Sonnenstand planen: So stehst du am Flughafen nie im Gegenlicht

Pistenrichtung plus Sonnenazimut ergibt das Zeitfenster, in dem ein Spot am Flughafen funktioniert. Rechenlogik, Faustregeln für Nord- und Südseite und der Jahreszeiten-Effekt im Überblick.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Winkel reichen: Der Azimut sagt, aus welcher Himmelsrichtung die Sonne kommt, die Elevation, wie hoch sie steht – zusammen beschreiben sie jede Lichtsituation am Zaun.
  • Die Pistennummer verrät die Richtung: Bahn 26 zeigt grob auf 260 Grad, also nach Westen. Damit kennst du die Achse, entlang der die Flugzeuge rollen, starten und landen.
  • Südseite schlägt Nordseite: In Mitteleuropa steht die Sonne tagsüber im Süden. Wer südlich einer Ost-West-Piste steht und nach Norden fotografiert, hat sie über weite Teile des Tages im Rücken.
  • 12 Uhr ist nicht Mittag: In Deutschland erreicht die Sonne ihren Höchststand meist deutlich später als die Uhr vermuten lässt – in der Sommerzeit oft erst nach 13 Uhr.
  • Die Jahreszeit dreht den Spot: Im Sommer geht die Sonne im Nordosten auf und im Nordwesten unter, im Winter im Südosten und Südwesten. Derselbe Standort funktioniert dadurch zu ganz anderen Zeiten.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Sonnenstand planen: die kurze Antwort
  2. 2.Die Pistennummer ist dein Kompass
  3. 3.Südseite, Nordseite: die wichtigste Faustregel
  4. 4.Warum 12 Uhr nicht Mittag ist
  5. 5.Die Jahreszeit dreht deinen Spot
  6. 6.Was hohe Sonne am Flughafen anrichtet
  7. 7.Vom Spot zum Zeitfenster: Schritt für Schritt
  8. 8.Wenn das Licht nicht mitspielt
  9. 9.Worauf du achten solltest
  10. 10.Der eigene Lichtkatalog
  11. 11.Fazit

Früh aufgestanden, Betriebsrichtung passt, der Langstreckenjet kommt pünktlich rein – und dann steht die Sonne genau hinter ihm. Auf dem Display bleibt eine dunkle Silhouette mit ausgefressenem Himmel. Wer den Sonnenstand für seinen Fotospot planen kann, erlebt solche Tage deutlich seltener. Dieser Guide zeigt dir die Logik hinter Azimut und Elevation, übersetzt sie in Faustregeln für Pisten und Spotterpunkte und erklärt, warum derselbe Standort im Winter zu ganz anderen Uhrzeiten funktioniert als im Sommer.

Licht und Spot an einem Ort planen

Der Sonnenstand-Planer in Planetrack zeigt dir, wann an deinem Spot die Sonne im Rücken steht – direkt neben Spot-Karte und Community-Infos. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Sonnenstand planen: die kurze Antwort

Du planst den Sonnenstand, indem du die Ausrichtung der Piste und deine Position daneben mit dem Sonnenazimut zur geplanten Uhrzeit vergleichst. Steht die Sonne ungefähr hinter dir und streift die dir zugewandte Rumpfseite, bekommst du gleichmäßig ausgeleuchtete Seitenansichten. Steht sie hinter dem Flugzeug, fotografierst du ins Gegenlicht. Uhrzeit, Jahreszeit und Spotwahl sind nur Stellschrauben an dieser einen Beziehung.

Zwei Begriffe brauchst du dafür. Der Azimut gibt die Himmelsrichtung der Sonne an, im Uhrzeigersinn ab Norden gemessen: 90 Grad ist Osten, 180 Grad Süden, 270 Grad Westen. Die Elevation gibt an, wie hoch die Sonne über dem Horizont steht. Der Azimut entscheidet, welche Seite des Flugzeugs Licht abbekommt, die Elevation entscheidet über Schatten, Kontrast und – am Flughafen besonders wichtig – über die Helligkeit der Rumpfunterseite.

4 minVerschiebung des Sonnenhöchststands pro Längengrad
±23,4°Schwankung der Sonnendeklination über das Jahr
18Differenz der Pistennummern an beiden Enden einer Bahn

Die Pistennummer ist dein Kompass

Am Flughafen hast du einen Vorteil gegenüber anderen Fotografen: Die Achse, auf der sich deine Motive bewegen, steht bereits auf jeder Karte. Die Pistennummer ist die magnetische Richtung der Bahn, auf zehn Grad gerundet und durch zehn geteilt. Bahn 23 zeigt also grob auf 230 Grad (Südwest), Bahn 05 auf 50 Grad (Nordost). Die Gegenrichtung liegt immer 180 Grad daneben, deshalb unterscheiden sich die beiden Enden einer Piste stets um 18.

Ein paar Beispiele aus unseren Steckbriefen:

  • Der Flughafen München hat zwei parallele Bahnen 08L/26R und 08R/26L – eine fast reine Ost-West-Achse.
  • Am Flughafen Frankfurt laufen drei Bahnen parallel in Richtung 07/25, dazu kommt die Startbahn 18 West nach Süden – zwei völlig verschiedene Lichtsituationen an einem Flughafen.
  • An der Besucherterrasse Düsseldorf blickst du auf das Parallelbahnsystem 05/23, also eine Achse von Nordost nach Südwest.

Die Nummer bezieht sich auf magnetisch Nord. In Mitteleuropa weicht das nur um wenige Grad vom geografischen Norden ab – für die Lichtplanung ist das vernachlässigbar. Welches Ende der Piste an einem Tag in Betrieb ist, hängt vom Wind ab; das erklärt der Guide Betriebsrichtung am Flughafen verstehen ausführlich. Für das Licht ist die Betriebsrichtung trotzdem wichtig: Sie entscheidet, ob du die Flugzeuge von vorn-seitlich oder von hinten-seitlich siehst.

Südseite, Nordseite: die wichtigste Faustregel

In Mitteleuropa steht die Sonne um die Tagesmitte immer im Süden. Daraus folgt die Grundregel für jede Ost-West-Piste:

  • Südlich der Piste blickst du nach Norden und hast die Sonne tagsüber im Rücken. Die dir zugewandte Südflanke der Flugzeuge liegt im Licht. Das ist die komfortable Seite.
  • Nördlich der Piste blickst du nach Süden und fotografierst um die Mittagszeit direkt ins Gegenlicht. Brauchbar wird es dort erst am frühen Morgen und späten Abend, wenn die Sonne seitlich steht – im Sommerhalbjahr wandert sie dann sogar leicht hinter dich nach Norden.

Am Besucherhügel München siehst du genau das: Mit Blick nach Norden zur Nordbahn hast du tagsüber die Sonne im Rücken, mit Blick nach Süden mittags Gegenlicht und nur morgens und abends Seitenlicht. Bei Pisten mit anderer Ausrichtung verschiebt sich die Regel entsprechend. An einer Nordost-Südwest-Bahn wie in Düsseldorf hast du auf der Südostseite (Blick nach Nordwesten) vom Vormittag bis in den frühen Nachmittag die Sonne im Rücken. Auf der Nordwestseite (Blick nach Südosten) wird das Licht erst am Nachmittag und Abend besser, wenn die Sonne nach Westen gewandert ist.

Pistenachse Gute Seite tagsüber Gegenlicht-Seite Was die Randzeiten bringen
Ost–West (z. B. 08/26, 07/25) Südseite, Blick nach Norden Nordseite um die Mittagszeit im Sommer morgens und abends brauchbares Licht auch auf der Nordseite
Nordost–Südwest (z. B. 05/23) Südostseite, vormittags bis früher Nachmittag Nordwestseite am Vormittag Nordwestseite wird nachmittags und an Sommerabenden besser
Nord–Süd (z. B. 18/36) Ostseite vormittags, Westseite nachmittags die jeweils andere Seite mittags kommt das Licht entlang der Achse, also auf Nase oder Heck
Nordwest–Südost (z. B. 14/32) Südwestseite, eher nachmittags Nordostseite um die Mittagszeit und nachmittags Nordostseite bekommt im Sommer am frühen Morgen Licht

Diese Tabelle beschreibt Tendenzen, keine Uhrzeiten. Ob und wann ein konkreter Standort funktioniert, hängt zusätzlich von der Jahreszeit ab.

Warum 12 Uhr nicht Mittag ist

Der häufigste Planungsfehler: Man geht davon aus, die Sonne stehe um 12 Uhr im Süden. Drei Effekte verschieben den Höchststand.

  • Längengrad: Die Mitteleuropäische Zeit ist die mittlere Ortszeit am 15. Längengrad Ost. Pro Grad, den dein Spot westlich davon liegt, erreicht die Sonne ihren Höchststand rund vier Minuten später. Deutschlands große Flughäfen liegen fast alle deutlich westlich davon.
  • Zeitgleichung: Weil die Erdbahn elliptisch und die Erdachse geneigt ist, läuft die Sonne gegenüber der Uhr übers Jahr bis zu gut eine Viertelstunde vor oder nach.
  • Sommerzeit: Von Ende März bis Ende Oktober kommt eine volle Stunde dazu.

Zusammen liegt der Sonnenhöchststand in Deutschland während der Sommerzeit meist erst nach 13 Uhr, an westlichen Flughäfen spürbar später. Wer seine Lichtfenster nach der Uhr plant, liegt schnell eine Stunde daneben. Den Längengrad-Anteil kannst du hier selbst ausrechnen:

Wann steht die Sonne an deinem Spot am höchsten?

Trag den ungefähren Längengrad deines Spots ein und wähle die Zeitzone. Das Ergebnis zeigt, wie viele Minuten nach 12 Uhr die Sonne ihren Höchststand erreicht.

Rechenwert nach der Regel „vier Minuten pro Längengrad westlich von 15 Grad Ost“. Die Zeitgleichung ist nicht enthalten und verschiebt das Ergebnis je nach Datum um bis zu rund 16 Minuten.

Die Jahreszeit dreht deinen Spot

Der Punkt, an dem die Sonne aufgeht, wandert über das Jahr erheblich. Grund ist die Sonnendeklination, die zwischen etwa plus 23,4 Grad zur Sommersonnenwende und minus 23,4 Grad zur Wintersonnenwende pendelt. Für die Breitengrade Deutschlands ergeben sich daraus grobe Bereiche:

Zeitpunkt Sonnenaufgang grob Sonnenuntergang grob Mittagshöhe grob Was das am Flughafen heißt
Sommersonnenwende Nordost, rund 45–55° Nordwest, rund 305–315° 58–66° Nordseite einer Ost-West-Piste bekommt früh morgens und spät abends Licht, mittags Hitzeflimmern
Tagundnachtgleiche fast genau Ost fast genau West 35–43° ausgewogenes Licht, Ost-West-Pisten morgens und abends fast im Streiflicht
Wintersonnenwende Südost, rund 125–135° Südwest, rund 225–235° 12–20° Südseite ganztägig gut, Nordseite praktisch den ganzen Tag im Gegenlicht

Die Werte sind gerundete Faustbereiche, keine Tabellenwerte für einen bestimmten Ort. Sie helfen dir aber, schnell abzuschätzen, ob sich ein Spot in der aktuellen Saison überhaupt lohnt.

Der Winter ist unterschätzt

Im Dezember und Januar steht die Sonne in Deutschland so tief, dass das Licht den ganzen Tag weich und schräg bleibt. Auf der Südseite einer Ost-West-Piste hast du dann von morgens bis nachmittags brauchbare Bedingungen – und klare, kalte Luft ohne Flimmern über dem Asphalt.

Die Mittagshöhe selbst abschätzen

Die maximale Sonnenhöhe eines Tages folgt einer einfachen Formel: 90 Grad minus geografische Breite plus Sonnendeklination. In München (rund 48 Grad Nord) steht die Sonne zur Tagundnachtgleiche mittags also etwa 42 Grad hoch, im Hochsommer rund 65 Grad, im Hochwinter nur rund 18 Grad. In Hamburg (rund 53,5 Grad Nord) sind es jeweils gut fünf Grad weniger.

Licht passt – kommt auch der richtige Flieger?

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen oder eine Special Livery im Anflug ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Was hohe Sonne am Flughafen anrichtet

Für Flugzeugfotos ist die Elevation fast wichtiger als bei anderen Motiven. Drei Effekte solltest du kennen:

  • Dunkle Unterseiten: Bei steiler Sonne liegt der Rumpfbauch im Schatten. Bei Bildern im Anflug, die du von schräg unten aufnimmst, wirkt das Flugzeug dann flach und dunkel. Flache Sonne leuchtet dagegen auch Fahrwerk und Unterseite noch an.
  • Hitzeflimmern: An warmen Tagen heizt sich der Asphalt auf, und die aufsteigende Luft verwischt Details auf große Entfernung. Gerade Rollbilder mit langer Brennweite über die Piste hinweg leiden darunter zur Mittagszeit. Morgens ist die Luft meist ruhiger.
  • Weiße Rümpfe: Viele Airlines fliegen mit überwiegend weißen Rümpfen, etwa Lufthansa im aktuellen Design. Bei praller, direkter Sonne fressen diese Flächen schnell aus. Eine leicht knappere Belichtung ist dann die sicherere Wahl; mehr zu Kamera und Objektiven steht in der Ausrüstungs-Checkliste.

Bei großen Maschinen wie dem Airbus A380 oder der Boeing 777-300ER fällt der Effekt besonders auf, weil die Flanke so groß ist: Bei gutem Seitenlicht modelliert die Sonne die Rumpfrundung, bei hoher Sonne wird aus der Flanke eine flache, kontrastarme Fläche.

Vom Spot zum Zeitfenster: Schritt für Schritt

Mit den Grundlagen wird die eigentliche Planung zur Routine. Der Ablauf ist an jedem Flughafen gleich.

1. Pistenachse bestimmen

Lies die Pistennummern auf einer Karte oder im Flughafen-Steckbrief ab und übersetze sie in eine Himmelsrichtung – 26 heißt grob Westen, 05 grob Nordost.

2. Deine Seite festlegen

Prüfe, auf welcher Seite der Piste dein öffentlich zugänglicher Spot liegt und in welche Richtung du von dort fotografierst.

3. Gewünschten Azimut ableiten

Die Sonne sollte ungefähr aus der Richtung hinter dir kommen, gern leicht seitlich versetzt, damit Nase und Flanke gleichzeitig Licht bekommen. Notiere einen Bereich, keinen Einzelwert.

4. Uhrzeit mit einem Sonnenstands-Werkzeug suchen

Kartenbasierte Tools zeichnen dir die Richtung von Sonnenauf- und -untergang sowie den aktuellen Azimut direkt auf den Spot. Damit findest du, wann dein Azimutbereich an diesem Datum erreicht wird.

5. Betriebsrichtung und Flugplan gegenprüfen

Gutes Licht nützt nichts, wenn in dieser Zeit auf der anderen Bahn gelandet wird. Wind-Vorhersage und Live-Karte zeigen dir, ob dein Fenster auch zum Verkehr passt.

6. Horizont vor Ort prüfen

Hangars, Terminals, Lärmschutzwälle oder Waldränder können die tiefe Sonne früher verschwinden lassen als berechnet. Das sieht kein Tool, nur du.

Für Schritt 5 lohnt sich die Kombination mit Live-Daten: Wie du über Flugverfolgung und ADS-B herausfindest, welche Maschine gerade im Anflug ist, beschreibt der Guide Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter. So weißt du nicht nur, wann das Licht passt, sondern auch, ob in diesem Zeitfenster etwas Interessantes kommt.

Wenn das Licht nicht mitspielt

Nicht jeder Spot lässt sich ins Frontlicht drehen. Manche Standorte liegen einfach auf der „falschen“ Seite, und manchmal ist die Betriebsrichtung gegen dich. Dann hast du drei Möglichkeiten – alle drei sind legitim.

Zeitfenster verschieben, wenn …

  • der Spot grundsätzlich gute Sicht auf Piste oder Anflug hat
  • du flexibel bist, wann du hinfährst
  • eine andere Jahreszeit die Lichtrichtung ohnehin dreht

Standort wechseln, wenn …

  • es auf der anderen Pistenseite einen öffentlichen Spotterpunkt gibt
  • eine Besucherterrasse eine andere Blickrichtung bietet
  • die Betriebsrichtung dich ohnehin zum anderen Pistenende schickt

Gegenlicht bewusst nutzen, wenn …

  • Triebwerksabgase oder Wasserdampf im Licht sichtbar werden
  • die nasse Piste nach dem Regen die Sonne spiegelt
  • eine Silhouette im Abendhimmel stärker wirkt als eine Seitenansicht

Wichtig bei jedem Standortwechsel: Bleib auf öffentlichen Wegen und ausgewiesenen Flächen. Was rund um den Zaun erlaubt ist und was nicht, fasst der Artikel Ist Planespotting erlaubt? zusammen.

Worauf du achten solltest

  • Nach dem Azimut planen, nicht nach der Uhr. Die Uhrzeit ist eine Zeitzonen-Konvention – die Sonne richtet sich nach deinem Längengrad.
  • Den lokalen Horizont einrechnen. Berechnete Auf- und Untergangszeiten gelten für einen freien Horizont. Terminals, Hallen und Bäume verkürzen dein Fenster oft deutlich.
  • Start und Landung getrennt denken. Landende Flugzeuge siehst du in einer anderen Fluglage und oft von einer anderen Seite als startende. Ein Spot kann für Landungen perfekt und für Starts unbrauchbar sein.
  • Wolken sind kein Ausfall. Eine dünne Wolkendecke wirkt wie ein riesiger Diffusor und rettet Spots, die bei praller Sonne im Gegenlicht liegen würden – bei gleichmäßiger Bewölkung wird die Lichtrichtung fast egal.
  • Nie in die Sonne zielen. Blick oder Teleobjektiv direkt in die Sonne zu richten, kann Augen und Kamerasensor schädigen. Gegenlichtaufnahmen nur mit der Sonne knapp außerhalb des Bildes oder hinter dem Flugzeug.

Der eigene Lichtkatalog

Der größte Gewinn entsteht nicht durch ein besseres Werkzeug, sondern durch Notizen. Halte nach jedem Besuch fest: Datum, Spot, Betriebsrichtung, ab wann das Licht passte und wann es weg war. Nach einer Saison hast du einen persönlichen Lichtkatalog, der Hallen, Bäume und Blickachsen deiner Stammspots kennt – das kann keine allgemeine Regel leisten.

Wenn du noch am Anfang stehst, hilft dir der Leitfaden Planespotting für Einsteiger bei der Auswahl der ersten Spots. Prüfe dort zuerst die Lichtrichtung, dann kannst du die Faustregeln aus diesem Artikel direkt am Zaun ausprobieren.

Ist dein Spot lichttechnisch geplant?

Hak ab, was du vor dem Losfahren geklärt hast – am Ende siehst du, ob du gut vorbereitet bist.

  • Ich kenne die Pistenachse und weiß, auf welcher Seite mein Spot liegt.
  • Ich weiß, aus welcher Himmelsrichtung die Sonne zur geplanten Zeit kommt.
  • Ich habe den Sonnenhöchststand für Längengrad und Sommerzeit berücksichtigt.
  • Ich habe die Betriebsrichtung für mein Zeitfenster geprüft.
  • Ich weiß, ob Gebäude oder Bäume die tiefe Sonne verdecken könnten.
  • Ich habe einen Ausweichspot auf der anderen Pistenseite im Kopf.

Spots, Licht und Sichtungen in einer App

Finde Spots mit bestem Licht auf der Spot-Karte, plane mit dem Sonnenstand-Planer und halte deine Sichtungen mit Kennzeichen im Hangar fest. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Lichtplanung am Flughafen ist Geometrie mit wenigen Zutaten: die Pistenachse aus der Pistennummer, deine Seite daneben, der Sonnenazimut zur geplanten Uhrzeit und die Sonnenhöhe. In Mitteleuropa gilt dabei fast immer: Südlich der Piste mit Blick nach Norden stehst du besser, die Randzeiten des Tages schlagen die Mittagszeit, und der Winter ist lichttechnisch oft dankbarer als sein Ruf. Was kein Rechner weiß, lernst du vor Ort – und schreibst es auf.

Kurzfazit

Pistenachse plus Sonnenazimut ergibt dein Zeitfenster, die Elevation entscheidet über die Bildqualität darin. Stell dich möglichst so, dass die Sonne in deinem Rücken steht – an Ost-West-Pisten also auf die Südseite –, plane nach Sonnenstand statt nach Uhrzeit und notiere nach jedem Besuch, wann das Licht wirklich gepasst hat.

Zusammenfassung

  • Lichtplanung am Flughafen beantwortet drei Fragen: Wie liegt die Piste, auf welcher Seite stehst du, und wo steht die Sonne zur geplanten Uhrzeit.
  • Die Mittagshöhe der Sonne ergibt sich aus 90 Grad minus Breitengrad plus Sonnendeklination – im Winter bleibt sie in Deutschland unter 20 Grad, im Sommer steigt sie über 58 Grad.
  • Hohe Sonne macht Rumpfunterseiten dunkel und sorgt im Sommer für Hitzeflimmern über dem Asphalt. Die Randzeiten des Tages liefern meist die besseren Bilder.
  • Wer nach jedem Besuch notiert, wann das Licht kam und ging, hat nach einer Saison einen Lichtkatalog, der jede Faustregel schlägt.

Häufige Fragen

Wie plane ich den Sonnenstand für einen Spot am Flughafen?

Du brauchst drei Angaben: die Ausrichtung der Piste, die Seite, auf der du stehst, und den Sonnenazimut zur geplanten Uhrzeit. Steht die Sonne ungefähr hinter dir und trifft schräg auf die dir zugewandte Rumpfseite, funktioniert der Spot. Steht sie hinter dem Flugzeug, fotografierst du ins Gegenlicht. Die Pistenrichtung liest du an der Pistennummer ab, den Sonnenazimut liefern Sonnenstands-Werkzeuge für Ort und Datum.

Was bedeuten Azimut und Elevation?

Azimut ist die Himmelsrichtung der Sonne, gemessen im Uhrzeigersinn ab Norden: 0 Grad ist Norden, 90 Grad Osten, 180 Grad Süden, 270 Grad Westen. Elevation ist die Höhe der Sonne über dem Horizont in Grad – 0 Grad bei Auf- und Untergang, am größten zum wahren Mittag.

Wie lese ich die Ausrichtung einer Piste ab?

Die Pistennummer entspricht der auf zehn Grad gerundeten magnetischen Richtung, geteilt durch zehn. Bahn 08 zeigt also grob auf 80 Grad (Ost), Bahn 26 auf 260 Grad (West). Die beiden Enden einer Piste unterscheiden sich immer um 18. Die Abweichung zwischen magnetischem und geografischem Norden beträgt in Mitteleuropa nur wenige Grad und spielt für die Lichtplanung praktisch keine Rolle.

Auf welcher Seite der Piste habe ich das beste Licht?

Bei einer Ost-West-Piste in Mitteleuropa meist auf der Südseite: Du fotografierst nach Norden, und die Sonne steht tagsüber im Süden und damit in deinem Rücken. Auf der Nordseite blickst du nach Süden und fotografierst mittags ins Gegenlicht. Dort bekommst du vor allem am frühen Morgen und späten Abend brauchbares Licht – am besten im Sommerhalbjahr, wenn die Sonne im Nordosten auf- und im Nordwesten untergeht.

Steht die Sonne um 12 Uhr im Süden?

In Deutschland so gut wie nie. Die Mitteleuropäische Zeit bezieht sich auf den 15. Längengrad Ost. Pro Grad, den du westlich davon stehst, kommt der Sonnenhöchststand rund vier Minuten später. Dazu kommt die Zeitgleichung mit bis zu gut einer Viertelstunde Abweichung und in der Sommerzeit eine weitere Stunde.

Warum sind Landeanflüge mittags oft schwierig?

Weil die Sonne dann hoch steht und die Rumpfunterseite im eigenen Schatten liegt. Gerade bei Bildern von schräg unten im Anflug wirkt das Flugzeug dann dunkel vor hellem Himmel. Mit flacherer Sonne am Vormittag oder Nachmittag wird auch die Unterseite noch angestrahlt.

Was mache ich, wenn mein Spot nur Gegenlicht hat?

Du kannst die Uhrzeit oder die Seite wechseln – an vielen Flughäfen gibt es Spots auf beiden Seiten der Piste. Oder du nutzt das Gegenlicht bewusst für Silhouetten, Triebwerksabgase, Kondensstreifen an feuchten Tagen oder Spiegelungen auf nasser Piste. Erzwingen lässt sich Frontlicht an einem Spot nicht.

PT

Planetrack Redaktion

Wir bauen die Planetrack App und spotten selbst – auf Besucherterrassen, an Anflugschneisen und am Zaun. Alle Guides entstehen aus eigener Praxis und werden regelmäßig aktualisiert.

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