Das Wichtigste in Kürze
- Die Caravelle ist Frankreichs erster Strahlverkehrsjet: Erstflug 1955 in Toulouse, Liniendienst ab 1959 bei SAS und Air France.
- Hecktriebwerks-Pionier: Als erster Serien-Jetliner mit zwei Triebwerken am Heck prägte sie eine ganze Generation von Kurzstreckenjets.
- Schnellster Erkennungsweg: dreieckige Kabinenfenster plus Kreuzleitwerk – beides hat weder DC-9 noch One-Eleven.
- 282 Exemplare entstanden bis 1972, von der Caravelle I mit rund 80 Sitzen bis zur gestreckten Caravelle 12 mit bis zu 140.
- Heute ein Museumsflugzeug: Gut erhaltene Exemplare stehen unter anderem in Le Bourget, Toulouse, Brüssel, Linköping und Tucson.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Sud Aviation Caravelle?
- 2.Von der Ausschreibung zum ersten französischen Jetliner
- 3.Der Liniendienst: SAS vor Air France
- 4.Die Versionen im Überblick
- 5.Die Erkennungsmerkmale im Detail
- 6.Caravelle, One-Eleven, DC-9 oder Tu-134?
- 7.Das Ende einer Ära
- 8.Wo du die Caravelle heute siehst
- 9.Fototipps für Museums-Caravelles
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | SNCASE, ab 1957 Sud Aviation (1970 in Aérospatiale aufgegangen) |
|---|---|
| Projektbezeichnung | SE 210 |
| Erstflug | 27. Mai 1955 in Toulouse (Prototyp F-WHHH) |
| Erster Passagierflug | 26. April 1959 bei SAS |
| Triebwerke | 2 × Rolls-Royce Avon (Serien I bis VI) bzw. 2 × Pratt & Whitney JT8D (Serien 10 bis 12), alle am Heck |
| Länge | 32,01 m (Serien I bis VI), bis 36,24 m (Caravelle 12) |
| Spannweite | 34,30 m |
| Höhe | rund 8,7 m |
| Sitzplätze | rund 80 (frühe Serien) bis 140 (Caravelle 12) |
| Max. Startgewicht | rund 43,5 t (frühe Serien) bis 58 t (Caravelle 12) |
| Reisegeschwindigkeit | je nach Version rund 750 bis 845 km/h |
| Reichweite | rund 1.650 bis 3.300 km je nach Version |
| Produktion | 282 Flugzeuge (1958 bis 1972, inklusive Prototypen) |
| Status | Historisch – seit 2006 keine flugfähige Caravelle mehr |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Zwei Triebwerke seitlich am Heck – die Caravelle hat diese Anordnung bei Verkehrsjets populär gemacht
- Kabinenfenster in Form abgerundeter Dreiecke, mit der Spitze nach unten – über alle Versionen unverändert
- Kreuzleitwerk: Das Höhenleitwerk sitzt ein Stück oberhalb des Rumpfes an der Seitenflosse, nicht ganz oben wie bei einem T-Leitwerk
- Nase und Cockpitfenster im Stil der de Havilland Comet, deren Bugsektion in Lizenz übernommen wurde
- Sauberer, mäßig gepfeilter Tiefdecker-Flügel ohne Triebwerke und ohne Winglets
- Frühe Serien mit schlanken Avon-Triebwerken, die Serien 10 bis 12 mit den dickeren Gondeln des Pratt & Whitney JT8D
- Die Caravelle 12 ist mit 36,24 m deutlich gestreckter – mehr Fenster vor und hinter dem Flügel
Aktualisiert: Oktober 2026 – Zwei Triebwerke hinten am Rumpf, Fenster in der Form abgerundeter Dreiecke und eine Nase, die an die britische Comet erinnert: Steht so ein Flugzeug in einem französischen Museum, ist es sehr wahrscheinlich eine Sud Aviation Caravelle. Sie war Frankreichs erster Strahlverkehrsjet und das erste Serien-Verkehrsflugzeug mit beiden Triebwerken am Heck. Auf europäischen Kurz- und Mittelstrecken war sie in den 1960er- und 1970er-Jahren allgegenwärtig – bei Air France, SAS, Swissair, Sabena, Alitalia und vielen Ferienfliegern. Hier erfährst du, wie die Caravelle entstand, wie du die Versionen auseinanderhältst und wo du sie heute noch vor die Linse bekommst.
Ein Pionier für deinen Hangar
Mit Planetrack postest du auch Museumsbesuche mit Foto, Typ, Kennzeichen und Ort und hakst die Caravelle in deinem Hangar ab. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Sud Aviation Caravelle?
Die Caravelle ist ein zweistrahliger Schmalrumpfjet für Kurz- und Mittelstrecken aus französischer Produktion. Die beiden Triebwerke hängen seitlich am Heck, der Flügel ist frei von Gondeln, und das Höhenleitwerk sitzt ein Stück die Seitenflosse hinauf. Die frühen Serien boten rund 80 Sitze, die gestreckte Caravelle 12 bis zu 140. Projektiert wurde das Flugzeug unter der Bezeichnung SE 210 beim staatlichen Hersteller SNCASE, der 1957 in Sud Aviation aufging.
Zwischen 1958 und 1972 entstanden insgesamt 282 Caravelles, die Prototypen mitgezählt. Gemessen an amerikanischen Stückzahlen ist das bescheiden, für einen europäischen Jetliner jener Zeit war es aber ein großer Erfolg – und vor allem ein Exporterfolg bis in die USA. Sud Aviation ging 1970 in Aérospatiale auf, einem der Gründungspartner von Airbus. Viele Ingenieure, die an der Caravelle arbeiteten, prägten später den europäischen Flugzeugbau mit. Aus derselben Familie stammt übrigens auch die Concorde, die Sud Aviation gemeinsam mit BAC entwickelte.
Heute ist die Caravelle ein historisches Flugzeug. Seit 2006 gibt es keine flugfähige Maschine mehr. Eine aktive Caravelle spottest du also nicht – erhaltene Exemplare in Museen dagegen schon, und die lohnen den Weg.
Von der Ausschreibung zum ersten französischen Jetliner
Die Geschichte beginnt 1951. Die französischen Behörden schrieben ein Verkehrsflugzeug für mittlere Strecken aus, ausgelegt für rund 55 bis 65 Passagiere. SNCASE in Toulouse reichte mehrere Entwürfe ein und entschied sich am Ende für eine Lösung, die damals ungewöhnlich war: zwei Rolls-Royce-Avon-Strahltriebwerke am Heck statt unter oder in den Flügeln.
Der Vorteil lag auf der Hand. Der Flügel blieb aerodynamisch sauber und konnte voll für Auftrieb und Klappen genutzt werden. Die Kabine wurde vorn deutlich leiser, weil die Triebwerke hinter den Passagieren arbeiteten. Und bei einem Triebwerksausfall entstand kaum ein seitliches Moment, weil beide Triebwerke nah an der Rumpfmitte saßen.
Um Zeit zu sparen, übernahm SNCASE die Bugsektion mit dem Cockpit von der de Havilland Comet in Lizenz. Die Comet war der erste Strahlverkehrsjet der Welt – mehr zu ihr liest du auf der Typenseite der DH.106 Comet und im Beitrag De Havilland Comet – der erste Düsenjet. Rumpf, Flügel, Leitwerk und Systeme der Caravelle waren dagegen französische Eigenentwicklungen.
Im März 1953 begann in Toulouse die Endmontage des ersten Prototyps. Am 27. Mai 1955 hob die F-WHHH mit Pierre Nadot und André Moynet im Cockpit zum Erstflug ab. Der zweite Prototyp folgte am 6. Mai 1956. Einen großen Auftritt hatte er am 4. Juni 1958: Er flog Präsident Charles de Gaulle nach Algier. De Gaulle lobte das Flugzeug danach als „la rapide, la sûre, la douce Caravelle“ – die schnelle, sichere, sanfte Caravelle. Sud Aviation machte den Satz prompt zum Werbeslogan.
1951: Ausschreibung
Frankreich sucht ein Mittelstrecken-Verkehrsflugzeug für 55 bis 65 Passagiere. SNCASE setzt auf Strahltriebwerke am Heck.
1955: Erstflug
Am 27. Mai startet der Prototyp F-WHHH in Toulouse. Ein Jahr später folgt der zweite Prototyp.
1959: Zulassung und Liniendienst
Die Caravelle I erhält ihre Zulassung. SAS fliegt am 26. April die ersten Passagiere, Air France folgt im Mai.
1972: Produktionsende
Nach 282 Flugzeugen endet die Fertigung. Die letzten Maschinen sind gestreckte Caravelle 12.
Der Liniendienst: SAS vor Air France
Den ersten Auftrag erteilte Air France 1956, danach bestellte auch die skandinavische SAS. Den Wettlauf um den ersten Passagierflug gewann trotzdem SAS: Am 26. April 1959 startete die Caravelle bei den Skandinaviern in den Liniendienst. Air France folgte im Mai 1959 auf der Route von Paris über Rom und Athen nach Istanbul.
Danach ging es schnell. Swissair, Sabena, Alitalia, Iberia und Finnair setzten den Typ ein, ebenso zahlreiche Airlines in Südamerika, Afrika und Asien. Einen echten Coup landete Sud Aviation in den USA: United Airlines übernahm 20 Caravelle VI-R – ein französischer Jet im Liniendienst eines großen US-Carriers war damals eine Sensation.
In Frankreich wurde die Caravelle zum Rückgrat des Inlandsverkehrs. Air Inter flog 16 Maschinen der Serie III und fünf Caravelle 12. Am 9. Januar 1969 gelang Air Inter mit einer Caravelle in Paris-Orly die erste Landung mit Passagieren bei Sichtverhältnissen der Allwetter-Phase III – ein Meilenstein für Landungen bei schlechter Sicht.
Auch im deutschen Charterverkehr war die Caravelle zu Hause. Als Betreiber werden LTU, Aero Lloyd und Transeuropa genannt. Aero Lloyd startete 1981 mit drei Caravelle in den Ferienflugverkehr ab Frankfurt. In Skandinavien war Sterling Airways einer der wichtigsten Kunden und Erstbetreiber der Caravelle 12.
Alte Dias durchsehen lohnt sich
Hast du Familienfotos von Urlaubsflügen aus den 1960er- bis 1980er-Jahren? Dreieckige Fenster im Hintergrund oder zwei Triebwerke am Heck eines französisch wirkenden Jets sind ein starker Hinweis auf eine Caravelle. Mit dem Kennzeichen lässt sich die Maschine oft eindeutig zuordnen.
Die Versionen im Überblick
Die Caravelle wurde über fast zwei Jahrzehnte weiterentwickelt. Grob lassen sich zwei Generationen unterscheiden: die frühen Serien mit Rolls-Royce Avon und die späteren mit dem Pratt & Whitney JT8D.
| Version | Triebwerke | Sitze (typisch) | Länge | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Caravelle I / IA | Rolls-Royce Avon | ca. 80 | 32,01 m | Erste Serienversion, Liniendienst ab 1959 |
| Caravelle III | Rolls-Royce Avon | ca. 80 | 32,01 m | Stärkere Avon, weit verbreitet, u. a. bei Air Inter |
| Caravelle VI-N | Rolls-Royce Avon | ca. 80 | 32,01 m | Nochmals mehr Schub |
| Caravelle VI-R | Rolls-Royce Avon | ca. 80 | 32,01 m | Schubumkehr, Spoiler, größere Cockpitfenster; Version für United |
| Caravelle 10A | General Electric CJ805-23C | – | – | Einzelstück mit Fan-Triebwerken, Erstflug 1962 |
| Caravelle 10R | Pratt & Whitney JT8D-7 | ca. 80 | 32,01 m | VI-R-Zelle mit JT8D, 20 gebaut |
| Caravelle 10B (Super B) | Pratt & Whitney JT8D-7 | bis 105 | 33,01 m | Verlängert, Erstkunde Finnair, 22 gebaut |
| Caravelle 11R | Pratt & Whitney JT8D-7 | – | 32,71 m | Kombiversion mit Frachttor vorn links, 6 gebaut |
| Caravelle 12 | Pratt & Whitney JT8D-9 | bis 140 | 36,24 m | Gestreckte Super B, Erstflug 1971, 12 gebaut |
Für den Alltag als Spotter reicht meist eine einfache Faustregel: Schlanke Triebwerksgondeln deuten auf eine Avon-Caravelle (Serien I bis VI), dickere, kürzere Gondeln auf eine JT8D-Version (Serien 10 bis 12). Die Caravelle 12 erkennst du zusätzlich an ihrem deutlich längeren Rumpf. Wie du Triebwerke generell anhand von Gondelform und Auslass unterscheidest, erklärt der Guide Triebwerke erkennen.
Die frühen Maschinen bremsten nach der Landung übrigens noch mit einem Bremsschirm. Erst die VI-R brachte eine Schubumkehr mit, die das Ausrollen deutlich vereinfachte.
Jede Version einzeln sammeln
Halte in deinem Hangar fest, welche Caravelle-Version du schon gesehen hast, und setz die fehlenden auf deine Wunschliste. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Die Erkennungsmerkmale im Detail
Die Caravelle gehört zu den Flugzeugen, die du nach dem ersten bewussten Sehen kaum noch vergisst. Drei Beobachtungen reichen in fast allen Fällen.
Fenster anschauen
Die Kabinenfenster haben die Form abgerundeter Dreiecke, die Spitze zeigt nach unten. Das gibt es bei keinem anderen Verkehrsjet in dieser Form – das sicherste Merkmal überhaupt.
Leitwerk prüfen
Das Höhenleitwerk sitzt ein Stück oberhalb des Rumpfes an der Seitenflosse und bildet mit ihr ein Kreuz. DC-9, One-Eleven und F28 haben dagegen ein T-Leitwerk ganz oben.
Nase vergleichen
Bug und Cockpitfenster stammen von der Comet. Wer die britische Comet kennt, erkennt die Linie sofort wieder.
Dazu kommt der klare Flügel ohne Triebwerke und ohne Winglets sowie die moderate Größe: Mit 32 Metern Länge in den Grundversionen ist die Caravelle etwa so lang wie ein heutiger Airbus A319, wirkt aber durch die Hecktriebwerke und den hohen Flossenansatz ganz anders.
Caravelle, One-Eleven, DC-9 oder Tu-134?
Die Caravelle machte Schule. Nach ihr kamen zahlreiche Kurzstreckenjets mit Triebwerken am Heck, und auf alten Fotos sehen sich viele davon auf den ersten Blick ähnlich. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Klassischer Jet mit Hecktriebwerken
Sud Aviation Caravelle
Dreieckige Fenster und Kreuzleitwerk sind das typische Caravelle-Bild. Schau jetzt auf die Gondeln: schlank heißt Avon-Serie, dicker heißt JT8D-Serie 10 bis 12.
DC-9, One-Eleven oder F28
Ein T-Leitwerk ganz oben mit normalen Fenstern spricht für die Douglas DC-9, die BAC One-Eleven oder die Fokker F28. Die F28 verrät sich durch ihren aufklappbaren Heckkonus.
Tupolew Tu-134
Verglaste Navigatorkanzel im Bug und T-Leitwerk deuten auf die Tu-134, das sowjetische Gegenstück der Hecktriebwerks-Jets.
Boeing 727 oder Hawker Siddeley Trident
Drei Triebwerke mit einem Einlauf über dem Rumpf sprechen für die Boeing 727 oder die Trident – eine Caravelle hatte immer nur zwei Triebwerke.
Besonders oft verwechselt wird die Caravelle mit der BAC One-Eleven. Beide sind zweistrahlige Kurzstreckenjets mit Hecktriebwerken aus Westeuropa. Der Unterschied liegt in Fenstern und Leitwerk: Die One-Eleven hat normale Fenster und ein echtes T-Leitwerk, die Caravelle dreieckige Fenster und das kreuzförmige Leitwerk. Eine gute Übersicht über weitere Klassiker findest du im Beitrag Oldtimer am Himmel erkennen.
Es spricht für eine Caravelle, wenn …
- die Kabinenfenster abgerundete Dreiecke sind
- das Höhenleitwerk unterhalb der Flossenspitze ansetzt
- Nase und Cockpit an die Comet erinnern
- zwei Triebwerke seitlich am Heck sitzen
Sieh genauer hin, wenn …
- du die Maschine nur von hinten oder unscharf siehst
- das Foto die Fenster nicht auflöst
- der Rumpf auffällig lang wirkt – dann ist es vermutlich eine Caravelle 12
Es ist keine Caravelle, wenn …
- das Höhenleitwerk ganz oben auf der Flosse sitzt
- du drei Triebwerke am Heck zählst
- die Triebwerke unter den Flügeln hängen – dann bist du etwa bei der Dassault Mercure
- der Bug eine verglaste Navigatorkanzel hat
Das Ende einer Ära
Die Konkurrenz aus den USA holte die Caravelle in den 1960er-Jahren ein. Die DC-9 und die Boeing 727 boten mehr Sitze, mehr Reichweite und eine riesige Kundenbasis. Sud Aviation hielt mit der Super B und der Caravelle 12 dagegen, doch 1972 endete die Produktion.
Air France nahm die Caravelle 1981 aus dem Liniendienst, Air Inter folgte 1991. Zu den letzten europäischen Betreibern zählte Air Toulouse aus Toulouse-Blagnac, die den Typ bis Mitte der 1990er-Jahre einsetzte.
Ein ungewöhnliches Kapitel schrieb die schwedische Luftwaffe. Sie kaufte Anfang der 1970er-Jahre zwei ehemalige SAS-Caravelles und nutzte sie unter der Bezeichnung Tp 85 bis 1998 für die elektronische Aufklärung. Im Januar 1999 flog eine dieser Maschinen, die heutige SE-DAI, nach Stockholm-Arlanda – einer der letzten Caravelle-Flüge in Europa.
Außerhalb Europas flogen einige Maschinen noch länger, vor allem in Afrika und Südamerika. Als letzte bekannte Caravelle im Flugbetrieb gilt eine 10B der Waltair, die bis 2005 im Einsatz war. Seit 2006 gibt es keine flugfähige Caravelle mehr.
Wo du die Caravelle heute siehst
Wer die Caravelle fotografieren will, plant einen Museumsbesuch. Die gute Nachricht: Gleich mehrere Exemplare sind in Europa erhalten, einige davon sogar im Freien und mit Flughafenblick.
| Ort | Exemplar | Hinweis |
|---|---|---|
| Musée de l’Air et de l’Espace, Le Bourget | Caravelle 12 F-GCVL, Vorderteil des zweiten Prototyps F-BHHI | Nah an Paris, gut mit einem Besuch in Le Bourget kombinierbar |
| Aeroscopia, Toulouse | Caravelle 12 F-BTOE in Air-Inter-Farben | Gilt als letzte gebaute Caravelle (Werknummer 280) |
| Königliches Armeemuseum, Brüssel | Caravelle VI-N OO-SRA | Ehemalige Sabena-Maschine |
| Flygvapenmuseum, Linköping | Ehemalige Tp 85 der schwedischen Luftwaffe | Militärische Caravelle mit SAS-Vergangenheit |
| Stockholm-Arlanda | Caravelle III SE-DAI, betreut vom Caravelle Club | Ehrenamtlich gepflegt, nicht flugfähig |
| Pima Air & Space Museum, Tucson | Caravelle VI-R N1001U (ex United) | Großes Freigelände in Arizona |
Am bequemsten für Fotos ist Aeroscopia: Die Caravelle 12 steht dort im Freien neben der Concorde. Alle Details zum Standort, zum Licht und zu den besten Blickwinkeln findest du auf der Spot-Seite Aeroscopia in Toulouse-Blagnac. Wer ohnehin in Toulouse ist, kann den Museumsbesuch mit aktuellem Airbus-Verkehr verbinden – Tipps dazu stehen im Beitrag Planespotting in Toulouse-Blagnac.
In Le Bourget hilft dir die Seite zum Musée de l’Air am Flughafen Le Bourget bei der Planung. In Schweden lohnt das Flygvapenmuseum am Flugplatz Malmen, und am Flughafen Stockholm-Arlanda erinnert die SE-DAI an die Rolle der SAS als Erstbetreiber.
Exponate wandern
Museumsflugzeuge werden restauriert, umgestellt oder zeitweise eingelagert. Prüf vor deiner Anreise auf der Website des Museums, ob die Caravelle gerade zu sehen ist und welche Bereiche geöffnet sind. Für Fotos auf französischen Flughäfen lohnt außerdem ein Blick in den Beitrag Fotografieren an französischen Flughäfen.
Bereit für deinen Caravelle-Museumstag?
- Ich habe geprüft, ob die Caravelle im Museum aktuell ausgestellt ist.
- Ich kenne die Öffnungszeiten und weiß, ob das Exponat drinnen oder draußen steht.
- Für Freiluft-Exponate habe ich den Sonnenstand zur Besuchszeit geprüft.
- Ich habe ein Weitwinkel dabei – in Hallen stehst du oft sehr nah am Flugzeug.
- Ich notiere mir Kennzeichen und Version für meine Sammlung.
Fototipps für Museums-Caravelles
Eine Caravelle im Museum zu fotografieren ist eine andere Aufgabe als ein Landeanflug am Zaun. Die Maschine steht still, dafür kämpfst du mit Absperrungen, Hallenlicht und anderen Besuchern.
Die Fenster betonen
Die dreieckigen Fenster sind das Markenzeichen. Ein Ausschnitt schräg von vorn mit der Fensterreihe im Fokus erzählt sofort, welcher Typ das ist.
Heck in Szene setzen
Hecktriebwerke und Kreuzleitwerk wirken aus einem tiefen Blickwinkel von hinten seitlich am stärksten. Geh dafür ruhig in die Hocke.
Licht im Freien planen
Bei Freiluft-Exponaten wie in Toulouse ist die Mittagssonne hart. Morgens oder am späten Nachmittag modelliert flaches Licht den schlanken Rumpf besser.
Details sammeln
Comet-Nase, Triebwerksgondeln, Fahrwerk, Cockpit: Eine kleine Detailserie macht aus einem Museumsbesuch eine vollständige Dokumentation.
Wann das Licht an einem Freiluft-Exponat passt, kannst du vorab berechnen – der Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot zeigt dir, wie. Weitere Ziele für Klassiker-Fans in Deutschland findest du in der Übersicht Luftfahrtmuseen in Deutschland.
Deine Klassiker-Sammlung, sauber dokumentiert
Poste deine Caravelle-Fotos mit Typ, Kennzeichen, Airline-Vergangenheit und Ort, tausch dich in der Community mit anderen Fans historischer Jets aus und behalte im Hangar im Blick, welche Klassiker dir noch fehlen.
Fazit
Die Caravelle war mehr als nur Frankreichs erster Jetliner. Mit ihren Triebwerken am Heck setzte sie einen Trend, der Kurzstreckenjets für Jahrzehnte prägte – von der One-Eleven über die DC-9 bis zur Tu-134. Dreieckige Fenster, Kreuzleitwerk und Comet-Nase machen sie bis heute unverwechselbar. Fliegen siehst du sie nicht mehr, aber in Le Bourget, Toulouse, Brüssel, Schweden und Tucson stehen gut erhaltene Exemplare, die jeden Umweg lohnen.
Kurzfazit
Dreieckige Fenster, zwei Triebwerke am Heck, Höhenleitwerk ein Stück die Flosse hinauf: Das ist die Caravelle. Wer sie sehen will, plant einen Museumsbesuch – am einfachsten bei Aeroscopia in Toulouse, wo die Caravelle 12 F-BTOE im Freien steht.
Zusammenfassung
- Die Caravelle entstand bei SNCASE in Toulouse als Antwort auf eine französische Ausschreibung von 1951 für ein Mittelstrecken-Verkehrsflugzeug.
- Von der de Havilland Comet übernahm sie Bug und Cockpit in Lizenz, die Triebwerke wanderten konsequent ans Heck.
- Die Versionen reichen von der Caravelle I mit Rolls-Royce Avon bis zu den Serien 10, 11 und 12 mit Pratt & Whitney JT8D.
- Air France flog den Typ bis 1981, Air Inter bis 1991; in Europa endete der Flugbetrieb Ende der 1990er-Jahre, weltweit um 2005.
Häufige Fragen
Warum gilt die Caravelle als Hecktriebwerks-Pionier?
Sie war das erste Serien-Verkehrsflugzeug, bei dem beide Strahltriebwerke seitlich am Heck saßen. Der Flügel blieb dadurch aerodynamisch sauber, und die Kabine wurde vorn deutlich leiser. Spätere Muster wie BAC One-Eleven, Douglas DC-9, Fokker F28 und Tupolew Tu-134 griffen die Anordnung auf.
Was hat die Caravelle mit der Comet zu tun?
SNCASE übernahm von de Havilland die Bugsektion mit dem Cockpit der Comet in Lizenz. Der Rest des Flugzeugs war eine französische Eigenkonstruktion. Deshalb wirkt die Caravelle-Nase auf alten Fotos so vertraut, wenn du die Comet kennst.
Wie viele Caravelles wurden gebaut?
Insgesamt 282 Flugzeuge, gezählt inklusive der Prototypen. Gebaut wurde zwischen 1958 und 1972. Sud Aviation hatte die Gewinnschwelle nach verbreiteten Angaben bei rund 200 Exemplaren angesetzt.
Welche deutschen Airlines flogen die Caravelle?
Vor allem Ferienflieger: Genannt werden LTU, Aero Lloyd und Transeuropa. Aero Lloyd startete 1981 mit drei Caravelle in den Charterverkehr ab Frankfurt. Lufthansa hatte keine eigene Caravelle-Flotte und setzte nach verfügbaren Angaben nur geleaste Maschinen ein.
Fliegt heute noch eine Caravelle?
Nein. Die letzte bekannte Maschine im Flugbetrieb war eine Caravelle 10B der Waltair, die bis 2005 flog. Seit 2006 gibt es keine flugfähige Caravelle mehr. In Europa zählt die Überführung einer ausgemusterten schwedischen Militär-Caravelle nach Stockholm-Arlanda am 28. Januar 1999 zu den letzten Caravelle-Flügen.
Wo kann ich eine Caravelle besichtigen?
Unter anderem im Musée de l’Air et de l’Espace in Le Bourget (Caravelle 12 F-GCVL und das Vorderteil des zweiten Prototyps F-BHHI), bei Aeroscopia in Toulouse (Caravelle 12 F-BTOE), im Königlichen Armeemuseum in Brüssel (OO-SRA) und im Pima Air & Space Museum in Tucson (N1001U). Prüf vor dem Besuch, ob das Exponat gerade zugänglich ist.
Woher stammen die dreieckigen Fenster?
Die Konstrukteure wählten Fenster in Form abgerundeter Dreiecke. Sie sind kleiner als herkömmliche Fenster, bieten aber einen ähnlich guten Blick schräg nach unten. Die Form blieb in allen Versionen gleich und ist bis heute das sicherste Erkennungszeichen.
Sud Aviation Caravelle sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
BAC One-Eleven
Zwei Rolls-Royce Spey am Heck, T-Leitwerk, kompakter Rumpf: Die One-Eleven war Großbritanniens erfolgreichster Kurzstreckenjet – und flog später als Rombac 1-11 aus rumänischer Fertigung sogar für die junge Ryanair.
HistorischDouglas DC-9
Die DC-9 war das letzte Verkehrsflugzeug, das noch unter dem alten Namen Douglas entstand – und die Keimzelle einer Familie bis zur Boeing 717. Hier liest du, wie der Kurzstreckenjet entwickelt wurde, was die Serien 10 bis 50 unterscheidet und wie daraus die MD-80 wuchs.
HistorischDe Havilland DH.106 Comet
Vier Triebwerke versteckt in den Flügelwurzeln, eine schlanke Nase und ein Kapitel Luftfahrtgeschichte, das Triumph und Tragödie vereint: Die De Havilland Comet eröffnete 1952 das Jetzeitalter im Linienverkehr. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo sie heute steht.
HistorischTupolew Tu-134
Verglaste Nase, zwei Triebwerke am Heck, hohes T-Leitwerk und Fahrwerksgondeln hinter dem Flügel: Die Tu-134 war der Kurzstreckenjet des Ostblocks und bei der Interflug der erste Jet. Heute begegnest du ihr fast nur noch im Museum.
RegionaljetFokker F28 Fellowship
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