Das Wichtigste in Kürze
- Monarch Airlines ist eine historische britische Airline: gegründet 1967, Flugbetrieb vom 5. April 1968 bis 2. Oktober 2017.
- Luton war das Zuhause: Dort saßen Verwaltung und die Technik-Schwester Monarch Aircraft Engineering.
- Früher 757-Kunde: Monarch bestellte die Boeing 757 im Jahr 1981 als erste Charterairline und flog sie ab 1983.
- Vom Charter zur Ferien-Linie: Ab 2014 stellte Monarch unter Greybull Capital auf Linienflüge in Urlaubsziele um, Langstrecke und Charter endeten 2015.
- Größte Rückholaktion: Nach der Insolvenz 2017 holte die britische Luftfahrtbehörde CAA die gestrandeten Urlauber mit 38 gecharterten Flugzeugen heim.
- Bestellt, nie geliefert: Die georderten Boeing 737 MAX 8 erreichten Monarch nicht mehr.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Monarch Airlines im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Die Geschichte in Etappen
- 4.Die Flotte im Wandel
- 5.Monarch und Deutschland: das EuroBerlin-Kapitel
- 6.Von der Charter- zur Ferien-Linienairline
- 7.Das Ende am 2. Oktober 2017
- 8.Sicherheit
- 9.Woran du Monarch erkennst
- 10.Spuren von Monarch heute
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | ZB |
|---|---|
| ICAO-Code | MON |
| Rufzeichen | MONARCH |
| Drehkreuze | LTN, LGW, MAN, BHX |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 2. Oktober 2017 eingestellt |
| Geschäftsmodell | Charter- und Ferienflüge für Reiseveranstalter, ab den 1980er-Jahren zusätzlich Linienflüge, ab 2014 überwiegend Ferien-Linienverkehr |
| Gegründet | 5. Juni 1967 von Bill Hodgson und Don Peacock, beide zuvor bei British Eagle |
| Erster Flug | 5. April 1968, Charter Luton–Madrid mit einer Bristol Britannia |
| Sitz | London-Luton (LTN), dort auch die Technik-Schwester Monarch Aircraft Engineering |
| Weitere Basen | London-Gatwick, Manchester, Birmingham und Leeds/Bradford; East Midlands bis 2014 |
| Eigentümer | Lange die Schweizer Familie Mantegazza (Globus/Cosmos), ab Oktober 2014 die Investmentfirma Greybull Capital |
| Prägende Typen | Bristol Britannia, Boeing 720B, Boeing 757-200, Airbus A300-600R, Airbus A320 und A321 |
| Ende | Insolvenz am 2. Oktober 2017, rund 110.000 Fluggäste im Ausland gestrandet |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Monarch Airlines?
- Name „Monarch“ auf dem Rumpf und eine Krone als Markenzeichen, verbunden mit einem stilisierten „M“
- Britisches Kennzeichen mit G-, viele Maschinen mit Kennzeichen der Reihe G-MON…, etwa G-MONJ oder G-MONE
- In den letzten Jahren eine reine Flotte aus Airbus A320 und A321, ergänzt durch eine geleaste Boeing 737-800
- Typische Flughäfen: Luton, Gatwick, Manchester, Birmingham und die Ferienziele in Spanien, Portugal, Zypern und Griechenland
- Heute nur noch auf historischen Fotos und als Museumsflugzeug zu sehen – etwa die Bristol Britannia in Monarch-Farben in Duxford
Fast fünf Jahrzehnte lang gehörte Monarch Airlines zum britischen Sommer wie der Sonnenbrand am ersten Strandtag. Von Luton aus flog die Airline Urlauber nach Spanien, Portugal, auf die Kanaren und ans östliche Mittelmeer – erst mit Propellerflugzeugen, zuletzt mit einer Flotte aus Airbus A320 und A321. Am frühen Morgen des 2. Oktober 2017 war Schluss, und die britische Luftfahrtbehörde musste über 100.000 Menschen heimholen. Hier erfährst du, wie Monarch tickte, welche Typen sie flog und warum ihr Ende Luftfahrtgeschichte schrieb.
Historische Airline
Monarch Airlines hat den Flugbetrieb am 2. Oktober 2017 eingestellt. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die Zeit von 1967 bis 2017. Die Codes ZB und MON stehen hier für die historische britische Airline.
Monarch Airlines im Überblick
Monarch Airlines war eine britische Ferienairline mit Sitz am Flughafen London-Luton. Gegründet wurde sie am 5. Juni 1967 von Bill Hodgson und Don Peacock. Beide hatten zuvor als Direktoren bei British Eagle gearbeitet, einer privaten britischen Airline, die kurz darauf zusammenbrach. Finanziell im Rücken stand die Schweizer Familie Mantegazza, der auch der Reiseveranstalter Cosmos gehörte. Über Jahrzehnte war Monarch damit Teil einer Reisegruppe – ähnlich wie andere britische Ferienairlines, die eng mit einem Veranstalter verbunden waren.
Das Geschäft war zunächst klassischer Charter: Reiseveranstalter kauften ganze Flugzeugladungen, Monarch flog die Gäste ans Ziel. Ab den 1980er-Jahren kam ein eigenes Liniengeschäft hinzu, zunächst unter dem Namen Monarch Crown Service, ab 2002 als Monarch Scheduled. 1981 beförderte Monarch erstmals mehr als eine Million Fluggäste im Jahr, 1988 waren es über zwei Millionen. 2013 meldete die Airline rund sieben Millionen Passagiere.
Eine Besonderheit war die enge Verbindung zur Technik: Die Schwesterfirma Monarch Aircraft Engineering wartete in Luton nicht nur die eigene Flotte, sondern auch Flugzeuge anderer Airlines. Sie überlebte den Zusammenbruch der Airline um gut ein Jahr, bevor sie im Januar 2019 ebenfalls aufgeteilt und verkauft wurde.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code ZB: stand in Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln – etwa beim letzten Flug ZB3785.
- ICAO-Code MON: tauchte in Flugplänen der Flugsicherung und in Tracking-Daten auf.
- Rufzeichen MONARCH: So meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Wenn du alte Bordkarten, Gepäckanhänger oder Fotos von Abflugtafeln sortierst, hilft dir vor allem das Kürzel ZB. Wie die beiden Code-Systeme zusammenhängen, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes. Mehr über Funkrufnamen liest du unter Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte.
Britische Ferienflieger im eigenen Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – von der Britannia im Museum bis zur A321 im Ferienverkehr. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Geschichte in Etappen
1967–1970: Start mit der Britannia
Gründung im Juni 1967, erster Flug am 5. April 1968 von Luton nach Madrid. Die Flotte besteht aus gebrauchten Bristol Britannia, 1969 sind es bereits sechs Maschinen.
1971–1982: Ankunft im Jetzeitalter
Ab Dezember 1971 fliegt die Boeing 720B, später kommen BAC One-Eleven, eine Boeing 707 und Ende 1980 die ersten Boeing 737-200 dazu. 1981 wird die Millionengrenze bei den Passagieren geknackt.
1983–1992: 757 und Großraumjets
Erste Boeing 757 im Frühjahr 1983, Transatlantikflüge mit der 757 ab 1988, Boeing 737-300 im Wet-Lease für EuroBerlin. 1990 kommt mit dem Airbus A300-600R das erste Großraumflugzeug.
1993–2013: Airbus-Ära und Linienverkehr
A320 ab 1993, A321 ab 1997, A330-200 für die Langstrecke ab 1999. Monarch Scheduled baut das Liniengeschäft aus, nach Verlusten folgt 2011 ein Rettungspaket der Eigentümerfamilie.
2014–2017: Umbau und Ende
Übernahme durch Greybull Capital, Bestellung der Boeing 737 MAX 8, Ende von Charter und Langstrecke. Am 2. Oktober 2017 stellt Monarch den Betrieb ein.
Die Anfänge mit Propellern
Monarch startete nicht mit Jets, sondern mit der viermotorigen Bristol Britannia, einem Turboprop, den andere Airlines damals bereits ausmusterten. Die ersten beiden Maschinen kamen von Caledonian Airways, weitere übernahm Monarch aus der Konkursmasse von British Eagle. Mit diesem Gerät flog die junge Airline Pauschalurlauber in den Süden, bis sie 1974 ihren letzten Passagierflug für Monarch absolvierte. Das letzte Exemplar verkaufte Monarch im Mai 1976.
Der Sprung zum Jet
Am 13. Dezember 1971 nahm Monarch mit der Boeing 720B den Jetbetrieb auf – eine kürzere, schnellere Schwester der 707, die Monarch gebraucht übernahm. 1981 standen fünf 720B in der Flotte, dazu drei BAC One-Eleven der Serie 500 und eine Boeing 707-320C. Ende 1980 kamen zwei geleaste Boeing 737-200 Advanced dazu. Dieser Mix aus Gebrauchtflugzeugen war typisch für britische Charterairlines jener Zeit; welchen Weg Konkurrenten wie Dan-Air oder Air Europe gingen, kannst du auf deren Seiten nachlesen.
Die Flotte im Wandel
Monarch hat in fast 50 Jahren eine bemerkenswerte Bandbreite an Mustern geflogen. Die wichtigsten im Überblick:
| Typ | Zeitraum bei Monarch | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bristol Britannia | 1968–1976 | Erste Flotte, Charter | Museumsexemplar in Monarch-Farben in Duxford |
| Boeing 720B | ab 1971 | Erster Jettyp | Kurze 707-Schwester mit Turbofans |
| BAC One-Eleven 500 | 1970er bis 1980er | Kurz- und Mittelstrecke | Britischer Zweistrahler mit Hecktriebwerken |
| Boeing 757-200 | 1983 bis in die 2010er-Jahre | Charter, Transatlantik | Lange G-MON…-Reihe |
| Boeing 737-300 | ab Ende der 1980er | Charter, Wet-Lease für EuroBerlin | Später durch A320 ersetzt |
| Airbus A300-600R | ab 1990 | Erstes Großraumflugzeug | Großraumjet für volle Ferienflüge |
| Airbus A320 / A321 | ab 1993 / 1997 | Rückgrat der Flotte bis 2017 | Zuletzt rund 35 Maschinen |
| Airbus A330-200 | 1999–2015 | Langstrecke | Zwei Maschinen |
| Boeing 737 MAX 8 | bestellt 2014 | Nie geliefert | Auslieferungen waren ab 2018 geplant |
Boeing 757: früh und lange dabei
Die Boeing 757-200 war für Monarch ein Schlüsseltyp. 1981 bestellte die Airline den Jet als erste Charterairline überhaupt, im Frühjahr 1983 kam die erste Maschine. Am 1. Mai 1988 flog die G-MONJ von Luton nach Orlando mit Zwischenstopp in Gander – ein früher Transatlantik-Einsatz der 757 unter ETOPS-Regeln, die zweistrahligen Flugzeugen längere Strecken fern von Ausweichflughäfen erlauben. Was dahintersteckt, erklärt der Artikel ETOPS erklärt. Wie du die 757 auf Fotos von der ähnlichen 767 unterscheidest, liest du unter Boeing 757 und 767 unterscheiden.
Großraum und Langstrecke
1990 führte Monarch den Airbus A300-600 in der Version -600R ein und hatte damit erstmals ein Großraumflugzeug. In den 1990er-Jahren flogen zeitweise Boeing 767-300ER für Alitalia, 1998 mietete Monarch übergangsweise zwei McDonnell Douglas MD-11 von World Airways. Ab 1999 bediente Monarch die Langstrecke mit zwei Airbus A330-200. Auch eine einzelne McDonnell Douglas DC-10 gehörte zur Flotte; nach der Ausmusterung 2002 schenkte Monarch sie dem Flughafen Manchester. Eine Bestellung über sechs Boeing 787-8 aus dem Jahr 2006 stornierte Monarch 2011 wieder.
Die A320-Familie als Rückgrat
Ab 1993 flog Monarch den Airbus A320, ab 1997 den längeren Airbus A321. Diese beiden Typen bildeten am Ende fast die gesamte Flotte: Zum Zeitpunkt der Insolvenz flogen rund 35 Maschinen, davon 25 A321 mit 214 Sitzen und neun A320 mit 174 Sitzen, dazu eine von Pegasus Airlines geleaste Boeing 737-800. Wie du A320 und A321 auf Fotos sicher auseinanderhältst, zeigt der Artikel A318, A319, A320 und A321 unterscheiden.
Der Plan mit der 737 MAX
Im Oktober 2014 bestellte Monarch 30 Boeing 737 MAX 8 plus Optionen, Auslieferungen sollten ab 2018 beginnen. Die MAX sollte die Airbus-Flotte ablösen und die Kosten senken. Dazu kam es nicht mehr: Monarch brach zusammen, bevor die erste Maschine ankam.
757 und A321 auf der Wunschliste
Setz Typen wie die Boeing 757 oder den Airbus A321 auf deine Wunschliste und stell dir Sichtungs-Alarme ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn einer in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Monarch und Deutschland: das EuroBerlin-Kapitel
Für deutsche Spotter gibt es eine spannende Verbindung. Ab November 1988 stellte Monarch Boeing 737-300 samt Besatzung für EuroBerlin France bereit, ein Gemeinschaftsunternehmen von Air France und Lufthansa für Flüge ab West-Berlin. Hintergrund: Bis zur Wiedervereinigung durften deutsche Airlines West-Berlin nicht anfliegen. 1990 waren sieben Monarch-737 für EuroBerlin im Einsatz. Die Boeing 737-300 blieb bis zur Ablösung durch den A320 Teil der Monarch-Flotte.
Von der Charter- zur Ferien-Linienairline
Ab den 2000er-Jahren veränderte sich der britische Urlaubsmarkt grundlegend. Immer mehr Reisende buchten Flug und Hotel getrennt, und Low-Cost-Airlines wie easyJet und Ryanair bedienten dieselben Ziele. Monarch reagierte 2004 mit einem abgespeckten Modell, bei dem Essen und Getränke extra kosteten. Was einen Linienflug vom Charter unterscheidet, liest du im Artikel Charterflug und Linienflug.
Die Zahlen wurden trotzdem schwieriger. Für das Geschäftsjahr 2009 und erneut 2011 meldete die Gruppe hohe Verluste, im November 2011 folgte ein Rettungspaket von 75 Millionen Pfund. 2013 war Monarch zwar wieder profitabel, doch der Druck blieb.
Greybull übernimmt
Am 24. Oktober 2014 – nur Stunden bevor die Lizenz der Luftfahrtbehörde auslief – übernahm die Investmentfirma Greybull Capital die Monarch-Gruppe von der Familie Mantegazza. Es folgte ein harter Umbau: Die Flotte schrumpfte von 42 auf 34 Flugzeuge, die Basis East Midlands schloss bereits im August 2014, und im April 2015 endeten Charter- und Langstreckenflüge. Monarch verstand sich nun als Ferien-Linienairline, die Sitze direkt an Urlauber verkaufte.
Im Herbst 2016 stand Monarch bereits einmal am Abgrund. Die Pauschalreise-Lizenz (ATOL) wurde nur vorläufig verlängert, bis im Oktober 2016 eine weitere Finanzierung von 165 Millionen Pfund zustande kam. Später wurde bekannt, dass ein großer Teil dieses Geldes von Boeing stammte – dem Hersteller, bei dem Monarch die 737 MAX bestellt hatte.
G-MON… im Fotoarchiv
Viele Monarch-Jets trugen Kennzeichen mit der Buchstabenfolge MON, etwa G-MONJ. Das macht die Zuordnung alter Fotos leicht. Wie britische Registrierungen aufgebaut sind, erklärt der Artikel zu britischen G-Kennzeichen.
Das Ende am 2. Oktober 2017
Der Sommer 2017 brachte keine Rettung. Die Nachfrage nach Zielen wie Ägypten und der Türkei war eingebrochen, Monarch hatte Kapazität nach Spanien und Portugal verlagert und lieferte sich dort einen Preiskampf mit starken Konkurrenten. Ende September verlängerte die CAA die Lizenz nur noch um 24 Stunden. In der Nacht zum 2. Oktober landete Flug ZB3785 aus Tel Aviv um 3:19 Uhr Ortszeit in Manchester – der letzte reguläre Monarch-Flug. Gegen 4 Uhr bestätigte die CAA: Monarch hat den Betrieb eingestellt und befindet sich in der Insolvenzverwaltung.
Die Folgen waren enorm. Rund 110.000 Fluggäste saßen im Ausland fest, rund 300.000 künftige Buchungen verfielen. Mehr als 1.800 Beschäftigte verloren ihren Arbeitsplatz. Einen Überblick über ähnliche Fälle bietet der Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.
Die Rückholaktion
Die britische Regierung entschied, alle gestrandeten Monarch-Gäste kostenlos zurückzuholen – auch jene, die nur einen Flug ohne Pauschalreise-Schutz gebucht hatten. Sie sprach von der größten Rückholaktion in Friedenszeiten in der Geschichte des Landes. Die CAA baute dafür binnen Stunden eine Art Ersatz-Airline auf: 38 Flugzeuge von 15 Betreibern, von Kurzstreckenjets bis zu großen Langstreckenmaschinen.
- Qatar Airways stellte mit zehn Maschinen den größten Anteil.
- Titan Airways aus Stansted war mit fünf Flugzeugen dabei.
- Air Transat aus Kanada lieferte vier Maschinen.
- Freebird Airlines und Wamos Air steuerten je drei Flugzeuge bei.
Die Flüge liefen rund zwei Wochen lang und folgten möglichst den ursprünglichen Rückreiseterminen. Die Kosten lagen bei etwa 60 Millionen Pfund. Für Spotter war das eine außergewöhnliche Zeit, denn an britischen Ferienflughäfen tauchten plötzlich Muster und Airlines auf, die dort sonst kaum zu sehen waren. Zwei Jahre später wiederholte sich das Ganze in noch größerem Maßstab, als Thomas Cook Airlines zusammenbrach.
Sicherheit
Monarch hatte in ihrer Geschichte keinen tödlichen Unfall. Bekannte Zwischenfälle betrafen die Boeing 757:
- 14. Januar 1985: An Bord der G-MOND löste ausgelaufene Toilettenflüssigkeit eine elektrische Störung aus. Die Crew landete außerplanmäßig in Portugal.
- 22. Mai 2002: Die G-MONC wurde bei der Landung in Gibraltar am Bugfahrwerk beschädigt.
- 17. März 2006: Die Crew der G-MONE verlor im Anflug auf Gibraltar den Sichtkontakt zur Piste und musste durchstarten. Der Vorfall wurde von der britischen Unfalluntersuchung AAIB untersucht.
Der Flughafen Gibraltar mit seinem kurzen Runway, dem Felsen und der querenden Straße gilt bis heute als anspruchsvoll – und als Spotter-Klassiker, den du im Guide Planespotting in Gibraltar kennenlernst.
Woran du Monarch erkennst
Monarch begegnet dir heute auf Fotos, Dias und in Spotter-Logbüchern. Diese Merkmale helfen bei der Zuordnung:
- Name und Krone: Der Schriftzug „Monarch“ und das „M“ mit Krone zogen sich durch die Markengeschichte, auch über mehrere Lackierungswechsel hinweg.
- Kennzeichen: G- mit häufig MON in der Buchstabenfolge.
- Typ und Zeitraum: Eine 757 ab 1983, ein A300-600R ab 1990 oder ein A321 ab 1997 passen ins Bild.
- Ort: Luton, Gatwick, Manchester, Birmingham und Leeds/Bradford als Basen, dazu Ferienziele wie Málaga, Alicante, Faro, Teneriffa, Larnaca oder Gibraltar.
Spricht für Monarch
- Krone im Logo und Schriftzug „Monarch“
- G-Kennzeichen mit MON in der Buchstabenfolge
- Aufnahme aus Luton oder einer anderen Monarch-Basis
- Foto aus der Zeit vor Oktober 2017
Spricht dagegen
- Foto nach Oktober 2017 mit aktivem Flugbetrieb
- Ex-Monarch-Airbus in der Bemalung eines Folgebetreibers
- Ein Qatar-Airways-Jet bei der Rückholaktion im Oktober 2017 – das war ein Charter im Auftrag der CAA
Wenn dich alte Bemalungen reizen, schau in die legendären Airline-Lackierungen und die Tipps unter Oldtimer am Himmel erkennen.
Spuren von Monarch heute
Live spotten kannst du Monarch nicht mehr. Ihre Geschichte lässt sich aber an mehreren Orten nachvollziehen:
Britannia in Duxford
- Die Bristol Britannia G-AOVT steht in Monarch-Farben im IWM Duxford
- Erinnert an die allerersten Flüge der Airline ab 1968
Die Heimatflughäfen
- London-Luton war Sitz und Werft
- Gatwick, Manchester und Birmingham waren wichtige Basen
- In Manchester lohnt der Runway Visitor Park
Die Typen im Alltag
- A320 und A321 sind weiter allgegenwärtig, wenn auch nicht mehr in Monarch-Farben
- Die Boeing 757 ist selten geworden, oft nur noch als Frachter
Im britischen Ferienflug haben heute Airlines wie Jet2, TUI Airways und easyJet die Rolle übernommen, die Monarch und ihre einstigen Konkurrenten wie Britannia Airways, Airtours International, First Choice Airways oder XL Airways einst spielten.
Häufige Verwechslungen
- Monarch für eine Low-Cost-Airline halten – Monarch kam aus dem Charter und wurde erst spät zur Ferien-Linienairline mit Low-Cost-Elementen.
- Rückholflüge für Monarch-Flüge halten – die Maschinen von Qatar Airways, Titan und Co. flogen im Oktober 2017 im Auftrag der CAA, nicht unter Monarch-Regie.
- Eine 737 MAX in Monarch-Farben suchen – die bestellten MAX wurden nie an Monarch geliefert.
- Britannia Airways und die Bristol Britannia verwechseln – das eine ist eine andere britische Ferienairline, das andere der Flugzeugtyp, mit dem Monarch startete.
Deine Sichtungen sauber sortiert
Poste Fotos von Britannia, 757 oder A321 mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot, tausch dich in der Community mit anderen Fans britischer Luftfahrtgeschichte aus und behalte deine Sammlung im Hangar im Blick. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Monarch Airlines erzählt die Geschichte des britischen Pauschalurlaubs fast vollständig: Turboprops in den 1960ern, gebrauchte Jets in den 1970ern, die 757 als Arbeitspferd der 1980er und die A320-Familie bis zum Schluss. Die Airline überstand Ölkrisen, Rezessionen und Marktumbrüche, schaffte aber den letzten Wandel zum Ferien-Linienflieger gegen die übermächtige Low-Cost-Konkurrenz nicht. Ihr Ende bleibt durch die gewaltige Rückholaktion im Gedächtnis – und durch eine Britannia in Monarch-Farben, die in Duxford an die Anfänge erinnert.
Kurzfazit
Monarch Airlines (IATA ZB, ICAO MON) war eine historische britische Ferienairline von 1967 bis 2017 mit Sitz in Luton. Bekannt ist sie für ihre lange Flottengeschichte von der Britannia bis zum A321, die frühe Boeing 757 und die größte britische Rückholaktion in Friedenszeiten nach ihrer Insolvenz am 2. Oktober 2017.
Zusammenfassung
- Monarch war fast 50 Jahre lang eine feste Größe im britischen Urlaubsflug und eine der letzten unabhängigen Ferienairlines des Landes.
- Die Flotte spiegelt die Geschichte des Ferienflugs: Turboprop Britannia, frühe Jets wie Boeing 720B und BAC One-Eleven, dann 757, A300 und schließlich die A320-Familie.
- Nach Jahren mit Verlusten, Eigentümerwechsel und Umbau zum Ferien-Linienflieger brach Monarch im Oktober 2017 zusammen.
- Live spotten kannst du Monarch nicht mehr. Ihre Flughäfen, ihre früheren Typen und ein Museumsflugzeug in Duxford halten die Erinnerung lebendig.
Häufige Fragen
Gibt es Monarch Airlines heute noch?
Nein. Monarch Airlines stellte am 2. Oktober 2017 den Flugbetrieb ein und ging in die Insolvenzverwaltung. Die Gesellschaft wurde anschließend abgewickelt. Pläne neuer Markeninhaber ab 2023, den Namen wiederzubeleben, führten nicht zu einem neuen Flugbetrieb unter Monarch.
Welche Codes hatte Monarch?
Monarch nutzte den IATA-Code ZB und den ICAO-Code MON. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen „MONARCH“. Der letzte reguläre Flug trug die Nummer ZB3785.
Wo war Monarch Airlines zu Hause?
Hauptsitz und Wartungsbasis lagen am Flughafen London-Luton. Weitere Basen waren zuletzt London-Gatwick, Manchester, Birmingham und Leeds/Bradford. East Midlands wurde im August 2014 aufgegeben.
Welche Flugzeuge flog Monarch?
Den Anfang machte 1968 die Bristol Britannia. Ab 1971 kamen Boeing 720B, später BAC One-Eleven, Boeing 707, 737 und ab 1983 die Boeing 757 dazu. 1990 folgte der Airbus A300-600R, ab 1993 der A320 und ab 1997 der A321. Zuletzt bestand die Flotte fast nur aus A320 und A321.
Warum ging Monarch pleite?
Monarch schrieb in mehreren Jahren hohe Verluste. Hinzu kamen der Einbruch der Nachfrage nach Zielen wie Ägypten und der Türkei, und harter Wettbewerb durch Low-Cost-Airlines. Trotz mehrerer Kapitalspritzen bekam Monarch im Herbst 2017 keine Verlängerung der Lizenz für Pauschalreisen mehr und meldete Insolvenz an.
Wie wurden die gestrandeten Monarch-Passagiere zurückgeholt?
Die britische Regierung beauftragte die Civil Aviation Authority (CAA), alle rund 110.000 im Ausland gestrandeten Fluggäste kostenlos zurückzuholen – auch jene ohne ATOL-Schutz. Dafür charterte die CAA 38 Flugzeuge von 15 Airlines, darunter Qatar Airways, Titan Airways und Air Transat. Die Aktion dauerte rund zwei Wochen und kostete etwa 60 Millionen Pfund.
Wo kann ich heute noch ein Monarch-Flugzeug sehen?
Im Imperial War Museum Duxford steht die Bristol Britannia G-AOVT in Monarch-Farben. Von der letzten Airbus-Flotte ist in Monarch-Farben nichts mehr unterwegs.
Monarch Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Bristol Britannia
Vier Proteus-Turboprops, ein langer, schlanker Rumpf und ein leiser Auftritt, der ihr den Spitznamen Whispering Giant einbrachte: Die Britannia war Großbritanniens Langstrecken-Turboprop – und kam einige Jahre zu spät.
FlugzeugtypBoeing 720
Etwas kürzer, leichter und mit überarbeitetem Flügel: Die Boeing 720 war die Mittelstrecken-Ableitung der 707. United, Western und auch Lufthansa flogen sie, Pratt & Whitney Canada testete damit bis 2010 Triebwerke. So erkennst du den seltenen Vierstrahler und erfährst, wo er heute steht.
FlugzeugtypBAC One-Eleven
Zwei Rolls-Royce Spey am Heck, T-Leitwerk, kompakter Rumpf: Die One-Eleven war Großbritanniens erfolgreichster Kurzstreckenjet – und flog später als Rombac 1-11 aus rumänischer Fertigung sogar für die junge Ryanair.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypBoeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypAirbus A300-600
Der erste Großraum-Twin der Welt lebt heute vor allem als Frachter weiter: Die A300-600 fliegt nachts für DHL, FedEx und UPS. So erkennst du sie und findest sie vor deiner Linse.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A321 (ceo)
Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A330-200
Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas DC-10
Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.
FlugzeugtypBoeing 737 MAX 8
Große LEAP-Triebwerke mit gezackten Gondelkanten, gegabelte Flügelspitzen und ein neu geformtes Heck: Die 737 MAX 8 ist die vierte Generation von Boeings Bestseller. So trennst du sie sicher von der 737-800.
Weitere Airlines
Air Europe
Historische britische Ferien- und Linienairline (1978–1991) aus Gatwick: Air Europe flog für den Reiseveranstalter Intasun mit fabrikneuen Boeing 737 und 757, baute eine europäische Airline-Gruppe auf und stellte im März 1991 schlagartig den Betrieb ein.
FerienfliegerBritannia Airways
Historische britische Charterairline mit Sitz in Luton (Flugbetrieb 1962–2005): Aus Euravia wurde 1964 Britannia Airways, die Hausairline des Reiseveranstalters Thomson. Sie flog früh die Boeing 737-200, brachte die Boeing 767 nach Europa und ging 2005 in Thomsonfly auf – der Vorläuferin der heutigen TUI Airways.
FerienfliegerAirtours International
Historischer britischer Ferienflieger (1990–2008) aus Manchester: Airtours International flog für den gleichnamigen Reisekonzern mit MD-83, Airbus A320/A321, Boeing 757, 767 und DC-10, hieß ab 2002 MyTravel Airways und ging 2008 in Thomas Cook Airlines auf.
FerienfliegerThomas Cook Airlines
Historische britische Ferienairline (2003–2019) aus Manchester: hervorgegangen aus JMC Air, zuletzt mit Airbus A321 und A330-200 unterwegs – bis zur Liquidation des Thomas-Cook-Konzerns am 23. September 2019 und der größten Rückholaktion der britischen Friedensgeschichte.
FerienfliegerFirst Choice Airways
Historische britische Charterairline (1987–2008): Als Air 2000 startete sie 1987 in Manchester mit zwei Boeing 757, ab 2003/2004 flog sie als First Choice Airways. 2008 ging sie mit Thomsonfly in Thomson Airways auf, der heutigen TUI Airways.
FerienfliegerXL Airways
Historischer britischer Ferienflieger (1994–2008) mit Sitz in Crawley bei Gatwick: Aus Sabre Airways wurde 2001 Excel Airways und 2006 XL Airways. Mit Boeing 737-800, 757, 767 und A330 flog sie Pauschalurlauber ans Mittelmeer und in die Karibik, bis die XL Leisure Group am 12. September 2008 zusammenbrach.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen London-Luton
Eine Bahn, ein Terminal, über 17 Millionen Passagiere im Jahr: Luton ist die Heimat von easyJet, die wichtigste britische Basis von Wizz Air – und ein Flughafen, an dem du an einem Nachmittag besonders viele Businessjets siehst.
FlughafenFlughafen London-Gatwick
Eine einzige Hauptbahn, über 40 Millionen Passagiere im Jahr und orange Airbusse im Minutentakt: Gatwick ist Londons zweitgrößter Flughafen und ein Lehrstück dafür, wie viel Verkehr eine Bahn tragen kann. Für Spotter heißt das: kaum Leerlauf, viel easyJet, dazu Langstrecke von TUI, Norse, British Airways und den Golf-Carriern.
FlughafenFlughafen Manchester
Größter Flughafen außerhalb Londons und Heimat einer der bekanntesten Spotter-Szenen Europas: Zwei parallele Bahnen in Ringway, ein bunter Mix aus Ferienfliegern, Low-Cost-Airlines und Golf-Langstrecke – und mit dem Runway Visitor Park ein offizieller Aussichtspunkt samt Concorde.
FlughafenFlughafen Birmingham
Der größte Flughafen der englischen Midlands: eine einzige 3.052 Meter lange Bahn, ein Terminal, vier Low-Cost- und Ferienbasen und täglich der Emirates-A380 – dazu ein denkmalgeschütztes Art-déco-Terminal von 1939 und mehrere Spotterplätze rund um den Zaun.
Wo du Monarch Airlines vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
IWM Duxford – Museum und Flugplatz bei Cambridge
Auf dem alten Spitfire-Flugplatz südlich von Cambridge stehen SR-71, B-52 und Concorde in den Hallen – und draußen rollen flugfähige Warbirds zur Graspiste. So planst du deinen Spottertag in Duxford, ob an einem ruhigen Werktag oder mitten im Airshow-Trubel.
BesucherparkRunway Visitor Park am Flughafen Manchester
Großbritanniens bekanntester Besucherpark für Flugzeugfans: Im Runway Visitor Park stehst du auf einem erhöhten Aussichtsbereich wenige Hundert Meter neben der Piste 05L/23R – und hast zwischen den Startwellen eine Concorde, einen Nimrod und eine Trident zum Anfassen.
Passende Guides aus dem Blog
- Große Airline-Pleiten in Europa: Von Swissair bis Alitalia
- Charterflug und Linienflug: Unterschiede, Geschichte und heutige Ferienflieger
- Britische G-Kennzeichen: G-INFO, Wunschkennzeichen und Besonderheiten
- ETOPS erklärt: Langstrecke mit zwei Triebwerken und Ausweichflughäfen
- Boeing 757 und 767 unterscheiden: Schmalrumpf vs. Großraum, Fahrwerk, Proportionen
- A318, A319, A320 und A321 sicher auseinanderhalten
- Planespotting in Gibraltar: die Piste, die eine Straße kreuzt
- Oldtimer am Himmel erkennen: Ju 52, DC-3, Constellation und Warbirds



