Montenegro Airlines

Historische Nationalairline Montenegros aus Podgorica: 1994 gegründet, ab 1997 im Linienflug mit Fokker F28, später mit Fokker 100 und Embraer 195 unterwegs – bis die Regierung den Betrieb im Dezember 2020 einstellen ließ.

Auch bekannt als: Montenegro Airlines d.o.o. · Master Airways · YM

MontenegroMontenegroNetzwerk-AirlinesIATA: YMICAO: MGX12 Min. Lesezeit

YM

IATA-Code

MGX

ICAO-Code

1997–2020

Jahre im Linienflug

4O-

Kennzeichen-Präfix Montenegro

Das Wichtigste in Kürze

  • Montenegro Airlines war die Nationalairline Montenegros mit Sitz in Podgorica und stellte den Flugbetrieb am 26. Dezember 2020 ein.
  • Codes: IATA YM, ICAO MGX, Rufzeichen „MONTENEGRO“.
  • Fokker als Markenzeichen: Den Anfang machten Fokker F28 (die erste 1996, die zweite 1998), ab 2000 prägte die Fokker 100 die Flotte – bis zum Schluss.
  • Embraer ab 2008: Die Embraer 195 löste die Fokker schrittweise ab und war zuletzt der wichtigste Typ.
  • Schulden statt Neustart: Nach Jahren mit Verlusten, fragwürdigen Bilanzen und Staatshilfe zog die Regierung Ende 2020 den Stecker; Nachfolger ist Air Montenegro.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Montenegro Airlines im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Geschichte: von der F28 bis zur Liquidation
  4. 4.Das Streckennetz
  5. 5.Die Flotte
  6. 6.Woran du Montenegro Airlines erkennst
  7. 7.Zwischenfälle
  8. 8.Montenegro Airlines im regionalen Umfeld
  9. 9.Häufige Verwechslungen
  10. 10.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeYM
ICAO-CodeMGX
RufzeichenMONTENEGRO
DrehkreuzeTGD, TIV
StatusHistorisch – Flugbetrieb am 26. Dezember 2020 eingestellt, anschließend Liquidation
GeschäftsmodellStaatliche Nationalairline mit Linienflügen ab Podgorica und Tivat in europäische Städte, dazu Charterflüge
Gegründet24. Oktober 1994 durch die Regierung Montenegros, erster Linienflug am 7. Mai 1997 (Podgorica–Bari)
Sitz und DrehkreuzePodgorica (TGD), zweite Basis in Tivat (TIV) an der Küste
EigentümerStaat Montenegro
Allianzkeine; Codeshares unter anderem mit Air Serbia, Etihad Airways und S7 Airlines
VielfliegerprogrammVision Team
Flotte zuletzt (2020)Vier Flugzeuge: drei Embraer 195 mit 116 Sitzen und eine Fokker 100 mit 102 Sitzen
Frühere TypenFokker F28 Mk4000, weitere Fokker 100, Embraer 190, geleaste Boeing 737-300 und 737-500
NachfolgerAir Montenegro (To Montenegro), Erstflug am 10. Juni 2021 nach Belgrad

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Montenegro Airlines?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Kennzeichen mit 4O- aus der Zeit nach der Unabhängigkeit Montenegros; ältere Fotos zeigen YU--Kennzeichen aus jugoslawischer bzw. serbisch-montenegrinischer Zeit
  • Schriftzug „Montenegro Airlines“ am Rumpf
  • Bis 2020 eine der letzten europäischen Linienairlines mit Fokker 100, daneben Embraer 195
  • Flugnummern mit YM, im Funk das Rufzeichen MONTENEGRO, auf Trackern der Code MGX
  • Typische Fotoorte: Podgorica und Tivat, dazu Frankfurt, Düsseldorf, Wien, Zürich, Belgrad und Ljubljana
  • Heute nur noch auf Archivfotos – seit dem 26. Dezember 2020 fliegt keine Montenegro Airlines mehr

Wer in den 2000er- und 2010er-Jahren in Frankfurt, Düsseldorf, Wien oder Zürich am Zaun stand, hat sie vielleicht noch erwischt: eine Fokker 100 mit dem Schriftzug „Montenegro Airlines“, die das kleine Land an der Adria mit Mitteleuropa verband. Als die meisten europäischen Airlines ihre Fokker längst ausgemustert hatten, flog sie in Podgorica noch im Liniendienst. Ab 2008 kamen Embraer 195 dazu, ab 2020 kamen Corona und das Ende. Hier erfährst du, woher die Airline kam, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie auf alten Fotos erkennst.

Historische Airline

Montenegro Airlines hat den Flugbetrieb am 26. Dezember 2020 eingestellt und wurde anschließend liquidiert. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Airline. Die Codes YM und MGX stehen hier für Montenegro Airlines, nicht für die Nachfolgerin Air Montenegro.

Montenegro Airlines im Überblick

Montenegro Airlines war die nationale Airline Montenegros mit Sitz in der Hauptstadt Podgorica. Die Regierung der damaligen jugoslawischen Teilrepublik gründete sie am 24. Oktober 1994. Bis zum ersten Linienflug dauerte es allerdings noch fast drei Jahre, denn Wirtschaftskrise und Sanktionen gegen Jugoslawien bremsten den Aufbau. Am 7. Mai 1997 startete schließlich die erste Maschine von Podgorica ins italienische Bari.

Das Netz hatte zwei Standbeine. Von Podgorica aus ging es das ganze Jahr in die Hauptstädte und großen Drehkreuze Europas, von Tivat an der Bucht von Kotor, dem Flughafen an der montenegrinischen Küste. Dazu kamen Charterflüge. Nach Angaben von EX-YU Aviation News beförderte Montenegro Airlines in rund 25 Jahren etwa zehn Millionen Fluggäste; laut englischsprachiger Wikipedia waren es 2019 rund 657.000.

Die Airline blieb bis zum Schluss in Staatsbesitz. Die israelische El Al zeigte 2009 Interesse an einer Beteiligung von 30 Prozent, der Einstieg kam aber nicht zustande. Einer Allianz trat Montenegro Airlines nie bei; stattdessen setzte sie auf Codeshares, unter anderem mit Air Serbia, Etihad Airways und S7 Airlines. Wie solche Partnerschaften funktionieren, erklärt der Artikel Codeshare-Flüge erklärt.

YMIATA-Code in der Flugnummer
MGXICAO-Code im Flugplan
TGDHeimatflughafen Podgorica

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code YM: stand vor den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code MGX: Kennung im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern.
  • Rufzeichen MONTENEGRO: so meldeten sich die Crews im Funk.

Eine typische Falle beim Sortieren alter Daten: Die Nachfolgerin Air Montenegro nutzt den ICAO-Code MNE und den IATA-Code 4O. Taucht in einer Liste MNE auf, handelt es sich also nicht um die historische Montenegro Airlines, sondern um die 2021 gestartete neue Gesellschaft. Wie IATA- und ICAO-Codes grundsätzlich zusammenhängen, liest du unter IATA- und ICAO-Codes.

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Geschichte: von der F28 bis zur Liquidation

Gründung und schwieriger Start (1994–1999)

Montenegro war 1994 noch Teil der Bundesrepublik Jugoslawien, gemeinsam mit Serbien. Die große Staatsairline des Landes war JAT Yugoslav Airlines aus Belgrad. Mit einer eigenen Airline wollte die montenegrinische Regierung direkte Verbindungen ins Ausland schaffen. 1996 kam das erste Flugzeug: eine Fokker F28 Fellowship der Version Mk4000, die den Namen „Lovćen“ trug – nach dem Berg, der als Symbol des Landes gilt. 1998 folgte eine zweite F28, und das Netz wuchs.

Anfang 1999 stoppten die Sanktionen im Zusammenhang mit dem Kosovo-Krieg die Expansion. Erst im Herbst 1999 nahm die Airline den Flugbetrieb wieder auf.

Die Fokker-100-Jahre (2000–2008)

Im Jahr 2000 kam die erste Fokker 100, in den folgenden Jahren weitere Exemplare; laut englischsprachiger Wikipedia setzte die Airline insgesamt fünf Fokker 100 ein. Sie lösten die F28 ab, die 2000 aus der Flotte gingen. Im April 2000 trat Montenegro Airlines der IATA bei, im März 2003 dem Buchungssystem Amadeus. Am 2. Juli 2004 begrüßte die Airline ihren millionsten Fluggast.

Mit dem Unabhängigkeitsreferendum 2006 änderte sich die Lage. Montenegro wurde eigenständig, und Verkehrsrechte, die die Airline bis dahin im gemeinsamen Staat genutzt hatte – etwa Flüge zwischen dem serbischen Niš und Zürich –, fielen weg. Der Versuch, mit der Tochter Master Airways in Niš einen serbischen Ableger aufzubauen, scheiterte: Die Gesellschaft bekam keine Betriebsgenehmigung und wurde 2007 aufgelöst.

Embraer und neue Strecken (2008–2013)

Am 23. Juli 2007 bestellte Montenegro Airlines zwei Embraer 195, geleast über acht Jahre. Die erste Maschine landete am 5. Juni 2008 in Podgorica und flog kurz darauf nach London-Gatwick und Mailand-Malpensa. Später kam eine dritte E195 hinzu. Ein Versuch, zwei Fokker 100 ab November 2014 zu verkaufen, fand nach Angaben der englischsprachigen Wikipedia bis Mitte 2015 keinen Käufer.

Krise, Staatshilfe und Leasing-Lösungen (2013–2019)

Im November 2013 trat der langjährige Chef zurück, der die Airline seit 1994 geführt hatte. Die neue Führung schaltete die Behörden ein, und 2014 wurde öffentlich, dass frühere Bilanzen geschönt waren. Von da an hing Montenegro Airlines dauerhaft am Tropf des Staates. Im August 2016 wurden die Konten eingefroren, weil Gebühren von mehr als 15 Millionen US-Dollar beim Flughafenbetreiber offen waren.

Die Flotte wurde in diesen Jahren bunter. Im Mai 2014 kam eine Embraer 190, die 2017 an TUI fly Belgium zurückging. 2018 half eine geleaste Boeing 737-500 aus, 2019 eine Boeing 737-300 von Blue Air. Solche kurzzeitigen Mietlösungen sind typisch für kleine Airlines in der Hochsaison; was dahintersteckt, erklärt Wet-Lease erklärt.

Ende 2019 beschloss das Parlament ein Gesetz mit Staatshilfen von bis zu 155 Millionen Euro. Die montenegrinische Wettbewerbsbehörde erklärte die Hilfe später für rechtswidrig – zu diesem Zeitpunkt waren laut EX-YU Aviation News bereits 43 Millionen Euro geflossen.

Corona und das Ende im Dezember 2020

Ab März 2020 brachen die Passagierzahlen wegen der Corona-Pandemie ein. Die Flotte bestand zu diesem Zeitpunkt nur noch aus drei Embraer 195 und einer Fokker 100. Zwei zusätzliche E195 waren eingeplant, kamen aber nicht mehr.

Am 25. Dezember 2020 zog die neue Regierung die Konsequenz. Nach ihrer Darstellung gab es keinen rechtlich sauberen Weg mehr, die Airline zu retten; die Schulden lagen laut EX-YU Aviation News bei rund 100 Millionen Euro, Löhne waren seit Monaten verspätet. Am Abend des 25. Dezember landete Flug YM103 von Belgrad in Podgorica – der letzte reguläre Flug. Ab dem 26. Dezember 2020 ruhte der Betrieb, die Liquidation folgte. Mehr als 350 Beschäftigte verloren ihre Arbeit.

Schon am 29. Dezember 2020 kündigte die Regierung eine neue Gesellschaft an. Sie wurde im Februar 2021 als To Montenegro gegründet, trat als Air Montenegro auf und startete am 10. Juni 2021 mit einem Flug nach Belgrad – mit zwei Embraer 195, die zuvor für Montenegro Airlines geflogen waren. Wie dieses Ende in die Reihe europäischer Airline-Pleiten passt, zeigt Große Airline-Pleiten in Europa.

1994–1999: Gründung

Staatliche Gründung 1994, erster Linienflug am 7. Mai 1997 nach Bari mit der F28, Unterbrechung durch Sanktionen 1999.

2000–2007: Fokker 100

Fokker 100 ersetzt die F28, IATA-Beitritt, Unabhängigkeit Montenegros 2006, gescheiterte Tochter Master Airways.

2008–2019: Embraer und Krise

Embraer 195 ab 2008, geschönte Bilanzen, Schulden, Staatshilfe und kurzzeitige Leasingflugzeuge.

2020: das Ende

Corona-Einbruch, letzter Flug YM103 am 25. Dezember, Einstellung am 26. Dezember, Nachfolgerin Air Montenegro ab 2021.

Das Streckennetz

Das Netz war klein, aber erstaunlich breit gestreut. Bei der Einstellung flog die Airline laut englischsprachiger Wikipedia 18 Ziele in zehn Ländern an: Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Russland, Schweiz, Serbien, Slowenien und Großbritannien. Die Tabelle zeigt eine Auswahl aus verschiedenen Jahren:

Region Ziele (Auswahl) Hinweis
Deutschland Frankfurt, Düsseldorf, Hannover, Leipzig/Halle Hannover und Leipzig laut deutschsprachiger Wikipedia; München ab Tivat
Österreich und Schweiz Wien, Zürich Linienziele ab Podgorica
Ex-Jugoslawien Belgrad, Ljubljana Belgrad war Ziel des letzten Flugs
Westeuropa Paris, Rom, London, Lyon, Kopenhagen Paris und Rom zeitweise ab Podgorica
Osteuropa Moskau, St. Petersburg Zeitweise im Netz
Charter u. a. Bari, Neapel, Graz, Bratislava, Helsinki, Tel Aviv Laut serbischsprachiger Wikipedia

Für deutsche Spotter waren die Flüge nach Frankfurt und Düsseldorf am ehesten zu erwischen. Wo du an diesen Flughäfen heute gut stehst, zeigen die Guides zu Frankfurt und Düsseldorf; für die Schweiz hilft Planespotting in Zürich.

Die Flotte

Montenegro Airlines war nie groß. In ihren besten Jahren standen laut englischsprachiger Wikipedia fünf bis sechs Flugzeuge in der Flotte, zum Schluss nur noch vier. Hersteller der wichtigsten Typen waren Fokker und Embraer.

Typ Zeitraum Anzahl Sitze Spotter-Hinweis
Fokker F28 Mk4000 1996/1998–2000 2 – Erste Maschine mit dem Namen „Lovćen“
Fokker 100 2000–2020 5 insgesamt, zuletzt 1 102 Bekanntestes Motiv der Airline
Embraer 195 2008–2020 3 116 Zuletzt Rückgrat der Flotte, zwei gingen an Air Montenegro
Embraer 190 2014–2017 1 – Ging an TUI fly Belgium zurück
Boeing 737-500 2018 1 – Kurzzeitig geleast
Boeing 737-300 2019 1 – Kurzzeitig von Blue Air geleast

Fokker 100: das Markenzeichen

Die Fokker 100 ist der Typ, den die meisten mit Montenegro Airlines verbinden. Sie flog zwei Jahrzehnte für die Airline, und als die großen europäischen Betreiber den Typ längst abgegeben hatten, war die Montenegro-Fokker an Flughäfen wie Frankfurt oder Zürich ein gern fotografierter Gast. Erkennbar ist sie an den beiden Triebwerken am Heck und dem hoch angesetzten T-Leitwerk. Von der älteren F28 unterscheidet sie sich durch den längeren Rumpf und das modernere Cockpit; wie du ähnliche Hecktriebwerks-Jets auseinanderhältst, erklärt Regionaljets erkennen.

Embraer 195 und 190: die neue Generation

Mit der Embraer 195 kam 2008 ein moderner Jet mit Triebwerken unter den Flügeln in die Flotte. Mit 116 Sitzen bot sie etwas mehr Platz als die Fokker 100 und wurde zum wichtigsten Typ. Die kürzere E190 blieb ein Gastspiel. Beide Versionen unterscheidest du vor allem an der Rumpflänge und der Zahl der Fenster – wie das am sichersten gelingt, zeigt Embraer-E-Jets auseinanderhalten.

Ex-Montenegro-Jets auf der Wunschliste

Frühere Embraer 195 der Airline fliegen heute bei Air Montenegro weiter. Setz Kennzeichen oder Typen auf deine Wunschliste – Planetrack benachrichtigt dich, wenn eines davon in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Woran du Montenegro Airlines erkennst

Das sicherste Merkmal ist das Kennzeichen. Montenegro trat nach der Unabhängigkeit 2006 mit dem eigenen Präfix 4O- auf, ein Beispiel aus der Flotte ist die Fokker 100 4O-AOK. Fotos aus der Zeit davor zeigen jugoslawische Kennzeichen mit YU-, etwa die Fokker 100 YU-AOM. Ein und dasselbe Flugzeug kann in deinem Archiv also mit zwei verschiedenen Kennzeichen auftauchen. Wie Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt Flugzeug-Kennzeichen verstehen.

Dazu kommt der Schriftzug „Montenegro Airlines“ am Rumpf. Das Logo der Airline entwarf laut serbischsprachiger Wikipedia der Architekt Đorđe Markuš aus Nikšić. Wichtig beim Sortieren: Die Embraer 195, die nach 2020 bei Air Montenegro weiterflogen, tragen inzwischen das Design der neuen Airline. Fotos mit Zwischenständen nach dem Wechsel kannst du mit dem Artikel Hybrid- und Mischlackierungen erkennen einordnen.

Spricht für Montenegro Airlines

  • Fokker 100, F28 oder Embraer 195 mit 4O- oder YU-Kennzeichen
  • Schriftzug „Montenegro Airlines“ am Rumpf
  • Aufnahme aus Podgorica, Tivat, Belgrad, Frankfurt, Wien oder Zürich zwischen 1997 und 2020
  • Flugnummer mit YM oder Code MGX in alten Trackerdaten

Spricht dagegen

  • Schriftzug „Air Montenegro“ oder Code MNE – dann ist es die Nachfolgerin ab 2021
  • YU-Kennzeichen mit JAT-Titeln – dann flog die Maschine für die jugoslawische Staatsairline
  • Aufnahme nach dem 26. Dezember 2020 – dann fliegt Montenegro Airlines nicht mehr

Archiv sauber sortieren

Notiere bei alten Fotos immer Airline, Kennzeichen und Aufnahmedatum getrennt. So erkennst du später, ob eine Maschine noch als YU- oder schon als 4O- registriert war und ob sie für Montenegro Airlines oder Air Montenegro flog. Tipps zur Ablage findest du unter Flugzeugfotos archivieren.

Zwischenfälle

Zwei Vorfälle mit der Fokker 100 sind dokumentiert, beide am Heimatflughafen Podgorica. Am 25. Januar 2005 rutschte die YU-AOM bei einer nächtlichen Landung im Schnee von der Piste, das Bugfahrwerk brach ein, und die Maschine schlitterte rund 700 Meter weit. Vier Menschen wurden leicht verletzt. Am 7. Januar 2008 entdeckte die Crew der 4O-AOK nach der Landung ein Einschussloch im Leitwerk; vermutlich stammte es von Freudenschüssen zum orthodoxen Weihnachtsfest. Von den 20 Fluggästen wurde niemand verletzt.

Montenegro Airlines im regionalen Umfeld

Montenegro Airlines gehört zu einer ganzen Gruppe von Airlines aus dem früheren Jugoslawien. JAT Yugoslav Airlines ging 2013 in Air Serbia auf, Croatia Airlines fliegt bis heute, und die slowenische Adria Airways ging 2019 in Konkurs – nur ein gutes Jahr vor Montenegro Airlines. Ähnlich wie bei Malév, Estonian Air oder Alitalia zeigt sich auch hier, wie schwer es kleine staatliche Airlines haben, wenn Verluste über Jahre nur mit Steuergeld ausgeglichen werden. Einen Überblick über kleinere Gesellschaften liefert Regionalairlines in Europa.

Gute Chancen auf Montenegro-Material, wenn …

  • du Fotoarchive aus Frankfurt, Düsseldorf, Wien, Zürich oder Belgrad aus den Jahren 2000 bis 2020 durchsuchst
  • du Urlaubsfotos von Flughäfen an der montenegrinischen Küste hast
  • du heute nach den früheren Embraer 195 bei Air Montenegro Ausschau hältst

Keine Chance, wenn …

  • du Montenegro Airlines live am Zaun erwischen willst – der Flugbetrieb endete im Dezember 2020

Häufige Verwechslungen

  • Montenegro Airlines und Air Montenegro gleichsetzen – die Nachfolgerin ist ein neues Unternehmen mit den Codes 4O und MNE.
  • Den ICAO-Code MNE der alten Airline zuordnen – Montenegro Airlines flog als MGX.
  • Fokker 100 und F28 verwechseln – die F28 flog nur bis 2000; die Fokker 100 ist länger und moderner.
  • YU-Kennzeichen automatisch JAT zuschreiben – bis zur Unabhängigkeit 2006 trugen auch Montenegro-Flugzeuge YU-Kennzeichen.
  • E195 und E190 nicht unterscheiden – beide flogen zeitweise gleichzeitig; Rumpflänge und Fensterzahl entscheiden.

Archivfunde mit der Community teilen

Poste deine Fotos von Montenegro-Fokkers und -Embraers mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, tausch dich in der Community mit anderen Fans der Balkan-Luftfahrt aus und behalte deine Sammlung im Hangar im Blick. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Montenegro Airlines war die Airline eines der kleinsten Länder Europas – und für Spotter eine der letzten Adressen für die Fokker 100 im Linienverkehr. Sie startete 1997 mit einer F28 nach Bari, überstand Sanktionen und die Trennung von Serbien und modernisierte sich ab 2008 mit Embraer 195. Geschönte Bilanzen, hohe Schulden und der Einbruch durch Corona beendeten diese Geschichte im Dezember 2020. Auf deinen Archivfotos erkennst du sie an YU- oder 4O-Kennzeichen, am Schriftzug „Montenegro Airlines“ und an der Mischung aus Fokker und Embraer.

Kurzfazit

Montenegro Airlines (IATA YM, ICAO MGX) war die historische Nationalairline Montenegros mit Basen in Podgorica und Tivat. Sie flog vor allem Fokker 100 und Embraer 195 und stellte den Betrieb am 26. Dezember 2020 ein; Nachfolgerin ist Air Montenegro.

Zusammenfassung

  • Montenegro Airlines verband das kleine Land an der Adria ab 1997 mit Städten in West- und Mitteleuropa, mit Belgrad, Ljubljana und Moskau.
  • Für Spotter in Deutschland, Österreich und der Schweiz war sie vor allem wegen der Fokker 100 interessant, die sie noch einsetzte, als viele große europäische Airlines den Typ bereits ausgemustert hatten.
  • Die Airline blieb staatlich, schrieb über Jahre Verluste und häufte rund 100 Millionen Euro Schulden an; im Dezember 2020 ließ die Regierung den Betrieb einstellen.
  • Auf Archivfotos erkennst du sie an YU- oder 4O-Kennzeichen, am Schriftzug „Montenegro Airlines“ und an der Mischung aus Fokker 100 und Embraer 195.

Häufige Fragen

Gibt es Montenegro Airlines heute noch?

Nein. Die Regierung Montenegros kündigte am 25. Dezember 2020 die Einstellung an, ab dem 26. Dezember 2020 flog Montenegro Airlines nicht mehr. Danach folgte die Liquidation. Die Rolle als Nationalairline übernahm 2021 die neu gegründete Air Montenegro.

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Montenegro Airlines?

Montenegro Airlines flog unter dem IATA-Code YM und dem ICAO-Code MGX. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen „MONTENEGRO“. Nicht verwechseln: Der ICAO-Code MNE gehört zur Nachfolgerin Air Montenegro, die unter dem IATA-Code 4O fliegt.

Welche Flugzeuge flog Montenegro Airlines?

Den Anfang machten zwei Fokker F28 Mk4000 (1996/1998 bis 2000). Ab 2000 folgte die Fokker 100, ab 2008 die Embraer 195. Zeitweise flogen außerdem eine Embraer 190 (2014–2017) sowie je eine geleaste Boeing 737-500 (2018) und 737-300 (2019). Zum Schluss bestand die Flotte aus drei Embraer 195 und einer Fokker 100.

War Montenegro Airlines in einer Allianz?

Nein. Montenegro Airlines gehörte keiner der großen Allianzen an. Sie arbeitete aber über Codeshares mit anderen Airlines zusammen, unter anderem mit Air Serbia, Etihad Airways und S7 Airlines. Das Vielfliegerprogramm hieß „Vision Team“.

Warum wurde Montenegro Airlines eingestellt?

Die Airline schrieb über viele Jahre Verluste. 2014 wurde bekannt, dass frühere Bilanzen geschönt waren, und die Staatshilfe von 2019 wurde von der Wettbewerbsbehörde beanstandet. Laut EX-YU Aviation News lagen die Schulden Ende 2020 bei rund 100 Millionen Euro. Mit dem Einbruch durch die Corona-Pandemie sah die Regierung keinen rechtlich sauberen Weg mehr, die Airline zu retten.

Was war der letzte Flug von Montenegro Airlines?

Nach Angaben von EX-YU Aviation News war der letzte reguläre Flug YM103 von Belgrad nach Podgorica am Abend des 25. Dezember 2020. Ab dem folgenden Tag ruhte der Betrieb vollständig.

Was ist Air Montenegro?

Air Montenegro ist die Nachfolgerin von Montenegro Airlines. Die Regierung gründete die Gesellschaft To Montenegro im Februar 2021, der erste Flug ging am 10. Juni 2021 nach Belgrad. Zum Start übernahm Air Montenegro zwei Embraer 195 der alten Airline. Rechtlich ist sie aber ein neues Unternehmen mit eigenen Codes.

Flog Montenegro Airlines nach Deutschland?

Ja. Zu den bekannten Zielen gehörten Frankfurt und Düsseldorf; die deutschsprachige Wikipedia nennt außerdem Hannover und Leipzig sowie München ab Tivat. Wie lange die einzelnen Strecken bestanden, ist nicht einheitlich belegt. Ende 2020 gehörte Deutschland zu den zehn Ländern im Streckennetz.

Montenegro Airlines im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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