Das Wichtigste in Kürze
- Die 146-100 ist die Urversion der Familie: Mit ihr flog der Prototyp am 3. September 1981 zum ersten Mal.
- Die kürzeste Rumpflänge: Mit rund 26,2 m ist sie das kompakteste Mitglied der 146- und Avro-RJ-Familie.
- Royal-Flieger: Ab 1986 flog die Queen’s Flight der Royal Air Force insgesamt drei VIP-Maschinen als BAe 146 CC2.
- Abschied 2022: Die letzten beiden CC2 wurden im März 2022 bei der RAF ausgemustert und stehen heute in Museen.
- Heute eine echte Rarität: Im Linienverkehr ist die 146-100 praktisch verschwunden – Sichtungen sind Glückssache.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | British Aerospace (BAe), heute BAE Systems |
|---|---|
| Familie | BAe 146-100/-200/-300, Nachfolger Avro RJ70/RJ85/RJ100 |
| ICAO-Typcode | B461 |
| Erstflug | 3. September 1981 (Prototyp G-SSSH) |
| Musterzulassung (UK) | 8. Februar 1983 |
| Erstkunde | Dan-Air, erster Linienflug im Mai 1983 |
| Endmontage | Hatfield nördlich von London |
| Triebwerke | 4 × Lycoming ALF 502R, je rund 31 kN Schub |
| Länge | rund 26,2 m |
| Spannweite | rund 26,3 m |
| Höhe | rund 8,6 m |
| Sitzplätze | 70 (fünf nebeneinander) bis 82 (sechs nebeneinander) |
| Max. Startgewicht | rund 38,1 t |
| Wirbelschleppenkategorie | M (Medium) |
| Nachfolger | Avro RJ70 (Auslieferungen ab Ende 1993) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Schulterdecker: Der Flügel sitzt oben auf dem Rumpf – typisch für die ganze 146-Familie
- Vier kleine Triebwerke unter dem Flügel bei einem Jet von nur rund 26 Metern Länge
- Hohes T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung als Luftbremse aufspreizt
- Auffallend kurzer, gedrungener Rumpf – deutlich kürzer als bei der 146-200 bzw. dem RJ85
- Hauptfahrwerk in Verkleidungen seitlich am Rumpf statt im Flügel
- Kennzeichen und Typcode B461 sind der sichere Weg, um sie vom äußerlich fast gleichen RJ70 zu trennen
Aktualisiert: Oktober 2026 – Kurz, gedrungen, Flügel oben, vier Triebwerke darunter und ein Heck, das sich bei der Landung wie eine Muschel öffnet: Das ist die BAe 146-100, die Urversion der Familie, aus der später der berühmte Jumbolino wurde. Sie flog 1981 zum ersten Mal, war jahrzehntelang das Reiseflugzeug der britischen Royal Family und ist heute eine der seltensten Varianten am Himmel. Hier erfährst du, woran du sie erkennst, wie du sie von den längeren Schwestern trennst und wo du sie überhaupt noch zu Gesicht bekommst.
Die Urversion in den Hangar holen
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Was ist die BAe 146-100?
Die BAe 146-100 ist die erste und kürzeste Version des vierstrahligen Regionaljets BAe 146. Die Idee stammt noch aus der Zeit von Hawker Siddeley: Das Projekt HS.146 wurde 1973 angestoßen, nach der Ölkrise aber auf Eis gelegt. Erst 1978 holte die neu gegründete British Aerospace das Vorhaben wieder aus der Schublade. Gesucht war ein Jet für kurze Strecken und kleine Flughäfen, der leise ist, kurze Pisten beherrscht und ohne großen Aufwand am Boden auskommt.
Der Prototyp – eine 146-100 mit dem Kennzeichen G-SSSH – hob am 3. September 1981 zum ersten Mal ab. Die britische Musterzulassung folgte am 8. Februar 1983. Erstkunde war die britische Charter- und Linienairline Dan-Air, die im Mai 1983 den ersten Linienflug von London-Gatwick nach Bern durchführte. Gebaut wurde die frühe 146 im Werk Hatfield nördlich von London, einem traditionsreichen Standort, der ursprünglich zu de Havilland gehörte. Viele Bauteile kamen von Zulieferern: Die Flügel lieferte Textron aus den USA, Höhenleitwerk und Ruder Saab-Scania aus Schweden.
Weil die vier kleinen Lycoming-Triebwerke für einen Jet jener Zeit bemerkenswert leise waren, vermarktete British Aerospace die Familie als „Whisperjet“. Der Hersteller ging 1999 in BAE Systems auf, deshalb führen wir den Typ heute unter diesem Namen.
Die Familie im Überblick
Die 146 gab es in drei Rumpflängen. Anfang der 1990er-Jahre wurde jede davon modernisiert und als Avro RJ neu vermarktet. Die ersten RJ70, die modernisierte Ausgabe der kurzen 146-100, wurden Ende 1993 ausgeliefert.
| BAe-146-Version | Avro-Nachfolger | ICAO-Code | Länge |
|---|---|---|---|
| 146-100 | RJ70 | B461 / RJ70 | ca. 26,2 m |
| 146-200 | RJ85 | B462 / RJ85 | ca. 28,6 m |
| 146-300 | RJ100 | B463 / RJ1H | ca. 31,0 m |
Flügel, Leitwerk und das Grundkonzept sind bei allen Varianten gleich. Der Unterschied zwischen einer 146-100 und einem RJ70 steckt vor allem in den Triebwerken (mehr dazu im Guide Triebwerke erkennen): Der RJ bekam die weiterentwickelten LF 507 mit digitaler Triebwerksregelung und ein Cockpit mit moderner Elektronik. Von außen siehst du davon fast nichts.
Neben der Passagierversion gab es auch Ableitungen für Fracht. Eine schnell zwischen Passagier- und Frachtbetrieb umrüstbare Ausführung lief als 146-100QC (Quick Change). Auf Basis der Frachtversion entstand außerdem ein militärischer Demonstrator mit seitlicher Ladetür, der 146STA – er wurde unter anderem 1989 auf der Pariser Luftfahrtschau gezeigt, Bestellungen blieben aber aus.
So erkennst du die 146-100
Die Familie selbst bestimmst du in Sekunden. Schwieriger ist die Frage, welche Länge du vor dir hast. Gehe in drei Schritten vor:
Familie bestätigen
Flügel oben, vier Triebwerke darunter, T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung aufspreizt: Diese Kombination gibt es nur bei BAe 146 und Avro RJ.
Proportionen prüfen
Die 146-100 wirkt auffallend kurz und gedrungen. Der Rumpf vor dem Flügel ist knapp, und Länge und Spannweite sind fast gleich – das Flugzeug sieht im Profil beinahe „quadratisch“ aus.
Kennzeichen nachschlagen
Ob 146-100 oder RJ70, entscheidet erst das Kennzeichen. Bei britischen Maschinen hilft dir das Register, wie im Guide Britische G-Kennzeichen beschrieben.
Bei der 146-200 und dem RJ85 ragt der Rumpf sichtbar weiter über den Flügel hinaus, die 146-300 wirkt schon fast schlank. Zählst du auf einem Foto die Fenster vor und hinter dem Flügel und vergleichst mit einem Referenzbild, kommst du schnell zu einer Einschätzung. Wenn du generell an deiner Methodik feilen willst, lies den Einstieg Flugzeugtypen erkennen für Anfänger.
Praxis-Tipp: Länge gegen Spannweite
Ein guter Schnelltest bei Seitenaufnahmen: Wirkt der Rumpf ungefähr so lang wie der Flügel breit ist, spricht viel für die 146-100 oder den RJ70. Ist der Rumpf klar länger, hast du eine der größeren Varianten vor dir.
Schnellbestimmung: Welche 146 ist das?
BAe 146-100 oder Avro RJ70
Die kurze Version der Familie. Ist es ein B461, hast du die Urversion erwischt – eine echte Rarität. Beim RJ70 handelt es sich um die modernisierte Ausgabe gleicher Länge.
Mit anderen Typen lässt sich die 146-100 kaum verwechseln – einen Überblick über die Konkurrenz gibt Regionaljets erkennen. Ein kleiner britischer Jet mit T-Leitwerk aus der gleichen Ära ist die BAC One-Eleven – sie hat aber einen tief angesetzten Flügel und nur zwei Triebwerke am Heck. Ähnlich ist es bei der Fokker 70, die in Größe und Sitzzahl zwar vergleichbar ist, aber ebenfalls zwei Hecktriebwerke trägt.
Die 146-100 als Flugzeug der Royal Family
Das bekannteste Kapitel der 146-100 schrieb die Royal Air Force. Um einen Nachfolger für die propellergetriebenen Andover der Queen’s Flight zu finden, mietete die RAF 1983 zwei BAe 146 zur Erprobung an. Die Bewertung fiel positiv aus: Ab 1986 übernahm die Queen’s Flight 146-100 mit VIP-Kabine unter der militärischen Bezeichnung BAe 146 CC2 – die ersten Jets in der Geschichte der Staffel. Insgesamt flog die Einheit drei dieser Maschinen. Die eigens gestaltete VIP-Kabine bot je nach Auslegung Platz für 19 oder 26 Passagiere.
Stationiert waren die Flugzeuge zunächst in RAF Benson. Am 1. April 1995 ging die Queen’s Flight in der No. 32 Squadron auf, die seitdem als No. 32 (The Royal) Squadron in RAF Northolt im Westen Londons fliegt. Die 146 zogen mit um. Eine der drei CC2 wurde 2002 als überzählig verkauft. Dazu kamen ab 2012 zwei ehemalige Fracht-146-200 von TNT, die als BAe 146 C3 unter anderem ab 2013 in Afghanistan eingesetzt wurden.
Im Februar 2022 kündigte das britische Verteidigungsministerium an, die 146-Flotte durch zwei Dassault Falcon 900LX zu ersetzen. Im März 2022 endete die Dienstzeit der Royal-146 nach rund 36 Jahren. Die beiden verbliebenen CC2 blieben dem Publikum erhalten: ZE701 ging an das Imperial War Museum Duxford, ZE700 an das South Wales Aviation Museum in St Athan. Ganz ohne Zwischenfall verlief die lange Karriere übrigens nicht: Am 29. Juni 1994 rollte ZE700 bei der Landung auf der schottischen Insel Islay über das Pistenende hinaus und wurde beschädigt.
Wie du Regierungs- und Staatsflugzeuge heute aufspürst – inklusive der Nachfolger der Royal-146 –, erklärt der Beitrag Regierungsflugzeuge spotten. Bevor du dich an einen Militärflugplatz wie Northolt stellst, lohnt ein Blick in die Hinweise zum Fotografieren an Militärflugplätzen.
Seltene Typen nicht verpassen
Setz B461 und RJ70 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein Exemplar deinen Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Kurze Pisten, steile Anflüge: London City und Aspen
Die 146 wurde von Anfang an für schwierige Flughäfen konzipiert. Der hohe Flügel mit großen Landeklappen erlaubt langsame Anflüge, die vier Triebwerke liefern genug Schub für kurze Starts. Laut Typdaten kommt die 146-100 auf Meereshöhe bei Normbedingungen mit rund 1.200 Metern Startstrecke aus, für die Landung reicht etwas weniger – für einen Jet ihrer Zeit ein guter Wert.
Das machte die Familie zur ersten Wahl für den Flughafen London City in den Docklands. Mit seinem steilen Anflug und der kurzen Piste stellt er hohe Anforderungen. Schon 1987 wurde die 146 ausgewählt, dort die ersten Jetflüge aufzunehmen; regelmäßig möglich wurden sie, nachdem 1992 die verlängerte Piste und ein etwas flacherer Anflugwinkel in Betrieb gingen.
Auch in den USA spielte die kurze 146 ihre Stärken aus: Aspen Airways setzte eine 146-100 ein und eröffnete damit den ersten planmäßigen Jetverkehr in den Skiort Aspen in Colorado, dessen Flughafen hoch in den Rocky Mountains liegt. Ein Exemplar einer chinesischen Airline, die B-2701 von China Northwest, steht heute im Museum der zivilen Luftfahrt in Peking – ein Hinweis darauf, wie weit die kleine 146 einst verbreitet war.
Stärken der 146-100
- Kurze Start- und Landestrecken
- Steile Anflüge auf schwierige Flughäfen
- Für ihre Zeit sehr leise („Whisperjet“)
- Geräumige Kabine für einen Regionaljet
Schwächen
- Vier Triebwerke bedeuten mehr Wartung
- Höherer Verbrauch als moderne Zweistrahler
- Kleine Kabine – wenig Sitze pro Triebwerk
- Keine Schubumkehr, Bremsen über Heckklappe und Spoiler
Genau diese Wirtschaftlichkeitsfrage hat Vierstrahler auf allen Größenklassen verdrängt. Den größeren Zusammenhang beleuchtet der Beitrag Das Ende der Vierstrahler.
Wo du eine 146-100 heute noch siehst
Stand Oktober 2026 ist die 146-100 im europäischen Luftverkehr praktisch verschwunden. Selbst die modernisierte Schwester RJ70 ist eine Seltenheit. Deine besten Chancen:
Sicher zu sehen
- IWM Duxford: die ehemalige Royal-Maschine ZE701
- South Wales Aviation Museum, St Athan: die ZE700
- Museum der zivilen Luftfahrt, Peking: die B-2701
Mit viel Glück
- Einzelne Exemplare bei kleineren Betreibern außerhalb Europas
- Überführungsflüge zu Werften oder Abstellplätzen
- Abgestellte Maschinen auf Flugzeugparkplätzen
Eher nicht mehr
- Regelmäßige Linienflüge an deutschen Flughäfen
- Royal-Flüge – die übernehmen heute andere Muster
Für eine Reise nach Duxford bietet sich eine Kombination mit einer der Flugshows an: Der Beitrag IWM Duxford und seine Airshows hilft dir bei der Planung. Wer gleich mehrere britische Sammlungen abklappern will, findet mit dem RAF Museum Cosford und dem de Havilland Aircraft Museum nahe dem alten Hatfield-Standort weitere lohnende Ziele.
Im Flugbetrieb hilft dir die Flugverfolgung: Filtere nach den Typcodes B461 und RJ70. Wie du ein bestimmtes Exemplar über sein Kennzeichen oder den Hex-Code findest, zeigt der Guide Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen. Wie besonders deine Sichtung tatsächlich ist, kannst du mit Seltenheit einer Sichtung einschätzen bewerten – eine B461 wird dabei fast immer weit oben landen.
Bestände ändern sich laufend
Bei einem Typ, der aus dem Markt verschwindet, veralten Flottenlisten schnell. Maschinen werden verkauft, umgebaut, abgestellt oder verschrottet. Verlass dich nicht auf alte Forenlisten, sondern prüf vor einer Tour, welche Kennzeichen wirklich aktiv sind.
Fototipps für die kurze 146
Begegnest du einer 146-100 in der Luft, ist das meist eine einmalige Gelegenheit. Im Museum hast du dagegen Zeit – nutze sie für Details.
Profil sichern
Das gedrungene Seitenprofil mit dem hohen Flügel ist das Erkennungsbild der 146-100. Hol dir zuerst diese Aufnahme, bevor du experimentierst.
Luftbremse erwischen
Kurz vor und nach dem Aufsetzen ist der Heckkonus weit geöffnet. Eine Serie mit kurzer Verschlusszeit über den Moment des Aufsetzens bringt das typische 146-Bild.
Brennweite anpassen
Mit nur rund 26 Metern Länge ist die 146-100 klein. Am selben Standpunkt brauchst du mehr Brennweite als für einen A320 – mehr dazu im Guide Objektiv und Brennweite für Planespotting.
Im Museum: Details
Bei den ehemaligen Royal-Maschinen lohnen Nahaufnahmen von Kennzeichen, Hoheitsabzeichen und Bemalung – sie erzählen die Geschichte des Flugzeugs.
Wie du vorab planst, wo die Sonne zur Ankunftszeit steht, erklärt der Beitrag Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Und wenn du historische Muster generell sicher bestimmen willst, hilft dir Oldtimer am Himmel erkennen.
Bereit für die Urversion?
- Ich habe B461 und RJ70 als Filter in meiner Tracking-App gesetzt.
- Ich kenne die Proportionen der 146-100 im Vergleich zur 146-200.
- Ich weiß, in welchen Museen die ehemaligen Royal-Maschinen stehen.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Akku voll, Speicherkarte frei, Serienbild eingestellt.
Technik-Exkurs: Warum vier Triebwerke?
Vier Motoren an einem Flugzeug mit rund 70 bis 82 Sitzen wirken heute fast absurd. In den 1970er-Jahren gab es jedoch kein passendes, leises Triebwerk mittlerer Größe, das zwei Motoren für dieses Konzept ermöglicht hätte. Die Lycoming ALF 502 waren kleine Mantelstromtriebwerke mit hohem Nebenstromverhältnis – leise und sparsam für ihre Klasse, aber einzeln zu schwach. Also kamen vier davon unter den Flügel.
Der hoch liegende Flügel hat praktische Gründe: Die Triebwerke hängen weit über dem Boden und saugen auf schlechten Pisten weniger Fremdkörper an, die Kabine liegt tief und ist leicht zu beladen. Weil im Flügel kein Platz für das Fahrwerk bleibt, wandert es in seitliche Verkleidungen am Rumpf. Und statt einer Schubumkehr bremsen der aufklappbare Heckkonus und Spoiler über die ganze Flügelbreite – ein Grund, warum die 146 bei der Landung so leise blieb.
Für die Regionalairlines wurde der Vorteil mit der Zeit zum Nachteil: Moderne Zweistrahler wie die Embraer E190 oder der Airbus A220 erledigen den gleichen Job mit halb so vielen Triebwerken. Für Spotter bleibt die 146-100 dafür ein Stück Luftfahrtgeschichte, das sich mit keinem anderen Jet verwechseln lässt.
Damit auch deine seltenen Begegnungen nicht verloren gehen, findest du im Beitrag Sichtungen dokumentieren im Logbuch praktische Tipps. Eine Übersicht weiterer Raritäten bietet Seltene Flugzeuge spotten.
Fazit
Die BAe 146-100 ist der Anfang einer ungewöhnlichen Erfolgsgeschichte: ein kurzer, leiser Vierstrahler, der 1981 abhob, 1983 bei Dan-Air in Dienst ging, London City für Jets erschloss und rund 36 Jahre lang die britische Royal Family flog. Erkennen kannst du sie an Schulterdecker, vier Triebwerken, T-Leitwerk und dem besonders kurzen Rumpf – sicher wird es mit Kennzeichen und Typcode B461.
Kurzfazit
Kurz, gedrungen, Flügel oben, vier Triebwerke: Das ist die 146-100, die Urversion des Jumbolino. Im Flugbetrieb ist sie heute eine Rarität, die beiden Royal-Maschinen ZE700 und ZE701 kannst du aber in britischen Museen ganz in Ruhe anschauen.
Zusammenfassung
- Die BAe 146-100 flog 1981 erstmals und ging 1983 bei Dan-Air in Dienst, gebaut wurde sie in Hatfield.
- Sie ist die kurze Version der Familie, die modernisierte Ausgabe mit gleichem Rumpf heißt Avro RJ70.
- Bekannt wurde sie als Flugzeug der Queen’s Flight und später der No. 32 (The Royal) Squadron der RAF.
- Zum Spotten bleiben vor allem Museen in Großbritannien und seltene Einzelexemplare im Einsatz außerhalb Europas.
Häufige Fragen
Was ist die BAe 146-100?
Die 146-100 ist die erste und kürzeste Version des vierstrahligen Regionaljets BAe 146 von British Aerospace. Sie bietet je nach Bestuhlung rund 70 bis 82 Sitzplätze und flog erstmals am 3. September 1981.
Welchen ICAO-Typcode hat die BAe 146-100?
Die 146-100 läuft unter B461. Die längeren Schwestern haben B462 (146-200) und B463 (146-300), die modernisierte Avro-Version gleicher Länge ist als RJ70 erfasst.
Was unterscheidet die 146-100 vom Avro RJ70?
Rumpf und Flügel sind gleich. Der RJ70 bekam die weiterentwickelten LF-507-Triebwerke mit digitaler Triebwerksregelung und ein modernisiertes Cockpit. Von außen sind beide kaum zu trennen – das Kennzeichen bringt Klarheit.
Warum hieß die BAe 146 „Whisperjet“?
British Aerospace warb mit diesem Namen, weil die vier kleinen Mantelstromtriebwerke für einen Jet jener Zeit ausgesprochen leise waren. Das war ein wichtiges Argument für lärmsensible Flughäfen in Städten.
Welche 146-100 flog die britische Königsfamilie?
Die Queen’s Flight der Royal Air Force nutzte ab 1986 insgesamt drei 146-100 in VIP-Ausstattung unter der Bezeichnung BAe 146 CC2. Eine wurde 2002 verkauft, die beiden anderen – ZE700 und ZE701 – flogen bis März 2022 bei der No. 32 (The Royal) Squadron.
Wo kann ich eine BAe 146-100 heute noch sehen?
Am verlässlichsten in Museen: ZE701 ging an das Imperial War Museum Duxford, ZE700 an das South Wales Aviation Museum in St Athan. Im Flugbetrieb ist der Typ eine große Ausnahme – prüf vor einer Tour in einer Tracking-App, ob überhaupt ein B461 unterwegs ist.
Ist die BAe 146-100 dasselbe wie der Jumbolino?
Der Spitzname „Jumbolino“ wurde vor allem in der Schweiz für die Avro RJ von Crossair und Swiss geläufig. Die 146-100 ist die Urversion dieser Familie – technisch also die Großmutter des Jumbolino.
BAe 146-100 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Avro RJ70
Der Avro RJ70 ist die modernisierte Fassung der BAe 146-100 – gleicher kurzer Rumpf, neue Triebwerke, digitales Cockpit. Mit nur zwölf gebauten Exemplaren ist er das seltenste Serienmitglied der ganzen Jumbolino-Familie.
RegionaljetBAe 146-200
Hoher Flügel, vier kleine Triebwerke, Muschel-Heck: Die BAe 146-200 ist die mittlere und meistgesehene Version des britischen Vierstrahlers. Heute fliegt sie vor allem als Löschflugzeug über Nordamerika.
RegionaljetBAe 146-300
Die längste Version der BAe 146 hat rund 100 Sitze, vier Triebwerke und einen hohen Flügel. Als leiser Nachtfrachter „Quiet Trader“ fliegt sie in Australien bis heute.
RegionaljetBAe 146 / Avro RJ85
Hoch angesetzter Flügel, vier kleine Triebwerke, T-Leitwerk und eine Heckklappe als Luftbremse: Der Avro RJ85 ist eines der markantesten Regionalflugzeuge überhaupt – und inzwischen eine echte Rarität.
RegionaljetAvro RJ100 / BAe 146-300
Der Avro RJ100 ist die längste Version der vierstrahligen BAe-146-Familie – über Jahre das Arbeitspferd von Crossair, Swiss und Brussels Airlines und heute ein seltener Gast am Himmel.
RegionaljetFokker 70
Kurz, gedrungen, zwei Tay-Triebwerke am Heck und ein Rumpfende, das bei der Landung aufklappt: Die Fokker 70 ist die kleine Schwester der Fokker 100 – bekannt von KLM Cityhopper, als Regierungsjet und heute ein seltener Fang.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
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