Das Wichtigste in Kürze
- JAT war die Nationalairline Jugoslawiens mit Drehkreuz Belgrad und flog von 1947 bis 2013.
- Codes: IATA JU, ICAO JAT, Rufzeichen „JAT“. Den IATA-Code JU nutzt heute Air Serbia.
- Starke Jet-Flotte: Caravelle ab 1963, DC-9 und Boeing 707 ab 1969, Boeing 727-200, DC-10 ab 1978 und als erste Airline Europas die Boeing 737-300.
- Sanktionen ab 1992 legten den internationalen Verkehr fast vollständig still; die Airline erholte sich davon nie ganz.
- Aus JAT wurde Air Serbia: 2003 erst Jat Airways, 2013 Einstieg von Etihad mit 49 Prozent und Umbenennung.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | JU |
|---|---|
| ICAO-Code | JAT |
| Rufzeichen | JAT |
| Drehkreuze | BEG |
| Status | Historisch – Flugbetrieb unter dem Namen Jat Airways endete am 26. Oktober 2013, Nachfolgerin ist Air Serbia |
| Geschäftsmodell | Staatliche Netzwerk-Airline mit Inlandsflügen, Europaverkehr und Langstrecke nach Nordamerika, Asien und Australien |
| Gegründet | Erste Flüge unter dem Namen Jugoslovenski Aerotransport im April 1947; Vorläufer war die 1927 gegründete Aeroput |
| Sitz und Drehkreuz | Belgrad, Flughafen Nikola Tesla (BEG) |
| Namen | JAT bzw. Yugoslav Airlines, später JAT Yugoslav Airlines, ab 2003 Jat Airways, ab Oktober 2013 Air Serbia |
| Allianz | keine |
| Höhepunkt (laut Air Serbia, 1987) | 61 Ziele auf fünf Kontinenten, über fünf Millionen Fluggäste, 36 Flugzeuge |
| Prägende Typen | Sud Aviation Caravelle (ab 1963), McDonnell Douglas DC-9 (ab 1969), Boeing 707, Boeing 727-200, McDonnell Douglas DC-10-30 (ab 1978), Boeing 737-300 (ab 1985), ATR 72 |
| Frühe Typen | Douglas DC-3/C-47, Junkers Ju 52, Convair CV-340/440, Iljuschin Il-14, Douglas DC-6B |
| Flotte zuletzt (2013) | Vor allem Boeing 737-300 und ATR 72 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich JAT Yugoslav Airlines?
- Kennzeichen mit YU- – das Präfix Jugoslawiens, das Serbien bis heute nutzt
- Klassische Bemalung: weißer Rumpf, Schriftzug „Yugoslav Airlines“ und am Leitwerk ein rotes Ei-Logo mit weißen Buchstaben „JAT“
- Ab 1985 kamen die Boeing 737-300 mit silbern glänzendem Rumpf
- Ab 1994 eine weiße Bemalung mit stilisierter jugoslawischer Flagge und zwei Flügeln am Leitwerk
- Ab 2003 Titel „Jat Airways“ und drei Punkte am Leitwerk in Blau, Rot und Blau
- Typisch für die Flotte: Hecktriebwerke von DC-9 und Boeing 727, dazu der Dreistrahler DC-10 auf der Langstrecke
Wer in den 1970er- und 1980er-Jahren in Frankfurt, München oder Stuttgart am Zaun stand, kennt sie: DC-9 und Boeing 727 mit YU-Kennzeichen und rotem Ei-Logo am Leitwerk, die mehrmals am Tag nach Belgrad, Zagreb oder an die Adria flogen. JAT war die Nationalairline Jugoslawiens, eine der größeren Airlines Europas und für viele Gastarbeiterfamilien die Verbindung in die Heimat. Hier erfährst du, wie JAT groß wurde, welche Flugzeuge sie flog, was die Sanktionen der 1990er-Jahre anrichteten und warum die Codes heute bei Air Serbia weiterleben.
Historische Airline
JAT flog ab 2003 als Jat Airways und wurde am 26. Oktober 2013 durch Air Serbia abgelöst. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Airline. Den IATA-Code JU nutzt heute die Nachfolgerin.
JAT im Überblick
JAT war die staatliche Airline Jugoslawiens mit Sitz und Drehkreuz in Belgrad, am heutigen Flughafen Belgrad Nikola Tesla. Die Abkürzung steht für Jugoslovenski Aerotransport. International trat die Airline als Yugoslav Airlines auf, später als JAT Yugoslav Airlines. Der Flugbetrieb unter dem neuen Namen begann im April 1947; die Wurzeln reichen aber bis zur 1927 gegründeten Aeroput zurück, die im Zweiten Weltkrieg den Betrieb einstellen musste.
Aus bescheidenen Anfängen mit umgebauten DC-3 und Junkers Ju 52 wurde in vier Jahrzehnten ein Netz über fünf Kontinente. Nach Angaben von Air Serbia flog JAT 1987 zu 61 Zielen, beförderte mehr als fünf Millionen Fluggäste und betrieb 36 Flugzeuge. Damit gehörte JAT zu den größeren Airlines Europas. Dann kamen der Zerfall Jugoslawiens, Krieg und Sanktionen – und die Airline schrumpfte auf einen Bruchteil.
Die Geschichte endet nicht mit einer Pleite wie bei Malév oder Adria Airways, sondern mit einem Neuanfang: 2003 wurde aus JAT die Jat Airways, 2013 stieg Etihad Airways ein, und die Airline flog fortan als Air Serbia.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code JU: stand vor den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln. Laut der englischsprachigen Wikipedia führte JAT Flugnummern 1953 ein.
- ICAO-Code JAT: Kennung im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen JAT: so meldeten sich die Crews im Funk.
Für dein Logbuch ist wichtig: Der IATA-Code JU lebt bei Air Serbia weiter. Ein Foto mit der Flugnummer JU ist also nicht automatisch ein JAT-Foto. Entscheidend sind Datum, Bemalung und Titel am Rumpf. Wie IATA- und ICAO-Codes zusammenhängen, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes.
Jugoslawische Luftfahrtgeschichte im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – auch deine Archivfotos von JAT-Jets bekommen so ihren festen Platz in der Sammlung. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Geschichte: von Aeroput zu Air Serbia
Neustart nach dem Krieg (1947–1962)
Im April 1947 hob das erste Flugzeug unter dem Namen Yugoslav Airlines ab. Zur Grundausstattung gehörten wenige zu DC-3 umgebaute C-47 und einige Junkers Ju 52. Erste Strecken führten von Belgrad über Zagreb nach Ljubljana und von Zagreb nach Sarajevo, international ging es über Prag nach Warschau. In den 1950er-Jahren folgten Convair CV-340 und CV-440 sowie Iljuschin Il-14, Ende der 1950er-Jahre die viermotorige Douglas DC-6B. JAT kaufte also sowohl im Westen als auch im Osten – ein Spiegel der blockfreien Politik Jugoslawiens.
Das Jetzeitalter beginnt (1963–1977)
1963 landete die erste Sud Aviation Caravelle in Belgrad. Mit ihr begann in Jugoslawien das Jetzeitalter, in den Jahren danach verschwanden die letzten DC-3 und Convair. 1969 kam die erste DC-9 in die Flotte, kurz darauf die erste Boeing 707. Mitte der 1970er-Jahre folgte die Boeing 727-200, die zusammen mit der DC-9 zum Rückgrat im Europaverkehr wurde.
Wie selbstbewusst JAT damals auftrat, zeigt ein Flug aus dem November 1974: Eine Boeing 707 flog einmal um die Welt, unter anderem über Beirut, Bombay, Singapur, Tokio, Honolulu, Los Angeles und London. 1971 trat JAT außerdem dem Verband Europäischer Fluggesellschaften AEA bei.
Langstrecke und Höhepunkt (1978–1990)
1978 kam mit der McDonnell Douglas DC-10-30 das erste Großraumflugzeug. Damit flog JAT direkt nach Nordamerika, Asien und Australien – zu den Zielen gehörten unter anderem New York, Chicago und Sydney. Gerade diese Strecken lebten von der großen jugoslawischen Diaspora.
1985 folgte der Schritt, der JAT in die Typengeschichte eingeschrieben hat: Als erste Airline Europas kaufte JAT die Boeing 737-300. Die erste Maschine erreichte Belgrad laut der englischsprachigen Wikipedia im August 1985 mit dem Kennzeichen YU-AND. Bei den Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajevo war JAT zudem offizieller Carrier. 1987 erreichte die Airline mit 61 Zielen und über fünf Millionen Fluggästen ihren Höhepunkt; laut Air Serbia lag sie damals in Europa auf Rang zehn.
Krieg und Sanktionen (1991–2000)
Mit dem Zerfall Jugoslawiens brach das Fundament weg. Im Dezember 1991 stellte Deutschland – zu diesem Zeitpunkt der größte europäische Markt von JAT – den Luftverkehr mit Jugoslawien ein, Italien folgte im Januar 1992. Im Mai 1992 flog JAT zum letzten Mal nach New York, kurz darauf verhängten die USA ein Luftverkehrsembargo. Am 20. Mai 1992 folgten UN-Sanktionen gegen die Bundesrepublik Jugoslawien.
Damit war der internationale Verkehr vorerst beendet. Laut Air Serbia richtete JAT im Juni 1992 sogar Buslinien nach Budapest und Timișoara ein, damit Reisende überhaupt noch zu einem Flughafen im Ausland kamen. Ab 1994 liefen einzelne internationale Flüge wieder an, aufgehoben wurden die Sanktionen erst 2000. Viele Flugzeuge standen in diesen Jahren am Boden – eine Lücke, die die Airline nie ganz schließen konnte.
Jat Airways (2003–2013)
2003, nach 56 Jahren, wurde aus Yugoslav Airlines die Jat Airways – passend zum Ende des Staates Jugoslawien. Die Flotte bestand nun vor allem aus den alternden 737-300 und ATR-72-Turboprops; DC-9, 727 und DC-10 schieden bis Mitte der 2000er-Jahre aus. Zeitweise ergänzten geleaste Boeing 737-400 die Flotte. 2006 schrieb Jat Airways nach Angaben von Air Serbia zum ersten Mal seit 15 Jahren ein positives Geschäftsjahr, 2008 kehrten nach 17 Jahren Pause Flüge nach Kroatien zurück.
Der Übergang zu Air Serbia (2013)
Am 1. August 2013 vereinbarten die serbische Regierung und Etihad Airways die Neuordnung: Etihad übernahm 49 Prozent und das Management, der Staat behielt die Mehrheit. Am 26. Oktober 2013 endete der Betrieb unter dem Namen Jat Airways, der erste Air-Serbia-Flug ging nach Abu Dhabi. Wie die Golf-Airlines solche Beteiligungen nutzten, liest du unter Emirates, Qatar Airways, Etihad. Ein ähnliches Etihad-Projekt war übrigens Darwin Airline, die zeitweise als Etihad Regional flog.
1947
Erste Flüge als Yugoslav Airlines mit DC-3 und Ju 52.
1963
Die Caravelle bringt das Jetzeitalter nach Jugoslawien.
1978–1985
DC-10 für die Langstrecke, dann als erste Airline Europas die 737-300.
1992
Embargo und UN-Sanktionen beenden den internationalen Verkehr.
2003–2013
Jat Airways, dann Etihad-Einstieg und Umbenennung in Air Serbia.
Die Flotte im Wandel
JAT ist für Spotter vor allem wegen der Typenvielfalt interessant: westliche Kolbenflugzeuge, eine französische Caravelle, amerikanische Jets mit Hecktriebwerken und zum Schluss Turboprops aus Toulouse.
| Typ | Zeitraum bei JAT | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Douglas DC-3/C-47, Junkers Ju 52 | 1947 bis 1950er-Jahre | Inland und erste Auslandsstrecken | Nur auf sehr alten Fotos |
| Convair CV-340/440, Il-14, DC-6B | 1950er- bis 1970er-Jahre | Inland und Europa | Mischung aus Ost und West |
| Sud Aviation Caravelle | ab 1963 bis Mitte der 1970er | Europa | Erster Jet Jugoslawiens |
| McDonnell Douglas DC-9-32 | 1969 bis Mitte der 2000er | Europa, Inland | Das Arbeitspferd mit Hecktriebwerken |
| Boeing 707 | ab 1969/70 bis in die 1980er | Langstrecke, Charter | Weltumrundung 1974 |
| Boeing 727-200 | Mitte der 1970er bis Mitte der 2000er | Europa, Mittelstrecke | Dreistrahler mit T-Leitwerk |
| McDonnell Douglas DC-10-30 | ab 1978 bis Mitte der 2000er | Langstrecke | Erstes Großraumflugzeug |
| Boeing 737-300 | ab 1985 | Europa | Erste Betreiberin in Europa, teils silbern |
| ATR 42 und ATR 72 | ab Ende der 1980er | Inland, Regionalstrecken | Zum Schluss mit 737-300 die Restflotte |
Die Angaben zu den Zeiträumen stammen aus der Firmengeschichte von Air Serbia und der Flottenübersicht der englischsprachigen Wikipedia; genaue Stückzahlen schwanken je nach Quelle und Stichtag und sind hier deshalb bewusst weggelassen.
DC-9 und 727: die klassische JAT-Flotte
Wenn du an JAT denkst, denkst du wahrscheinlich an die DC-9 und die Boeing 727. Beide Typen haben Triebwerke am Heck und ein T-Leitwerk – unterscheiden kannst du sie trotzdem leicht: Die DC-9 hat zwei Triebwerke, die 727 drei, das mittlere mit dem Lufteinlass über dem Rumpf direkt vor dem Leitwerk. Hersteller der DC-9 war Douglas bzw. später McDonnell Douglas, die 727 kam von Boeing.
737-300: JATs Platz in der Typengeschichte
Die 737-300 war die erste Version der sogenannten Classic-Generation mit großen CFM56-Triebwerken. Dass ausgerechnet JAT sie als erste Airline Europas bestellte, macht die frühen YU-Exemplare zu gesuchten Motiven. Woran du die Classic von der älteren 737-200 und der späteren Next Generation unterscheidest, zeigt der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.
ATR: der Turboprop für das Inland
Für kurze Strecken setzte JAT Turboprops von ATR ein – erst die ATR 42, ab Anfang der 1990er-Jahre die ATR 72-200, später auch die ATR 72-500. Sie überlebten zusammen mit den 737-300 bis zum Übergang auf Air Serbia.
Die frühe 737-300 fehlt dir noch?
Setz Typen und Kennzeichen auf deine Wunschliste im Hangar und behalte im Blick, welche Klassiker deiner Sammlung noch fehlen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du JAT erkennst
Das wichtigste Merkmal ist das Kennzeichen mit YU-. Es war das Präfix Jugoslawiens und wird von Serbien bis heute genutzt – ein YU-Kennzeichen allein beweist also noch kein JAT-Foto. Zusammen mit Bemalung und Aufnahmedatum ergibt sich aber ein klares Bild. Wie Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt Flugzeugkennzeichen verstehen.
Die Bemalung änderte sich mehrmals:
- Bis Anfang der 1990er-Jahre: weißer Rumpf, Schriftzug „Yugoslav Airlines“ und am Leitwerk ein rotes, eiförmiges Logo mit den weißen Buchstaben „JAT“.
- Ab 1985: die ersten 737-300 kamen mit silbern glänzendem Rumpf.
- Ab 1994: eine weiße Bemalung, deren Leitwerkslogo eine stilisierte jugoslawische Flagge mit zwei Flügeln zeigte.
- Ab 2003: großer Titel „Jat Airways“ und drei Punkte in Blau, Rot und Blau am Leitwerk; zeitweise flogen die Flugzeuge fast komplett weiß.
Gerade die Übergangsjahre bringen Mischformen hervor – etwa Flugzeuge mit neuem Titel, aber altem Leitwerk, oder geleaste Maschinen ganz ohne Logo. Wie du solche Varianten einordnest, zeigt Hybrid- und Mischlackierungen erkennen. Mehr zu Namens- und Designwechseln findest du unter Wenn Airlines ihr Design wechseln.
Spricht für JAT
- YU-Kennzeichen an DC-9, Boeing 727, DC-10 oder Caravelle
- Rotes Ei-Logo mit „JAT“ am Leitwerk, Titel „Yugoslav Airlines“
- Silberne 737-300 mit YU-Kennzeichen
- Titel „Jat Airways“ mit drei Punkten am Leitwerk, Aufnahme vor Oktober 2013
Spricht dagegen
- Titel „Air Serbia“ – dann ist es die Nachfolgerin ab Oktober 2013
- Titel „Inex-Adria“ oder „Adria“ – dann flog die Maschine für die slowenische Airline
- Airbus A319, A320 oder A330 mit YU-Kennzeichen – das ist typisch für Air Serbia, nicht für JAT
Archivfotos sauber datieren
Viele JAT-Fotos stammen aus Dias und Abzügen ohne genaues Datum. Die Bemalung hilft dir beim Eingrenzen: Ei-Logo bedeutet vor 1994, Flaggenlogo 1994 bis 2003, drei Punkte ab 2003. Wie du deine Bilder ordnest, zeigt der Artikel Flugzeugfotos archivieren; das Baujahr einer Maschine findest du über Flugzeugalter herausfinden.
JAT in Deutschland und im Netz
Deutschland war für JAT ein Schlüsselmarkt. Laut der englischsprachigen Wikipedia war es 1991 der größte europäische Markt der Airline. Viele Menschen aus Jugoslawien arbeiteten in Deutschland, und JAT-Jets waren an Flughäfen wie Frankfurt, München und Stuttgart ein vertrautes Bild. Dazu kamen Ferienflüge an die jugoslawische Küste, etwa nach Dubrovnik.
Innerhalb Jugoslawiens verband JAT Belgrad mit Zagreb, Ljubljana, Sarajevo und den Küstenflughäfen. Nach dem Zerfall des Landes wurden aus diesen Inlandsstrecken Auslandsverbindungen – und aus den regionalen Konkurrenten eigene Nationalairlines wie Croatia Airlines und später Montenegro Airlines.
Gute Chancen auf JAT-Material, wenn …
- du Fotoarchive aus Frankfurt, München, Stuttgart oder Zürich aus den 1970er- und 1980er-Jahren durchsuchst
- du Urlaubsfotos von der jugoslawischen Küste aus dieser Zeit hast
- du nach ehemaligen JAT-Flugzeugen suchst, die später bei anderen Betreibern oder in Museen landeten
Prüf es genau, wenn …
- das Foto aus den Jahren 2003 bis 2013 stammt – dann ist es Jat Airways, nicht die alte JAT
- nur das YU-Kennzeichen zu sehen ist
Keine Chance, wenn …
- du JAT live erwischen willst – seit Oktober 2013 fliegt die Nachfolgerin Air Serbia
JAT im Kreis der Ostblock- und Balkan-Airlines
Jugoslawien war kein Mitglied des Warschauer Pakts, und das sieht man der Flotte an: Während Interflug, Balkan Bulgarian Airlines oder ČSA lange vor allem sowjetische Typen flogen, kaufte JAT ab den 1960er-Jahren fast nur westliche Jets. Einen Blick lohnt auch die rumänische TAROM, die ebenfalls zur Generation der staatlichen Airlines Südosteuropas gehört. Wer historische Typen auf alten Fotos sicher bestimmen will, findet Hilfe unter Oldtimer am Himmel erkennen.
Ein Weltrekord aus der JAT-Geschichte
Am 26. Januar 1972 explodierte an Bord der JAT-DC-9 YU-AHT über der damaligen Tschechoslowakei eine Bombe. 27 der 28 Menschen an Bord starben. Die Flugbegleiterin Vesna Vulović überlebte den Sturz aus rund 10.000 Metern Höhe – bis heute ein Weltrekord für einen Sturz ohne Fallschirm.
Häufige Verwechslungen
- JAT und Air Serbia gleichsetzen – beide nutzen JU und YU-Kennzeichen, aber Air Serbia gibt es erst seit Oktober 2013.
- Jat Airways für eine andere Airline halten – es ist dieselbe Gesellschaft, nur ab 2003 unter neuem Namen.
- Inex-Adria für eine JAT-Tochter halten – die heutige Adria Airways war ein eigenes Unternehmen aus Ljubljana.
- Jedes YU-Kennzeichen JAT zuschreiben – Serbien nutzt das Präfix bis heute, auch andere Betreiber flogen mit YU.
- DC-9 und 727 verwechseln – die DC-9 hat zwei, die 727 drei Triebwerke am Heck.
- Die erste 737-300 Europas bei einer westeuropäischen Airline suchen – laut Air Serbia war JAT 1985 die erste Käuferin in Europa.
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Poste deine Fotos von JAT-Jets mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, tausch dich in den Kommentaren mit anderen Fans der Balkan-Luftfahrt aus und lass dich für die Air-Serbia-Flotte von heute per Sichtungs-Alarm benachrichtigen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
JAT war über Jahrzehnte das fliegende Aushängeschild Jugoslawiens. Die Airline brachte 1963 den ersten Jet ins Land, flog mit DC-10 bis nach Australien und war 1985 die erste europäische Kundin der 737-300. Krieg, Zerfall und Sanktionen kosteten sie ab 1992 fast das gesamte internationale Geschäft. Als Jat Airways flog sie danach weiter, bis sie 2013 mit Etihad als Partnerin zu Air Serbia wurde. Für Spotter bleibt eine Airline mit klassischen Typen, markantem Ei-Logo und YU-Kennzeichen – und eine Geschichte, die sich auf alten Fotos gut nachverfolgen lässt.
Kurzfazit
JAT Yugoslav Airlines (IATA JU, ICAO JAT) war die historische Nationalairline Jugoslawiens mit Drehkreuz Belgrad. Prägend waren Caravelle, DC-9, Boeing 727, DC-10 und 737-300. Ab 2003 hieß sie Jat Airways, seit Oktober 2013 fliegt an ihrer Stelle Air Serbia.
Zusammenfassung
- JAT verband Jugoslawien über Jahrzehnte mit Europa, Nordamerika, Asien und Australien und war in den 1980er-Jahren eine der größeren Airlines Europas.
- Deutschland war lange der wichtigste europäische Markt – Spotter in Frankfurt, München oder Stuttgart sahen JAT-Jets mit YU-Kennzeichen regelmäßig.
- Mit dem Zerfall Jugoslawiens und den UN-Sanktionen ab Mai 1992 brach das Geschäft ein; nach 2000 folgte ein Neustart als Jat Airways mit alternder 737-300-Flotte.
- Auf Archivfotos erkennst du JAT am YU-Kennzeichen, am Ei-Logo am Leitwerk und an typischen Typen wie DC-9, 727, DC-10 und silbernen 737-300.
Häufige Fragen
Gibt es JAT Yugoslav Airlines heute noch?
Nein, nicht unter diesem Namen. 2003 wurde aus JAT die Jat Airways, und am 26. Oktober 2013 übernahm Air Serbia den Flugbetrieb. Grundlage war eine Vereinbarung zwischen der serbischen Regierung und Etihad Airways vom 1. August 2013, mit der Etihad 49 Prozent übernahm.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte JAT?
JAT flog unter dem IATA-Code JU und dem ICAO-Code JAT, das Rufzeichen im Funk lautete ebenfalls „JAT“. Den IATA-Code JU führt heute die Nachfolgerin Air Serbia weiter.
Wofür steht die Abkürzung JAT?
JAT steht für Jugoslovenski Aerotransport, also jugoslawischer Lufttransport. International trat die Airline als Yugoslav Airlines bzw. JAT Yugoslav Airlines auf.
Welche Flugzeuge flog JAT?
Nach dem Start 1947 mit DC-3 und Junkers Ju 52 folgten Convair, Iljuschin Il-14 und DC-6B. 1963 kam mit der Caravelle der erste Jet nach Jugoslawien, 1969 die DC-9 und kurz darauf die Boeing 707. Später prägten die Boeing 727-200, die DC-10-30 und die Boeing 737-300 die Flotte, auf kurzen Inlandsstrecken flogen ATR-Turboprops.
War JAT wirklich die erste europäische 737-300-Airline?
Ja, nach Angaben der Nachfolgerin Air Serbia kaufte JAT 1985 als erste Airline Europas die Boeing 737-300. Laut der englischsprachigen Wikipedia kam die erste Maschine mit dem Kennzeichen YU-AND im August 1985 in Belgrad an. Die 737-300 blieb bis in die Air-Serbia-Zeit im Einsatz.
Was geschah mit JAT in den 1990er-Jahren?
Mit dem Zerfall Jugoslawiens und den Kriegen brach das Netz ein. Im Mai 1992 verhängten die USA ein Luftverkehrsembargo, am 20. Mai 1992 folgten UN-Sanktionen. Der internationale Verkehr kam zum Erliegen, ab 1994 lief er in kleinem Umfang wieder an. Aufgehoben wurden die Sanktionen erst 2000.
Wer war Vesna Vulović?
Vesna Vulović war Flugbegleiterin bei JAT. Am 26. Januar 1972 explodierte an Bord der DC-9 YU-AHT eine Bombe, das Flugzeug zerbrach über der damaligen Tschechoslowakei. 27 der 28 Menschen an Bord kamen ums Leben, Vulović überlebte den Sturz aus rund 10.000 Metern Höhe – bis heute ein Weltrekord für einen Sturz ohne Fallschirm.
Flog JAT auch nach Deutschland?
Ja, Deutschland war Anfang der 1990er-Jahre der größte Markt von JAT in Europa. Im Dezember 1991 stellte Deutschland den Luftverkehr mit Jugoslawien jedoch ein. Nach dem Ende der Sanktionen flog Jat Airways wieder nach Deutschland, heute bedient Air Serbia diese Strecken.
JAT Yugoslav Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Sud Aviation Caravelle
Zwei Triebwerke am Heck, dreieckige Kabinenfenster und eine Nase von der Comet: Die Caravelle war Frankreichs erster Jetliner und machte die Hecktriebwerks-Bauweise salonfähig. So erkennst du sie – und hier siehst du sie heute noch.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas DC-9
Zwei Triebwerke am Heck, das Höhenleitwerk oben auf der Flosse: Die DC-9 prägte ab 1965 die Kurzstrecke in Europa und den USA. So erkennst du die Serien 10 bis 50 und trennst sie von MD-80, 717 und One-Eleven.
FlugzeugtypBoeing 727-200
Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas DC-10
Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypBoeing 737-400
Drei Meter länger als die -300, zwei Notausgänge über dem Flügel und ein Hecksporn unter dem Heck: Die 737-400 war Boeings Antwort auf volle Ferienflieger. Hier liest du, wie sie entstand, wer sie in Europa flog und wo du sie heute als Frachter triffst.
FlugzeugtypBoeing 707-320 Intercontinental
Vier Triebwerke unter gepfeilten Flügeln, ein spitzer Antennendorn auf der Seitenflosse und Platz für den Nordatlantik: Die 707-320 Intercontinental war die erste echte Langstrecken-707. Als Airliner ist sie Geschichte – als AWACS, Tanker und Museumsstück lebt sie weiter.
FlugzeugtypDouglas DC-6
Vier Sternmotoren, Druckkabine, Bugradfahrwerk: Die Douglas DC-6 war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten Langstreckenflugzeuge der Welt. Heute fliegt sie noch als Frachter in Alaska – und als blank polierte DC-6B der Flying Bulls aus Salzburg. So erkennst du sie und so bekommst du sie vor die Linse.
FlugzeugtypDouglas DC-3 / C-47
Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden: Die DC-3 und ihre Militärschwester C-47 sind Legenden. So erkennst du sie und so findest du die letzten Flieger in Europa.
FlugzeugtypJunkers Ju 52/3m (Tante Ju)
Wellblech, drei Sternmotoren und ein unverwechselbares Brummen: Die Junkers Ju 52 war das Rückgrat der frühen Lufthansa und flog bis 2018 noch Passagiere. So erkennst du die Tante Ju – und wo du sie heute noch findest.
FlugzeugtypConvair CV-240/340/440 Metropolitan
Zwei dicke Sternmotoren, Bugrad statt Spornrad und eine Druckkabine: Die Convair-Liner CV-240, CV-340 und CV-440 waren die modernen Zubringer der 1950er – auch bei Lufthansa und Swissair.
FlugzeugtypATR 72-200/210
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 72-200 und -210 sind die erste Generation der großen ATR. Viele fliegen heute fensterlos als Frachter. So erkennst du sie und so findest du sie.
FlugzeugtypATR 72-500
Sechs Propellerblätter, Hochdecker, T-Leitwerk – und von außen fast nicht von der -600 zu unterscheiden: Die ATR 72-500 ist die meistgebaute ATR 72 vor der aktuellen Generation. So grenzt du sie sauber ab.
Weitere Airlines
Air Serbia
Serbiens Nationalairline aus Belgrad: Nachfolgerin von Aeroput und JAT, gemischte Flotte aus Airbus, ATR und Embraer, A330 auf der Langstrecke nach Nordamerika und ein Doppeladler am Leitwerk.
NetzwerkAdria Airways
Historische Nationalairline Sloweniens aus Ljubljana: 1961 im damaligen Jugoslawien gegründet, als Inex-Adria groß geworden im Ferienflug, ab 2004 in der Star Alliance und zuletzt mit CRJ, A319 und Saab 2000 unterwegs – bis zum Konkurs im Herbst 2019.
NetzwerkMontenegro Airlines
Historische Nationalairline Montenegros aus Podgorica: 1994 gegründet, ab 1997 im Linienflug mit Fokker F28, später mit Fokker 100 und Embraer 195 unterwegs – bis die Regierung den Betrieb im Dezember 2020 einstellen ließ.
NetzwerkCroatia Airlines
Kroatiens nationale Airline aus Zagreb: Star-Alliance-Mitglied seit 2004, Partner von Lufthansa – und mitten im Umbau von A319 und Dash 8 auf eine Flotte aus Airbus A220.
NetzwerkEtihad Airways
Die Airline aus Abu Dhabi: Etihad fliegt mit 787, A350-1000 und einer kleinen A380-Flotte über das Drehkreuz Zayed International und ist in Frankfurt, München und Düsseldorf regelmäßig zu sehen.
RegionalDarwin Airline
Historische Regionalairline aus dem Tessin: 2003 in Lugano gegründet, mit Saab 2000 und ATR 72-500 unterwegs, ab 2014 als Etihad Regional vermarktet und Ende 2017 nach dem Lizenzentzug aufgelöst.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Belgrad Nikola Tesla
Serbiens Tor zur Welt bei Surčin: Drehkreuz von Air Serbia mit A330, ATR und Embraer, Basis von Wizz Air, mit frisch sanierter Hauptbahn – und direkt am Gelände steht das Luftfahrtmuseum Belgrad mit über 200 Flugzeugen.
HerstellerMcDonnell Douglas
Historischer US-Hersteller, 1967 aus McDonnell Aircraft und Douglas Aircraft entstanden und 1997 in Boeing aufgegangen. Seine Jets mit Hecktriebwerken – DC-9, MD-80, DC-10 und MD-11 – prägten Jahrzehnte des Luftverkehrs und sind heute gesuchte Motive für Spotter.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerATR
Der französisch-italienische Hersteller ATR baut seit den 1980er-Jahren nur zwei Flugzeuge – die ATR 42 und die ATR 72. Hochdecker, T-Leitwerk, Propeller: Wer die Familie einmal verstanden hat, erkennt sie überall, von Lanzarote bis zu den griechischen Inseln.
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