Das Wichtigste in Kürze
- XL Airways France ist eine historische französische Ferienairline mit Basis in Paris-Charles de Gaulle, aktiv von 1995 bis 2019.
- Codes: IATA SE, ICAO XLF (bis 2012 SEU), Rufzeichen „STARWAY“.
- Drei Namen: Star Europe, Star Airlines und ab November 2006 XL Airways – der Name kam von der britischen XL Leisure Group.
- Vom Charter zur Langstrecke: 2016 gab XL die Mittelstrecke auf und flog danach nur noch Airbus A330 in die Karibik, in die USA und nach La Réunion.
- Aus im Herbst 2019: Insolvenzantrag am 19. September, Flugstopp Ende September, Liquidation am 4. Oktober 2019.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | SE |
|---|---|
| ICAO-Code | XLF |
| Rufzeichen | STARWAY |
| Drehkreuze | CDG |
| Status | Historisch – Flugbetrieb Ende September 2019 eingestellt, Liquidation am 4. Oktober 2019 |
| Geschäftsmodell | Ferienflieger mit Charterverkehr für Reiseveranstalter, ab 2012 zunehmend Low-Cost-Linienflüge auf der Langstrecke |
| Gegründet | August 1995 von Cédric Pastour als Star Europe, erster Flug im Dezember 1995 |
| Namen | Star Europe (1995), Star Airlines (ab 1997), XL Airways France (ab November 2006) |
| Sitz und Basis | Tremblay-en-France auf dem Gelände von Paris-Charles de Gaulle (CDG) |
| Eigentümer im Wandel | Look Voyages (bis 2005), XL Leisure Group, ab 2008 Straumur Investment Bank, ab 2016 Dreamjet Participations (Holding von La Compagnie) |
| Flotte zuletzt | Airbus A330-200 und A330-300, zwei A330-900 bestellt, aber nie ausgeliefert |
| Frühere Typen | Boeing 737-300, -400 und -800, Airbus A320, gemietete A310, A330-300 und A340-300 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich XL Airways France?
- Schriftzug „XL Airways“ bzw. das Kürzel „XL“ am Rumpf
- Zuletzt fast immer ein Airbus A330 – zweistrahlig, ohne Mittelfahrwerk
- Französisches Kennzeichen mit F-, etwa F-HXXL, F-HXLF, F-GSEU oder F-GRSQ
- Vor 2006 trugen die Flugzeuge den Namen Star Airlines, bis 2016 flogen auch Boeing 737-800
- Saisonal auch ein gemieteter A330 mit portugiesischem CS--Kennzeichen im Einsatz
- Heute nur noch auf historischen Fotos zu sehen
Wer zwischen 2012 und 2019 in Paris-Charles de Gaulle am Zaun stand, kennt das Bild: ein Airbus A330 mit dem großen Kürzel „XL“, unterwegs nach Pointe-à-Pitre, Punta Cana oder New York. XL Airways France war einer der französischen Ferienflieger, die günstig auf die Langstrecke wollten – und einer der Namen, die im Herbst 2019 vom Himmel verschwanden. Hier erfährst du, wie aus Star Europe XL Airways wurde, was die Flotte ausmachte, woran du XL auf alten Fotos erkennst und wie die Geschichte endete.
Historische Airline
XL Airways France stellte Ende September 2019 den Flugbetrieb ein und wurde am 4. Oktober 2019 liquidiert. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Airline. Nicht verwechseln mit der britischen XL Airways (ex Excel Airways), die bereits 2008 aufgab.
XL Airways France im Überblick
XL Airways France war eine französische Ferienairline mit Sitz in Tremblay-en-France, direkt auf dem Gelände des Flughafens Paris-Charles de Gaulle. Dort lag auch die Basis. Gegründet wurde die Gesellschaft im August 1995 von Cédric Pastour unter dem Namen Star Europe; der Firmenname dahinter, Société de Transport Aérien Régional, ergab das Kürzel STAR. Der erste Flug folgte im Dezember 1995.
Über fast ein Vierteljahrhundert wandelte sich das Profil deutlich. In den ersten Jahren flog die Airline vor allem Charterflüge für Reiseveranstalter, darunter große französische Namen wie Club Med, Jet Tours, Kuoni oder Nouvelles Frontières. Ab 2012 rückten Low-Cost-Linienflüge auf der Langstrecke in den Mittelpunkt, und ab 2016 war XL eine reine Langstrecken-Airline mit Airbus A330.
Die Airline war nach dem IATA-Sicherheitsstandard IOSA zertifiziert und wurde im Juli 2018 bei den Skytrax World Airline Awards als beste Ferienairline Frankreichs ausgezeichnet – gut ein Jahr vor dem Aus.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code SE: stand vor den Flugnummern und auf den Tickets. Er stammt aus der Star-Europe-Zeit und blieb bis zum Schluss erhalten.
- ICAO-Code SEU, ab 2012 XLF: Im Zuge der Neuausrichtung 2012 wechselte der ICAO-Code von SEU auf XLF, passend zum Markennamen.
- Rufzeichen STARWAY: Auch das Funkrufzeichen erinnerte bis zuletzt an den Ursprung als Star Europe und Star Airlines.
Dass Codes und Rufzeichen nach einer Umbenennung nicht immer mitwandern, ist typisch. Auf alten Flugplänen mit SE-Flugnummer kann also sowohl Star Airlines als auch XL Airways stehen – entscheidend ist das Datum. Wie IATA- und ICAO-Codes vergeben werden, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes.
Französische Ferienflieger im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – und baust dir eine Sammlung auf, in der auch Archivfotos verschwundener Airlines ihren Platz haben. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Von Star Europe zu XL Airways
Star Europe und Star Airlines
Die Anfänge waren bescheiden. Star Europe startete mit einer Boeing 737-300, kurz darauf kamen zwei 737-400 dazu, die die Airline später an Jet Airways verkaufte. Der erste Firmensitz lag in Noisy-le-Grand östlich von Paris – auch weil damals noch nicht entschieden war, ob die Airline von Charles de Gaulle oder von Orly aus fliegen würde.
Im Oktober 1997 wurde aus Star Europe Star Airlines. Der Grund für den Namenswechsel war laut französischer Darstellung die Verwechslungsgefahr mit Eurostar, dem Zug durch den Kanaltunnel. Ab 1997 flog die Airline den Airbus A320, der zum Arbeitspferd auf der Mittelstrecke wurde. Hauptaktionär war bis 2005 der Veranstalter Look Voyages, der zu jener Zeit zur Transat-Gruppe gehörte – also zum Umfeld der kanadischen Air Transat.
Teil der XL Leisure Group
Ab etwa 2005 war die britische XL Leisure Group Hauptaktionär. Zur Gruppe gehörten die britische XL Airways, die bis 2006 Excel Airways hieß, und eine deutsche Schwester. Im November 2006 vereinheitlichte die Gruppe ihre Marken: Aus Star Airlines wurde XL Airways France. 2007 tauchte erstmals eine Boeing 737-800 in der Flotte auf, zunächst von XL Airways Germany gemietet.
Am 12. September 2008 brach die XL Leisure Group zusammen – eine der größten Pleiten eines britischen Reisekonzerns. Die französische Airline war davon nicht direkt betroffen: Die isländische Straumur Investment Bank übernahm das gesamte Kapital, und XL Airways France flog weiter.
1995–1997: Star Europe
Gründung im August 1995, erster Flug im Dezember. Start mit Boeing 737-300 und 737-400 im Charterverkehr.
1997–2006: Star Airlines
Neuer Name, Airbus A320 auf der Mittelstrecke, Hauptaktionär bis 2005 Look Voyages, danach die XL Leisure Group.
2006–2016: XL Airways France
Markenwechsel im November 2006, nach der XL-Pleite 2008 Eigentümer Straumur, ab 2012 Kurs auf günstige Langstrecke mit A330.
2016–2019: Langstrecke pur
Ende der Mittelstrecke, Gruppe mit La Compagnie unter Dreamjet Participations, A330-900 bestellt. Im Herbst 2019 Insolvenz und Liquidation.
Der Weg auf die Langstrecke
Schon 2009 bot XL Flüge von Paris-CDG nach New York an. In den Wintersaisons rund um 2010 und 2011 reichte das Programm von der Karibik über Südamerika bis nach Asien: Ziele wie Punta Cana, Cancún, die Malediven, Phuket, Kap Verde, Dallas, Sainte-Lucie, Porlamar in Venezuela oder Salvador da Bahia in Brasilien standen im Plan, 2011 kamen Kenia sowie Sommerflüge nach New York und Las Vegas hinzu. Dafür brauchte XL Großraumflugzeuge – teils eigene, teils kurzfristig gemietete.
Im November 2012 übernahm die Holding X-Air Aviation, unterstützt vom Investor Beachside Capital, den Anteil von Straumur. Damit änderte sich die Strategie: weg vom reinen Charter, hin zu günstigen Linienflügen auf der Langstrecke. Am 30. November 2012 kam der Airbus A330-300 F-HXLF und flog zunächst auf die Antillen. Ab Mai 2013 verband XL außerdem Marseille direkt mit New York.
2014 stritt die Airline mit ihrem Eigentümer um eine offene Forderung von mehr als 20 Millionen Euro. Am Ende sprach ein Gericht der Gesellschaft das Recht zu, die Aktien zurückzuholen – XL hielt danach vorübergehend 100 Prozent des eigenen Kapitals.
2016: Abschied von der Mittelstrecke
2016 zog XL einen klaren Strich. Auf der Mittelstrecke waren Low-Cost-Airlines und Charterkonkurrenz stark, dazu brach die Nachfrage nach Zielen in Tunesien, Ägypten und der Türkei nach Terroranschlägen ein. Die Airline gab die Mittelstrecke auf, im Dezember 2016 verließ die letzte Boeing 737 die Flotte.
Im selben Monat übernahm Dreamjet Participations, die Holding der Business-Class-Airline La Compagnie, die XL-Gruppe. Beide Airlines blieben eigenständig, wurden aber als gemeinsame französische Langstrecken-Gruppe vermarktet. Nach der Fusion umfasste die Gruppe sechs Flugzeuge: vier A330 von XL und zwei Boeing 757 von La Compagnie.
Das Streckennetz zuletzt
Im letzten Betriebsjahr bediente XL rund 16 Ziele. Herzstück blieben die Strecken in die französischen Überseegebiete und in die Karibik, ergänzt um die USA:
| Region | Ziele (Auswahl, Stand 2019) | Hinweis |
|---|---|---|
| Frankreich (Festland) | Paris-CDG (Basis), Lyon, Marseille, Nantes | Abflüge in die Ferienziele |
| Überseegebiete | Pointe-à-Pitre, Fort-de-France, Saint-Denis (La Réunion) | Starke Konkurrenz durch Air France, Corsair und Air Caraïbes |
| USA | New York-Newark, Los Angeles, San Francisco, Miami | Teils nur saisonal |
| Karibik und Mexiko | Punta Cana, Cancún, Varadero, Havanna | Klassische Ferienziele |
| Weitere | Tel Aviv, Jinan (China) | Tel Aviv saisonal |
Auf den Antillen- und Réunion-Strecken traf XL auf einen dichten Markt: Corsair, Air Caraïbes und ihre Schwester French bee sowie Air Austral flogen dieselben Ziele. Wie sich Charter- und Linienverkehr unterscheiden und warum Ferienflieger zwischen beiden Welten wechseln, erklärt Charterflug und Linienflug.
Die Flotte: von der 737 zum A330
XL Airways France flog in ihrer Geschichte vor allem Muster von Boeing und Airbus, ergänzt um viele kurzfristig gemietete Maschinen für die Hochsaison. Die Übersicht stützt sich auf die verfügbaren Flottenlisten:
| Typ | Zeitraum | Einsatz und Hinweis |
|---|---|---|
| Boeing 737-300 | 1995–1996 | Erstes Flugzeug von Star Europe |
| Boeing 737-400 | 1996–1997 | Zwei Exemplare, danach an Jet Airways verkauft |
| Airbus A320 | 1997–2013 | Mittelstrecke, im Lauf der Jahre elf Exemplare |
| Boeing 737-800 | 2007–2016 | Mittelstrecke, zunächst von XL Airways Germany gemietet |
| Airbus A310-300 | 2005–2006 | Ein Exemplar von Air Atlanta Icelandic gemietet |
| Airbus A330-300 | 2010–2019 | Erst gemietet, ab 2012 F-HXLF in der eigenen Flotte |
| Airbus A340-300 | 2014 | Kurzzeitig von Hi Fly gemietet |
| Airbus A330-200 | bis 2019 | Rückgrat der letzten Jahre, drei Exemplare |
| Airbus A330-900 | – | Zwei im Januar 2019 bestellt, nie ausgeliefert |
A330: das Gesicht der letzten Jahre
Im August 2018 bestand die Flotte aus vier Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von gut elf Jahren: drei Airbus A330-200 mit den Kennzeichen F-GRSQ, F-GSEU und F-HXXL sowie dem A330-300 F-HXLF. In der Hochsaison mietete XL zusätzlich einen A330-200 der portugiesischen Hi Fly mit dem Kennzeichen CS-TQP an. Die Kabinen waren auf viele Sitze ausgelegt: in der Economy überwiegend in 3-3-3-Anordnung, in einigen hinteren Reihen 2-3-2. Auf der Langstrecke gab es eine warme Mahlzeit ohne Aufpreis, Unterhaltung lief über Bildschirme an der Decke und ein Streamingportal an Bord.
Die -200 erkennst du am kürzeren Rumpf, die -300 ist deutlich gestreckt. Beide sind zweistrahlig – wer XL-Bilder mit vier Triebwerken findet, hat den kurzzeitig gemieteten A340 vor sich. Wie du A330 und A340 sicher auseinanderhältst, zeigt A330 oder A340?. Hersteller beider Typen ist Airbus.
Die nie ausgelieferten A330neo
Im Januar 2019 bestellte XL zwei Airbus A330-900, die 2020 kommen sollten. Mit der Liquidation im Herbst 2019 war dieser Plan erledigt; ein XL-A330neo hat den Betrieb nie aufgenommen. Wer also ein Bild einer A330-900 in XL-Farben sieht, hat ein Rendering vor sich, kein Spotterfoto.
Mietflugzeuge als Spotter-Falle
Weil XL Kapazität gern saisonal zumietete, tauchen auf alten Fotos Flugzeuge mit fremden Kennzeichen auf: der A310 von Air Atlanta Icelandic mit isländischem TF-Kennzeichen, A330-300 spanischer und portugiesischer Ferienairlines oder der A340 von Hi Fly. Solche Einsätze laufen oft als Wet-Lease, also mit fremder Crew – mehr dazu in Wet-Lease erklärt.
A330 auf der Wunschliste
Setz Typen wie die A330-200 oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste – Planetrack benachrichtigt dich, wenn ein passendes Flugzeug in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Das Ende im Herbst 2019
Der Sommer 2019 war für französische Airlines hart. Wenige Wochen vor XL war bereits Aigle Azur zusammengebrochen, und in Großbritannien ging Ende September Thomas Cook Airlines unter. Bei XL nannte das Unternehmen große finanzielle Schwierigkeiten als Grund; dazu kamen starker Wettbewerb auf den Ferienstrecken und eine sehr kleine Flotte.
Die Chronologie verlief schnell:
- 19. September 2019: XL beantragt ein gerichtliches Sanierungsverfahren und stoppt sofort den Ticketverkauf.
- 23. September 2019: Das Handelsgericht in Bobigny eröffnet das Verfahren und gibt den Aktionären wenige Tage Zeit.
- Ende September 2019: Alle Flüge werden eingestellt, die A330 bleiben am Boden.
- 4. Oktober 2019: Das Gericht ordnet die Liquidation an. Das einzige förmliche Angebot – es hätte zwei Flugzeuge und knapp die Hälfte der rund 570 Beschäftigten übernommen – reichte dem Gericht nicht aus.
Im Januar 2020 wurden die verbliebenen Vermögenswerte versteigert, darunter Markenname und Internetdomains. Eine Neugründung unter dem Namen XL Airways France folgte daraus nicht. Mehr zu den großen Zusammenbrüchen der Branche liest du im Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.
Welcher Name, welches Jahr?
Für die Zuordnung alter Fotos hilft eine grobe Regel: 1995 bis 1997 Star Europe, 1997 bis November 2006 Star Airlines, danach XL Airways France bis September 2019. Nach Namenswechseln fliegen Flugzeuge oft eine Weile mit Elementen beider Marken – mehr dazu unter Hybrid- und Mischlackierungen erkennen.
Woran du XL Airways France erkennst
Live begegnet dir XL nicht mehr, auf Fotos der 2000er- und 2010er-Jahre aber regelmäßig. Diese Merkmale helfen beim Zuordnen:
Spricht für XL Airways France
- Schriftzug „XL Airways“ oder großes „XL“ am Rumpf
- A330 oder 737-800 mit französischem F-Kennzeichen
- Kennzeichen wie F-HXXL, F-HXLF, F-GSEU oder F-GRSQ
- Aufnahme aus Paris-CDG, Lyon, Marseille, den Antillen oder La Réunion
Spricht dagegen
- Britisches G-Kennzeichen – dann eher die britische XL Airways
- Deutsches D-Kennzeichen – dann XL Airways Germany
- Aufnahme nach Oktober 2019 – dann fliegt die Maschine bereits für einen anderen Betreiber
Das sicherste Merkmal ist wie so oft das Kennzeichen. Weil drei Airlines unter dem Namen XL flogen, verrät erst das Länderpräfix, welche Gesellschaft gemeint ist. Mit dem Kennzeichen kannst du außerdem nachverfolgen, wo eine Maschine vorher und nachher flog. Grundlagen dazu liefert der Artikel Flugzeugkennzeichen verstehen.
Achtung Verwechslung
Den A330 in Paris flogen um 2019 viele Ferien- und Langstreckenairlines: Corsair, Air Caraïbes, Air Transat und auch Air France. Achte auf Schriftzug und Kennzeichen, bevor du ein Foto als XL einordnest.
XL heute: Spuren für Spotter
Die Airline ist verschwunden, ihre Strecken haben andere übernommen. In die Karibik und nach La Réunion fliegen heute vor allem Air France, Corsair, Air Caraïbes, French bee und Air Austral. Den Typ A330 siehst du in Paris dagegen weiterhin täglich – wer die Spots rund um CDG kennen will, findet sie im Guide Planespotting in Paris-Charles de Gaulle. Bevor du in Frankreich fotografierst, lies den Artikel zum Fotografieren an französischen Flughäfen.
Gute Chancen auf XL-Material, wenn …
- du Fotoarchive aus Paris-CDG zwischen 2006 und 2019 durchsuchst
- du Urlaubsfotos aus den Antillen, Réunion oder der Dominikanischen Republik jener Zeit hast
- du nach den Kennzeichen der letzten A330 suchst
Keine Chance, wenn …
- du XL live am Zaun erwischen willst – der Flugbetrieb endete im September 2019
Häufige Verwechslungen
- XL Airways France mit der britischen XL Airways gleichsetzen – getrennte Gesellschaften, die britische ging 2008 unter, die französische flog bis 2019.
- SE für einen französischen Ländercode halten – SE ist der IATA-Code der Airline, abgeleitet von Star Europe.
- XLF auf alten Flugplänen erwarten – bis 2012 lautete der ICAO-Code SEU.
- XL und La Compagnie verwechseln – beide gehörten ab 2016 zur selben Holding, La Compagnie flog aber Business Class mit Boeing 757 und später A321neo.
- A340-Fotos als XL-Flotte werten – der A340 war nur kurz von Hi Fly gemietet.
Archivfunde mit der Community teilen
Poste deine Fotos von A330, A320 oder 737-800 mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, tausch dich in der Community mit anderen Fans französischer Ferienflieger aus und behalte deine Sammlung im Hangar im Blick. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
XL Airways France war fast 25 Jahre lang ein fester Bestandteil des französischen Ferienmarkts. Aus der kleinen Charterairline Star Europe mit Boeing 737 wurde über Star Airlines und die britische XL-Gruppe ein Langstrecken-Ferienflieger mit A330, der Paris mit Antillen, Réunion, Karibik und den USA verband. Wechselnde Eigentümer, ein harter Wettbewerb und eine kleine Flotte machten die Airline verwundbar – im Herbst 2019 war Schluss. Für Spotter bleibt XL ein gut dokumentiertes Kapitel, das du über Kennzeichen und Typ sicher zuordnen kannst.
Kurzfazit
XL Airways France (IATA SE, ICAO XLF) war eine historische französische Ferienairline mit Basis Paris-CDG, aktiv von 1995 bis 2019. Bekannt ist sie für ihre A330 in Karibik, Überseegebiete und USA. Nicht mit der britischen XL Airways verwechseln – das F-Kennzeichen entscheidet.
Zusammenfassung
- XL Airways France begann als kleine Charterairline mit Boeing 737 und wurde zu einem Langstrecken-Ferienflieger, der Paris mit Antillen, Réunion, Karibik und US-Zielen verband.
- Die Eigentümer wechselten oft: Veranstalter Look Voyages, die britische XL Leisure Group, die isländische Bank Straumur und zuletzt Dreamjet Participations, die Holding von La Compagnie.
- Die britische Schwester XL Airways UK ging schon 2008 unter, die französische Gesellschaft war davon nicht direkt betroffen und flog noch elf Jahre weiter.
- Live spotten kannst du XL nicht mehr – aber Fotos aus CDG und den Feriendestinationen lassen sich über Kennzeichen und Typ gut zuordnen.
Häufige Fragen
Gibt es XL Airways France heute noch?
Nein. Am 19. September 2019 beantragte die Airline ein Sanierungsverfahren und stoppte sofort den Ticketverkauf. Ende September blieben die Flugzeuge am Boden, am 4. Oktober 2019 ordnete das Handelsgericht in Bobigny die Liquidation an, weil kein tragfähiges Übernahmeangebot vorlag.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte XL Airways France?
Der IATA-Code war SE, ein Erbe aus den Star-Europe-Jahren. Als ICAO-Code nutzte die Airline bis 2012 SEU, danach XLF. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen „STARWAY“.
Was hat XL Airways France mit XL Airways aus Großbritannien zu tun?
Beide gehörten ab Mitte der 2000er-Jahre zur britischen XL Leisure Group, daher der gemeinsame Name. Es waren aber getrennte Gesellschaften mit eigenen Codes und Kennzeichen. Als die XL Leisure Group im September 2008 zusammenbrach, ging die französische Airline an die isländische Bank Straumur und flog weiter.
Welche Flugzeuge flog XL Airways France?
Am Anfang Boeing 737-300 und 737-400, dann über viele Jahre Airbus A320 und ab 2007 Boeing 737-800. In den letzten Jahren war XL eine reine Airbus-A330-Airline: Im August 2018 bestand die Flotte aus drei A330-200 und einem A330-300, in der Hochsaison kam ein gemieteter A330 dazu. Zwei im Januar 2019 bestellte A330-900 wurden nie ausgeliefert.
Wohin flog XL Airways France?
Zuletzt vor allem auf der Langstrecke: in die Überseegebiete nach Guadeloupe, Martinique und La Réunion, in die Karibik und nach Mexiko (Punta Cana, Cancún, Varadero), in die USA (New York, Los Angeles, San Francisco, Miami) sowie nach Tel Aviv. Neben Paris-CDG gab es Abflüge ab Lyon und Marseille.
Wer stand hinter XL Airways France zuletzt?
Seit Dezember 2016 gehörte XL zu Dreamjet Participations, der Holding der Business-Class-Airline La Compagnie. Beide Gesellschaften wurden als Gruppe geführt, blieben aber eigenständige Airlines mit eigenem Flugbetrieb.
Was wurde aus dem Namen XL Airways?
Bei der Versteigerung der restlichen Vermögenswerte im Januar 2020 wurden auch die Markenrechte und Domains verkauft. Eine neue Airline unter dem Namen XL Airways France ist daraus nicht hervorgegangen.
XL Airways France im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Airbus A330-200
Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A330-300
Langer Rumpf, zwei Triebwerke, aufgesetzte Winglets: Die A330-300 ist seit über 30 Jahren ein Arbeitstier der Langstrecke. So erkennst du sie und grenzt sie von ihren Geschwistern ab.
FlugzeugtypAirbus A330-900neo
Klassischer A330-Rumpf, aber mit Sharklets, schwarzer Cockpit-Maske und deutlich größeren Triebwerken: Die A330-900neo ist die Neuauflage eines Langstrecken-Klassikers. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737-400
Drei Meter länger als die -300, zwei Notausgänge über dem Flügel und ein Hecksporn unter dem Heck: Die 737-400 war Boeings Antwort auf volle Ferienflieger. Hier liest du, wie sie entstand, wer sie in Europa flog und wo du sie heute als Frachter triffst.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypAirbus A310
Kurz, bullig, mit kleinen Zäunen an den Flügelspitzen: Die A310 war Airbus’ zweiter Großraumjet und lange in Deutschland zu Hause. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst und findest du sie.
Weitere Airlines
XL Airways
Historischer britischer Ferienflieger (1994–2008) mit Sitz in Crawley bei Gatwick: Aus Sabre Airways wurde 2001 Excel Airways und 2006 XL Airways. Mit Boeing 737-800, 757, 767 und A330 flog sie Pauschalurlauber ans Mittelmeer und in die Karibik, bis die XL Leisure Group am 12. September 2008 zusammenbrach.
NetzwerkLa Compagnie
Französische Boutique-Airline nur mit Business Class: zwei Airbus A321neo, Basis Paris-Orly, Drehscheibe Newark und Strecken nach Paris, Mailand, Nizza und ab 2027 Düsseldorf.
FerienfliegerCorsair
Französische Langstrecken-Airline mit Basis Paris-Orly: Corsair fliegt mit einer einheitlichen Airbus-A330neo-Flotte in die Antillen, in den Indischen Ozean und nach Westafrika.
NetzwerkAir Caraïbes
Die Airline der französischen Antillen: Sitz auf Guadeloupe, Langstrecke ab Paris-Orly mit Airbus A350 und A330, ein ATR-Netz zwischen den Inseln – und French Bee als Schwester im selben Konzern.
Low-CostFrench bee
Die französische Low-Cost-Airline für die Langstrecke: 2016 als French Blue gestartet, heute mit einer kleinen, reinen Airbus-A350-Flotte ab Paris-Orly nach La Réunion, Nordamerika und Tahiti unterwegs.
NetzwerkAigle Azur
Historische französische Airline aus Paris-Orly: 1946 gegründet, ab 1970 als Lucas Aviation neu aufgestellt und ab 2001 unter dem Namen Aigle Azur vor allem nach Algerien und Portugal unterwegs – bis zur Insolvenz im September 2019.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Paris-Charles de Gaulle
Größter Flughafen der EU und Heimat von Air France: vier Ost-West-Bahnen in zwei Paaren, ein riesiges Terminal 2, das FedEx-Drehkreuz für Europa – und ein Spotter-Umfeld, das ohne Genehmigung, Auto und gute Vorbereitung schnell frustriert.
FlughafenFlughafen Lyon-Saint Exupéry
Frankreichs fünftgrößter Flughafen liegt in der Ebene östlich von Lyon: zwei Nord-Süd-Bahnen, ein TGV-Bahnhof von Santiago Calatrava, viel Low-Cost- und Nordafrika-Verkehr – und ein Flugplan, der vom Regionaljet bis zum Großraumflugzeug aus Dubai reicht.
FlughafenFlughafen Marseille Provence
Südfrankreichs Tor zum Mittelmeer liegt in Marignane am Ufer des Étang de Berre: zwei Parallelbahnen, ein neues Terminal 1, eine starke Low-Cost-Basis – und gleich nebenan der Hauptsitz von Airbus Helicopters mit Hubschraubern im Testbetrieb.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
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