Darwin Airline

Historische Regionalairline aus dem Tessin: 2003 in Lugano gegründet, mit Saab 2000 und ATR 72-500 unterwegs, ab 2014 als Etihad Regional vermarktet und Ende 2017 nach dem Lizenzentzug aufgelöst.

Auch bekannt als: Darwin Airline SA · Etihad Regional · Adria Airways Switzerland · DWT · F7

SchweizSchweizRegionalfluggesellschaftenIATA: F7ICAO: DWT12 Min. Lesezeit

F7

IATA-Code (ab 2011)

DWT

ICAO-Code

2004–2017

Jahre im Flugbetrieb

10

Flugzeuge in der letzten Flotte

Das Wichtigste in Kürze

  • Darwin Airline war eine historische Schweizer Regionalairline aus Lugano: gegründet 2003, Linienflug ab Juli 2004, Konkurs im Dezember 2017.
  • Codes: IATA F7 (übernommen 2011 von Baboo), ICAO DWT, Rufzeichen „DARWIN“.
  • Saab 2000 als Rückgrat: Der schnelle 50-Sitzer prägte die Airline von Anfang bis Ende, ab 2014 ergänzt um vier ATR 72-500.
  • Etihad Regional: Nach dem Einstieg von Etihad Airways flog Darwin ab Januar 2014 unter der Marke der Golf-Airline – mit großem Netz, das schon 2015 wieder schrumpfte.
  • Drei Namen, eine Airline: Darwin, Etihad Regional und Adria Airways Switzerland – für Spotter zählt das Kennzeichen, nicht der Schriftzug.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Darwin Airline im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Geschichte: von Lugano bis zum Konkurs
  4. 4.Die Flotte
  5. 5.Woran du Darwin-Flugzeuge erkennst
  6. 6.Wo du Darwin gesehen hast – und wo heute
  7. 7.Darwin im Kontext der Schweizer Regionalluftfahrt
  8. 8.Häufige Verwechslungen
  9. 9.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeF7
ICAO-CodeDWT
RufzeichenDARWIN
DrehkreuzeLUG, GVA
StatusHistorisch – Flugbetrieb im Dezember 2017 eingestellt, Gesellschaft aufgelöst
Gegründet12. August 2003 in Lugano
Erster Linienflug28. Juli 2004, Lugano–Genf
SitzZunächst Agno auf dem Gelände des Flughafens Lugano, zuletzt Bioggio bei Lugano
BasenLugano (LUG) und Genf (GVA), zeitweise auch Leipzig/Halle
GeschäftsmodellRegionalairline mit Linienflügen, Codeshares und Wet-Lease-Einsätzen für andere Airlines
MarkennamenDarwin Airline, ab Januar 2014 Etihad Regional („operated by Darwin Airline“), ab Sommer 2017 Adria Airways Switzerland
BeteiligungEtihad Airways mit rund einem Drittel ab Ende 2013, im Juli 2017 Verkauf an die Eigentümer der Adria Airways
Flotte zuletzt (2017)6 Saab 2000 mit 50 Sitzen und 4 ATR 72-500 mit 68 Sitzen
EndeLizenzentzug durch das BAZL am 28. November 2017, Konkurs am 12. Dezember 2017

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Darwin Airline?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schweizer Kennzeichen mit HB- – bei Darwin fast immer an einem Turboprop
  • Typen-Mix aus Saab 2000 (schlanker Rumpf, Triebwerke mit Sechsblatt-Propellern weit vorn am Flügel) und ATR 72-500 (Hochdecker)
  • Ab Januar 2014 Schriftzug „Etihad Regional“ im Stil der Etihad-Familie, mit dem Zusatz „operated by Darwin Airline“
  • Ab Spätsommer 2017 Markenauftritt Adria Airways Switzerland – in den letzten Monaten vor allem auf den Saab 2000
  • Flugnummer mit F7, auf dem Tracker bzw. im Funk DWT und „DARWIN“
  • Heimat im Tessin: Fotos aus Lugano-Agno mit Bergkulisse sind die typischen Darwin-Motive

Darwin Airline ist eine dieser Airlines, die viele Spotter fotografiert haben, ohne es zu merken. Mal stand „Darwin“ am Rumpf, mal „Etihad Regional“, ganz am Ende „Adria Airways Switzerland“ – dahinter steckte immer dieselbe kleine Gesellschaft aus dem Tessin. Diese Seite ordnet die Geschichte der Lugano-Airline, erklärt ihre Flotte aus Saab 2000 und ATR 72-500 und zeigt dir, wie du alte Fotos sauber zuordnest.

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Darwin Airline im Überblick

Darwin Airline war eine Schweizer Regionalairline mit Sitz bei Lugano. Gegründet wurde sie am 12. August 2003 – in einer Zeit, in der das Tessin seine Luftverbindungen zu verlieren drohte: Swiss hatte Lugano aus dem eigenen Netz gestrichen. Darwin sprang in die Lücke. Den ersten Linienflug startete die Airline am 28. Juli 2004 von Lugano nach Genf, kurz nachdem das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) die Betriebsbewilligung erteilt hatte.

Hinter der Airline standen mehrere Gründer, darunter Piloten, und im Cockpit wie in der Kabine fanden sich anfangs viele Leute aus der früheren Crossair. Das passt: Die Basler Regionalairline hatte Lugano über viele Jahre geprägt und war Erstkundin genau des Flugzeugtyps, mit dem Darwin ihren Betrieb aufnahm – des Saab 2000.

Darwin blieb immer eine kleine Airline. Rund 300 Beschäftigte und eine Flotte im niedrigen zweistelligen Bereich waren das Maximum. Spannend wird die Geschichte durch die vielen Wechsel: Übernahme von Baboo, Einstieg von Etihad, Neustart als Adria Airways Switzerland – und am Ende der Konkurs im Dezember 2017.

F7IATA-Code in der Flugnummer (ab 2011)
DWTICAO-Code auf dem Tracker
HB-Schweizer Kennzeichen-Präfix

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code F7: stand in der Flugnummer. Was die beiden Code-Systeme unterscheidet, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes. Darwin übernahm ihn im März 2011 mit dem Geschäft der Genfer Regionalairline Baboo. Vorher flog Darwin mit einem eigenen, anderen IATA-Code.
  • ICAO-Code DWT: stand im Flugplan der Flugsicherung und damit auf den Flugtrackern.
  • Rufzeichen DARWIN: so meldeten sich die Besatzungen im Funk – auch in der Zeit als Etihad Regional.

Wichtig für dein Archiv: Die Marke wechselte, die Codes nicht. Ein Flug von Etihad Regional war im Funk weiterhin „DARWIN“ und im Flugplan DWT. Wer alte Tracker-Daten oder Funkmitschnitte auswertet, findet die Airline deshalb über alle Markenphasen hinweg unter demselben Code. Wie du vergangene Flüge eines Flugzeugs recherchierst, zeigt der Guide zur Flughistorie eines Flugzeugs.

F7 ist nicht gleich F7

Der IATA-Code F7 gehörte vor 2011 der Genfer Baboo. Fotos oder Flugpläne mit F7 aus den Jahren bis 2010 betreffen also Baboo, nicht Darwin. Achte beim Sortieren auf das Datum.

Geschichte: von Lugano bis zum Konkurs

2003 bis 2010: Tessiner Neustart mit dem Saab 2000

Darwin begann mit einer klaren Aufgabe: Lugano wieder mit den großen Schweizer Flughäfen und dem Ausland zu verbinden. Die erste Strecke war Lugano–Genf, weitere Ziele kamen schrittweise dazu. Die Heimatbasis lag auf dem Gelände des Flughafens Lugano in Agno; 2009 übernahm Darwin auch die Wartungsabteilung am Platz.

Geflogen wurde mit dem Saab 2000. Der Turboprop mit 50 Sitzen war für die kurze Piste und den anspruchsvollen Anflug im Tessiner Tal gut geeignet und dabei schnell genug, um auch längere Strecken in Europa wirtschaftlich zu fliegen. Vom Hersteller Saab wurden nur 63 Exemplare gebaut, ein großer Teil davon ging an Crossair.

2011: Baboo, neuer Code und Dash 8 Q400

Ende 2010 steckte die Genfer Regionalairline Baboo in Schwierigkeiten. Darwin kündigte im November 2010 an, Strecken und Teile des Geschäfts zu übernehmen; im März 2011 war die Übernahme abgeschlossen. Damit wurde Genf zur zweiten Basis, und Darwin flog fortan unter dem IATA-Code F7.

Mit Baboo kamen auch zwei Dash 8 Q400 mit je 74 Sitzen in die Flotte. Sie blieben ein kurzes Kapitel: Für das Netz von Darwin hatten die größeren Turboprops zu viel Kapazität und wurden wieder verkauft.

2013 bis 2017: Etihad Regional

Der große Umbruch kam Ende 2013. Im November kündigte Etihad Airways an, rund ein Drittel der Anteile (33,3 Prozent) zu übernehmen; das BAZL genehmigte die Beteiligung allerdings erst im April 2015. Die Golf-Airline beteiligte sich damals an mehreren europäischen Airlines – darunter Air Berlin, Alitalia und Air Serbia, außerhalb Europas etwa Air Seychelles. Darwin sollte als Zubringer für Etihad-Flüge ab Europa dienen. Mehr zum Modell der Golf-Carrier liest du im Artikel über Emirates, Qatar Airways und Etihad.

Ab Januar 2014 trat Darwin als Etihad Regional auf. Das erste Flugzeug im neuen Design flog am 17. Januar 2014. Dazu kamen vier ATR 72-500, die Darwin bei Nordic Aviation Capital mietete. Über Codeshares sollte Etihad Regional die Langstrecken des Partners nach Abu Dhabi anbinden – die nötigen Genehmigungen ließen aber lange auf sich warten.

Das Netz wuchs schnell – und schrumpfte genauso schnell wieder. Zeitweise bediente die Airline Strecken ab Leipzig/Halle und Dresden, dazu Verbindungen nach Frankreich, Österreich und Italien. In Italien verlor Darwin 2014 mehrere Inlandsstrecken nach Rom, etwa ab Ancona und Trapani, weil eine Ausnahme von den Kabotage-Regeln für Schweizer Airlines nicht verlängert wurde; Aosta–Rom ging gar nicht erst an den Start. Die Strecke Lugano–Zürich, die Darwin für Swiss flog, endete im Oktober 2014. Am 18. Februar 2015 stellte Darwin dann ohne Vorankündigung rund zwei Drittel der Linien ein; bis März 2015 fielen auch alle Verbindungen in Deutschland und die Basis Leipzig/Halle weg.

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Fliegen für andere: Wet-Lease als zweites Standbein

Nach dem Rückzug aus dem großen Netz verlegte sich Darwin stärker darauf, Flüge im Auftrag anderer Airlines durchzuführen – klassisches Wet-Lease. Die vier ATR 72-500 flogen ab 2015 Inlandsstrecken für Alitalia, einige Saab 2000 waren ab April 2015 für Air Berlin unterwegs – dieser Auftrag endete im Frühjahr 2016. Auch für die Berner SkyWork Airlines flog Darwin zeitweise; SkyWork beendete die Zusammenarbeit Ende 2015.

Für Spotter macht genau diese Phase die Zuordnung knifflig: Ein Flugzeug in Etihad-Regional-Optik konnte unter Alitalia- oder Air-Berlin-Flugnummer fliegen. Entscheidend ist dann das Kennzeichen, nicht die Flugnummer.

2017: Adria Airways Switzerland und das Ende

Im Juli 2017 verkauften Etihad und die übrigen Aktionäre ihre Anteile an die luxemburgische Holding 4K Invest, der auch die slowenische Adria Airways gehörte. Darwin blieb eine eigene Gesellschaft, trat ab dem Spätsommer 2017 aber als Adria Airways Switzerland auf. Die Etihad-Marke verschwand.

Lange hielt das nicht. Der Air-Berlin-Auftrag war schon 2016 ausgelaufen, und 2017 geriet mit Alitalia auch der wichtigste verbliebene Wet-Lease-Partner in die Insolvenz. Ende November 2017 kündigte Darwin an, die Basis Lugano zu schließen, und beantragte Gläubigerschutz. Am 28. November 2017 entzog das BAZL die Betriebsbewilligung für Linienflüge, am 12. Dezember 2017 wurde die Gesellschaft für zahlungsunfähig erklärt und aufgelöst. Die geleasten ATR 72-500 sollten ohnehin Anfang 2018 aus der Flotte ausscheiden. Mehr zu solchen Zusammenbrüchen findest du im Überblick über große Airline-Pleiten in Europa.

Jahr Ereignis Spotter-Relevanz
2003 Gründung in Lugano –
2004 Erster Linienflug Lugano–Genf Saab 2000 im Darwin-Design
2011 Übernahme von Baboo, Code F7 Genf als zweite Basis, kurz Dash 8 Q400
2014 Marke Etihad Regional Neues Design, ATR 72-500 kommen dazu
2015 Starker Netzabbau, Wet-Lease für Alitalia und Air Berlin Fremde Flugnummern auf Darwin-Flugzeugen
2017 Adria Airways Switzerland, Lizenzentzug, Konkurs Letztes Design, Ende des Flugbetriebs

Die Flotte

Darwin war über weite Strecken eine reine Saab-2000-Airline. Erst mit Etihad kam ein zweiter Typ dauerhaft dazu.

Typ Zeitraum Sitze Rolle Spotter-Hinweis
Saab 2000 2004–2017, zuletzt 6 50 Rückgrat der Flotte Langer, schlanker Rumpf, Tiefdecker, Sechsblatt-Propeller
ATR 72-500 ab 2014, 4 geleast 68 Ausbau ab Genf, später Flüge für Alitalia Hochdecker, gemietet von Nordic Aviation Capital
Dash 8 Q400 ab 2011, 2 74 Erbe von Baboo Nur kurz im Einsatz, wieder verkauft

Der Saab 2000 ist der Typ, der Darwin ausmacht. Mit seinen weit vorn am Flügel sitzenden Triebwerken und dem langen Rumpf wirkt er größer und gestreckter als der kleinere Saab 340. Er war einer der schnellsten Turboprops seiner Zeit – Crossair nannte ihn deshalb „Concordino“. Weil nur wenige Exemplare gebaut wurden, ist jede Sichtung heute etwas Besonderes.

Die ATR 72-500 vom Hersteller ATR ist dagegen ein Massentyp: Hochdecker, Fahrwerk in Verkleidungen am Rumpf, gut erkennbar am hohen Flügel über der Kabine. Für Darwin war sie der Schritt zu mehr Kapazität auf den neuen Etihad-Regional-Strecken.

So erkennst du den Saab 2000

  • Tiefdecker – der Flügel sitzt unter dem Rumpf
  • Sechsblatt-Propeller, Triebwerke weit vor der Flügelvorderkante
  • Langer, schlanker Rumpf mit vielen Fenstern
  • Höhenleitwerk tief am Rumpfende, nicht oben auf dem Seitenleitwerk

So erkennst du die ATR 72-500

  • Hochdecker – der Flügel sitzt oben auf dem Rumpf
  • Hauptfahrwerk in Verkleidungen seitlich am Rumpf
  • Höhenleitwerk hoch am Seitenleitwerk (T-Leitwerk)
  • Sechsblatt-Propeller, Triebwerke unter dem Flügel

Wenn du dir bei Turboprops generell unsicher bist, hilft der Vergleich in ATR 42/72 und Dash 8 unterscheiden.

Woran du Darwin-Flugzeuge erkennst

Bei Darwin entscheidet das Datum der Aufnahme, welches Design du suchst. Drei Phasen lassen sich unterscheiden:

2004 bis 2013: Darwin Airline

Saab 2000 im eigenen Darwin-Auftritt, Heimat Lugano und ab 2011 auch Genf. Ab 2011 kurz auch Dash 8 Q400 aus dem Baboo-Erbe.

2014 bis Mitte 2017: Etihad Regional

Schriftzug „Etihad Regional“ im Stil der Etihad-Familie, mit dem Zusatz „operated by Darwin Airline“. Saab 2000 und ATR 72-500.

Ab Spätsommer 2017: Adria Airways Switzerland

Letzter Markenauftritt, nur wenige Monate im Einsatz – vor allem auf den Saab 2000.

Immer gleich: Kennzeichen und Code

Schweizer HB-Kennzeichen, ICAO-Code DWT. Damit ordnest du jede Phase derselben Airline zu.

Die Kennzeichen beginnen wie bei allen Schweizer Flugzeugen mit HB-. Wie die Schweizer Registrierung aufgebaut ist und welche Blöcke es gibt, erklärt der Artikel über Schweizer HB-Kennzeichen. Weil Darwin-Flugzeuge ihre Marke mehrfach wechselten, lohnt sich auch ein Blick auf Hybrid- und Mischlackierungen und auf das Thema Lackierungswechsel und Rebranding: Gerade in Übergangszeiten waren Flugzeuge mit halb neuem, halb altem Auftritt unterwegs.

Achtung Verwechslung

Ein Flugzeug mit „Etihad“-Schriftzug an einem Schweizer Regionalflughafen ist kein Ableger der Golf-Airline mit eigener Lizenz. Etihad Regional war eine Marke, geflogen hat Darwin Airline. Notiere deshalb DWT als Betreiber, nicht ETD.

Wo du Darwin gesehen hast – und wo heute

Die klassischen Darwin-Orte waren Lugano und Genf. Lugano mit seinem kurzen Platz zwischen den Bergen war die Heimat, Genf ab 2011 die zweite Basis und in der Etihad-Zeit das Zentrum des Netzes. Wer in Genf fotografiert hat, findet die Saab 2000 und ATR in alten Bildern oft von der Aussichtsterrasse am Flughafen Genf; Tipps für den Platz heute gibt der Planespotting-Guide Genf. Für Leipzig/Halle, wo Darwin 2013 bis 2015 eine Basis hatte, hilft der Spotting-Guide Leipzig/Halle.

Dazu kamen Zürich – etwa auf der Strecke nach Lugano, die Darwin bis Oktober 2014 für Swiss flog – und in der Etihad-Phase Flughäfen in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien. In Zürich bot sich für Turboprops schon damals der Butzenbüel an; mehr dazu im Planespotting-Guide Zürich.

Heute siehst du Darwin nicht mehr im Linienbetrieb. Für dein Logbuch ist die Airline ein Archiv-Thema. Die Chance liegt in alten Fotos: Wer zwischen 2004 und 2017 in Lugano, Genf oder Zürich unterwegs war, hat womöglich mehrere Darwin-Phasen im Kasten.

Wahrscheinlich Darwin, wenn …

  • ein Saab 2000 mit HB-Kennzeichen zwischen 2004 und 2017 in Lugano oder Genf zu sehen ist
  • „Etihad Regional“ auf einem Turboprop steht
  • der Tracker oder Funk DWT bzw. „DARWIN“ zeigt

Prüf es genauer, wenn …

  • ein Saab 2000 aus der Zeit vor 2004 stammt – dann war es eher Crossair oder Swiss
  • die Flugnummer zu Alitalia, Air Berlin oder SkyWork gehört

Sicher nicht Darwin, wenn …

  • F7 auf einem Flug vor 2011 steht – das war Baboo
  • das Foto nach Dezember 2017 im Linienbetrieb entstanden ist

Darwin im Kontext der Schweizer Regionalluftfahrt

Darwin steht in einer Reihe Schweizer Regionalairlines, die kamen und gingen. Vorbild und Vorgängerin im Tessin war Crossair, die 2002 in Swiss aufging. Parallel zu Darwin flog in Bern SkyWork Airlines, die 2018 ebenfalls aufgab. Überlebt hat aus dieser Generation vor allem Helvetic Airways, die heute stark für Swiss fliegt. Wer die großen Linien verstehen will, liest am besten auch die Seite zur Swissair und den Überblick über Regionalairlines in Europa.

Die Etihad-Episode zeigt außerdem, wie eng kleine Airlines mit großen Investoren verbunden sein können: Als Etihad sein europäisches Beteiligungsnetz zurückfuhr und Partner wie Air Berlin und Alitalia scheiterten, fehlte Darwin die Grundlage.

Häufige Verwechslungen

  • Etihad Regional für eine Etihad-Tochter mit eigener Lizenz halten – Betreiberin war immer die Darwin Airline SA mit dem ICAO-Code DWT.
  • F7 vor 2011 Darwin zuordnen – der Code gehörte bis dahin Baboo.
  • Jeden Saab 2000 in Lugano Darwin zuschreiben – vor 2004 flogen dort Crossair und danach Swiss mit demselben Typ.
  • Saab 2000 und ATR 72 verwechseln – Tiefdecker gegen Hochdecker, das Flügel-Merkmal ist eindeutig.
  • Flugnummer mit Betreiber gleichsetzen – in der Wet-Lease-Phase flogen Darwin-Flugzeuge unter Alitalia- oder Air-Berlin-Nummern.
  • Adria Airways Switzerland für Adria Airways halten – die Schweizer Gesellschaft blieb rechtlich Darwin.

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Fazit

Darwin Airline war klein, aber bewegt: gegründet, um das Tessin anzubinden, gewachsen durch Baboo, aufgeblasen als Etihad Regional und am Ende Opfer der Krise ihrer Partner. Für Spotter bleibt sie vor allem als Saab-2000-Airline in Erinnerung – und als Lehrstück dafür, dass Schriftzüge wechseln, Kennzeichen und ICAO-Code aber bleiben.

Kurzfazit

Darwin Airline (IATA F7, ICAO DWT) war eine historische Regionalairline aus Lugano (2003–2017) mit Saab 2000 und ATR 72-500. Ob Darwin, Etihad Regional oder Adria Airways Switzerland – es war immer dieselbe Gesellschaft.

Zusammenfassung

  • Darwin entstand 2003 im Tessin, nachdem Swiss Lugano aus dem Netz gestrichen hatte, und flog ab 2004 mit Saab 2000 zwischen Lugano und Genf.
  • Mit der Übernahme der Genfer Baboo kamen 2011 neue Strecken, der IATA-Code F7 und kurzzeitig zwei Dash 8 Q400 dazu.
  • Etihad Airways stieg Ende 2013 ein; als Etihad Regional baute Darwin das Netz stark aus, musste es ab 2014 aber schrittweise wieder zurückfahren.
  • Nach dem Verkauf an die Eigentümer der Adria Airways flog die Airline kurz als Adria Airways Switzerland, verlor im November 2017 die Lizenz und ging im Dezember 2017 in Konkurs.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Darwin Airline?

Darwin Airline flog zuletzt mit dem IATA-Code F7 und dem ICAO-Code DWT, das Rufzeichen im Funk war „DARWIN“. Den IATA-Code F7 übernahm Darwin im März 2011 mit dem Geschäft der Genfer Regionalairline Baboo; vorher nutzte die Airline einen anderen Code.

Was ist der Unterschied zwischen Darwin Airline und Etihad Regional?

Es war dasselbe Unternehmen. Etihad Regional war ab Januar 2014 der Markenname, unter dem die Darwin Airline SA ihre Flüge verkaufte und ihre Flugzeuge lackierte. Fluggesellschaft im rechtlichen Sinn blieb Darwin – deshalb stand auch „operated by Darwin Airline“ im Auftritt, und die Codes F7 und DWT blieben gleich.

Welche Flugzeuge flog Darwin Airline?

Das Rückgrat war der Saab 2000, ein schneller Turboprop mit 50 Sitzen. Ab 2014 kamen vier geleaste ATR 72-500 mit 68 Sitzen dazu. Mit der Übernahme von Baboo flogen außerdem kurzzeitig zwei Dash 8 Q400 bei Darwin, die wegen zu großer Kapazität wieder abgegeben wurden. Zuletzt bestand die Flotte aus sechs Saab 2000 und vier ATR 72-500.

Wie hoch war die Beteiligung von Etihad an Darwin?

Etihad Airways kündigte im November 2013 an, rund ein Drittel der Anteile (33,3 Prozent) zu übernehmen; die Genehmigung des BAZL folgte erst im April 2015. Darwin wurde damit Teil der Beteiligungsstrategie der Golf-Airline, zu der auch Alitalia, Air Berlin, Air Serbia und Air Seychelles gehörten. Im Juli 2017 verkaufte Etihad die Anteile an die Holding, der auch Adria Airways gehörte.

Warum ging Darwin Airline pleite?

Das große Etihad-Regional-Netz lief schlecht und wurde ab 2014 mehrfach zusammengestrichen. Der Wet-Lease-Auftrag für Air Berlin endete schon im Frühjahr 2016, und mit Alitalia geriet 2017 der wichtigste verbliebene Auftraggeber selbst in die Insolvenz. Ende November 2017 beantragte Darwin Gläubigerschutz, das BAZL entzog am 28. November 2017 die Betriebsbewilligung, und am 12. Dezember 2017 folgte der Konkurs.

Was war Adria Airways Switzerland?

So hieß Darwin Airline in ihren letzten Monaten. Im Juli 2017 kaufte die luxemburgische Holding 4K Invest, Eigentümerin der slowenischen Adria Airways, die Anteile. Darwin blieb eine eigene Gesellschaft, trat aber ab dem Spätsommer 2017 als Adria Airways Switzerland auf. Adria Airways selbst ging 2019 in Konkurs.

Kann ich heute noch Flugzeuge von Darwin Airline sehen?

Im Linienbetrieb nicht mehr – die Airline existiert seit Ende 2017 nicht mehr. Einzelne frühere Darwin-Flugzeuge können später bei anderen Betreibern aufgetaucht sein. Wenn du ein Kennzeichen aus deinem Archiv nachverfolgen willst, hilft dir die Flughistorie des Flugzeugs weiter.

Darwin Airline im Blick behalten

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