Das Wichtigste in Kürze
- Die -300 ist die längste gebaute BAe 146: gut zwei Meter länger als die 146-200, typisch für rund 100 Fluggäste, ausgeliefert ab Dezember 1988.
- Ab 1993 wurde daraus der Avro RJ100: gleicher Rumpf, aber neue LF-507-Triebwerke und ein modernisiertes Cockpit.
- Quiet Trader: Die Frachtversion 146-300QT nutzte die geringe Lärmentwicklung für Nachtflüge, etwa bei TNT ab Lüttich.
- Wichtige Betreiber: Air Wisconsin (einziger US-Betreiber der -300), Air UK mit Basis Stansted, Jersey European/Flybe, Mahan Air und australische Frachtairlines.
- Heute selten: Nach den jüngsten Flottenübersichten fliegen -300 vor allem noch als Frachter in Australien und bei Mahan Air im Iran.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die BAe 146-300?
- 2.Die Familie im Überblick
- 3.Frachter und Kombis: Quiet Trader und Quick Change
- 4.So erkennst du die 146-300
- 5.Die wichtigsten Betreiber
- 6.Sonderrolle: das Forschungsflugzeug G-LUXE
- 7.Wo du eine 146-300 heute noch siehst
- 8.Fototipps für die lange 146
- 9.Technik-Exkurs: Warum hat sich die -300 nicht durchgesetzt?
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | British Aerospace (BAe), heute BAE Systems |
|---|---|
| Familie | BAe 146-100/-200/-300, Nachfolger Avro RJ70/RJ85/RJ100 |
| ICAO-Typcode | B463 (Avro RJ100: RJ1H) |
| Vorgestellt | 1984 auf der Farnborough Air Show |
| Auslieferungen | ab Dezember 1988 |
| Prototyp | G-LUXE, umgebaut aus dem ersten 146-Prototyp G-SSSH |
| Triebwerke | 4 × Lycoming ALF 502R-5, je rund 31 kN Schub |
| Länge | 30,99 m |
| Spannweite | 26,34 m |
| Höhe | 8,61 m |
| Sitzplätze | typisch rund 100 in Fünferreihen, maximal etwa 112 |
| Max. Startgewicht | je nach Quelle und Ausführung rund 44–45 t |
| Frachtversionen | 146-300QT (Quiet Trader, Frachter), 146-300QC (Quick Change, umrüstbar) |
| Wirbelschleppenkategorie | M (Medium) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Schulterdecker mit vier Triebwerken: Flügel oben auf dem Rumpf, darunter vier kleine Motoren – das Grundrezept der ganzen 146-Familie
- Langer Rumpf bei gleichem Flügel: Die -300 hat die Spannweite der kürzeren Versionen, wirkt dadurch auffällig schlank und gestreckt
- Hohes T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung als Luftbremse nach beiden Seiten öffnet
- Hauptfahrwerk in Verkleidungen seitlich am Rumpf, keine Schubumkehr
- Frachter (QT): keine oder kaum Kabinenfenster und eine große Frachttür an der Rumpfseite
- Rund 31 m lang – damit länger als RJ85 und 146-200, aber gleich lang wie der Nachfolger Avro RJ100
Aktualisiert: Oktober 2026 – Hoher Flügel, vier kleine Triebwerke, T-Leitwerk und ein Rumpf, der fast ein wenig zu lang für den Flügel wirkt: Das ist die BAe 146-300, die größte Version des britischen Vierstrahlers. Als Passagierflugzeug war sie in den 1990er-Jahren an Flughäfen wie Stansted, Gatwick und Chicago unterwegs. Als nächtlicher Frachter „Quiet Trader“ hat sie bis heute überlebt. Hier liest du, wie die -300 entstand, woran du sie von ihren Schwestern unterscheidest, welche Airlines sie geprägt haben und wo du realistisch noch eine siehst.
Die lange 146 in den Hangar holen
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Was ist die BAe 146-300?
Die BAe 146 entstand bei British Aerospace als leiser Regionaljet für kurze Pisten. Die ersten beiden Versionen, die 146-100 und die 146-200, waren gerade bei Airlines beliebt, die stadtnahe Flughäfen mit strengen Lärmregeln anflogen. Schon 1984 auf der Farnborough Air Show stellte der Hersteller eine nochmals verlängerte Variante vor: die 146-300.
Die ursprünglichen Pläne waren ehrgeizig. Ein deutlich stärker gestreckter Rumpf und neue Triebwerke vom Typ ALF 502R-7 standen auf dem Papier, wurden aber wieder verworfen. Gebaut wurde schließlich eine bodenständigere Version: Der Rumpf ist gut zwei Meter länger als bei der -200, Flügel und Triebwerke blieben im Kern gleich. Für den Prototypen griff BAe auf ein bekanntes Flugzeug zurück: Der allererste 146-Prototyp G-SSSH wurde verlängert und flog fortan als G-LUXE.
Die Auslieferungen an Kunden begannen im Dezember 1988. Die -300 bietet typisch rund 100 Sitze in Fünferreihen und schloss damit die Lücke zwischen den kleinen 146 und größeren Jets wie der Fokker 100 oder der Boeing 737. 1993 überarbeitete British Aerospace die gesamte Familie: Aus der 146-300 wurde der Avro RJ100, mit neuen Triebwerken vom Typ LF 507 und modernisiertem Cockpit. Die -300 ist damit die „Vorgängerin mit den alten Motoren“ – im Rumpf aber identisch.
Die Familie im Überblick
Die BAe 146 gab es in drei Rumpflängen, die bei der Avro-Überarbeitung jeweils ein eigenes Kürzel bekamen. Die -300 ist das große Ende der Skala.
| BAe-146-Version | Avro-Nachfolger | ICAO-Code | Länge | Sitze typisch |
|---|---|---|---|---|
| 146-100 | RJ70 | B461 / RJ70 | ca. 26,2 m | um 70 |
| 146-200 | RJ85 | B462 / RJ85 | ca. 28,6 m | um 85 |
| 146-300 | RJ100 | B463 / RJ1H | ca. 31,0 m | um 100 |
Alle drei haben denselben Flügel mit 26,34 m Spannweite und dieselbe Höhe. Genau das macht die -300 im Profil so markant: Bei gleicher Spannweite ist ihr Rumpf knapp fünf Meter länger als beim kleinsten Familienmitglied, das Flugzeug wirkt dadurch deutlich gestreckter. Wie sich der Avro RJ85 und der RJ70 dazu verhalten, findest du auf den jeweiligen Typseiten.
Frachter und Kombis: Quiet Trader und Quick Change
Die spannendste Nebenlinie der -300 sind ihre Frachtversionen. British Aerospace bot die 146 in zwei Ausführungen für den Güterverkehr an:
146-300QT „Quiet Trader“
Reiner Frachter ohne Passagierkabine. Der Name ist Programm: Vier kleine, vergleichsweise leise Triebwerke machten den Typ attraktiv für Expressfracht, die nachts an Flughäfen mit strengen Lärmauflagen starten und landen muss.
146-300QC „Quick Change“
Umrüstbare Version, die tagsüber Fluggäste und nachts Fracht transportieren kann. Sitze und Kabinenausstattung lassen sich dafür in kurzer Zeit ausbauen.
Einsatzprofil
Kurze bis mittlere Strecken, kurze Bodenzeiten, Nachtumläufe.
Der bekannteste Quiet-Trader-Kunde war das Expressnetz von TNT. Die Frachtairline TNT Airways, heute ASL Airlines Belgium, startete ihren Flugbetrieb mit BAe 146-300 und Airbus A300 und baute den Flughafen Lüttich zu ihrer Frachtdrehscheibe aus. Noch 2012 war der 146-Frachter das zahlenmäßig größte Muster in der TNT-Flotte.
Wie du Frachter allgemein von Passagierflugzeugen unterscheidest – fehlende Fenster, große Tore, eigene Lackierungen –, erklärt der Guide Frachtflugzeuge erkennen. Warum Nachtflüge an vielen Flughäfen so streng geregelt sind, steht in Nachtflugverbot an deutschen Flughäfen.
Praxis-Tipp: Frachter im Dunkeln
Quiet Trader fliegen ihren Umlauf typischerweise nachts und in den frühen Morgenstunden. Für ein brauchbares Foto lohnt es sich, die Ankunftszeit vorab zu prüfen und auf den ersten Morgenumlauf oder einen Wartungsflug am Tag zu hoffen.
So erkennst du die 146-300
Die Familienmerkmale sind schnell abgehakt: Schulterdecker, vier Triebwerke unter dem Flügel, T-Leitwerk, Hauptfahrwerk in Rumpfverkleidungen und die Heckluftbremse, die sich bei der Landung wie eine Muschel öffnet. Schwieriger ist die Frage, welche 146 du vor dir hast.
Schnellbestimmung: welche 146 ist das?
BAe 146-300 (Passagierversion)
Langer Rumpf, Fensterreihe, Typcode B463: Das ist die -300 mit den ursprünglichen ALF-502-Triebwerken. Eine QC-Kombi sieht äußerlich ähnlich aus – das Kennzeichen klärt es.
BAe 146 Quiet Trader
Ohne Fenster und mit Frachttor ist es ein QT-Frachter. Ist der Rumpf lang, ist es eine 146-300QT, ist er kürzer, eher eine 146-200QT.
Avro RJ100
Gleicher Rumpf wie die -300, aber mit LF-507-Triebwerken und neuerem Cockpit. Mehr dazu auf der Seite zum Avro RJ100.
146-200 oder RJ85
Die mittlere Länge ist die häufigste Version der Familie. Details findest du bei der BAe 146-200.
146-100 oder RJ70
Der kurze Rumpf gehört zur kleinsten Version, der BAe 146-100 bzw. dem RJ70.
Optisch sind 146-300 und RJ100 fast nicht zu trennen, weil die Unterschiede vor allem in Triebwerken und Cockpit stecken. Deshalb ist das Kennzeichen dein wichtigstes Werkzeug – wie du es liest und nachschlägst, erklärt Flugzeug-Kennzeichen verstehen. Wenn du bei der Typbestimmung generell noch Übung brauchst, hilft dir Flugzeugtypen erkennen für Anfänger.
Die wichtigsten Betreiber
Die -300 war nie ein Massenmodell, prägte aber einige Airlines ganz entscheidend. Die folgenden Betreiber sind historisch, sofern nicht anders angegeben.
Air UK und Stansted
In Großbritannien wurde Air UK zum Gesicht der -300. Die Airline bestellte 1988 vier der gestreckten Jets, um die dichten Verbindungen Gatwick–Glasgow und Gatwick–Edinburgh zu bedienen, die sie von British Caledonian übernommen hatte. Im selben Jahr zog Air UK ihre Zentrale nach Stansted und wurde 1991 erster und wichtigster Nutzer des neuen Terminals am Flughafen London-Stansted. Von dort ging es unter anderem nach Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Zürich.
Mit den Jahren wurde die -300 zum Rückgrat der Jetflotte: 1997 flog Air UK zehn 146-300 und nur noch eine 146-100. Nach der Übernahme durch KLM gingen die verbliebenen -300 im Jahr 2000 an den Billigableger Buzz, der um 2001 acht frühere Air-UK-Maschinen dieses Typs ab Stansted einsetzte. Auch am Flughafen London-Gatwick war die -300 in dieser Zeit ein vertrautes Bild.
Jersey European und Flybe
Die Regionalairline Jersey European übernahm 1993 ihre erste BAe 146 und setzte später auch die -300 ein. Unter dem späteren Namen Flybe wurden die Vierstrahler ab 2006 durch die Embraer E195 abgelöst – ein typisches Beispiel dafür, wie moderne Zweistrahler die 146 verdrängten.
Air Wisconsin in den USA
In Nordamerika war Air Wisconsin der einzige Betreiber der 146-300. Die Regionalairline flog die Jets in den 1990er-Jahren im Verbund United Express für United Airlines und ersetzte damit ihre Turboprops vom Typ Fokker F27. Heute fliegt Air Wisconsin keine 146 mehr.
Australien: Passagiere und Nachtfracht
In Australien war die 146-Familie bei mehreren Airlines im Einsatz, darunter Ansett, das 1999 noch 18 Maschinen der Familie betrieb. Besonders lange hielt sich der Typ bei National Jet Express: Das Unternehmen gehörte ab 1999 zu Cobham und flog bis Juni 2022 auch Passagiere mit 146 und Avro RJ. Im September 2022 übernahm Rex Freight and Charter die Firma. Die Frachtrolle blieb: Laut Flottenübersichten (Stand August 2025) setzt National Jet Express vier 146-300QT für Qantas Freight ein – auf Nachtumläufen von und nach dem Flughafen Sydney, der ein Nachtflugverbot für viele Flugzeuge kennt.
Auch die Frachtairline Pionair mit Sitz in Bankstown bei Sydney setzt 146-Frachter ein, darunter 146-300QT. Seit 2023 gehört sie zu ASL Aviation Holdings und tritt als ASL Airlines Australia auf. Wie viele Maschinen davon tatsächlich aktiv sind, schwankt: Einzelne Exemplare sind abgestellt, andere wurden umregistriert.
Mahan Air
Im Passagierverkehr ist die iranische Mahan Air der wohl bekannteste verbliebene Betreiber. Die Airline übernahm in den 2000er-Jahren auch Avro RJ100 und listet in aktuellen Flottenübersichten eine zweistellige Zahl BAe 146 mit rund 100 Sitzen. Für Spotter in Mitteleuropa ist das allerdings kaum relevant, denn Mahan-Air-146 tauchen hier praktisch nicht auf.
Seltene Typen nicht verpassen
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Sonderrolle: das Forschungsflugzeug G-LUXE
Eine der bekanntesten -300 überhaupt flog nie im Linienverkehr. Der Prototyp G-LUXE wurde zwischen 2001 und 2004 zum Atmosphären-Messflugzeug umgebaut und lief als BAe 146-301 für die britische Forschungseinrichtung FAAM (Facility for Airborne Atmospheric Measurements). Mit zahlreichen Sonden und Messgeräten an Rumpf und Flügeln war die Maschine ein Unikat, das Forschende aus Universitäten und vom britischen Wetterdienst Met Office nutzten.
Laut dem National Centre for Atmospheric Science hat die FAAM ihren Betrieb am 31. März 2026 nach 22 Jahren und mehr als 120 Forschungsprojekten eingestellt. Was aus dem Flugzeug langfristig wird, ist offen – wer sie fotografiert hat, besitzt ein echtes Stück Luftfahrtgeschichte. Die Maschine schließt einen schönen Kreis: Das Flugzeug, das 1981 als allererste 146 abhob, war zugleich die erste -300.
Wo du eine 146-300 heute noch siehst
Stand Oktober 2026 ist die -300 im europäischen Linienverkehr verschwunden. Die realistischen Chancen verteilen sich auf wenige Regionen.
Realistische Chancen
- Sydney: Nachtfracht für Qantas Freight mit 146-300QT, frühmorgens oder spätabends.
- Weitere australische Frachtflughäfen: ASL Airlines Australia (ex Pionair) und National Jet Express fliegen ihre QT zwischen den Hubs.
- Iran: Mahan Air führt weiterhin BAe 146 in der Flotte.
Mit Glück
- Überführungen nach Verkauf, Umbau oder zur Wartung
- Ad-hoc-Fracht- und Charterflüge kleiner Betreiber
- Abgestellte Exemplare auf Parkflächen
Eher nicht mehr
- Linienflüge in Deutschland, Österreich oder der Schweiz
- Nachtfracht-Umläufe in Lüttich oder Stansted
- Air-UK-, Buzz- oder Flybe-Farben
Wenn du eine Australienreise planst, lohnt sich der Blick in Planespotting in Sydney. Für die Jagd am Bildschirm filterst du in deiner Tracking-App nach B463 und – für die Schwestern – nach B462, RJ1H und RJ85. Wie die Daten dahinter funktionieren, erklärt Flugverfolgung mit ADS-B. Einen breiteren Überblick, wie du Raritäten aufspürst, findest du in Seltene Flugzeuge spotten, und wo ausgemusterte Flugzeuge oft landen, beschreibt Flugzeugfriedhöfe und Boneyards.
Flottenlisten veralten schnell
Bei einem auslaufenden Typ ändern sich Bestände laufend: Maschinen werden abgestellt, verkauft oder umregistriert. Die hier genannten Flottenzahlen sind Momentaufnahmen. Prüf vor einer Tour, welche Kennzeichen tatsächlich in der Luft sind.
Fototipps für die lange 146
Profil betont die Länge
Das Seitenprofil zeigt am besten, was die -300 besonders macht: den langen Rumpf unter dem verhältnismäßig kurzen Flügel. Sichere dir dieses Bild zuerst.
Luftbremse erwischen
Kurz vor und nach dem Aufsetzen ist die Heckklappe weit geöffnet. Eine Serie über den Moment der Landung bringt dir das typische 146-Detail aufs Bild.
Brennweite einplanen
Mit gut 26 m Spannweite ist die -300 klein. Am gleichen Standpunkt brauchst du mehr Brennweite als für einen A320 – Hinweise stehen in Objektiv und Brennweite für Planespotting.
Licht und Piste prüfen
Bei Frachtern zählt jede Minute Tageslicht. Plane den Sonnenstand und die aktive Piste vorab, damit du am richtigen Ende des Flughafens stehst.
Mit dem Sonnenstand-Planer und der Wetter- und Pistenanzeige in Planetrack siehst du vorab, wo das Licht zur Ankunftszeit steht und aus welcher Richtung gelandet wird. Wie du die Betriebsrichtung selbst einschätzt, erklärt Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
Bereit für die 146-300?
- Ich habe B463 und RJ1H als Filter in meiner Tracking-App gesetzt.
- Ich kenne Kennzeichen und voraussichtliche Ankunftszeit.
- Ich weiß, welche Piste voraussichtlich in Betrieb ist.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Akku voll, Speicherkarte frei, Serienbild eingestellt.
Technik-Exkurs: Warum hat sich die -300 nicht durchgesetzt?
Auf dem Papier war die -300 logisch: mehr Sitze pro Flug, gleiche Cockpitbesatzung, gleiche Infrastruktur. Doch der Flügel blieb unverändert, und die Triebwerke wurden nicht stärker. Mehr Rumpf bei gleichem Flügel und gleichem Schub ging zulasten der Reserven, die die kleineren 146 auszeichneten. Gleichzeitig blieb der Grundnachteil der Familie bestehen: Vier Triebwerke bedeuten mehr Wartungsaufwand und Verbrauch als zwei große.
Die Avro-Überarbeitung mit den LF-507-Triebwerken verlängerte die Lebensdauer des Konzepts, doch Anfang der 2000er-Jahre setzten sich Zweistrahler wie Embraer E-Jets, CRJ und später der Airbus A220 durch. Die -300 fand ihre Nische am Ende dort, wo ihr Lärmvorteil wirklich zählt: im nächtlichen Frachtverkehr. Dass die Quiet Trader in Australien mehr als 35 Jahre nach Auslieferungsbeginn noch fliegen, zeigt, wie gut dieses Konzept zu dieser Aufgabe passt.
Mehr über den Hersteller hinter dem Typ und seine anderen Flugzeuge liest du auf der Seite zu BAE Systems. Und damit deine eigenen Raritäten nicht verloren gehen, findest du Tipps in Sichtungen dokumentieren im Logbuch.
Fazit
Die BAe 146-300 ist die lange, schlanke Schwester in der 146-Familie: gleicher hoher Flügel, gleiche vier Triebwerke, aber rund 31 Meter Rumpf und typisch 100 Sitze. Als Passagierflugzeug prägte sie Air UK in Stansted und Air Wisconsin in den USA, als Quiet Trader flog sie für TNT nachts durch Europa. Heute ist sie in Mitteleuropa Geschichte – in Australien und im Iran aber noch im Einsatz.
Kurzfazit
Hoher Flügel, vier Triebwerke, Muschel-Heck und ein auffällig langer Rumpf: Das ist die 146-300, im Typcode B463. Wer sie heute sehen will, schaut vor allem auf die australische Nachtfracht – und filtert in der Tracking-App konsequent nach B463.
Zusammenfassung
- Die BAe 146-300 ist die gestreckte Ausführung der vierstrahligen BAe 146 und wurde 1984 vorgestellt, die Auslieferungen begannen Ende 1988.
- Als Passagierflugzeug prägte sie in Großbritannien vor allem Air UK, in den USA Air Wisconsin für United Express.
- Die Frachtversion 146-300QT ist bis heute die langlebigste Rolle des Typs: In Australien fliegt sie nachts für Qantas Freight ab Sydney.
- Erkennen kannst du die -300 an der Kombination aus 146-Grundform und dem langen, schlanken Rumpf; sicher wird es mit dem Kennzeichen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen BAe 146-300 und Avro RJ100?
Der Avro RJ100 ist die überarbeitete Fassung der 146-300. Rumpf und Flügel sind gleich, der RJ100 hat aber die weiterentwickelten LF-507-Triebwerke statt der ALF 502 und ein moderneres Cockpit. Im Typcode-Verzeichnis läuft die 146-300 als B463, der RJ100 als RJ1H.
Was bedeutet QT bei der BAe 146?
QT steht für Quiet Trader, die reine Frachtversion. Der Name spielt auf die geringe Lautstärke an, die den Vierstrahler für Nachtflüge an lärmempfindlichen Flughäfen interessant machte. Daneben gibt es die QC (Quick Change), die sich zwischen Passagier- und Frachtbetrieb umrüsten lässt.
Wie viele Passagiere passen in eine BAe 146-300?
Typisch sind rund 100 Sitze in Fünferreihen. In besonders dichter Bestuhlung waren laut Herstellerdaten bis etwa 112 Plätze möglich. Mahan Air führt ihre 146 mit rund 100 Sitzen.
Wo fliegt die BAe 146-300 heute noch?
Nach den jüngsten Flottenübersichten vor allem in Australien als Frachter: National Jet Express fliegt 146-300QT für Qantas Freight, auch Pionair (heute ASL Airlines Australia) führt 146-300QT in der Flotte. Im Passagierdienst führt Mahan Air im Iran noch BAe 146 in der Flotte. Welche Maschinen tatsächlich aktiv sind, prüfst du am besten tagesaktuell in einer Tracking-App.
Wie unterscheide ich die 146-300 von der 146-200?
Nur über die Rumpflänge: Die -300 ist mit rund 31 m gut zwei Meter länger als die -200 mit rund 28,6 m, der Flügel ist gleich. Dadurch wirkt die -300 schlanker, und vor und hinter dem Flügel siehst du mehr Fenster. Endgültige Sicherheit bringt das Kennzeichen.
Was war die BAe 146-301 G-LUXE?
G-LUXE war der Prototyp der -300, entstanden aus dem allerersten 146-Prototyp G-SSSH. Später wurde die Maschine zum britischen Forschungsflugzeug der FAAM umgebaut, die für Atmosphärenmessungen genutzt wurde. Die Einrichtung hat ihren Betrieb laut dem National Centre for Atmospheric Science am 31. März 2026 nach 22 Jahren eingestellt.
Hatte die BAe 146-300 Schubumkehr?
Nein. Wie alle 146 bremst die -300 mit der großen, aufklappbaren Heckluftbremse und Spoilern auf dem Flügel. Das gehört zu den Gründen, warum der Typ bei der Landung vergleichsweise leise ist.
BAe 146-300 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
BAe 146-200
Hoher Flügel, vier kleine Triebwerke, Muschel-Heck: Die BAe 146-200 ist die mittlere und meistgesehene Version des britischen Vierstrahlers. Heute fliegt sie vor allem als Löschflugzeug über Nordamerika.
RegionaljetBAe 146-100
Die BAe 146-100 ist die kürzeste und älteste Version des vierstrahligen britischen Regionaljets – Ausgangspunkt der ganzen Jumbolino-Familie und jahrzehntelang das Flugzeug der Royal Family.
RegionaljetAvro RJ100 / BAe 146-300
Der Avro RJ100 ist die längste Version der vierstrahligen BAe-146-Familie – über Jahre das Arbeitspferd von Crossair, Swiss und Brussels Airlines und heute ein seltener Gast am Himmel.
RegionaljetBAe 146 / Avro RJ85
Hoch angesetzter Flügel, vier kleine Triebwerke, T-Leitwerk und eine Heckklappe als Luftbremse: Der Avro RJ85 ist eines der markantesten Regionalflugzeuge überhaupt – und inzwischen eine echte Rarität.
RegionaljetAvro RJ70
Der Avro RJ70 ist die modernisierte Fassung der BAe 146-100 – gleicher kurzer Rumpf, neue Triebwerke, digitales Cockpit. Mit nur zwölf gebauten Exemplaren ist er das seltenste Serienmitglied der ganzen Jumbolino-Familie.
RegionaljetFokker 100
Zwei Tay-Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung aufklappt: Die Fokker 100 ist der größte Verkehrsjet, den Fokker je gebaut hat – und heute ein seltener Fang.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
BAE Systems
BAE Systems ist der größte Luftfahrt- und Rüstungskonzern Großbritanniens. Für Spotter steckt dahinter ein ganzes Stück Luftfahrtgeschichte: der vierstrahlige Jumbolino BAe 146/Avro RJ, der Trainer Hawk der Red Arrows und die britische Seite von Tornado, Eurofighter und F-35.
FlughafenFlughafen London-Stansted
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