Das Wichtigste in Kürze
- Das Grundmodell der ERJ-Familie: Die ERJ 145 ist der 50-Sitzer, aus dem Embraer später die kürzeren ERJ 140 und ERJ 135 ableitete.
- Embraers Einstieg in die Jet-Welt: Erstflug 1995, Liniendienst ab 1997 bei ExpressJet – die Grundlage für den späteren Erfolg der E-Jets.
- Viele Varianten, ein Look: ER, LR, EP, LU, MP und XR unterscheiden sich vor allem in Gewicht, Tank und Triebwerk – außen fällt nur die XR mit Winglets auf.
- In Europa selten geworden: Crossair, Portugália, LOT, Luxair und bmi regional flogen den Typ früher; Stand Oktober 2026 ist Loganair einer der letzten europäischen Linienbetreiber.
- In den USA noch häufig: Piedmont (American Eagle), CommuteAir (United Express) und JSX setzen die ERJ 145 weiterhin in größerer Zahl ein.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | Embraer (São José dos Campos, Brasilien) |
|---|---|
| Familie | ERJ-Familie (ERJ 135, ERJ 140, ERJ 145) |
| ICAO-Typcode | E145 |
| Programmstart | 1989 (zunächst als EMB 145 „Amazon“) |
| Erstflug | 11. August 1995 |
| FAA-Zulassung | 10. Dezember 1996 |
| Indienststellung | April 1997 bei ExpressJet (Continental Express) |
| Triebwerke | 2 × Rolls-Royce AE 3007 (je nach Variante A, A1 oder A1E), am Heck montiert |
| Länge | 29,87 m |
| Spannweite | rund 20 m |
| Höhe | 6,76 m |
| Kabine | drei Sitze pro Reihe (1+2), ein Gang |
| Sitzplätze | typisch 50 |
| Reichweite | je nach Variante; XR bis rund 3.700 km |
| Max. Startgewicht | je nach Variante rund 20 bis 24,1 t (XR) |
| Produktion | 1.231 Flugzeuge der ERJ-Familie, Produktion 2020 beendet |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Zwei Triebwerke am Heck und ein T-Leitwerk – das Grundlayout der gesamten ERJ-Familie
- Sehr schlanker, langer Rumpf mit auffällig langer, spitzer Nase – im Profil fast bleistiftartig
- Drei Sitze pro Reihe und kleine, eng gesetzte Fenster, die Tür mit integrierter Treppe vorne links
- Deutlich mehr Rumpf vor dem Flügel als bei ERJ 135 und ERJ 140
- Standardversionen mit geraden Flügelspitzen; die ERJ 145XR trägt dagegen Winglets und einen Zusatztank unter dem hinteren Rumpf
Lange, spitze Nase, ein Rumpf wie ein Bleistift und zwei Triebwerke ganz hinten: Die Embraer ERJ 145 gehört zu den Flugzeugen, die du nach dem ersten Mal nicht mehr verwechselst – zumindest nicht mit anderen Herstellern. Der 50-Sitzer war Embraers Durchbruch bei den Strahlflugzeugen und prägte um die Jahrtausendwende den Regionalverkehr in den USA und Europa. In Europa ist der Typ heute selten geworden, in Nordamerika aber noch täglich unterwegs. Hier erfährst du, woran du die ERJ 145 erkennst, wie sich ER, LR und XR unterscheiden und wo du sie noch vor die Linse bekommst.
Jede ERJ sauber im Hangar
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Was ist die Embraer ERJ 145?
Die ERJ 145 ist ein zweistrahliger Regionaljet von Embraer und das Grundmodell der ERJ-Familie. Aus ihr entstanden später die gekürzten Versionen ERJ 140 mit 44 und ERJ 135 mit 37 Sitzen. Alle drei teilen Cockpit, Flügel, Triebwerke und Leitwerk, und Piloten fliegen sie mit einer gemeinsamen Musterberechtigung.
Die Geschichte beginnt 1989. Embraer wollte damals einen Jet auf Basis des erfolgreichen Turboprops EMB 120 Brasilia entwickeln, Projektname EMB 145 „Amazon“. Der erste Entwurf sah noch ganz anders aus als das spätere Flugzeug: ein verlängerter Brasilia-Rumpf mit geradem Flügel und Triebwerken in Gondeln über den Tragflächen. In den folgenden Jahren baute Embraer den Entwurf mehrfach um – zuerst auf gepfeilte Flügel mit Triebwerken darunter, Ende 1991 schließlich auf das bekannte Layout mit zwei Triebwerken am Heck und T-Leitwerk.
Der Weg war steinig. Kürzungen im brasilianischen Staatshaushalt zwangen Embraer 1990 sogar, die Entwicklung für ein halbes Jahr auszusetzen. Um die Kosten zu stemmen, holte der Hersteller Partner ins Boot: Die spanische Gamesa baute den Flügel, die chilenische ENAER das Leitwerk, die belgische Sonaca Rumpfteile, Türen und Triebwerksaufhängungen. Die Triebwerke kamen von Rolls-Royce, das den früheren Allison-Antrieb AE 3007 übernommen hatte.
Am 11. August 1995 hob die ERJ 145 zum ersten Mal ab. Die US-Zulassung durch die FAA folgte am 10. Dezember 1996, im selben Monat ging das erste Flugzeug an den Erstkunden. Im April 1997 startete ExpressJet, damals die Regionalsparte von Continental Airlines, mit dem Liniendienst.
Technik und Kabine
Die ERJ 145 ist knapp 30 Meter lang, aber auffallend schmal. In der Kabine sitzen drei Passagiere pro Reihe: links ein Einzelsitz, rechts ein Doppelsitz, dazwischen ein Gang. Typisch sind 50 Sitze, einige Betreiber haben weniger eingebaut. Die Passagiertür vorne links hat eine integrierte Treppe – die ERJ 145 kommt also auch an Flughäfen ohne Fluggastbrücken oder Treppenfahrzeuge zurecht.
Angetrieben wird sie von zwei Rolls-Royce AE 3007, die am hinteren Rumpf hängen. Je nach Variante sind es unterschiedliche Versionen: Die ER flog mit der AE 3007A, die LR mit der stärkeren A1, die XR mit der nochmals kräftigeren A1E. Die XR erreicht eine maximale Reisegeschwindigkeit von Mach 0,80, die Dienstgipfelhöhe liegt bei 37.000 Fuß. Für Regionalstrecken war das ein großer Sprung gegenüber den Turboprops, die die ERJ 145 vielerorts ablöste.
Die Varianten im Überblick
Embraer hat die ERJ 145 in vielen Untervarianten angeboten, die sich vor allem in Tankinhalt, Startgewicht und Triebwerksleistung unterscheiden:
| Variante | Besonderheit |
|---|---|
| ER (Extended Range) | Basisversion mit 50 Sitzen, Erstkunde ExpressJet |
| EU | Version mit reduziertem maximalem Startgewicht von knapp 20 t |
| EP | etwas höheres Startgewicht, Erstkunde die britische Regionalairline, die zuletzt als bmi regional flog |
| LR (Long Range) | mehr Treibstoff, stärkere AE 3007A1 |
| LU | LR-Ableitung mit knapp 22 t Startgewicht, Erstkunde Luxair |
| MP | aufgewertete ER mit mehr Zuladung |
| XR (Extra Long Range) | Winglets, Bauchtank im Heck, AE 3007A1E, bis rund 3.700 km Reichweite |
Von außen sind ER, EU, EP, LR, LU und MP praktisch nicht zu unterscheiden. Hier hilft nur das Kennzeichen samt Datenbankabgleich. Die XR dagegen erkennst du: Sie hat Winglets an den Flügelspitzen und einen zusätzlichen Treibstofftank unter dem hinteren Rumpf. Erstkunde war auch hier ExpressJet; heute fliegt CommuteAir die XR in großer Zahl für United Express.
E145 im Tracking
Die ERJ 145 erscheint in Trackingdiensten als E145. Die seltene ERJ 140 taucht je nach Datenbank unter E135 oder E145 auf – wer sie sucht, muss also das Kennzeichen prüfen. Wie Typcodes aufgebaut sind, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.
So erkennst du die ERJ 145
Mit anderen Herstellern verwechselst du die ERJ 145 selten, sobald du sie ein paarmal gesehen hast. Die eigentliche Herausforderung liegt innerhalb der Familie. Geh am besten in diesen Schritten vor:
Layout prüfen
Zwei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, tief angesetzter Flügel und eine extrem lange, spitze Nase: Dann bist du in der ERJ-Familie.
Rumpflänge einschätzen
Sitzt der Flügel weit hinter dem Cockpit und zählst du viele Fenster zwischen Tür und Flügel, spricht das für die ERJ 145. Wirkt der Rumpf kurz und gedrungen, eher ERJ 135.
Flügelspitzen ansehen
Gerade Flügelenden: klassische ERJ 145. Winglets plus langer Rumpf und Airline-Lackierung: ERJ 145XR. Winglets an einem kurzen Rumpf mit Business-Lackierung: Legacy.
Kennzeichen bestätigen
Gerade bei ERJ 140 und ERJ 145 bringt erst das Kennzeichen Gewissheit. Gleich es mit einer Datenbank oder deinem Tracking ab.
Die drei Linienversionen im Vergleich:
| Modell | ICAO-Code | Länge | Sitze |
|---|---|---|---|
| ERJ 135 | E135 | rund 26,3 m | bis 37 |
| ERJ 140 | je nach Quelle E135 oder E145 | rund 28,5 m | bis 44 |
| ERJ 145 | E145 | 29,87 m | typisch 50 |
Zwischen ERJ 140 und ERJ 145 liegen nur etwa 1,4 Meter. Ohne direkten Vergleich ist das mit bloßem Auge kaum zu sehen – sei hier ehrlich zu dir und verlass dich auf das Kennzeichen. Neben der eigenen Familie gibt es weitere Regionaljets mit ähnlichem Grundlayout:
| Verwechslung | Woran du sie trennst |
|---|---|
| Embraer ERJ 135 | rund 3,5 m kürzer, deutlich weniger Rumpf vor dem Flügel |
| Embraer Legacy 600/650 | kurzer ERJ-135-Rumpf mit Winglets, Businessjet-Lackierung |
| Bombardier CRJ200 | kürzere, rundere Nase, vier Sitze pro Reihe, Winglets |
| Fokker 100 | deutlich dickerer Rumpf, fünf Sitze pro Reihe, stumpfere Nase |
| Embraer E170 | Triebwerke unter den Flügeln, breiterer Rumpf mit vier Sitzen pro Reihe |
Der klassische Konkurrent ist die kanadische CRJ200. Beide flogen in den USA oft für dieselben Netzwerkairlines, teilweise am selben Gate. Die CRJ wirkt mit ihrer kürzeren Nase und dem kräftigeren Rumpf deutlich kompakter. Einen Überblick über alle kleinen Jets gibt der Beitrag Regionaljets unterscheiden, den Nachfolger aus eigenem Haus behandelt Embraer E-Jets unterscheiden.
Es ist eine ERJ 145, wenn …
- ein schmaler Jet mit Hecktriebwerken, T-Leitwerk und langer Nase auffallend viel Rumpf vor dem Flügel hat
- dein Tracking E145 anzeigt und das Kennzeichen zu einer ERJ 145 gehört
- ein langer ERJ-Rumpf mit Winglets und Bauchtank in Airline-Farben unterwegs ist – dann ist es die XR
Sieh genauer hin, wenn …
- du die Maschine nur frontal siehst – dann sind ERJ 135, 140 und 145 kaum zu trennen
- eine Airline ERJ 140 und ERJ 145 parallel einsetzt oder eingesetzt hat
- du einen Jet mit Radarbalken auf dem Rücken siehst – das ist eine militärische Ableitung
Es ist keine ERJ 145, wenn …
- die Triebwerke unter den Flügeln hängen – dann eher E-Jet
- du vier oder mehr Sitze pro Reihe zählst
- der Rumpf kurz ist und Winglets trägt – dann eher Legacy
Betreiber in Europa: eine Spurensuche
In Europa war die ERJ 145 in den späten 1990er- und 2000er-Jahren ein vertrauter Anblick. Viele Airlines ersetzten damit Turboprops oder ältere Jets auf dünnen Strecken. Bekannte historische Betreiber waren:
- Crossair: Die Schweizer Regionalairline flog ab 2000 insgesamt 22 ERJ 145LU. 2002 gingen sie mit dem Übergang auf die neue Swiss über – du erinnerst dich vielleicht an die schlanken Jets am Flughafen Zürich.
- Luxair: Erstkunde der LU-Variante und lange mit ERJ 135 und ERJ 145 am Flughafen Luxemburg zu Hause. Steigende Treibstoffkosten machten die kleinen Jets unattraktiv, Luxair setzte später wieder auf Turboprops.
- Portugália: Die Regionaltochter der TAP-Gruppe besaß acht ERJ 145. Im Jahr 2016 ersetzte die Gruppe sie zusammen mit den Fokker 100 durch Embraer 190 und ATR 72-600.
- LOT Polish Airlines: zeitweise mit bis zu 14 ERJ 145 eine der größeren Flotten in Europa, unter anderem ab dem Flughafen Warschau.
- British Regional Airlines flog den Typ für British Airways. bmi regional, Erstkunde der EP-Version, setzte ERJ 145 und ERJ 135 bis zu ihrem Ende im Februar 2019 ein.
Die bekannteste Nachspielzeit in Europa hat Loganair. Die schottische Airline übernahm ab 2019 ERJ 145 von der Schwesterfirma bmi regional; ihre Hauptbasis ist der Flughafen Glasgow. Laut aktuellen Flottenübersichten fliegen dort im Frühjahr 2026 noch rund zehn ERJ 145 mit 49 Sitzen. Die ERJ 135 hat Loganair dagegen bereits 2022 ausgemustert. Wenn du in Europa eine ERJ 145 im Linienverkehr sehen willst, ist Loganair Stand Oktober 2026 einer der besten Kandidaten – prüf aber vorher die aktuelle Flotte.
Auch Militär und Staat nutzen den Typ: Die belgische Luftkomponente flog von 2001 bis 2020 zwei ERJ 145 und zwei ERJ 135 für Personen- und VIP-Transporte, und die griechische Luftwaffe setzt eine Frühwarnversion mit Radarbalken ein.
Seltene ERJ nicht verpassen
Planetrack benachrichtigt dich per Sichtungs-Alarm, wenn ein beobachteter Typ, eine Airline oder ein bestimmtes Kennzeichen im Anflug ist – perfekt, um die letzten europäischen ERJ 145 zu erwischen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Betreiber heute: Schwerpunkt USA
Die meisten aktiven ERJ 145 fliegen in den USA. Stand Oktober 2026 sind dort vor allem drei Betreiber wichtig:
| Betreiber | Marke / Einsatz | Besonderheit |
|---|---|---|
| Piedmont Airlines | American Eagle | eine der größten aktiven Flotten, Hubs Charlotte und Philadelphia, 50 Sitze |
| CommuteAir | United Express | Linienflotte aus ERJ 145XR, Schwerpunkte Houston und Washington-Dulles |
| JSX | öffentlicher Charter | ERJ 145 und ERJ 135 mit je 30 Sitzen, Abfertigung an privaten Terminals |
Piedmont gehört zu American Airlines und hatte Mitte 2025 knapp 70 ERJ 145 in der Flotte. CommuteAir hat ihren United-Vertrag für die ERJ 145 Berichten zufolge bis Ende 2028 verlängert. Die XR von CommuteAir sind am Flughafen Washington Dulles und in Houston Alltag. JSX fliegt seine Jets mit großzügiger Bestuhlung unter anderem ab Las Vegas, Burbank und Dallas Love Field.
Frühere US-Großbetreiber waren ExpressJet, die einst die weltweit größte ERJ-145-Flotte für Continental und United flog, und American Eagle, heute Envoy Air. In Südafrika setzte Airlink bis 2018 ebenfalls ERJ 145 ein; heute fliegt sie dort die kürzeren ERJ 135 und ERJ 140.
Spannend ist auch die Produktion in China: Ab 2002 baute ein Gemeinschaftsunternehmen mit Harbin Aircraft Industry Group die ERJ 145 vor Ort. Über 40 Flugzeuge entstanden dort, bevor das Werk 2016 schloss. Die gesamte ERJ-Fertigung endete 2020.
Militärische Ableitungen
Der schlanke Rumpf der ERJ 145 eignete sich gut als Plattform für Sonderaufgaben. Für die brasilianische Luftwaffe entstanden mehrere Versionen:
- E-99 (EMB 145SA): Frühwarnflugzeug mit einer großen, flachen Radarantenne auf dem Rumpfrücken
- R-99 (EMB 145RS): Fernerkundung und Aufklärung
- P-99 (EMB 145MP): Seeüberwachung
- C-99A: Transportversion
Frühwarnversionen fliegen außerdem bei den Luftstreitkräften Griechenlands und Indiens. Für Spotter sind diese Maschinen echte Highlights – der balkenförmige Radaraufsatz macht sie unverwechselbar. Mehr Tipps für solche Raritäten gibt der Beitrag Seltene Flugzeuge spotten.
Spotting-Tipps für die ERJ 145
Die ERJ 145 ist klein und schlank. Das hat Folgen für deine Planung und deine Fotos.
- Brennweite einplanen. Mit knapp 30 Metern Länge, aber sehr schmalem Rumpf füllt die ERJ 145 das Bild weniger aus als ein Mittelstreckenjet. Welche Brennweite sinnvoll ist, erklärt der Beitrag Objektiv fürs Planespotting.
- Seitenansicht wählen. Weil Rumpflänge und Flügelposition die Familie trennen, sind Seitenaufnahmen im Anflug oder beim Rollen am aussagekräftigsten. Achte bei der XR auf den Bauchtank unter dem Heck.
- Tracking und Alarme nutzen. Filtere nach E145 und prüf jedes Ergebnis per Kennzeichen. Wie du Flugbewegungen verfolgst, steht im Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B, Benachrichtigungen richtest du mit dem Beitrag Alarme einrichten ein.
- Den richtigen Flughafen wählen. In Washington siehst du United-Express- und American-Eagle-Regionaljets regelmäßig – etwa vom Gravelly Point Park aus oder rund um das Udvar-Hazy Center in Dulles. Für JSX ist der Sunset Park am Flughafen Las Vegas eine gute Adresse.
Sicherheit geht vor
Bleib bei Fotos immer auf öffentlich zugänglichen Flächen und halte dich an Absperrungen, gerade an kleinen Terminals und Militärflugplätzen. Was erlaubt ist, fasst der Artikel Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
Warum die ERJ 145 so wichtig war
Für Embraer war die ERJ 145 ein Wendepunkt. Vorher war der Hersteller vor allem für Turboprops wie Bandeirante und Brasilia bekannt, mit dem 50-Sitzer wurde er zum ernsthaften Jet-Anbieter. Die Erfahrungen und Kundenkontakte aus dem ERJ-Programm legten den Grundstein für die größeren E-Jets wie die E175, die heute viele ERJ 145 ersetzen.
Gleichzeitig zeigt die ERJ 145 die Grenzen kleiner Jets. Ein 50-Sitzer ist auf kurzen Strecken schnell und bei Passagieren beliebt, aber die Kosten pro Sitz liegen über denen größerer Flugzeuge. Mit steigenden Treibstoffpreisen zogen sich viele europäische Airlines deshalb zurück oder wechselten zu größeren Jets und sparsamen Turboprops. In den USA hielten Pilotenverträge und das Netzwerk der Regionalairlines den Typ länger am Leben.
Bereit für die ERJ-145-Jagd?
- Ich erkenne die ERJ-Familie an Hecktriebwerken, T-Leitwerk und langer Nase.
- Ich trenne ERJ 145 und ERJ 135 über die Rumpflänge vor dem Flügel.
- Ich weiß, dass die XR Winglets trägt und damit kein Legacy-Businessjet ist.
- Ich prüfe Treffer im Tracking per Kennzeichen, um ERJ 140 und ERJ 145 sicher zu trennen.
- Ich habe einen aktiven Betreiber und einen öffentlichen Spot gefunden.
Fazit
Die Embraer ERJ 145 ist der Jet, mit dem Embraer groß wurde: 50 Sitze, Hecktriebwerke, T-Leitwerk und eine Nase, die man nicht vergisst. In Europa ist sie aus den meisten Flotten verschwunden, bei Loganair aber noch zu finden. In den USA gehört sie bei American Eagle, United Express und JSX weiterhin zum Alltag. Wer die Familie sauber trennt und die XR an ihren Winglets erkennt, hat bei diesem Typ alles im Griff.
Kurzfazit
Hecktriebwerke, T-Leitwerk, lange Nase und viel Rumpf vor dem Flügel: Das ist die ERJ 145. Ein kürzerer Rumpf bedeutet ERJ 135, Winglets an einem langen Rumpf bedeuten XR. Im Tracking steht sie als E145 – zur Sicherheit immer das Kennzeichen prüfen.
Zusammenfassung
- Die Embraer ERJ 145 ist ein zweistrahliger Regionaljet mit typisch 50 Sitzen, der 1995 erstmals flog und 1997 in den Liniendienst kam.
- Hecktriebwerke, T-Leitwerk, lange Nase und eine 1+2-Kabine machen sie unverwechselbar – nur innerhalb der eigenen Familie musst du genau hinsehen.
- Die XR-Version mit Winglets und Bauchtank ist die Langstreckenvariante und bei CommuteAir für United Express im Einsatz.
- Europäische Spotter finden sie vor allem bei Loganair, Amerika-Reisende bei American Eagle, United Express und JSX.
Häufige Fragen
Was ist die Embraer ERJ 145?
Ein zweistrahliger Regionaljet des brasilianischen Herstellers Embraer mit typisch 50 Sitzen. Sie ist das Grundmodell der ERJ-Familie, zu der auch die kürzeren ERJ 140 und ERJ 135 gehören. Der Erstflug war am 11. August 1995, im April 1997 nahm ExpressJet als Continental Express den Liniendienst auf.
Welchen ICAO-Typcode hat die ERJ 145?
Die ERJ 145 läuft unter E145. Die ERJ 135 trägt den Code E135. Bei der äußerlich sehr ähnlichen ERJ 140 sind sich Datenbanken nicht einig: Je nach Quelle erscheint sie unter E135 oder E145. Die Businessjets Legacy 600/650 laufen unter E35L.
Was bedeuten ER, LR und XR?
ER (Extended Range) ist die Basisversion. Die LR (Long Range) hat mehr Treibstoff und stärkere AE-3007A1-Triebwerke. Die XR (Extra Long Range) bekam Winglets, einen zusätzlichen Tank im hinteren Rumpf und die nochmals stärkeren AE 3007A1E; ihre Reichweite liegt bei rund 3.700 Kilometern. Dazu kommen Sonderversionen wie EP, EU, LU und MP, die sich vor allem im Startgewicht unterscheiden.
Wie unterscheide ich ERJ 145 und ERJ 135?
Über die Rumpflänge: Die ERJ 145 ist rund 3,5 Meter länger. Vor allem zwischen Tür und Flügel siehst du bei ihr deutlich mehr Rumpf und mehr Fenster. Die ERJ 135 wirkt gedrungen, die Nase dominiert stärker.
Hat die ERJ 145 Winglets?
Die meisten nicht. Nur die ERJ 145XR trägt Winglets. Deshalb gilt die Faustregel „Winglets bedeuten Legacy“ bei der ERJ-Familie nicht pauschal – bei einem langen Rumpf mit Winglets und Airline-Lackierung hast du sehr wahrscheinlich eine XR vor dir, etwa bei United Express.
Wird die ERJ 145 noch gebaut?
Nein. Embraer hat die Produktion der ERJ-Familie 2020 beendet. Insgesamt entstanden 1.231 Flugzeuge der Familie, darunter auch über 40 ERJ 145 aus einem Gemeinschaftswerk in Harbin (China), das 2016 schloss.
Welche Airlines fliegen die ERJ 145 heute?
Stand Oktober 2026 vor allem US-Regionalairlines: Piedmont für American Eagle, CommuteAir mit der XR für United Express und der Charteranbieter JSX. In Europa ist Loganair einer der letzten Linienbetreiber. Airlink in Südafrika fliegt heute die kleineren Schwestern ERJ 135 und ERJ 140. Prüf Flottenstände vor dem Spottag, sie ändern sich laufend.
Welche militärischen Versionen gibt es?
Auf Basis der ERJ 145 entstanden Frühwarn-, Aufklärungs- und Seeüberwachungsflugzeuge wie E-99, R-99 und P-99 in Brasilien. Frühwarnversionen fliegen auch in Griechenland und Indien. Sie fallen durch die große Radarantenne auf dem Rumpfrücken auf.
Embraer ERJ 145 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Embraer ERJ 135
Der kürzeste Jet der ERJ-Familie: Die ERJ 135 ist eine um rund 3,5 Meter gekürzte ERJ 145 mit 37 Sitzen, Hecktriebwerken und T-Leitwerk – und die Basis für den Businessjet Legacy 600.
RegionaljetEmbraer ERJ 140
Der Regionaljet, der wegen eines Pilotenvertrags existiert: Die ERJ 140 ist eine ERJ 145 mit 44 statt 50 Sitzen, fast ausschließlich für American Eagle gebaut und heute aus dem Liniendienst verschwunden.
BusinessjetEmbraer Legacy 600/650
Ein Regionaljet im Maßanzug: Die Legacy 600 und 650 sind aus der ERJ 135 entstanden – mit Winglets, Zusatztanks und Business-Kabine für rund 13 bis 14 Gäste. Bis 2020 baute Embraer 289 Stück.
TurbopropEmbraer EMB 120 Brasilia
Tiefdecker, T-Leitwerk, zwei Vierblatt-Propeller und rund 30 Sitze: Die EMB 120 Brasilia war in den 1980er- und 1990er-Jahren ein Arbeitstier der US-Regionalairlines. Heute ist sie vor allem als Frachter und Exot unterwegs.
RegionaljetEmbraer E175
Der kleine E-Jet mit der großen US-Karriere: Die E175 fliegt mit rund 76 bis 88 Sitzen in 2+2-Kabine, ist Embraers Bestseller und in Europa vor allem bei KLM Cityhopper und LOT zu sehen.
RegionaljetEmbraer E170
Der kleinste E-Jet der ersten Generation: Die E170 brachte 2004 bei LOT die ganze Familie in den Liniendienst, wird nicht mehr gebaut und ist in Europa ein Auslaufmodell. So trennst du sie von der fast identischen E175.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Embraer
Vom Zubringer-Turboprop Bandeirante zum E195-E2 mit 146 Sitzen: Embraer aus São José dos Campos gilt nach Airbus und Boeing als dritte große Kraft im Verkehrsflugzeugbau – und baut nebenbei Businessjets, den Militärtransporter C-390 und den Super Tucano. Hier erfährst du, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
HerstellerRolls-Royce
Britischer Triebwerkshersteller mit über hundert Jahren Luftfahrtgeschichte: Die Trent-Familie treibt A330, A350, A380 und Boeing 787 an, die Business-Jet-Triebwerke kommen aus Dahlewitz bei Berlin. Für Spotter ist Rolls-Royce die Frage hinter der Frage – welcher Antrieb hängt eigentlich unter dem Flügel?
FlughafenFlughafen Glasgow
Schottlands zweitgrößter Flughafen liegt bei Paisley westlich von Glasgow: eine einzige Bahn, ein Marinefliegerhorst als Vorgeschichte und mit Loganair eine Hausairline, deren Turboprops und Twin Otter von hier aus zu den Inseln fliegen.
FlughafenFlughafen Washington Dulles
Der internationale Flughafen der US-Hauptstadt: Eero Saarinens geschwungenes Terminal von 1962, rollende Mobile Lounges, ein großes United-Drehkreuz mit Langstrecke nach Europa, Afrika und Asien – und gleich nebenan ein Museum mit Aussichtsturm und Space Shuttle.
Wo du die Embraer ERJ 145 siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Sunset Park am Flughafen Las Vegas Harry Reid
Der grüne Gegenpol zur Viewing Area: Im Sunset Park an der Ecke Sunset Road und Eastern Avenue kommen die Landungen auf der 26L im kurzen Endanflug vorbei – mit Rasen, Bäumen, Teich und Parkplatz direkt neben dem Spot.
MuseumSteven F. Udvar-Hazy Center am Flughafen Washington Dulles
Space Shuttle Discovery, die Rekord-SR-71, eine Air-France-Concorde und der Urvater der 707 unter einem Dach – und vom Aussichtsturm schaust du auf die Landungen am Washingtoner Drehkreuz Dulles. So planst du deinen Spottertag in der riesigen Außenstelle des Smithsonian.
AnflugschneiseGravelly Point Park am Flughafen Washington Reagan National
Der berühmteste Spotterpunkt in Washington: Im Gravelly Point Park am Potomac donnern die Jets im kurzen Endanflug auf die Piste 19 nur wenige Dutzend Meter über deinen Kopf – mit Blick auf die Skyline, kostenlos und zu Fuß vom Terminal erreichbar.
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