Das Wichtigste in Kürze
- Die 146-200 ist die mittlere Rumpflänge der BAe-146-Familie und flog erstmals im August 1982.
- Erkennen ist leicht: hoher Flügel, vier Triebwerke, T-Leitwerk und Muschel-Heck – nur die Abgrenzung zu -100, -300 und RJ85 braucht Übung.
- Ihr Nachfolger ist der Avro RJ85: gleicher Rumpf, aber LF-507-Triebwerke und modernisiertes Cockpit.
- Zweite Karriere als Löschflugzeug: Umgebaute 146-200 fliegen in Nordamerika als Tanker mit rund 3.000 Gallonen Retardant.
- Das bekannte britische Forschungsflugzeug von FAAM war keine -200, sondern eine 146-300 – und steht seit August 2025 am Boden.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die BAe 146-200?
- 2.Die Familie im Überblick
- 3.So erkennst du die 146-200
- 4.Verwechslungsgefahr: So grenzt du ab
- 5.Karriere im Linienverkehr
- 6.Frachter und Militär: QT und QC
- 7.Zweite Karriere: die 146-200 als Löschflugzeug
- 8.FAAM: die Forschungs-146 – aber keine -200
- 9.Spotting-Tipps für die 146-200
- 10.Technik-Exkurs: Warum vier Triebwerke?
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | British Aerospace (BAe), heute BAE Systems |
|---|---|
| Familie | BAe 146-100/-200/-300, Nachfolger Avro RJ70/RJ85/RJ100 |
| ICAO-Typcode | B462 |
| Erstflug -200 | August 1982 |
| Zulassung (Lufttüchtigkeit) | 8. Februar 1983 |
| Erster Linieneinsatz der Familie | Mai 1983 bei Dan-Air |
| Endmontage | Hatfield, später Woodford |
| Triebwerke | 4 × Lycoming ALF 502R-5, je rund 31 kN |
| Länge | 28,55 m |
| Spannweite | 26,34 m |
| Höhe | 8,61 m |
| Sitzplätze | rund 85 bis 100, je nach Bestuhlung |
| Max. Startgewicht | rund 42,2 t |
| Varianten | 146-200QT (Frachter), 146-200QC (Fracht/Passagier umrüstbar) |
| Nachfolger | Avro RJ85 (gleiche Rumpflänge, neue Triebwerke) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Schulterdecker: Der Flügel sitzt oben auf dem Rumpf – bei Passagierjets eine Ausnahme
- Vier kleine Triebwerke an kurzen Pylonen unter dem Flügel
- Hohes T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung als Luftbremse nach beiden Seiten öffnet
- Hauptfahrwerk in Verkleidungen seitlich am Rumpf statt im Flügel
- Mittlere Rumpflänge von 28,55 m: rund 2,4 m länger als die 146-100, rund 2,4 m kürzer als die 146-300
- Von außen kaum vom Avro RJ85 zu trennen – Kennzeichen und Typcode (B462 statt RJ85) schaffen Klarheit
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner Jet mit dem Flügel oben auf dem Rumpf, darunter vier Triebwerke, hinten ein hohes T-Leitwerk: Wer so ein Flugzeug sieht, hat die BAe-146-Familie vor sich. Die 146-200 ist ihre mittlere Version, die in den 1980er- und 1990er-Jahren auf vielen Flughäfen Europas und Nordamerikas unterwegs war. Heute ist sie vor allem in einer neuen Rolle zu sehen: als Löschflugzeug über den Waldbränden Nordamerikas. Hier erfährst du, woran du die -200 erkennst, wie du sie von ihren Schwestern trennst und wo du überhaupt noch eine Chance auf eine Sichtung hast.
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Was ist die BAe 146-200?
Die BAe 146 ist ein vierstrahliger Regionaljet von British Aerospace, gebaut für kurze Strecken, kleine Flughäfen und einen möglichst leisen Betrieb. Die Familie gab es in drei Rumpflängen. Die -100 war die kurze Grundversion, die -200 ist eine um rund 2,4 Meter gestreckte Fassung, die -300 kam später als längste Variante dazu. Mehr zu den Schwestern findest du auf den Seiten zur BAe 146-100 und zur BAe 146-300.
Die -200 flog erstmals im August 1982, knapp ein Jahr nach dem Prototyp der Familie. Ihre Zulassung erhielt die 146 am 8. Februar 1983, im Mai 1983 begann der Linienverkehr mit dem Typ bei der britischen Dan-Air, deren erster Umlauf vom Flughafen London-Gatwick nach Bern führte. Die frühen Maschinen entstanden in Hatfield nördlich von London, die späteren in Woodford bei Manchester. Weil die vier Triebwerke für einen Jet jener Zeit bemerkenswert leise waren, warb der Hersteller mit dem Beinamen „Whisperjet“.
Anfang der 1990er-Jahre frischte British Aerospace die Baureihe auf und vermarktete sie als Avro RJ. Die direkte Nachfolgerin der -200 ist der Avro RJ85 mit gleichem Rumpf, aber neuen Triebwerken und überarbeitetem Cockpit; ab 1993 löste die RJ-Reihe die klassische 146 ab. British Aerospace ging 1999 im Konzern BAE Systems auf, der die Musterbetreuung bis heute übernimmt.
Die Familie im Überblick
Für die Bestimmung ist die Familientabelle das wichtigste Werkzeug, denn Flügel, Leitwerk und Triebwerksanordnung sind bei allen Versionen gleich. Die Spannweite beträgt durchgehend 26,34 Meter. Unterschiede gibt es nur bei der Rumpflänge und – zwischen 146 und Avro RJ – bei Triebwerken und Cockpit.
| BAe-146-Version | Avro-Nachfolger | ICAO-Codes | Länge |
|---|---|---|---|
| 146-100 | RJ70 | B461 / RJ70 | ca. 26,2 m |
| 146-200 | RJ85 | B462 / RJ85 | 28,55 m |
| 146-300 | RJ100 | B463 / RJ1H | ca. 31,0 m |
Von der -200 gab es zusätzlich Fracht-Ableger. Die 146-200QT („Quiet Trader“) ist ein reiner Frachter. Die 146-200QC („Quick Change“) lässt sich zwischen Passagier- und Frachtkonfiguration umrüsten. Wie die ICAO-Typcodes aufgebaut sind und warum die 146-Versionen durchnummeriert sind, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.
So erkennst du die 146-200
Die Familie gehört zu den am leichtesten bestimmbaren Verkehrsflugzeugen überhaupt. Drei Merkmale reichen, um sie von jedem anderen Regionaljet zu trennen – und ein viertes, um die -200 einzuordnen.
Flügel oben
Der Flügel sitzt als Schulterdecker auf dem Rumpf. Das kennst du sonst eher von Transportern wie der C-130 Hercules als von Passagierjets.
Triebwerke zählen
Vier kleine Mantelstromtriebwerke hängen an kurzen Pylonen unter dem Flügel. Bei einem Flugzeug dieser Größe ist das einzigartig.
Heck prüfen
Hohes T-Leitwerk, darunter ein Heckkonus, der sich bei der Landung als Luftbremse zu beiden Seiten aufspreizt.
Länge einschätzen
Wirkt der Rumpf weder gedrungen noch auffällig gestreckt, bist du bei der -200 oder dem RJ85. Das Kennzeichen entscheidet, welche von beiden es ist.
Die Längenschätzung ist die eigentliche Hürde. Ein hilfreicher Anhaltspunkt: Bei der -100 wirkt der Rumpf vor dem Flügel fast stummelig, bei der -300 auffällig lang. Die -200 liegt dazwischen und wirkt am „ausgewogensten“. Am Boden hilft der Vergleich mit Nachbarflugzeugen, im Foto das Zählen der Fenster zwischen vorderer Tür und Flügelvorderkante im Vergleich zu einem gesicherten Referenzbild.
Praxis-Tipp: Typcode statt Augenmaß
Bei der Unterscheidung zwischen 146-200 und RJ85 hilft dir das Auge kaum weiter. In Tracking-Diensten steht die Maschine dagegen klar als B462 oder RJ85. Notier dir beim Fotografieren immer das Kennzeichen – damit lässt sich die Version später zweifelsfrei nachschlagen. Wie das bei britischen Maschinen funktioniert, erklärt der Guide Britische G-Kennzeichen.
Verwechslungsgefahr: So grenzt du ab
Ernsthaft verwechseln lässt sich die 146-200 vor allem mit ihren eigenen Geschwistern. Andere Typen scheiden aus, sobald du Flügel und Triebwerke erkennst. Der Finder hilft dir bei der groben Einordnung.
Schnellbestimmung: hoher Flügel, vier Triebwerke
BAe 146-200 oder Avro RJ85
Die mittlere Rumpflänge. Ist der Typcode B462, hast du die klassische 146-200 vor dir, bei RJ85 den Avro-Nachfolger. Löschflugzeuge in Nordamerika sind oft genau diese beiden Versionen.
BAe 146-100 oder Avro RJ70
Die kurze Version war unter anderem als VIP-Transporter beliebt. Details stehen bei der 146-100 und beim Avro RJ70.
BAe 146-300 oder Avro RJ100
Die lange Version. Auch das frühere britische Forschungsflugzeug von FAAM gehört hierher. Mehr bei der 146-300 und beim Avro RJ100.
Siehst du dagegen zwei Triebwerke am Heck und ein T-Leitwerk, bist du eher bei einer Fokker 100 oder einer Boeing 717. Einen Überblick über alle gängigen Muster dieser Klasse gibt Regionaljets erkennen. Wer bei der Typbestimmung grundsätzlich noch unsicher ist, startet am besten mit Flugzeugtypen erkennen für Anfänger.
Karriere im Linienverkehr
Nach dem Auftakt bei Dan-Air verbreitete sich die 146-200 schnell. In den USA ersetzte die Regionalairline Air Wisconsin ihre Turboprops vom Typ Fokker F27 durch die 146. Die kalifornische Pacific Southwest Airlines (PSA) bestellte 20 Maschinen, die erste wurde im Juli 1984 übergeben – der leise Vierstrahler passte gut zu lärmsensiblen Flughäfen. Auch in Australien war die Familie stark vertreten, unter anderem bei Ansett und bei National Jet Express.
Ein Kapitel, das bis heute mit der Familie verbunden ist, spielt in London: Im Januar 1987 wurde die 146 ausgewählt, um am Flughafen London City mit seinem steilen Anflug den Jetbetrieb einzuführen. Kurze Pisten und steile Anflüge waren eine Stärke des Musters – große Landeklappen am hohen Flügel und die vier Triebwerke ermöglichten langsame Anflüge und kurze Starts.
Auch im deutschsprachigen Raum war die 146-Familie zu Hause. Zu den Betreibern zählten unter anderem Eurowings, Deutsche BA, Crossair, Lufthansa CityLine und später die Kölner WDL Aviation, die ihre letzten Maschinen bis Ende 2019 ausmusterte. Die irische CityJet musterte ihre Flotte der Familie im März 2020 aus. Welche Version genau bei welchem Betreiber lief, wechselte über die Jahre häufig – im Zweifel hilft der Blick ins Kennzeichenregister.
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Frachter und Militär: QT und QC
Die Frachtversionen machten die -200 auch abseits des Passagierverkehrs bekannt. Der Expressdienst TNT setzte über viele Jahre auf den 146-200QT; 2012 war der Frachter noch der zahlenmäßig wichtigste Typ in der TNT-Flotte. Für Nachtspotter war die 146 damit lange ein vertrauter Anblick auf Fracht-Drehkreuzen – mehr zu typischen Frachtmustern im Guide Frachtflugzeuge erkennen. Die Nachfolgegesellschaft der damaligen TNT Airways ist heute ASL Airlines Belgium.
Auch die Royal Air Force nutzte die Familie. Sie betrieb die 146 von 1986 bis 2022 bei der No. 32 Squadron. Zusätzlich zu den VIP-Maschinen kamen 2013 zwei umgebaute -200QC als BAe 146 C3 hinzu, mit großer Seitenladetür, Infrarot-Schutzsystemen und Täuschkörperwerfern, unter anderem für Einsätze in Afghanistan. Wie du militärische Transporter generell auseinanderhältst, erklärt der Beitrag Militärtransporter erkennen.
Zweite Karriere: die 146-200 als Löschflugzeug
Ihre heute wichtigste Rolle hat die -200 in Nordamerika. Mehrere Firmen haben ausgemusterte Passagiermaschinen zu Löschflugzeugen umgebaut, die bei Waldbränden große Mengen Retardant abwerfen.
Der bekannteste Betreiber ist Neptune Aviation aus Missoula im US-Bundesstaat Montana. Im März 2010 erteilte die FAA eine Ergänzungszulassung für den Umbau der BAe 146 zum Tanker. Neptune hatte bis 2016 neun Maschinen umgebaut, die jeweils rund 3.000 US-Gallonen Retardant tragen. Die -200 ersetzten bei Neptune die alten Kolbenmotor-Tanker vom Typ P-2V, deren letzte Neptune im September 2017 ausmusterte. Branchenberichten zufolge plant Neptune mittelfristig den Umstieg auf umgebaute Airbus A319; wie schnell das geht, ist offen.
Auch die kanadische Air Spray mit Hauptbasis in Red Deer (Alberta) und einer zweiten Basis im kalifornischen Chico kaufte ab 2012 BAe 146-200 für den Tankerumbau. Dazu kommen Avro RJ85, die etwa bei der kanadischen Conair als Tanker fliegen – die nahe Verwandtschaft zur -200 erklärt, warum beide Versionen für diese Rolle beliebt sind: Hoher Flügel, kurze Pistenansprüche und vier Triebwerke passen gut zu Einsätzen über unwegsamem Gelände.
Realistische Chancen
- Waldbrandsaison in Nordamerika: Neptune-Tanker auf Tankerbasen im Westen der USA
- Kanada und Kalifornien: Air-Spray-Maschinen an ihren Basen
- Tracking-Daten: Tanker sind im Einsatz oft über ADS-B sichtbar
Mit Glück
- Überführungen nach Umbau oder Wartung
- Einzelne Charter- oder Regionalbetreiber außerhalb Europas
- Abgestellte Exemplare auf Parkplätzen und Boneyards
Eher nicht mehr
- Linienflüge großer europäischer Airlines
- Regelmäßige Umläufe an deutschen Flughäfen
- TNT-Frachter auf europäischen Nachtrouten
Wenn dich Löschflugzeuge generell interessieren: Das klassische Gegenstück zur Tanker-146 ist das Amphibienflugzeug Canadair CL-415, das Wasser direkt von Seen aufnimmt, statt an einer Basis Retardant zu tanken.
FAAM: die Forschungs-146 – aber keine -200
Häufig wird die 146-200 mit dem britischen Atmosphären-Forschungsflugzeug in Verbindung gebracht. Richtig ist: Die Facility for Airborne Atmospheric Measurements (FAAM), eine Einrichtung von Met Office und dem Forschungsrat NERC, flog mit einer BAe 146 – allerdings mit einer umgebauten 146-300 mit dem Kennzeichen G-LUXE. Die Maschine war ursprünglich als -100-Prototyp gebaut und dann zum Prototyp der -300 gestreckt worden; BAE Systems baute sie zwischen 2001 und 2004 zum fliegenden Labor um.
Von Cranfield aus untersuchte das Flugzeug Wolken, Spurengase, Strahlung und Grenzschichtprozesse und half bei der Überprüfung von Satellitendaten. Es war unter anderem nach dem Brand im Tanklager Buncefield 2005 und beim Ausbruch des Eyjafjallajökull 2010 im Einsatz. Seit August 2025 steht G-LUXE in Cranfield am Boden; nachdem die britische Forschungsförderung die Mittel gestrichen hatte, wurde das FAAM-Programm 2026 beendet – mitten in einer bereits weit fortgeschrittenen Modernisierung. Mehr zur längeren Schwester steht auf der Seite zur BAe 146-300.
Bestände ändern sich schnell
Bei einem Typ, der aus dem Markt verschwindet, sind Flottenlisten schnell überholt. Tanker werden umgebaut, Passagiermaschinen verkauft oder verschrottet. Prüf deshalb vor einer Tour, welche Kennzeichen tatsächlich in der Luft sind – statt dich auf alte Forenlisten zu verlassen.
Spotting-Tipps für die 146-200
Wer eine -200 vor die Linse bekommen will, braucht vor allem gute Daten. Filter in deiner Tracking-App nach B462 und – für die Verwandtschaft – nach RJ85, B461, B463, RJ70 und RJ1H. Wie ADS-B funktioniert und warum manche Flüge fehlen, erklärt der Guide Flugverfolgung mit ADS-B. Wie du ein bestimmtes Kennzeichen gezielt verfolgst, zeigt Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.
Seitenprofil zuerst
Hoher Flügel und vier Triebwerke kommen im Profil am besten zur Geltung. Mit diesem Bild lässt sich auch die Rumpflänge später sauber einschätzen.
Muschel-Heck erwischen
Kurz vor und nach dem Aufsetzen ist die Heckbremse weit geöffnet. Eine Serie mit kurzer Verschlusszeit erhöht die Trefferquote.
Brennweite anpassen
Mit 26,34 m Spannweite ist die 146 klein. Plan mehr Brennweite ein als für einen A320 – Hinweise stehen im Guide Objektiv und Brennweite.
Tanker im Einsatz
An Tankerbasen und in Brandgebieten gilt: Abstand halten, Absperrungen respektieren, Einsatzkräfte nicht behindern. Das Foto ist nie wichtiger als der Einsatz.
Bevor du dich an einen Zaun stellst, lohnt ein Blick in Ist Planespotting erlaubt?. Ausgemusterte 146 landen oft auf Abstellflächen in trockenen Regionen – was es damit auf sich hat, liest du in Flugzeugfriedhöfe und Boneyards. Einen breiteren Überblick über die Jagd nach Raritäten gibt Seltene Flugzeuge spotten.
Bereit für eine 146-200?
- Ich habe B462 und die verwandten Codes als Filter in meiner Tracking-App gesetzt.
- Ich kenne Kennzeichen und voraussichtliche Ankunftszeit der Maschine.
- Ich weiß, welche Piste voraussichtlich in Betrieb ist.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und behindert keinen Einsatz.
- Akku voll, Speicherkarte frei, Serienbild eingestellt.
Planetrack hilft dir dabei: Mit der Spot-Karte findest du Standpunkte mit Anreise, bestem Licht und Community-Fotos, der Sonnenstand-Planer zeigt dir, wo die Sonne zur Ankunftszeit steht, und Wetter, Wind und Pisten am Flughafen verraten dir die wahrscheinliche Landerichtung. Deine Sichtung hältst du anschließend im Hangar fest – mehr zum Thema Dokumentation steht in Sichtungen dokumentieren im Logbuch.
Technik-Exkurs: Warum vier Triebwerke?
Vier Motoren für ein Flugzeug mit rund 100 Sitzen wirken heute ungewöhnlich. Die Konstrukteure wollten einen Jet, der kurze Pisten und steile Anflüge beherrscht und dabei leise bleibt. Die Lycoming ALF 502 waren vergleichsweise kleine Mantelstromtriebwerke mit je rund 31 kN Schub; im Quartett lieferten sie genug Leistung für kurze Starts, während der hohe Flügel mit großen Landeklappen langsame Anfluggeschwindigkeiten ermöglichte. Eine Schubumkehr gibt es nicht – die Heckbremse und Spoiler auf den Flügeln übernehmen das Abbremsen.
Der Preis: Vier Triebwerke bedeuten mehr Wartung und mehr Verbrauch als zwei moderne große. Zweistrahler wie die Embraer E190 und der Airbus A220 haben die Familie im Passagierverkehr deshalb weitgehend verdrängt – ein Trend, den der Beitrag Das Ende der Vierstrahler einordnet. Für den Tankereinsatz spielen andere Kriterien eine Rolle – deshalb erlebt die -200 dort ihre zweite Karriere.
Fazit
Die BAe 146-200 ist die mittlere Version des britischen Vierstrahlers. Hoher Flügel, vier Triebwerke, T-Leitwerk und Muschel-Heck machen die Familie unverwechselbar; die -200 erkennst du an der ausgewogenen Rumpflänge von 28,55 Metern und im Zweifel am Typcode B462. Im europäischen Linienverkehr ist sie Geschichte, als Löschflugzeug in Nordamerika aber weiter aktiv. Und das bekannte FAAM-Forschungsflugzeug? Das war eine -300 – und steht inzwischen am Boden.
Kurzfazit
Schulterdecker, vier Triebwerke, mittlere Länge: Das ist die 146-200. Filter nach B462, prüf das Kennzeichen gegen den RJ85 und halte während der Waldbrandsaison in Nordamerika Ausschau nach den Tankern von Neptune und Air Spray.
Zusammenfassung
- Die BAe 146-200 ist die gestreckte Version der 146-100 und war ab 1983 bei Airlines in Europa, Nordamerika und Australien im Einsatz.
- Als QT-Frachter und QC-Kombiversion flog sie auch für Expressdienste und die britische Royal Air Force.
- Heute ist sie im Linienverkehr Europas praktisch verschwunden; ihre wichtigste Rolle hat sie als Löschflugzeug bei Neptune Aviation und Air Spray.
- Spotter filtern in Tracking-Diensten nach B462 und prüfen das Kennzeichen, um sie vom Avro RJ85 zu trennen.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die BAe 146-200?
Die 146-200 läuft unter B462. Die kürzere 146-100 hat B461, die längere 146-300 B463. Der baugleich lange Nachfolger Avro RJ85 hat den eigenen Code RJ85.
Was ist der Unterschied zwischen BAe 146-200 und Avro RJ85?
Rumpf und Flügel sind gleich. Der RJ85 bekam die weiterentwickelten LF-507-Triebwerke statt der Lycoming ALF 502 und ein modernisiertes Cockpit. Äußerlich sind die Unterschiede so gering, dass du für eine sichere Bestimmung das Kennzeichen brauchst.
Wie unterscheide ich 146-100, -200 und -300?
Nur über die Rumpflänge: Die -100 misst rund 26,2 m, die -200 28,55 m und die -300 rund 31 m. Bei gleicher Spannweite wirkt die -100 gedrungen, die -300 auffällig lang. Die -200 liegt optisch genau dazwischen.
War das FAAM-Forschungsflugzeug eine 146-200?
Nein. Das britische Atmosphären-Forschungsflugzeug G-LUXE ist eine umgebaute 146-300, ursprünglich der Prototyp dieser Version. Die Nähe zur -200 ergibt sich nur aus der gemeinsamen Familie. Nach dem Ende der Finanzierung wurde das FAAM-Programm 2026 eingestellt; die Maschine steht seit August 2025 in Cranfield.
Wie viel Löschmittel trägt eine BAe 146-200?
Die Tanker von Neptune Aviation fassen rund 3.000 US-Gallonen Retardant, also gut 11.000 Liter. Die US-Luftfahrtbehörde FAA genehmigte den Umbau im März 2010 per Ergänzungszulassung.
Hat die 146-200 eine Schubumkehr?
Nein. Die Familie bremst mit der großen, aufklappbaren Heckbremse und Spoilern auf den Flügeln. Das macht die Landung leise – und zu einem besonders schönen Fotomotiv.
Wo sehe ich heute noch eine BAe 146-200?
Am ehesten in Nordamerika während der Waldbrandsaison, wo Neptune Aviation und Air Spray umgebaute -200 als Löschflugzeuge einsetzen. In Europa tauchen einzelne Maschinen höchstens bei Überführungen oder Wartungsaufenthalten auf. Prüf das tagesaktuell in einer Tracking-App.
BAe 146-200 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
BAe 146-100
Die BAe 146-100 ist die kürzeste und älteste Version des vierstrahligen britischen Regionaljets – Ausgangspunkt der ganzen Jumbolino-Familie und jahrzehntelang das Flugzeug der Royal Family.
RegionaljetBAe 146-300
Die längste Version der BAe 146 hat rund 100 Sitze, vier Triebwerke und einen hohen Flügel. Als leiser Nachtfrachter „Quiet Trader“ fliegt sie in Australien bis heute.
RegionaljetBAe 146 / Avro RJ85
Hoch angesetzter Flügel, vier kleine Triebwerke, T-Leitwerk und eine Heckklappe als Luftbremse: Der Avro RJ85 ist eines der markantesten Regionalflugzeuge überhaupt – und inzwischen eine echte Rarität.
RegionaljetAvro RJ70
Der Avro RJ70 ist die modernisierte Fassung der BAe 146-100 – gleicher kurzer Rumpf, neue Triebwerke, digitales Cockpit. Mit nur zwölf gebauten Exemplaren ist er das seltenste Serienmitglied der ganzen Jumbolino-Familie.
RegionaljetAvro RJ100 / BAe 146-300
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TurbopropCanadair CL-415 (und CL-215)
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
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