BAC One-Eleven

Zwei Rolls-Royce Spey am Heck, T-Leitwerk, kompakter Rumpf: Die One-Eleven war Großbritanniens erfolgreichster Kurzstreckenjet – und flog später als Rombac 1-11 aus rumänischer Fertigung sogar für die junge Ryanair.

Auch bekannt als: BAC 1-11 · BAC 111 · One-Eleven · Super One-Eleven · Rombac 1-11 · Hunting H.107 · BAC 107

GroßbritannienBritish Aircraft CorporationHistorische FlugzeugeICAO-Typcode: BA1112 Min. Lesezeit

1963

Erstflug

244

gebaute Exemplare

9

Rombac-Lizenzbauten aus Bukarest

2019

letzter Flugbetrieb

Das Wichtigste in Kürze

  • Die One-Eleven ist ein britischer Kurzstreckenjet der 1960er-Jahre: zwei Rolls-Royce Spey am Heck, T-Leitwerk, bis zu 119 Sitze je nach Version.
  • Sie kam vor der DC-9 auf den Markt: Der Linienbetrieb begann im April 1965 bei British United Airways.
  • Rombac-Lizenzbau: Rumänien vereinbarte 1979 den Nachbau, statt der geplanten mindestens 22 entstanden in Bukarest nur 9 Maschinen.
  • Schnellster Erkennungsweg: zwei Hecktriebwerke plus T-Leitwerk, kleiner als DC-9-30 und Boeing 727, ohne Bremsklappen-Heckkonus wie bei der F28.
  • Heute ein Museumsflugzeug: Exemplare stehen unter anderem in Brooklands, Duxford und Southampton; zwei Rombacs sind in Rumänien als Kulturerbe gelistet.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die BAC One-Eleven?
  2. 2.Von der Hunting H.107 zur One-Eleven
  3. 3.Die Versionen im Überblick
  4. 4.Rombac: die One-Eleven aus Bukarest
  5. 5.One-Eleven im deutschsprachigen Raum
  6. 6.Woran du die One-Eleven erkennst
  7. 7.One-Eleven, DC-9, F28 oder Caravelle?
  8. 8.Lärm, Zulassung und das Ende im Liniendienst
  9. 9.Wo du die One-Eleven heute siehst
  10. 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerBritish Aircraft Corporation (BAC); Lizenzbau durch Rombac in Bukarest
Herkunft des EntwurfsHunting H.107, nach der Fusion 1960 bei BAC weiterentwickelt
ICAO-TypcodeBA11
Erstflug20. August 1963 in Hurn bei Bournemouth (Prototyp G-ASHG)
Erster Liniendienst9. April 1965 bei British United Airways (Gatwick–Genua)
Triebwerke2 × Rolls-Royce Spey am Heck (je nach Serie Mk 506 bis Mk 512)
Längerund 28,5 m (Serie 200) bzw. rund 32,6 m (Serie 500)
Spannweiterund 27,0 m (Serie 200) bzw. rund 28,5 m (Serie 500)
Höherund 7,5 m
Sitzplätzebis 89 (Serie 200), bis 119 (Serie 500)
Max. Startgewichtrund 35,6 t (Serie 200) bis rund 47,4 t (Serie 500)
Reisegeschwindigkeitrund 870 km/h
Produktion244 Flugzeuge: 235 in Großbritannien (1963–1984), 9 als Rombac in Rumänien
StatusHistorisch – letzte flugfähige Maschine 2019 außer Dienst gestellt

Erkennungsmerkmale

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  • Zwei Triebwerke am Heck seitlich am Rumpf, darüber ein T-Leitwerk mit gepfeiltem Höhenruder
  • Sauberer, gepfeilter Flügel ohne Triebwerke und ohne Winglets
  • Kompakter Rumpf: Die kurzen Serien 200 bis 475 messen nur rund 28,5 m
  • Die Serie 500 ist rund vier Meter länger und hat eine größere Spannweite – deutlich mehr Fenster vor und hinter dem Flügel
  • Hauptfahrwerk mit zwei Rädern pro Bein, Bugfahrwerk mit Doppelrad
  • Kein aufklappbarer Heckkonus – das trennt sie von der Fokker F28

Aktualisiert: Oktober 2026 – Zwei schlanke Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Rumpf, der im Vergleich zu heutigen Jets fast zierlich wirkt: Steht so ein Flugzeug in britischen Farben im Museum, ist es sehr oft eine BAC One-Eleven. Der Kurzstreckenjet war in den 1960er- bis 1980er-Jahren auf europäischen Charter- und Linienstrecken allgegenwärtig, flog bei BEA, British Caledonian, Dan-Air und in Deutschland bei mehreren Ferienfliegern. Ein Kapitel schrieb er später in Rumänien: Als Rombac 1-11 entstand er in Lizenz in Bukarest – und eine dieser Maschinen eröffnete 1986 Ryanairs Jet-Zeitalter. Hier erfährst du, wie die One-Eleven entstand, wie du die Versionen auseinanderhältst und wo du sie heute noch siehst.

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Was ist die BAC One-Eleven?

Die One-Eleven ist ein zweistrahliger Schmalrumpfjet für Kurzstrecken aus britischer Produktion. Die beiden Rolls-Royce-Spey-Triebwerke hängen seitlich am Heck, das Höhenleitwerk sitzt oben auf der Seitenflosse. Die ursprüngliche Serie 200 bot bis zu 89 Plätze, die gestreckte Serie 500 – auch Super One-Eleven genannt – bis zu 119. Im Cockpit saßen zwei Piloten, ein Flugingenieur war nicht mehr nötig.

Die British Aircraft Corporation baute zwischen 1963 und 1984 insgesamt 235 Maschinen in Großbritannien, hauptsächlich in Hurn bei Bournemouth, zeitweise auch auf einer zweiten Linie in Weybridge. Dazu kommen neun Lizenzbauten aus Rumänien. Mit zusammen 244 Exemplaren war die One-Eleven einer der erfolgreichsten britischen Verkehrsjets überhaupt, auch wenn die amerikanische Douglas DC-9 sie zahlenmäßig weit überholte.

Heute ist die One-Eleven ein historisches Flugzeug. Die letzte flugfähige Maschine wurde 2019 außer Dienst gestellt. Eine aktive One-Eleven spottest du also nicht mehr – gut erhaltene Museumsexemplare dagegen schon.

244gebaute One-Elevens, davon 9 aus Bukarest
09.04.1965erster Liniendienst bei British United Airways
BA11ICAO-Typcode in Datenbanken und Flugplänen

Von der Hunting H.107 zur One-Eleven

Die Geschichte beginnt bei Hunting Aircraft. Das Unternehmen suchte Ende der 1950er-Jahre einen Jet-Nachfolger für die Turboprop Vickers Viscount und entwickelte dafür die Hunting H.107, einen kleinen Jet für rund 30 Passagiere. 1960 ging Hunting auf Druck der britischen Regierung in der neu gegründeten British Aircraft Corporation auf, zu der auch Vickers und Bristol gehörten.

BAC hielt das Konzept für vielversprechend, vergrößerte es zunächst als BAC 107 auf 59 Sitze und anschließend als BAC 111 auf rund 80 Sitze, angetrieben vom Rolls-Royce Spey. Am 9. Mai 1961 bestellte British United Airways zehn Maschinen der Serie 200 und gab damit den Startschuss. Bald folgten Kunden aus den USA, darunter Braniff, Mohawk und American Airlines, die mit 30 Maschinen der Serie 400 zum größten US-Kunden wurde. Für einen britischen Jet war das ein außergewöhnlicher Erfolg auf dem amerikanischen Markt.

Am 28. Juli 1963 rollte der Prototyp G-ASHG in Hurn aus der Halle, am 20. August 1963 startete er zum Erstflug. Nur zwei Monate später, am 22. Oktober 1963, stürzte G-ASHG bei Überziehtests in Wiltshire ab; alle sieben Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Die Untersuchung zeigte ein Problem, das typisch für Flugzeuge mit T-Leitwerk und Hecktriebwerken ist: den Deep Stall. Bei sehr hohem Anstellwinkel gerät das Höhenleitwerk in den abgelösten Luftstrom des Flügels und verliert seine Wirkung, das Flugzeug lässt sich nicht mehr aus dem Strömungsabriss holen. BAC rüstete daraufhin Stick Shaker und Stick Pusher nach, die den Piloten warnen und die Nase aktiv nach unten drücken. Diese Erkenntnisse flossen in die Entwicklung vieler späterer Hecktriebwerks-Jets ein.

Warum das für dich als Spotter spannend ist

T-Leitwerk und Hecktriebwerke prägen eine ganze Flugzeuggeneration: Trident, DC-9, F28 und Tu-134 folgen demselben Grundmuster. Wer diese Familie erkennen will, findet im Beitrag Oldtimer am Himmel erkennen einen guten Einstieg.

Den Linienbetrieb eröffnete British United Airways am 9. April 1965 auf der Strecke von London-Gatwick nach Genua. Damit war die One-Eleven einige Monate vor der DC-9 im Dienst – ein Vorsprung, den BAC wegen der kleineren Fertigungskapazität aber nicht dauerhaft halten konnte.

Die Versionen im Überblick

Die One-Eleven wuchs in zwei Richtungen: mehr Schub und Reichweite bei gleichem Rumpf, dann ein deutlich gestreckter Rumpf mit größerem Flügel. Die Bauzahlen in der Tabelle folgen gängigen Nachschlagewerken und können je nach Zählweise leicht abweichen.

Serie Gebaut (ca.) Besonderheiten
200 56 Ursprungsversion, Spey Mk 506, bis 89 Sitze
300 9 Stärkere Spey Mk 511, mehr Treibstoff und Reichweite
400 69 Variante der 300 für den US-Markt mit amerikanischer Ausrüstung
500 86 Gestreckter Rumpf, größere Spannweite, bis 119 Sitze, Spey Mk 512
510ED in Serie 500 enthalten Für BEA gebaut, Cockpit im Stil der Trident, eigene Musterberechtigung
475 6 Kurzer Rumpf mit dem Flügel der 500, Niederdruckreifen für einfache Pisten
670 1 Umbau Leisere, überarbeitete 475 für den japanischen Markt
Rombac 560/561RC 9 Lizenzbau der Serie 500 in Bukarest

Die Serie 500 erschien 1967 und ist die Version, die du in Museen und auf alten Fotos am häufigsten siehst. Ihr Rumpf ist rund vier Meter länger als der der frühen Serien, die Spannweite wuchs auf rund 28,5 Meter. British European Airways bestellte eine eigene Ausführung, die 510ED, mit einem Cockpit, das sich an der Trident orientierte. Für die Piloten bedeutete das sogar eine eigene Musterberechtigung.

Die Serie 475 von 1970 sollte der Fokker F28 Paroli bieten: der kurze Rumpf der frühen Serien, kombiniert mit dem größeren Flügel der 500 und weicheren Reifen, die auch einfache Pisten vertrugen. Viele Käufer fand sie nicht. Einige One-Elevens flogen zudem als Geschäftsreiseflugzeuge oder Regierungsjets.

Rombac: die One-Eleven aus Bukarest

Der wohl ungewöhnlichste Teil der One-Eleven-Geschichte spielt in Rumänien. Die staatliche Fluggesellschaft TAROM flog die One-Eleven bereits, als Staatschef Nicolae Ceaușescu am 9. Juni 1979 einen Lizenzvertrag unterzeichnete. Das Paket sah vor, dass BAC drei komplette Maschinen liefert und Rumänien danach mindestens 22 Flugzeuge selbst baut, mit schrittweise steigendem rumänischem Fertigungsanteil. Das Muster hieß fortan Rombac 1-11. Auch die Spey-Triebwerke wurden in Lizenz gefertigt, bei Turbomecanica in Bukarest.

Die erste Rombac, YR-BRA der Serie 561RC, hob am 18. September 1982 vom Werk in Băneasa ab und ging am 29. Dezember 1982 an TAROM. Danach geriet das Programm ins Stocken. Rumänien fehlten Devisen für importierte Bauteile, die erhofften Exportaufträge blieben aus, und die One-Eleven war bei Lärm und Verbrauch nicht mehr konkurrenzfähig. Am Ende wurden nur neun Maschinen fertig; zwei weitere blieben halbfertig liegen. Die letzte Rombac ging erst Anfang der 1990er-Jahre an die rumänische Romavia. Ein Neuanlauf mit modernen Rolls-Royce-Tay-Triebwerken scheiterte, weil sich die angekündigten Großbestellungen nie materialisierten.

1979: Lizenzvertrag

Rumänien sichert sich die Rechte, die One-Eleven in Bukarest zu bauen – geplant sind mindestens 22 Flugzeuge.

1982: Erstflug YR-BRA

Die erste in Rumänien gebaute Maschine fliegt im September und geht zum Jahresende an TAROM.

1986: Ryanair

Eine Rombac der Serie 500 wird Ryanairs erster Jet. Bis 1988 least die Airline drei Maschinen aus Rumänien.

2021: Kulturerbe

Rumänien nimmt zwei in Bukarest abgestellte Rombacs, YR-BRE und YR-BRI, in die Liste des nationalen Kulturerbes auf.

Weil TAROM und Romavia ihre Maschinen gern an westliche Airlines vermieteten, tauchten Rombacs in ganz Europa auf. Neben Ryanair flogen sie unter anderem bei Lauda Air, die Rombacs von TAROM mietete. Für Ryanair war die One-Eleven der Schritt vom Turboprop zum Jet, bevor die Airline Mitte der 1990er-Jahre ganz auf die Boeing 737 umstellte. Wer heute nach Bukarest fliegt, kann am Flughafen Henri Coandă nach den beiden abgestellten Rombacs Ausschau halten – ob sie von öffentlich zugänglichen Bereichen aus zu sehen sind, solltest du vorher klären.

One-Eleven im deutschsprachigen Raum

Im Charterverkehr der 1960er- und 1970er-Jahre war die One-Eleven auch in Deutschland ein vertrauter Anblick. Die Bavaria Fluggesellschaft, Germanair und später Bavaria Germanair setzten One-Elevens ein, ebenso Paninternational und Hapag-Lloyd Flug.

Mit Deutschland verbunden ist auch ein schwerer Unfall: Am 6. September 1971 musste die Paninternational-Maschine D-ALAR kurz nach dem Start in Hamburg auf der Autobahn A7 notlanden und prallte dort gegen eine Überführung. 22 der 121 Menschen an Bord starben. Die Ermittler stellten fest, dass in die Tanks für die Wassereinspritzung der Triebwerke versehentlich Kerosin statt entmineralisierten Wassers gefüllt worden war.

Woran du die One-Eleven erkennst

Im Museum oder auf alten Dias ist die One-Eleven mit etwas Übung schnell bestimmt. Diese drei Beobachtungen helfen dir am meisten.

Heck ansehen

Zwei Triebwerke seitlich am Heck, darüber das T-Leitwerk. Damit grenzt du die Familie der Hecktriebwerks-Jets ein; drei Triebwerke würden auf Trident oder 727 deuten.

Größe einschätzen

Die frühen Serien sind mit rund 28,5 m deutlich kürzer als eine DC-9-30, selbst die gestreckte 500 bleibt darunter. Der Rumpf wirkt kompakt und rundlich.

Heckkonus prüfen

Ein Rumpfende, das sich wie eine Schere zu zwei Bremsklappen öffnet, gehört zur Fokker F28. Die One-Eleven hat dort keinen solchen Mechanismus.

Die gestreckte Serie 500 erkennst du an den zusätzlichen Fensterreihen vor und hinter dem Flügel. Die Serien 200, 300 und 400 sehen sich äußerlich sehr ähnlich. Ganz sicher wird es aber erst mit dem Kennzeichen; wie britische Registrierungen aufgebaut sind, erklärt der Guide zu britischen G-Kennzeichen.

One-Eleven, DC-9, F28 oder Caravelle?

Die Zeit der Hecktriebwerks-Jets brachte viele ähnliche Silhouetten hervor. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: Zweistrahler mit Hecktriebwerken

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

BAC One-Eleven

T-Leitwerk, normaler Heckkonus und ein kompakter Rumpf passen zur One-Eleven. Zähl die Fenster: Viele Reihen vor und hinter dem Flügel sprechen für die Serie 500.

Wahrscheinlich

Douglas DC-9

Ein langer, schlanker Rumpf mit T-Leitwerk deutet eher auf eine DC-9 der Serien 30 bis 50 oder eine MD-80. Prüf das Kennzeichen.

Wahrscheinlich

Fokker F28 Fellowship

Der aufklappbare Heckkonus ist das Markenzeichen der F28 und ihrer Nachfolger Fokker 70 und 100.

Wahrscheinlich

Sud Aviation Caravelle

Höhenleitwerk auf halber Flossenhöhe und dreieckige Fenster sind typisch für die Caravelle, den französischen Pionier der Hecktriebwerks-Jets.

Zum direkten Vergleich mit den Konkurrenten aus Amerika lohnt ein Blick auf die Boeing 737-200, die ihre Triebwerke unter den Flügeln trägt und damit einen ganz anderen Weg ging. Mehr dazu, wie du Triebwerke im Detail auseinanderhältst, steht im Beitrag Triebwerke erkennen.

Lärm, Zulassung und das Ende im Liniendienst

Der Spey war ein robustes, aber lautes Triebwerk. Mit den verschärften Lärmregeln Anfang der 2000er-Jahre wurde der Weiterbetrieb teuer: Schalldämpfer-Kits für den Spey kosteten viel Geld, und viele europäische Betreiber gaben die One-Eleven lieber ab. British Airways hatte den regulären Einsatz bereits im Oktober 1992 beendet. 2010 akzeptierte die europäische Agentur EASA zudem den Antrag von Airbus als Inhaber der Musterzulassung, diese zurückzuziehen – für in der EU registrierte Maschinen war das praktisch das Aus.

In Afrika, vor allem in Nigeria, flog die One-Eleven länger, bis der Typ nach einem schweren Unfall in Kano im Mai 2002 mit über 100 Todesopfern am Boden bleiben musste. Danach blieben vor allem Erprobungsträger: Das britische Unternehmen QinetiQ setzte One-Elevens bis Dezember 2012 ein, Northrop Grumman nutzte die letzte flugfähige Maschine in den USA als fliegenden Testträger für die Sensorik der F-35 und stellte sie im Mai 2019 außer Dienst.

Bekannt aus Notfall-Lehrbüchern

Am 10. Juni 1990 löste sich bei einer British-Airways-One-Eleven über Didcot eine Cockpitscheibe, weil beim Einbau falsche Schrauben verwendet worden waren. Die Besatzung landete die Maschine sicher in Southampton. Der Fall wird bis heute in der Wartungs- und Sicherheitsausbildung behandelt.

Wo du die One-Eleven heute siehst

Für Spotter ist die One-Eleven ein klassisches Museumsziel. Die wichtigsten Adressen findest du in Großbritannien:

Ort Exemplar Hinweis
Brooklands Museum, Surrey G-ASYD (Serie 475) Am historischen BAC-Standort Weybridge
IWM Duxford G-AVMU (510ED) In der Sammlung britischer Verkehrsflugzeuge
Solent Sky, Southampton ZH763 (ex QinetiQ) 2023 aus Cornwall überführt
Gatwick Aviation Museum Vorderrumpf von G-AVMO Der Rest wurde 2026 in East Fortune zerlegt
Bukarest Henri Coandă YR-BRE, YR-BRI (Rombac) Seit 2021 nationales Kulturerbe

Duxford verbindest du am besten mit einem Airshow-Tag; was dich dort erwartet, steht im Beitrag zu den Duxford-Airshows, den Spot selbst findest du unter IWM Duxford. Das National Museum of Flight in East Fortune zeigte lange eine komplette 510ED, hat diese aber 2026 abgegeben – prüf vor einem Besuch, was dort aktuell ausgestellt ist. Grundsätzlich gilt: Museen ändern Ausstellungen, verleihen Exponate oder schließen Hallen zeitweise. Ein Blick auf die Museumsseite vor der Anreise spart Enttäuschungen.

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  • Ich habe geprüft, ob das Exponat aktuell ausgestellt und zugänglich ist.
  • Ich kenne Öffnungszeiten und Ticketpreise von der offiziellen Museumsseite.
  • Ich habe ein Weitwinkel dabei – in Hallen stehst du oft sehr nah am Flugzeug.
  • Ich notiere Kennzeichen und Serie für meine Sammlung.

Wie selten so eine Sichtung in deiner Sammlung ist, kannst du mit dem Guide Wie selten ist meine Sichtung? einordnen. Und wer sich für das Schicksal der Airlines interessiert, die die One-Eleven einst flogen, findet im Artikel über große Airline-Pleiten in Europa viel Hintergrund.

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Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die One-Eleven, wenn …

  • zwei Triebwerke seitlich am Heck und ein T-Leitwerk zu sehen sind
  • der Rumpf kompakt wirkt und deutlich kürzer ist als bei einer DC-9-30
  • der Heckkonus geschlossen ist
  • in der Datenbank BA11 als Typ steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • du die Maschine nur auf einem alten, unscharfen Foto siehst
  • der Rumpf sehr lang wirkt – dann kann es eine DC-9 oder MD-80 sein
  • eine rumänische Kennung auftaucht – dann prüf, ob es eine Rombac ist

Es ist keine One-Eleven, wenn …

  • drei Triebwerke am Heck sitzen – dann bist du bei Trident oder Boeing 727
  • vier Triebwerke am Heck hängen – das ist die Vickers VC10
  • sich der Heckkonus zu Bremsklappen öffnet
  • die Triebwerke unter den Flügeln hängen

Fazit

Die BAC One-Eleven war Großbritanniens Antwort auf die Kurzstrecken-Jets der 1960er-Jahre – früher im Dienst als die DC-9, in Europa und sogar in den USA erfolgreich, am Ende aber von der Konkurrenz überholt. Ihr zweites Leben als Rombac in Rumänien und ihre Rolle als erster Jet von Ryanair machen sie zu einem der spannendsten Klassiker überhaupt. Heute findest du sie nur noch im Museum, dafür aber an gut erreichbaren Orten wie Brooklands und Duxford.

Kurzfazit

Zwei Spey am Heck, T-Leitwerk, kompakter Rumpf: Das ist die One-Eleven. Die gestreckte Serie 500 erkennst du an den zusätzlichen Fensterreihen, die Rombac am rumänischen Hintergrund – und bestätigt wird alles über das Kennzeichen.

Zusammenfassung

  • Die One-Eleven geht auf den Entwurf Hunting H.107 zurück, den BAC nach der Fusion 1960 vergrößerte und mit dem Rolls-Royce Spey ausstattete.
  • Der Prototyp flog 1963, stürzte aber noch im selben Jahr bei Überziehtests ab; das Phänomen „Deep Stall“ wurde daraufhin systematisch untersucht.
  • Von der Serie 200 bis zur gestreckten Serie 500 entstanden 235 Maschinen in Großbritannien, dazu 9 Rombac 1-11 in Rumänien.
  • Lärmvorschriften, fehlender Ersatzteilnachschub und der Entzug der europäischen Musterzulassung 2010 beendeten die Karriere; 2019 landete die letzte flugfähige Maschine endgültig.

Häufige Fragen

Was bedeutet der Name One-Eleven?

Der Name leitet sich von der Projektnummer BAC 111 ab. Das Flugzeug begann als Hunting H.107, nach der Übernahme durch die British Aircraft Corporation lief es zunächst als BAC 107 und nach der Vergrößerung als BAC 111. Häufig liest du auch die Schreibweise BAC 1-11.

Was ist die Rombac 1-11?

Die in Rumänien gebaute Lizenzversion der One-Eleven. Am 9. Juni 1979 wurde der Vertrag unterzeichnet, der mindestens 22 Flugzeuge aus Bukarest vorsah. Die erste Rombac, YR-BRA der Serie 561RC, flog am 18. September 1982 und ging Ende 1982 an TAROM. Insgesamt wurden nur neun Maschinen fertig, zwei weitere blieben unvollendet.

Warum wurden so wenige Rombacs gebaut?

Mehrere Gründe kamen zusammen: Rumänien fehlten Devisen für importierte Bauteile, der erhoffte Exportmarkt blieb aus, und die One-Eleven war bei Lärm und Verbrauch gegenüber neueren Mustern ins Hintertreffen geraten. Ein Plan, die Rombac nach 1989 mit Rolls-Royce-Tay-Triebwerken neu aufzulegen, scheiterte, weil die Großbestellungen nie zustande kamen.

Hat Ryanair wirklich die One-Eleven geflogen?

Ja. Ryanairs erste One-Eleven war eine in Rumänien gebaute Rombac der Serie 500, die im Dezember 1986 in Dienst ging. Bis 1988 hatte die Airline drei Maschinen aus Rumänien geleast. Mitte der 1990er-Jahre ersetzte Ryanair den Typ durch die Boeing 737.

Wie unterscheide ich die One-Eleven von der DC-9?

Beide sind Zweistrahler mit Hecktriebwerken und T-Leitwerk. Die One-Eleven arbeitet mit dem dickeren Rolls-Royce Spey statt des Pratt & Whitney JT8D, und schon die Serie 500 ist mit rund 32,6 m kürzer als eine DC-9-30. Am sichersten bestätigst du den Typ über das Kennzeichen, denn auf alten Fotos verschwimmen die Unterschiede leicht.

Fliegt heute noch eine One-Eleven?

Nein. Die letzte flugfähige Maschine nutzte Northrop Grumman in den USA als Erprobungsträger für die Avionik der F-35; sie wurde im Mai 2019 außer Dienst gestellt. Der britische Erprobungsbetrieb bei QinetiQ endete bereits im Dezember 2012.

Wo kann ich eine One-Eleven besichtigen?

Unter anderem im Brooklands Museum in Surrey (G-ASYD), im Imperial War Museum Duxford (G-AVMU in British-Airways-Farben) und im Museum Solent Sky in Southampton (ZH763). In Bukarest stehen zwei Rombacs am Flughafen Henri Coandă. Prüf vor einem Besuch, ob das Exponat gerade zugänglich ist.

BAC One-Eleven sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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