Adria Airways

Historische Nationalairline Sloweniens aus Ljubljana: 1961 im damaligen Jugoslawien gegründet, als Inex-Adria groß geworden im Ferienflug, ab 2004 in der Star Alliance und zuletzt mit CRJ, A319 und Saab 2000 unterwegs – bis zum Konkurs im Herbst 2019.

Auch bekannt als: Adria Aviopromet · Inex-Adria Aviopromet · Inex-Adria Airways · JP

SlowenienSlowenienNetzwerk-AirlinesIATA: JPICAO: ADR12 Min. Lesezeit

JP

IATA-Code

ADR

ICAO-Code

1961–2019

58 Jahre Flugbetrieb

S5-

Kennzeichen-Präfix Slowenien

Das Wichtigste in Kürze

  • Adria Airways war die Nationalairline Sloweniens mit Drehkreuz in Ljubljana und stellte im September 2019 nach 58 Jahren den Flugbetrieb ein.
  • Codes: IATA JP, ICAO ADR, Rufzeichen „ADRIA“.
  • Drei Namen, ein Unternehmen: Adria Aviopromet (1961), Inex-Adria (ab 1968) und Adria Airways (ab 1986).
  • Vom Ferienflieger zur Star-Alliance-Airline: In jugoslawischer Zeit lebte Adria vom Charterverkehr, ab 2004 war sie Mitglied der Star Alliance und eng mit Lufthansa verbunden.
  • CRJ als Rückgrat: Ab 1998 prägten Bombardier-Regionaljets die Flotte, zum Schluss ergänzt durch A319 und Saab 2000.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Adria Airways im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Geschichte: von Adria Aviopromet zu Adria Airways
  4. 4.Das Streckennetz
  5. 5.Die Flotte
  6. 6.Woran du Adria Airways erkennst
  7. 7.Adria im regionalen Umfeld
  8. 8.Häufige Verwechslungen
  9. 9.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeJP
ICAO-CodeADR
RufzeichenADRIA
DrehkreuzeLJU
AllianzStar Alliance
StatusHistorisch – Flugbetrieb im September 2019 eingestellt, Konkursantrag am 30. September 2019, Verfahrenseröffnung Anfang Oktober 2019
GeschäftsmodellNationale Netzwerk-Airline mit Linienflügen ab Ljubljana in die Zentren Europas, dazu Charterflüge und Wet-Lease für andere Airlines
Gegründet14. März 1961 als Adria Aviopromet, ab 1968 Inex-Adria Aviopromet, ab 1986 Adria Airways
Sitz und DrehkreuzFlughafen Ljubljana Jože Pučnik (LJU) in Zgornji Brnik
EigentümerAb 1996 vollständig im Besitz des slowenischen Staates, ab 2016 mehrheitlich beim Restrukturierungsfonds 4K Invest
AllianzStar Alliance von 2004 bis 2019
VielfliegerprogrammMiles & More
Flotte zuletzt (Sommer 2019)Rund 20 Flugzeuge: Airbus A319, Bombardier CRJ700 und CRJ900, Saab 2000 – je nach Quelle und Stichtag 18 bis 20 Maschinen
Frühere TypenDouglas DC-6B, DC-9, DC-8 (geleast), MD-81/82, Caravelle und BAC One-Eleven (geleast), Dash 7, Airbus A320, CRJ100/200, Boeing 737-400 und -500, Fokker 100, Saab 340

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Adria Airways?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Slowenisches Kennzeichen mit S5-; aus jugoslawischer Zeit stammen Fotos mit YU--Kennzeichen
  • Schriftzug „Adria“ am Rumpf; als Markenzeichen am Leitwerk diente seit Ende der 1980er-Jahre ein stilisiertes Lindenblatt, ein Nationalsymbol Sloweniens
  • Zuletzt vor allem Bombardier-Regionaljets (CRJ700, CRJ900), dazu drei Airbus A319 und Saab-2000-Turboprops
  • Eine CRJ900 (S5-AAV) flog in der Star-Alliance-Sonderbemalung
  • Flugnummern mit JP, im Funk und auf Trackern das Rufzeichen ADRIA bzw. der Code ADR
  • Heute nur noch auf Archivfotos – seit Herbst 2019 fliegt keine Adria Airways mehr

Wer zwischen den späten 1990er-Jahren und 2019 in Frankfurt, München, Wien oder Zürich gespottet hat, kennt sie: schlanke Bombardier-Regionaljets mit slowenischem S5-Kennzeichen, die mehrmals täglich nach Ljubljana pendelten. Adria Airways war die Nationalairline eines der kleinsten Länder Europas, Mitglied der Star Alliance und über Jahrzehnte ein Stammgast an deutschen Flughäfen. Im Herbst 2019 war nach 58 Jahren Schluss. Hier erfährst du, woher die Airline kam, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie auf alten Fotos erkennst.

Historische Airline

Adria Airways hat den Flugbetrieb im September 2019 eingestellt und Ende September 2019 Konkurs angemeldet. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Airline. Die Codes JP und ADR stehen hier für Adria Airways.

Adria Airways im Überblick

Adria Airways war die nationale Airline Sloweniens mit Sitz und Drehkreuz am Flughafen Ljubljana in Zgornji Brnik. Gegründet wurde sie am 14. März 1961 – damals noch im sozialistischen Jugoslawien und unter dem Namen Adria Aviopromet. Ihre Geschichte ist deshalb auch eine Geschichte der Region: Ferienflieger in jugoslawischer Zeit, Nationalairline nach der Unabhängigkeit Sloweniens 1991, Star-Alliance-Partner im Netz der Lufthansa Group und am Ende ein Opfer von Schulden und gescheiterter Privatisierung.

Typisch für Adria war die Rolle als Zubringer. Von Ljubljana aus gingen die Flüge in die großen Drehkreuze Europas, wo Passagiere in die Netze der Partner umstiegen. Dazu kamen Verbindungen in den Westbalkan, etwa nach Pristina und Tirana, sowie Charter- und Wet-Lease-Aufträge für andere Airlines. Im Jahr 2017 beförderte Adria nach Angaben der englischsprachigen Wikipedia rund 1,2 Millionen Fluggäste.

JPIATA-Code in der Flugnummer
ADRICAO-Code im Flugplan
LJUDrehkreuz Ljubljana

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code JP: stand vor den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code ADR: Kennung im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern.
  • Rufzeichen ADRIA: so meldeten sich die Crews im Funk.

Eine Besonderheit für dein Logbuch: Viele Adria-Flüge liefen in den letzten Jahren gar nicht unter JP. Wenn Adria-Jets im Wet-Lease für Lufthansa, Austrian oder Swiss unterwegs waren, trugen die Flüge die Flugnummer des Auftraggebers, während Flugzeug und Crew von Adria kamen. Auf Fotos aus dieser Zeit lohnt es sich daher, Flugnummer und durchführende Airline getrennt zu notieren. Wie IATA- und ICAO-Codes zusammenhängen, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes.

Balkan-Luftfahrtgeschichte im Hangar

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Geschichte: von Adria Aviopromet zu Adria Airways

Die Anfänge als Charterairline (1961–1968)

Adria Aviopromet begann 1961 als Charterairline. Die ersten Flugzeuge waren viermotorige Douglas DC-6B, die von der niederländischen KLM stammten. Schon in den ersten Jahren flog die junge Gesellschaft Charter in den Nahen Osten und nach Nordafrika, dazu kamen erste Linienverbindungen ab Belgrad. Als 1964 der neue Flughafen bei Ljubljana öffnete, verlegte Adria ihre Basis dorthin. Wirtschaftlich stand die kleine Gesellschaft allerdings auf wackligen Beinen.

Inex-Adria und der Ferienflug-Boom (1968–1986)

Die Rettung kam im Dezember 1968 durch den Zusammenschluss mit dem Belgrader Handelskonzern InterExport. Aus Adria wurde Inex-Adria Aviopromet, international meist Inex-Adria Airways. 1969 kam mit einer Douglas DC-9 der Serie 30 der erste Jet. In den 1970er-Jahren wuchs die Flotte mit weiteren DC-9; zeitweise ergänzten geleaste Maschinen wie eine DC-8, gelegentlich Caravelle und Mitte der 1980er-Jahre BAC One-Eleven die Flotte. Das Kerngeschäft war der Ferienverkehr: Urlauber aus Westeuropa, vor allem aus Deutschland, flogen mit Inex-Adria an die jugoslawische Adria.

1981 übernahm Inex-Adria drei Flugzeuge der neuen MD-80-Familie, darunter die MD-81 und die MD-82. Für kürzere Strecken kamen später viermotorige Turboprops vom Typ de Havilland Canada Dash 7 dazu. 1985 kam München-Riem als Linienziel dazu.

Zu dieser Ära gehören auch schwere Unglücke. 1975 verunglückte eine DC-9 im Nebel beim Anflug auf Prag, 1976 kollidierte eine Inex-Adria-DC-9 über Kroatien mit einer Trident der British Airways. Am 1. Dezember 1981 prallte eine MD-82 im Anflug auf Ajaccio auf Korsika gegen einen Berg, alle 180 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Eigenständig unter neuem Namen (1986–1996)

1986 löste sich die Airline vom Inex-Konzern und hieß fortan Adria Airways. In diese Zeit fällt auch die neue Markenidentität mit dem Lindenblatt, einem Nationalsymbol Sloweniens. Bereits 1984 hatte Adria den Airbus A320 bestellt, 1989 kam das erste fabrikneue Exemplar – Adria gehörte damit zu den frühen Betreibern des Typs.

Dann zerbrach Jugoslawien. Während des Zehn-Tage-Kriegs 1991 brachte Adria ihre Flugzeuge ins österreichische Klagenfurt in Sicherheit und nahm den Betrieb erst nach der Unabhängigkeit Sloweniens wieder auf. Der Ferienmarkt an der Adria brach in den Kriegsjahren weitgehend ein, und die Airline stellte sich auf Linienflüge um. Im Februar 1996 übernahm der slowenische Staat sämtliche Anteile.

Lufthansa, CRJ und Star Alliance (1996–2010)

Ab 1996 suchte Adria die Nähe zu Lufthansa. 1997 bestellte sie zwei Bombardier CRJ200, die 1998 ausgeliefert wurden – der Beginn der Regionaljet-Ära, die Adria bis zum Ende prägte. Nach dem Kosovo-Krieg war Adria die erste Airline, die wieder Linienflüge nach Pristina anbot, und baute Ljubljana schrittweise zu einem kleinen Umsteigepunkt zwischen Westbalkan und Westeuropa aus.

Am 18. November 2004 trat Adria der Star Alliance bei, zunächst als Regionalmitglied, ab Januar 2010 als vollwertiges Mitglied. Im Mai 2007 kam die erste CRJ900. Zeitweise flog Adria auch geleaste Boeing 737-400 und 737-500. Wirtschaftlich blieb es wackelig: Mehrere Jahre endeten mit Verlusten, ab 2010 wurden sie so groß, dass der Staat 2011 im Rahmen einer Sanierung erneut Kapital nachschießen musste.

Privatisierung und Expansionsversuche (2016–2018)

2016 verkaufte der Staat die große Mehrheit der Anteile an den Restrukturierungsfonds 4K Invest. Der neue Eigentümer setzte auf Kostensenkungen und neue Märkte. 2017 übernahm die Gruppe zusätzlich die Schweizer Darwin Airline, die als Adria Airways Switzerland auftrat und schon im Dezember 2017 den Betrieb einstellte. Für Spotter sichtbar wurde die neue Strategie vor allem am Wet-Lease: Adria-CRJ flogen für Austrian Airlines, Lufthansa und Luxair, Saab 2000 für Swiss. Eine Ende 2018 angekündigte Bestellung von Suchoi Superjet 100 kam nie zustande.

Das Ende im September 2019

2019 ging es schnell bergab. Ab Mitte September holten Leasinggeber Flugzeuge zurück – darunter die drei A319. Am 23. September 2019 landete der letzte reguläre Flug mit eigenem Flugzeug und eigener Crew, von Kopenhagen nach Ljubljana. In der Woche danach fielen nach Angaben von EX-YU Aviation News mehr als 400 Flüge aus. Die Regierung lehnte neue Staatshilfe ab, und am 30. September 2019 stellte das Management beim Bezirksgericht in Kranj den Konkursantrag. Anfang Oktober 2019 wurde das Verfahren eröffnet; 558 Beschäftigte verloren ihre Arbeit.

Im Januar 2020 wurden Vermögenswerte der Airline versteigert; den Zuschlag erhielt der montenegrinische Unternehmer Izet Rastoder für 45.000 Euro. Eine neue Nationalairline gibt es in Slowenien seitdem nicht. Adria war 2019 nicht allein: Im selben Jahr verschwanden auch Germania, Aigle Azur, XL Airways France und Thomas Cook Airlines. Die Einordnung liefert der Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.

1961–1968: Adria Aviopromet

Gründung als Charterairline mit DC-6B, 1964 Umzug nach Ljubljana, 1968 Fusion.

1968–1986: Inex-Adria

Fusion mit InterExport, DC-9 und MD-80 im Ferienflug, vor allem für den deutschen Markt.

1986–2016: Adria Airways

Neuer Name, A320, Unabhängigkeit Sloweniens, Staatsairline ab 1996, CRJ ab 1998, Star Alliance ab 2004.

2016–2019: Privatisierung und Ende

Verkauf an 4K Invest, Wet-Lease für Partner, im September 2019 Einstellung und Konkurs.

Das Streckennetz

Adrias Netz war klein, aber klar strukturiert: Von Ljubljana aus ging es in die großen Städte und Drehkreuze Europas, dazu kamen Verbindungen in den Westbalkan. Laut englischsprachiger Wikipedia bediente Adria im Sommer 2017 rund zwei Dutzend Linienziele und zahlreiche Charterziele. Die Tabelle zeigt eine Auswahl aus verschiedenen Jahren:

Region Ziele (Auswahl) Hinweis
Deutschland Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Berlin-Tegel Wichtigster Auslandsmarkt
Österreich und Schweiz Wien, Zürich Zubringer zu Austrian und Swiss
Westbalkan Pristina, Tirana Ab 1999 als erste Airline wieder nach Pristina
Sonderfall Paderborn Paderborn/Lippstadt – Zürich, Wien, London-Southend Stationiertes Flugzeug ab Oktober 2018, 2019 wieder aufgegeben
Wet-Lease Saarbrücken–Berlin-Tegel (für Luxair), Lugano–Zürich (für Swiss) Bis September 2019

Gerade die Wet-Lease-Strecken machen Adria für Archiv-Sammler spannend: Eine CRJ700 mit S5-Kennzeichen in Saarbrücken oder eine Saab 2000 in Lugano wirkt auf den ersten Blick wie ein Exot, war aber Alltag. Tipps zu den kleinen Plätzen findest du im Guide Regionalflughäfen in Deutschland.

Die Flotte

Im Sommer 2019, kurz vor dem Ende, flogen je nach Quelle und Stichtag 18 bis 20 Flugzeuge für Adria. Die Schwankung erklärt sich damit, dass Leasinggeber im September bereits Maschinen zurückholten:

Typ Anzahl 2019 Sitze Einsatz Spotter-Hinweis
Airbus A319-100 3 142–144 Längere Strecken, Charter Einziger Airbus-Typ zum Schluss
Bombardier CRJ700 2 70–72 Linie, Wet-Lease für Luxair Kürzer als die CRJ900
Bombardier CRJ900 7–9 86–90 Rückgrat, Wet-Lease für Lufthansa und Austrian Eine Maschine in Star-Alliance-Bemalung
Saab 2000 4–6 50 Wet-Lease für Swiss, Regionalstrecken Schneller Turboprop mit sechsblättrigen Propellern
Airbus A320 früher – Linie und Charter Ab 1989 in der Flotte
CRJ100/CRJ200 früher – Linie Beginn der CRJ-Ära 1998
DC-9, MD-81/82 früher – Ferienflug Prägten die Inex-Adria-Zeit

Hersteller der späten Flotte waren Bombardier, Airbus und Saab. Zu den früheren Typen gehörten außerdem Fokker 100 und Saab 340.

CRJ700 und CRJ900: die Adria-Flotte schlechthin

Kaum eine europäische Nationalairline setzte so stark auf Regionaljets wie Adria. Die CRJ900 war das Arbeitspferd auf den Strecken nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz, die kürzere CRJ700 ergänzte sie. Unterscheiden kannst du beide vor allem an der Rumpflänge und der Zahl der Fenster vor dem Flügel; wie du dabei vorgehst, zeigt Regionaljets erkennen. Weil viele CRJ von Adria nach 2019 zu anderen Betreibern wechselten, tauchen ihre Seriennummern heute in ganz anderen Bemalungen auf.

A319 und A320: die Airbus-Linie

Den A320 flog Adria seit 1989. Zum Schluss blieben drei A319, die vor allem auf längeren Strecken und im Charter eingesetzt wurden. Alle Adria-Airbusse gehörten zur ersten Generation; eine neo hat die Airline nie betrieben. Wie du A319 und A320 auseinanderhältst, erklärt A318, A319, A320 und A321 sicher auseinanderhalten.

Saab 2000: der späte Turboprop

Die Saab 2000 kam erst in den letzten Jahren in die Flotte und war vor allem für Wet-Lease-Aufträge gedacht, etwa für Swiss zwischen Lugano und Zürich. Mit ihrem langen Rumpf und den großen Propellern ist sie ein dankbares Motiv – und eine Seltenheit, denn nur wenige Airlines setzten den schnellen Turboprop überhaupt ein.

Ex-Adria-Jets auf der Wunschliste

Viele frühere Adria-Maschinen fliegen heute bei anderen Airlines. Leg für ihre Kennzeichen oder Typen wie die Saab 2000 Sichtungs-Alarme an – Planetrack benachrichtigt dich, wenn eines davon in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Woran du Adria Airways erkennst

Das sicherste Merkmal ist das Kennzeichen. Seit der Unabhängigkeit Sloweniens trugen Adria-Flugzeuge das Präfix S5-, zuletzt etwa die CRJ900 S5-AAV. Fotos aus der Zeit davor zeigen jugoslawische Kennzeichen mit YU-. Am Rumpf stand der Name „Adria“, als Markenzeichen am Leitwerk diente seit Ende der 1980er-Jahre ein stilisiertes Lindenblatt. Die Linde gilt als Nationalsymbol Sloweniens – ein Detail, das Adria-Fotos sofort einordnet.

Zwei Sonderbemalungen sind für Sammler besonders interessant. Die CRJ900 S5-AAV flog in den Farben der Star Alliance; wie solche Allianzlackierungen aufgebaut sind, zeigt der Artikel Star-Alliance-, oneworld- und SkyTeam-Lackierungen. Und 2011 erhielt der A320 S5-AAT eine Retro-Lackierung im Stil der 1960er-Jahre – mehr zu solchen Rückblicken findest du unter Retro-Lackierungen.

Spricht für Adria Airways

  • S5-Kennzeichen an CRJ700, CRJ900, A319 oder Saab 2000
  • Schriftzug „Adria“ am Rumpf, Lindenblatt am Leitwerk
  • Aufnahme aus Ljubljana, Frankfurt, München, Wien oder Zürich zwischen 1998 und 2019
  • DC-9 oder MD-80 mit YU-Kennzeichen und Inex-Adria-Titeln aus den 1970er- und 1980er-Jahren

Spricht dagegen

  • Schriftzug „Croatia Airlines“ – dann ist es die kroatische Nachbar-Airline
  • YU-Kennzeichen mit JAT-Titeln – dann flog die Maschine für die jugoslawische Staatsairline
  • Aufnahme nach September 2019 – dann trägt die Maschine bereits eine andere Bemalung

Wet-Lease richtig zuordnen

Eine CRJ900 mit S5-Kennzeichen und Adria-Titeln, die unter Lufthansa- oder Austrian-Flugnummer fliegt, ist ein klassischer Wet-Lease: Flugzeug und Crew von Adria, Flugnummer vom Partner. Notiere im Logbuch beides, sonst wird die Sichtung später falsch sortiert. Mehr zu Mischformen nach Leasing-Wechseln liest du unter Hybrid- und Mischlackierungen erkennen.

Adria im regionalen Umfeld

Adria war Teil einer ganzen Gruppe von Airlines, die aus dem früheren Jugoslawien hervorgingen oder mit ihm verbunden waren. Die frühere Staatsairline JAT Yugoslav Airlines ging später in Air Serbia auf, Croatia Airlines fliegt als kroatische Nationalairline bis heute in der Star Alliance, und Montenegro Airlines stellte 2020 den Betrieb ein. Eine ähnliche Geschichte wie Adria hat auch Estonian Air: eine kleine Nationalairline, die nach Jahren der Staatshilfe verschwand. Wie die Regionalairlines Europas insgesamt aufgestellt sind, liest du unter Regionalairlines in Europa.

Gute Chancen auf Adria-Material, wenn …

  • du Fotoarchive aus Frankfurt, München, Wien oder Zürich aus den Jahren 1998 bis 2019 durchsuchst
  • du Urlaubsfotos von der jugoslawischen Adria aus den 1970er- und 1980er-Jahren hast
  • du nach ehemaligen Adria-CRJ oder -Saab-2000 suchst, die heute bei anderen Betreibern fliegen

Keine Chance, wenn …

  • du Adria live am Zaun erwischen willst – der Flugbetrieb endete im September 2019

Häufige Verwechslungen

  • Adria Airways für eine kroatische Airline halten – trotz des Namens kam sie aus Slowenien; Croatia Airlines ist eine eigene Gesellschaft.
  • Inex-Adria und Adria Airways als zwei Airlines sehen – es ist dasselbe Unternehmen unter verschiedenen Namen.
  • Wet-Lease-Flüge der Lufthansa oder Austrian zuschreiben – Flugzeug und Crew kamen von Adria, nur die Flugnummer vom Partner.
  • Adria Airways Switzerland für eine Adria-Tochter mit eigener Flotte halten – unter diesem Namen flog die Schweizer Darwin Airline, die 2017 endete.
  • CRJ700 und CRJ900 verwechseln – beide flogen gleichzeitig bei Adria; Rumpflänge und Fensterzahl entscheiden.

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Fazit

Adria Airways war mehr als nur eine kleine Nationalairline. Sie startete 1961 als Charterairline in Jugoslawien, brachte als Inex-Adria viele Urlauber an die Adria, überstand den Zerfall des Landes und wurde mit Lufthansa-Nähe, Star Alliance und CRJ-Flotte zum Zubringer Sloweniens in die Welt. Gescheiterte Sanierungen, eine glücklose Privatisierung und Leasinggeber, die ihre Flugzeuge zurückholten, beendeten 2019 diese Geschichte. Für Spotter bleibt eine Airline, die sich auf Fotos dank S5-Kennzeichen, Adria-Schriftzug und Regionaljet-Flotte gut zuordnen lässt.

Kurzfazit

Adria Airways (IATA JP, ICAO ADR) war die historische Nationalairline Sloweniens mit Drehkreuz Ljubljana und Mitglied der Star Alliance. Zuletzt flog sie mit CRJ700, CRJ900, A319 und Saab 2000, bevor sie im September 2019 den Betrieb einstellte und Konkurs anmeldete.

Zusammenfassung

  • Adria Airways verband Ljubljana über Jahrzehnte mit den Zentren Europas und baute nach dem Kosovo-Krieg ein kleines Drehkreuz für den Westbalkan auf.
  • In Deutschland war Adria lange eine feste Größe – erst im Charterverkehr, später mit Linienflügen nach Frankfurt, München und weiteren Städten sowie zeitweise mit einer Basis in Paderborn.
  • Nach der Privatisierung 2016 an den Fonds 4K Invest geriet die Airline weiter in Schieflage; im September 2019 holten Leasinggeber die Flugzeuge zurück, kurz darauf folgte der Konkurs.
  • Spotter erkennen Adria auf Archivfotos am S5-Kennzeichen, am Schriftzug „Adria“ und an der für eine Nationalairline ungewöhnlich stark auf Regionaljets ausgerichteten Flotte.

Häufige Fragen

Gibt es Adria Airways heute noch?

Nein. Adria Airways strich im September 2019 wegen Zahlungsunfähigkeit fast alle Flüge, stellte am 30. September 2019 beim Bezirksgericht in Kranj einen Konkursantrag und flog danach nicht mehr. Anfang Oktober 2019 eröffnete das Gericht das Verfahren. Seitdem hat Slowenien keine eigene Nationalairline.

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Adria Airways?

Adria Airways flog unter dem IATA-Code JP und dem ICAO-Code ADR. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen „ADRIA“.

War Adria Airways in der Star Alliance?

Ja. Adria Airways trat der Star Alliance im November 2004 bei, zunächst als Regionalmitglied, ab 2010 als vollwertiges Mitglied. Vielflieger sammelten bei Adria Meilen über Miles & More. Mit dem Konkurs 2019 endete die Mitgliedschaft.

Welche Flugzeuge flog Adria Airways zuletzt?

Im Sommer 2019 bestand die Flotte aus drei Airbus A319, zwei Bombardier CRJ700, mehreren CRJ900 und einigen Saab 2000. Die genauen Zahlen schwanken je nach Quelle und Stichtag, weil Leasinggeber kurz vor dem Ende bereits Maschinen zurückholten. Mehrere Flugzeuge flogen im Wet-Lease für Lufthansa, Austrian, Swiss und Luxair.

Was war Inex-Adria?

1968 schloss sich Adria Aviopromet mit dem Belgrader Handelsunternehmen InterExport zusammen und hieß fortan Inex-Adria Aviopromet, international meist Inex-Adria Airways. Unter diesem Namen wurde die Airline mit DC-9 und MD-80 im europäischen Ferienflug groß. Seit 1986 hieß sie Adria Airways.

Warum ging Adria Airways pleite?

Die Airline schrieb schon in den 2000er- und frühen 2010er-Jahren immer wieder Verluste und musste vom Staat gestützt werden. Nach der Privatisierung 2016 an den Fonds 4K Invest besserte sich die Lage nicht dauerhaft. Im September 2019 holten Leasinggeber Flugzeuge zurück, die Regierung lehnte neue Staatshilfe ab, und das Management musste Konkurs anmelden.

Was wurde aus den Strecken ab Ljubljana?

Andere Airlines nahmen nach und nach einen Teil der Verbindungen auf. Insgesamt verlor der Flughafen Ljubljana durch den Konkurs zunächst fast die Hälfte seiner Strecken.

Hatte Adria Airways Verbindungen nach Deutschland?

Ja, Deutschland war über Jahrzehnte einer der wichtigsten Märkte. Ab Ljubljana flog Adria unter anderem nach Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg und Berlin. Ab Oktober 2018 war zudem ein Flugzeug in Paderborn/Lippstadt stationiert.

Adria Airways im Blick behalten

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Bombardier CRJ900

Schlanker Rumpf, Triebwerke am Heck, T-Leitwerk obendrauf: Der CRJ900 war jahrelang das Arbeitspferd im Lufthansa-Zubringerverkehr. Seit dem Aus der CityLine ist er in Deutschland selten geworden – so erkennst du ihn trotzdem sicher.

Flugzeugtyp

Bombardier CRJ700

Der CRJ700 ist der Ur-Typ der gestreckten CRJ-Familie: rund 32 Meter lang, um die 70 Sitze, Triebwerke am Heck. Bei Lufthansa CityLine ist er seit 2015 Geschichte, in den USA fliegt er weiter. So trennst du ihn sicher vom längeren CRJ900.

Flugzeugtyp

Bombardier CRJ100/CRJ200

Klein, schlank, Triebwerke am Heck: Der CRJ100/200 war der erste Canadair Regional Jet und startete 1992 bei Lufthansa CityLine. In Europa ist er fast verschwunden, in den USA fliegt er noch – so erkennst du den 50-Sitzer sicher.

Flugzeugtyp

Saab 2000

Tief angesetzte Flügel, sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der für einen Turboprop ungewöhnlich lang wirkt: Der Saab 2000 war Schwedens schneller Regionalflieger. So erkennst du ihn und findest die letzten Exemplare.

Flugzeugtyp

Saab 340

Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.

Flugzeugtyp

Airbus A319

Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.

Flugzeugtyp

Airbus A320 (ceo)

Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.

Flugzeugtyp

Douglas DC-6

Vier Sternmotoren, Druckkabine, Bugradfahrwerk: Die Douglas DC-6 war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten Langstreckenflugzeuge der Welt. Heute fliegt sie noch als Frachter in Alaska – und als blank polierte DC-6B der Flying Bulls aus Salzburg. So erkennst du sie und so bekommst du sie vor die Linse.

Flugzeugtyp

Douglas DC-8

Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.

Flugzeugtyp

Douglas DC-9

Die DC-9 war das letzte Verkehrsflugzeug, das noch unter dem alten Namen Douglas entstand – und die Keimzelle einer Familie bis zur Boeing 717. Hier liest du, wie der Kurzstreckenjet entwickelt wurde, was die Serien 10 bis 50 unterscheidet und wie daraus die MD-80 wuchs.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-81

Mit ihr fing der „Mad Dog“ an: Die MD-81 war die erste Serienversion der MD-80-Familie und startete 1980 bei Swissair und Austrian in den Liniendienst. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, wer sie flog und warum sie heute eine echte Rarität ist.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-82

Mehr als jede andere Version prägte die MD-82 das Bild der MD-80-Familie: Hunderte „Super 80“ bei American Airlines, 90 Maschinen bei Alitalia, Lizenzmontage in Shanghai. So erkennst du sie und so findest du heute noch eine.

Flugzeugtyp

De Havilland Canada DHC-7 Dash 7

Vier Propeller an einem Hochdecker, ein hohes T-Leitwerk und Landestrecken unter 600 Metern: Der Dash 7 war das Kurzstartflugzeug, mit dem der London City Airport überhaupt erst möglich wurde. Heute ist er eine echte Rarität. So erkennst du ihn und so findest du die letzten Exemplare.

Flugzeugtyp

Boeing 737-400

Drei Meter länger als die -300, zwei Notausgänge über dem Flügel und ein Hecksporn unter dem Heck: Die 737-400 war Boeings Antwort auf volle Ferienflieger. Hier liest du, wie sie entstand, wer sie in Europa flog und wo du sie heute als Frachter triffst.

Flugzeugtyp

Boeing 737-500

Klein, kompakt und mit den typischen platten Triebwerkseinlässen: Die 737-500 war die kürzeste 737 Classic und der moderne Ersatz für die 737-200. Hier liest du, wer sie flog, wo sie heute noch unterwegs ist und wie du sie von -300 und -600 trennst.

Flugzeugtyp

Fokker 100

Zwei Tay-Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung aufklappt: Die Fokker 100 ist der größte Verkehrsjet, den Fokker je gebaut hat – und heute ein seltener Fang.

Flugzeugtyp

BAC One-Eleven

Zwei Rolls-Royce Spey am Heck, T-Leitwerk, kompakter Rumpf: Die One-Eleven war Großbritanniens erfolgreichster Kurzstreckenjet – und flog später als Rombac 1-11 aus rumänischer Fertigung sogar für die junge Ryanair.

Flugzeugtyp

Sud Aviation Caravelle

Zwei Triebwerke am Heck, dreieckige Kabinenfenster und eine Nase von der Comet: Die Caravelle war Frankreichs erster Jetliner und machte die Hecktriebwerks-Bauweise salonfähig. So erkennst du sie – und hier siehst du sie heute noch.

Weitere Airlines

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

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Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

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