Flughafen Klagenfurt

Kärntens einziger Verkehrsflughafen: eine 2.720-Meter-Piste am Stadtrand von Klagenfurt, ein Jahrhundert Geschichte, eine umstrittene Teilprivatisierung mit Rückkauf durch die öffentliche Hand – und ein kleiner, aber bunter Flugplan mit Austrian, Eurowings, Ryanair und SkyAlps.

Auch bekannt als: Klagenfurt Airport · Flughafen Klagenfurt am Wörthersee · Flughafen Klagenfurt-Annabichl · Kärntner Flughafen Betriebsgesellschaft m.b.H. (Betreiber)

ÖsterreichÖsterreichFlughäfenKLU / LOWKseit 191413 Min. Lesezeit

KLU

IATA-Code

LOWK

ICAO-Code

2.720 m

Länge der Hauptpiste 10L/28R

1914

Gründung als Militärflugfeld

Das Wichtigste in Kürze

  • IATA KLU, ICAO LOWK: Kärntens Verkehrsflughafen am Stadtrand von Klagenfurt, 2025 mit rund 175.000 Passagieren.
  • Eine Hauptpiste, 2.720 Meter lang: 10L/28R in Ost-West-Richtung, Instrumentenanflug nur von Osten.
  • Privatisierung und Rückkauf: 2018 übernahm die Lilihill-Gruppe die Mehrheit, 2023 holten sich Land und Stadt sie per Rückkaufoption zurück.
  • Kleiner, bunter Flugplan: Austrian nach Wien, dazu Eurowings, Ryanair und SkyAlps (Stand Oktober 2026).
  • Besucherterrasse im ersten Stock ist der einfachste Einstieg fürs Spotten in Klagenfurt.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Geschichte im Zeitraffer
  4. 4.Was du als Spotter wissen solltest
  5. 5.Stärken und Schwächen
  6. 6.Vom Militärflugfeld zum Klagenfurt Airport
  7. 7.Boom und Absturz: die Low-Cost-Jahre
  8. 8.Die Privatisierung: Lilihill und der Rückkauf
  9. 9.Eine Hauptpiste in Ost-West-Richtung
  10. 10.Wer heute in Klagenfurt landet
  11. 11.Hubschrauber, Militär und Allgemeine Luftfahrt
  12. 12.Spotten in Klagenfurt: Besucherterrasse und Planung
  13. 13.Anreise: stadtnah und gut erreichbar
  14. 14.Klagenfurt im Vergleich
  15. 15.Fazit
  16. 16.Häufige Fragen

Steckbrief

IATA-CodeKLU
ICAO-CodeLOWK
BetreiberKärntner Flughafen Betriebsgesellschaft m.b.H., Marke Klagenfurt Airport – laut Flughafen-Website zu 80 % im Besitz der Kärntner Beteiligungsverwaltung (Land Kärnten) und zu 20 % der Stadt Klagenfurt
LageRund 4 km nördlich der Klagenfurter Innenstadt in den Stadtteilen Annabichl und St. Peter, wenige Kilometer östlich des Wörthersees
Hauptpiste10L/28R in Ost-West-Richtung, befestigt, 2.720 m lang und 45 m breit; Instrumentenlandesystem der Kategorie II/III nur für Landungen auf der 28R (Anflug von Osten)
Graspiste10R/28L, 710 m lang, nur für Sichtflug; dazu ein Segelflug-Landefeld und ein Heliport
HöheRund 450 m über dem Meer
TerminalEin Terminalgebäude für Abflug und Ankunft mit angebautem Tower der Austro Control; Besucherterrasse im ersten Stock
Verkehr 2025Rund 175.000 Passagiere
Rekordjahr2005 mit rund 522.000 Passagieren – damals mit zahlreichen Low-Cost-Verbindungen
Weitere NutzerNotarzthubschrauber Christophorus 11 des ÖAMTC (seit 2001), Hubschrauberstützpunkt des Bundesheers, Polizei, Allgemeine Luftfahrt und Segelflug
ÖffnungszeitenLaut Flughafen Montag bis Freitag 05:45–23:30 Uhr, Samstag 05:45–22:00 Uhr, Sonntag 07:00–23:30 Uhr (Stand Oktober 2026)
Offizielle Websitewww.klagenfurt-airport.at

Tätigkeitsfelder

Linienverkehr – Zubringer nach Wien mit Austrian Airlines sowie Städteverbindungen nach Köln/Bonn, Hamburg, Rom und London (Stand Oktober 2026)
Ferien- und Charterverkehr – saisonale Flüge etwa nach Palma de Mallorca und auf griechische Inseln
Allgemeine Luftfahrt – Privat- und Geschäftsflieger, Graspiste und Segelflug-Landefeld
Hubschrauber – Flugrettung des ÖAMTC, Bundesheer und Polizei
Logistik – Logistikterminal von Schenker auf dem Flughafenareal; reine Luftfracht spielt praktisch keine Rolle

Geschichte im Zeitraffer

1914In Annabichl nördlich von Klagenfurt wird ein Militärflugfeld angelegt – die Keimzelle des heutigen Flughafens.
1925Mit Unterstützung der Stadt Klagenfurt und von Banken wird die Kärntner Luftverkehrsgesellschaft gegründet.
1927Die Österreichische Luftverkehrs AG übernimmt den Betrieb, Linienflüge führen nach Venedig, Laibach (Ljubljana) und Wien.
1938Nach dem Anschluss Österreichs übernimmt die deutsche Luftwaffe den Platz.
1951Der Flughafen wird wieder für die Zivilluftfahrt freigegeben.
1958–1965Erste Ausbaustufe mit 1.800 Meter langer Betonpiste, Vorfeld, Abfertigungsgebäude und Tower; bis 1965 wächst die Piste auf 2.400 Meter.
1971Am 11. September geht das erste eigentliche Passagierterminal in Betrieb.
1981Verlängerung der Piste auf die heutigen 2.720 Meter.
1984Erstmals mehr als 100.000 Passagiere in einem Jahr.
2001Der ÖAMTC stationiert den Notarzthubschrauber Christophorus 11 am Flughafen.
2004Ein Instrumentenlandesystem der Kategorie II/III geht in Betrieb.
2005Passagierrekord mit rund 522.000 Fluggästen, getragen vom Low-Cost-Boom.
2013Ryanair stellt ihre damaligen Verbindungen ab Klagenfurt im November ein.
2017–2018Das Land schreibt eine Teilprivatisierung europaweit aus; Mitte April 2018 erhält die Klagenfurter Lilihill-Gruppe den Zuschlag und wird Mehrheitseigentümerin, die öffentliche Hand behält eine Sperrminorität.
2023Nach langem Streit um die Entwicklung des Flughafens ziehen Land Kärnten und Stadt Klagenfurt eine vertragliche Rückkaufoption; bis zum Herbst ist der Flughafen wieder vollständig in öffentlicher Hand.
2026Eurowings bedient Köln/Bonn ganzjährig, SkyAlps fliegt nach Rom auch im Winter; im September findet der dritte Airport Night Run auf der Piste statt.

Flughafen Klagenfurt aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flughafen Klagenfurt

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Den Austrian-Umlauf aus Wien am selben Tag bei Ankunft und Abflug notiert
  • Eine Dash 8-400 von SkyAlps aus Rom oder Hamburg erwischt
  • Eine Ryanair-737 oder einen Eurowings-Airbus im Endanflug auf die 28R fotografiert
  • Den Notarzthubschrauber Christophorus 11 beim Einsatzstart gesehen
  • Einen Black Hawk des Bundesheers am Hubschrauberstützpunkt beobachtet
  • Von der Besucherterrasse im ersten Stock das komplette Vorfeld überblickt
  • Einen Sommer-Charter auf eine griechische Insel im Logbuch
  • Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert, nicht nur Airline und Typ

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Besucherterrasse am Terminal mit Blick auf Vorfeld und Piste, geöffnet während der Betriebszeiten
  • Sehr stadtnah: Bus und S-Bahn bringen dich in wenigen Minuten hin
  • Übersichtlicher Betrieb mit einer Hauptpiste – du verpasst praktisch keine Bewegung
  • Bunte Mischung aus Linie, Low-Cost, Turboprops, Hubschraubern und Allgemeiner Luftfahrt
  • Kärnten mit Wörthersee und Bergen als Kulisse – gut kombinierbar mit Urlaub

Wo es hakt

  • Sehr wenig Linienverkehr – oft nur eine Handvoll Starts und Landungen pro Tag
  • Großraumflugzeuge sind die absolute Ausnahme
  • Der Flugplan ändert sich häufig, einzelne Strecken kommen und gehen mit der Saison
  • Keine offiziellen Fotolöcher wie in Graz bekannt – außerhalb der Terrasse musst du dir Standorte selbst erschließen

Klagenfurt ist ein Flughafen für Leute, die das Kleine mögen. Wenige Kilometer vom Wörthersee entfernt landen an einem normalen Tag nur eine Handvoll Linienflüge – ein Austrian-Zubringer aus Wien, ein Eurowings-Airbus aus Köln, eine Ryanair-737, ein SkyAlps-Turboprop. Dazwischen starten Rettungshubschrauber, Segelflieger und Privatmaschinen. Wer hier spottet, braucht Geduld und einen Blick auf den Flugplan, bekommt dafür aber einen entspannten Tag mit Alpenkulisse. Hinter dem ruhigen Betrieb steckt allerdings eine bewegte Geschichte: Kaum ein Flughafen in Österreich hat so viele Höhen und Tiefen erlebt – vom Low-Cost-Boom über den Absturz der Passagierzahlen bis zur umstrittenen Privatisierung samt Rückkauf.

Dein KLU-Logbuch beginnt hier

Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Airline und Spot festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Vom Militärflugfeld zum Klagenfurt Airport

Die Wurzeln des Flughafens liegen im Jahr 1914, als in Annabichl nördlich der Stadt ein Militärflugfeld angelegt wurde. Zivil wurde es in den 1920er-Jahren: 1925 entstand mit Hilfe der Stadt Klagenfurt und von Banken die Kärntner Luftverkehrsgesellschaft. 1927 übernahm die Österreichische Luftverkehrs AG den Betrieb, und von Klagenfurt aus ging es im Linienverkehr nach Venedig, Laibach und Wien. Die Lage im Süden Österreichs, nah an Italien und dem heutigen Slowenien, prägte den Flughafen also schon in seiner Anfangszeit.

Mit dem Anschluss Österreichs übernahm 1938 die deutsche Luftwaffe den Platz. Nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es bis 1951, bis Klagenfurt wieder für die Zivilluftfahrt freigegeben wurde. Der eigentliche Ausbau zum modernen Verkehrsflughafen begann 1958: Eine 1.800 Meter lange Betonpiste, ein Vorfeld, ein Abfertigungsgebäude und ein Tower entstanden. 1964 kam die Befeuerung von Anflug, Piste und Rollwegen hinzu, 1965 wurde die Piste um 600 Meter auf 2.400 Meter verlängert. Am 11. September 1971 eröffnete das erste richtige Passagierterminal, und 1981 erreichte die Piste ihre heutige Länge von 2.720 Metern.

1984 zählte Klagenfurt erstmals mehr als 100.000 Passagiere in einem Jahr. In den 1990er-Jahren folgten eine neue Gerätehalle mit Feuerwache, eine eigene Anbindung an die Südautobahn A2 und eine neue Ankunftshalle. Ab Anfang 2004 stand ein Instrumentenlandesystem der Kategorie II/III zur Verfügung – ein wichtiger Schritt für einen Flughafen, an dem Nebel im Klagenfurter Becken kein seltener Gast ist.

~175.000Passagiere im Jahr 2025
~522.000Passagiere im Rekordjahr 2005
2.720 mLänge der Hauptpiste
1914Gründung als Militärflugfeld

Boom und Absturz: die Low-Cost-Jahre

In den 2000er-Jahren erlebte Klagenfurt seine Hochphase. Low-Cost-Airlines entdeckten Kärnten als Ziel für Urlauber und als günstigen Abflughafen für die Region. Gesellschaften wie Germanwings, Air Berlin, easyJet und Transavia flogen Klagenfurt an, dazu kam Ryanair, die ihr Angebot Ende 2008 noch einmal ausbaute. 2005 erreichte der Flughafen mit rund 522.000 Passagieren seinen bis heute gültigen Rekord.

Die Kehrseite: Ein Flughafen, der stark von wenigen Billigfliegern abhängt, ist verwundbar. In den Folgejahren zogen sich mehrere Gesellschaften zurück, im November 2013 stellte auch Ryanair ihre damaligen Verbindungen ein. Die Passagierzahlen fielen deutlich – 2015 waren es nur noch rund 228.000, 2019 rund 209.000. Die Pandemie traf den ohnehin geschwächten Flughafen dann hart: 2020 kamen keine 50.000 Fluggäste mehr, 2021 noch weniger. Seither geht es langsam wieder nach oben, 2025 lag Klagenfurt bei rund 175.000 Passagieren.

Jahr Passagiere (gerundet) Einordnung
1984 über 100.000 erstmals sechsstellig
2005 ca. 522.000 Rekordjahr im Low-Cost-Boom
2010 ca. 426.000 Rückgang setzt ein
2015 ca. 228.000 nach dem Ryanair-Abzug
2019 ca. 209.000 letztes Jahr vor der Pandemie
2020 ca. 49.000 Pandemie-Einbruch
2023 ca. 153.000 Erholung
2025 ca. 175.000 aktueller Stand

Die Zahlen stammen aus öffentlich zugänglichen Verkehrsstatistiken; je nach Quelle weichen sie in den letzten Stellen leicht voneinander ab. Wie andere kleine Plätze mit dünnem Flugplan funktionieren, beschreibt der Beitrag Spotting an kleinen Regionalflughäfen.

Die Privatisierung: Lilihill und der Rückkauf

Kein Thema hat den Flughafen Klagenfurt in den vergangenen Jahren so beschäftigt wie seine Eigentümerfrage. Lange gehörte die Betreibergesellschaft komplett der öffentlichen Hand – zu 80 Prozent dem Land Kärnten, zu 20 Prozent der Stadt Klagenfurt. Angesichts sinkender Passagierzahlen suchte das Land nach einem privaten Partner, der Kapital und neue Ideen mitbringt. 2017 wurde die Teilprivatisierung europaweit ausgeschrieben. Die Bedingungen: Ein Investor und Betreiber übernimmt die Mehrheit, Land und Stadt behalten eine Sperrminorität von 25 Prozent, um bei wichtigen Entscheidungen weiter mitzureden.

Mitte April 2018 bekam die Klagenfurter Lilihill-Gruppe des Unternehmers Franz Peter Orasch den Zuschlag. Schon die Vergabe war politisch umstritten: Oppositionspolitiker verlangten, dass das Vergabeverfahren offengelegt wird. Lilihill präsentierte in der Folge Pläne für die Entwicklung des Flughafenareals und kündigte 2022 sogar eine eigene Regionalairline namens Liliair an. Flüge wurden allerdings nie buchbar, eine durchführende Airline nie bestätigt.

Zwischen dem Mehrheitseigentümer und der öffentlichen Hand wuchs derweil der Konflikt. Im Kern ging es um die Frage, ob sich der Flughafen so entwickelte, wie es bei der Privatisierung vereinbart war. 2023 zogen Land Kärnten und Stadt Klagenfurt schließlich eine vertraglich vereinbarte Rückkaufoption und holten sich die Mehrheit am Flughafen zurück; im Herbst 2023 war der Flughafen wieder vollständig in öffentlicher Hand. Lilihill hatte schon im Frühjahr erklärt, eine Heimatbasis für Liliair in Klagenfurt sei wegen des Streits unwahrscheinlich geworden.

Heute nennt der Flughafen auf seiner Website wieder ausschließlich öffentliche Eigentümer: 80 Prozent hält die Kärntner Beteiligungsverwaltung des Landes, 20 Prozent die Stadt Klagenfurt. Weil sich die Eigentümerstruktur in den letzten Jahren mehrfach geändert hat und Nachschlagewerke dazu teils abweichende Angaben machen, lohnt für einen exakten Stand der Blick ins Firmenbuch.

Was die Eigentümerfrage für Spotter bedeutet

Direkt sichtbar wird der Streit auf dem Vorfeld nicht – indirekt aber schon. Ein Flughafen, über dessen Zukunft jahrelang verhandelt wird, tut sich schwer, neue Airlines anzuwerben. Seit dem Rückkauf ist der Streckenplan wieder in Bewegung, mit neuen Verbindungen und Ganzjahresstrecken. Mit Planetrack siehst du in deinem Hangar, welche Airlines du in Klagenfurt schon erwischt hast und welche noch auf der Wunschliste stehen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Eine Hauptpiste in Ost-West-Richtung

Das Layout ist übersichtlich. Die befestigte Hauptpiste 10L/28R verläuft in Ost-West-Richtung, ist 2.720 Meter lang und 45 Meter breit. Im Linienverkehr landen hier vor allem Schmalrumpfjets wie der Airbus A320 und Turboprops. Das Instrumentenlandesystem der Kategorie II/III gibt es nur für Landungen auf der 28R, also für Anflüge von Osten. Parallel dazu liegt eine 710 Meter lange Graspiste, die ausschließlich für Sichtflüge genutzt wird. Außerdem hat der Flughafen ein Segelflug-Landefeld und einen Heliport.

Piste Belag Abmessungen Was du dort typischerweise siehst
10L/28R befestigt 2.720 × 45 m Linien- und Ferienflieger, Turboprops, Geschäftsreisejets
10R/28L Gras 710 × 25 m Kleinflugzeuge im Sichtflug
Segelflug-Landefeld – – Segelflugzeuge
Heliport – – Rettungs-, Polizei- und Militärhubschrauber

Welche Richtung gerade aktiv ist, entscheidet der Wind – Flugzeuge starten und landen gegen ihn. Bei Westwind wird auf der 28R gelandet, also mit Anflug von Osten über das Klagenfurter Becken; bei Ostwind auf der 10L mit Anflug von Westen aus Richtung Wörthersee. Weil nur die 28R ein Instrumentenlandesystem hat, kommen bei schlechter Sicht die Anflüge in aller Regel von Osten. Die Grundlagen erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen, und mit einer Flugverfolgung per ADS-B siehst du live, von wo die nächste Maschine kommt.

Licht bei einer Ost-West-Piste

Bei einer Piste in Ost-West-Richtung steht die Sonne tagsüber im Süden. Je nachdem, auf welcher Seite der Piste du stehst, hast du sie im Rücken oder im Gesicht – und morgens und abends kommt sie flach aus der Anflugrichtung. Mit dem Planetrack-Sonnenstand-Planer siehst du vorab, zu welcher Uhrzeit welcher Standort das bessere Licht hat. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Wer heute in Klagenfurt landet

Der wichtigste Linienflug ist die Verbindung nach Wien. Austrian Airlines fliegt laut Flughafen bis zu mehrmals täglich zum Flughafen Wien und bindet Kärnten damit an das Netz der Lufthansa Group an. Welches Muster auf dem Umlauf kommt, wechselt mit dem Flugplan; für kurze Zubringerstrecken hat Austrian unter anderem Regionaljets wie die Embraer E195 in der Flotte.

Dazu kommen mehrere Städteverbindungen. Eurowings fliegt zwei- bis dreimal pro Woche zum Flughafen Köln/Bonn, laut Flughafen inzwischen ganzjährig. Ryanair ist nach ihrem Rückzug von 2013 wieder da: Laut Flughafen geht es nach London-Stansted und im Sommer bis zu fünfmal pro Woche nach Palma de Mallorca. Die Südtiroler Regionalairline SkyAlps verbindet Klagenfurt mit Rom-Fiumicino – die Strecke läuft auch im Winter – und in der Wintersaison mit dem Flughafen Hamburg. Im Sommer kommen Charterflüge hinzu, etwa mit Avanti Air im Auftrag eines Reiseveranstalters nach Paros und Skiathos.

Verkehrsart Typische Airlines (Stand Oktober 2026) Typisches Flugzeugbild
Zubringer nach Wien Austrian Airlines Regionaljets und kleinere Mittelstreckenjets
Städteverbindungen Eurowings, SkyAlps A320-Familie, Turboprops
Low-Cost Ryanair Boeing 737
Ferienflüge Ryanair (Palma), Avanti Air Schmalrumpfjets und Turboprops, stark saisonal
Allgemeine Luftfahrt Privat- und Geschäftsflieger, Segelflug Kleinflugzeuge, Business-Jets, Segelflugzeuge
Hubschrauber ÖAMTC (Christophorus 11), Bundesheer, Polizei Rettungs-, Militär- und Polizeihubschrauber

Für Turboprop-Fans ist SkyAlps der interessanteste Gast: Die Airline ist mit der Dash 8-400 unterwegs – ein Turboprop, der im Fotoalbum eine schöne Abwechslung zu den allgegenwärtigen Jets bietet. Ryanair setzt auf ihren Strecken die Boeing 737-800 und die 737 MAX 8 ein, Eurowings Flugzeuge der A320-Familie. Wie du die verschiedenen Kurzstreckenmuster auseinanderhältst, zeigen die Beiträge A320-Familie unterscheiden und Regionaljets erkennen.

Flugpläne ändern sich in Klagenfurt besonders schnell – einzelne Strecken kommen und gehen mit dem Saisonwechsel, und bei einem so kleinen Angebot wirkt sich jede Änderung stark aus. Schau deshalb vor jedem Besuch auf die aktuelle Abflug- und Ankunftstafel des Flughafens.

Kein Turboprop entwischt dir

Mit Planetrack setzt du Airlines, Typen und Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars und bekommst einen Sichtungs-Alarm, wenn sie Klagenfurt anfliegen. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Hubschrauber, Militär und Allgemeine Luftfahrt

Weil der Linienverkehr so dünn ist, machen in Klagenfurt andere Nutzer einen großen Teil des Betriebs aus. Seit dem 1. Juli 2001 ist der Notarzthubschrauber Christophorus 11 des ÖAMTC am Flughafen stationiert und fliegt von hier aus seine Einsätze. Die Polizei unterhält am Flughafen ein eigenes Gebäude, und auch die Allgemeine Luftfahrt mit Privatpiloten, Flugschulen und Segelfliegern ist präsent.

Spannend für Militärfans: Das Bundesheer betreibt in Klagenfurt einen Hubschrauberstützpunkt. Er wurde im Mai 2011 eröffnet, Ende 2015 vorübergehend geschlossen und im April 2017 wieder in Betrieb genommen. Der Hangar bietet Platz für zwei Black Hawks – oder im Bedarfsfall für zwei Eurofighter. Regelmäßige Kampfjet-Bewegungen darfst du in Klagenfurt aber nicht erwarten; die österreichischen Eurofighter sind in Zeltweg stationiert, wo auch die AIRPOWER stattfindet. Wer Hubschrauber sicher bestimmen will, findet Hilfe im Beitrag Hubschrauber spotten.

Ein ungewöhnliches Ereignis gibt es inzwischen jedes Jahr: Beim Airport Night Run wird die Piste für einen Abend zur Laufstrecke. Im September 2026 fand die Veranstaltung bereits zum dritten Mal statt, mit weit über tausend Teilnehmenden.

Spotten in Klagenfurt: Besucherterrasse und Planung

Der einfachste Einstieg ist die Besucherterrasse im ersten Stock des Terminals. Laut Flughafen hast du von dort den besten Blick auf Vorfeld und Landebahn, geöffnet ist sie täglich während der Betriebszeiten – unter der Woche ab dem frühen Morgen bis in den späten Abend, sonntags ab 7 Uhr. Ob Gebühren oder besondere Regeln gelten, steht nicht im öffentlichen Angebot des Flughafens; frag im Zweifel direkt nach. Wie andere österreichische Terrassen im Vergleich abschneiden, zeigen die Spot-Seiten zur Besucherterrasse in Salzburg, zur Terrasse in Innsbruck und zur Besucherterrasse in Wien.

Offizielle Fotolöcher im Zaun wie am Flughafen Graz sind für Klagenfurt nicht bekannt. Wer außerhalb der Terrasse fotografieren will, sucht sich Standorte an öffentlichen Wegen rund um das Gelände – und bleibt dabei immer außerhalb von Absperrungen. Was in Österreich rechtlich gilt, fasst Planespotting in Österreich zusammen, und Tipps für saubere Bilder am Zaun gibt es unter Durch den Zaun fotografieren.

Entscheidend ist in Klagenfurt die Planung. Bei nur wenigen Linienflügen pro Tag kann ein falsch gewählter Zeitpunkt bedeuten, dass du stundenlang nur Kleinflugzeuge siehst. Umgekehrt ist es kaum möglich, eine Bewegung zu verpassen, wenn du den Flugplan kennst.

Flugplan checken

Austrian, Eurowings, Ryanair und SkyAlps kommen jeweils nur wenige Male pro Tag oder Woche. Die Ankunftstafel des Flughafens ist Pflicht.

Wind und Pistenrichtung prüfen

Westwind heißt Landungen auf der 28R mit Anflug von Osten, Ostwind Landungen auf der 10L aus Richtung Wörthersee.

Terrasse als Basis nutzen

Von der Besucherterrasse im ersten Stock siehst du Vorfeld und Piste – ideal für Abfertigung, Rollen und Starts.

Mit Bus oder S-Bahn anreisen

Die Stadtbuslinie 4 hält gegenüber der Ankunftshalle, die S-Bahn-Station Klagenfurt Annabichl liegt rund 750 Meter entfernt.

Kennzeichen mitschreiben

Bei Austrian-Umläufen und Ryanair-737 ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen später sauber auseinanderzuhalten.

Für die Bestimmung österreichischer Maschinen hilft dir der Beitrag zu den OE-Kennzeichen. Und wer verstehen will, wer im Kärntner Luftraum die Fäden zieht, liest den Überblick zu Austro Control und Skyguide – der Tower in Klagenfurt wird von der Austro Control betrieben und ist direkt an das Terminal angebaut.

Klein heißt nicht regellos

Auch an einem ruhigen Flughafen gelten Absperrungen, Sicherheitsbereiche und Anweisungen von Sicherheitspersonal und Polizei ausnahmslos. Drohnen haben in der Nähe des Flughafens nichts verloren; die Regeln stehen im Beitrag Drohne fliegen in Österreich.

Anreise: stadtnah und gut erreichbar

Ein großer Vorteil von Klagenfurt ist die Lage. Der Flughafen liegt nur rund vier Kilometer nördlich der Innenstadt und ist auf mehreren Wegen erreichbar. Die Stadtbuslinie 4 verbindet ihn mit Zentrum und Hauptbahnhof, die Haltestelle liegt gegenüber der Ankunftshalle. Mit der S-Bahn fährst du bis Klagenfurt Annabichl und gehst von dort rund 750 Meter zu Fuß. Mit dem Auto erreichst du den Flughafen über eine eigene Anschlussstelle an der Südautobahn A2; Parkplätze bietet der Flughafen direkt am Terminal an. Und weil das Gelände flach ist, kommst du aus der Stadt auch bequem mit dem Fahrrad hin.

Klagenfurt passt zu dir, wenn …

  • du ganz ohne Gedränge spotten willst
  • du gezielt SkyAlps-Turboprops oder Austrian-Umläufe sammelst
  • du einen Kärnten-Urlaub mit ein paar Stunden am Flughafen verbinden willst

Bedingt geeignet, wenn …

  • du nur im Winter Zeit hast und mit einem dünneren Flugplan rechnen musst
  • du Militär erwartest – Hubschrauber ja, Kampfjets kaum

Eher woanders, wenn …

  • du Großraumflugzeuge und Langstrecke sehen willst
  • du viele Bewegungen pro Stunde brauchst

Klagenfurt im Vergleich

Innerhalb Österreichs spielt Klagenfurt in der kleinsten Liga der Verkehrsflughäfen. Der Flughafen Wien ist Drehkreuz von Austrian und bietet Langstrecke, der Flughafen Graz hat ein Vielfaches an Passagieren und offizielle Fotolöcher im Zaun. Der Flughafen Salzburg lebt stark vom Winter-Charterverkehr, der Flughafen Innsbruck bietet anspruchsvolle Anflüge zwischen den Bergen, und der Flughafen Linz wird von Fracht geprägt.

Spannend ist auch der Blick über die Grenze. Der Flughafen Ljubljana liegt nicht weit entfernt, und schon in den 1920er-Jahren flogen Linienmaschinen von Klagenfurt nach Laibach und Venedig – heute ist der Flughafen Venedig ebenfalls gut erreichbar. Wer eine Spottertour durch den Alpen-Adria-Raum plant, kann mehrere dieser Plätze kombinieren. Und für noch mehr österreichische Luftfahrtgeschichte lohnt ein Abstecher ins Aviaticum in Wiener Neustadt.

Jede Sichtung zählt

Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte mit Bewertungen und Community-Fotos, Wetter, Wind und Pisten am Flughafen – das alles bündelt Planetrack in einer App. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Fazit

Der Flughafen Klagenfurt ist ein kleiner Platz mit großer Geschichte. Vom Militärflugfeld 1914 über die frühen Linien nach Venedig und Laibach, den Low-Cost-Boom der 2000er und den tiefen Fall danach bis zur Privatisierung an die Lilihill-Gruppe und dem Rückkauf durch Land und Stadt hat Klagenfurt mehr erlebt als manch größerer Flughafen. Heute bestimmen ein Austrian-Zubringer nach Wien, eine Handvoll Städteverbindungen und saisonale Ferienflüge das Bild, ergänzt durch Hubschrauber und Allgemeine Luftfahrt.

Für Spotter ist Klagenfurt kein Ziel für große Mengen, aber für ruhige, gut planbare Stunden mit Bergen im Hintergrund. Die Besucherterrasse liefert den Überblick, Bus und S-Bahn bringen dich schnell hin. Wer Flugplan, Wind und Licht vorher klärt, verpasst hier keine einzige Bewegung.

Kurzfazit

KLU ist Kärntens Verkehrsflughafen mit einer 2.720-Meter-Piste, einer bewegten Eigentümergeschichte und einem kleinen, aber bunten Flugplan. Nutze die Besucherterrasse und plane nach Flugplan und Pistenrichtung – sonst wartest du lange.

Zusammenfassung

  • Klagenfurt ist einer der kleinsten Verkehrsflughäfen Österreichs: wenige Linienflüge, viel Allgemeine Luftfahrt und Hubschrauberbetrieb.
  • Die Geschichte reicht bis 1914 zurück – vom Militärflugfeld über die frühen Linien nach Venedig und Laibach bis zum Low-Cost-Boom der 2000er.
  • Die Teilprivatisierung an die Lilihill-Gruppe 2018 endete nach jahrelangem Streit mit dem Rückkauf der Mehrheit durch Land und Stadt.
  • Für Spotter zählen Planung und Geduld: Flugplan prüfen, Betriebsrichtung beachten und die Besucherterrasse nutzen.

Häufige Fragen

Was sind die Codes des Flughafens Klagenfurt?

Der IATA-Code ist KLU, der ICAO-Code LOWK. KLU steht auf Bordkarten und Gepäckanhängern, LOWK verwenden Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.

Wem gehört der Flughafen Klagenfurt?

Betreiber ist die Kärntner Flughafen Betriebsgesellschaft m.b.H. Laut Flughafen-Website hält die Kärntner Beteiligungsverwaltung des Landes 80 Prozent, die Stadt Klagenfurt 20 Prozent. Von 2018 bis 2023 lag die Mehrheit bei der privaten Lilihill-Gruppe, bevor Land und Stadt eine Rückkaufoption zogen. Die Eigentümerstruktur war in den letzten Jahren mehrfach in Bewegung – für den aktuellen Stand lohnt ein Blick ins Firmenbuch.

Wie viele Pisten hat der Flughafen Klagenfurt?

Eine befestigte Hauptpiste, die 10L/28R mit 2.720 Metern Länge und 45 Metern Breite. Daneben gibt es eine 710 Meter lange Graspiste (10R/28L) für Sichtflüge, ein Segelflug-Landefeld und einen Heliport.

Welche Airlines fliegen ab Klagenfurt?

Laut Flughafen-Website (Stand Oktober 2026) fliegen Austrian Airlines nach Wien, Eurowings nach Köln/Bonn, Ryanair nach London-Stansted und saisonal nach Palma de Mallorca, SkyAlps nach Hamburg und Rom sowie Avanti Air im Auftrag eines Reiseveranstalters auf griechische Inseln. Der Flugplan ändert sich oft – prüf vor dem Besuch die aktuelle Übersicht.

Kann man am Flughafen Klagenfurt spotten?

Ja. Im ersten Stock des Terminals gibt es eine Besucherterrasse, die laut Flughafen den besten Blick auf Vorfeld und Piste bietet und während der Betriebszeiten geöffnet ist. Ob Gebühren oder besondere Regeln gelten, erfährst du direkt beim Flughafen.

Wie komme ich ohne Auto zum Flughafen Klagenfurt?

Die Stadtbuslinie 4 hält gegenüber der Ankunftshalle und fährt in die Innenstadt und zum Hauptbahnhof. Alternativ nimmst du die S-Bahn bis Klagenfurt Annabichl; von dort sind es rund 750 Meter zu Fuß zum Terminal.

Warum ist der Flughafen Klagenfurt so klein geworden?

Mitte der 2000er-Jahre profitierte Klagenfurt stark von Low-Cost-Airlines und erreichte 2005 rund 522.000 Passagiere. Danach zogen sich mehrere Gesellschaften zurück, darunter Ryanair 2013, und die Zahlen sanken deutlich. Hinzu kamen die Pandemie und der Streit um die Privatisierung. 2025 lag der Flughafen bei rund 175.000 Passagieren.

Sichtungen rund um Flughafen Klagenfurt sammeln

Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

Typische Flugzeuge

Spotting-Spots rund um Flughafen Klagenfurt

Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

Weitere Einträge

Passende Guides aus dem Blog

PT

Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

← Alle Flughäfen