitte der 2010er-Jahre wurden rund 100 Exemplare gebaut, etwa die Hälfte davon ging ins Ausland. Die ersten Exportmaschinen erhielt im Mai 2005 Air Zimbabwe. Viele Lieferungen liefen über staatliche Kredite oder als Geschenke der chinesischen Regierung an Partnerländer.
In China selbst flog die MA60 bei mehreren Regionalairlines, darunter Erstkunde Sichuan Airlines. Ein wichtiger Inlandsbetreiber war über Jahre Joy Air, eine Tochter des AVIC-Konzerns; auch Okay Airways setzte den Typ ein. Daneben nutzen die chinesischen Luftstreitkräfte, die Marineflieger und der staatliche Wetterdienst die MA60, Letzterer unter anderem für Wetterbeeinflussung.
Im Ausland tauchte die MA60 unter anderem in folgenden Regionen auf:
- Südostasien: Laos, Kambodscha, Myanmar, Indonesien (Merpati Nusantara, historisch), Philippinen (Zest Airways, historisch)
- Südasien: Sri Lanka (Luftwaffe) und Nepal – Nepal Airlines legte ihre MA60 im Jahr 2020 still
- Afrika: Simbabwe, Sambia, Burundi, Kamerun und Dschibuti, teils bei Regierungs- oder Militärstellen
- Südamerika: Bolivien und Ecuador, jeweils bei militärischen Betreibern
- Pazifik: Tonga, wo Real Tonga den Typ bis Anfang 2015 einsetzte
Viele Maschinen stehen still
Ein erheblicher Teil der exportierten MA60 ist abgestellt, verunfallt oder ausgemustert. Ältere Betreiberlisten sind deshalb mit Vorsicht zu genießen. Prüf vor einer Reise in Tracking-Diensten, ob die Maschinen einer Airline tatsächlich noch fliegen.
Unfälle und Kontroversen
Die Betriebsgeschichte der MA60 ist nicht frei von Rückschlägen. Bis November 2015 zählte man 14 Unfälle mit dem Typ, viele davon bei der Landung und mehrfach im Zusammenhang mit dem Fahrwerk. Anfang 2014 verhängte die chinesische Luftfahrtbehörde auf Antrag des Herstellers ein vorübergehendes Flugverbot für 15 MA60 weltweit, um das Fahrwerks-Anzeigesystem zu überprüfen.
Der schwerste Unfall ereignete sich im Mai 2011: Eine MA60 von Merpati Nusantara stürzte beim Anflug auf Kaimana in Indonesien ins Meer, alle Insassen kamen ums Leben. Indonesische Stellen führten das Unglück später auf menschliches Versagen zurück. Weitere Zwischenfälle betrafen unter anderem Zest Airways auf den Philippinen, Merpati in Kupang sowie Joy Air in Zhengzhou und Fuzhou.
Politisch brisant wurde 2013 der Fall Tonga: Nachdem eine von China geschenkte MA60 bei Real Tonga in Dienst gegangen war, setzte Neuseeland seine Tourismushilfe für das Land aus und riet Reisenden von Flügen mit dem Typ ab. Begründung war, dass die MA60 in Neuseeland und vergleichbaren Rechtsräumen nicht zugelassen ist. Real Tonga stellte den Betrieb mit der Maschine Anfang 2015 ein, nachdem Tonga neuseeländische Luftfahrtvorschriften übernommen hatte.
Wichtig für die Einordnung: Die MA60 besitzt keine Zulassung von EASA oder FAA, weil Xi’an sie dort nie beantragt hat. Das bedeutet nicht automatisch ein Sicherheitsurteil, erklärt aber, warum der Typ in Europa und Nordamerika fehlt.
Wo du die MA60 heute siehst
Für Spotter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die MA60 ein klassischer Reise-Exot. Im heimischen Linienverkehr kommt sie nicht vor, und auch Besuche ausländischer Betreiber sind höchst unwahrscheinlich. Wer den Typ im Hangar haben will, muss zu ihm fliegen.
| Region | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| DACH-Raum | sehr gering | Keine EASA-Zulassung, keine europäischen Betreiber |
| China | mittel | Behörden-, Ausbildungs- und Militärmaschinen, zivil nur noch vereinzelt |
| Laos, Kambodscha | mittel bis gering | Regierungs- und Regionalbetreiber, Bestand schwankt |
| Afrika | gering bis mittel | Regierungsflugzeuge und kleinere Airlines, oft abgestellt |
Am besten filterst du in Tracking-Diensten nach dem Code MA60 und schaust, welche Maschinen in den letzten Wochen überhaupt bewegt wurden. Wie das mit ADS-B-Daten funktioniert, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B, die Logik hinter solchen Codes der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt. Wenn du den Typ nicht nur sehen, sondern auch erleben willst, findest du Anregungen im Artikel Seltene Flugzeugtypen als Passagier fliegen.
Nie wieder einen Exoten verpassen
Setz die MA60 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn der Typ an deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Bereit für die MA60-Jagd auf Reisen?
- Ich habe geprüft, welche MA60 in der Region zuletzt geflogen sind.
- Ich kenne die Betriebsrichtung und die Pistenlage am Zielflughafen.
- Ich habe mich über lokale Regeln zum Fotografieren an Flughäfen informiert.
- Ich weiß, wo die Sonne zur geplanten Uhrzeit steht.
- Ich habe eine Alternative im Kopf, falls die Maschine am Boden bleibt.
Gerade außerhalb Europas sind Regeln zum Fotografieren an Flughäfen oft strenger, vor allem wenn Flugplätze auch militärisch genutzt werden. Kläre das vorab, statt vor Ort Ärger zu riskieren. Wie du eine solche Tour bezahlbar planst, steht im Beitrag Spotting-Reisen günstig planen.
Fototipps für die MA60
Die MA60 ist kein großes Flugzeug, aber ein charaktervolles Motiv. Ein paar Punkte helfen dir, sie typgerecht ins Bild zu setzen.
Flügelknick zeigen
Von schräg vorn oder direkt frontal kommt der leicht geknickte Flügel am besten zur Geltung – genau das Detail, das die Antonov-Herkunft verrät.
Seitenprofil für das Leitwerk
Im Profil siehst du das tief sitzende Höhenleitwerk und die kompakte Rumpflinie. Diese Ansicht ist für die spätere Bestimmung am wertvollsten.
Propeller in Bewegung
Mit einer etwas längeren Belichtungszeit drehen die Propeller im Bild sichtbar. Bei Turboprops wirkt das deutlich lebendiger als eingefrorene Blätter.
Licht und Hitze beachten
In tropischen Regionen flimmert die Luft mittags stark über dem Asphalt. Früher Morgen und später Nachmittag bringen schärfere Bilder und weicheres Licht.
Wann das Licht an deinem Standpunkt passt, berechnest du vorab mit dem Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Und wie du einschätzt, wie besonders deine Sichtung wirklich ist, liest du in Seltene Flugzeuge spotten.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die MA60, wenn …
- ein Hochdecker mit tief sitzendem Höhenleitwerk vor dir steht
- der Flügel außen leicht nach unten geneigt ist
- die Triebwerksgondeln schlank und modern wirken
- im Tracking-Dienst MA60 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- die Gondeln groß und lang wirken – dann eher An-24, An-26 oder Y-7
- Winglets an den Flügelspitzen sitzen – das deutet auf eine Y-7-100
- eine Heckrampe zu sehen ist – dann ist es eine Transportversion
Es ist keine MA60, wenn …
- das Höhenleitwerk oben auf der Seitenflosse sitzt – dann bist du bei der ATR oder der Dash 8
- der Flügel unter dem Rumpf angesetzt ist
- du Strahltriebwerke statt Propeller siehst
Fazit
Die Xian MA60 ist ein Stück chinesische Luftfahrtgeschichte: entstanden aus dem Nachbau der An-24, über Jahrzehnte modernisiert und schließlich mit westlichen Triebwerken in die Welt exportiert. Ihr Ruf ist durch Unfälle und Betriebsprobleme gemischt, für Spotter aber macht genau ihre Seltenheit den Reiz aus. In Europa wirst du sie nicht sehen – auf Reisen nach Asien oder Afrika lohnt es sich, die Augen offen zu halten.
Kurzfazit
Hochdecker, geknickter Flügel, tiefes Höhenleitwerk und schlanke PW127-Gondeln: Das ist die MA60. Wer sie sucht, filtert nach dem Code MA60 und plant eine Reise ein – im DACH-Raum bleibt sie ein Phantom.
Zusammenfassung
- Die MA60 entstand als modernisierte, gestreckte Y-7 mit westlichen Triebwerken und Avionik und sollte auch Exportkunden ansprechen.
- Viele Maschinen gingen nach Asien, Afrika und in den Pazifik, teils als Geschenk oder über Kredite der chinesischen Regierung.
- Mehrere Unfälle, vor allem bei Landungen, und Probleme im Betrieb prägen den Ruf des Typs; eine Reihe von Exemplaren steht abgestellt.
- Für Spotter ist die MA60 ein klassischer Exot: In Europa kommt sie nicht vor, auf Reisen lohnt sich die gezielte Suche nach dem Code MA60.
Häufige Fragen
Ist die MA60 eine Kopie der Antonov An-24?
Nicht direkt. Xi’an baute ab den Siebzigerjahren die An-24 unter der Bezeichnung Y-7 nach und entwickelte sie über mehrere Versionen weiter. Die MA60 ist eine gestreckte Fassung der Y7-200A mit westlichen Triebwerken und neuer Avionik. Die Grundauslegung mit Hochdecker und Flügelknick stammt aber klar aus der An-24-Familie.
Wofür steht „MA60“?
Das Kürzel wird als „Modern Ark 60“ gedeutet – also eine moderne „Arche“ für rund 60 Passagiere. Der chinesische Name lautet Xinzhou 60.
Welchen ICAO-Typcode hat die MA60?
In Flugplänen und Tracking-Diensten läuft sie unter MA60. Wenn du den Code als Filter setzt, findest du die wenigen aktiven Maschinen am schnellsten.
Kann ich eine MA60 in Deutschland sehen?
Im Linienverkehr praktisch nicht. Die MA60 besitzt keine Zulassung der EASA und wird deshalb von keiner europäischen Airline betrieben. Denkbar sind höchstens seltene Überführungs- oder Staatsflüge – realistisch ist eine Sichtung nur auf Reisen nach Asien oder Afrika.
Wie unterscheide ich die MA60 von der ATR 72?
Am Leitwerk: Die ATR 72 hat ein T-Leitwerk, das Höhenleitwerk sitzt oben auf der Seitenflosse. Bei der MA60 sitzt es tief am Rumpf. Dazu ist der Flügel der MA60 leicht geknickt, der ATR-Flügel verläuft gerade.
Warum war die MA60 in den Schlagzeilen?
Wegen mehrerer Unfälle, darunter der Absturz einer Maschine von Merpati Nusantara im Mai 2011 vor Kaimana in Indonesien, bei dem alle Insassen ums Leben kamen. 2013 sorgte zudem eine an Tonga geschenkte MA60 für diplomatischen Streit mit Neuseeland, das vor Flügen mit dem Typ warnte.
Gibt es einen Nachfolger?
Xi’an entwickelte zunächst die verbesserte MA600 mit neuer Kabine und Avionik. Als größerer Nachfolger ist die MA700 mit bis zu 86 Sitzen angekündigt; das Programm hat sich jedoch mehrfach verzögert, unter anderem weil Kanada 2020 die Exportgenehmigung für die geplanten Triebwerke verweigerte.
Xian MA60 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Antonov An-24
Zwei Propellerturbinen, ein hoch angesetzter Flügel und robuste Technik für Schotterpisten: Die An-24 war das Arbeitspferd der sowjetischen Regionalluftfahrt. So erkennst du sie und so grenzt du sie von ihren Verwandten ab.
FrachterAntonov An-26
Zwei Turboprops, ein hochgezogenes Heck mit einer Rampe, die unter den Rumpf gleitet, und ein kleines Strahltriebwerk in der rechten Gondel: Die An-26 ist der kleine Arbeitstransporter des Ostblocks. So erkennst du sie und so findest du sie heute noch.
TurbopropATR 72-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.
TurbopropATR 72-500
Sechs Propellerblätter, Hochdecker, T-Leitwerk – und von außen fast nicht von der -600 zu unterscheiden: Die ATR 72-500 ist die meistgebaute ATR 72 vor der aktuellen Generation. So grenzt du sie sauber ab.
TurbopropDe Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
TurbopropAntonov An-140
Gedacht als Ablösung der An-24, gebaut in drei Ländern – und am Ende nur gut drei Dutzend Mal fertiggestellt: Die An-140 ist einer der seltensten Turboprops der Gegenwart. So erkennst du sie und so grenzt du sie von ihren Verwandten ab.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Antonov
Vom Doppeldecker An-2 bis zur An-225 Mrija, dem größten Flugzeug, das je kommerziell Fracht flog: Das Kiewer Konstruktionsbüro Antonov hat Luftfahrtgeschichte geschrieben. Hier erfährst du, wie der Hersteller entstand, was der Krieg verändert hat, wie du seine Muster erkennst und warum Leipzig/Halle heute der wichtigste Ort für Antonov-Sichtungen in Europa ist.
HerstellerCOMAC
Von Shanghai aus will COMAC das Duopol von Airbus und Boeing aufbrechen: Der Regionaljet ARJ21, seit 2024 als C909 vermarktet, fliegt in großer Zahl in China, die C919 tritt gegen A320neo und 737 MAX an, und mit der C929 ist ein Großraumjet in Arbeit. Hier erfährst du, wie der staatliche Hersteller entstanden ist, wie du seine Muster erkennst und wo du sie realistisch vor die Linse bekommst.
HerstellerATR
Der französisch-italienische Hersteller ATR baut seit den 1980er-Jahren nur zwei Flugzeuge – die ATR 42 und die ATR 72. Hochdecker, T-Leitwerk, Propeller: Wer die Familie einmal verstanden hat, erkennt sie überall, von Lanzarote bis zu den griechischen Inseln.
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