Hitzeflimmern vermeiden: Distanz, Tageszeit und Standort bei Wärme

Warum Flugzeuge an warmen Tagen auf langer Brennweite wabbelig aussehen – und wie du mit Distanz, Tageszeit, Standort und Aufnahmetechnik trotzdem scharfe Bilder bekommst.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Problem ist die Luft, nicht die Linse: Warme, aufsteigende Luft bricht das Licht ungleichmäßig. Kein Objektiv der Welt fotografiert durch diese Schlieren hindurch scharf.
  • Distanz ist der wichtigste Hebel: Je mehr Luft zwischen dir und dem Flugzeug liegt, desto stärker summiert sich das Flimmern. Näher ran schlägt längere Brennweite.
  • Bodennah ist am schlimmsten: Die heißeste Luft liegt direkt über Asphalt und Beton. Rollbilder über die Piste leiden am stärksten, Flugzeuge in der Luft deutlich weniger.
  • Randzeiten retten den Sommer: Am frühen Morgen ist der Boden noch kühl und die Luft ruhig. Ab dem späten Vormittag nimmt das Flimmern an sonnigen Tagen spürbar zu.
  • Serienbilder erhöhen die Trefferquote: Das Flimmern wechselt ständig. In einer Serie sind oft einzelne Bilder dabei, die deutlich ruhiger wirken als der Rest.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Hitzeflimmern vermeiden: die kurze Antwort
  2. 2.Woher das Flimmern kommt
  3. 3.Hebel 1: Distanz verkürzen
  4. 4.Hebel 2: die richtige Tageszeit
  5. 5.Hebel 3: Standort und Blickwinkel
  6. 6.Triebwerksabgase: das Flimmern hinter dem Flugzeug
  7. 7.Aufnahmetechnik bei flimmernder Luft
  8. 8.Was die Bildbearbeitung leisten kann
  9. 9.Spotten in warmen Urlaubsregionen
  10. 10.Worauf du achten solltest
  11. 11.Fazit

Strahlender Sommertag, perfektes Licht, der seltene Gast rollt am anderen Ende des Vorfelds zur Startbahn. Du drückst ab, zoomst am Display hinein – und das Kennzeichen sieht aus, als wäre es unter Wasser fotografiert. Die Kanten wabern, die Fenster verschmelzen zu einem Band, die Schrift auf dem Leitwerk ist kaum lesbar. Das ist Hitzeflimmern, und es betrifft jeden, der mit langer Brennweite an warmen Tagen fotografiert. Dieser Guide erklärt, woher das Flimmern kommt, warum dein Teleobjektiv daran unschuldig ist und mit welcher Kombination aus Distanz, Tageszeit und Standort du trotzdem scharfe Bilder mit nach Hause nimmst.

Spots mit kurzer Distanz finden

Auf der Spot-Karte von Planetrack siehst du Anreise, bestes Licht, Bewertungen und Community-Fotos – so erkennst du vorab, wie nah du an Piste und Rollwege kommst. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Hitzeflimmern vermeiden: die kurze Antwort

Du reduzierst Hitzeflimmern, indem du möglichst wenig warme, bodennahe Luft zwischen dich und das Flugzeug bringst. Konkret heißt das: näher heran statt längere Brennweite, früh am Morgen statt zur Mittagszeit, schräg nach oben auf Anflüge statt flach über das Vorfeld auf rollende Maschinen. Dazu kommen Serienbilder, aus denen du das ruhigste Einzelbild auswählst. Ein teureres Objektiv löst das Problem nicht, denn die Unschärfe entsteht in der Luft, nicht im Glas.

3Hebel, die wirklich helfen: Distanz, Tageszeit, Blickwinkel
0Objektive, die durch flimmernde Luft scharf zeichnen
1ruhiger Moment in der Serie genügt für das Bild

Woher das Flimmern kommt

Licht wird gebrochen, wenn es durch Luft unterschiedlicher Dichte läuft. Warme Luft ist weniger dicht als kalte und bricht das Licht etwas schwächer. Solange die Luft gleichmäßig temperiert ist, merkst du davon nichts. Problematisch wird es, wenn sich Schichten und Blasen unterschiedlicher Temperatur ständig durchmischen.

Genau das passiert an einem sonnigen Tag am Flughafen. Asphalt und Beton schlucken Sonnenstrahlung und heizen sich deutlich stärker auf als die Luft darüber – Unterschiede von mehr als zehn Grad zwischen Fahrbahnoberfläche und der Luft in einem Meter Höhe sind bei kräftiger Sonne keine Seltenheit. Die Luft direkt über dem Boden erwärmt sich, steigt in Schlieren auf und verwirbelt mit der kühleren Luft darüber. Jede dieser Schlieren wirkt wie eine schwache, ständig wandernde Linse.

Für dein Auge ist das am Horizont als Flirren sichtbar, manchmal auch als scheinbare Wasserfläche auf der Piste – eine Luftspiegelung nach unten, die nach demselben Prinzip entsteht. Astronomen kennen das Phänomen unter dem Namen „Seeing“: Auch die Sterne funkeln, weil Luftturbulenzen ihr Licht verzerren. Am Flughafen ist der Effekt nur viel bodennäher und viel heftiger.

Warum dein Tele es so deutlich zeigt

Ein Teleobjektiv vergrößert nicht nur das Flugzeug, sondern auch jede Verzerrung auf dem Weg dorthin. Bei 600 mm siehst du Bewegungen der Luft, die bei 100 mm im Pixelrauschen untergehen. Deshalb fällt Hitzeflimmern gerade Spottern auf, die mit Superzooms wie 150–600 mm oder Telekonvertern arbeiten. Wer über die passende Brennweite für verschiedene Spots nachdenkt, findet im Ratgeber Objektiv und Brennweite fürs Planespotting die Grundlagen.

Hebel 1: Distanz verkürzen

Die Verzerrung summiert sich über den gesamten Lichtweg. Jeder Meter unruhiger Luft zwischen dir und dem Motiv trägt etwas bei. Daraus folgt die wichtigste Regel: Weniger Distanz bringt mehr Schärfe als mehr Brennweite.

Ein Flugzeug, das du aus 300 Metern mit 300 mm fotografierst, wird an einem heißen Tag fast immer schärfer als dasselbe Flugzeug aus 900 Metern mit einem starken Ausschnitt aus einem 600-mm-Bild. Im ersten Fall muss das Licht nur ein Drittel der Strecke durch die flimmernde Luft. Nach dem Zuschnitt ist das Flugzeug in beiden Bildern ähnlich groß – die Qualität aber nicht.

Situation Typische Sichtlinie Flimmer-Risiko an warmen Tagen Bessere Alternative
Rollbild über das ganze Vorfeld lang, flach über Asphalt sehr hoch näheren Rollweg abwarten oder Spot wechseln
Start am entfernten Pistenende lang, flach über Piste hoch Spot nahe dem Abhebepunkt wählen
Landung im kurzen Endanflug mittel, schräg nach oben gering bis mittel Spot unter der Anflugschneise
Überflug in größerer Höhe lang, steil nach oben gering gut nutzbar, Licht beachten
Flugzeug am Gate aus der Nähe kurz gering Besucherterrasse mit Blick aufs Vorfeld

Praktisch bedeutet das: Wenn es an einem Flughafen mehrere Spots gibt, ist an heißen Tagen derjenige im Vorteil, der dich näher an die Rollwege oder unter die Anflugschneise bringt. Ein Beispiel ist die Besucherterrasse Düsseldorf, von der du direkt auf das Vorfeld und den Rollverkehr blickst, oder der Besucherhügel München, dessen erhöhte Lage die Sichtlinie über das Gelände anhebt. Wie weit du konkret von Piste und Rollwegen entfernt bist, solltest du für jeden Spot vor Ort einschätzen – Hintergründe zu beiden Flughäfen liefern die Guides Planespotting in Düsseldorf und Planespotting am Flughafen München.

Lieber kleiner und scharf

Ein Flugzeug, das nur das halbe Bild füllt, aber knackig scharf ist, lässt sich besser zuschneiden als ein formatfüllendes Motiv mit wabernden Kanten. Wenn das Flimmern stark ist, wartest du mit dem Auslösen, bis das Flugzeug näher kommt.

Hebel 2: die richtige Tageszeit

Hitzeflimmern folgt dem Tagesgang der Bodentemperatur. Nachts kühlt der Boden aus, am Morgen ist die Luftschichtung meist ruhig. Mit steigender Sonne heizen sich Piste, Vorfeld und Rollwege auf, und die Konvektion setzt ein.

  • Früher Morgen: In der Regel die beste Zeit für scharfe Telefotos über große Distanz. Der Boden ist noch kühl, die Luft steht. Kombiniert mit flachem Licht entstehen hier oft die besten Bilder des Tages – mehr dazu im Artikel über Golden Hour und Blaue Stunde.
  • Später Vormittag bis Nachmittag: An sonnigen, windarmen Tagen die kritischste Phase. Rollbilder über größere Distanz sind dann oft kaum brauchbar.
  • Abend: Das Flimmern lässt mit sinkender Sonne nach, verschwindet aber nicht sofort, weil Asphalt und Beton die gespeicherte Wärme noch eine Weile abgeben. Wie stark, hängt von Bodenbelag, Wind und Bewölkung ab.

Die Tageszeit ist dabei eng mit dem Licht verknüpft. Welche Seite einer Piste wann Frontlicht bekommt, rechnest du mit dem Guide Sonnenstand planen aus. Im Idealfall fällt dein Lichtfenster in die frühen Stunden – dann passen Licht und Luft gleichzeitig.

Licht und Luft gemeinsam planen

Der Sonnenstand-Planer in Planetrack zeigt dir, wann an deinem Spot die Sonne im Rücken steht. Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen siehst du gleich daneben. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Wetter, das hilft

Nicht nur die Uhrzeit zählt. Einige Wetterlagen dämpfen das Flimmern deutlich:

  • Bewölkung: Ohne direkte Sonne heizt sich der Boden weniger auf. Ein bedeckter Sommertag kann für Rollbilder besser sein als ein wolkenloser.
  • Wind: Gleichmäßiger Wind durchmischt die bodennahe Luft und verhindert, dass sich eine stark überhitzte Schicht bildet. Windstille Hitzetage sind dagegen besonders ungünstig. Wind und Wolken prüfst du vorab mit Wetter-Apps für Spotter.
  • Nach Regen: Eine nasse Piste verdunstet Wasser und kühlt dabei. Kurz nach einem Schauer ist die Luft oft auffallend klar. Was sonst bei Regen geht, beschreibt der Artikel Planespotting bei schlechtem Wetter.
  • Kalte Jahreszeit: Klare Wintertage gehören zu den besten Bedingungen für weite Telefotos. Tipps dazu findest du unter Planespotting im Winter.

Hebel 3: Standort und Blickwinkel

Die heißeste und unruhigste Luft liegt direkt über dem Boden. Wie stark dein Bild leidet, hängt deshalb nicht nur von der Distanz ab, sondern auch davon, wie flach deine Sichtlinie über heiße Flächen führt.

Flach über Asphalt ist der Worst Case

Stehst du auf Bodenhöhe am Zaun und fotografierst ein Flugzeug am gegenüberliegenden Rollweg, läuft das Licht über die gesamte Breite von Piste und Grünstreifen knapp über dem Boden. Das ist die ungünstigste Geometrie überhaupt. Jede Erhöhung hilft: Eine Besucherterrasse, ein Hügel oder ein erhöhter Standort lässt die Sichtlinie schräger von oben auf das Motiv treffen und verkürzt den Weg durch die heißeste Schicht.

Spotter nutzen dafür an manchen Flughäfen Leitern, um über den Zaun zu fotografieren. Ob das an deinem Spot erlaubt ist, klärt der Artikel Leiter, Tritt und Stativ am Flughafenzaun. Für das Flimmern bringt die zusätzliche Höhe von ein, zwei Metern einen kleinen Vorteil, ist aber kein Allheilmittel.

Anflüge statt Rollbilder

Wenn du an einem heißen Tag die Wahl hast, konzentrier dich auf landende Flugzeuge im Endanflug. Die Sichtlinie verläuft schräg nach oben und verlässt die bodennahe Schicht schnell. Je höher das Flugzeug noch ist, desto weniger stört die Bodenhitze. Welche Unterschiede es sonst zwischen beiden Motiven gibt, erklärt der Vergleich Landungen oder Starts spotten. Wer direkt unter einer Anflugschneise steht, sollte die Hinweise zum Spotten unter der Anflugschneise kennen.

Untergrund beachten

Nicht jede Fläche heizt sich gleich auf. Dunkler Asphalt wird bei Sonne besonders heiß, helle Betonflächen etwas weniger, Gras und feuchter Boden deutlich weniger. Eine Sichtlinie, die überwiegend über Wiese führt, flimmert meist weniger als eine über das große Vorfeld. Auch warme Abluft von Gebäuden, Fahrzeugen oder Hilfstriebwerken kann lokal stören – schau dir an, was direkt vor deinem Objektiv liegt. Am Zaun steht oft ein geparktes Auto in der Sonne, dessen aufgeheiztes Dach unmittelbar vor der Linse flimmert.

Gute Bedingungen, wenn …

  • du früh am Morgen oder an einem bedeckten Tag fotografierst
  • das Flugzeug nah ist oder schräg über dir im Anflug
  • deine Sichtlinie über Gras statt über Asphalt führt

Mit Serie probieren, wenn …

  • es warm ist, aber Wind die Luft durchmischt
  • das Flugzeug mittlere Distanz hat
  • du von einer erhöhten Position aus fotografierst

Kaum Chancen, wenn …

  • pralle Mittagssonne und Windstille zusammenkommen
  • das Flugzeug am anderen Ende des Vorfelds rollt
  • deine Sichtlinie flach über Hunderte Meter Asphalt führt

Triebwerksabgase: das Flimmern hinter dem Flugzeug

Eine Sonderform des Problems erzeugen die Flugzeuge selbst. Der Abgasstrahl der Triebwerke ist sehr heiß und verzerrt alles, was dahinter liegt. Typische Situationen:

  • Du fotografierst ein startendes Flugzeug von hinten oder schräg hinten. Der Bildbereich hinter den Triebwerken verschwimmt.
  • Ein Flugzeug wartet am Rollhalt mit laufenden Triebwerken vor deinem eigentlichen Motiv. Das Flugzeug dahinter wird durch die Abgase hindurch unscharf.
  • Bei startenden Maschinen mit vollem Schub ist der Abgasstrahl auch auf größere Distanz als Flirren über der Piste erkennbar.

Gegen Abgasflimmern hilft nur Timing: Fotografiere den Hintergrund-Flieger, bevor oder nachdem der vordere mit Schub losrollt, und wähle bei Starts einen Standort seitlich des Abhebepunkts statt hinter dem Flugzeug. Bewusst eingesetzt kann der flirrende Abgasstrahl aber auch ein Gestaltungsmittel sein, etwa bei Gegenlicht – Anregungen findest du im Artikel über Gegenlicht in der Flugzeugfotografie.

Aufnahmetechnik bei flimmernder Luft

Gegen die Luft selbst kannst du am Kameragehäuse nichts ausrichten. Du kannst aber die Chance erhöhen, einen ruhigen Moment zu erwischen.

1. Serienbilder schießen

Das Flimmern verändert sich laufend. In einer Serie von zehn oder zwanzig Bildern sind oft einzelne Aufnahmen, in denen die Luft kurz ruhiger war. Die wählst du später aus – wie das bei vielen Bildern zügig geht, zeigt der Artikel Serienbilder effizient bearbeiten.

2. Kurze Belichtungszeit wählen

Eine kurze Verschlusszeit friert den momentanen Zustand der Luft ein. Das Bild ist dann zwar verzerrt, aber nicht zusätzlich verwischt. Bei Sonnenschein ist dafür genug Licht vorhanden.

3. Autofokus im Blick behalten

Starkes Flimmern kann den Autofokus pumpen lassen, weil die Kanten ständig wandern. Prüfe stichprobenartig, ob die Schärfe tatsächlich auf dem Flugzeug sitzt. Hinweise zu Modi und Messfeldern stehen im Artikel Autofokus für Flugzeuge.

4. Brennweite anpassen

Wenn das Flugzeug weit weg ist, bringt ein Telekonverter oder das lange Ende des Zooms oft nur mehr vergrößerte Unschärfe. Fotografiere lieber kürzer und warte, bis das Motiv näher kommt.

5. Am Display kontrollieren

Zoome nach den ersten Bildern in die Aufnahme hinein und prüfe Kennzeichen und Fensterreihe. Wenn alles wabert, ist es Zeit für einen anderen Spot oder eine Pause bis zum Abend.

Ausgangswerte für Verschlusszeit, Blende und ISO findest du im Ratgeber Kamera-Einstellungen fürs Planespotting. Bei der Bildauswahl hilft es, die Serie in voller Vergrößerung durchzublättern – der Unterschied zwischen einem ruhigen und einem verzerrten Bild ist oft erst bei 100 Prozent sichtbar.

Was die Bildbearbeitung leisten kann

Leichtes Flimmern macht ein Bild etwas weich. Das lässt sich mit vorsichtigem Schärfen in Grenzen ausgleichen. Starkes Flimmern verbiegt dagegen Linien, verdoppelt Kanten und verschmiert Schrift – das kann keine Software zuverlässig zurückrechnen. Wer kräftig nachschärft, verstärkt die Verzerrung eher und erzeugt zusätzlich Halos. Wie du Flugzeugfotos maßvoll schärfst, erklärt der Artikel Flugzeugfotos schärfen ohne Artefakte.

Für Bildportale mit strengen Annahmekriterien sind Aufnahmen mit sichtbarem Hitzeflimmern meist kein guter Kandidat. Was dort zählt, fasst der Ratgeber Fotos für JetPhotos und Co. bearbeiten zusammen. Für deine eigene Sammlung und als Beleg einer Sichtung reicht ein leicht weiches Bild dagegen oft völlig aus.

Spotten in warmen Urlaubsregionen

Besonders deutlich wird das Thema an Flughäfen in warmen Regionen, die viele Spotter im Urlaub besuchen. An Orten wie dem Flughafen Palma de Mallorca – Spots dort beschreibt der Guide Planespotting auf Mallorca – heizt die Sonne im Sommer Pisten und Vorfelder kräftig auf, und die Mittagsstunden sind für Telefotos über große Distanz entsprechend schwierig. Spots mit sehr kurzer Distanz zum Flugzeug, wie der bekannte Strand am Maho Beach auf Sint Maarten, sind weniger anfällig, weil die Flugzeuge dort sehr niedrig und nah vorbeikommen.

Die Faustregel für den Urlaub: Plane deine Spotting-Sessions in die Morgenstunden, nutze die Mittagszeit für Pause, Schatten und Bildauswahl und kehre am späten Nachmittag zurück. Das schont nebenbei auch dich selbst – Hinweise zu Sonnenschutz, Wasser und Hitze am Zaun findest du im Artikel Planespotting im Sommer.

Bist du für einen heißen Spotting-Tag vorbereitet?

Hak ab, was du vor dem Losfahren geklärt hast – am Ende siehst du, ob du das Flimmern im Griff hast.

  • Ich plane meine Hauptsession in die frühen Morgenstunden.
  • Ich kenne einen Spot mit kurzer Distanz zu Rollweg oder Anflug.
  • Ich weiß, ob meine Sichtlinie über Asphalt oder Gras führt.
  • Ich habe Wind und Bewölkung für den Tag geprüft.
  • Ich fotografiere bei weit entfernten Motiven in Serien.
  • Ich prüfe die ersten Bilder am Display in voller Vergrößerung.

Worauf du achten solltest

  • Nicht das Objektiv verdächtigen. Wenn an kühlen Tagen alles scharf ist und an heißen nicht, liegt es an der Luft. Ein Neukauf löst das Problem nicht.
  • Distanz vor Brennweite. Lieber näher heran und kürzer fotografieren als aus der Ferne stark vergrößern.
  • Sichtlinie anheben. Erhöhte Standorte und Anflüge schräg nach oben reduzieren den Weg durch die heißeste Luftschicht.
  • Nichts Heißes direkt vor der Linse. Autodächer, Motorhauben und sonnenbeschienene Mauern direkt vor dem Objektiv erzeugen eigenes Flimmern.
  • Auf öffentlichen Flächen bleiben. Auch wenn ein Standort näher an der Piste verlockend ist: Was erlaubt ist, steht im Artikel Ist Planespotting erlaubt?.

Das scharfe Bild festhalten

Poste deine Sichtung in Planetrack mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot und sammle sie in deinem Hangar. Sichtungs-Alarme melden dir, wenn ein gesuchtes Kennzeichen oder eine Special Livery im Anflug ist – gern am frühen Morgen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Hitzeflimmern ist kein Ausrüstungsproblem, sondern ein Luftproblem. Aufgeheizter Asphalt erzeugt aufsteigende Schlieren, die das Licht ungleichmäßig brechen, und dein Teleobjektiv vergrößert diese Verzerrung mit. Die Gegenmittel liegen deshalb in der Planung: kurze Distanz, frühe Uhrzeit, eine Sichtlinie, die nicht flach über heißen Boden führt, und Serienbilder, aus denen du das ruhigste Bild auswählst. Wer an Hitzetagen die Mittagsstunden für die Pause nutzt und morgens am Zaun steht, bringt die schärferen Bilder nach Hause.

Kurzfazit

Je weniger warme, bodennahe Luft zwischen dir und dem Flugzeug liegt, desto schärfer wird das Bild. Geh näher heran statt weiter zu zoomen, fotografiere morgens oder bei Wind und Wolken, bevorzuge Anflüge vor Rollbildern und schieß Serien, um den ruhigen Moment zu erwischen.

Zusammenfassung

  • Hitzeflimmern entsteht, wenn sich Luft über aufgeheizten Flächen erwärmt, aufsteigt und mit kühlerer Luft verwirbelt. Die wechselnden Brechungsunterschiede verzerren das Bild.
  • Teleobjektive vergrößern nicht nur das Flugzeug, sondern auch die Verzerrung. Deshalb fällt das Phänomen gerade Spottern mit 400 mm und mehr auf.
  • Die wirksamsten Gegenmittel sind kürzere Distanz, ein Blickwinkel, der nicht flach über heißen Asphalt führt, und das Fotografieren in den kühlen Randstunden des Tages.
  • Nachbearbeitung kann leichte Weichheit kaschieren, aber keine verzerrten Kanten reparieren. Die Lösung liegt fast immer in der Planung vor dem Auslösen.

Häufige Fragen

Was ist Hitzeflimmern bei Flugzeugfotos?

Hitzeflimmern ist eine Verzerrung durch unruhige Luft. Über sonnenbeschienenem Asphalt, Beton oder Gras erwärmt sich die Luft, steigt auf und vermischt sich mit kühlerer Luft. Weil warme und kalte Luft das Licht unterschiedlich stark brechen, wandert das Bild ständig leicht hin und her. Auf Fotos wirken Kanten dann wellig, Schriftzüge verschwommen und Kennzeichen unleserlich.

Hilft ein besseres oder längeres Objektiv gegen Hitzeflimmern?

Nein. Die Unschärfe entsteht in der Luft zwischen dir und dem Flugzeug, nicht im Objektiv. Ein längeres Tele vergrößert die Verzerrung sogar mit. Weniger Distanz bei kürzerer Brennweite bringt fast immer das schärfere Ergebnis als ein starker Ausschnitt aus großer Entfernung.

Zu welcher Tageszeit ist das Flimmern am geringsten?

In der Regel am frühen Morgen, bevor die Sonne den Boden aufgeheizt hat. Auch an bedeckten, windigen oder kühlen Tagen ist die Luft meist ruhiger. Am stärksten ist das Flimmern typischerweise an sonnigen, windstillen Tagen von der späten Vormittagszeit bis in den Nachmittag. Am Abend lässt es mit sinkender Sonne oft wieder nach, der Boden gibt aber noch eine Weile Wärme ab.

Warum sind Landungen weniger betroffen als Rollbilder?

Weil die heißeste und unruhigste Luft direkt über dem Boden liegt. Ein Flugzeug im Endanflug fotografierst du schräg nach oben, die Sichtlinie verlässt die bodennahe Schicht schnell. Bei einem rollenden Flugzeug am anderen Ende des Vorfelds führt die Sichtlinie dagegen über Hunderte Meter flach über heißen Asphalt.

Kann ich Hitzeflimmern in der Bildbearbeitung entfernen?

Nur sehr begrenzt. Leichte Weichheit lässt sich mit vorsichtigem Schärfen etwas kaschieren, aber verbogene Linien, doppelte Kanten und verschmierte Schrift bleiben. Zu starkes Nachschärfen erzeugt zusätzlich Artefakte. Besser ist es, beim Fotografieren eine Serie zu machen und das ruhigste Einzelbild auszuwählen.

Was ist der Unterschied zwischen Hitzeflimmern und Triebwerksabgas?

Beides verzerrt das Bild nach demselben Prinzip, die Ursache ist aber eine andere. Hitzeflimmern kommt vom aufgeheizten Boden und betrifft das ganze Bild. Der heiße Abgasstrahl der Triebwerke verzerrt nur den Bereich hinter dem Flugzeug, etwa wenn ein zweites Flugzeug im Hintergrund steht oder du ein startendes Flugzeug von hinten fotografierst.

Gibt es Hitzeflimmern auch im Winter?

Deutlich seltener, aber es kommt vor, zum Beispiel wenn die Sonne dunkle Flächen erwärmt oder warme Abluft von Gebäuden und Fahrzeugen aufsteigt. Klare, kalte Wintertage gehören insgesamt zu den besten Bedingungen für scharfe Telefotos über große Distanzen.

PT

Planetrack Redaktion

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