Bombardier CRJ100/CRJ200

Klein, schlank, Triebwerke am Heck: Der CRJ100/200 war der erste Canadair Regional Jet und startete 1992 bei Lufthansa CityLine. In Europa ist er fast verschwunden, in den USA fliegt er noch – so erkennst du den 50-Sitzer sicher.

Auch bekannt als: CRJ100 · CRJ200 · CRJ440 · CL-600-2B19 · Canadair Regional Jet · Canadair CL-600 Regional Jet

KanadaBombardierRegionaljetsICAO-Typcode: CRJ1, CRJ211 Min. Lesezeit

CRJ2

ICAO-Typcode CRJ200

1991

Erstflug

26,8 m

Länge

50

Sitze typisch

Das Wichtigste in Kürze

  • Der CRJ100/200 ist der Ur-CRJ: ein 50-sitziger Regionaljet, abgeleitet vom Businessjet Canadair Challenger, mit Hecktriebwerken und T-Leitwerk.
  • Lufthansa CityLine war Erstkunde: Ab Oktober 1992 flogen die ersten CRJ100 im deutschen Zubringerverkehr.
  • CRJ100 und CRJ200 sehen praktisch gleich aus: Unterschiede stecken in den Triebwerken. Im Tracking trennen dich die Codes CRJ1 und CRJ2.
  • Vom CRJ700 unterscheidest du ihn über Länge und Flügel: rund 27 statt 32 Meter, keine Vorflügel, sehr niedriges Fahrwerk.
  • Heute ist der Typ vor allem in Nordamerika zu sehen: SkyWest ist der größte Betreiber, in Europa ist er im Linienverkehr kaum noch anzutreffen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist der Bombardier CRJ100/CRJ200?
  2. 2.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  3. 3.CRJ200, CRJ700 oder CRJ900?
  4. 4.CRJ200, Embraer ERJ 145 oder Fokker 70?
  5. 5.Der CRJ in Deutschland: Lufthansa CityLine als Erstkunde
  6. 6.Der CRJ200 in Nordamerika
  7. 7.Wo du den CRJ100/200 heute noch siehst
  8. 8.Spotting-Tipps für den CRJ200
  9. 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  10. 10.Fazit

Steckbrief

HerstellerCanadair / Bombardier (Kanada)
FamilieCRJ100/200-Serie (CRJ100, CRJ200, CRJ440)
ICAO-TypcodesCRJ1 (CRJ100), CRJ2 (CRJ200 und CRJ440)
MusterbezeichnungCL-600-2B19
Programmstart31. März 1989
Erstflug10. Mai 1991
Zulassung31. Juli 1992 (Transport Canada)
ErstkundeLufthansa CityLine (CRJ100, Auslieferung ab Oktober 1992)
Triebwerke2 × General Electric CF34-3A1 (CRJ100) bzw. CF34-3B1 (CRJ200) am Heck
Längerund 26,8 m
Spannweiterund 21,2 m
Höherund 6,3 m
Rumpfdurchmesserrund 2,69 m
Kabinevier Sitze pro Reihe (2+2), ein Mittelgang
Sitzplätzetypisch 50
ReisegeschwindigkeitMach 0,74 bis 0,81 (rund 785 bis 860 km/h)
Produktion1991 bis Anfang 2006, 1.021 Exemplare aller Varianten

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Zwei Triebwerke am Heck, die Flügel tragen keine Triebwerksgondeln
  • T-Leitwerk: Das Höhenleitwerk sitzt ganz oben auf der Seitenflosse
  • Sehr kurzer, schmaler Rumpf – deutlich gedrungener als bei CRJ700 und CRJ900
  • Flügel ohne Vorflügel an der Vorderkante, dafür mit kleinen, schräg nach oben stehenden Winglets
  • Sehr niedriges Fahrwerk: Der Rumpf liegt besonders dicht über dem Boden
  • Kleine Kabinenfenster und eine vordere Tür mit integrierter Treppe, die beim Boarding fast bis zum Boden reicht

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein winziger Jet rollt zur Piste, der Rumpf liegt so tief, dass die Tür fast auf Bodenhöhe sitzt, die Triebwerke hängen hinten am Heck und oben auf der Flosse thront das Höhenleitwerk: Das ist der Bombardier CRJ100 oder CRJ200, der Regionaljet, mit dem die ganze CRJ-Familie angefangen hat. Hier erfährst du, wie das Muster entstanden ist, warum Lufthansa CityLine dabei eine Schlüsselrolle spielte, wie du den 50-Sitzer von seinen größeren Schwestern und von Embraer unterscheidest – und wo du ihn heute überhaupt noch siehst.

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Was ist der Bombardier CRJ100/CRJ200?

Das Kürzel CRJ steht für Canadair Regional Jet. Die Wurzeln liegen beim kanadischen Hersteller Canadair, der schon Anfang der 1980er-Jahre überlegte, seinen Businessjet Challenger zu einem kleinen Verkehrsflugzeug zu strecken. Der erste Anlauf scheiterte mangels Interesse. Erst als Lufthansa Ende der 1980er-Jahre nach einem Jet mit rund 50 Sitzen für ihren Regionalverkehr fragte, kam das Projekt wieder in Fahrt – auf Basis des Challenger 601, aber mit deutlich verlängertem Rumpf, überarbeitetem Flügel und General-Electric-CF34-Triebwerken. Canadair gehörte zu diesem Zeitpunkt bereits zu Bombardier.

Den offiziellen Programmstart gab es am 31. März 1989, der erste Prototyp hob am 10. Mai 1991 ab. Am 31. Juli 1992 folgte die Zulassung, im Oktober 1992 gingen die ersten Serienflugzeuge an den Erstkunden – die Lufthansa-Regionaltochter DLT, die im selben Jahr in Lufthansa CityLine umbenannt wurde.

Offiziell tragen alle Varianten die Musterbezeichnung CL-600-2B19. „CRJ100“ und „CRJ200“ sind Marketingnamen:

  • CRJ100: die Ursprungsversion mit CF34-3A1-Triebwerken.
  • CRJ200: im Aufbau nahezu identisch, aber mit den weiterentwickelten CF34-3B1, die Verbrauch und Leistung verbessern und mehr Reichweite ermöglichen. Erstkunde war SkyWest Airlines, die den ersten Linienflug am 15. Februar 1994 durchführte.
  • CRJ440: ein CRJ200 mit reduziertem Gewicht und maximal 44 Sitzen. Hintergrund waren die sogenannten Scope Clauses in US-Pilotenverträgen, die Regionalpartnern nur Flugzeuge bis zu einer bestimmten Größe erlauben. Gebaut wurden 86 Stück, eingesetzt vor allem im Zubringernetz von Northwest Airlines.
  • CRJ200PF: ein Paketfrachter-Umbau, entwickelt mit Cascade Aerospace auf Wunsch von West Air Sweden.
  • Challenger 800/850: eine Businessjet-Ausführung auf CRJ200-Basis – sie sieht außen weitgehend aus wie ein CRJ200, fliegt aber mit privatem oder Charter-Kennzeichen.

Bis zum Produktionsende Anfang 2006 entstanden 1.021 Maschinen: 226 CRJ100, 709 CRJ200 und 86 CRJ440. Danach baute Bombardier nur noch die größeren CRJ700, CRJ900 und CRJ1000, bevor das gesamte CRJ-Programm 2020 an Mitsubishi Heavy Industries ging.

CRJ2ICAO-Typcode des CRJ200 in Flugplänen und Tracking
1.021gebaute Maschinen der Familie bis 2006
1992Indienststellung beim Erstkunden Lufthansa CityLine

Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Der CRJ200 ist ein Flugzeug, das du nach ein paar Sichtungen nicht mehr verwechselst. Sein Bauprinzip mit Hecktriebwerken ist unter heutigen Linienjets selten, und seine Proportionen sind sehr eigen.

Triebwerke suchen

Sind die Flügel leer, sitzen die Triebwerke am Heck. Damit fallen A220, E-Jets, A320-Familie und Boeing 737 sofort weg.

Leitwerk prüfen

Das Höhenleitwerk sitzt ganz oben auf der Seitenflosse. Hecktriebwerke plus T-Leitwerk grenzen auf CRJ, Embraer ERJ, Fokker 70/100 und wenige ältere Muster ein.

Größe und Flügel einschätzen

Ist der Jet auffallend kurz, liegt sehr tief am Boden und haben die Flügel keine Vorflügel an der Vorderkante, bist du beim kleinen CRJ100/200 gelandet.

Wer mehr Übung im Grundprinzip braucht, findet im Beitrag Regionaljets erkennen eine Übersicht aller gängigen Muster dieser Klasse.

Achte auf die Tür

Beim Boarding auf dem Vorfeld ist der CRJ200 unverwechselbar: Die vordere Tür klappt nach unten auf und bildet selbst die Treppe, die nur wenige Stufen bis zum Boden braucht. So nah am Asphalt steigt man bei kaum einem anderen Jet ein.

CRJ200, CRJ700 oder CRJ900?

Alle CRJ teilen sich den Rumpfquerschnitt von rund 2,69 Metern, das Cockpit-Grundlayout, das T-Leitwerk und die Hecktriebwerke. Trotzdem sind die Unterschiede zwischen der ersten und der zweiten Generation deutlicher, als man zunächst denkt.

Merkmal CRJ100/200 CRJ700 CRJ900
ICAO-Typcode CRJ1 / CRJ2 CRJ7 CRJ9
Länge rund 26,8 m rund 32,3 m rund 36,2 m
Spannweite rund 21,2 m rund 23,2 m rund 24,9 m
Sitze typisch 50 rund 70 bis 78 bis zu 90
Vorflügel nein ja ja
Erstflug 1991 1999 2001

Beim CRJ700 hat Bombardier nicht nur den Rumpf verlängert, sondern auch den Flügel vergrößert, ihm Vorflügel spendiert, das Fahrwerk erhöht und den Kabinenboden abgesenkt. Deshalb wirkt der CRJ700 im direkten Vergleich nicht nur länger, sondern auch „höher gebaut“. Der CRJ200 dagegen duckt sich fast auf den Asphalt.

Zwischen CRJ100 und CRJ200 gibt es hingegen keinen Unterschied, den du von außen sicher sehen kannst. Hier hilft nur das Kennzeichen oder der Typcode im Tracking. Was hinter Codes wie CRJ1 und CRJ2 steckt, erklärt der Beitrag zu den ICAO-Typcodes.

Typcode statt Modellname

Manche Tracking-Dienste fassen alle CRJ unter „Bombardier CRJ“ zusammen. Filterst du nach CRJ2, bekommst du gezielt die 50-Sitzer und die CRJ440 – und keine größeren Schwestern.

CRJ200, Embraer ERJ 145 oder Fokker 70?

Spannender als die CRJ-interne Bestimmung ist die Abgrenzung zu den Konkurrenten, die dasselbe Grundprinzip nutzen.

Schnellbestimmung: kleiner Jet mit Hecktriebwerken

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Bombardier CRJ100/CRJ200

Kurzer, tief liegender Rumpf, Winglets und 2+2-Kabine sind das klassische Bild des kleinen CRJ. Prüf jetzt im Tracking, ob CRJ1 oder CRJ2 angezeigt wird.

Wahrscheinlich

Embraer ERJ 135, 140 oder 145

Der noch schmalere Rumpf, die lange spitze Nase und die geraden Flügelspitzen sprechen für die brasilianische Konkurrenz. Die Länge trennt die drei Varianten.

Möglich

Fokker 70 oder Fokker 100

Die Fokker-Jets sind deutlich kräftiger gebaut, haben einen breiteren Rumpf und einen stumpfen Heckkonus mit Luftbremsen.

Die Embraer ERJ 145 war über Jahrzehnte der direkte Rivale des CRJ200 – gleiche Sitzzahl, gleiche Kunden, oft dieselben Drehkreuze. Ihr Rumpf ist aber noch schmaler und trägt nur drei Sitze pro Reihe, die Nase ist länger und spitzer. Die kürzeren Schwestern ERJ 135 und ERJ 140 folgen demselben Bauprinzip. Die Fokker 70 ist zwar ebenfalls ein Hecktriebwerks-Jet, wirkt aber spürbar massiger. Und der Fairchild Dornier 328JET scheidet sofort aus: Er hat einen Schulterdecker-Flügel mit Triebwerken darunter.

Ein Sonderfall sind die Businessjets: Ein Challenger 604/605 erinnert in der Silhouette an einen geschrumpften CRJ, ist aber viel kürzer und hat nur wenige, ovale Fenster. Die auf dem CRJ200 basierende Challenger 850 dagegen ist außen kaum vom Airliner zu unterscheiden – das Kennzeichen und die Betreiberbemalung geben hier den Ausschlag.

Der CRJ in Deutschland: Lufthansa CityLine als Erstkunde

Für deutsche Spotter ist der kleine CRJ ein Stück Heimatgeschichte. Lufthansas Regionaltochter, damals noch als DLT unterwegs, war die erste Airline weltweit, die den Canadair Regional Jet bestellte. Ab Oktober 1992 kamen die ersten CRJ100, und schon nach wenigen Jahren prägten Dutzende der kleinen Jets das Bild an den Drehkreuzen in München und Frankfurt. Bis Ende der 1990er-Jahre wuchs die CRJ100-Flotte auf rund 30 Maschinen, im März 2000 kaufte die Airline zusätzlich CRJ200.

Später wurden die kleinen CRJ von den größeren CRJ700 und CRJ900 abgelöst, weil sich 50 Sitze auf vielen Strecken nicht mehr rechneten. Im April 2026 stellte Lufthansa dann auch CityLine selbst ein; einen großen Teil des Regionalverkehrs übernimmt heute Lufthansa City Airlines.

Auch andere europäische Airlines setzten auf den CRJ100/200. Brit Air flog CRJ100 für Air France, Tyrolean Airways CRJ200 im Austrian-Netz. Beide Airlines gibt es heute nicht mehr. Ein ganzes Kapitel europäischer Regionalluftfahrt ist damit nur noch auf Archivfotos zu finden.

Alte Fotos neu bewerten

Hast du noch CRJ-Bilder aus den 1990er- und 2000er-Jahren auf der Festplatte? Prüf die Kennzeichen nach – viele davon sind heute echte Raritäten. Wie du das Baujahr einer Maschine herausfindest, zeigt der Beitrag Flugzeugalter herausfinden.

Wie du solche Archivsichtungen sauber nachträgst, erklärt der Guide Sichtungen dokumentieren und Logbuch führen.

Der CRJ200 in Nordamerika

In Nordamerika war der 50-Sitzer ein echter Massenartikel. Comair gehörte zu den frühen Großkunden und machte den CRJ im Netz von Delta Air Lines bekannt, Northwest Airlines bestellte Anfang 1999 54 CRJ200LR und ließ zusätzlich die 44-sitzige CRJ440 bauen. Ab etwa 2013 machten hohe Treibstoffkosten die 50-Sitzer auf vielen US-Strecken unwirtschaftlich, entsprechend früh wurden auch relativ junge Maschinen ausgemustert.

Heute ist SkyWest Airlines mit großem Abstand der wichtigste Betreiber. Laut Flottenübersicht vom Dezember 2025 flog SkyWest knapp 60 CRJ200 für United Express sowie rund ein Dutzend Maschinen mit nur 30 Sitzen für die eigene Charter-Sparte (Angaben aus Sekundärquellen, Bestände ändern sich laufend). Wer also an einem Drehkreuz von United Airlines spottet, hat gute Chancen auf einen CRJ200.

Air Wisconsin, lange einer der größten CRJ200-Betreiber, flog zuletzt für American Eagle im Netz von American Airlines. Dieser Vertrag endete im April 2025; seitdem konzentriert sich die Airline auf Charter- und subventionierte Flüge. In Kanada kennst du den Typ aus dem Netz von Air Canada, dessen Regionalpartner Jazz Aviation lange CRJ betrieb.

Neues Leben als CRJ450

Ein spannendes Kapitel ist 2026 dazugekommen: United und SkyWest haben ein Umbauprogramm für bestehende CRJ200 angekündigt. Die umgebauten Maschinen heißen CRJ450 und bekommen eine Kabine mit 41 Sitzen, darunter sieben in einer eigenen First Class. Laut Ankündigung kommen sie ab Herbst 2026 schrittweise in Dienst, bis 2028 sollen es mehr als 50 Maschinen sein. Für Spotter heißt das: Der CRJ200 bleibt in den USA länger sichtbar als gedacht. Wie die Umbauten im Tracking geführt werden, prüfst du am sichersten über das Kennzeichen.

Keinen CRJ200 mehr verpassen

Leg einen Sichtungs-Alarm für den Typ CRJ2 oder einzelne Kennzeichen an – Planetrack meldet dir, wenn eine passende Maschine an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Wo du den CRJ100/200 heute noch siehst

Region Trefferchance (Stand Oktober 2026) Warum
USA hoch an United-Drehkreuzen Große SkyWest-Flotte für United Express, dazu Charter-Einsätze
Kanada niedrig bis unsicher Bestand stark geschrumpft, vorab im Tracking prüfen
Deutschland, Österreich, Schweiz sehr niedrig Kein bekannter regelmäßiger Linieneinsatz, höchstens Überführungen oder Businessjet-Ableger
Übriges Europa niedrig Einzelne kleinere Betreiber und Charter, schnell wechselnd

Für eine Spotting-Reise in die USA lohnen sich Drehkreuze mit viel United-Express-Verkehr. An der Westküste bietet der Bayfront Park in Millbrae am Flughafen San Francisco viele Regionaljets in Fotodistanz (mehr im San-Francisco-Guide), in Los Angeles sind Imperial Hill und der In-N-Out-Burger-Spot die Klassiker, Details liefert der Los-Angeles-Guide. Im Mittleren Westen bietet das United-Drehkreuz Chicago O’Hare gute Chancen – Tipps dazu findest du im Beitrag Planespotting in Chicago O’Hare. Was du vor einer Reise generell beachten solltest, steht in den Tipps für die Planespotting-Reise in die USA.

In Europa gehört der kleine CRJ dagegen klar in die Kategorie seltene Flugzeuge spotten. Wie du einzelne Maschinen live verfolgst, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B.

Spotting-Tipps für den CRJ200

Der CRJ200 ist eines der kleinsten Linienflugzeuge mit Strahltriebwerken. Das hat Folgen für dein Equipment und deine Bildgestaltung.

Brennweite hochdrehen

Bei gleicher Distanz füllt ein CRJ200 nur einen Bruchteil des Bildes, den ein A320 einnimmt. Plan deutlich mehr Brennweite ein; Anhaltspunkte liefert der Beitrag zur richtigen Brennweite.

Seitenprofil bevorzugen

Hecktriebwerke, T-Leitwerk und die kurzen Proportionen kommen von der Seite am besten zur Geltung. Frontal ist der CRJ so schmal, dass er im Bild fast verschwindet.

Tief ansetzen

Gerade weil der Rumpf so tief liegt, wirken Rollaufnahmen aus niedriger Perspektive besonders stimmig – sofern der Standpunkt das erlaubt.

Kennzeichen sichern

CRJ100, CRJ200, CRJ440 und Challenger 850 sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Ein lesbares Kennzeichen spart dir später die Rätselei.

Taucht doch einmal ein CRJ200 in Deutschland auf – etwa auf einem Überführungs- oder Charterflug –, ist der Besucherhügel München ein guter Startpunkt, schließlich war München jahrzehntelang CRJ-Revier. Mehr zum Standort steht im München-Guide.

Bereit für deine CRJ200-Jagd?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe im Tracking nach CRJ1 und CRJ2 gefiltert.
  • Ich kenne Kennzeichen und erwartete Ankunftszeit der Maschine.
  • Ich weiß, welche Piste voraussichtlich genutzt wird.
  • Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
  • Meine Brennweite reicht für einen sehr kleinen Jet.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für einen CRJ100/200, wenn …

  • die Triebwerke am Heck sitzen und das Höhenleitwerk oben auf der Flosse
  • der Jet auffallend kurz ist und sehr tief am Boden liegt
  • die Flügel keine Vorflügel, aber kleine Winglets haben
  • im Tracking CRJ1 oder CRJ2 steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • der Rumpf extrem schmal wirkt und die Nase lang und spitz ist – dann eher eine ERJ 145
  • die Maschine höher auf dem Fahrwerk steht – dann eher ein CRJ700
  • keine Airline-Bemalung zu sehen ist – dann könnte es eine Challenger 850 sein

Es ist kein CRJ100/200, wenn …

  • die Triebwerke unter den Flügeln hängen
  • du Vorflügel an der Flügelvorderkante erkennst
  • der Rumpf deutlich über 30 Meter lang wirkt

Fazit

Der CRJ100/200 hat den Regionaljet-Boom der 1990er-Jahre angestoßen – und das maßgeblich mit deutscher Beteiligung, denn ohne den Wunsch von Lufthansa nach einem 50-sitzigen Jet hätte es das Programm in dieser Form wohl nicht gegeben. In Europa ist der kleine CRJ inzwischen fast vollständig verschwunden, in den USA fliegt er bei SkyWest weiter und bekommt mit dem CRJ450-Umbau sogar ein zweites Leben.

Kurzfazit

Hecktriebwerke, T-Leitwerk, kurzer, tief liegender Rumpf und Flügel ohne Vorflügel: Das ist ein CRJ100 oder CRJ200. Ob CRJ1 oder CRJ2, klärt nur das Kennzeichen. In Deutschland ist er eine Rarität, in den USA an United-Drehkreuzen noch Alltag.

Zusammenfassung

  • Der CRJ100 flog erstmals 1991 und ging 1992 bei Lufthansa CityLine in Dienst; der CRJ200 mit stärkeren, sparsameren CF34-3B1-Triebwerken folgte 1994 bei SkyWest.
  • Bis Anfang 2006 entstanden 1.021 Maschinen der Familie, darunter die 44-sitzige CRJ440 für Northwest Airlines.
  • Hecktriebwerke, T-Leitwerk, kurzer Rumpf und Flügel ohne Vorflügel machen ihn im Feld gut bestimmbar – die Variante klärt das Kennzeichen.
  • Nach dem Abschied aus Europa lohnt sich der kleine CRJ vor allem auf USA-Reisen, etwa an Drehkreuzen mit viel United-Express-Verkehr.

Häufige Fragen

Was ist der Bombardier CRJ200?

Ein zweistrahliger Regionaljet mit typisch 50 Sitzen, gebaut von Canadair bzw. Bombardier in Kanada. Er ist die verbesserte Version des CRJ100 und unterscheidet sich vor allem durch die sparsameren General-Electric-CF34-3B1-Triebwerke. Beide tragen die offizielle Musterbezeichnung CL-600-2B19.

Welche ICAO-Typcodes haben CRJ100 und CRJ200?

Der CRJ100 läuft unter CRJ1, der CRJ200 und die 44-sitzige CRJ440 unter CRJ2. Die größeren Schwestern CRJ700, CRJ900 und CRJ1000 haben die Codes CRJ7, CRJ9 und CRJX.

Wie unterscheide ich CRJ100 und CRJ200?

Von außen praktisch gar nicht. Rumpf, Flügel und Leitwerk sind identisch, der Unterschied liegt in den Triebwerksversionen und daraus folgenden Leistungsdaten. Sicher bestimmst du die Variante nur über das Kennzeichen in einer Datenbank oder den Typcode im Tracking.

Wie unterscheide ich den CRJ200 vom CRJ700?

Der CRJ200 ist mit rund 27 Metern etwa fünf Meter kürzer, seine Flügel haben keine Vorflügel an der Vorderkante, und das Fahrwerk ist spürbar niedriger. Der CRJ700 wirkt dadurch höher und gestreckter. Im Tracking siehst du CRJ2 bzw. CRJ7.

Wie unterscheide ich den CRJ200 von der Embraer ERJ 145?

Beide haben Hecktriebwerke und ein T-Leitwerk. Die ERJ 145 hat aber einen noch schmaleren Rumpf mit nur drei Sitzen pro Reihe, eine sehr lange, spitze Nase und in der Grundversion keine Winglets. Der CRJ200 hat einen etwas dickeren Rumpf mit 2+2-Bestuhlung, eine kürzere Nase und kleine Winglets.

Fliegt Lufthansa noch mit dem CRJ200?

Nein. Lufthansa CityLine war zwar Erstkunde des Musters und betrieb CRJ100 und später CRJ200, ersetzte sie aber durch größere Jets wie CRJ700 und CRJ900. Im April 2026 endete schließlich auch der Flugbetrieb von CityLine selbst.

Wird der CRJ200 noch gebaut?

Nein. Bombardier hat die Produktion der CRJ100/200-Familie Anfang 2006 beendet. Weitergebaut wurden danach nur noch die größeren CRJ700, CRJ900 und CRJ1000 – bis 2020, als das gesamte CRJ-Programm an Mitsubishi Heavy Industries ging.

Was ist der CRJ450?

Ein Umbauprogramm für bestehende CRJ200. United und SkyWest haben 2026 angekündigt, CRJ200 auf 41 Sitze mit eigener First-Class-Kabine (sieben Plätze) umzurüsten. Laut Ankündigung sollen bis 2028 mehr als 50 umgebaute Maschinen für United Express fliegen; Details können sich ändern.

Bombardier CRJ100/CRJ200 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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