Das Wichtigste in Kürze
- IATA TXL, ICAO EDDT: Berlins größter Flughafen bis zum Umzug an den BER, geschlossen im November 2020.
- Geboren in der Luftbrücke: Die französische Besatzungsmacht ließ die erste Piste 1948 in wenigen Monaten bauen.
- Das Sechseck von 1974 setzte auf extrem kurze Wege – und war am Ende für ein Vielfaches seiner Planungszahl im Einsatz.
- Air Berlin begann und endete hier: 1979 der erste Flug, 2017 der letzte Linienflug unter eigenem Namen.
- Heute Stadtteil Berlin TXL: Forschung, Wohnen und Natur statt Starts und Landungen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Vom Raketenflugplatz zur Luftbrücke
- 7.Das Tor der Alliierten nach West-Berlin
- 8.Das Sechseck: ein Flughafen der kurzen Wege
- 9.Zwei Bahnen am Stadtrand
- 10.Anflug über die Dächer
- 11.Nach der Wende: Lufthansa, Air Berlin und das Wachstum
- 12.Ein Flughafen am Limit
- 13.Volksentscheid und letzter Flug
- 14.Was aus Tegel wird
- 15.Tegel heute als Spotter erleben
- 16.Fazit
- 17.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | TXL |
|---|---|
| ICAO-Code | EDDT |
| Status | Geschlossen – letzter Linienflug am 8. November 2020, Betriebsgenehmigung erloschen mit Ablauf des 4. Mai 2021 |
| Betreiber (bis 2021) | Berliner Flughafen-Gesellschaft mbH, eine Tochter der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH |
| Lage | Ortsteil Tegel im Bezirk Reinickendorf, rund 11 km nordwestlich des Berliner Stadtzentrums; Anbindung über die A 111 und Busse, kein Schienenanschluss |
| Start- und Landebahnen | Zwei parallele Bahnen in Ost-West-Richtung: Nordbahn 08L/26R (rund 3.000 m) und Südbahn 08R/26L (rund 2.400 m), beide 46 m breit und asphaltiert |
| Hauptterminal | Terminal A – ein sechseckiger Bau von Gerkan, Marg und Partner (gmp) mit 14 Fluggastbrücken rund um ein Vorfahrt-Innenhof, eröffnet am 1. November 1974 |
| Weitere Terminals | Terminal B (aus der früheren Nebelhalle hervorgegangen), Terminal C (ab 2007, später erweitert) sowie die Behelfsterminals D und E im Parkhaus |
| Auslegung vs. Realität | Ursprünglich für rund 2,5 Mio. Passagiere im Jahr geplant, offiziell zuletzt für 11,5 Mio. ausgelegt – 2019 waren es gut 24,2 Mio. |
| Verkehr 2019 | Rund 24,2 Mio. Passagiere und gut 193.600 Starts und Landungen |
| Name | Seit 1988 trug der Flughafen den Beinamen Otto Lilienthal |
| Nachnutzung | Stadtteil Berlin TXL mit Urban Tech Republic, Schumacher Quartier und Tegeler Stadtheide; Terminal und Tower stehen unter Denkmalschutz |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Berlin-Tegel aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Berlin-Tegel
- Im Fotoarchiv das Sechseck im Hintergrund entdeckt – mit dem Kontrollturm daneben ist ein Tegel-Bild sofort zuzuordnen
- Alte Aufnahmen mit dem Ortscode TXL oder EDDT sauber verschlagwortet
- Ein Bild der Air Berlin aus Tegel gefunden – rot-weiße Maschinen waren hier jahrzehntelang Alltag
- Eine Maschine der Alliiertenzeit im Archiv – etwa Pan Am mit der Boeing 727 oder British Airways mit der BAC One-Eleven
- Ein Foto aus der berühmten Anflugschneise über Reinickendorf und Wedding, wo Jets tief über die Dächer kamen
- Die Kennzeichen alter Tegel-Sichtungen nachgetragen – viele Flugzeuge fliegen heute unter anderem Namen weiter
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Extrem kurze Wege: Im Sechseck lagen Vorfahrt, Check-in und Flugzeug nur wenige Meter auseinander
- Spektakuläre Anflüge mitten über dicht bebautes Stadtgebiet
- Bunte Mischung aus Alliiertenairlines, Ferienfliegern, Air Berlin und später Low-Cost-Verkehr
- Architektonisch einzigartiges Terminal, heute ein Baudenkmal
- Stadtnah gelegen – von vielen Ecken Berlins in kurzer Zeit erreichbar
Wo es hakt
- Seit November 2020 geschlossen – heute gibt es dort keinen Flugverkehr mehr
- Zuletzt weit über die Kapazität hinaus belastet, mit Engpässen bei Check-in und Sicherheitskontrolle
- Kein Schienenanschluss, die Anreise lief über Busse und Straße
- Starke Lärmbelastung für Hunderttausende Anwohner in der Anflugschneise
- Das frühere Flughafengelände ist heute großteils Baustelle bzw. nicht frei zugänglich
Kein deutscher Flughafen hatte so viele Fans wie Tegel – und kaum einer so viele Kritiker. Das sechseckige Terminal brachte dich vom Taxi in wenigen Schritten zum Flugzeug, die Jets kamen tief über die Dächer von Reinickendorf und Wedding herein, und auf dem Vorfeld standen über die Jahrzehnte Pan Am, Air France, Air Berlin und easyJet. Seit November 2020 ist Schluss. Für Spotter ist TXL heute ein Kapitel Luftfahrtgeschichte – und ein Archivthema, das sich zu ordnen lohnt.
Dein Tegel-Archiv gehört ins Logbuch
Mit Planetrack postest du auch alte Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – so bleibt TXL in deiner Sammlung. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Vom Raketenflugplatz zur Luftbrücke
Lange bevor hier Linienjets landeten, war das Gelände im Norden Berlins ein militärischer Übungsplatz. 1930 richtete der Raketenpionier Rudolf Nebel dort den sogenannten Raketenflugplatz Berlin ein, auf dem frühe Flüssigkeitsraketen getestet wurden. Ein Flughafen im heutigen Sinn war das noch nicht.
Das änderte sich mit der Blockade West-Berlins 1948. Während der Berliner Luftbrücke reichten Tempelhof im amerikanischen und Gatow im britischen Sektor nicht mehr aus, um die Stadt aus der Luft zu versorgen. Die französische Besatzungsmacht ließ deshalb ab August 1948 in Tegel eine neue, lange Piste bauen – mit enormem Tempo und großem Einsatz Berliner Arbeitskräfte. Schon am 5. November 1948 landete die erste Douglas C-54. Im Dezember sprengten französische Soldaten die Sendemasten des nahen Senders Tegel, weil sie den Flugbetrieb behinderten.
Das Tor der Alliierten nach West-Berlin
Nach dem Krieg galt für West-Berlin ein besonderes Luftrecht: Im Linienverkehr durften nur Fluggesellschaften der drei Westalliierten die Stadt anfliegen, und zwar durch festgelegte Luftkorridore über die DDR. Für Lufthansa war Berlin damit bis 1990 tabu. Tegel lag im französischen Sektor, und so ist es kein Zufall, dass ausgerechnet Air France am 2. Januar 1960 den ersten Linienflug ab Tegel aufnahm.
Der Großteil des alliierten Linienverkehrs lief allerdings lange über Tempelhof, bis dieser für Jets zu klein wurde. Pan Am bot ab Tegel ab 1964 eine Verbindung nach New York an, die 1971 wieder eingestellt wurde. Zum 1. September 1975 wanderte dann der gesamte zivile Linienverkehr aus Tempelhof nach Tegel – mit ihm die innerdeutschen Dienste von Pan Am und British Airways. Die Geschichte des Vorgängers liest du im Eintrag zum Flughafen Berlin-Tempelhof und im Magazinbeitrag zur Geschichte von Tempelhof.
Auch im Ferienverkehr war Tegel der Platz für alliierte Gesellschaften: Ab April 1968 zogen die Charterflüge von Tempelhof hierher. Die britische Dan-Air baute ihr Berlin-Geschäft ab 1972 aus und unterhielt in Tegel über viele Jahre eine eigene Basis. 1979 kam ein Neuling dazu, der den Flughafen später prägen sollte: die damals noch amerikanisch zugelassene Air Berlin mit einer Boeing 707 nach Palma de Mallorca.
| Zeitraum | Wer Tegel prägte | Typische Flugzeuge |
|---|---|---|
| 1948–1949 | Luftbrücke der Westalliierten | Douglas C-54 und andere Transporter |
| 1960–1990 | Alliiertenairlines im Linienverkehr, britische und US-Charter | Boeing 727, BAC One-Eleven |
| 1990–2017 | Lufthansa, Air Berlin, Ferien- und Linienairlines aus ganz Europa | Boeing 737, A320-Familie, Turboprops |
| 2017–2020 | easyJet, Lufthansa, Eurowings, Ryanair, Swiss | A319/A320, 737-800, einzelne Großraumjets |
Die Flugzeugtypen in der Tabelle sind typische Beispiele der jeweiligen Epoche, keine vollständige Flottenliste.
Das Sechseck: ein Flughafen der kurzen Wege
In den 1960er-Jahren entwarf das junge Hamburger Büro Gerkan, Marg und Partner (gmp) einen neuen Flughafen im Südteil von Tegel. Gebaut wurde ab 1970, am 1. November 1974 ging das Terminal in Betrieb. Die Grundidee war radikal einfach: Statt die Passagiere durch lange Hallen zu schicken, bildeten die Gebäude ein Sechseck mit einem Innenhof, in den Autos und Taxis direkt hineinfuhren. Vom Bordstein waren es nur wenige Meter bis zum Check-in am Gate, die Flugzeuge parkten außen rund um den Ring an 14 Fluggastbrücken.
Für Reisende war das genial: kein Laufen durch endlose Gänge, dazu eine schnelle Gepäckausgabe. Für den Betrieb hatte das Konzept einen Preis. Weil jede Gruppe von Gates ihre eigene Sicherheitskontrolle brauchte, ließ sich das Sechseck kaum an moderne Sicherheitsanforderungen und an große Umsteigeströme anpassen. Seit April 2019 stehen Terminal und Kontrollturm unter Denkmalschutz.
Tegel im Bild erkennen
Auf alten Fotos verraten dir zwei Dinge den Flughafen sofort: die flache, geknickte Fassade des Sechsecks mit den Fluggastbrücken und der hohe Kontrollturm daneben. Wenn du alte Bilder sortierst, lohnt sich eine feste Ordnerstruktur – Tipps dazu stehen im Beitrag zum Archivieren von Flugzeugfotos.
Zwei Bahnen am Stadtrand
Das Pistensystem war übersichtlich. Zwei parallele Bahnen verliefen in Ost-West-Richtung: die längere Nordbahn 08L/26R mit rund 3.000 Metern, die für Anflüge in beiden Richtungen nach den strengsten Allwetterkategorien zugelassen war, und die kürzere Südbahn 08R/26L mit rund 2.400 Metern. Beide waren 46 Meter breit. Zwischen ihnen und südlich davon lagen Vorfelder und Terminals, im Nordteil des Geländes die Anlagen, die später die Flugbereitschaft nutzte.
Wie an jedem Flughafen hing die Betriebsrichtung vom Wind ab. Bei dem in Berlin vorherrschenden Westwind starteten und landeten die Maschinen Richtung 26 – die Landungen kamen dann von Osten über das dicht bebaute Stadtgebiet herein. Wie Pistenbezeichnungen und Betriebsrichtung zusammenhängen, erklären die Beiträge zu Pistenbezeichnungen und zur Betriebsrichtung am Flughafen.
Anflug über die Dächer
Genau diese Anflüge machten Tegel unter Spottern legendär. Die Anflugschneise führte über Wohngebiete in Reinickendorf, Wedding und Pankow, auf der anderen Seite über Spandau. Rund um den Kurt-Schumacher-Platz kamen die Jets so tief über Straßen und Häuser, dass sich Bilder mit Fahrwerk, Ampeln und Wohnblöcken in einem Motiv ergaben, die an kaum einem anderen deutschen Großflughafen möglich waren.
Die Kehrseite war gewaltig. Rund 240.000 Anwohner lebten in Gebieten mit deutlicher Lärmbelastung. Der Lärm war eines der stärksten Argumente dafür, den Berliner Verkehr an einem Standort am Stadtrand zu bündeln.
Sichtungen nachträglich sortieren
In deinem Planetrack-Hangar sammelst du Typen, Kennzeichen und Airlines – auch historische wie Air Berlin oder Pan Am – und behältst so den Überblick über dein Archiv. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Nach der Wende: Lufthansa, Air Berlin und das Wachstum
Mit der Wiedervereinigung fielen die alliierten Beschränkungen. Im Oktober 1990 übernahm Lufthansa die innerdeutschen Dienste von Pan Am, und Tegel öffnete sich für Airlines aus aller Welt. Mit dem Abzug der französischen Streitkräfte wurde der Flughafen 1994 zudem Regierungsflughafen; im Nordteil war fortan die Flugbereitschaft stationiert. Ihre Flugzeuge wechselten im Oktober 2020 an den BER, die Hubschrauber blieben noch Jahre länger in Tegel-Nord.
Die eigentliche Erfolgsgeschichte schrieb Air Berlin. Aus dem kleinen Mallorca-Charter wurde nach 2000 die zweitgrößte deutsche Airline mit Tegel als wichtigstem Drehkreuz, später als Mitglied der oneworld mit Langstrecken unter anderem in die USA. Im August 2017 kam die Insolvenz, am 27. Oktober 2017 landete der letzte Air-Berlin-Linienflug in Tegel. Die ganze Geschichte erzählt der Beitrag über Air Berlin, eingeordnet wird sie im Überblick zu großen Airline-Pleiten in Europa.
Die Lücke füllten andere. easyJet übernahm einen Teil des Air-Berlin-Geschäfts in Tegel und war zuletzt die größte Airline am Platz. Daneben flogen unter anderem Lufthansa, Eurowings, Ryanair und Swiss. Auf der Langstrecke gab es nur eine Handvoll Verbindungen, etwa nach Doha, New York, Peking und Singapur – Großraumjets blieben in Tegel immer etwas Besonderes.
Ein Flughafen am Limit
Das Sechseck war in den 1970er-Jahren für rund 2,5 Millionen Passagiere im Jahr geplant worden. Offiziell galten die Terminals zuletzt als ausgelegt für 11,5 Millionen – 2019 zählte Tegel aber gut 24,2 Millionen Fluggäste und knapp 194.000 Starts und Landungen. Um diesen Verkehr überhaupt abzufertigen, wuchs der Flughafen mit Provisorien in die Breite:
- Terminal B entstand aus einer älteren Halle und diente als Erweiterung neben dem Sechseck.
- Terminal C öffnete am 24. Mai 2007 und wurde 2009 und 2011 erweitert.
- Terminal D und E waren schlichte Abfertigungsbereiche in einem Parkhaus südlich des Sechsecks.
Die Folgen spürten Passagiere täglich: Warteschlangen an Check-in und Sicherheitskontrolle, enge Wartebereiche und eine Anbindung nur über Busse und Straße. Eine Schienenverbindung wurde nie gebaut. Kein Wunder, dass Tegel in Kundenbewertungen oft schlecht abschnitt – und trotzdem von vielen Berlinerinnen und Berlinern geliebt wurde.
Alte Fotos zusammensuchen
Speicherkarten, Festplatten, eingescannte Dias: Sammle alles, was in Tegel entstanden ist, an einem Ort.
Ort und Datum festhalten
Verschlagworte jedes Bild mit TXL bzw. EDDT – dazu Datum und, falls bekannt, Uhrzeit.
Kennzeichen nachtragen
Viele Tegel-Flugzeuge fliegen heute unter anderem Namen. Über das Kennzeichen findest du ihre weitere Geschichte.
Typ sauber bestimmen
Gerade bei A319, A320 und Boeing 737 hilft ein zweiter Blick – die Leitfäden zur A320-Familie und zu den 737-Generationen zeigen die Unterschiede.
Volksentscheid und letzter Flug
Dass Tegel schließen würde, stand seit Langem fest: Die Schließung war Teil der Genehmigung für den neuen Hauptstadtflughafen. Weil sich dessen Eröffnung immer weiter verschob, lief Tegel jedoch Jahr um Jahr weiter. 2017 stimmten bei einem Volksentscheid 56,1 Prozent der Teilnehmenden für den Weiterbetrieb. Rechtlich bindend war das nicht, und die Miteigentümer Bund und Brandenburg hielten an der Schließung fest.
Am 31. Oktober 2020 öffnete der Flughafen Berlin Brandenburg. Eine Woche später, am 8. November 2020, endete in Tegel der Linienbetrieb. Symbolträchtig verabschiedete sich ausgerechnet die Airline, die 1960 den ersten Linienflug durchgeführt hatte: Air France AF1235 nach Paris-Charles de Gaulle, ein Airbus A320, drehte vor dem Abflug eine Ehrenrunde um das Terminal und wurde von der Flughafenfeuerwehr mit einer Wasserfontäne verabschiedet. Wie du solche Ereignisse bei anderen Gelegenheiten am besten festhältst, beschreibt der Beitrag zu Abschieds- und Erstflügen.
Die Betriebsgenehmigung erlosch mit Ablauf des 4. Mai 2021, am Tag darauf wurde das Gelände als Flughafen entwidmet.
Kein Spot mehr
Auf dem früheren Flughafengelände wird gebaut, und Teile werden für andere Zwecke genutzt. Ohne Erlaubnis ist das Areal tabu – auch für Fotos „nur kurz am Zaun“. Allgemeine Regeln rund ums Fotografieren an Flughäfen fasst der Beitrag zum Hausrecht des Flughafenbetreibers zusammen.
Was aus Tegel wird
Nach dem Ende des Flugbetriebs übernahm das Land Berlin die Entwicklung des Geländes. Unter dem Namen Berlin TXL entsteht auf rund 500 Hektar ein neuer Stadtteil. Er besteht im Wesentlichen aus drei Teilen:
| Bereich | Was dort geplant ist |
|---|---|
| Urban Tech Republic | Forschungs- und Industriepark; die Berliner Hochschule für Technik soll ins Terminal A ziehen, Platz für bis zu 1.000 Unternehmen |
| Schumacher Quartier | Wohnviertel mit mehr als 5.000 Wohnungen für über 10.000 Menschen |
| Tegeler Stadtheide | großer Natur- und Landschaftsraum auf dem früheren Flugfeld |
In der Übergangszeit diente Tegel anderen Zwecken: Terminal C war von 2021 bis 2022 eines der Berliner Impfzentren, ab 2022 nutzte das Land Berlin Terminals und Hallen als Ankunftszentrum und Unterkunft für Geflüchtete. Wie es mit den einzelnen Gebäuden weitergeht, hängt vom Baufortschritt ab – den aktuellen Stand veröffentlicht die landeseigene Projektgesellschaft.
Tegel heute als Spotter erleben
Fliegen sehen kannst du in Tegel nicht mehr. Wer in Berlin spotten will, fährt an den BER im Süden der Stadt. Dort bietet die Besucherterrasse einen legalen Blick aufs Vorfeld, und viele Airlines, die früher Tegel bedienten, sind dort weiterhin zu sehen.
Für Luftfahrtgeschichte bietet Berlin trotzdem einiges. Das Deutsche Technikmuseum in Kreuzberg erzählt die Luftfahrt von den Anfängen bis zur Nachkriegszeit. Auf dem früheren britischen Flugplatz Gatow zeigt das Militärhistorische Museum Berlin-Gatow zahlreiche Flugzeuge im Freien – ein Ziel, das du dir im Spot-Guide zum Flugplatz Gatow genauer ansehen kannst. Wer tiefer in die Flughafengeschichte einsteigen will, findet im Magazin die ausführliche Geschichte von Tegel.
Tegel ist dein Thema, wenn …
- du alte Berlin-Fotos sortieren und ergänzen willst
- dich die Zeit der Alliiertenflüge nach West-Berlin interessiert
- du Flughafenarchitektur der 1970er-Jahre spannend findest
Bedingt interessant, wenn …
- du dich für Stadtentwicklung auf früheren Flughafenflächen interessierst
- du Berlin besuchst und Luftfahrtgeschichte mit Museen verbinden willst
Eher woanders, wenn …
- du heute startende und landende Flugzeuge fotografieren willst – dafür ist der BER da
Von TXL zu BER
Planetrack zeigt dir auf der Spot-Karte Anreise, bestes Licht und Community-Fotos für deinen Spot am BER und plant mit dem Sonnenstand-Planer das passende Zeitfenster. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Tegel war ein Flughafen mit Charakter: geboren in der Luftbrücke, jahrzehntelang Tor der Alliierten nach West-Berlin, Heimat von Air Berlin und am Ende hoffnungslos überlastet. Das Sechseck von gmp zeigt bis heute, wie ein Flughafen der kurzen Wege aussehen kann – und warum er an seinen eigenen Grenzen scheiterte.
Für dich als Spotter ist TXL heute ein Stück Geschichte, das in Fotoalben, Archiven und alten Logbüchern weiterlebt. Wer seine Tegel-Bilder sauber mit Kennzeichen, Typ und Datum ordnet, bewahrt genau das, was den Flughafen ausgemacht hat: die bunte Mischung aus Airlines und Flugzeugen über den Dächern Berlins.
Kurzfazit
Berlin-Tegel (TXL/EDDT) ist seit November 2020 geschlossen. Das Sechseck-Terminal und die tiefen Anflüge über die Stadt machen ihn zu einem Klassiker der Spottergeschichte – heute spottest du in Berlin am BER.
Zusammenfassung
- Tegel war jahrzehntelang das Tor nach West-Berlin – erst für die Alliierten, nach 1990 für alle Airlines.
- Das sechseckige Terminal von gmp gilt bis heute als Musterbeispiel eines Flughafens der kurzen Wege.
- Ab den 2000er-Jahren lief der Flughafen weit über seiner Kapazität; Terminal C und Behelfsbauten hielten den Betrieb am Laufen.
- Für Spotter ist Tegel heute ein Archivthema: alte Bilder sauber verschlagworten und mit Kennzeichen nachpflegen.
Häufige Fragen
Was waren die Codes des Flughafens Tegel?
Der IATA-Code war TXL, der ICAO-Code EDDT. Nach der Schließung wird TXL nicht mehr für den Flugverkehr verwendet, der Name lebt aber im neuen Stadtteil „Berlin TXL“ weiter.
Wann hat der Flughafen Tegel geschlossen?
Der letzte Linienflug startete am 8. November 2020: Air France AF1235 nach Paris-Charles de Gaulle, verabschiedet mit einer Wasserfontäne der Flughafenfeuerwehr. Die Betriebsgenehmigung erlosch mit Ablauf des 4. Mai 2021, kurz darauf wurde das Gelände als Flughafen entwidmet.
Warum ist das Terminal von Tegel sechseckig?
Die Architekten von Gerkan, Marg und Partner planten einen Flughafen der kurzen Wege. Autos fuhren in den Innenhof des Sechsecks, und von dort waren Check-in und Flugsteig nur wenige Schritte entfernt. Die Flugzeuge parkten außen rund um den Bau an 14 Fluggastbrücken. Zentrale Kontrollen und lange Fußwege wie an großen Drehkreuzen gab es nicht.
Warum wurde Tegel geschlossen?
Der Berliner Luftverkehr sollte am neuen Flughafen Berlin Brandenburg gebündelt werden. Die Schließung Tegels war Teil der Genehmigung für den BER. Zwar stimmte 2017 beim Volksentscheid eine Mehrheit für den Weiterbetrieb, die Miteigentümer Bund und Brandenburg zogen aber nicht mit.
Welche Airlines flogen in Tegel?
Bis 1990 im Linienverkehr vor allem die Gesellschaften der Westalliierten wie Air France, Pan Am und British Airways, dazu Charterairlines wie Dan-Air. Später prägten Air Berlin und Lufthansa das Bild, zuletzt war easyJet die größte Airline am Platz.
Kann man den alten Flughafen Tegel besichtigen?
Nicht wie früher. Auf dem Gelände entsteht der Stadtteil Berlin TXL, Teile wurden zeitweise als Impfzentrum und als Unterkunft für Geflüchtete genutzt. Ob und wann Führungen oder Veranstaltungen stattfinden, erfährst du beim Projektträger Berlin TXL. Betritt das Gelände nicht ohne Erlaubnis.
Wo spotte ich heute in Berlin?
Am BER im Süden der Stadt. Einen festen, legalen Standpunkt bietet die Besucherterrasse am Flughafen BER. Historische Flugzeuge siehst du im Militärhistorischen Museum Berlin-Gatow und im Deutschen Technikmuseum.
Sichtungen rund um Flughafen Berlin-Tegel sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Air Berlin
Historische Airline aus Berlin: 1978 als US-Charterfirma für Mallorca-Flüge ab Tegel gegründet, später zweitgrößte Airline Deutschlands mit oneworld-Mitgliedschaft – und 2017 insolvent.
AF / AFRAir France
Frankreichs Netzwerk-Airline mit dem Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle: Gründungsmitglied von SkyTeam, Teil der Air France-KLM-Gruppe und mit einer Langstreckenflotte aus Airbus A350 und Boeing 777.
PA / PAAPan American World Airways
Historische US-Weltairline: Pan Am flog von 1927 bis 1991, brachte 707 und 747 in den Liniendienst, verband West-Berlin mit Westdeutschland und ging nach Lockerbie und Golfkrieg unter.
BA / BAWBritish Airways
Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.
DA / DANDan-Air
Historische britische Charter- und Linienairline (1953–1992) mit Basis London-Gatwick: Dan-Air betrieb die größte Comet-Flotte der Welt, brachte die BAe 146 in den Liniendienst und flog jahrzehntelang ab Berlin-Tegel. 1992 ging sie für ein symbolisches Pfund an British Airways.
U2 / EZYeasyJet
Die orange Low-Cost-Airline aus Luton: ausschließlich Airbus der A320-Familie, Basen in ganz Europa und drei Gesellschaften unter einer Marke – mit britischen, österreichischen und Schweizer Kennzeichen.
LH / DLHLufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
Typische Flugzeuge
Boeing 727-200
Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.
FlugzeugtypBAC One-Eleven
Zwei Rolls-Royce Spey am Heck, T-Leitwerk, kompakter Rumpf: Die One-Eleven war Großbritanniens erfolgreichster Kurzstreckenjet – und flog später als Rombac 1-11 aus rumänischer Fertigung sogar für die junge Ryanair.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 707-320 Intercontinental
Vier Triebwerke unter gepfeilten Flügeln, ein spitzer Antennendorn auf der Seitenflosse und Platz für den Nordatlantik: Die 707-320 Intercontinental war die erste echte Langstrecken-707. Als Airliner ist sie Geschichte – als AWACS, Tanker und Museumsstück lebt sie weiter.
Spotting-Spots rund um Flughafen Berlin-Tegel
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse am Flughafen Berlin Brandenburg
Der einzige offizielle Aussichtspunkt am Hauptstadtflughafen: Die Besucherterrasse auf Terminal 1 liegt außerhalb des Sicherheitsbereichs, ist täglich geöffnet und mit der Bahn direkt erreichbar. Was du dort siehst, wann das Licht passt und wo ihre Grenzen liegen.
MuseumLuftwaffenmuseum am Flugplatz Berlin-Gatow
Auf dem ehemaligen RAF-Flugplatz im Berliner Südwesten stehen Starfighter, MiGs, Transall und Noratlas Seite an Seite – kostenlos, ohne Zaun und ohne Wartezeit auf den nächsten Anflug. So holst du als Spotter das Meiste aus dem Besuch heraus.
Weitere Einträge
Flughafen Berlin Brandenburg
Der Hauptstadtflughafen mit der langen Vorgeschichte: zwei parallele Pisten am Südrand Berlins, viel Europaverkehr mit Low-Cost- und Netzwerkairlines, eine Handvoll Langstrecken, die Flugbereitschaft der Bundesregierung – und eine Besucherterrasse direkt über dem Vorfeld.
FlughafenFlughafen Berlin-Tempelhof
Historischer Stadtflughafen mitten in Berlin: 1923 eröffnet, Heimat der Deutschen Luft Hansa, Schauplatz der Luftbrücke 1948/49 und mit dem riesigen Bogenbau von Ernst Sagebiel ein Architekturdenkmal – geschlossen am 30. Oktober 2008, heute Tempelhofer Feld.
MuseumDeutsches Technikmuseum Berlin
Über dem Landwehrkanal in Kreuzberg hängt eine Douglas C-47 am Dach – das Wahrzeichen des Deutschen Technikmuseums. Drinnen erzählt die Ausstellung „Vom Ballon zur Luftbrücke“ mit über 40 Flugzeugen und Großobjekten deutsche Luftfahrtgeschichte, von der Jeannin-Stahltaube über die Ju 52 bis zur Luftbrücke 1948/49.
MuseumMilitärhistorisches Museum Flugplatz Berlin-Gatow
Auf dem ehemaligen Fliegerhorst und späteren RAF-Flugplatz Gatow im Berliner Westen zeigt die Bundeswehr ihre Luftwaffensammlung: Jets aus NATO und Warschauer Pakt, Hubschrauber, Flugabwehrraketen und die Geschichte eines Flugplatzes, der Luftkriegsschule, Luftbrücke und Kalten Krieg erlebt hat. Der Eintritt ist frei.
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