Thomas Cook Airlines

Historische britische Ferienairline (2003–2019) aus Manchester: hervorgegangen aus JMC Air, zuletzt mit Airbus A321 und A330-200 unterwegs – bis zur Liquidation des Thomas-Cook-Konzerns am 23. September 2019 und der größten Rückholaktion der britischen Friedensgeschichte.

Auch bekannt als: Thomas Cook Airlines Ltd · Thomas Cook Airlines UK · JMC Air · JMC Airlines · MT

GroßbritannienGroßbritannienFerienfliegerIATA: MTICAO: TCX13 Min. Lesezeit

MT / TCX

IATA- und ICAO-Code

2003–2019

Flugbetrieb als Thomas Cook Airlines

8,1 Mio.

Fluggäste im Jahr 2018

23. Sep. 2019

Ende des Flugbetriebs

Das Wichtigste in Kürze

  • Thomas Cook Airlines ist historisch: Mit der Zwangsliquidation der Thomas Cook Group am 23. September 2019 endete der Flugbetrieb über Nacht.
  • Die Wurzeln liegen bei JMC Air: Die Airline entstand 1999 aus Flying Colours und Caledonian Airways und hieß ab 2003 Thomas Cook Airlines.
  • Codes: IATA MT, ICAO TCX – die Heimat war Manchester, die zweite große Basis London-Gatwick.
  • Zuletzt flog die Airline vor allem Airbus A321, dazu A330-200 nach Florida, in die Karibik und weitere Fernziele.
  • Operation Matterhorn: Nach dem Zusammenbruch holte die britische Luftfahrtbehörde CAA rund 150.000 gestrandete Urlauber mit gecharterten Flugzeugen nach Hause.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Thomas Cook Airlines im Überblick
  2. 2.Die Geschichte in Etappen
  3. 3.Codes
  4. 4.Die Flotte von Thomas Cook Airlines
  5. 5.Woran du Thomas Cook Airlines erkennst
  6. 6.Konzern, Schwestern und Vorgänger
  7. 7.Stationen und Strecken
  8. 8.Das Ende: Zusammenbruch im September 2019
  9. 9.Thomas Cook Airlines im Spotter-Alltag heute
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeMT
ICAO-CodeTCX
DrehkreuzeMAN, LGW
StatusHistorisch – Flugbetrieb am 23. September 2019 mit der Zwangsliquidation der Thomas Cook Group eingestellt, Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) im November 2019 entzogen
GeschäftsmodellFerien- und Charterairline des Reisekonzerns Thomas Cook mit Kurz-, Mittel- und Langstreckenflügen
VorgängerJMC Air (ab 1999), entstanden aus Flying Colours Airlines und Caledonian Airways; 2008 kam MyTravel Airways (ex Airtours) dazu
Name Thomas Cook Airlinesab 2003, als der Mutterkonzern Thomas Cook AG seine Airlines einheitlich benannte
SitzManchester, England
HauptbasenManchester und London-Gatwick
Weitere BasenUnter anderem Belfast International, Birmingham, Bristol, Cardiff, East Midlands, Glasgow, London-Stansted und Newcastle
Flotte zuletztÜberwiegend Airbus A321, dazu Airbus A330-200 für die Langstrecke und einzelne A320; die Gesamtzahl schwankt je nach Quelle und Zählweise zwischen gut 30 und gut 40 Jets
Frühere TypenAirbus A320, Boeing 757-200, Boeing 757-300, Boeing 767-300ER, McDonnell Douglas DC-10-30 (als JMC)
KonzernThomas Cook Group plc (ab 2007), ab 2013 Teil des Segments Thomas Cook Group Airline mit Condor und den Thomas-Cook-Airlines in Skandinavien und Belgien
Allianzkeine

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Thomas Cook Airlines?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schriftzug „Thomas Cook“ am Rumpf – auf Fotos bis September 2019, heute nur noch Archivmaterial
  • Ab 2013 das gelbe Herz-Logo („Sunny Heart“) des Konzerns am Leitwerk, das auch Condor und die skandinavische Schwester trugen
  • Britisches Kennzeichen mit G- – das unterscheidet die Jets von Condor-Maschinen (D-) mit dem gleichen Herz
  • Zuletzt fast immer ein Airbus A321 auf Kurz- und Mittelstrecke oder ein Airbus A330-200 auf der Langstrecke
  • Flugnummer mit MT, in ADS-B-Logs und Flugdatenarchiven der ICAO-Code TCX

Wer zwischen 2003 und 2019 in Manchester, Gatwick oder an einem der britischen Regionalflughäfen gespottet hat, hatte Thomas Cook Airlines fast täglich vor der Linse. Die Ferienairline des traditionsreichen Reisekonzerns brachte Millionen Briten jedes Jahr ans Mittelmeer, auf die Kanaren und bis nach Florida. In der Nacht zum 23. September 2019 war damit Schluss – und die britischen Behörden starteten mit Operation Matterhorn die größte Rückholaktion in Friedenszeiten. Diese Seite zeigt dir, woher Thomas Cook Airlines kam, welche Flugzeuge sie flog, woran du ihre Jets auf alten Fotos erkennst und was von der Airline bis heute bleibt.

Alte Thomas-Cook-Fotos im Hangar

Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen fest – auch Archivbilder von Airlines, die es heute nicht mehr gibt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Thomas Cook Airlines im Überblick

Thomas Cook Airlines war die britische Ferien- und Charterairline des Reisekonzerns Thomas Cook mit Sitz in Manchester. Unter diesem Namen flog sie ab 2003, als Flugbetrieb existierte sie aber schon seit 1999 – damals noch als JMC Air. Ihr Kerngeschäft waren Flüge für die Pauschalreisen des eigenen Konzerns, daneben verkaufte sie auch einzelne Sitzplätze direkt an Fluggäste. Der Unterschied zwischen beiden Modellen ist im Artikel Charterflug und Linienflug erklärt.

Die Airline war groß: 2018 beförderte sie gut 8 Millionen Fluggäste auf fast 40.000 Flügen, bei einer durchschnittlichen Auslastung von über 90 Prozent. Zum Schluss standen 82 Ziele im Programm – von Spanien, Griechenland und der Türkei über Nordafrika bis nach Nordamerika, in die Karibik und nach Asien. Heimat und wichtigste Basis war der Flughafen Manchester, die zweite große Basis lag in London-Gatwick.

Am 23. September 2019 brach der gesamte Konzern zusammen. Thomas Cook Airlines gehört damit in die Reihe der britischen Ferienflieger, die nicht mehr existieren – zwei Jahre nach Monarch Airlines. Wie sich diese Pleiten in das Gesamtbild einfügen, zeigt der Artikel zu den großen Airline-Pleiten in Europa.

MTIATA-Code in der Flugnummer
TCXICAO-Code in ADS-B-Logs
G-Kennzeichen-Präfix der Flotte

Die Geschichte in Etappen

Der Name Thomas Cook steht seit dem 19. Jahrhundert für organisierte Reisen. Die Airline dagegen ist ein Produkt der Fusionswellen in der britischen Reisebranche der 1990er- und 2000er-Jahre. Sie vereinte am Ende das Erbe gleich mehrerer Ferienflieger.

1999

Aus der Fusion von Flying Colours Airlines und Caledonian Airways geht im September JMC Air hervor. Im März 2000 beginnt der Flugbetrieb von sechs britischen Flughäfen.

2001

JMC wird der erste britische Betreiber der gestreckten Boeing 757-300.

2003

Der Mutterkonzern Thomas Cook AG benennt seine Airlines einheitlich um – aus JMC wird Thomas Cook Airlines.

2007/2008

Thomas Cook AG und MyTravel Group fusionieren im Juni 2007 zur Thomas Cook Group. Am 30. März 2008 geht MyTravel Airways in Thomas Cook Airlines auf.

2013

Die Airlines des Konzerns werden im Segment Thomas Cook Group Airline gebündelt, im September folgt die neue Bemalung mit dem Herz-Logo.

2019

Im Februar kündigt der Konzern an, einen Verkauf der Airline zu prüfen. Am 23. September folgen Zwangsliquidation und Ende des Flugbetriebs, im November der Entzug des AOC.

Besonders prägend war die Fusion mit MyTravel. Deren Flugbetrieb hieß bis 2002 Airtours International und war selbst einer der großen britischen Charterflieger. Mit der Zusammenlegung 2008 wuchs Thomas Cook Airlines stark an Flugzeugen, Basen und Strecken. Ähnlich bündelte die Konkurrenz ihre Flugbetriebe: Bei TUI gingen First Choice Airways und Britannia Airways in der heutigen TUI Airways auf.

Codes

  • IATA-Code MT: stand in der Flugnummer, also auf Bordkarten, Anzeigetafeln und in Flugplänen.
  • ICAO-Code TCX: stand im Flugplan der Flugsicherung und taucht heute in alten ADS-B-Logs und Flugdatenarchiven auf.

Für die Auswertung alter Daten gilt: Eine MT-Flugnummer zeigt nur, wer den Flug verkauft hat. Innerhalb des Konzerns tauschten die Gesellschaften immer wieder Flugzeuge, und bei Engpässen flogen auch Leasing-Maschinen fremder Airlines unter Thomas-Cook-Flugnummern. Wenn du ein altes Foto sicher zuordnen willst, verlass dich deshalb auf das Kennzeichen, nicht auf den Flugplan.

Alte Sichtungen sauber nachtragen

Hast du Thomas-Cook-Fotos ohne Notizen? Mit dem Kennzeichen findest du in Archiven Typ, Seriennummer und oft auch den Einsatzzeitraum. Wie du deine Bilder dafür ordnest, zeigt der Guide Flugzeugfotos archivieren.

Die Flotte von Thomas Cook Airlines

Die Flottengeschichte spiegelt die Herkunft der Airline wider: Am Anfang flogen die Boeing-Jets der Vorgänger, am Ende stand eine fast reine Airbus-Flotte. Der Wechsel lief über mehr als ein Jahrzehnt.

Typ Zeitraum Spotter-Hinweis
McDonnell Douglas DC-10-30 2000–2001 (als JMC) Zwei Dreistrahler, nur auf sehr frühen JMC-Fotos
Boeing 757-200 2000–2016 Lange das Arbeitspferd, später durch die A321 ersetzt
Boeing 757-300 2001–2019 Fünf Exemplare der gestreckten Version, später an Condor abgegeben
Airbus A320 zeitweise Kurzstreckenjet, zuletzt nur noch einzelne Maschinen im Leasing von anderen Airlines
Boeing 767-300ER 2010–2017 Drei Langstreckenjets, danach zu Frachtern umgebaut
Airbus A321 bis 2019 Zuletzt der wichtigste Typ der Flotte
Airbus A330-200 bis 2019 Langstrecke nach Florida, in die Karibik und nach Asien

Wie viele Jets beim Ende im September 2019 genau flogen, hängt davon ab, wie du zählst. Manche Aufstellungen kommen auf gut 30, andere auf gut 40 Flugzeuge – je nachdem, ob geleaste und konzernintern getauschte Maschinen mitgezählt werden. Unstrittig ist das Bild: Die A321 stellte den Großteil der Flotte, die A330-200 übernahm die Langstrecke.

Die Boeing 757 prägte die Airline über viele Jahre. Neben zahlreichen 757-200 flog Thomas Cook auch die seltenere, gestreckte 757-300 – JMC war 2001 der erste britische Betreiber dieser Version. Wer die 757 und die größere 767 auf alten Fotos verwechselt, findet die Unterschiede im Guide Boeing 757 und 767 unterscheiden. Hersteller beider Typen ist Boeing.

Ab den 2010er-Jahren setzte die Airline ganz auf Airbus. Die A321 ersetzte die 757-200 auf den Ferienstrecken, die A330-200 löste die 767-300ER auf der Langstrecke ab. Ein A321 trug zuletzt die Optik der konzerneigenen Hotelmarke Cook’s Club – ein typischer Kandidat für falsch einsortierte Fotos.

Ehemalige Thomas-Cook-Jets wiederfinden

Richte für das heutige Kennzeichen eines früheren Thomas-Cook-Jets einen Sichtungs-Alarm ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn die Maschine anfliegt oder landet, und in deinem Hangar merkst du sie auf der Wunschliste vor. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Woran du Thomas Cook Airlines erkennst

Weil es die Airline nicht mehr gibt, begegnet sie dir nur noch auf Fotos und in Archiven. Die größte Falle dabei ist das gemeinsame Herz-Logo: Ab 2013 trugen nicht nur die britischen Jets, sondern auch Condor und die skandinavische Schwester das gelbe „Sunny Heart“ am Leitwerk. Mehrere Merkmale zusammen ergeben eine sichere Zuordnung.

Zeigt dein altes Foto wirklich Thomas Cook Airlines?

Hak ab, was auf dem Foto zu sehen ist – ab vier Treffern ist die Zuordnung ziemlich sicher.

  • Schriftzug „Thomas Cook“ am Rumpf
  • Britisches Kennzeichen mit G- am Rumpf
  • Typ A321 oder A330-200 (bei älteren Bildern auch Boeing 757, 767 oder A320)
  • Aufnahme aus der Zeit vor dem 23. September 2019
  • Ort wie Manchester, Gatwick, Birmingham, Bristol, Glasgow oder East Midlands
  • Ziel am Mittelmeer, auf den Kanaren oder in Florida

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal innerhalb des Konzerns ist das Länderpräfix: Britische Jets trugen G-, Condor-Maschinen D-, die skandinavischen Flugzeuge ein Kennzeichen aus Dänemark. Wie das britische Register aufgebaut ist und wie du dort Daten zu einem Kennzeichen findest, erklärt der Artikel zu den britischen G-Kennzeichen.

Zwischen A320 und A321 unterscheidest du am einfachsten über die Rumpflänge und die Notausgänge über dem Flügel – Details im Guide A318, A319, A320 und A321 unterscheiden. Bei den Langstreckenjets hilft der Blick auf die Triebwerke: Die A330 hat zwei, die ähnlich aussehende A340 vier. Mehr dazu im Artikel A330 oder A340.

Konzern, Schwestern und Vorgänger

Thomas Cook Airlines war Teil eines verzweigten Konzerns. Für Spotter ist das wichtig, weil Flugzeuge zwischen den Gesellschaften wechselten und auf Fotos unter verschiedenen Namen auftauchen.

Gesellschaft Verbindung Was daraus wurde
JMC Air direkter Vorgänger 1999–2003 2003 in Thomas Cook Airlines umbenannt
MyTravel Airways (ex Airtours) 2008 integriert ging vollständig in Thomas Cook Airlines auf
Condor Schwester in Deutschland flog nach der Pleite weiter, heute mit neuen Eigentümern
Thomas Cook Airlines Scandinavia Schwester in Skandinavien im Oktober 2019 an Investoren verkauft, heute Sunclass Airlines
Thomas Cook Airlines Belgium Schwester in Belgien stellte den Betrieb bereits 2017 ein, die Verkehrsrechte gingen an Brussels Airlines
Thomas Cook Airlines Balearics Schwester auf Mallorca im Dezember 2019 für insolvent erklärt

Die beiden überlebenden Schwestern sind die interessantesten Spuren für heutige Spotter. Condor fliegt bis heute ab Frankfurt und anderen deutschen Flughäfen, Sunclass bedient den skandinavischen Ferienmarkt. Wer ein Flugzeug dieser Airlines vor der Linse hat, sieht also Nachfahren desselben Konzerns.

Achtung Verwechslung

Ein Herz am Leitwerk heißt nicht automatisch Thomas Cook Airlines. Zwischen 2013 und 2019 trugen auch Condor und die skandinavische Schwester das Herz-Logo. Den Ausschlag gibt das Kennzeichen: G- für die britische Airline, D- für Condor.

Stationen und Strecken

Das Netz war klar auf Urlaub ausgerichtet. Auf der Kurz- und Mittelstrecke flog Thomas Cook vor allem nach Spanien, auf die Balearen und Kanaren, nach Griechenland, Zypern, in die Türkei und nach Nordafrika. Die Langstrecke führte mit der A330-200 nach Nordamerika, besonders nach Florida, in die Karibik und nach Asien.

Typisch für die Airline war die breite Präsenz an britischen Flughäfen. Neben den Hauptbasen gehörten zuletzt unter anderem diese Stationen dazu:

Gerade in Manchester war Thomas Cook über Jahre einer der prägenden Betreiber. Wenn du dort heute spotten willst, findest du die besten Standorte im Guide Planespotting in Manchester, für Gatwick gibt es den Guide Planespotting in Gatwick.

Das Ende: Zusammenbruch im September 2019

Die Probleme des Konzerns waren lange sichtbar. Hohe Schulden, schwache Ergebnisse und ein harter Wettbewerb im Pauschalreisemarkt setzten die Thomas Cook Group unter Druck. Im Februar 2019 kündigte der Konzern an, einen Verkauf der Airline zu prüfen. Im Sommer schien eine Rettung mit dem chinesischen Konzern Fosun als neuem Großaktionär in Reichweite.

August 2019

Fosun sagt zu, sich im Rahmen eines Rettungspakets mehrheitlich am Reisegeschäft und mit einem Viertel an der Airline zu beteiligen.

September 2019

Die Geldgeber verlangen zusätzlich rund 200 Millionen Pfund. Die Bitte um staatliche Hilfe lehnt die britische Regierung ab.

23. September 2019

Die Thomas Cook Group geht in die Zwangsliquidation. Kurz nach 2 Uhr britischer Zeit meldet die CAA das Ende des Betriebs, alle Flüge werden gestrichen.

November 2019

Entzug des Luftverkehrsbetreiberzeugnisses, Verkauf der Slots an easyJet und Jet2, Verkauf der Marke an Fosun.

Der letzte reguläre Flug der Airline war MT2643, eine A330-200 von Orlando Sanford nach Manchester, die am Morgen des 23. September landete. Weltweit verloren rund 21.000 Beschäftigte des Konzerns ihren Arbeitsplatz, etwa 9.000 davon in Großbritannien. Zum Zeitpunkt der Pleite waren rund 600.000 Thomas-Cook-Kunden im Urlaub.

Operation Matterhorn

Für die britischen Urlauber startete noch am 23. September die Rückholaktion mit dem Codenamen Operation Matterhorn. Die britische Luftfahrtbehörde CAA charterte im Auftrag der Regierung rund 40 Flugzeuge anderer Airlines, darunter Jets von easyJet und Virgin Atlantic und sogar einen Airbus A380 von Malaysia Airlines. Ziel war, rund 150.000 Menschen möglichst am ursprünglich vorgesehenen Tag nach Hause zu bringen.

Nach rund zwei Wochen war die Aktion abgeschlossen. Sie gilt als größte Rückholaktion in Friedenszeiten in der britischen Geschichte und war deutlich größer als die Aktion nach dem Ende von Monarch 2017. Für Spotter war das eine außergewöhnliche Zeit: An britischen Flughäfen tauchten Airlines und Typen auf, die dort sonst kaum zu sehen waren.

Matterhorn-Sichtungen richtig zuordnen

Fotos aus den Wochen nach dem 23. September 2019 zeigen keine Thomas-Cook-Jets im Einsatz, sondern gecharterte Flugzeuge anderer Airlines. Trag sie unter dem tatsächlichen Betreiber ein und notier dir den Anlass – so bleibt dein Archiv sauber und die Geschichte dahinter erhalten.

Was nach der Pleite blieb

Die Werte der Airline wurden einzeln verkauft. Im November 2019 übernahmen easyJet und Jet2 die Start- und Landerechte für zusammen 36 Millionen Pfund: easyJet sicherte sich Gatwick und Bristol, Jet2 Birmingham, Stansted und Manchester. Den Markennamen samt Logo kaufte Fosun und nutzte ihn später für ein Online-Reisegeschäft – Flugzeuge gehören dazu nicht mehr.

Thomas Cook Airlines im Spotter-Alltag heute

Die Airline selbst siehst du nicht mehr live. Sie lebt in alten Fotos weiter, in Flugzeugen, die heute für andere Betreiber fliegen, und in den Schwestern Condor und Sunclass.

Viele frühere Thomas-Cook-Jets wechselten nach 2019 zu neuen Eigentümern und bekamen neue Kennzeichen und Bemalungen. Willst du ihnen nachspüren, brauchst du die Seriennummer (MSN): Sie bleibt bei allen Umregistrierungen gleich, das Kennzeichen nicht. So verbindest du eine heutige Sichtung mit einem alten Foto aus Manchester oder Gatwick. Wie alt eine solche Maschine ist, findest du mit dem Guide Flugzeugalter herausfinden heraus.

Lohnt sich, wenn …

  • du alte Fotos aus Manchester, Gatwick oder von britischen Regionalflughäfen nachträglich sortierst
  • du gezielt ehemalige Thomas-Cook-Jets bei ihren neuen Betreibern sammelst
  • du Condor oder Sunclass als überlebende Konzernschwestern dokumentierst

Prüf es vorher, wenn …

  • auf dem Foto zwar das Herz-Logo, aber kein lesbares Kennzeichen zu sehen ist
  • die Maschine eine Sonderoptik wie Cook's Club trägt oder geleast war

Kein Thomas Cook Airlines, wenn …

  • das Foto nach dem 23. September 2019 entstanden ist oder ein D-Kennzeichen zeigt

An den früheren Basen findest du heute gute Bedingungen. Der Runway Visitor Park in Manchester liegt direkt an der einstigen Heimatbasis, und der Aeropark in East Midlands an einer weiteren früheren Station. Heute prägen dort vor allem Jet2, TUI Airways und easyJet den Ferienverkehr.

Häufige Verwechslungen

  • Thomas Cook Airlines mit Condor verwechseln – beide trugen ab 2013 das Herz-Logo, unterscheiden sich aber im Kennzeichen (G- oder D-).
  • JMC und Thomas Cook für zwei Airlines halten – JMC war der direkte Vorgänger und wurde 2003 nur umbenannt.
  • Airtours und Thomas Cook gleichsetzen – Airtours bzw. MyTravel war eine eigene Airline, die erst 2008 in Thomas Cook aufging.
  • Matterhorn-Flüge für Thomas-Cook-Flüge halten – die Rückholflüge führten andere Airlines durch.
  • Die heutige Marke Thomas Cook für eine Airline halten – der Name lebt nur als Reiseanbieter ohne eigene Flugzeuge weiter.
  • Thomas Cook mit Monarch verwechseln – Monarch war eine eigenständige Airline und ging bereits 2017 unter.

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Fazit

Thomas Cook Airlines war über anderthalb Jahrzehnte einer der großen britischen Ferienflieger – entstanden aus JMC, verstärkt durch Airtours und MyTravel, zuletzt mit A321 und A330-200 von Manchester und Gatwick in die Sonne. Der Zusammenbruch des Konzerns im September 2019 beendete den Flugbetrieb über Nacht und machte Operation Matterhorn zu einem Kapitel britischer Luftfahrtgeschichte. Wer heute alte Fotos sortiert, frühere Thomas-Cook-Jets bei neuen Betreibern sucht oder Condor und Sunclass spottet, hält die Geschichte dieser Airline lebendig.

Kurzfazit

Thomas Cook Airlines (IATA MT, ICAO TCX) war eine britische Ferienairline aus Manchester, die 2003 aus JMC Air hervorging und zuletzt vor allem Airbus A321 und A330-200 flog. Seit dem 23. September 2019 gibt es sie nicht mehr – das G-Kennzeichen bleibt der Schlüssel, um ihre Jets von Condor zu unterscheiden.

Zusammenfassung

  • Thomas Cook Airlines war der Flugbetrieb des britischen Zweigs eines der ältesten Reisekonzerne der Welt und flog jedes Jahr Millionen Urlauber aus ganz Großbritannien in die Sonne.
  • Die Flottengeschichte führt von DC-10, Boeing 757 und 767 hin zu einer fast reinen Airbus-Flotte aus A321 und A330-200.
  • Mit Condor und der skandinavischen Schwester teilte die Airline ab 2013 das Herz-Logo – auf Fotos sind die Kennzeichen der sichere Weg, die Gesellschaften auseinanderzuhalten.
  • Der Zusammenbruch 2019 löste mit Operation Matterhorn die größte Rückholaktion der britischen Friedensgeschichte aus und machte aus einer Alltagssichtung Archivmaterial.

Häufige Fragen

Gibt es Thomas Cook Airlines noch?

Nein. Die Thomas Cook Group und alle britischen Gesellschaften, darunter Thomas Cook Airlines, gingen am 23. September 2019 in die Zwangsliquidation. Die britische Luftfahrtbehörde CAA gab in der Nacht bekannt, dass der Betrieb eingestellt ist, im November 2019 wurde das Luftverkehrsbetreiberzeugnis entzogen. Thomas Cook Airlines ist damit eine historische Airline.

Welche Codes hatte Thomas Cook Airlines?

Die Airline flog mit dem IATA-Code MT und dem ICAO-Code TCX. Auf alten Bordkarten und Anzeigetafeln steht also MT, in ADS-B-Logs und Flugdatenarchiven TCX. Beachte, dass IATA-Codes nach dem Ende einer Airline neu vergeben werden können – eine MT-Flugnummer aus späteren Jahren gehört nicht automatisch zu Thomas Cook.

Was war Operation Matterhorn?

So hieß die Rückholaktion, mit der die britische Regierung und die Luftfahrtbehörde CAA nach dem Zusammenbruch im September 2019 die gestrandeten Pauschalurlauber heimbrachten. Das Ziel war die Rückkehr von rund 150.000 Menschen, dafür charterte die CAA rund 40 Flugzeuge anderer Airlines, darunter Jets von easyJet und Virgin Atlantic und sogar einen Airbus A380 von Malaysia Airlines. Die Aktion lief rund zwei Wochen und gilt als größte Rückholaktion in Friedenszeiten in der britischen Geschichte.

Was war JMC Air?

JMC Air war der direkte Vorgänger. Die Gesellschaft entstand im September 1999 aus der Fusion von Flying Colours Airlines und Caledonian Airways und nahm im März 2000 den Flugbetrieb auf. Im Frühjahr 2003 benannte der Mutterkonzern Thomas Cook AG seine Airlines einheitlich um, aus JMC wurde Thomas Cook Airlines.

Welche Flugzeuge flog Thomas Cook Airlines?

Zuletzt vor allem den Airbus A321 für Ferienflüge ans Mittelmeer und auf die Kanaren, dazu den Airbus A330-200 für die Langstrecke und einzelne A320. Früher gehörten auch Boeing 757-200, 757-300, 767-300ER, A320 und als JMC sogar die DC-10-30 zur Flotte.

Was hatte Thomas Cook Airlines mit Condor zu tun?

Beide gehörten zur Thomas Cook Group und wurden ab 2013 im Airline-Segment des Konzerns gemeinsam geführt, mit gemeinsamem Flottenmanagement und demselben Herz-Logo. Anders als die britische Airline flog Condor nach der Pleite des Konzerns weiter, gestützt durch einen Überbrückungskredit des Bundes, und gehört heute anderen Eigentümern.

Wer übernahm die Slots von Thomas Cook Airlines?

Im November 2019 kauften easyJet und Jet2 die Start- und Landerechte für zusammen 36 Millionen Pfund. easyJet übernahm die Slots in London-Gatwick und Bristol, Jet2 die in Birmingham, London-Stansted und Manchester. Den Markennamen Thomas Cook erwarb der chinesische Konzern Fosun.

Thomas Cook Airlines im Blick behalten

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Airbus A321 (ceo)

Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

Airbus A330-200

Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

Airbus A320 (ceo)

Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.

Flugzeugtyp

Boeing 757-200

Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.

Flugzeugtyp

Boeing 757-300

Über 54 Meter lang, aber nur ein Gang in der Kabine: Die 757-300 ist das längste zweistrahlige Schmalrumpfflugzeug, das je gebaut wurde. Nur 55 Exemplare entstanden, Erstkunde war Condor – heute fliegt sie fast nur noch in den USA.

Flugzeugtyp

Boeing 767-300ER

Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas DC-10

Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.

Weitere Airlines

Ferienflieger

Condor

Einer der bekanntesten deutschen Ferienflieger: Condor fliegt ab Frankfurt und weiteren deutschen Flughäfen zu Urlaubszielen auf Kurz-, Mittel- und Langstrecke.

Ferienflieger

Sunclass Airlines

Skandinaviens Ferienflieger aus Kopenhagen: Airbus A321 und A330-900neo, Flüge für Ving, Spies und Tjäreborg und eine Geschichte von Premiair über MyTravel bis Thomas Cook Scandinavia.

Ferienflieger

Airtours International

Historischer britischer Ferienflieger (1990–2008) aus Manchester: Airtours International flog für den gleichnamigen Reisekonzern mit MD-83, Airbus A320/A321, Boeing 757, 767 und DC-10, hieß ab 2002 MyTravel Airways und ging 2008 in Thomas Cook Airlines auf.

Ferienflieger

Monarch Airlines

Historische britische Ferienairline (1968–2017) aus London-Luton: Monarch flog fast 50 Jahre lang Urlauber in den Süden, von der Bristol Britannia über Boeing 720 und 757 bis zur Airbus-A321-Flotte. Ihr Zusammenbruch am 2. Oktober 2017 löste die bis dahin größte britische Rückholaktion in Friedenszeiten aus.

Ferienflieger

Jet2.com

Britischer Ferienflieger aus Leeds: Boeing 737 und Airbus A321neo, 14 Basen im Vereinigten Königreich, enge Verzahnung mit dem Reiseveranstalter Jet2holidays – und ein Rufzeichen, das an die Frachtvergangenheit erinnert.

Ferienflieger

TUI Airways

Der britische Ferienflieger der TUI Group: größte Airline im TUI-Verbund, Boeing 737 auf der Kurz- und Mittelstrecke, Boeing 787 auf der Langstrecke und eine Geschichte, die bei Britannia Airways beginnt.

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Wo du Thomas Cook Airlines vor die Linse bekommst

Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

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Planetrack Redaktion

Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

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