Das Wichtigste in Kürze
- Erst den Typ, dann das Triebwerk: Viele Muster fliegen mit genau einem Triebwerk – 737 MAX mit LEAP-1B, A350 mit Trent XWB, 777-300ER mit GE90-115B. Eine echte Wahl gibt es nur bei wenigen Typen.
- Platte Unterseite heißt CFM56 an der 737: Die abgeflachte Gondel der 737 Classic und NG ist eines der markantesten Triebwerksmerkmale überhaupt.
- Gezackte Hinterkante heißt Boeing-Neuzeit: Chevrons an der Gondel findest du vor allem an der 787, der 747-8 und der 737 MAX.
- Größe verrät die Generation: Neue Triebwerke haben deutlich größere Fans als ihre Vorgänger – bei der A320-Familie springt der Durchmesser von rund 1,6 bis 1,7 auf rund 2 Meter.
- Datenbank als Schiedsrichter: Wo zwei Triebwerke zur Wahl stehen, etwa an 787, A380 oder A320neo, klärt das Kennzeichen in der Flottendatenbank die Frage sicher.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Die kurze Antwort: erst der Typ, dann das Triebwerk
- 2.Wer baut die Triebwerke?
- 3.Welcher Typ fliegt mit welchem Triebwerk?
- 4.CFM56: der Klassiker mit der platten Unterseite
- 5.LEAP: der große Nachfolger
- 6.IAE V2500: die schlanke Alternative
- 7.PW1000G: der Getriebefan
- 8.Rolls-Royce Trent: drei Wellen, viele Varianten
- 9.GE90: der Riese an der 777
- 10.GEnx: die Chevron-Gondeln der 787
- 11.Die Merkmale im Überblick
- 12.Typische Verwechslungen
- 13.Wo du viele Triebwerke auf einmal siehst
- 14.Fazit
Für viele Spotter sind die Triebwerke das schönste Detail am Flugzeug – und das hilfreichste. Wer Triebwerke erkennen kann, bestimmt nicht nur Generationen wie A320neo und ceo sicher, sondern unterscheidet auch Varianten, die sonst fast identisch aussehen. Dazu kommt: Bei einer Handvoll Typen haben die Airlines die Wahl zwischen zwei oder drei Motoren, und genau diese Kombinationen machen manche Sichtung erst interessant. Dieser Guide stellt dir die sieben wichtigsten Triebwerksfamilien der Verkehrsluftfahrt vor – CFM56, LEAP, V2500, PW1000G, Trent, GE90 und GEnx – und zeigt, woran du sie am Zaun erkennst.
Typ und Kennzeichen direkt festhalten
Mit Planetrack postest du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot – so kannst du später nachvollziehen, welches Triebwerk unter dem Flügel hing. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die kurze Antwort: erst der Typ, dann das Triebwerk
Der wichtigste Trick ist kein optisches Merkmal, sondern Wissen: Die meisten Flugzeugtypen fliegen nur mit einem einzigen Triebwerk. Eine Boeing 737 MAX 8 hat immer das LEAP-1B, eine A350-900 immer das Trent XWB, eine 777-300ER immer das GE90-115B. Hast du den Typ bestimmt, kennst du in diesen Fällen auch den Motor.
Spannend wird es nur dort, wo Airlines wählen können – bei der A320-Familie, der A330ceo, den frühen 777, der 787 und der A380. Hier helfen dir Gondelform, Fan-Größe, Schaufelzahl und Details wie Chevrons. Und wenn das Auge an seine Grenzen kommt, klärt das Kennzeichen in der Flottendatenbank die Frage.
Wer baut die Triebwerke?
Hinter den großen Namen stecken oft Gemeinschaftsunternehmen. CFM International gehört je zur Hälfte General Electric und dem französischen Konzern Safran und baut CFM56 und LEAP. Das V2500 stammt von International Aero Engines, einem Konsortium, an dem Pratt & Whitney, die Japanese Aero Engines Corporation und MTU Aero Engines beteiligt sind; Rolls-Royce gehörte zu den Gründern, ist aber 2012 ausgestiegen. Den Getriebefan PW1000G verantwortet Pratt & Whitney, die Trent-Familie Rolls-Royce allein, GE90, GEnx und GE9X General Electric. Die Engine Alliance, ein Gemeinschaftsunternehmen von GE und Pratt & Whitney, liefert mit dem GP7200 die Alternative zum Trent 900 an der A380.
Welcher Typ fliegt mit welchem Triebwerk?
Diese Übersicht ist dein wichtigstes Werkzeug. Sie zeigt, wo das Triebwerk feststeht und wo du genauer hinschauen musst.
| Flugzeugtyp | Triebwerk(e) | Wahl? |
|---|---|---|
| Boeing 737 Classic (-300/-400/-500) | CFM56-3 | nein |
| Boeing 737 NG (-600 bis -900ER) | CFM56-7B | nein |
| Boeing 737 MAX | CFM LEAP-1B | nein |
| A320ceo-Familie | CFM56-5A/-5B oder IAE V2500 | ja |
| A320neo-Familie | CFM LEAP-1A oder PW1100G-JM | ja |
| Airbus A220 | PW1500G | nein |
| Embraer E190-E2 / E195-E2 | PW1900G | nein |
| A340-200/-300 | CFM56-5C | nein |
| A340-500/-600 | Trent 500 | nein |
| A330ceo | GE CF6-80E1, PW4000 oder Trent 700 | ja |
| A330neo | Trent 7000 | nein |
| A350 | Trent XWB | nein |
| A380 | Trent 900 oder Engine Alliance GP7200 | ja |
| 777-200/-200ER/-300 | GE90, PW4000 oder Trent 800 | ja |
| 777-300ER/-200LR/777F | GE90-115B | nein |
| 777X | GE9X | nein |
| 787 | GEnx-1B oder Trent 1000 | ja |
| 747-8 | GEnx-2B | nein |
Wie du die Typen selbst auseinanderhältst, erklären die Guides Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden, A330 oder A340 und Boeing 777 und 787 unterscheiden.
CFM56: der Klassiker mit der platten Unterseite
Das CFM56 ist eines der meistgebauten Strahltriebwerke überhaupt – CFM hatte bis Mitte 2018 über 32.000 Exemplare ausgeliefert. Der erste Prüfstandslauf fand 1974 statt. Für dich als Spotter sind drei Varianten wichtig:
- CFM56-3 an der 737 Classic: Weil die 737 sehr tief steht, musste der Fan mit rund 1,52 Metern klein bleiben, und CFM verlegte das Zubehörgetriebe von der Unterseite an die Seite. Ergebnis: Der Einlauf ist unten abgeflacht. Diese ovale, „platte“ Gondel ist das Erkennungszeichen der Classic-Generation.
- CFM56-7B an der 737 NG: Fan rund 1,55 Meter, die Gondel ist ebenfalls unten abgeflacht, wirkt aber runder und moderner. An der 737-800 siehst du dieses Triebwerk täglich an fast jedem Flughafen.
- CFM56-5 an Airbus: Die Versionen -5A und -5B treiben die A320ceo an, die stärkere -5C die vierstrahlige A340-200 und A340-300. An der A320 ist der Einlauf rund, und hinter der kurzen Fan-Verkleidung schaut der schmalere Triebwerkskern mit seinem Auslasskegel heraus.
Die frühe Militär- und Umrüstversion CFM56-2 kennst du von der KC-135R und von re-motorisierten DC-8 Super 70 – heute eher eine Rarität für Militärspotter.
Gegenlicht nutzen
Die abgeflachte Gondelunterseite der 737 siehst du am besten von schräg vorn oder direkt von vorn, wenn eine Maschine auf dich zu rollt. Von der Seite verschwindet der Effekt fast völlig.
LEAP: der große Nachfolger
Mit dem LEAP hat CFM die nächste Generation gebaut. Der Fan besteht aus 18 breiten, geschwungenen Schaufeln aus gewebtem Verbundwerkstoff – deutlich weniger und deutlich breiter als beim CFM56. Es gibt drei Versionen, die dritte für die COMAC C919:
| Variante | Flugzeug | Fan-Durchmesser (rund) | Indienststellung |
|---|---|---|---|
| LEAP-1A | A320neo-Familie | 1,98 m | 2016 |
| LEAP-1B | Boeing 737 MAX | 1,76 m | 2017 |
| LEAP-1C | COMAC C919 | 1,96 m | 2023 |
An der A320neo wirkt das LEAP-1A wuchtig und kreisrund. An der 737 MAX hat Boeing das Triebwerk höher und weiter nach vorn gesetzt und das Bugfahrwerk um rund 20 Zentimeter verlängert, damit der größere Fan unter den Flügel passt. Das stärkste Merkmal ist aber die gezackte Hinterkante der Gondel: Die Chevrons des LEAP-1B unterscheiden eine MAX auf einen Blick von einer 737 NG. Die runde Form des Einlaufs ist ein zweiter Hinweis – die platte Unterseite der Vorgänger fehlt.
IAE V2500: die schlanke Alternative
Das V2500 lief 1987 erstmals und ist der Konkurrent des CFM56-5 an der A320ceo-Familie. Außerdem steckt es in der MD-90 und im Militärtransporter Embraer C-390. Mit einem Fan von rund 1,61 Metern ist es etwas kleiner als das CFM56-5.
Optisch erkennst du es an der langen, geschlossenen Gondel: Sie zieht sich weiter nach hinten, der Triebwerkskern ragt nicht sichtbar heraus wie beim CFM56-5. Die ganze Gondel wirkt dadurch schlank und zigarrenförmig. Wie du an der A320 außerdem Generation und Flügelspitzen deutest, steht im Guide A320neo oder ceo unterscheiden.
PW1000G: der Getriebefan
Beim PW1000G von Pratt & Whitney sitzt ein Getriebe zwischen Fan und Niederdruckwelle – das Prinzip gab es zuvor schon bei kleineren Triebwerken, in dieser Schubklasse ist es aber neu. Die Untersetzung von rund 3:1 lässt den Fan langsamer drehen als die Turbine. MTU Aero Engines aus München ist am Programm beteiligt.
| Variante | Flugzeug | Fan-Durchmesser (rund) | Fan-Schaufeln |
|---|---|---|---|
| PW1100G-JM | A320neo-Familie | 2,06 m | 20 |
| PW1500G | Airbus A220 | 1,85 m | 18 |
| PW1900G | Embraer E190-E2 / E195-E2 | 1,85 m | 18 |
An der A220-100, der A220-300, der E190-E2 und der E195-E2 ist der Getriebefan der einzige Antrieb – hier musst du nicht rätseln. An der A320neo konkurriert er mit dem LEAP-1A, und die beiden sind optisch schwer auseinanderzuhalten. Die Schaufelzahl ist das sauberste Merkmal: 20 beim PW1100G, 18 beim LEAP-1A. Dafür brauchst du allerdings ein scharfes Foto von vorn. Wie du die E-Jets der ersten und zweiten Generation trennst, zeigt der Guide Embraer E-Jets unterscheiden.
Warum viele A320neo am Boden standen
2023 rief Pratt & Whitney eine große Zahl von PW1100G-Triebwerken zu Inspektionen zurück, weil in Teilen aus Pulvermetall Verunreinigungen gefunden worden waren. Bei betroffenen Airlines standen dadurch über lange Zeit viele Maschinen am Boden. Wenn eine Airline stärker als erwartet auf ältere ceo oder gemietete Flugzeuge setzt, kann das der Hintergrund sein.
Gezielt auf das richtige Triebwerk warten
Lege in Planetrack einen Sichtungs-Alarm für ein Kennzeichen, einen Typ oder eine Airline an und erfahre, wann die Maschine im Anflug ist oder landet – ideal, wenn du eine bestimmte Triebwerkskombination suchst. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Rolls-Royce Trent: drei Wellen, viele Varianten
Die Trent-Familie ist das Rückgrat von Rolls-Royce in der Großraum-Luftfahrt. Alle Varianten arbeiten mit drei konzentrischen Wellen – ein Erbe des RB211. Von außen siehst du die Wellen natürlich nicht. Für Spotter zählt vor allem, welche Variante an welchem Typ sitzt:
| Variante | Flugzeug | Fan-Durchmesser (rund) | Wahl am Typ? |
|---|---|---|---|
| Trent 700 | A330ceo | 2,47 m | eine von drei Optionen |
| Trent 800 | 777-200/-200ER/-300 | 2,80 m | eine von drei Optionen |
| Trent 500 | A340-500/-600 | 2,47 m | einziger Antrieb |
| Trent 900 | A380 | 2,95 m | Alternative zum GP7200 |
| Trent 1000 | Boeing 787 | 2,84 m | Alternative zum GEnx-1B |
| Trent XWB | A350 | 3,00 m | einziger Antrieb |
| Trent 7000 | A330neo | 2,84 m | einziger Antrieb |
Am A330-900 erkennst du den Trent 7000 schon an der Größe: Die Gondeln sind spürbar mächtiger als beim A330ceo, und die Maschine trägt zusätzlich neue, größere Flügelspitzen. An der A380 ist die Wahl zwischen Trent 900 und GP7200 dagegen optisch schwer zu treffen – hier hilft die Flottendatenbank. Wie du A350 und 787 trennst, die beide mit einem Trent fliegen können, zeigt A350 oder Boeing 787.
GE90: der Riese an der 777
Das GE90 ging 1995 bei British Airways an der 777 in Dienst und war mit seinen 22 breiten Verbundschaufeln seiner Zeit voraus. Die frühen Versionen haben einen Fan von rund 3,1 Metern. Das GE90-115B für die 777-300ER, 777-200LR und 777F kommt auf rund 3,25 Metern – das ist nicht weit vom Rumpfdurchmesser einer 737 entfernt.
Für dich heißt das: Jede 777-300ER, jede 777-200LR und jede 777F trägt dieses Triebwerk, denn GE hat für diese Modelle den Zuschlag als alleiniger Lieferant bekommen. Bei der älteren 777-200 und 777-200ER lohnt der genauere Blick: Hier können auch Pratt & Whitney PW4000 oder Rolls-Royce Trent 800 hängen. Das GE90 erkennst du am mächtigsten Einlauf der drei und an den breiten, stark geschwungenen Fan-Schaufeln, die auf Fotos von vorn wie ein Propeller mit wenigen Blättern wirken.
Der Nachfolger GE9X für die Boeing 777-9 setzt noch einen drauf: rund 3,40 Meter Fan-Durchmesser und nur noch 16 Schaufeln. Er wurde exklusiv für die 777X entwickelt.
GEnx: die Chevron-Gondeln der 787
Das GEnx ist gewissermaßen der kleinere Bruder des GE90, ebenfalls mit Verbundschaufeln, hier 18 an der Zahl. Es gibt zwei Versionen:
- GEnx-1B an der Boeing 787: Fan rund 2,82 Meter. Die Gondel trägt die markanten Chevrons an der Hinterkante, die das Bild der 787-9 und der 787-8 prägen.
- GEnx-2B an der Boeing 747-8: Fan rund 2,66 Meter, einziger Antrieb der 747-8 in Passagier- und Frachtversion. Auch hier ist die Gondelhinterkante gezackt, doch die vier Triebwerke und der Buckel machen die 747-8 ohnehin unverwechselbar. Die 747-8F hat das Triebwerk Ende 2011 in den Liniendienst gebracht.
An der 787 konkurriert das GEnx-1B mit dem Trent 1000, und beide Gondeln tragen Chevrons. Die Unterscheidung ist deshalb anspruchsvoll. Manche Airlines oder Hersteller beschriften die Gondeln mit dem Namen des Triebwerks, das ist aber keine Regel. Verlässlich wird es erst mit dem Kennzeichen. Mehr zu den 747-Varianten findest du in Boeing 747-100 bis 747-8 erkennen.
Die Merkmale im Überblick
Wenn du am Zaun stehst, gehst du am besten diese Merkmale durch – vom gröbsten zum feinsten:
1. Typ bestimmen
Prüfe in der Tabelle oben, ob der Typ überhaupt eine Triebwerkswahl hat. Bei 737, A220, A350, A330neo oder 777-300ER bist du damit schon fertig.
2. Größe einschätzen
Vergleiche den Einlauf mit dem Rumpf und dem Abstand zum Boden. Neue Generationen haben deutlich größere Fans als ihre Vorgänger.
3. Gondelform ansehen
Platte Unterseite: CFM56 an der 737. Kurze Verkleidung mit sichtbarem Kern: CFM56-5. Lange, geschlossene Zigarre: V2500.
4. Hinterkante prüfen
Chevrons bedeuten bei Zweistrahlern 787 oder 737 MAX, bei Vierstrahlern 747-8. Eine glatte Hinterkante schließt diese Typen aus.
5. Fan-Schaufeln zählen
Auf scharfen Fotos von vorn: viele schmale Schaufeln deuten auf ältere Triebwerke, wenige breite auf moderne Verbundfans.
6. Mit Kennzeichen gegenprüfen
Schlag die Registrierung in einer Flottendatenbank nach – dort steht die genaue Modellbezeichnung samt Triebwerk.
Fan-Schaufeln im Vergleich
| Triebwerk | Fan-Schaufeln | Wirkung auf dem Foto |
|---|---|---|
| CFM56-5A/-5B | 36 | dichter Kranz schmaler Schaufeln |
| CFM56-7B | 24 | schmale Schaufeln, weniger dicht |
| GE90 | 22 | breite, stark geschwungene Verbundschaufeln |
| PW1100G | 20 | breite Schaufeln |
| LEAP, GEnx, PW1500G/PW1900G | 18 | breite, geschwungene Schaufeln |
| GE9X | 16 | sehr breite Schaufeln |
Typische Verwechslungen
737 NG oder MAX im Anflug
Von unten sind beide Generationen ähnlich, doch die Chevrons des LEAP-1B und der runde Einlauf verraten die MAX. Achte zusätzlich auf die Flügelspitzen – die MAX trägt die zweigeteilten AT-Winglets, die du im Guide Winglets, Sharklets, Split Scimitar und Raked Wingtips kennenlernst.
CFM56-5 oder V2500 an der A320ceo
Hier hilft die Gondellänge: Beim CFM56-5 endet die Fan-Verkleidung früh und der Kern schaut heraus, beim V2500 reicht die Gondel geschlossen weit nach hinten. In der Modellbezeichnung steht eine 1 an zweiter Stelle für CFM56 (etwa A320-214), eine 3 für das V2500 (etwa A320-232).
GEnx-1B oder Trent 1000 an der 787
Beide haben Chevrons, ähnliche Größe und eine ähnliche Gondel. Mit bloßem Auge gelingt die Trennung selten zuverlässig. Nutze das Kennzeichen und die Flottendatenbank, wie im Guide Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen beschrieben. Ist das Kennzeichen auf deinem Foto schwer zu lesen, hilft Unlesbares Kennzeichen ermitteln.
Wie fit bist du bei Triebwerken?
- Ich weiß, welche Typen nur ein einziges Triebwerk haben.
- Ich erkenne die platte Gondelunterseite der 737 Classic und NG.
- Ich ordne Chevrons der 787, der 747-8 und der 737 MAX zu.
- Ich unterscheide CFM56-5 und V2500 an der Gondellänge.
- Ich erkenne den Trent 7000 am A330neo an der Größe.
- Ich prüfe Zweifelsfälle mit Kennzeichen und Modellbezeichnung nach.
Wo du viele Triebwerke auf einmal siehst
Die größte Auswahl bieten die Drehkreuze mit viel Langstreckenverkehr. Am Flughafen Frankfurt siehst du von der Aussichtsplattform Zeppelinheim aus A350, 787, 777, A330 und 747-8 im Wechsel – und damit Trent XWB, GEnx, GE90 und Trent 7000 an einem Nachmittag. Am Flughafen München bietet der Besucherhügel einen guten Blick auf rollende Maschinen, bei denen du die Gondeln in Ruhe studieren kannst.
Wer Triebwerke nicht nur sehen, sondern auch hören will: Die Klangunterschiede zwischen alten und neuen Generationen sind deutlich. Tipps dazu findest du im Guide Triebwerkssound aufnehmen. Und wie die Typcodes in Live-Karten aufgebaut sind, erklärt ICAO-Typcodes erklärt.
Deine Triebwerkskombinationen im Hangar sammeln
In Planetrack landet jede Sichtung mit Typ und Kennzeichen in deinem Hangar, und auf der Wunschliste notierst du, was dir noch fehlt – etwa eine 777-200ER mit Trent 800 oder eine A380 mit GP7200. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Kurzfazit
Triebwerke erkennst du am schnellsten über den Flugzeugtyp, denn viele Muster haben nur einen Antrieb. Wo es eine Wahl gibt, helfen Gondelform, Fan-Größe, Chevrons und Schaufelzahl – und im Zweifel das Kennzeichen in der Flottendatenbank.
Triebwerke sind das Detail, an dem sich Generationen und Varianten am deutlichsten zeigen. Die platte Gondel der 737 NG, die Chevrons der 787, der riesige Einlauf des GE90 – nach ein paar Sessions am Zaun erkennst du diese Merkmale ohne nachzudenken. Für den Einstieg in die Typbestimmung insgesamt lohnt sich der Guide Flugzeugtypen erkennen für Anfänger.
Zusammenfassung
- Die meisten Verkehrsflugzeuge tragen Triebwerke von CFM International, Pratt & Whitney, Rolls-Royce, General Electric oder dem Konsortium IAE. Welche Familie unter dem Flügel hängt, ergibt sich oft schon aus dem Flugzeugtyp.
- Das CFM56 ist das Triebwerk der 737 Classic und NG, der A320ceo und der A340-200/-300. Sein Nachfolger LEAP treibt die A320neo, die 737 MAX und die C919 an.
- Das V2500 ist die Alternative zum CFM56 an der A320ceo, der PW1000G-Getriebefan die Alternative zum LEAP an der A320neo und das einzige Triebwerk von A220 und E190-E2/E195-E2.
- Rolls-Royce Trent gibt es in vielen Versionen von der A330 bis zur A380. An A350 und A330neo ist ein Trent der einzige Antrieb.
- GE90 und GEnx sind die großen GE-Triebwerke von 777, 787 und 747-8. Das GE90-115B ist an der 777-300ER, 777-200LR und 777F alleiniger Antrieb.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich ein CFM56 an der Boeing 737?
An der abgeflachten Unterseite der Gondel. Weil die 737 sehr tief über dem Boden steht, hat CFM das Zubehörgetriebe beim CFM56-3 von der Unterseite an die Seite verlegt. Der Einlauf wirkt dadurch unten platt statt kreisrund. Diese Form findest du an der 737 Classic und, etwas weniger ausgeprägt, an der 737 NG mit dem CFM56-7B.
Welche Flugzeuge haben Chevrons am Triebwerk?
Die gezackte Hinterkante der Gondel ist das Markenzeichen der Boeing 787 – dort haben sowohl GEnx-1B als auch Trent 1000 Chevrons. Auch die 747-8 mit dem GEnx-2B und die 737 MAX mit dem LEAP-1B tragen solche Zacken. Sie dienen der Lärmminderung, weil sie den austretenden Luftstrahl sanfter mit der Umgebungsluft mischen.
Wie unterscheide ich LEAP-1A und PW1100G an der A320neo?
Mit bloßem Auge nur schwer, weil beide Gondeln groß und rund sind. Der Fan des PW1100G ist mit rund 2,06 Metern etwas größer als der des LEAP-1A mit rund 1,98 Metern, und er hat 20 statt 18 Schaufeln. Am sichersten ist die Modellbezeichnung zum Kennzeichen: -251N steht für LEAP, -271N für Pratt & Whitney.
Was ist ein Getriebefan?
Beim PW1000G von Pratt & Whitney sitzt zwischen Fan und Niederdruckwelle ein Getriebe mit einer Untersetzung von rund 3:1. Der große Fan kann dadurch langsamer drehen als die Turbine, die ihn antreibt. Beide Bauteile laufen so näher an ihrer jeweils günstigsten Drehzahl.
Welches Triebwerk hat die Boeing 777-300ER?
Immer das GE90-115B von General Electric. Für die 777-300ER, die 777-200LR und die 777F hat GE den Zuschlag als alleiniger Lieferant bekommen. Nur die frühen 777-200, 777-200ER und 777-300 gab es zusätzlich mit Pratt & Whitney PW4000 oder Rolls-Royce Trent 800.
Was bedeutet Trent bei Rolls-Royce?
Trent ist der Familienname der großen Rolls-Royce-Mantelstromtriebwerke, benannt nach dem englischen Fluss. Alle Trent-Varianten arbeiten mit drei konzentrischen Wellen statt der bei GE und CFM üblichen zwei. Die Zahl oder das Kürzel dahinter zeigt den Einsatz: 700 für die A330, 900 für die A380, 1000 für die 787, XWB für die A350.
Wie groß ist das größte Triebwerk im Linienverkehr?
Das GE90-115B der 777-300ER hat einen Fan-Durchmesser von rund 3,25 Metern. Noch größer ist das GE9X der Boeing 777X mit rund 3,40 Metern, das als exklusiver Antrieb für dieses Muster entwickelt wurde.
Nachschlagen statt raten
In der Flugzeugtypen-Datenbank findest du zu jedem Flugzeugtyp eine eigene Seite mit Steckbrief, Erkennungsmerkmalen und Spotting-Hinweisen – nach Herstellern sortiert.
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
CFM International
Das Gemeinschaftsunternehmen von GE Aerospace und Safran baut die Triebwerke, die du beim Spotten am häufigsten siehst: das CFM56 für die klassische A320-Familie, die 737 Classic und NG sowie das LEAP für A320neo, 737 MAX und C919. Jede Boeing 737 seit der -300 fliegt mit CFM.
HerstellerPratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
HerstellerRolls-Royce
Britischer Triebwerkshersteller mit über hundert Jahren Luftfahrtgeschichte: Die Trent-Familie treibt A330, A350, A380 und Boeing 787 an, die Business-Jet-Triebwerke kommen aus Dahlewitz bei Berlin. Für Spotter ist Rolls-Royce die Frage hinter der Frage – welcher Antrieb hängt eigentlich unter dem Flügel?
HerstellerMTU Aero Engines
MTU Aero Engines baut keine Flugzeuge, steckt aber in sehr vielen: Der Münchner Triebwerkshersteller liefert Turbinen und Verdichter für den Getriebefan des A320neo, für 747-8, 787, A380 und Eurofighter und überholt jedes Jahr rund 1.500 Triebwerke und Industriegasturbinen. Für Spotter ist MTU der Schlüssel zu der Frage, was eigentlich unter dem Flügel hängt.
Passende Spotting-Spots
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Aussichtsplattform Zeppelinheim am Flughafen Frankfurt
Der Klassiker unter den Frankfurter Spotterpunkten: Von der Plattform an der Autobahnbrücke bei Zeppelinheim schwebt bei Westwind der Großteil der Landungen auf die Südbahn ein – kostenlos, öffentlich und mit der S-Bahn schnell vom Frankfurter Hauptbahnhof erreichbar.
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