Pistensperrungen und Bauarbeiten: Wie du als Spotter davon profitierst

Wenn eine Piste wegen Bauarbeiten gesperrt ist, verschiebt sich der gesamte Flughafenbetrieb. Wie du Sperrungen früh erkennst, was sich an Anflügen und Rollwegen ändert und welche Spots plötzlich interessant werden.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine gesperrte Piste verschiebt alles: Der Verkehr wandert auf die verbleibenden Bahnen, Anflugwege, Rollrouten und Startrichtungen ändern sich – und damit auch, welcher Spot funktioniert.
  • Geplante Sperrungen sind lange vorher bekannt: Größere Sanierungen kündigen Flughäfen meist Wochen bis Monate im Voraus an, formal stehen sie in Luftfahrtveröffentlichungen wie NOTAMs.
  • Einbahnbetrieb bündelt den Verkehr: Hat ein Flughafen nur noch eine Piste, landet und startet alles dort – für den passenden Spot bedeutet das deutlich mehr Bewegungen vor der Linse.
  • Seltene Perspektiven auf Zeit: Anflüge über Stadtteile, die sonst kaum Verkehr sehen, oder ungewohnte Rollwege bieten Motive, die es oft nur für wenige Wochen gibt.
  • Baustelle heißt Sperrzone: Absperrungen, Baustraßen und Sicherheitsbereiche sind tabu. Neue Perspektiven gibt es nur von öffentlich zugänglichen Flächen aus.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Pistensperrung: die kurze Antwort
  2. 2.Warum Pisten überhaupt gesperrt werden
  3. 3.Beispiel Hamburg: zwei Bahnen, zwei Sperrphasen
  4. 4.Was sich bei einer Sperrung konkret ändert
  5. 5.So erfährst du rechtzeitig von Sperrungen
  6. 6.Neue Perspektiven: was eine Sperrung möglich macht
  7. 7.Den Spot für die Ausnahmesituation planen
  8. 8.Flughäfen mit mehreren Bahnen: mehr Spielraum, mehr Varianten
  9. 9.Worauf du achten solltest
  10. 10.Sperrungen dokumentieren lohnt sich
  11. 11.Fazit

Für Anwohner ist eine Pistensperrung vor allem eine Lärmfrage, für Passagiere manchmal eine Verspätung. Für dich als Spotter kann sie dagegen ein Glücksfall sein: Flugzeuge landen über Stadtteilen, die sonst kaum Anflüge sehen, Jets rollen über ungewohnte Wege, und ein unscheinbarer Spot am Ende der verbliebenen Bahn liefert plötzlich doppelt so viele Bewegungen. Dieser Guide zeigt dir, warum Pistensperrungen und Bauarbeiten den Flughafenbetrieb so stark verändern, wie du rechtzeitig davon erfährst und wie du aus einer Ausnahmesituation neue Perspektiven machst – ohne dich in Sperrzonen zu verirren.

Wissen, welche Piste heute aktiv ist

Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und Pisten am Flughafen und dazu die passenden Spots auf der Spot-Karte – so siehst du schnell, wo sich der Weg heute lohnt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Pistensperrung: die kurze Antwort

Wird eine Piste gesperrt, muss der Flughafen seinen gesamten Verkehr auf die übrigen Bahnen umverteilen. Anflugwege, Startrichtungen, Rollrouten und manchmal sogar die Betriebsrichtung ändern sich – und mit ihnen die Frage, welcher Spot funktioniert. Geplante Sperrungen für Sanierungen sind meist lange vorher bekannt und dauern Tage bis Wochen. Kurzfristige Sperrungen nach Inspektionen oder Zwischenfällen dauern dagegen oft nur Minuten bis Stunden. Wer die geplanten Sperrungen kennt, kann gezielt Spots ansteuern, die im Normalbetrieb wenig hergeben.

28 TageSperrzeit pro Bahn bei der Hamburger Deckschicht-Erneuerung 2023
1verbleibende Piste, über die im Einbahnbetrieb alles läuft
3Informationsebenen: Ankündigung, NOTAM, Live-Lage

Warum Pisten überhaupt gesperrt werden

Eine Start- und Landebahn ist extrem belastet: Jede Landung bringt Gewicht, Reibung und Gummiabrieb auf den Belag, dazu kommen Frost, Hitze und Enteisungsmittel. Entsprechend regelmäßig muss gearbeitet werden. Grob lassen sich die Gründe in vier Gruppen einteilen.

  • Grundsanierung und Deckschicht-Erneuerung: Der obere Asphalt oder Beton wird abgefräst und neu aufgebracht. Das geht nicht zwischen zwei Landungen, deshalb wird die Bahn für mehrere Wochen komplett geschlossen.
  • Wartung und Instandhaltung: Gummiabrieb entfernen, Markierungen erneuern, Fugen sanieren, Befeuerung tauschen. Vieles davon passiert in nächtlichen Wartungsfenstern, manches in jährlichen Sperrblöcken von einigen Tagen.
  • Technik rund um die Bahn: Arbeiten am Instrumentenlandesystem, an der Anflugbefeuerung oder an Rollwegen, die an die Piste anschließen. Die Bahn bleibt dann teils offen, aber nur eingeschränkt oder in einer Richtung nutzbar.
  • Kurzfristige Ereignisse: Pisteninspektionen, Fremdkörper auf der Bahn, Vogelschlag-Reste, Winterdienst, ein Flugzeug mit technischem Problem, das die Bahn blockiert. Solche Sperrungen tauchen ohne Vorwarnung auf und sind meist schnell wieder vorbei.

Wie die Pisten bezeichnet und befeuert sind, erklären die Guides zu Pistenbezeichnungen und zur Pisten- und Rollwegbefeuerung. Beides hilft dir, Sperrungsmeldungen richtig zu lesen.

Beispiel Hamburg: zwei Bahnen, zwei Sperrphasen

Wie sich eine große Sanierung auswirkt, zeigt der Flughafen Hamburg gut. Er hat zwei sich kreuzende Pisten: 05/23 (Niendorf/Langenhorn) und 15/33 (Norderstedt/Alsterdorf). Weil das Bahnsystem zum Teil über 60 Jahre alt ist, muss es regelmäßig großflächig erneuert werden. 2023 lief das in zwei Etappen.

  • Juni 2023: Die Bahn 05/23 bekam eine neue Deckschicht und war in dieser Zeit gesperrt.
  • Ende August bis Ende September 2023: Die Bahn 15/33 war für rund vier Wochen dicht. Alle Starts und Landungen liefen über Niendorf und Langenhorn, also über die gerade erneuerte 05/23.

Der Flughafen setzte pro Bahn Sperrzeiten von 28 Tagen an, weil die Arbeiten nicht im laufenden Betrieb möglich sind. Im September 2024 folgten Wartungsarbeiten an der 05/23, die am 23. September planmäßig endeten. Danach wurde noch bis Anfang Oktober die Deckschicht des Rollwegs D1 erneuert, und in dieser Zeit gab es keine Starts über Langenhorn. Das Beispiel zeigt: Auch eine Rollwegbaustelle kann die Nutzung einer Piste in eine Richtung einschränken.

Für Spotter in Hamburg bedeutete das: Wer im Spätsommer 2023 auf Bewegungen auf der 15/33 gewartet hat, wartete vergebens. Wer dagegen an der 05/23 stand, bekam den kompletten Verkehr zu sehen. Welche Spots in Hamburg welche Bahn abdecken, steht im Hamburg-Guide sowie in den Steckbriefen zum Affenfelsen und zur Besucherterrasse Hamburg.

Sperrung heißt nicht automatisch Ruhe

An Flughäfen mit zwei Pisten bedeutet die Sperrung der einen fast immer Hochbetrieb auf der anderen. Für den passenden Spot ist das oft die beste Zeit des Jahres – vorausgesetzt, Wind und Licht spielen mit.

Was sich bei einer Sperrung konkret ändert

Eine Sperrung wirkt sich auf viel mehr aus als nur auf die betroffene Bahn. Diese Veränderungen solltest du im Blick haben.

Bereich Normalbetrieb Während der Sperrung Was das für dich heißt
Pistennutzung Verkehr verteilt auf mehrere Bahnen alles auf den verbliebenen Bahnen, ggf. Einbahnbetrieb Spots an der offenen Bahn gewinnen, Spots an der gesperrten verlieren
Anflugwege gewohnte Schneisen Anflüge über selten genutzte Gebiete neue Hintergründe, oft nur für kurze Zeit
Betriebsrichtung richtet sich nach dem Wind Wind zählt weiter, die Auswahl an Bahnen ist aber kleiner ungewohnte Richtungen bei schwachem Wind möglich
Rollwege Standardrouten Umleitungen, längere Rollwege, teils Rückrollen auf der Bahn Rollbilder an ungewohnten Stellen
Kapazität volle Leistung oft reduziert Warteschlangen am Rollhalt, teils Verspätungen
Instrumentenanflug ILS auf den Hauptbahnen eventuell andere Anflugverfahren bei schlechter Sicht unterschiedliche Anflugprofile

Die Betriebsrichtung bleibt dabei wichtig. Sie hängt weiterhin vor allem vom Wind ab, nur hat der Flughafen weniger Spielraum. Bleibt eine einzige Piste übrig, wird sie auch bei leichtem Rückenwind oder spürbarem Seitenwind genutzt, solange die Grenzwerte das zulassen. Die Grundlagen dazu erklärt der Guide Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Wenn es bei einer Sperrung kräftig quer weht, lohnt außerdem ein Blick in den Artikel über Seitenwindlandungen.

So erfährst du rechtzeitig von Sperrungen

Die wichtigste Fähigkeit ist, eine Sperrung zu kennen, bevor du losfährst. Dafür gibt es drei Ebenen, die du kombinieren solltest.

1. Ankündigungen der Flughäfen

Größere Sanierungen betreffen Anwohner, Airlines und Fluggäste. Flughäfen kündigen sie deshalb meist früh an: in Pressemitteilungen, auf Seiten zu Fluglärm und Nachbarschaft und über lokale Medien. Dort steht oft auch, welche Bahn in welchem Zeitraum gesperrt ist und welche Gebiete in dieser Zeit mehr Überflüge bekommen. Für deine Planung ist das die ergiebigste Quelle, weil sie in Klartext geschrieben ist.

2. NOTAMs und Luftfahrtveröffentlichungen

Verbindlich für den Flugbetrieb sind NOTAMs – kurze, standardisierte Meldungen über Einschränkungen an Flughäfen und im Luftraum. Sie enthalten gesperrte Bahnen, Rollwege, außer Betrieb genommene Navigationsanlagen und Baustellen mit Zeitraum. Bei längeren Maßnahmen gibt es zusätzlich Ergänzungen zum Luftfahrthandbuch, die Pläne und Ablauf ausführlicher beschreiben. Wie du die Abkürzungen entschlüsselst, erklärt der Guide NOTAMs lesen und verstehen. Für die Flugplatzkarte, auf der du gesperrte Rollwege einordnest, hilft AIP-Flugplatzkarten lesen.

3. Die Lage am Tag selbst

Am Spotting-Tag selbst nennt die ATIS – die automatische Ansage für Piloten – die aktiven Bahnen und wichtige Einschränkungen. Was dort gesagt wird, erklärt der Artikel ATIS erklärt. Ob die Sperrung tatsächlich läuft oder schon vorzeitig aufgehoben wurde, zeigt dir eine Live-Karte: Wohin rollen die Flieger, aus welcher Richtung kommen die Anflüge? Wie du Flugverfolgung dafür nutzt, steht im Guide Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter.

Quelle Vorlauf Stärke Schwäche
Pressemitteilung / Fluglärm-Seite Wochen bis Monate gut verständlich, nennt betroffene Gebiete Zeiträume oft gerundet, kurzfristige Änderungen fehlen
NOTAM Tage bis Wochen, teils kurzfristig verbindlich, präzise mit Uhrzeiten kryptische Abkürzungen, viel Rauschen
ATIS aktuell zeigt die aktuelle Pistennutzung nur Momentaufnahme
Live-Karte in Echtzeit zeigt, was tatsächlich passiert keine Begründung, keine Vorschau

Ausweichbetrieb und seltene Gäste im Blick

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery im Anflug ist – gerade bei ungewohnter Pistennutzung Gold wert. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Neue Perspektiven: was eine Sperrung möglich macht

Sobald du weißt, welche Bahn wann dicht ist, beginnt der spannende Teil. Eine Sperrung schafft Motive, die es im Normalbetrieb selten gibt.

  • Ungewohnte Anflüge: Wird eine Bahn gesperrt, kommen die Anflüge plötzlich über Wohngebiete, Felder oder Gewässer, über denen sonst kaum etwas fliegt. Neue Hintergründe, andere Lichtwinkel, andere Höhen über Grund.
  • Verdichteter Verkehr: Im Einbahnbetrieb kommt jede Bewegung an deinem Spot vorbei. Gerade an Drehkreuzen mit Wellenbetrieb wird das intensiv – wie solche Verkehrswellen funktionieren, erklärt der Artikel über Hub-Wellen.
  • Andere Rollwege: Gesperrte Rollwege zwingen Flugzeuge auf Umwege – wie Rollwege und Haltepunkte bezeichnet werden, erklärt der Guide zu Rollwegen, Haltepunkten und Schildern. Wo sonst nur Vorfeldfahrzeuge unterwegs sind, rollen plötzlich Widebodys vorbei.
  • Starts und Landungen auf derselben Bahn: Nutzt der Flughafen nur noch eine Piste für beides, siehst du an einem Spot abwechselnd Landungen und Starts – mit Wartezeiten am Rollhalt, die gute Rollbilder ermöglichen.
  • Die Baustelle selbst: Fräsen, Asphaltfertiger und frische Markierungen auf einer leeren Piste sind ein dokumentarisches Motiv, das es nur alle paar Jahre gibt.

Gezielt hinfahren, wenn …

  • die Sperrung deinen Lieblingsspot zur Hauptbahn macht
  • Anflüge über eine selten genutzte Schneise angekündigt sind
  • Wind und Licht zur Ausweichsituation passen

Flexibel bleiben, wenn …

  • die Betriebsrichtung bei schwachem Wind wechseln kann
  • die Sperrung nur stundenweise oder nachts gilt
  • Arbeiten wetterabhängig verschoben werden könnten

Lieber woanders hin, wenn …

  • dein Spot nur auf die gesperrte Bahn blickt
  • neue Standorte nur über Baustraßen oder Privatgrund erreichbar wären
  • die verbleibende Bahn von keinem öffentlichen Punkt aus gut einsehbar ist

Den Spot für die Ausnahmesituation planen

Eine Sperrung stellt deine gewohnte Planung auf den Kopf. Der Ablauf, um trotzdem gut vorbereitet loszufahren:

1. Zeitraum und Bahn klären

Lies Ankündigung und NOTAM: Welche Bahn ist wann gesperrt, gilt die Sperrung rund um die Uhr oder nur nachts, sind auch Rollwege betroffen?

2. Verbleibende Bahnen und Richtungen notieren

Welche Pisten bleiben offen, und in welchen Richtungen können sie genutzt werden? Gibt es Einschränkungen nur für Starts oder nur für Landungen?

3. Windprognose prüfen

Der Wind entscheidet, aus welcher Richtung auf der offenen Bahn gelandet wird. Eine Wetterkarte zeigt dir, ob er in deinem Zeitfenster stabil bleibt.

4. Spot und Licht neu bewerten

Bestimme den passenden öffentlichen Standort und prüfe, wann dort die Sonne im Rücken steht. Die gewohnten Lichtfenster gelten für die neue Situation oft nicht.

5. Zugang prüfen

Baustellen verändern auch das Umfeld: Feldwege können gesperrt, Parkflächen belegt oder Zufahrten umgeleitet sein. Plane eine Alternative ein.

6. Vor Ort gegenchecken

ATIS und Live-Karte zeigen, ob die Lage der Planung entspricht. Sperrungen werden manchmal früher aufgehoben oder kurzfristig verlängert.

Für Schritt 3 hilft dir der Guide zu Windy und anderen Wetterkarten, für Schritt 4 der Artikel Sonnenstand planen. Gerade bei Anflügen über ungewohnte Gebiete stehst du schnell auf der falschen Seite der Schneise – ein paar Minuten Lichtplanung sparen dir einen verlorenen Nachmittag.

Flughäfen mit mehreren Bahnen: mehr Spielraum, mehr Varianten

Je mehr Pisten ein Flughafen hat, desto flexibler kann er Sperrungen abfangen – und desto vielfältiger werden die Ausweichszenarien. An großen Flughäfen wie Amsterdam Schiphol mit seinem weit verzweigten Bahnsystem verteilt sich der Verkehr bei Wartungsarbeiten in der Regel auf andere Bahnen, ohne dass es zum Einbahnbetrieb kommt. Für Spotter bedeutet das: Ein Spot wie die Spotterplaats an der Polderbaan kann während einer Sperrung leer bleiben, während an einer anderen Bahn deutlich mehr los ist. Welche Bahnen dort wie genutzt werden, erklärt der Schiphol-Guide.

An Flughäfen mit Parallelbahnen wie dem Flughafen Frankfurt kann die Sperrung einer Bahn dazu führen, dass Starts oder Landungen auf eine Bahn wechseln, die sonst anders genutzt wird. Welche Spots dort welche Bahn abdecken, findest du im Frankfurt-Guide. Die Faustregel bleibt überall gleich: erst klären, welche Bahn offen ist, dann den Spot wählen – nicht umgekehrt.

Worauf du achten solltest

  • Baustellen sind Sperrgebiet. Arbeiten auf dem Flughafengelände liegen im Sicherheitsbereich. Auch außerhalb des Zauns gelten Absperrungen von Baustraßen und Lagerflächen. Was am Zaun erlaubt ist, fasst der Artikel Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
  • Keine Drohnen. Die Neugier auf die Baustelle von oben ist verständlich, im Umfeld von Flughäfen ist das Fliegen von Drohnen aber stark eingeschränkt oder verboten.
  • Unter der neuen Schneise vorsichtig sein. Wenn Anflüge über Straßen oder Wege führen, an denen sonst nichts landet, gilt dieselbe Vorsicht wie unter jeder Anflugschneise – mehr dazu im Artikel Spotten unter der Anflugschneise.
  • Rücksicht auf Anwohner. Für die Menschen unter einer selten genutzten Schneise ist eine Sperrung oft eine Belastung. Park nicht in Einfahrten und mach keinen Lärm in Wohnstraßen.
  • Zeiträume sind nie in Stein gemeißelt. Wetter, Materiallieferungen oder Abnahmeprüfungen können Arbeiten verschieben. Prüfe vor jeder Fahrt den aktuellen Stand.

Bist du bereit für die nächste Sperrung?

Hak ab, was du vor der Fahrt geklärt hast – am Ende siehst du, ob die Planung steht.

  • Ich weiß, welche Bahn in welchem Zeitraum gesperrt ist.
  • Ich habe das passende NOTAM gelesen oder die Ankündigung des Flughafens geprüft.
  • Ich kenne die verbleibenden Bahnen und ihre möglichen Richtungen.
  • Ich habe die Windprognose für mein Zeitfenster gecheckt.
  • Ich habe einen öffentlich zugänglichen Spot mit passendem Licht gefunden.
  • Ich habe eine Ausweichroute, falls Zufahrten wegen der Baustelle gesperrt sind.

Sperrungen dokumentieren lohnt sich

Fotos aus Sperrungsphasen werden mit der Zeit wertvoll. Ein Anflug über eine Gegend, die sonst nie Verkehr sieht, ist später kaum zu wiederholen. Halte deshalb bei jeder Aufnahme fest, welche Bahn genutzt wurde und warum – das Kennzeichen allein erzählt die Geschichte nicht. Wer seine Fotos ohnehin sortiert, findet im Artikel über eigene Spotting-Statistiken Ideen, wie man solche Sonderlagen auswertet.

Sonderlagen festhalten und teilen

Poste deine Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot, sammle sie im Hangar und zeig der Community, was während der Sperrung los war. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Pistensperrungen und Bauarbeiten sind für den Flughafen eine logistische Herausforderung und für Spotter eine Chance auf Zeit. Wer die Ankündigungen der Flughäfen verfolgt, NOTAMs lesen kann und am Tag selbst ATIS und Live-Karte gegenprüft, weiß früh, welche Bahn den Verkehr übernimmt. Dann geht es darum, den passenden öffentlichen Spot zu finden, Wind und Licht einzuplanen und die Baustelle mit Respekt zu behandeln. Belohnt wirst du mit Anflügen, Rollwegen und Perspektiven, die es vielleicht erst in einigen Jahren wieder gibt.

Kurzfazit

Eine gesperrte Piste schickt den gesamten Verkehr auf die übrigen Bahnen – und macht damit andere Spots interessant. Kläre früh, welche Bahn wann dicht ist, plane Wind, Licht und Zugang für die Ausnahmesituation neu und bleib dabei konsequent auf öffentlichen Flächen.

Zusammenfassung

  • Pisten werden für Deckschicht-Erneuerungen, Wartung, Befeuerungs- und ILS-Arbeiten oder nach Zwischenfällen gesperrt – geplant über Wochen oder kurzfristig für Stunden.
  • Am Beispiel Hamburg zeigt sich das Muster: 2023 wurden beide Bahnen nacheinander für jeweils rund vier Wochen gesperrt, der gesamte Verkehr lief über die jeweils andere Piste.
  • Frühe Hinweise liefern Pressemitteilungen und Fluglärm-Seiten der Flughäfen, die formale Bestätigung NOTAMs und die ATIS, den aktuellen Zustand die Live-Karte.
  • Wer Sperrungen nutzt, plant den Spot neu: Pistenachse, Licht, Wind und Zugang müssen für die Ausweichsituation frisch bewertet werden.

Häufige Fragen

Warum werden Pisten am Flughafen gesperrt?

Die häufigsten Gründe sind geplante Instandhaltung – etwa die Erneuerung der Asphalt-Deckschicht, Arbeiten an Befeuerung, Entwässerung oder Instrumentenlandesystem – sowie kurzfristige Ereignisse wie Pisteninspektionen, Fremdkörper auf der Bahn, Winterdienst oder ein liegengebliebenes Flugzeug. Größere Sanierungen lassen sich nicht im laufenden Betrieb erledigen, deshalb wird die betroffene Bahn dafür komplett geschlossen.

Wie erfahre ich von einer geplanten Pistensperrung?

Größere Arbeiten kündigen die Flughäfen in der Regel über Pressemitteilungen, Fluglärm- oder Nachbarschaftsseiten und lokale Medien an. Die verbindliche Information für den Flugbetrieb steht in NOTAMs, bei längeren Maßnahmen oft zusätzlich in Ergänzungen zum Luftfahrthandbuch. Am Tag selbst nennt die ATIS gesperrte Bahnen, und auf Live-Karten siehst du, welche Piste tatsächlich genutzt wird.

Was bedeutet Einbahnbetrieb für Spotter?

Hat ein Flughafen mit mehreren Pisten wegen einer Sperrung nur noch eine Bahn zur Verfügung, laufen alle Starts und Landungen über diese eine Piste. Für Spots an dieser Bahn heißt das mehr Bewegungen auf engem Raum. Spots an der gesperrten Bahn sind dagegen für die Dauer der Arbeiten weitgehend wertlos.

Kann ich während einer Sperrung näher an die Baustelle?

Nein. Baustellen auf dem Flughafengelände liegen im Sicherheitsbereich, und auch außerhalb des Zauns sind Baustraßen und Lagerflächen in der Regel abgesperrt. Fotografiere ausschließlich von öffentlich zugänglichen Wegen und Flächen und halte dich an Beschilderungen und Anweisungen.

Ändert sich bei einer Pistensperrung auch die Betriebsrichtung?

Die Betriebsrichtung hängt weiterhin vor allem vom Wind ab. Bleibt nur eine Piste übrig, kann diese aber auch bei ungünstigem Wind die einzige Option sein – solange Seiten- und Rückenwind innerhalb der zulässigen Grenzen bleiben. Dadurch siehst du manchmal Starts und Landungen in Richtungen, die sonst selten vorkommen.

Wie lange dauern Pistensperrungen?

Das ist sehr unterschiedlich. Inspektionen oder kurze Störungen dauern Minuten bis Stunden, nächtliche Wartungsfenster wenige Stunden, große Sanierungen mehrere Wochen. In Hamburg waren 2023 für die Erneuerung der Deckschicht pro Bahn jeweils rund 28 Tage angesetzt. Verlässlich ist immer nur die aktuelle Ankündigung des jeweiligen Flughafens.

PT

Planetrack Redaktion

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