Das Wichtigste in Kürze
- IATA SFO, ICAO KSFO: größter Flughafen der Bay Area, 2025 mit rund 54,5 Millionen Passagieren.
- Zwei Paare enger Parallelbahnen: 10L/28R und 10R/28L kreuzen 01L/19R und 01R/19L, die Achsen jedes Paars liegen nur rund 230 Meter auseinander.
- Seit März 2026 versetzt statt nebeneinander: Die FAA hat gleichzeitige Landungen Seite an Seite dauerhaft untersagt, zusammen mit einer Bahnsanierung fiel die Ankunftsrate von 54 auf 36 pro Stunde.
- Drehkreuz von United und Alaska – United nutzt SFO als wichtigstes Tor über den Pazifik.
- Nebel und Wind bestimmen den Tag: Im Normalfall wird auf 28L/28R gelandet und von 01L/01R gestartet, bei Regenlagen dreht das Bild.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Vom Provisorium an der Bucht zum Pazifik-Drehkreuz
- 7.Das Bahnkreuz: zwei Paare, extrem eng
- 8.März 2026: Schluss mit Landungen Seite an Seite
- 9.Wind, Nebel und der Southeast Plan
- 10.United, Alaska und die Terminals
- 11.Das Tor zum Pazifik: Langstrecke aus aller Welt
- 12.Fracht und Wartung
- 13.Wo du als Spotter stehst
- 14.Sicherheit und bekannte Zwischenfälle
- 15.Ausbau und die Frage nach mehr Platz
- 16.SFO im Vergleich
- 17.Fazit
- 18.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | SFO |
|---|---|
| ICAO-Code | KSFO |
| Betreiber | City and County of San Francisco – die Stadt betreibt den Flughafen, obwohl er außerhalb ihrer Grenzen liegt |
| Lage | Im San Mateo County am Westufer der Bucht von San Francisco, rund 19 km südöstlich der Innenstadt, zwischen Millbrae und South San Francisco |
| Höhe | Rund 4 m über dem Meeresspiegel – Teile des Geländes liegen auf aufgeschüttetem Buchtgrund |
| Start- und Landebahnen | Zwei sich kreuzende Paare paralleler Bahnen: 10L/28R (3.618 m) und 10R/28L (3.469 m) in Ost-West-Richtung, dazu 01R/19L (2.637 m) und 01L/19R (2.332 m); die Achsen jedes Paars liegen nur rund 230 m auseinander |
| Passagierterminals | Harvey Milk Terminal 1 (Bereiche B und C), Terminal 2 (D), Terminal 3 (E und F) und das International Terminal (A und G), insgesamt rund 120 Gates |
| Drehkreuz für | United Airlines – wichtigstes Transpazifik-Tor der Airline und große Wartungsbasis – sowie Alaska Airlines |
| Verkehr 2025 | Rund 54,5 Mio. Passagiere, gut 416.000 Starts und Landungen, rund 537.000 t Fracht |
| Eröffnung | 7. Mai 1927 als Mills Field Municipal Airport, seit 1931 San Francisco Airport, nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Zusatz International |
| Anbindung | BART-Station am International Terminal, AirTrain zwischen Terminals, Parkhäusern und Mietwagenzentrum |
| Für Spotter relevant | Die extrem eng liegenden Parallelbahnen, Großraumjets aus Asien, Europa und Ozeanien sowie Standpunkte an der Bucht rund um den Flughafen |
| Offizielle Website | www.flysfo.com |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen San Francisco aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen San Francisco
- Einen Paralleleinflug auf 28L und 28R gesehen – nach der neuen FAA-Regel versetzt statt Seite an Seite, aber noch immer eng hintereinander
- Einen Start auf 01L oder 01R erwischt, der die Landebahnen kreuzt
- Einen Großraumjet aus Asien fotografiert, etwa von EVA Air, Cathay Pacific, Korean Air, ANA oder JAL
- Einen United-Langstreckenjet wie die Boeing 777-300ER oder eine 787 am Transpazifik-Tor der Airline notiert
- Ein Flugzeug von Alaska Airlines oder Hawaiian Airlines am Terminal 1 gesehen
- Bei Nebel über der Bucht trotzdem ein Foto mit Wolkenkante und Sonne hinbekommen
- Das N-Kennzeichen jeder Sichtung notiert – bei Dutzenden gleicher United-Jets der einzige Weg, sie auseinanderzuhalten
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Ungewöhnlich eng liegende Parallelbahnen mit dichtem Anflugverkehr
- Große Auswahl an Langstrecken-Airlines aus Asien, Ozeanien, Europa und dem Nahen Osten
- United-Großraumflotte in hoher Dichte am wichtigsten Pazifik-Drehkreuz der Airline
- Öffentliche Ufer- und Parkflächen an der Bucht rund um das Gelände
- Gute Anbindung mit BART und AirTrain
Wo es hakt
- Morgendlicher Nebel aus dem Pazifik, vor allem im Sommer, kann den Vormittag verderben
- Weniger Ankünfte pro Stunde seit der FAA-Entscheidung vom März 2026
- Die Bahnen liegen teils über dem Wasser – für formatfüllende Bilder brauchst du ein Teleobjektiv
- US-Sicherheitsbereiche rund um den Flughafen sind streng geregelt
- Bei Regenwetterlagen dreht der Betrieb auf ungewohnte Bahnen
Kaum ein großer Flughafen hat ein so eigenwilliges Pistensystem wie San Francisco. Vier Bahnen, angeordnet als zwei Paare, die sich in einem großen Kreuz schneiden – und innerhalb jedes Paars liegen die Bahnen so eng nebeneinander, dass anderswo kaum jemand auf die Idee käme, darauf parallel zu landen. Dazu kommen Nebel vom Pazifik, die Bucht direkt hinter dem Zaun und United Airlines mit ihrem wichtigsten Tor nach Asien. Wer SFO verstehen will, muss vor allem eines verstehen: wie Wind, Wetter und diese Bahnen zusammenspielen.
Dein SFO-Logbuch beginnt hier
Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ und Airline festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Vom Provisorium an der Bucht zum Pazifik-Drehkreuz
Angefangen hat alles klein und eigentlich nur vorläufig. 1927 pachtete die Stadt San Francisco ein Stück Uferland, das der Familie Mills gehörte, und weihte dort am 7. Mai den Mills Field Municipal Airport ein. Aus dem Provisorium wurde schnell eine Dauerlösung: Ab 1930 wuchs das Gelände auf rund 450 Hektar, 1931 bekam der Platz den Namen San Francisco Airport. Den Zusatz „International“ trägt er seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Der Pazifik prägte den Flughafen von Anfang an. 1944 verlegte Pan Am ihre großen Wasserflugzeuge nach SFO, weil das Militär ihren bisherigen Stützpunkt auf Treasure Island übernommen hatte. Nach dem Krieg starteten von hier Flüge nach Honolulu und später Pan-Am-Verbindungen rund um die Welt – mehr zur Geschichte der Airline findest du im Porträt von Pan Am. Im März 1959 brachte TWA mit der Boeing 707 das Jetzeitalter nach San Francisco, nonstop nach New York.
Eine eigene Rolle spielt United Airlines, die sich kurz nach ihrer Gründung 1934 als wichtigste Airline am Platz etablierte. Heute ist SFO ihr zentrales Tor über den Pazifik und Standort einer der größten Wartungsbasen der Branche. Kalifornische Airlines wie die historische Pacific Southwest Airlines und später Virgin America, die in SFO ihre Basis hatte und 2018 in Alaska Airlines aufging, haben das Bild ebenfalls geprägt.
Das Bahnkreuz: zwei Paare, extrem eng
Das Herz von SFO sind vier Bahnen in zwei Paaren. Das Ost-West-Paar besteht aus 10L/28R mit rund 3.618 Metern und 10R/28L mit rund 3.469 Metern – das sind die langen Bahnen, die auch voll beladene Langstreckenjets brauchen. Quer dazu liegt das Nord-Süd-Paar 01R/19L (rund 2.637 m) und 01L/19R (rund 2.332 m). Beide Paare schneiden sich mitten auf dem Gelände.
Das Besondere ist der Abstand. Die Mittellinien der Bahnen jedes Paars liegen nur rund 230 Meter auseinander. Zum Vergleich: Am Flughafen München trennen die beiden Parallelbahnen gut 2,3 Kilometer, also rund das Zehnfache. In San Francisco sind die Flugzeuge auf den beiden 28er-Bahnen dagegen so nah beieinander, dass du beim Anflug zwei Maschinen in einem Bildausschnitt unterbringen kannst.
| Bahn | Länge | Typische Nutzung im Westbetrieb | Was du dort siehst |
|---|---|---|---|
| 28R | ca. 3.618 m | Landungen, teils Starts schwerer Jets | Anflüge über die Bucht, Langstrecke |
| 28L | ca. 3.469 m | Landungen | Anflüge versetzt zu 28R |
| 01R | ca. 2.637 m | Starts Richtung Norden | Abflüge, die die 28er-Bahnen kreuzen |
| 01L | ca. 2.332 m | Starts Richtung Norden | Kurz- und Mittelstrecke, Regionaljets |
Diese Verteilung ist der Normalfall, aber kein Gesetz. Welche Bahn gerade wofür genutzt wird, entscheidet die Flugsicherung nach Wind, Wetter, Verkehr und Bauarbeiten. So wird 2026 die Bahn 01R/19L über mehrere Monate neu asphaltiert – solche Arbeiten verschieben den Verkehr spürbar. Was hinter Bahnbezeichnungen und Windrichtung steckt, erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
März 2026: Schluss mit Landungen Seite an Seite
Jahrzehntelang war SFO bekannt für ein Schauspiel, das Spotter aus aller Welt anzog: zwei Flugzeuge, die bei gutem Wetter gleichzeitig auf 28L und 28R zur Landung ansetzten, fast Flügel an Flügel. Möglich war das nur bei guter Sicht, weil die Piloten sich gegenseitig im Blick behalten mussten. Bei schlechter Sicht verlangen die Instrumentenregeln einen deutlich größeren seitlichen Abstand zwischen parallelen Anflügen, als SFO ihn hat – dann sank die Zahl der Landungen pro Stunde schon immer drastisch.
Ende März 2026 hat die US-Luftfahrtbehörde FAA dieses Verfahren dauerhaft beendet. Laut Berichten von Fachmedien wie AVweb untersagt sie gleichzeitige Landungen nebeneinander auf den eng liegenden Parallelbahnen auch bei klarem Wetter, weil die bisher genutzten Sichtverfahren nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards entsprechen. Stattdessen kommen die Flugzeuge versetzt herein, mit größerem Abstand zueinander. Zusammen mit der laufenden Bahnsanierung sank die maximale Ankunftsrate damit von 54 auf 36 Flüge pro Stunde – ein Drittel weniger.
Für dich als Spotter heißt das zweierlei. Das klassische Bild zweier exakt nebeneinander fliegender Jets gehört nach aktuellem Stand (Oktober 2026) der Vergangenheit an. Paarweise Anflüge in kurzem Versatz auf beide 28er-Bahnen siehst du aber weiterhin – und die geringere Kapazität bedeutet, dass sich Ankünfte in Spitzenzeiten eher stauen und verspäten. Plane deshalb mit Puffer und prüf die Ankunftszeiten live.
Live-Daten statt Flugplan
An SFO stimmen Plan- und Ist-Zeiten bei Nebel oder Spitzenverkehr oft nicht überein. Eine Flugverfolgung zeigt dir, welche Maschine gerade im Anflug ist und auf welcher Bahn sie landet. Wie das funktioniert, liest du im Beitrag zur Flugverfolgung mit ADS-B; Benachrichtigungen für bestimmte Typen erklärt der Beitrag Alarme einrichten.
Wind, Nebel und der Southeast Plan
In San Francisco weht der Wind meist aus Westen vom Pazifik. Deshalb landen die Flugzeuge im Normalbetrieb von Osten kommend über die Bucht auf 28L und 28R, während die Starts überwiegend auf 01L und 01R Richtung Norden laufen und dabei die Landebahnen kreuzen. Schwere Langstreckenjets, die für den Start mehr Bahn brauchen, weichen teils auf die langen 28er-Bahnen aus.
Dreht der Wind bei Regenwetter auf Süd bis Südost, schaltet der Flughafen auf den sogenannten Southeast Plan um: Dann wird auf 10L und 10R gestartet und auf 19L und 19R gelandet. Das kommt nur an einem kleinen Teil der Tage im Jahr vor, krempelt aber sämtliche Standpunkte um. Ein Spot, der bei Westbetrieb perfekt ist, kann dann völlig leer bleiben.
Der zweite große Faktor ist der Nebel. Vor allem in den Sommermonaten schiebt sich morgens oft eine Schicht aus Meeresnebel und tiefen Wolken über die Bucht. Dann sinkt nicht nur die Fotoqualität, sondern auch die Zahl der möglichen Landungen, weil wie beschrieben nur eingeschränkt auf beiden Bahnen gleichzeitig angeflogen werden kann. Häufig lichtet sich die Schicht im Laufe des Tages – der Nachmittag ist deshalb oft die sicherere Wahl. Wetterkarten wie in unserem Beitrag zu Windy und anderen Wetterdiensten helfen dir bei der Einschätzung.
Wetter, Wind und Pisten auf einen Blick
Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen und benachrichtigt dich, wenn ein Typ, eine Airline oder ein Kennzeichen anfliegt, die du per Alarm beobachtest. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
United, Alaska und die Terminals
SFO hat vier Terminals, die ringförmig um das zentrale Parkhaus liegen. Das Harvey Milk Terminal 1 mit den Bereichen B und C wurde zwischen 2019 und 2024 schrittweise neu gebaut; es ist nach dem Bürgerrechtler und früheren Stadtrat Harvey Milk benannt. Seit 2024 bündelt Alaska Airlines dort ihren gesamten Betrieb in San Francisco, gemeinsam mit der Konzernschwester Hawaiian Airlines. Terminal 2 mit dem Bereich D ist der älteste Kern des Flughafens und wurde 2011 nach einem Umbau wiedereröffnet; heute nutzen es unter anderem Southwest und Air Canada. Terminal 3 mit den Bereichen E und F nutzt vor allem United für Inlandsflüge.
Das International Terminal mit den Bereichen A und G öffnete im Dezember 2000; 2024 kündigte der Flughafen an, es nach der früheren Senatorin Dianne Feinstein zu benennen. Es war einer der ersten Flughafenbauten, bei dem Gates von Beginn an für den Airbus A380 ausgelegt wurden; sechs Positionen sind dafür vorgesehen. Im G-Bereich fertigt United ihre internationalen Flüge ab, im A-Bereich die meisten ausländischen Airlines.
| Terminal | Bereiche | Hauptnutzer | Typisches Flugzeugbild |
|---|---|---|---|
| Harvey Milk Terminal 1 | B, C | Alaska, Hawaiian, American, Delta, JetBlue u. a. | 737-Familie, A321neo, Regionaljets |
| Terminal 2 | D | Southwest, Air Canada, WestJet, teils United | Schmalrumpfjets |
| Terminal 3 | E, F | United (Inland) | 737 MAX, A320-Familie, Regionaljets |
| International Terminal | A, G | United international, ausländische Airlines | 777, 787, A350 und weitere Großraumjets |
Auf der United-Seite dominieren bei den Langstrecken Muster wie die Boeing 777-300ER, die 777-200ER und die Boeing 787-9. Auf den Inlandsstrecken siehst du die 737 MAX 9 und andere Mitglieder der 737-Familie, ergänzt durch Regionaljets wie die Embraer E175, die Partner wie SkyWest im Auftrag von United fliegen. Wer die Langstreckenjets zuverlässig auseinanderhalten will, findet Hilfe im Beitrag Boeing 777 und 787 unterscheiden.
Das Tor zum Pazifik: Langstrecke aus aller Welt
Was SFO für Spotter aus Europa besonders reizvoll macht, ist die Langstrecke. Laut aktuellen Flugplänen verbinden Airlines aus ganz Asien die Bay Area mit ihren Drehkreuzen: EVA Air und China Airlines aus Taipeh, Cathay Pacific aus Hongkong, Korean Air aus Seoul sowie ANA und Japan Airlines aus Tokio. Taipeh und Seoul gehören zu den meistgenutzten Auslandszielen des Flughafens, in Europa sind es London-Heathrow und Frankfurt.
Aus Ozeanien kommen Qantas aus Sydney und Air New Zealand aus Auckland, aus Südostasien Singapore Airlines. Der Nahe Osten ist mit Emirates aus Dubai und Turkish Airlines aus Istanbul vertreten. Aus Europa fliegen unter anderem Lufthansa aus Frankfurt und München, British Airways und Virgin Atlantic aus London-Heathrow, Air France, KLM und saisonal Condor.
Welche Muster diese Airlines einsetzen, wechselt mit Saison und Flugplan. Für dich bedeutet die Mischung: An einem guten Nachmittag rollen auf den 28er-Bahnen Großraumjets in einer Vielfalt, wie sie an kaum einem anderen US-Flughafen dieser Größe zusammenkommt. Star Alliance, oneworld und SkyTeam sind in San Francisco alle stark vertreten; wie du ihre Sonderlackierungen erkennst, zeigt der Beitrag zu den Allianz-Lackierungen.
Fracht und Wartung
Neben dem Passagierverkehr ist SFO ein wichtiger Frachtflughafen. 2025 wurden rund 537.000 Tonnen umgeschlagen. Ein Großteil fliegt im Bauch der Langstreckenjets mit, dazu kommen reine Frachter, unter anderem von FedEx, DHL, Kalitta Air, Amazon Air sowie den Frachtsparten von EVA Air, China Airlines und Korean Air.
Ein Sonderfall ist die Wartungsbasis von United Airlines im Westteil des Geländes. Sie gehört zu den größten Instandhaltungsstandorten der Welt und betreut neben der eigenen Flotte auch Flugzeuge zahlreicher anderer Airlines. Der riesige „Superbay“-Hangar, den United und American gemeinsam nutzen, bietet Platz für mehrere Großraumflugzeuge gleichzeitig. Für Spotter bedeutet das: Gelegentlich tauchen Maschinen auf, die nicht im normalen Flugplan stehen – etwa Überführungs- und Testflüge nach Wartungsarbeiten.
Wind und Wetter prüfen
Westwind heißt Landungen auf 28L/28R, Starts von 01L/01R. Bei Regen und Südostwind gilt der Southeast Plan mit völlig anderen Bahnen.
Nebelprognose ansehen
Im Sommer liegt morgens oft Meeresnebel über der Bucht. Der Nachmittag ist häufig die bessere Wahl.
Langstrecken-Ankünfte heraussuchen
Die Großraumjets aus Asien und Europa kommen in Wellen. Ein Blick in die Ankunftstafel spart Wartezeit.
Anreise planen
BART und Caltrain bringen dich in die Nähe, für Spots an der Bucht brauchst du oft noch einen Fußweg oder ein Rad.
N-Kennzeichen notieren
Bei vielen gleichen United-Jets ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen später sauber zuzuordnen.
Wo du als Spotter stehst
SFO liegt direkt am Wasser, und genau das bestimmt die Spotting-Möglichkeiten. Die Anflüge auf 28L/28R kommen von Osten über die Bucht herein, die Starts von 01L/01R führen nach Norden über die Bucht hinaus. Öffentliche Parks und Uferwege rund um das Gelände bieten deshalb die meisten Standpunkte – in Millbrae etwa der Bayfront Park am Südwestrand des Flughafens, den unser Spot-Guide ausführlich beschreibt.
Weil die Bahnen teils weit draußen liegen, brauchst du für formatfüllende Bilder in der Regel ein ordentliches Teleobjektiv. Über dem Wasser und dem warmen Asphalt bildet sich an sonnigen Nachmittagen zudem leicht Hitzeflimmern; Tipps dazu stehen im Beitrag Hitzeflimmern vermeiden. Einen kompakten Überblick über die besten Plätze und Tageszeiten gibt dir der Beitrag Planespotting in San Francisco.
Innerhalb des Flughafens lohnt sich für Passagiere ein Blick auf das Angebot des SFO Museum. Es zeigt wechselnde Ausstellungen in mehreren Terminals und betreibt im International Terminal das Aviation Museum & Library zur Luftfahrtgeschichte. Über Terminal 2 öffnete im Februar 2020 außerdem die Aussichtsterrasse SkyTerrace. Ob und wann sie zugänglich ist, solltest du vorher auf der Website des Flughafens prüfen.
US-Regeln ernst nehmen
Rund um amerikanische Flughäfen gelten strenge Sicherheitsvorschriften. Bleib auf öffentlichem Grund, halte Abstand zu Zäunen und Sperrzonen und kooperiere freundlich, wenn dich Polizei oder Sicherheitspersonal anspricht. Drohnen sind in Flughafennähe tabu. Hintergrund und Praxis findest du in den Beiträgen Planespotting in den USA und Ist Planespotting erlaubt?.
Sicherheit und bekannte Zwischenfälle
Die engen Parallelbahnen und die Lage am Wasser haben SFO mehrfach in die Schlagzeilen gebracht. Am 6. Juli 2013 setzte Asiana-Flug 214, eine Boeing 777-200ER, beim Anflug auf 28L zu tief und zu langsam auf, prallte mit dem Heck gegen die Ufermauer und brannte aus. Drei Menschen kamen ums Leben – es war der erste Unfall einer 777 mit Todesopfern.
Im Juli 2017 richtete sich ein Airbus A320 von Air Canada bei Nacht im Anflug auf 28R versehentlich auf den parallelen Rollweg aus, auf dem mehrere Flugzeuge auf ihren Start warteten. Erst kurz vor einer Katastrophe leitete die Crew ein Durchstartmanöver ein; die US-Unfalluntersuchungsbehörde NTSB untersuchte den Fall ausführlich. Beide Ereignisse haben die Debatte über Anflugverfahren an SFO geprägt. Die FAA begründete ihre Entscheidung von 2026 allgemein mit Sicherheitsstandards für die Staffelung.
Ausbau und die Frage nach mehr Platz
Das Grundproblem des Flughafens ist bekannt: Er hat keinen Platz. Ende der 1990er-Jahre kam deshalb die Idee auf, Teile der Bucht aufzuschütten, um die Parallelbahnen weiter auseinanderzurücken. Gegen das Vorhaben formierte sich breiter Widerstand von Umweltverbänden, die Kosten stiegen deutlich, und umgesetzt wurde die Bahnverlegung bis heute nicht.
Statt neuer Bahnen investierte der Flughafen in Terminals und Anbindung: das International Terminal im Jahr 2000, AirTrain und BART-Anschluss 2003, den Umbau von Terminal 2 bis 2011 und das neue Harvey Milk Terminal 1 bis 2024. An der Kapazität der Bahnen ändert das nichts – und seit März 2026 ist sie sogar spürbar gesunken.
SFO passt zu dir, wenn …
- du Langstreckenjets aus Asien, Ozeanien und Europa an einem Ort sehen willst
- dich ein ungewöhnliches Pistensystem mit eng versetzten Anflügen reizt
- du United-Großraumflotte in hoher Dichte suchst
Bedingt geeignet, wenn …
- du nur einen Vormittag Zeit hast und Nebel nicht riskieren willst
- du ohne langes Teleobjektiv formatfüllende Bilder möchtest
Eher woanders, wenn …
- du die klassischen Landungen Seite an Seite sehen willst – die gibt es seit März 2026 nicht mehr
- du vor allem nah an der Bahn stehen und Fahrwerke im Detail fotografieren möchtest
SFO im Vergleich
An der Westküste ist der Flughafen Los Angeles der große Konkurrent: mehr Verkehr, mehr Airlines und mit Spots wie Imperial Hill deutlich nähere Standpunkte. SFO punktet dagegen mit dem United-Drehkreuz, dem starken Asienverkehr und seinem einzigartigen Bahnkreuz. Im Landesinneren ist Chicago O’Hare das zweite große United-Drehkreuz, an der Ostküste übernimmt der Flughafen New York JFK die Rolle des internationalen Tors.
Auf der anderen Seite des Pazifiks liegen viele Gegenstücke der SFO-Verbindungen, etwa der Flughafen Hongkong und der Flughafen Tokio-Haneda. Wenn du eine ganze USA-Reise ums Spotten herum planst, helfen dir die Beiträge Planespotting-Reise in die USA und US-amerikanische N-Nummern.
Jeder Anflug über die Bucht zählt
Beiträge mit Flugzeugdaten, Hangar mit Wunschliste, Spot-Karte, Sonnenstand-Planer und Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Der Flughafen San Francisco ist kein Ort, an dem du dich einfach an den Zaun stellst und loslegst. Das Bahnkreuz, der Nebel, der Southeast Plan und seit März 2026 die neuen Regeln der FAA machen ihn anspruchsvoller als viele andere Drehkreuze. Dafür bekommst du eine Mischung, die es so selten gibt: United-Großraumjets in Serie, Langstrecken-Airlines aus ganz Asien und Ozeanien und Anflüge über das Wasser der Bucht.
Wie überall entscheiden Wind, Licht und Timing. Wer vorher Betriebsrichtung, Nebelprognose und Ankunftstafel checkt, steht in San Francisco zur richtigen Zeit am richtigen Ufer.
Kurzfazit
SFO ist United-Drehkreuz und Westküsten-Tor nach Asien. Das Kreuz aus zwei eng liegenden Bahnpaaren macht den Flughafen einzigartig – plane nach Wind, Nebel und den neuen FAA-Regeln, dann lohnt sich der Tag an der Bucht.
Zusammenfassung
- SFO ist das große Westküsten-Drehkreuz von United und der wichtigste Flughafen der Bay Area – mit viel Langstreckenverkehr nach Asien und Ozeanien.
- Das Pistensystem aus zwei sich kreuzenden, extrem eng liegenden Bahnpaaren ist weltweit fast einzigartig und prägt den gesamten Betrieb.
- Seit März 2026 sind Landungen Seite an Seite verboten; das senkt die Kapazität und macht Verspätungen bei Spitzenverkehr wahrscheinlicher.
- Für Spotter zählen Wind, Nebel und Tageszeit mehr als an fast jedem anderen großen US-Flughafen.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens San Francisco?
Der IATA-Code ist SFO, der ICAO-Code KSFO. Das vorangestellte K kennzeichnet bei ICAO-Codes Flughäfen in den zusammenhängenden USA; die übrigen drei Buchstaben entsprechen dem IATA-Code.
Wie viele Start- und Landebahnen hat SFO?
Vier, angeordnet als zwei sich kreuzende Paare: 10L/28R und 10R/28L in Ost-West-Richtung sowie 01R/19L und 01L/19R in Nord-Süd-Richtung. Die längste ist 28R mit rund 3.618 Metern. Die Mittellinien jedes Paars liegen nur rund 230 Meter auseinander – deutlich weniger als an den meisten großen Drehkreuzen.
Warum ist der enge Bahnabstand ein Problem?
Bei so geringem Abstand dürfen zwei Flugzeuge nur unter bestimmten Bedingungen gleichzeitig auf beiden Bahnen landen. Bei schlechter Sicht war das schon immer eingeschränkt, Ende März 2026 hat die US-Luftfahrtbehörde FAA gleichzeitige Landungen nebeneinander dann ganz untersagt. Seitdem kommen die Flugzeuge versetzt herein; zusammen mit einer laufenden Bahnsanierung sank die Ankunftsrate laut Berichten von 54 auf 36 Flüge pro Stunde.
Welche Bahnen sind normalerweise in Betrieb?
Bei den vorherrschenden Westwinden landen die Flugzeuge in der Regel auf 28L und 28R und starten von 01L und 01R Richtung Norden über die Bucht; schwere Langstreckenjets nutzen für den Start teils die längeren 28er-Bahnen. Bei Regenlagen mit Südostwind gilt der sogenannte Southeast Plan: Starts auf 10L/10R, Landungen auf 19L/19R. Prüf die aktuelle Lage vorher in einer Flugverfolgung.
Welche Airline ist in San Francisco am größten?
United Airlines. SFO ist ihr wichtigstes Tor über den Pazifik und eine ihrer großen Wartungsbasen. Inlandsflüge laufen vor allem über Terminal 3, internationale über den G-Bereich des International Terminals. Zweite Hausairline ist Alaska Airlines im Terminal 1.
Fliegen deutsche Airlines nach San Francisco?
Ja. Lufthansa verbindet SFO laut aktuellen Flugplänen mit Frankfurt und München, Condor fliegt saisonal ab Frankfurt. Welche Muster dabei eingesetzt werden, ändert sich mit dem Flugplan – schau vor deinem Besuch in die Ankunftstafel.
Wie komme ich ohne Auto zum Flughafen?
Mit der BART-Linie, die direkt am International Terminal hält, oder mit Caltrain bis Millbrae und dort weiter mit BART. Zwischen den Terminals, den Parkhäusern und dem Mietwagenzentrum pendelt der kostenlose AirTrain. Für Spots an der Bucht rund um den Flughafen brauchst du je nach Ort zusätzlich Bus, Fahrrad oder Fußweg.
Ist Spotten am Flughafen San Francisco erlaubt?
Vom öffentlichen Grund aus grundsätzlich ja – etwa von Parks und Uferwegen an der Bucht. Absperrungen, Sicherheitsbereiche und Anweisungen von Personal oder Polizei gelten aber ausnahmslos, und an US-Flughäfen wird genau hingeschaut. Was du beachten solltest, fasst der Beitrag zu den Spotting-Regeln in den USA zusammen.
Sichtungen rund um Flughafen San Francisco sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
United Airlines
Die US-Netzwerk-Airline mit dem Globus am Leitwerk: Wurzeln bis 1926, Sitz in Chicago, Gründungsmitglied der Star Alliance und in Europa vor allem mit 767, 777 und 787 unterwegs.
AS / ASAAlaska Airlines
Netzwerk-Airline aus Seattle mit dem Gesicht am Leitwerk: große Boeing-737-Flotte, oneworld-Mitglied seit 2021, Übernahmen von Virgin America und Hawaiian – und seit 2026 erstmals Linienflüge nach Europa.
AS / ASAHawaiian Airlines
Die Airline aus Honolulu mit der Blumenfrau am Leitwerk: gegründet 1929, seit 2024 Teil der Alaska Air Group, seit 2026 mit AS-Flugnummern und Mitglied von oneworld.
OO / SKWSkyWest Airlines
Die größte Regionalairline der USA aus St. George in Utah: über 500 Embraer E175 und Bombardier CRJ, die in den Farben von United Express, Delta Connection, American Eagle und Alaska fliegen – aber fast nie unter eigenem Namen.
LH / DLHLufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
BR / EVAEVA Air
Taiwans Langstrecken-Airline aus der Evergreen-Gruppe: Drehkreuz Taipeh-Taoyuan, Star Alliance seit 2013, Boeing 777-300ER und 787 in Grün-Orange – und die berühmten Hello-Kitty-Jets.
CX / CPACathay Pacific
Die Flag Carrier Hongkongs: Drehkreuz Chek Lap Kok, Gründungsmitglied von oneworld, Langstrecke mit A350 und Boeing 777 – und mit Cathay Cargo eine der großen 747-Frachtflotten der Welt.
VX / VRDVirgin America
Historische US-Airline aus der Bay Area (2007–2018): Airbus-Flotte, farbiges Kabinenlicht, WLAN auf jedem Flug – und 2016 die Übernahme durch Alaska Airlines, die die Marke 2018 einstellte.
Typische Flugzeuge
Boeing 777-300ER
Der meistverkaufte 777-Ableger: Die 777-300ER ist länger als eine A380, fliegt nur mit GE90-Triebwerken und prägt seit 2004 die Langstrecke. So erkennst du die 77W sicher.
FlugzeugtypBoeing 787-9 Dreamliner
Gezackte Triebwerksenden, schräg auslaufende Flügel und eine glatte, runde Nase: Die 787-9 ist die meistgeflogene Dreamliner-Version. So erkennst du sie und trennst sie von 787-8 und 787-10.
FlugzeugtypBoeing 777-200ER
Die 777-200ER ist die Langstrecken-777 der ersten Generation: kürzer als die 300ER, ohne schräge Flügelspitzen und mit drei möglichen Triebwerken. So erkennst du sie sicher – auch in Wien.
FlugzeugtypBoeing 737 MAX 9
Die gestreckte Schwester der MAX 8: Die 737 MAX 9 ist länger, hat einen zusätzlichen Ausgang hinter dem Flügel und ist in Europa ein eher seltener Gast. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypEmbraer E175
Der kleine E-Jet mit der großen US-Karriere: Die E175 fliegt mit rund 76 bis 88 Sitzen in 2+2-Kabine, ist Embraers Bestseller und in Europa vor allem bei KLM Cityhopper und LOT zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A350-900
Schwarze Cockpit-Maske, elegant hochgebogene Flügelspitzen, zwei mächtige Trent-XWB-Triebwerke: Die A350-900 ist Airbus’ moderner Langstrecken-Twin. So erkennst du sie sicher.
Spotting-Spots rund um Flughafen San Francisco
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Bayfront Park am Flughafen San Francisco
Der Standard-Spot an SFO: Vom Uferpark in Millbrae schaust du über das Wasser der Bucht auf die Landungen auf den eng beieinanderliegenden Pisten 28L und 28R – mit Langstrecke aus Asien, Europa und dem Nahen Osten und Licht ab der Mittagszeit.
SpotterhügelImperial Hill am Flughafen Los Angeles
Der Klassiker unter den LAX-Spots: Vom Imperial Hill in El Segundo, heute offiziell Clutter's Park, schaust du von Süden auf die beiden Südbahnen von Los Angeles – mit Bänken, Sonne im Rücken und Großraumjets im Minutentakt.
Weitere Einträge
Flughafen Los Angeles (LAX)
Vom Weizenfeld Mines Field zum Tor nach Asien und Australien: vier Parallelbahnen direkt am Pazifik, vier große Hausairlines, Großraumjets aus aller Welt – und mitten im Terminal-Hufeisen das Theme Building, die fliegende Untertasse aus dem Jahr 1961.
FlughafenFlughafen Chicago O'Hare
Vom Bomberwerk zum Doppel-Drehkreuz: O'Hare ist Heimat von United und American, hat acht Start- und Landebahnen, zählt jährlich weit über 800.000 Flugbewegungen und ist für Spotter einer der dichtesten Flughäfen der Welt.
FlughafenFlughafen New York JFK
Vom Golfplatz Idlewild zum wichtigsten Tor der USA nach Übersee: vier Bahnen an der Jamaica Bay, Drehkreuze von Delta, American und JetBlue, Airlines aus aller Welt – und mit dem TWA Hotel ein Stück Luftfahrtgeschichte direkt am Vorfeld.
FlughafenFlughafen Hongkong Chek Lap Kok
Auf einer künstlichen Insel vor Lantau gebaut, 1998 als Nachfolger von Kai Tak eröffnet: Chek Lap Kok ist die Heimat von Cathay Pacific, seit Jahren in der Weltspitze bei der Luftfracht und seit 2024 ein Flughafen mit drei Pisten.
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