Das Wichtigste in Kürze
- METAR ist die Gegenwart, TAF die Vorhersage: Der METAR beschreibt das Wetter am Flughafen zum Beobachtungszeitpunkt, der TAF sagt die Bedingungen für die nächsten 9 bis 30 Stunden voraus.
- Der Wind entscheidet über deinen Spot: Die erste Gruppe nach der Uhrzeit nennt Richtung und Stärke. Flugzeuge starten und landen gegen den Wind – daraus leitest du die Betriebsrichtung ab.
- Alle Zeiten sind UTC: In der deutschen Sommerzeit musst du zwei Stunden addieren, im Winter eine. Wer das vergisst, liegt mit jeder Vorhersage daneben.
- CAVOK ist Spotterwetter: Mindestens 10 Kilometer Sicht, keine Wolken unter 5.000 Fuß, keine Gewitterwolken, kein signifikantes Wetter.
- Kleine Taupunkt-Differenz heißt Nebelgefahr: Liegen Temperatur und Taupunkt nur ein bis zwei Grad auseinander, ist die Luft fast gesättigt – Dunst und Nebel werden wahrscheinlicher.
Inhaltsverzeichnis
EDDF 151050Z 24012G24KT 210V280 9999 FEW030 SCT045 16/08 Q1012 NOSIG – auf den ersten Blick sieht das aus wie ein Kabelsalat aus Buchstaben. Für Piloten ist es die wichtigste Wetterzeile vor jedem Anflug, und für dich als Spotter steckt darin fast alles, was über einen guten oder einen verschenkten Tag am Zaun entscheidet: welche Piste in Betrieb ist, ob Dunst deine Telebilder weichzeichnet, ob die Sonne durchkommt und ob ein Gewitter droht. Dieser Guide zeigt dir, wie du METAR und TAF liest – Gruppe für Gruppe, mit Beispielen und der Übersetzung in Spotter-Entscheidungen.
Wind, Wetter und Pisten auf einen Blick
Planetrack zeigt dir für deinen Flughafen Wetter, Wind und die aktiven Pisten – direkt neben der Spot-Karte mit Anreise und bestem Licht. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
METAR und TAF: die kurze Antwort
Der METAR (Meteorological Aerodrome Report) ist eine standardisierte Wetterbeobachtung für einen einzelnen Flughafen. An deutschen Verkehrsflughäfen erscheint er in der Regel alle 30 Minuten, jeweils um 20 und 50 Minuten nach der vollen Stunde. Ändert sich das Wetter zwischendurch deutlich, kann eine Sondermeldung mit dem Kürzel SPECI folgen. Der TAF (Terminal Aerodrome Forecast) ist die passende Vorhersage: Er beschreibt, wie sich Wind, Sicht, Wetter und Wolken in den nächsten Stunden entwickeln – je nach Flughafen für 9, 24 oder an großen Plätzen bis zu 30 Stunden.
Beide Formate folgen internationalen Regeln der ICAO und der Weltorganisation für Meteorologie. Das ist der große Vorteil: Wer das Schema einmal verstanden hat, liest Meldungen aus Frankfurt, Zürich oder Los Angeles gleichermaßen. Kleine nationale Abweichungen gibt es – in den USA wird die Sicht zum Beispiel in Meilen angegeben –, aber der Aufbau bleibt gleich.
Der Aufbau eines METAR Gruppe für Gruppe
Ein METAR folgt immer derselben Reihenfolge. Nehmen wir die Beispielzeile vom Anfang, ein frei erfundener, aber typischer Herbsttag am Flughafen Frankfurt:
METAR EDDF 151050Z 24012G24KT 210V280 9999 FEW030 SCT045 16/08 Q1012 NOSIG
| Gruppe | Bedeutung | Was du als Spotter daraus liest |
|---|---|---|
| EDDF | ICAO-Code des Flughafens | Frankfurt am Main – die vierstelligen Codes erklärt der Guide zu IATA- und ICAO-Codes |
| 151050Z | Tag 15, 10:50 UTC | in der Sommerzeit 12:50 Uhr deutscher Zeit |
| 24012G24KT | Wind aus 240°, 12 Knoten, Böen bis 24 Knoten | Westwetterlage, Betrieb vermutlich Richtung 25; böige Anflüge |
| 210V280 | Windrichtung schwankt zwischen 210° und 280° | Seitenwindanteil wechselt, spannend für Landungen |
| 9999 | Sicht 10 Kilometer oder mehr | klare Luft, auch lange Brennweiten funktionieren |
| FEW030 SCT045 | 1–2 Achtel in 3.000 ft, 3–4 Achtel in 4.500 ft | überwiegend Sonne, ab und zu Wolkenschatten |
| 16/08 | Temperatur 16 °C, Taupunkt 8 °C | große Differenz, keine Nebelgefahr |
| Q1012 | Luftdruck QNH 1012 Hektopascal | für Spotter Nebensache |
| NOSIG | keine wesentliche Änderung in den nächsten zwei Stunden | der Plan für den Nachmittag steht |
Wind: der wichtigste Wert für Spotter
Die Windgruppe besteht aus drei Ziffern für die Richtung, aus der der Wind kommt, und zwei oder drei Ziffern für die Geschwindigkeit, meist in Knoten (KT). Ein G kennzeichnet Böen, die in der Regel nur gemeldet werden, wenn sie mindestens 10 Knoten über dem Mittelwind liegen. VRB steht für eine umlaufende, wechselnde Richtung bei meist schwachem Wind, 00000KT für Windstille.
Warum das so wichtig ist: Flugzeuge starten und landen gegen den Wind. Aus der Windrichtung leitest du also ab, welche Piste in welche Richtung genutzt wird – und damit, an welchem Pistenende und an welchem Spot du am besten stehst. Die Pistennummer entspricht der magnetischen Richtung geteilt durch zehn, die Windrichtung im METAR ist dagegen auf geografisch Nord bezogen. In Mitteleuropa liegen die beiden nur wenige Grad auseinander, für die Spot-Wahl spielt das keine Rolle. Die Details zu Pistennummern findest du im Artikel Flughafen-Pisten und ihre Bezeichnungen, die Logik hinter Wind und Pistenwahl im Guide Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
Ein Beispiel: Der Flughafen München hat zwei parallele Ost-West-Bahnen 08/26. Meldet der METAR 07008KT, wird in der Regel Richtung Osten gestartet und gelandet; bei 26015KT dreht der Betrieb nach Westen. Am Besucherhügel München bedeutet das jeweils, ob die Maschinen auf dich zurollen oder von dir weg.
Sicht, RVR und Wettererscheinungen
Die Sicht steht als vierstellige Zahl in Metern. 9999 bedeutet 10 Kilometer oder mehr, 0000 weniger als 50 Meter. Sinkt die Sicht deutlich, tauchen zusätzlich Gruppen wie R25L/0600U auf: die Pistensichtweite (Runway Visual Range) für Bahn 25L, hier 600 Meter mit steigender Tendenz (U = up, D = down, N = keine Änderung). Wenn du RVR-Werte im METAR siehst, ist das ein deutliches Zeichen für Nebelbetrieb – wie Flugzeuge dann trotzdem landen, erklärt der Artikel zum ILS-Anflug.
Danach folgen die Wettererscheinungen in festem Muster: Intensität, Beschreibung, Erscheinung.
| Kürzel | Bedeutung | Spotter-Einordnung |
|---|---|---|
| - / + | leicht / stark (ohne Zeichen: mäßig) | +RA heißt kräftiger Regen |
| RA, DZ, SN | Regen, Sprühregen, Schnee | Gischt- und Spiegelungsmotive, Kameraschutz einpacken |
| SH | Schauer | wechselhaftes Licht, oft dramatischer Himmel |
| TS | Gewitter | Sicherheitsrisiko – Session abbrechen |
| FZ | gefrierend | Glätte auf Wegen, Enteisung am Vorfeld |
| BR | feuchter Dunst, Sicht 1 bis 5 km | weiche, kontrastarme Telebilder |
| FG | Nebel, Sicht unter 1 km | Flugzeuge erst kurz vor dem Aufsetzen sichtbar |
| HZ | trockener Dunst | flaues Licht auf große Distanz |
| VC | in der Umgebung, nicht direkt am Platz | VCSH: Schauer in der Nähe |
| RE | kürzlich aufgetreten | RETS: Gewitter ist gerade durchgezogen |
Wolken und CAVOK
Die Bewölkung wird in Achteln angegeben: FEW 1–2, SCT 3–4, BKN 5–7, OVC 8 Achtel. Die drei Ziffern dahinter sind die Untergrenze in Hunderten Fuß über Grund. Hängt ein CB (Cumulonimbus) oder TCU (aufgetürmter Cumulus) an einer Gruppe, sind Schauer- oder Gewitterwolken unterwegs. VV mit einer Zahl steht für Vertikalsicht: Der Himmel ist nicht mehr erkennbar, typisch bei dichtem Nebel. NSC heißt keine signifikante Bewölkung.
CAVOK schließlich ist das Kürzel, auf das du als Spotter hoffst. Es ersetzt Sicht, Wetter und Wolken, wenn gleichzeitig mindestens 10 Kilometer Sicht herrschen, keine Wolken unter 5.000 Fuß (beziehungsweise der Mindestsektorhöhe, falls diese höher liegt) zu sehen sind, keine CB oder TCU auftreten und kein signifikantes Wetter vorliegt. CAVOK heißt allerdings nicht automatisch wolkenlos – Schleierwolken in großer Höhe können trotzdem das Licht dämpfen.
Bewölkung und Licht zusammen denken
SCT oder BKN in mittlerer Höhe bedeutet oft wandernde Wolkenschatten: Ein Flugzeug liegt im Licht, das nächste im Schatten. Bei OVC wird das Licht gleichmäßig und die Lichtrichtung fast egal – dann funktionieren auch Spots, die bei Sonne im Gegenlicht liegen. Mehr dazu im Guide Sonnenstand planen.
Temperatur, Taupunkt, Luftdruck und Trend
16/08 steht für 16 °C Lufttemperatur und 8 °C Taupunkt. Negative Werte erkennst du am M, etwa 02/M01. Für Spotter ist die Differenz der beiden Werte interessant: Je kleiner sie ist, desto näher ist die Luft an der Sättigung. Liegen Temperatur und Taupunkt nur noch ein bis zwei Grad auseinander – besonders in klaren, windstillen Herbst- und Winternächten –, steigt die Wahrscheinlichkeit für Dunst und Nebel. Feuchte Luft bringt aber auch Motive: Kondensation über den Tragflächen oder an den Flügelspitzen ist an solchen Tagen häufiger zu sehen.
Q1012 ist der auf Meereshöhe reduzierte Luftdruck in Hektopascal (QNH). Am Ende steht der Trend für die nächsten zwei Stunden: NOSIG heißt keine wesentliche Änderung, BECMG kündigt eine dauerhafte Änderung an, TEMPO vorübergehende Schwankungen. Zwischen Luftdruck und Trend können Zusatzgruppen stehen, etwa RE für kürzlich aufgetretenes Wetter oder WS für Windscherung an einer bestimmten Piste – ein Hinweis auf unruhige Anflüge.
Wie groß der Abstand zwischen Temperatur und Taupunkt gerade ist, kannst du hier schnell einordnen:
Wie groß ist die Nebelgefahr?
Grobe Faustregel. Ob sich tatsächlich Nebel bildet, hängt zusätzlich von Wind, Bewölkung und Tageszeit ab – die Vorhersage dazu liefert der TAF.
Den TAF lesen: die Vorhersage für deinen Spotting-Tag
Der TAF beginnt ähnlich wie der METAR, enthält aber einen Gültigkeitszeitraum. Auch hier ein erfundenes, aber realistisches Beispiel für München:
TAF EDDM 151100Z 1512/1618 07008KT CAVOK BECMG 1520/1522 VRB03KT TEMPO 1603/1608 0800 FG BKN002 BECMG 1610/1612 25015KT 9999 SCT030 PROB30 TEMPO 1614/1618 TSRA BKN025CB
- 151100Z – ausgegeben am 15. um 11:00 UTC.
- 1512/1618 – gültig vom 15. um 12 UTC bis zum 16. um 18 UTC, also 30 Stunden.
- 07008KT CAVOK – zu Beginn schwacher Ostwind und bestes Wetter: Betrieb Richtung 08.
- BECMG 1520/1522 VRB03KT – am Abend schläft der Wind ein.
- TEMPO 1603/1608 0800 FG BKN002 – in der zweiten Nachthälfte und am frühen Morgen zeitweise Nebel mit 800 Metern Sicht und tiefer Wolkenuntergrenze.
- BECMG 1610/1612 25015KT 9999 SCT030 – am späten Vormittag dreht der Wind auf West: Betriebsrichtungswechsel auf 26 ist wahrscheinlich.
- PROB30 TEMPO 1614/1618 TSRA BKN025CB – am Nachmittag 30 Prozent Wahrscheinlichkeit für zeitweise Gewitter mit Regen.
Die Änderungsgruppen sind der eigentliche Mehrwert des TAF:
| Kürzel | Bedeutung | Konsequenz für deine Planung |
|---|---|---|
| FM | ab einem exakten Zeitpunkt (z. B. FM161300) gilt ein komplett neuer Zustand | klare Zäsur – oft ein Wetter- oder Windumschwung |
| BECMG | im angegebenen Zeitraum stellt sich eine dauerhafte Änderung ein | danach gilt der neue Wert, z. B. neue Betriebsrichtung |
| TEMPO | vorübergehende Schwankungen, jeweils unter einer Stunde und insgesamt unter der Hälfte des Zeitraums | Schauer oder Nebelfelder ziehen durch, Pausen einplanen |
| PROB30 / PROB40 | Wahrscheinlichkeit von 30 oder 40 Prozent | möglich, aber nicht sicher – Ausweichplan bereithalten |
| AMD / COR | geänderte bzw. korrigierte Vorhersage | Lage hat sich verändert, neu lesen |
Aus diesem Beispiel-TAF ergibt sich ein klarer Plan: Der Vormittag startet mit Nebelrisiko, gegen Mittag dreht die Betriebsrichtung, und am Nachmittag kann ein Gewitter die Session beenden. Wer am Vorabend so liest, weiß, an welches Pistenende es geht – und wann es sich nicht lohnt.
Wetter passt – kommt auch der richtige Flieger?
Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery im Anflug ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Vom Wettercode zur Spot-Entscheidung
Mit etwas Übung wird das Lesen zur Routine. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:
1. Am Vorabend den TAF lesen
Prüf, welcher Wind für dein Zeitfenster vorhergesagt ist, ob BECMG- oder FM-Gruppen einen Winddreher ankündigen und ob TEMPO oder PROB Nebel, Schauer oder Gewitter erwarten lassen.
2. Zeiten in Ortszeit umrechnen
Alle Angaben sind UTC. Im Sommer zwei Stunden addieren, im Winter eine – erst dann passen Wetterfenster und Ankunftszeiten zusammen.
3. Betriebsrichtung und Spot ableiten
Aus der Windrichtung ergibt sich die wahrscheinliche Pistenrichtung. Wähle den Spot, der zu dieser Richtung und zum Sonnenstand passt.
4. Vor der Abfahrt den aktuellen METAR prüfen
Stimmen Wind und Sicht mit der Vorhersage überein? Tauchen RVR-Gruppen, FG oder CB auf, passt du den Plan an.
5. Vor Ort mit Live-Daten gegenchecken
Eine Live-Karte zeigt dir, auf welcher Bahn die Maschinen tatsächlich anfliegen – mehr dazu im Guide Flugverfolgung mit ADS-B.
Typische Wetterlagen und was sie für Spotter bedeuten
Losfahren, wenn …
- CAVOK oder 9999 mit FEW/SCT gemeldet wird
- der Wind stabil aus einer Richtung kommt und NOSIG im Trend steht
- Temperatur und Taupunkt weit auseinanderliegen
Anders planen, wenn …
- BR oder HZ die Sicht drückt – lieber Vorfeld- und Nahmotive statt Anflüge auf Distanz
- BECMG einen Winddreher ankündigt – Spot am anderen Pistenende einplanen
- OVC gemeldet wird – Gegenlicht-Spots werden plötzlich brauchbar
Zuhause bleiben oder abbrechen, wenn …
- TS, CB oder ein PROB-TS-Fenster in deine Zeit fällt
- FG mit niedrigen RVR-Werten und VV gemeldet wird
- FZRA oder Schnee die Wege zum Spot gefährlich machen
Starker, böiger Seitenwind ist übrigens kein Grund zu Hause zu bleiben – im Gegenteil. Weht der Wind deutlich schräg zur Piste, etwa 21015G28KT bei einer Bahn 25, siehst du Anflüge mit schräg gestelltem Rumpf, die in der Community besonders gefragt sind. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit für Durchstartmanöver. Wie weit Flugzeuge voneinander Abstand halten müssen, beschreibt der Artikel zu Wirbelschleppen und Staffelung.
Wo du METAR und TAF findest
METAR und TAF sind für die Luftfahrt gemacht, aber vielerorts frei abrufbar. Der US-Wetterdienst stellt unter aviationweather.gov Meldungen für Flughäfen weltweit bereit, du gibst einfach den ICAO-Code ein – EDDF für Frankfurt, EDDM für München, LSZH für den Flughafen Zürich. Viele Wetter- und Flugplanungs-Apps zeigen die Rohmeldung zusätzlich in Klartext an. Lerne trotzdem das Original zu lesen: Klartext-Übersetzungen kürzen gern, und gerade TEMPO- und PROB-Gruppen gehen dabei unter.
Wer das Wetter mit dem Funkverkehr verknüpfen möchte: Viele Flughäfen senden die aktuelle Wetterlage zusätzlich als automatische Ansage für Piloten (ATIS). Was beim Mithören rechtlich gilt, fasst der Artikel Flugfunk hören: die Rechtslage zusammen.
Worauf du achten musst
- METAR ist eine Momentaufnahme. Er beschreibt den Beobachtungszeitpunkt. Zwischen zwei Meldungen kann sich die Lage ändern – deshalb auf den Zeitstempel achten.
- Die Betriebsrichtung folgt nicht nur dem Wind. Bei schwachem Wind entscheiden Lärmschutzregeln, Bauarbeiten oder Betriebsvorgaben, welche Richtung genutzt wird.
- Wolkenhöhen sind über Grund angegeben. BKN008 bedeutet 800 Fuß über dem Flughafen – tief genug, dass Anflüge erst spät aus der Wolke auftauchen.
- Böen verändern die Fotoplanung. Bei G-Gruppen wackeln Teleobjektiv und Stativ; eine kürzere Verschlusszeit hilft, mehr dazu bei den Kamera-Einstellungen.
- Gewitter haben Vorrang. Wenn TS oder CB in der Meldung auftauchen und du Donner hörst, verlass offene Hügel und Metallzäune. Tipps für den Umgang mit Regen, Nebel und Wolken stehen im Guide Planespotting bei schlechtem Wetter.
Hast du das Wetter für deinen Spotting-Tag gecheckt?
- Ich habe den TAF für mein Zeitfenster gelesen.
- Ich habe alle UTC-Zeiten in Ortszeit umgerechnet.
- Ich weiß, aus welcher Richtung der Wind kommt und welche Piste vermutlich in Betrieb ist.
- Ich habe BECMG- und FM-Gruppen auf einen Winddreher geprüft.
- Ich habe nach TS, CB und Nebelhinweisen gesucht.
- Ich prüfe kurz vor der Abfahrt noch einmal den aktuellen METAR.
Vom Wetterbericht zum perfekten Foto
Plane mit Wind, Pisten und Sonnenstand, finde den passenden Spot auf der Karte und poste deine Sichtung mit Kennzeichen, Typ und Airline in der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
METAR und TAF wirken nur so lange kryptisch, bis du die feste Reihenfolge kennst: Flughafen, Zeit, Wind, Sicht, Wetter, Wolken, Temperatur, Druck, Trend. Für Planespotter sind davon vor allem drei Dinge entscheidend – die Windrichtung für die Betriebsrichtung, Sicht und Dunst für die Bildschärfe und die Wolken samt Gewitterhinweisen für Licht und Sicherheit. Mit dem TAF am Vorabend und dem METAR vor der Abfahrt stehst du deutlich öfter am richtigen Pistenende. Wenn du gerade erst anfängst, hilft dir außerdem der Leitfaden Planespotting für Einsteiger.
Kurzfazit
Lies am Vorabend den TAF, rechne die UTC-Zeiten in Ortszeit um und leite aus dem Wind die Betriebsrichtung ab. Kurz vor der Abfahrt bestätigt der aktuelle METAR den Plan – oder warnt dich rechtzeitig vor Nebel, Winddreher oder Gewitter.
Zusammenfassung
- Ein METAR folgt immer derselben Reihenfolge: Flughafen, Zeit, Wind, Sicht, Wetter, Wolken, Temperatur und Taupunkt, Luftdruck, Trend. Wer die Reihenfolge kennt, kann jede Meldung lesen.
- Für Spotter zählen vor allem Wind (Betriebsrichtung), Sicht und Dunst (Bildschärfe auf Distanz), Bewölkung (Licht) und Gewitterhinweise (Sicherheit).
- Der TAF zeigt mit FM, BECMG, TEMPO und PROB, wann und wie sicher sich das Wetter ändert – ideal, um einen Spotting-Tag oder einen Wechsel der Betriebsrichtung vorauszusehen.
- METAR und TAF sind Rohdaten für die Luftfahrt. Für die Entscheidung am Zaun kombinierst du sie mit Live-Karte, Pistenlage und Sonnenstand.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen METAR und TAF?
Der METAR ist eine Wetterbeobachtung: Er beschreibt, wie das Wetter am Flughafen zum angegebenen Zeitpunkt war. Der TAF (Terminal Aerodrome Forecast) ist eine Vorhersage für den Flughafen und gilt je nach Platz für 9, 24 oder bis zu 30 Stunden. Für den Spotting-Tag liest du am Vorabend den TAF und kurz vor der Abfahrt den aktuellen METAR.
Wie oft wird ein METAR herausgegeben?
An deutschen Verkehrsflughäfen in der Regel halbstündlich. International unterscheiden sich die Intervalle, viele Plätze melden stündlich. Ändert sich das Wetter zwischen zwei Routinemeldungen deutlich, kann eine Sondermeldung erscheinen, die mit SPECI beginnt.
Wie erkenne ich im METAR die Betriebsrichtung?
Über die Windgruppe. 25012KT heißt Wind aus 250 Grad mit 12 Knoten. Da Flugzeuge gegen den Wind starten und landen, wird bei diesem Wind eine Piste mit ähnlicher Kennzahl bevorzugt, etwa die 25 oder 26. Bei sehr schwachem oder umlaufendem Wind (VRB) entscheiden Lärmschutzregeln und Betriebsvorgaben des Flughafens.
Was bedeutet CAVOK?
CAVOK steht für »Ceiling and Visibility OK«. Es ersetzt Sicht-, Wetter- und Wolkengruppen, wenn die Sicht mindestens 10 Kilometer beträgt, keine Wolken unter 5.000 Fuß (oder der Mindestsektorhöhe, falls diese höher ist) liegen, keine Cumulonimbus- oder Towering-Cumulus-Wolken vorhanden sind und kein signifikantes Wetter herrscht.
Was bedeuten FEW, SCT, BKN und OVC?
Das sind Bedeckungsgrade in Achteln des Himmels: FEW (few) 1–2 Achtel, SCT (scattered) 3–4 Achtel, BKN (broken) 5–7 Achtel, OVC (overcast) 8 Achtel. Die drei Ziffern dahinter geben die Wolkenuntergrenze in Hunderten Fuß über dem Platz an – BKN012 ist also eine aufgelockerte bis geschlossene Schicht in 1.200 Fuß.
Was ist der Unterschied zwischen TEMPO und BECMG?
BECMG (becoming) kündigt eine dauerhafte Änderung an, die sich im angegebenen Zeitraum vollzieht – danach gilt der neue Zustand. TEMPO (temporary) beschreibt vorübergehende Schwankungen, die jeweils weniger als eine Stunde dauern und insgesamt weniger als die Hälfte des Zeitraums ausmachen. Ein TEMPO-Schauer zieht also durch, ein BECMG-Winddreher bleibt.
Warum sind die Zeiten im METAR so verwirrend?
Weil alle Zeiten in koordinierter Weltzeit (UTC) angegeben werden, erkennbar am Z. 151050Z bedeutet: am 15. des Monats um 10:50 UTC. In Deutschland ist das in der Sommerzeit 12:50 Uhr, in der Winterzeit 11:50 Uhr.
Wo finde ich METAR und TAF kostenlos?
Es gibt mehrere frei zugängliche Quellen, etwa das Angebot des US-Wetterdienstes unter aviationweather.gov, das Meldungen für Flughäfen weltweit über den ICAO-Code abruft. Viele Flugplanungs- und Wetter-Apps zeigen METAR und TAF ebenfalls an, oft schon mit Klartext-Übersetzung.
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