Planespotting in San Francisco: Parallelanflüge und Spots

Zwei Landebahnen im Abstand von nur 230 Metern, Langstrecke aus Asien, Europa und Nahost und Spots direkt am Wasser der Bucht: Was du über SFO, seine Parallelanflüge und die besten Standorte wissen musst.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202614 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Pisten, 230 Meter Abstand: Die Landebahnen 28L und 28R liegen so eng beieinander wie an kaum einem anderen großen Flughafen. Genau das hat SFO unter Spottern berühmt gemacht.
  • Seit dem 31. März 2026 keine Seite-an-Seite-Landungen mehr: Die FAA hat die gleichzeitigen Parallelanflüge auf 28L und 28R dauerhaft untersagt. Paare auf beiden Bahnen gibt es weiterhin, aber versetzt statt Flügel an Flügel.
  • Der West Plan ist der Normalfall: Bei den vorherrschenden Westwinden landen fast alle Maschinen von Osten über die Bucht auf 28L und 28R, gestartet wird im Inland meist auf 01L und 01R.
  • Bayfront Park in Millbrae ist der Standard-Spot: Vom Uferweg siehst du ab Mittag mit der Sonne im Rücken auf die Aufsetzzonen. Coyote Point und Fisherman's Park ergänzen ihn.
  • Hitzeflimmern ist der Gegner: Über dem Wasser flimmert die Luft selbst im Winter. Setz auf Großraumjets und auf kühle, klare Tage.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.SFO in Kürze: ein Flughafen am Wasser
  2. 2.Das Pistensystem: zwei Paare über Kreuz
  3. 3.Die Parallelanflüge auf 28L und 28R
  4. 4.Die bewährten Spots rund um SFO
  5. 5.Licht, Nebel und Hitzeflimmern
  6. 6.Welcher Verkehr dich erwartet
  7. 7.Regeln und Anreise
  8. 8.So planst du deinen Spotting-Tag in San Francisco
  9. 9.San Francisco im Vergleich
  10. 10.Fazit

Zwei Jets, die fast gleichzeitig nebeneinander über das Wasser der Bucht schweben – dieses Motiv hat San Francisco unter Spottern weltweit bekannt gemacht. Seit dem Frühjahr 2026 ist es Geschichte, doch SFO bleibt einer der spannendsten Flughäfen der USA: Langstrecke aus Asien, Europa und dem Nahen Osten, ein großes United-Drehkreuz und Spots direkt am Ufer. Wer Planespotting in San Francisco plant, sollte vor allem drei Dinge verstehen: die engen Parallelpisten, den West Plan und das Hitzeflimmern über dem Wasser. Dieser Guide erklärt dir alle drei und zeigt dir die bewährten Standorte.

Die Spots an der Bucht auf einen Blick

Auf der Spot-Karte von Planetrack findest du Standorte rund um SFO mit Anreise, bestem Licht, Bewertungen und Community-Fotos. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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SFO in Kürze: ein Flughafen am Wasser

Der Flughafen San Francisco liegt nicht in der Stadt selbst, sondern rund 19 Kilometer südöstlich im San Mateo County. Er gehört trotzdem der Stadt San Francisco und begann 1927 als Mills Field auf gepachtetem Weideland. Heute ist er das wichtigste Luftfahrt-Drehkreuz der Bay Area. Im Jahr 2025 zählte SFO gut 54,5 Millionen Passagiere und rund 416.000 Flugbewegungen.

4Pisten in zwei sich kreuzenden Paaren
230 mAbstand zwischen den Mittellinien von 28L und 28R
54,5 Mio.Passagiere im Jahr 2025

Für United Airlines ist SFO das wichtigste Tor über den Pazifik und zugleich eine große Wartungsbasis. Auch Alaska Airlines betreibt hier ein Drehkreuz. Große Teile des Geländes wurden in die Bucht hinein aufgeschüttet. Für Spotter heißt das: Die meisten Ränder des Flughafens grenzen an Wasser, klassische Zaunspots gibt es kaum. Gespottet wird vor allem vom Westufer der Bucht aus, in Millbrae, Burlingame und San Mateo.

Die Terminals liegen im Halbkreis um das zentrale Parkhaus: Harvey Milk Terminal 1, Terminal 2, Terminal 3 mit dem Großteil von Uniteds Inlandsverkehr und das 2000 eröffnete International Terminal. Dort hat SFO sechs Gates für den Airbus A380 eingerichtet. Ob gerade eine Airline den Superjumbo schickt, hängt am Flugplan.

Das Pistensystem: zwei Paare über Kreuz

SFO hat vier Pisten, die zwei sich kreuzende Paare bilden. Die langen Ost-West-Bahnen nehmen fast alle Landungen und die schweren Langstreckenstarts auf, die kürzeren Nord-Süd-Bahnen dienen im Normalbetrieb vor allem den Inlandsstarts.

Pistenpaar Piste Länge Typische Nutzung im West Plan
Ost-West 10L/28R 3.618 m Landungen auf 28R, schwere Starts
Ost-West 10R/28L 3.469 m Landungen auf 28L, schwere Starts
Nord-Süd 01R/19L 2.637 m Inlandsstarts auf 01R
Nord-Süd 01L/19R 2.332 m Inlandsstarts auf 01L

Die Pistennummern verraten die Richtung: 28 zeigt grob nach Westen, 01 nach Norden, 19 nach Süden. Wie du daraus Anflugseite und Licht ableitest, erklärt der Guide Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.

West Plan und Southeast Plan

In der Bucht weht der Wind meist aus West bis Nordwest. Dann arbeitet SFO im sogenannten West Plan, der in rund 81 Prozent der Zeit gilt: Alle Landungen kommen von Osten über das Wasser auf 28L und 28R, die Inlandsstarts gehen über 01L und 01R nach Norden, und die schweren Maschinen nach Asien und Europa starten auf den längeren 28er-Bahnen. Für dich ist das ein Glücksfall, denn die beliebtesten Spots liegen genau unter diesen Anflügen.

Nur bei Südostwind, typischerweise in Regenlagen im Winter, dreht der Flughafen in den Southeast Plan, der nur rund 4 Prozent der Zeit ausmacht. Dann landen die Flugzeuge auf den 19er-Bahnen, und am Ufer in Millbrae wird es ruhig. Bauarbeiten an einzelnen Pisten können das Bild zusätzlich verschieben – mehr dazu im Beitrag Pistensperrungen und Bauarbeiten.

Vor der Abfahrt die Konfiguration prüfen

Ein Blick in eine Live-Karte zeigt dir sofort, ob die Ankünfte von Osten über die Bucht auf 28L und 28R hereinkommen. Dann läuft der West Plan, und die Uferspots liefern. Welche Dienste sich dafür eignen, vergleicht Flugradar-Apps im Vergleich, Wind und Wolken liest du mit METAR und TAF.

Die Parallelanflüge auf 28L und 28R

Das Besondere an SFO sind die beiden Landebahnen 28L und 28R. Ihre Mittellinien liegen nur rund 230 Meter auseinander – für zwei Parallelpisten, auf denen gleichzeitig gelandet wird, extrem eng. Der Grund ist die Lage: Zwischen den Hügeln der Halbinsel und der Bucht ist schlicht kein Platz für ein weiter gespreiztes Pistenpaar.

So funktionierte das klassische Bild

Jahrzehntelang durften zwei Flugzeuge bei guter Sicht nebeneinander auf Sicht anfliegen. Die Piloten hielten dabei selbst Abstand zur Maschine auf der Nachbarbahn. So entstand das Motiv, für das Spotter aus aller Welt nach Millbrae kamen: ein Großraumjet und ein Schmalrumpfjet, fast auf gleicher Höhe, Seite an Seite über dem Wasser. Fiel die Wolkenuntergrenze zu tief oder zog Nebel vom Pazifik herein, war damit Schluss, dann lief der Betrieb nur noch mit größerem Abstand.

Was sich 2026 geändert hat

Am 31. März 2026 hat die US-Luftfahrtbehörde FAA die gleichzeitigen Seite-an-Seite-Landungen auf 28L und 28R dauerhaft untersagt. Seitdem kommen die Anflüge gestaffelt herein. Die maximale Ankunftskapazität sank dadurch um rund ein Drittel, von 54 auf 36 Flüge pro Stunde. Wie Staffelungsabstände grundsätzlich festgelegt werden, erklärt der Beitrag Wirbelschleppen und Staffelung, den Ablauf eines Instrumentenanflugs der Guide ILS-Anflug erklärt.

Für dich am Ufer heißt das: Beide Bahnen bleiben in Betrieb, und du siehst weiterhin Maschinen kurz nacheinander auf 28L und 28R aufsetzen. Das Formationsbild auf gleicher Höhe ist dagegen Vergangenheit. Wer alte Aufnahmen davon hat, besitzt jetzt echte Zeitdokumente.

Eng heißt nicht ungefährlich

Wie anspruchsvoll der Betrieb an SFO ist, zeigen zwei bekannte Vorfälle: Im Juli 2013 verunglückte eine Boeing 777-200ER von Asiana Airlines beim Landeanflug, drei Menschen starben. Im Juli 2017 richtete sich ein Airbus A320 von Air Canada im Anflug auf die 28R versehentlich auf den parallelen Rollweg C aus, auf dem mehrere Maschinen warteten. Er überflog die ersten beiden in geringer Höhe, bevor die Crew durchstartete. Beide Fälle haben die Debatte über die Verfahren in San Francisco geprägt.

Die bewährten Spots rund um SFO

Die folgenden Standorte nennen Spotter-Guides und die lokale Szene immer wieder. Die Uferspots sind öffentliche Parks, für Standorte auf dem Flughafengelände gelten eigene Regeln. Zufahrten, Parkregeln und Öffnungszeiten können sich ändern – behandle die Liste als Startpunkt.

Bayfront Park in Millbrae

Der Klassiker. Der schmale Uferpark am Old Bayshore Highway liegt südwestlich der Aufsetzzonen von 28L und 28R. Du schaust über das Wasser nach Nordosten, die Landungen kommen von rechts über die Bucht herein und setzen schräg vor dir auf. Dazu siehst du den Rollverkehr auf den angrenzenden Taxiways. Die Abflüge von 01L und 01R verdeckt ein Zaun. Laut Spotterguide.net gibt es nur etwa 10 bis 15 freie Parkplätze, Toiletten findest du nur in den benachbarten Hotels. Alle Details stehen auf der Spotseite zum Bayfront Park am Flughafen San Francisco.

Coyote Point in San Mateo

Weiter südlich ragt Coyote Point in die Bucht, ein Erholungsgebiet des San Mateo County mit Jachthafen, Strand und Wanderwegen. Von hier bist du näher am Endanflug auf 28L und 28R und fotografierst die Maschinen mit der Bucht als Hintergrund statt beim Aufsetzen. Spotter-Guides nennen als Vorteile weniger Brennweite und weniger Hitzeflimmern. Für das Gelände wird eine Parkgebühr erhoben – prüf die aktuellen Bedingungen vorab.

Fisherman’s Park in Burlingame

Ein kleiner Park am Airport Boulevard in Burlingame, erreichbar über die Ausfahrt Broadway der US-101. Laut Spotterguide.net gibt es dort kostenlose Parkplätze, du siehst aber ausschließlich Landungen auf der 28L. Rechne mit 300 bis 500 mm Brennweite, Infrastruktur fehlt auch hier.

SkyTerrace in Terminal 2

Die SkyTerrace auf Terminal 2 öffnete im Februar 2020 und liegt vor der Sicherheitskontrolle. Sie überblickt den verkehrsreichsten Teil des Flughafens mit Vorfeld, Rollwegen und den Ost-West-Pisten. Der Eintritt ist frei, eine Sicherheitskontrolle am Zugang gehört dazu, und geöffnet ist laut Flughafen derzeit nur freitags bis montags von 10 bis 18 Uhr. Eine Spotting-Erlaubnis brauchst du hier nicht. Das Glas ist dick und steht nicht parallel zu den Rollwegen, was Fotos schwierig macht. Zum Beobachten und für einen ersten Überblick ist die Terrasse aber ideal.

Hotelzimmer mit Blick

Wer nicht draußen stehen will, kann sich in einem der Flughafenhotels am Ufer einmieten. Spotterguide.net empfiehlt im Westin gegenüber dem Bayfront Park ein Zimmer im Ostflügel mit Blick nach Norden – laut dem Guide der beste Standort für Starts auf den 01er-Bahnen. Die Fenster lassen sich nicht öffnen, und durch die Doppelverglasung hilft oft manuelles Fokussieren. Allgemeine Tipps zu solchen Zimmern sammelt der Beitrag Hotels mit Pistenblick.

Nie den einen Langstreckenflieger verpassen

Mit Sichtungs-Alarmen benachrichtigt dich Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ, eine Airline oder eine Special Livery San Francisco anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Spots im Überblick

Spot Lage Was du siehst Licht Hinweis
Bayfront Park Millbrae, Old Bayshore Hwy. Landungen 28L/28R, Rollverkehr ab Mittag wenige Parkplätze
Coyote Point San Mateo Endanflug 28L/28R über dem Wasser nachmittags Parkgebühr
Fisherman’s Park Burlingame, Airport Blvd. nur Landungen 28L ab Mittag freie Parkplätze
SkyTerrace Terminal 2, vor der Kontrolle Vorfeld, Rollwege, Ost-West-Pisten ab Mittag Fr–Mo 10–18 Uhr, Glas
Hotelzimmer Westin Millbrae, gegenüber Bayfront Park Starts 01L/01R fast ganztags Zimmer gezielt anfragen

Licht, Nebel und Hitzeflimmern

Die Uferspots liegen westlich und südwestlich der Anflüge auf die 28er-Bahnen. Du schaust also nach Norden bis Nordosten, und die Sonne steht ab Mittag hinter dir. Am Vormittag hast du Seiten- oder Gegenlicht. Wie du die Uhrzeit für deinen Termin genau bestimmst, zeigt der Guide Sonnenstand am Fotospot planen.

Zwei Wetterphänomene prägen die Bucht. Das erste ist der Nebel, der vor allem im Sommer vom Pazifik hereinzieht und die Sicht auf die Pisten schlucken kann. Das zweite ist das Hitzeflimmern: Über dem Wasser und auf die große Distanz wabert die Luft laut Spotterguide.net selbst im Winter. Daraus ergeben sich ein paar Faustregeln:

  • Setz auf Großraumjets. Kurz- und Mittelstreckenjets wirken auf die Entfernung klein, und starke Ausschnitte verstärken das Flimmern.
  • Wähle kühle, klare Tage. Herbst bis Frühjahr bringt häufig die bessere Luft, auch wenn die Tage kürzer sind.
  • Geh näher ran. Coyote Point verkürzt die Distanz zum Endanflug spürbar.

Weitere Tricks gegen das Flimmern stehen im Artikel Hitzeflimmern vermeiden. An der Bucht kann es auch an sonnigen Tagen kühl und windig sein, deshalb gehört eine Windjacke ins Gepäck, egal welche Jahreszeit.

Welche Brennweite?

Für die großen Maschinen am Bayfront Park reichen rund 400 mm, selbst ein A380 füllt damit gut das Bild. Ein Telezoom von etwa 100 bis 400 mm deckt die meisten Spots ab, für Fisherman’s Park darfst du etwas mehr einpacken. Orientierung geben die Beiträge Objektiv und Brennweite fürs Planespotting und 100-400-mm-Telezooms im Vergleich.

Welcher Verkehr dich erwartet

Weil im West Plan praktisch alle Landungen über 28L und 28R laufen, siehst du von den Uferspots aus fast den gesamten internationalen Verkehr. Einzelne Strecken sind saisonal, prüf deshalb vor deiner Reise den aktuellen Flugplan, Stand Oktober 2026.

United und der Inlandsverkehr

United Airlines dominiert den Flughafen, auf der Langstrecke mit Großraumjets wie der Boeing 777-300ER, der 787-9 und der 787-10. Im Inlandsverkehr siehst du viel 737 MAX 9, 737-800 und Airbus A321neo, dazu Regionaljets wie die Embraer E175. Neben United und Alaska fliegen unter anderem Delta, American, Southwest, JetBlue und Hawaiian nach San Francisco.

Asien und Pazifik

Hier spielt SFO seine Stärke aus. Auf den Listen stehen Singapore Airlines, EVA Air, China Airlines, Starlux, Cathay Pacific, ANA, Japan Airlines, ZIPAIR, Korean Air, Asiana (die Asiana-Verbindung ist laut Flugplan nur noch bis Mitte Dezember 2026 gelistet), Philippine Airlines, Air New Zealand und Qantas. Viele davon kommen mit dem Airbus A350-900 oder Boeing 777 und 787 – wenn dir die Unterscheidung schwerfällt, helfen die Guides A350 oder Boeing 787? und Boeing 777 und 787 unterscheiden.

Europa und Nahost

Aus dem deutschsprachigen Raum verbindet Lufthansa San Francisco mit Frankfurt und München, Swiss fliegt ab Zürich, Condor saisonal ab Frankfurt. Dazu kommen KLM, Air France, British Airways, Virgin Atlantic, Aer Lingus und Turkish Airlines, aus Nahost Emirates und Qatar Airways. Alle drei Allianzen sind stark vertreten: Star Alliance rund um United, oneworld mit Alaska, American, British Airways und JAL sowie SkyTeam mit Delta, Air France, KLM und Korean Air.

Fracht

Auch Frachter landen an SFO, unter anderem von FedEx Express, Kalitta Air, Amazon Air, ABX Air sowie den Cargo-Sparten von Korean Air, EVA Air und China Airlines. Wie du Frachtversionen am Zaun erkennst, steht im Artikel Frachtflugzeuge erkennen.

Museum im Terminal

Das SFO Museum entstand 1980 als erstes Museum in einem internationalen Flughafen und bespielt heute zahlreiche wechselnde Ausstellungen in mehreren Terminals. Das Aviation Museum and Library liegt im International Terminal vor der Sicherheitskontrolle auf der Abflugebene. Ein guter Programmpunkt für Regenstunden oder einen Southeast-Plan-Tag.

Regeln und Anreise

Fotografieren von öffentlichen Flächen ist in den USA grundsätzlich zulässig, ersetzt aber keine Vorsicht. Die Grundlagen fasst der Artikel Planespotting in den USA zusammen, praktische Reisetipps bietet Planespotting-Reise in die USA. Für SFO gilt zusätzlich: Wer in den Parkhäusern oder in den öffentlichen Terminalbereichen vor der Sicherheitskontrolle spotten will, braucht eine Plane-Spotting-Erlaubnis des Flughafens, die du für jeden Besuch neu beantragst. Das Parkhaus West Field Garage gibt SFO für Fotografen nicht mehr frei. Spotterguide.net weist zudem darauf hin, dass Sicherheitskräfte Spotter gelegentlich trotzdem wegschicken – dann gehst du freundlich und ohne Diskussion.

Das passt, wenn …

  • du in öffentlichen Parks wie Bayfront Park oder Fisherman's Park stehst
  • du auf der SkyTerrace zu den Öffnungszeiten beobachtest
  • du auf Fragen von Polizei oder Sicherheitsdienst offen antwortest

Vorsicht, wenn …

  • du auf Hotelparkplätzen parken willst, die nicht öffentlich sind
  • du in Parkhäusern oder in Terminalbereichen vor der Kontrolle fotografieren willst – nur mit Spotting-Erlaubnis
  • du am Wochenende ohne Plan B für den Parkplatz anreist

Finger weg, wenn …

  • ein Zaun, eine Absperrung oder ein Verbotsschild im Weg ist
  • du eine Drohne starten willst – SFO liegt im kontrollierten Luftraum, Grundlagen im Artikel Drohnen am Flughafen

Anreise: Am einfachsten geht es mit dem Zug. An der Station Millbrae treffen BART und Caltrain zusammen, von dort sind es zu Fuß über die Millbrae Avenue und die Brücke über die US-101 etwa ein bis anderthalb Kilometer bis zum Ufer. BART fährt außerdem direkt in den Flughafen, wo das AirTrain die Terminals und Parkhäuser verbindet. Mit dem Auto verlässt du die US-101 an der Ausfahrt Millbrae Avenue und folgst dem Old Bayshore Highway. Allgemeine Tipps findest du im Artikel Anreise zum Spot.

So planst du deinen Spotting-Tag in San Francisco

1. Konfiguration checken

Kommen die Landungen von Osten auf 28L und 28R, läuft der West Plan. Bei Südostwind und Regen fallen die Uferspots weg – dann lieber Museum oder SkyTerrace.

2. Nebel und Wolken prüfen

Gerade im Sommer kann Nebel vom Pazifik die Sicht schlucken. Ein Blick auf Wetterbericht und Webcams am Morgen spart dir eine vergebliche Fahrt.

3. Mittags ankommen

Ab Mittag steht die Sonne hinter dir. Den Vormittag kannst du zum Beobachten oder für Coyote Point nutzen.

4. Die Langstreckenwellen abpassen

Asien- und Europaflüge bündeln sich zu bestimmten Tageszeiten. Plan deinen Standortwechsel in die ruhigeren Phasen dazwischen.

5. Sichtungen festhalten

Notiere Kennzeichen, Typ, Airline und Spot gleich nach der Landung. Achte auf ein lesbares Kennzeichen – das Flimmern macht es auf Distanz schnell unleserlich.

San Francisco im Vergleich

Im Vergleich zu Los Angeles mit dem Imperial Hill oder dem In-N-Out Burger bist du in San Francisco weiter weg vom Geschehen und kämpfst stärker mit dem Flimmern. Dafür bekommst du eine Kulisse, die es so nur hier gibt: Jets über dem Wasser der Bucht, Hügel im Hintergrund und einen der stärksten Asien-Mixe Nordamerikas. Wer an der Westküste weiter nach Norden reist, findet im Larry Berg Flight Path Park in Vancouver eine gute Ergänzung. Weitere Ziele für deine Liste sammelt die Spotting-Bucket-List.

Bist du bereit für SFO?

Hak ab, was du vor dem Losfahren geklärt hast.

  • Ich weiß, ob der West Plan läuft und die Landungen auf 28L/28R kommen.
  • Ich habe Nebel und Wolken im Wetterbericht geprüft.
  • Ich plane meine Ankunft am Ufer ab Mittag.
  • Ich habe ein Telezoom bis etwa 400 mm und eine Windjacke dabei.
  • Ich weiß, wie ich ohne Parkplatzstress nach Millbrae komme.
  • Ich fotografiere auf dem Flughafengelände nur mit Fotoerlaubnis.

Deine SFO-Ausbeute im Hangar

Poste deine Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot, sammle sie im Hangar und hak Wunschliste-Typen ab. Die Community kommentiert, liked und wählt das Foto der Woche. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

San Francisco hat seine berühmtesten Bilder verloren, aber nicht seinen Reiz. Die Pisten 28L und 28R liegen weiterhin nur 230 Meter auseinander, im West Plan kommt fast der gesamte Verkehr über die Bucht herein, und am Ufer von Millbrae siehst du Langstrecke aus drei Kontinenten. Wer Wind, Nebel und Licht im Blick behält, auf Großraumjets setzt und Coyote Point als Alternative kennt, erlebt einen der schönsten Flughäfen der US-Westküste.

Kurzfazit

Im West Plan ist der Bayfront Park dein Startpunkt, ab Mittag mit der Sonne im Rücken. Gegen Flimmern hilft Coyote Point, bei Regen und Südostwind die SkyTerrace oder das SFO Museum. Fahr mit BART oder Caltrain bis Millbrae und fotografier in Parkhäusern und Terminals nur mit Erlaubnis.

Zusammenfassung

  • San Francisco International (SFO/KSFO) liegt rund 19 Kilometer südöstlich der Stadt im San Mateo County, größtenteils direkt an der Bucht. Öffentliche Spots gibt es vor allem am Westufer in Millbrae, Burlingame und San Mateo.
  • Die bekanntesten Standorte sind Bayfront Park (Landungen 28L/28R), Coyote Point (Endanflug über dem Wasser), Fisherman's Park (28L) und die SkyTerrace in Terminal 2.
  • Die Parallelpisten 28L/28R sind nur rund 230 Meter voneinander entfernt. Gleichzeitige Seite-an-Seite-Landungen sind seit Ende März 2026 vorbei, gestaffelte Paare siehst du weiterhin.
  • Komm ab Mittag, nimm ein Telezoom bis etwa 400 mm mit und fahr am besten mit BART oder Caltrain bis Millbrae – die Parkplätze am Ufer sind knapp.

Häufige Fragen

Wo ist der beste Spot am Flughafen San Francisco?

Für die meisten Besucher ist es der Bayfront Park in Millbrae am Old Bayshore Highway. Vom Uferweg blickst du über das Wasser auf die Aufsetzzonen der Pisten 28L und 28R, auf denen im West Plan fast alle Landungen stattfinden. Ab Mittag hast du dort die Sonne im Rücken.

Gibt es die berühmten Parallel-Landungen in San Francisco noch?

In der klassischen Form nicht mehr. Am 31. März 2026 hat die FAA die gleichzeitigen Sichtanflüge nebeneinander auf 28L und 28R dauerhaft untersagt. Die Ankunftskapazität sank dadurch von 54 auf 36 Flüge pro Stunde. Landungen auf beiden Bahnen kurz hintereinander siehst du weiterhin, nur nicht mehr in Formation auf gleicher Höhe.

Warum liegen die Pisten 28L und 28R so eng beieinander?

Der Flughafen liegt auf einem schmalen Streifen zwischen Hügeln und Bucht, große Teile sind aufgeschüttetes Land. Für ein weiter auseinanderliegendes Pistenpaar fehlt schlicht der Platz. Die Mittellinien der beiden Ost-West-Bahnen trennen nur rund 230 Meter, also 750 Fuß.

Wann ist das Licht am Bayfront Park am besten?

Von der Mittagszeit bis zum Sonnenuntergang. Du schaust nach Nordosten, und die Sonne wandert ab Mittag in den Südwesten hinter dich. Am Vormittag hast du dagegen Seiten- bis Gegenlicht.

Brauche ich in San Francisco eine Fotoerlaubnis?

Für öffentliche Parks wie Bayfront Park, Coyote Point oder Fisherman's Park nicht. Für die Parkhäuser und die öffentlichen Bereiche der Terminals vor der Sicherheitskontrolle verlangt SFO dagegen eine Plane-Spotting-Erlaubnis, die du über die Website des Flughafens für jeden Besuch neu beantragst. Die SkyTerrace ist davon ausgenommen. Prüf die aktuellen Bedingungen vorab.

Was ist die SkyTerrace?

Eine Aussichtsterrasse auf Terminal 2, die im Februar 2020 eröffnet wurde. Sie liegt vor der Sicherheitskontrolle, ist kostenlos und zeigt Vorfeld, Rollwege und die Ost-West-Pisten. Laut Flughafen ist sie derzeit freitags bis montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, und das dicke, schräg stehende Glas macht Fotos schwierig. Zum Schauen ist sie trotzdem ein guter Einstieg.

Wie komme ich ohne Auto zu den Spots?

Mit BART oder Caltrain bis zur Station Millbrae. Von dort sind es zu Fuß nach Karte etwa ein bis anderthalb Kilometer bis zum Bayfront Park. Vom internationalen Terminal brauchst du laut Spotterguide.net rund 30 Minuten zu Fuß, alternativ fahren Hotel-Shuttles zu den Hotels direkt am Ufer.

PT

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