Kai Tak: Der Checkerboard-Anflug über Hongkong und seine Spotter-Geschichte

Tiefflug über Kowloon, eine Rechtskurve kurz vor dem Aufsetzen und ein rot-weißes Schachbrett am Hang: Wie der legendäre Anflug auf Kai Tak funktionierte, was ihn so schwierig machte und was Spotter heute davon noch finden.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Kurve statt Gerade: Auf Piste 13 gab es keinen geraden Instrumentenanflug. Das Instrument Guidance System führte die Maschinen auf einen Hang in Kowloon zu, die letzte Kurve von rund 47 Grad flogen die Crews nach Sicht.
  • Das Schachbrett war ein Wegweiser: Der rot-weiß karierte Checkerboard Hill markierte den Punkt, an dem die Rechtskurve auf die Piste begann – meist unter rund 1.000 Fuß über Grund.
  • Eine Piste, ins Wasser gebaut: Die einzige Bahn 13/31 lag auf aufgeschüttetem Land in der Kowloon Bay und war zuletzt 3.390 Meter lang.
  • Der Abschied kam über Nacht: Am 6. Juli 1998 zog der Flugbetrieb in einer einzigen Nacht nach Chek Lap Kok um. Kai Tak ist seitdem Geschichte.
  • Ein Rest ist geblieben: Das Schachbrett am Hang wurde 2020/21 wieder in den Originalfarben gestrichen und erinnert als Denkmal an den Anflug.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Kai Tak in Kürze
  2. 2.Eine Piste im Hafenbecken
  3. 3.So funktionierte der IGS-Anflug auf Piste 13
  4. 4.Der Checkerboard Hill
  5. 5.Spotten in Kai Tak: Jets über den Dächern
  6. 6.Taifun Ira und China Airlines 605
  7. 7.Die letzte Nacht
  8. 8.Was heute vom alten Flughafen bleibt
  9. 9.Spotten in Hongkong heute
  10. 10.Fazit

Ein Jumbo in Schräglage, die Flügelspitze scheinbar zwischen Wäscheleinen und Klimaanlagen, darunter der Straßenverkehr von Kowloon: Kaum ein Flughafenmotiv hat sich so tief ins Gedächtnis der Luftfahrtfans eingebrannt wie der Anflug auf Kai Tak. Bis 1998 landeten die großen Jets in Hongkong mitten in der Stadt, und auf der wichtigsten Anflugrichtung mussten sie dafür kurz vor dem Aufsetzen eine scharfe Rechtskurve fliegen. Dieser Artikel erklärt, wie der berühmte Checkerboard-Anflug technisch funktionierte, warum er so anspruchsvoll war, was er für Spotter bedeutete – und was du heute in Hongkong davon noch findest.

Deine Luftfahrtgeschichte im Hangar

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Kai Tak in Kürze

Kai Tak war von 1925 bis 1998 der Flughafen Hongkongs. Er lag am Nordufer des Victoria Harbour in Kowloon, eingeklemmt zwischen dicht bebauten Wohnvierteln und einer Kette von Bergen im Norden. Die einzige Piste der späten Jahre, die Bahn 13/31, ragte als aufgeschütteter Damm in die Kowloon Bay hinein. Wer auf Piste 13 landete, flog von Westen über die Stadt an und musste in geringer Höhe nach rechts auf die Piste eindrehen. Genau diese Kurve hat Kai Tak berühmt gemacht. Eine ausführliche Chronik des Flughafens mit Terminal, Airlines und Verkehrszahlen findest du im Artikel Kai Tak in Hongkong und im Steckbrief Flughafen Hongkong Kai Tak. Hier geht es um den Anflug und um die Menschen, die ihn mit der Kamera festgehalten haben.

47°Versatz zwischen IGS-Leitstrahl und Pistenachse 13
3.390 mLänge der Piste 13/31 bei der Schließung
1998Jahr des Umzugs nach Chek Lap Kok

Eine Piste im Hafenbecken

Die Bahn, die Spotter mit Kai Tak verbinden, gab es nicht von Anfang an. In den frühen Jahrzehnten verfügte der Flughafen über kurze Pisten auf dem Festland. Erst 1958 ging die neue, ins Wasser gebaute Piste 13/31 in Betrieb, deutlich länger als alles zuvor. Mit dem Aufkommen der Großraumflugzeuge wurde sie weiter verlängert: Mitte der 1970er-Jahre erreichte sie ihre endgültige Länge von 3.390 Metern. Ab dem Jahreswechsel 1975/76 stand sie in voller Länge zur Verfügung.

Die Lage hatte zwei Seiten. Nach Südosten öffnete sich die Bahn zum Hafen und zur Lei-Yue-Mun-Meerenge, nach Nordwesten lagen Kowloon City und dahinter die Berge der New Territories. Ein gerader Anflug von Nordwesten auf Piste 13 war wegen dieser Hindernisse schlicht nicht möglich. Die Planer mussten einen Umweg finden – und der führte über die Dächer der Stadt.

So funktionierte der IGS-Anflug auf Piste 13

1974 wurde für Piste 13 ein Instrument Guidance System (IGS) installiert. Es arbeitete ähnlich wie ein ILS, mit Lande- und Gleitwegsender, allerdings zeigte der Leitstrahl nicht entlang der Piste, sondern war um rund 47 Grad dagegen versetzt. Wie ein normaler ILS-Anflug aufgebaut ist, erklärt unser Grundlagenartikel; in Kai Tak endete die Instrumentenführung allerdings deutlich früher.

Der Ablauf lässt sich in drei Phasen gliedern:

1. Anflug von Westen

Die Maschinen kamen über das Meer von Westen heran und wurden auf den versetzten Leitstrahl geführt. Der Kurs zeigte nicht auf die Piste, sondern auf einen Hang im Norden Kowloons.

2. Sinkflug Richtung Schachbrett

Entlang des IGS sanken die Jets über die bebauten Viertel. Vor ihnen tauchte der Checkerboard Hill mit seinem rot-weißen Muster auf – das sichtbare Ziel des Leitstrahls.

3. Die Kurve nach Sicht

Meist unter etwa 1.000 Fuß über Grund und rund zwei Seemeilen vor dem Aufsetzpunkt drehten die Crews per Hand nach rechts ein. Die Kurve von rund 47 Grad endete erst kurz vor der Schwelle, oft nur wenige Hundert Fuß über den Dächern.

Die exakten Höhen für Beginn und Ende der Kurve schwanken je nach Quelle, Muster und Airline. Einige Berichte nennen rund 650 Fuß für den Kurvenbeginn, andere tiefere Werte. Gemeinsam ist allen: Die letzte Kurskorrektur passierte so tief und so spät, wie es heute an keinem großen internationalen Flughafen mehr üblich ist. Weil der Endanflug nicht instrumentengeführt war, waren auf Piste 13 auch keine Landungen bei sehr schlechter Sicht möglich.

Warum der Anflug so gefürchtet war

Der Checkerboard-Anflug verlangte von den Crews mehr als Routine. Mehrere Faktoren kamen zusammen:

  • Wenig Spielraum: Die Kurve musste in geringer Höhe sauber geflogen werden. Wer zu früh oder zu spät eindrehte, lag nicht auf der Pistenachse und hatte kaum Zeit zur Korrektur.
  • Seitenwind und Böen: Hongkong liegt in einer Taifun-Region, und Wind von den Bergen machte die letzte Phase oft unruhig. Was Seitenwind im Endanflug technisch bedeutet, liest du im Artikel Seitenwindlandungen.
  • Visuelle Orientierung: Die Crews mussten Leitstrahl, Schachbrett und die Anflugbefeuerung der Piste in Einklang bringen – über einer Stadt, deren Lichter nachts eine eigene Ablenkung waren.
  • Durchstarten mit Hindernissen: Auch der Fehlanflug musste die Berge rund um Kowloon berücksichtigen.

Viele Airlines schulten ihre Besatzungen deshalb gezielt auf Kai Tak. Für Piloten galt die Landung auf Piste 13 als eine der anspruchsvollsten im Linienbetrieb weltweit – eine Einschätzung, die sich in zahllosen Erinnerungen von Flugkapitänen wiederfindet.

Die andere Richtung: Piste 31

Weniger berühmt, aber ebenfalls besonders war der Betrieb in Gegenrichtung. Landungen auf Piste 31 kamen von Südosten über das Wasser und konnten mit ILS geflogen werden; der Anflug führte dabei dicht an der Wohnsiedlung Heng Fa Chuen auf Hong Kong Island vorbei. Wer auf 31 startete, musste kurz nach dem Abheben eine Linkskurve von rund 65 Grad fliegen, um den Bergen im Norden auszuweichen. Welche Richtung gerade in Betrieb ist, hängt immer vom Wind ab – das Prinzip erklärt der Guide Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.

Der Checkerboard Hill

Das Schachbrett, das dem Anflug seinen Namen gab, liegt auf einem rund 98 Meter hohen Hügel im Norden Kowloons, neben dem Kowloon Tsai Park und nicht weit vom Lion Rock Country Park. Lokal heißt er auch Kowloon Tsai Hill. Das ursprünglich rot-weiße Muster war für die Crews eine Sichtmarke am Ende des instrumentengeführten Abschnitts: Kam das Schachbrett ins Bild, war die Kurve nah.

Nach der Schließung des Flughafens verlor das Muster seine Funktion. Die Farbe verblasste, Pflanzen überwucherten den Hang. In den Jahren 2020 und 2021 wurden die West- und Südseite restauriert und wieder in den Originalfarben gestrichen. Seitdem ist der Hügel ein Denkmal für Kai Tak und ein beliebtes Ziel für Luftfahrtfans, die auf den Spuren des Anflugs unterwegs sind. Die nächste MTR-Station ist Lok Fu.

Auf Spurensuche in Kowloon

Wer den Checkerboard Hill besucht, steht dort, wo früher der Kurvenpunkt lag. Mit einem Bild der alten Pistenlage im Kopf lässt sich gut nachvollziehen, wie die Jets von hier aus über Kowloon City auf die Bahn in der Bucht eingedreht haben.

Spotten in Kai Tak: Jets über den Dächern

Für Planespotter war Kai Tak ein Ort, an dem die üblichen Regeln der Flugzeugfotografie auf den Kopf gestellt wurden. Normalerweise fotografierst du Landungen aus der Anflugschneise oder am Pistenrand, mit viel Himmel und vielleicht etwas Gras im Bild. In Kai Tak kamen die Flugzeuge in Schräglage über ein Häusermeer. Hochhäuser, Leuchtreklamen und Straßenschluchten wurden Teil des Motivs.

Die bekanntesten Aufnahmen entstanden in Kowloon City, wo die Maschinen in der Kurve besonders tief über die Wohnblocks zogen. Für die Gebäude in der Umgebung galten wegen des Flughafens strenge Höhenbeschränkungen, die erst nach der Schließung aufgehoben wurden. Fotografen nutzten Straßen, öffentliche Plätze und erhöhte Standpunkte, um Jets zwischen den Fassaden einzufangen. Viele der Bilder, die heute als Kai-Tak-Klassiker gelten, zeigen genau diese Kombination: ein Großraumjet in Querlage, darunter das Alltagsleben der Stadt.

Hinzu kam die enorme Vielfalt. Kai Tak war in den 1990er-Jahren einer der verkehrsreichsten internationalen Flughäfen der Welt, mit einem Fokus auf Langstrecke und Fracht. Für die zuletzt erreichten Passagierzahlen war das Terminal eigentlich zu klein, und nachts galt eine Betriebsruhe. Tagsüber landeten dafür in dichter Folge Großraumjets aus Asien, Europa, Nordamerika und Australien. Auf Piste 13 kam fast jede dieser Maschinen durch die berühmte Kurve.

Heute die Jumbos von damals erwischen

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Die Flotten am Himmel über Kowloon

Die Heimatairline war Cathay Pacific, die Kai Tak bis zur Schließung 1998 als Drehkreuz nutzte. Daneben hatten Dragonair und Air Hong Kong hier ihre Basis. Das Bild prägten vor allem vierstrahlige Großraumjets: Die Boeing 747 in verschiedenen Generationen war allgegenwärtig, dazu Dreistrahler und frühe Langstrecken-Twins. Wer die Jumbo-Varianten von damals auseinanderhalten will, findet im Artikel Boeing 747-100 bis 747-8 erkennen die Merkmale. Auch Singapore Airlines gehört zu den Gesellschaften, deren 747-400 auf historischen Fotos in der Kurve am Checkerboard Hill zu sehen sind.

Merkmal Piste 13 (Checkerboard) Piste 31
Anflug kommt von Westen, über Kowloon Südosten, über das Wasser
Führung im Endanflug IGS bis zur Kurve, dann nach Sicht ILS
Besonderheit Rechtskurve von rund 47 Grad in geringer Höhe Anflug nahe Heng Fa Chuen; Starts mit rund 65-Grad-Linkskurve
Für Spotter Jets in Schräglage über Häusern Anflüge über dem Hafen
Schlechtwetter keine Landungen bei sehr schlechter Sicht instrumentengeführt bis zur Piste

Taifun Ira und China Airlines 605

So spektakulär der Anflug aussah – er hatte seine Risiken. Der bekannteste Zwischenfall ereignete sich am 4. November 1993. Eine erst wenige Monate alte Boeing 747-409 von China Airlines mit dem Kennzeichen B-165 flog als CI605 von Taipeh nach Hongkong und landete über den IGS-Anflug auf Piste 13. Taifun Ira sorgte für starken, böigen Seitenwind. Die Maschine setzte weit hinter der Schwelle und mit hoher Geschwindigkeit auf, schoss über das Pistenende hinaus, drehte sich und kam im flachen Wasser des Hafenbeckens zum Stehen.

Alle 296 Menschen an Bord überlebten, es gab einige Leichtverletzte. Für Boeing war es der erste Totalverlust einer 747-400. Das Seitenleitwerk ragte aus dem Wasser und störte die Signale des ILS für Piste 31 – es wurde kurz nach dem Unfall gesprengt. Die Untersuchung sah die Ursachen vor allem darin, dass die Crew trotz starker Geschwindigkeitsschwankungen und Warnungen nicht durchstartete. Was Spotter bei Sturm und Seitenwind beachten sollten, um selbst sicher zu bleiben, beschreibt der Artikel Seitenwindlandungen und Stürme filmen.

Die letzte Nacht

Ende der 1990er-Jahre war Kai Tak an seiner Kapazitätsgrenze angekommen. Mit Chek Lap Kok vor der Nordküste der Insel Lantau, rund 30 Kilometer weiter westlich, entstand ein komplett neuer Flughafen auf aufgeschüttetem Land, fernab der Wohngebiete und ohne die Zwänge der Berge von Kowloon. Der Umzug geschah in einem Schritt: In der Nacht vom 5. auf den 6. Juli 1998 landete am späten Abend die letzte Linienmaschine, kurz nach Mitternacht hob der letzte planmäßige Linienflug ab, eine Cathay-Pacific-Maschine nach London. Danach wurden Fahrzeuge und Ausrüstung in einer großen Aktion zum neuen Standort gebracht, am Morgen des 6. Juli nahm Chek Lap Kok den Betrieb auf.

Für viele Hongkonger und für Luftfahrtfans weltweit war das ein emotionaler Moment. Mit dem Umzug verschwanden nicht nur ein Flughafen, sondern auch ein Anflugverfahren und ein Fotomotiv, die sich nirgendwo sonst wiederholen ließen. Wie sich das Hobby über die Jahrzehnte entwickelt hat und welche Rolle solche Kultorte dabei spielten, beleuchtet der Artikel zur Geschichte des Planespotting.

Was heute vom alten Flughafen bleibt

Wer heute nach Kai Tak fährt, findet ein Stadtentwicklungsgebiet. Auf der Spitze der ehemaligen Piste steht seit 2013 das Kai Tak Cruise Terminal. Seit 2021 gibt es auf Teilen der früheren Bahn und des Vorfelds den Kai Tak Sky Garden, eine öffentliche Grünanlage. Ganz in der Nähe eröffnete 2025 der Kai Tak Sports Park mit einem großen Stadion, und seit 2020 hält die MTR an einer eigenen Station Kai Tak. Die Bauhöhenbeschränkungen in Kowloon City sind gefallen, die Skyline hat sich verändert.

Was geblieben ist: die Form der Halbinsel, auf der die Piste lag, und das restaurierte Schachbrett am Hang. Zusammen ergeben sie einen lohnenden Rundgang für alle, die die Geschichte vor Ort nachspüren wollen – ganz ohne Fluglärm.

Lohnt sich für dich, wenn …

  • du Luftfahrtgeschichte vor Ort erleben willst
  • du den Checkerboard Hill mit eigenen Augen sehen möchtest
  • du Hongkong ohnehin besuchst und einen halben Tag Zeit hast

Kombinier es, wenn …

  • du am selben Trip auch am neuen Flughafen spotten willst
  • dich Stadtentwicklung und Architektur ebenso interessieren

Spar es dir, wenn …

  • du nur aktuelle Flugzeuge fotografieren willst – in Kai Tak fliegt nichts mehr

Spotten in Hongkong heute

Der Flugverkehr spielt sich seit 1998 am Flughafen Hongkong Chek Lap Kok ab. Dort dominieren nach wie vor Cathay Pacific und die Gesellschaften der Cathay Group, dazu kommen HK Express, Hong Kong Airlines, zahlreiche internationale Airlines und viel Frachtverkehr. Welche Aussichtspunkte rund um Lantau funktionieren und wie du hinkommst, steht im Guide Planespotting in Hongkong.

Einen Ersatz für den Checkerboard-Anflug gibt es nicht. Wer spektakuläre Tiefflüge sucht, findet sie heute an anderen Orten, etwa am Maho Beach auf Sint Maarten oder am Pistenende von Skiathos. Weitere Kultspots rund um den Globus sammelt die Bucket List der Spotting-Spots weltweit. Unter Anflugschneisen gilt immer: Abstand halten und Absperrungen respektieren – mehr dazu im Artikel Spotten unter der Anflugschneise.

Bereit für deine Kai-Tak-Spurensuche?

Hak ab, was du vor dem Hongkong-Trip geklärt hast.

  • Ich weiß, wo der Checkerboard Hill liegt und wie ich mit der MTR hinkomme.
  • Ich habe mir die alte Pistenlage auf einer Karte angesehen.
  • Ich habe das Gelände von Cruise Terminal und Sky Garden eingeplant.
  • Ich habe einen halben Tag für Spotting am Flughafen Chek Lap Kok reserviert.
  • Ich kenne die örtlichen Regeln für Fotografie rund um den Flughafen.

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Fazit

Kai Tak verband eine schwierige Topografie mit einem der verkehrsreichsten Flughäfen der Welt. Daraus entstand ein Anflug, der Piloten forderte und Spottern Bilder schenkte, die es so nie wieder geben wird: Großraumjets, die über Kowloon City in eine tiefe Rechtskurve gingen und sich erst Sekunden vor dem Aufsetzen auf die Piste in der Bucht ausrichteten. Seit 1998 ist das Geschichte. Das restaurierte Schachbrett am Hang und die bebaute ehemalige Piste halten die Erinnerung wach – und wer heute nach Hongkong reist, kann Vergangenheit und Gegenwart an einem Tag erleben.

Kurzfazit

Der Checkerboard-Anflug auf Piste 13 bestand aus einem um rund 47 Grad versetzten Instrumentenanflug und einer tiefen Rechtskurve nach Sicht über Kowloon. Er machte Kai Tak zur Legende unter Piloten und Spottern. Den Flughafen gibt es seit Juli 1998 nicht mehr, der Checkerboard Hill ist aber restauriert und als Denkmal zu besichtigen.

Zusammenfassung

  • Kai Tak war von 1925 bis 1998 Hongkongs Flughafen. Seine Lage mitten in Kowloon, umgeben von Bergen und dichter Bebauung, prägte die Anflugverfahren.
  • Der berühmte Anflug auf Piste 13 bestand aus einem instrumentengeführten Teil in Richtung Checkerboard Hill und einer tiefen, visuell geflogenen Rechtskurve auf die Piste.
  • Für Spotter entstanden dadurch Motive, die es sonst nirgends gab: Großraumjets in Schräglage, wenige Dutzend Meter über Wohnhäusern und Straßen.
  • Heute erinnern der restaurierte Checkerboard Hill und die bebaute ehemalige Piste mit Kreuzfahrtterminal und Sky Garden an Kai Tak – gespottet wird in Hongkong am neuen Flughafen Chek Lap Kok.

Häufige Fragen

Was war der Checkerboard-Anflug in Kai Tak?

So nannten Piloten und Spotter den Anflug auf Piste 13 des alten Flughafens Hongkong. Die Flugzeuge folgten zunächst dem Leitstrahl des Instrument Guidance Systems in Richtung eines Hangs in Kowloon, der mit einem rot-weißen Schachbrettmuster bemalt war. Kurz davor leiteten die Crews eine Rechtskurve von rund 47 Grad ein und richteten sich erst in geringer Höhe nach Sicht auf die Piste aus.

Warum gab es auf Piste 13 kein normales ILS?

Weil Berge im Nordwesten der Piste einen geraden Endanflug in Pistenrichtung unmöglich machten. Der Leitstrahl des IGS war deshalb um rund 47 Grad gegenüber der Pistenachse versetzt. Wegen der abschließenden Sichtkurve waren auf Piste 13 auch keine Anflüge bei sehr schlechter Sicht möglich.

Wie tief flogen die Maschinen über Kowloon?

Die Rechtskurve begann meist unter etwa 1.000 Fuß über Grund, rund zwei Seemeilen vor dem Aufsetzpunkt. Die genauen Höhen schwanken je nach Quelle, Flugzeugtyp und Betreiber. Fest steht: Die Jets überflogen die Wohnviertel von Kowloon City so tief, dass für Gebäude in der Umgebung strenge Höhenbeschränkungen galten.

Wann wurde Kai Tak geschlossen?

In der Nacht vom 5. auf den 6. Juli 1998. Der letzte planmäßige Abflug ging kurz nach Mitternacht, am frühen Morgen des 6. Juli nahm der neue Flughafen Chek Lap Kok bei Lantau den Betrieb auf. Der Umzug der Ausrüstung lief in derselben Nacht.

Gibt es den Checkerboard Hill noch?

Ja. Der rund 98 Meter hohe Hügel liegt im Norden Kowloons beim Kowloon Tsai Park, nahe der MTR-Station Lok Fu. Nach der Schließung verblasste das Muster und wuchs zu. In den Jahren 2020 und 2021 wurden West- und Südseite wieder in den Originalfarben gestrichen.

Welche Unfälle gab es beim Anflug auf Kai Tak?

Der bekannteste ist China Airlines Flug 605: Am 4. November 1993 schoss eine fast neue Boeing 747-400 bei starkem, böigem Seitenwind während Taifun Ira über das Pistenende hinaus und kam im Hafenbecken zum Stehen. Alle 296 Insassen überlebten. Es war der erste Totalverlust einer 747-400.

Wo kann ich heute in Hongkong spotten?

Am Flughafen Chek Lap Kok vor der Insel Lantau, der Kai Tak 1998 ersetzt hat. Dort gibt es mehrere öffentlich erreichbare Punkte mit Blick auf die Pisten. Am ehemaligen Kai-Tak-Gelände fliegt nichts mehr, es lohnt sich aber als Ausflug in die Luftfahrtgeschichte.

PT

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