Das Wichtigste in Kürze
- Aigle Azur ist eine historische französische Airline mit Basis in Paris-Orly, die im September 2019 den Flugbetrieb einstellte.
- Codes: IATA ZI, ICAO AAF, Rufzeichen „AIGLE AZUR“.
- Zwei Leben unter einem Namen: Die erste Aigle Azur flog von 1946 bis 1955, die spätere geht auf die 1970 gegründete Lucas Aviation zurück und trägt den Namen seit 2001.
- Algerien war das Kerngeschäft: Nach der Übernahme durch GoFast 2001 wuchs die Airline vor allem mit Flügen zwischen Frankreich und Algerien, später kamen Portugal, Mali, Libanon und weitere Ziele dazu.
- Kurzes Langstrecken-Kapitel: 2018 kamen zwei A330-200 für São Paulo und Peking – ein Jahr später war die Airline insolvent.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | ZI |
|---|---|
| ICAO-Code | AAF |
| Rufzeichen | AIGLE AZUR |
| Drehkreuze | ORY |
| Status | Historisch – Insolvenzverfahren ab 2. September 2019, Flugbetrieb ab dem Abend des 6. September 2019 eingestellt, Ende September 2019 liquidiert |
| Geschäftsmodell | Linienairline mit Schwerpunkt auf Verbindungen zwischen Frankreich und Algerien, dazu Portugal, weitere Ziele in Afrika und Europa sowie zuletzt Langstrecke nach Brasilien und China |
| Wurzeln | 1946 von Sylvain Floirat gegründet (bis 1955), 1970 als Regionalairline Lucas Aviation in Pontoise neu entstanden, später Lucas Aigle Azur |
| Sitz | Paray-Vieille-Poste direkt am Flughafen Paris-Orly |
| Hauptbasis | Paris-Orly (ORY); weitere Abflüge unter anderem ab Marseille und Lyon |
| Eigentümer | Ab 2001 Gruppe GoFast, ab 2012 HNA Group mit 48 %; ab Ende 2017 zusätzlich David Neeleman mit rund einem Drittel, daneben Gérard Houa mit rund 20 % |
| Flotte zuletzt | 11 Flugzeuge: 1 Airbus A319, 8 Airbus A320, 2 Airbus A330-200 |
| Frühere Typen | Boeing 737-200, -300 und -400, Airbus A321, Saab 340; in der ersten Ära bis 1955 unter anderem Ju 52/AAC.1, DC-3, Boeing 307 und DC-6 |
| Vielfliegerprogramm | Azur Plus (ab 2008) |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Aigle Azur?
- Weißer Rumpf mit blauem Schriftzug „AIGLE AZUR“ vorn am Rumpf (letztes Design)
- Leitwerk mit Wolken vor azurblauem Himmel und einem Adler mit ausgebreiteten Flügeln
- Zuletzt reine Airbus-Flotte: A319, A320 und zwei A330-200 aus dem Bestand von Air Berlin
- Französisches Kennzeichen mit F-, auf Trackern und im Flugplan der ICAO-Code AAF
- Heute nur noch auf Archivfotos zu sehen – seit September 2019 fliegt keine Aigle Azur mehr
Wer zwischen 2005 und 2019 in Paris-Orly gespottet hat, kennt sie: weiße Airbus-Jets mit einem Adler am Leitwerk, die regelmäßig nach Algier, Oran oder Lissabon starteten. Aigle Azur war über Jahre eine der größten privaten Airlines Frankreichs und für viele Familien zwischen Frankreich und Algerien die Verbindung schlechthin. Im September 2019 war plötzlich Schluss. Hier erfährst du, woher die Airline kam, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie auf alten Fotos erkennst.
Historische Airline
Aigle Azur hat den Flugbetrieb im September 2019 eingestellt und wurde anschließend liquidiert. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Airline. Die Codes ZI und AAF stehen hier für Aigle Azur.
Aigle Azur im Überblick
Aigle Azur war eine private französische Linienairline mit Sitz in Paray-Vieille-Poste, direkt am Flughafen Paris-Orly. Der Name ist alt: Schon 1946 gründete der Unternehmer Sylvain Floirat eine Airline dieses Namens, die bis 1955 flog. Die Gesellschaft, die bis 2019 unterwegs war, hat ihre Wurzeln dagegen in einer kleinen Regionalairline von 1970, die erst 2001 wieder den traditionsreichen Namen annahm.
In ihren letzten knapp zwei Jahrzehnten war Aigle Azur vor allem eines: die private Alternative zu Air Algérie und Air France auf den Strecken zwischen Frankreich und Algerien. Dazu kamen Portugal, Westafrika, der Nahe Osten und zum Schluss sogar Langstrecken nach Brasilien und China. 2016 beförderte die Airline nach Angaben der deutschsprachigen Wikipedia rund 1,9 Millionen Fluggäste.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code ZI: stand vor den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code AAF: Kennung im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern.
- Rufzeichen AIGLE AZUR: so meldeten sich die Crews im Funk.
Der Code AAF ist seit der Einstellung 2019 nicht mehr mit einem aktiven Flugbetrieb verbunden. Wenn du alte Flugpläne oder Logbuch-Einträge sortierst, hilft dir das Datum: ZI-Flugnummern aus den Jahren bis 2019 gehören eindeutig zu dieser Airline. Wie IATA- und ICAO-Codes funktionieren und warum sie manchmal neu vergeben werden, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes.
Französische Airline-Geschichte im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – auch deine Archivfotos von Aigle Azur, Air Liberté oder AOM bekommen so ihren Platz in der Sammlung. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Geschichte: zwei Leben unter einem Namen
Die erste Aigle Azur (1946–1955)
Die Geschichte beginnt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Frühjahr 1946 entstand eine Gesellschaft, die zunächst „L’Aigle Bleu“ hieß und im Juni 1946 in Aigle Azur umbenannt wurde – sie gilt als erste private Airline Frankreichs nach dem Krieg. Gründer war Sylvain Floirat. Die ersten Flugzeuge waren dreimotorige Junkers Ju 52 beziehungsweise deren französischer Nachbau AAC.1 Toucan. Die ersten Strecken verbanden die französische Mittelmeerküste mit Korsika, Tunesien und Algerien.
Bald wurde die Douglas DC-3 zum Arbeitspferd. Ab 1950 flog Aigle Azur mit Boeing 307 Stratoliner nach Indochina und innerhalb der Region, Anfang der 1950er-Jahre kamen unter anderem Dakar, Brazzaville und Tananarive auf Madagaskar dazu. Der Indochinakrieg prägte diese Jahre: Die Airline verlor mehrere DC-3 bei Unfällen und Zwischenfällen, 1954 wurden am Flughafen Gia Lam in Hanoi sieben Maschinen zerstört oder beschädigt. Am 1. Mai 1955 übernahm die Union Aéromaritime de Transport (UAT) die verbliebene Flotte, zu der zuletzt drei Douglas DC-6 gehörten. Eine Tochter, Aigle Azur Maroc, wurde später zu Air Maroc und ging in Royal Air Maroc auf. Mehr zum Klassiker dieser Ära liest du im Porträt der Douglas DC-3.
Lucas Aviation und Lucas Aigle Azur (1970–2000)
1970 entstand in Pontoise nordwestlich von Paris die Regionalairline Lucas Aviation, die später unter dem Namen Lucas Aigle Azur auftrat und so an die alte Marke anknüpfte. Sie flog Regionalverbindungen; zur Flotte gehörte zeitweise die Saab 340. Um die Jahrtausendwende war das Unternehmen klein: Bei der Übernahme 2001 bestand die Flotte nur noch aus zwei Boeing 737-200.
Neustart mit GoFast und Algerien (2001–2011)
Im Mai 2001 übernahm die Gruppe GoFast der Familie Idjerouidène die Airline, investierte und erneuerte die Flotte. Fortan hieß sie wieder schlicht Aigle Azur. Der Schwerpunkt lag von Anfang an auf Algerien. Als Anfang der 2000er-Jahre Air Lib, die Nachfolgerin von Air Liberté und AOM, vom Markt verschwand, baute Aigle Azur den Linienverkehr aus und wurde zu einer der wichtigsten Airlines zwischen beiden Ländern.
Ab 2006 kamen Ziele in Marokko und Tunesien hinzu. Im Juni 2008 startete mit Azur Plus ein eigenes Vielfliegerprogramm. Gegen Ende der 2000er-Jahre stellte Aigle Azur auf die Airbus-Familie um, mit A319, A320 und zeitweise A321. Ein Ausreißer war Bagdad: Die im Oktober 2010 eröffnete Strecke wurde Mitte 2011 wieder eingestellt.
HNA, Neeleman und die Langstrecke (2012–2018)
2012 stieg die chinesische HNA Group, Mutter von Hainan Airlines, mit 48 Prozent ein. Im selben Jahr vereinbarte Aigle Azur eine Partnerschaft mit Corsair. 2014 zählte sie rund 1.400 Beschäftigte und wurde damals als zweitgrößte französische Airline nach Air France bezeichnet.
Im November 2017 kaufte David Neeleman, Gründer der brasilianischen Azul, rund ein Drittel der Anteile. Neuer Chef wurde Frantz Yvelin. Er führte Aigle Azur auf die Langstrecke: 2018 kamen zwei Airbus A330-200 aus dem Bestand der insolventen Air Berlin für Flüge nach São Paulo und Peking. Im selben Jahr eröffnete die Airline mit Lyon–Nantes ihre erste reine Inlandsstrecke, die im Januar 2019 wieder endete. Codeshares bestanden zuletzt unter anderem mit Azul, Corsair, Hainan Airlines, TAP Air Portugal, Air Caraïbes und S7.
Der Absturz von 2019
2019 ging es schnell bergab. Die Strecke nach Peking wurde wieder aufgegeben. Im Sommer eskalierte der Streit unter den Anteilseignern: Gérard Houa, der rund 20 Prozent hielt, wollte die Führung übernehmen und stieß auf Widerstand von HNA und Neeleman. Am 27. August 2019 setzte das Gericht einen vorläufigen Verwalter ein, am 2. September 2019 begann das Insolvenzverfahren, und ab dem Abend des 6. September 2019 strich Aigle Azur sämtliche Flüge.
Für die Airline gingen mehrere Übernahmeangebote ein, darunter Angebote von Air France und der Groupe Dubreuil, zu der Air Caraïbes und French Bee gehören. Besonders begehrt waren die rund 9.800 Slots in Orly. Am 27. September 2019 erklärte das Handelsgericht in Évry, dass keines der Angebote tragfähig sei – damit war Aigle Azur endgültig Geschichte. Im selben Herbst geriet mit XL Airways France eine weitere französische Airline in die Insolvenz. Einordnung bietet der Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.
1946–1955: erste Aigle Azur
Gründung durch Sylvain Floirat, Ju 52, DC-3 und Boeing 307, Strecken nach Nordafrika und Indochina, 1955 Übernahme durch UAT.
1970–2000: Lucas Aviation
Regionalairline aus Pontoise, später Lucas Aigle Azur, zuletzt mit zwei Boeing 737-200.
2001–2017: Wachstum mit Algerien
Übernahme durch GoFast, Linienflüge nach Algerien, Marokko, Tunesien und Portugal, Umstieg auf Airbus, ab 2012 HNA als Großaktionär.
2017–2019: Langstrecke und Ende
Neeleman steigt ein, zwei A330-200 für Brasilien und China, im September 2019 Insolvenz und Einstellung des Flugbetriebs.
Das Streckennetz
Das Netz der späten Aigle Azur war klar auf Nordafrika ausgerichtet, ergänzt um Ziele mit großen Gemeinschaften in Frankreich. Die Tabelle zeigt eine Auswahl aus verschiedenen Jahren:
| Region | Ziele (Auswahl) | Hinweis |
|---|---|---|
| Algerien | Algier, Oran, Constantine und weitere Städte | Kerngeschäft |
| Portugal | Lissabon, Porto, Faro | zweites Standbein neben Algerien |
| Westafrika | Bamako, Dakar | Mali bis zur Einstellung 2019 |
| Naher Osten und Osteuropa | Beirut, Moskau, Kiew | zeitweise, dazu Bagdad 2010/11 |
| Europa | Berlin-Tegel, Mailand, Köln/Bonn | zeitweise |
| Langstrecke | São Paulo, Peking | ab 2018 mit A330-200, Peking 2019 aufgegeben |
Abflughäfen in Frankreich waren neben Orly unter anderem Marseille, Lyon, Toulouse und Basel-Mulhouse; zeitweise flog Aigle Azur auch ab Paris-Charles de Gaulle. Wer Fotos aus Lissabon im Archiv hat, findet Tipps zum heutigen Spotten dort im Guide Planespotting in Lissabon.
Die Flotte
Bei der Einstellung im September 2019 flogen elf Flugzeuge für Aigle Azur, im Schnitt gut elf Jahre alt:
| Typ | Anzahl 2019 | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Airbus A319-100 | 1 | Kurz- und Mittelstrecke | Kürzester Rumpf der Familie |
| Airbus A320-200 | 8 | Algerien, Portugal, Europa | Rückgrat der Flotte |
| Airbus A330-200 | 2 | São Paulo, Peking | Zuvor bei Air Berlin |
| Airbus A321 | früher | Kurz- und Mittelstrecke | Nicht mehr in der Flotte 2019 |
| Boeing 737-200, -300, -400 | früher | Algerien, Charter | Prägte die Jahre um 2001 |
| Saab 340 | früher | Regionalverkehr | Aus der Lucas-Zeit |
Einige Maschinen flogen zeitweise im Auftrag von TAP Air Portugal. Hersteller der späten Flotte war durchgehend Airbus.
A319 und A320: die Algerien-Flotte
Die A320 war das Flugzeug, mit dem Aigle Azur den Algerien-Verkehr bestritt. Alle Maschinen gehörten zur ersten Generation, also zur ceo-Familie – eine A320neo hat Aigle Azur nie betrieben. Die A319 erkennst du am kürzeren Rumpf mit weniger Fenstern vor und hinter dem Flügel; ganz früher kam noch die längere A321 dazu. Wie du die Familienmitglieder auseinanderhältst, zeigt A318, A319, A320 und A321 sicher auseinanderhalten, den Unterschied zur neo-Generation erklärt A320neo oder ceo?.
A330-200: das Air-Berlin-Erbe
Die beiden A330-200 sind die Exoten der Geschichte. Sie flogen zuvor für Air Berlin und kamen nach deren Insolvenz 2018 zu Aigle Azur. Auf Fotos aus der Übergangszeit lohnt sich ein genauer Blick, denn Leasing-Wechsel hinterlassen oft Spuren der alten Bemalung – mehr dazu unter Hybrid- und Mischlackierungen erkennen. Die Vorgeschichte der Maschinen findest du im Porträt von Air Berlin.
Boeing 737: die Jahre des Neustarts
Als GoFast 2001 übernahm, bestand die Flotte aus zwei 737-200. In den folgenden Jahren flog Aigle Azur auch 737-300 und 737-400, bevor die Airline gegen Ende der 2000er-Jahre auf Airbus umstieg. Fotos einer Aigle-Azur-737 stammen deshalb fast immer aus den 2000er-Jahren.
Ex-Aigle-Azur-Jets auf der Wunschliste
Viele frühere Maschinen fliegen heute bei anderen Airlines. Setz ihre Kennzeichen auf deine Wunschliste – Planetrack benachrichtigt dich, wenn eines davon in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du Aigle Azur erkennst
Die letzte Bemalung, die bis zum Ende im Einsatz war, zeigt einen weißen Rumpf mit blauem Schriftzug „AIGLE AZUR“ und ein Leitwerk mit Wolken vor azurblauem Himmel, über die ein Adler fliegt. Ältere Fotos zeigen frühere Varianten des Designs; die erste Aigle Azur der Nachkriegszeit flog mit Propellerflugzeugen in ganz eigener Bemalung.
Spricht für Aigle Azur
- Wolken-Leitwerk mit Adler und Schriftzug „AIGLE AZUR“ am Bug
- Airbus A319, A320 oder A330-200 mit französischem F-Kennzeichen
- Aufnahme aus Orly, Marseille, Lyon, Algier oder Lissabon zwischen 2009 und 2019
- Boeing 737 mit Aigle-Azur-Schriftzug in den 2000er-Jahren
Spricht dagegen
- Schriftzug „Air Algérie“ – dann ist es die algerische Staatsairline, die dieselben Strecken flog
- A330 mit rotem Leitwerk – dann flog sie noch für Air Berlin
- Aufnahme nach September 2019 – dann trägt die Maschine bereits eine neue Bemalung
Sicherheit bringt das Kennzeichen. Aigle-Azur-Flugzeuge waren in Frankreich registriert und tragen F- vor der Buchstabenfolge. Über das Kennzeichen kannst du verfolgen, wo eine Maschine vorher flog und wohin sie nach 2019 ging. Wie Airlines ihr Erscheinungsbild umstellen, erklärt Wenn Airlines ihr Design wechseln.
Welches Design, welches Jahr?
Für die Zuordnung alter Fotos hilft eine grobe Regel: Boeing 737 deutet auf die 2000er-Jahre, Airbus mit Wolken-Leitwerk auf die 2010er-Jahre, ein A330 auf 2018 oder 2019. Die Nachkriegsflugzeuge mit Propellern stammen aus der ersten Aigle Azur von 1946 bis 1955.
Aigle Azur heute: Spuren für Spotter
Seit September 2019 fliegt keine Aigle Azur mehr. Die Flugzeuge wurden an Leasinggeber zurückgegeben und fliegen teilweise bei anderen Airlines weiter. Den Verkehr zwischen Frankreich und Algerien teilen sich seitdem andere Airlines, allen voran Air Algérie. Wer in Orly fotografiert, sieht an denselben Pisten also die Nachfolger auf den Algerien-Strecken; mehr zu Algeriens Airlines findest du auch bei Tassili Airlines. Bevor du an französischen Flughäfen die Kamera auspackst, lies die Hinweise zum Fotografieren an französischen Flughäfen.
Gute Chancen auf Aigle-Azur-Material, wenn …
- du Fotoarchive aus Orly, Marseille oder Lyon der Jahre 2005 bis 2019 durchsuchst
- du Urlaubsfotos aus Lissabon, Faro, Funchal oder Algier aus dieser Zeit hast
- du auf Sammlerbörsen nach Modellen, Bordkarten und Flugplänen suchst
Keine Chance, wenn …
- du Aigle Azur live am Zaun erwischen willst – der Flugbetrieb endete im September 2019
Häufige Verwechslungen
- Die Aigle Azur von 1946 und die von 2019 gleichsetzen – die späte Airline geht auf Lucas Aviation von 1970 zurück und übernahm nur den Namen.
- Aigle Azur für eine algerische Airline halten – sie war eine französische Gesellschaft mit Sitz an Orly, auch wenn Algerien das Kerngeschäft war.
- Aigle Azur für eine Billigairline halten – sie flog als klassische Linienairline mit Vielfliegerprogramm und Codeshares.
- Die A330 für ein Neuflugzeug halten – beide Maschinen stammten aus der Flotte von Air Berlin.
- Aigle Azur mit Azul verwechseln – trotz ähnlichem Klang und gemeinsamem Großaktionär Neeleman waren es zwei getrennte Airlines.
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Poste deine Fotos von Aigle-Azur-Jets mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, tausch dich in der Community mit anderen Fans französischer Luftfahrtgeschichte aus und behalte deine Sammlung im Hangar im Blick. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Aigle Azur ist eine Airline mit zwei Leben. Die erste flog in den Nachkriegsjahren mit Ju 52, DC-3 und Stratoliner bis nach Indochina, die zweite machte aus einer kleinen Regionalairline einen wichtigen Anbieter zwischen Frankreich und Algerien. Mit HNA, Neeleman und den A330 wagte sie den Sprung auf die Langstrecke – und scheiterte 2019 an Geldmangel und Streit unter den Eigentümern. Für Spotter bleibt eine Airline, die sich auf Fotos dank Wolken-Leitwerk, Airbus-Flotte und F-Kennzeichen gut zuordnen lässt.
Kurzfazit
Aigle Azur (IATA ZI, ICAO AAF) war eine historische französische Airline mit Basis in Paris-Orly und Schwerpunkt Algerien. Zuletzt flog sie mit A319, A320 und A330-200, bevor sie im September 2019 den Betrieb einstellte und liquidiert wurde.
Zusammenfassung
- Aigle Azur war über Jahre eine der wichtigsten privaten Airlines Frankreichs und auf den Strecken nach Algerien eine feste Größe in Orly.
- Die Flotte bestand in den letzten Jahren aus Airbus A319, A320 und zwei A330-200; davor flogen unter anderem Boeing 737 der ersten und zweiten Generation.
- Mit HNA, David Neeleman und Gérard Houa hatte die Airline zuletzt drei Großaktionäre mit unterschiedlichen Zielen – der Streit darüber gehört zur Vorgeschichte der Insolvenz.
- Live spotten kannst du Aigle Azur nicht mehr; auf Fotos aus Orly, Marseille, Lyon oder Algier erkennst du sie aber gut an Wolken-Leitwerk, Schriftzug und F-Kennzeichen.
Häufige Fragen
Gibt es Aigle Azur heute noch?
Nein. Aigle Azur beantragte am 2. September 2019 ein Insolvenzverfahren und strich ab dem Abend des 6. September 2019 alle Flüge. Ende September 2019 lehnte das zuständige Handelsgericht die eingegangenen Übernahmeangebote ab, und die Gesellschaft wurde liquidiert.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Aigle Azur?
Aigle Azur flog unter dem IATA-Code ZI und dem ICAO-Code AAF. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen „AIGLE AZUR“.
Ist Aigle Azur dieselbe Airline wie die Aigle Azur von 1946?
Nur dem Namen und der Tradition nach. Die erste Aigle Azur wurde 1946 gegründet und 1955 von der UAT übernommen. Die Gesellschaft, die bis 2019 flog, entstand 1970 als Regionalairline Lucas Aviation in Pontoise, hieß später Lucas Aigle Azur und führte ab 2001 wieder den Namen Aigle Azur.
Welche Flugzeuge flog Aigle Azur zuletzt?
Bei der Einstellung 2019 bestand die Flotte aus elf Airbus: einem A319, acht A320 und zwei A330-200, die aus dem Bestand der insolventen Air Berlin stammten. Früher gehörten auch A321, Boeing 737-200, -300 und -400 sowie Saab 340 zur Flotte.
Wohin flog Aigle Azur?
Das Herz des Netzes war Algerien mit Zielen wie Algier, Oran und Constantine. Dazu kamen über die Jahre Portugal (unter anderem Lissabon, Porto und Faro), Bamako, Dakar, Beirut, Moskau, Mailand und Berlin-Tegel sowie ab 2018 São Paulo und Peking.
Warum ging Aigle Azur pleite?
Die Airline geriet 2019 in eine Liquiditätskrise. Hinzu kam ein offener Streit unter den Anteilseignern: Gérard Houa, der rund ein Fünftel hielt, wollte die Führung übernehmen und stieß dabei auf Widerstand der übrigen Großaktionäre HNA und David Neeleman. Ende August 2019 wurde ein vorläufiger Verwalter eingesetzt, kurz darauf folgten das Insolvenzverfahren und die Einstellung des Flugbetriebs.
Was hatte David Neeleman mit Aigle Azur zu tun?
Der Gründer der brasilianischen Azul kaufte Ende 2017 rund ein Drittel der Anteile. In seine Zeit fällt die Langstrecke nach São Paulo; mit Azul hatte Aigle Azur auch ein Codeshare-Abkommen.
Wer wollte Aigle Azur übernehmen?
Beim Gericht gingen mehrere Angebote ein, darunter ein gemeinsames Angebot von Air France und der Groupe Dubreuil, zu der Air Caraïbes und French Bee gehören. Besonders begehrt waren die Start- und Landerechte in Orly. Ende September 2019 wurde keines der Angebote angenommen.
Aigle Azur im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Airbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A321 (ceo)
Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A330-200
Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypBoeing 737-200
Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypBoeing 737-400
Drei Meter länger als die -300, zwei Notausgänge über dem Flügel und ein Hecksporn unter dem Heck: Die 737-400 war Boeings Antwort auf volle Ferienflieger. Hier liest du, wie sie entstand, wer sie in Europa flog und wo du sie heute als Frachter triffst.
FlugzeugtypSaab 340
Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
FlugzeugtypDouglas DC-3 / C-47
Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden: Die DC-3 und ihre Militärschwester C-47 sind Legenden. So erkennst du sie und so findest du die letzten Flieger in Europa.
FlugzeugtypDouglas DC-6
Vier Sternmotoren, Druckkabine, Bugradfahrwerk: Die Douglas DC-6 war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten Langstreckenflugzeuge der Welt. Heute fliegt sie noch als Frachter in Alaska – und als blank polierte DC-6B der Flying Bulls aus Salzburg. So erkennst du sie und so bekommst du sie vor die Linse.
FlugzeugtypBoeing 307 Stratoliner
Ein bauchiger Rumpf auf B-17-Flügeln: Der Boeing 307 Stratoliner brachte 1940 als erstes Verkehrsflugzeug eine Druckkabine in den Liniendienst. Nur zehn wurden gebaut, ein vollständiges Exemplar ist erhalten.
FlugzeugtypJunkers Ju 52/3m (Tante Ju)
Wellblech, drei Sternmotoren und ein unverwechselbares Brummen: Die Junkers Ju 52 war das Rückgrat der frühen Lufthansa und flog bis 2018 noch Passagiere. So erkennst du die Tante Ju – und wo du sie heute noch findest.
Weitere Airlines
Air Algérie
Der staatliche Flag Carrier Algeriens: Drehkreuz Algier, eine Mischflotte aus Airbus A330, Boeing 737 und ATR 72 und ein dichtes Netz nach Frankreich und in den Rest Europas.
RegionalTassili Airlines
Algerische Airline, gegründet 1998 von Sonatrach und Air Algérie für den Verkehr zu den Öl- und Gasfeldern der Sahara. Seit 2025 gehört sie ganz zu Air Algérie und fliegt als Domestic Airlines im Inland.
NetzwerkTAP Air Portugal
Portugals Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Lissabon: 1945 gegründet, Star-Alliance-Mitglied seit 2005, Erstbetreiber des Airbus A330neo und stark auf Brasilien, Afrika und Nordamerika ausgerichtet.
NetzwerkAzul Linhas Aéreas Brasileiras
Brasiliens Airline mit dem bunten Typenmix: Embraer E-Jets, ATR-Turboprops, A320neo und A330neo, gegründet 2008 von JetBlue-Gründer David Neeleman, mit Drehkreuz in Campinas und Flügen nach Lissabon und Porto.
NetzwerkHainan Airlines
Chinas größte nicht-staatliche Netzwerk-Airline aus Haikou: Skytrax-Fünf-Sterne-Bewertung, keine Allianz, Boeing 787 und Airbus A330 auf der Langstrecke und Strecken nach Europa – darunter Berlin.
FerienfliegerCorsair
Französische Langstrecken-Airline mit Basis Paris-Orly: Corsair fliegt mit einer einheitlichen Airbus-A330neo-Flotte in die Antillen, in den Indischen Ozean und nach Westafrika.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Paris-Orly
Der zweite große Pariser Flughafen: knapp 35 Millionen Passagiere, strenge Nachtruhe und ein Deckel für die Flugbewegungen, seit 2026 mit Transavia France als wichtigster Airline – und mit Air Caraïbes, French Bee und Corsair die Adresse für französische Langstrecke in die Überseegebiete.
FlughafenFlughafen Paris-Charles de Gaulle
Größter Flughafen der EU und Heimat von Air France: vier Ost-West-Bahnen in zwei Paaren, ein riesiges Terminal 2, das FedEx-Drehkreuz für Europa – und ein Spotter-Umfeld, das ohne Genehmigung, Auto und gute Vorbereitung schnell frustriert.
FlughafenFlughafen Marseille Provence
Südfrankreichs Tor zum Mittelmeer liegt in Marignane am Ufer des Étang de Berre: zwei Parallelbahnen, ein neues Terminal 1, eine starke Low-Cost-Basis – und gleich nebenan der Hauptsitz von Airbus Helicopters mit Hubschraubern im Testbetrieb.
FlughafenFlughafen Lyon-Saint Exupéry
Frankreichs fünftgrößter Flughafen liegt in der Ebene östlich von Lyon: zwei Nord-Süd-Bahnen, ein TGV-Bahnhof von Santiago Calatrava, viel Low-Cost- und Nordafrika-Verkehr – und ein Flugplan, der vom Regionaljet bis zum Großraumflugzeug aus Dubai reicht.
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